Barclays macht Briten ein neues Angebot

Energieeffizienz bekommt Zinsnachlass

Das Eigenheim als (Energie)sparbüchse fördert eine britische Bank. © Barclays

Die britische Bank Barclays bietet in Großbritannien ab sofort Hypotheken mit niedrigeren Zinsen für neue Gebäude an, die besonders energieeffizient sind. Das Angebot gilt für Häuser von fünf Baugesellschaften, mit denen Barclays zusammenarbeitet. Die Gebäude müssen der Klasse A oder B des Energieeffizienzindex' angehören.

Der Nachlass beträgt 0,1 Prozent auf den Zinssatz, den Barclays für einen Kredit mit zwei oder fünf Jahre festem Zinssatz erhebt. Es gilt jeweils für Verträge mit einem Eigenkapital von zehn und 25 Prozent. Bei einer typischen Kredithöhe von 150.000 Pfund bedeute der Nachlass eine Ersparnis von 750 Pfund – zusätzlich zu der Ersparnis, die die niedrigen Energiekosten bedeuten, teilt Barclays mit.

Hannah Bernard, Leiterin der Hypotheken-Abteilung bei Barclays, sagt dazu: "Wir haben immer öfter von unseren Kunden gehört, die sich ein energieeffizientes Haus kaufen möchten. Angesichts von Barclays Engagement, seine Kunden bei einem nachhaltigen Lebensstil zu unterstützen, haben wir überzeugende Gründe, dieses Pionierprodukt zu lancieren."

"Gerade für die Kunden, die nur zehn Prozent Eigenkapital haben, ist es ein erfreuliches Angebot, denn sie haben es besonders schwer, die nötigen Mittel zusammenzukratzen", kommentiert Rachel Springall, Finanzexpertin bei Moneyfacts, die Initiative.

Die Vertragspartner von Barclays sind Barratt Homes, Berkeley Group, Countryside Properties, Crest Nicholson and Redrow Homes. Bis zum Ende des Jahres sollen weitere Unternehmen dazukommen.

Das Angebot von Barclays reiht sich ein Maßnahmen der Regierung zur Stärkung eines grünen Finanzsystems. Außerdem trat Anfang April ein Gesetz in Kraft, laut dem Vermieter ihre Gebäude mindestens auf den Standard E im Energieeffizienzindex sanieren müssen.

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) begrüßt es, wenn Banken für energetisches Bauen werben. "Das Angebot selbst ist jedoch nicht wirklich revolutionär", sagte Deneff-Vorstand Christian Noll auf Nachfrage von EnBauSa: "Zum einen ist der Zinsnachlass von 0,1 Prozent gering. Zum anderen müssen neue Gebäude ohnehin den Energieeffizienzklassen A oder B entsprechen."

Auch Andrew Warren, langjähriger Präsident der Deneff-Partnerorganisation UK-Ace (Association for the Conservation of Energy) und Vorsitzender der British Energy Efficiency Federation urteilt: "I am underwhelmed." ("Ich bin unterwältigt").

Spannender ist aus Sicht der Deneff die Finanzierung von Sanierungen, um die es auch bei der Energy Efficient Mortgage Initiative auf EU-Ebene geht. In diesem Zusammenhang findet Noll die Regulierung in Großbritannien sehr interessant, nach der gestaffelt nichts Schlechteres als Energieklasse F mehr vermietet werden darf. "Man diskutiert dort jetzt darüber, wie man Vermietern die nötigen Investitionen mit Sonderabschreibungen oder ähnlichen Instrumenten erleichtert", berichtet er. Außerdem würden die Briten debattieren , wie man Planungssicherheit herstellt und tiefere Sanierungen anreizt, indem man bereits frühzeitig kommuniziert, ab welchem Jahr der Mindeststandard möglicherweise angezogen wird. Quelle: Barclays / Deneff / sue

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