enbausa.de - Energetisch Bauen und Sanieren https://www.enbausa.de/ Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen de-DE EnBauSa Wed, 20 Feb 2019 19:02:37 +0100 Wed, 20 Feb 2019 19:02:37 +0100 TYPO3 EXT:news news-6283 Wed, 20 Feb 2019 07:16:00 +0100 Wirtschaftsminsterium fördert Reallabore https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/wirtschaftsminsterium-foerdert-reallabore-6283.html Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat den Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ gestartet. Unternehmen können ihre technischen und nicht-technischen Innovationen umsetzen und in einem realen Umfeld zusammen mit Forschern testen. Die Reallabore der Energiewende wurden im 7. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung als neue Fördersäule etabliert, um den Technologie- und Innovationstransfer von der Forschung in die Praxis zu beschleunigen. Von 2019 bis 2022 sind dafür Fördermittel von bis zu 100 Mio. Euro pro Jahr vorgesehen. Reallabore sollen drei Elemente verbinden: die begrenzte Erprobung, die Nutzung rechtlicher Gestaltungspielräume und aktives regulatorisches Lernen. Es geht dabei nicht nur um die Erprobung von  Innovationen unter realen Bedingungen, sondern auch um einen Erkenntnisgewinn des Gesetzgebers für künftige Regulierungen. 

In der ersten Ausschreibung geht es um die Bereiche „Sektorenkopplung und Wasserstofftechnologien“, „großskalige Energiespeicher im Stromsektor“ und „energieoptimierte Quartiere“. Die vorgeschlagenen Projekte müssen eine systemische Dimension vorweisen und in einem relevanten, industriellen Maßstab erprobt werden können.

Neben dem Technologie- und Innovationstransfer im Energiebereich sollen die Reallabore auch dabei helfen, den regulatorischen Rahmen in Deutschland zukunftsgerichtet weiterzuentwickeln. Zudem kann die neue Förderinitiative traditionsreiche Energieregionen bei der Entwicklung nachhaltiger energie- und industriepolitischer Perspektiven unterstützen. Quelle: BMWi / pgl

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Finanzierung
news-6285 Tue, 19 Feb 2019 08:30:00 +0100 Berechnungswerkzeug bewertet energetische Modernisierung https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/berechnungswerkzeug-bewertet-energetische-modernisierung-6285.html Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) stellt ein verbessertes Tool zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit energetischer Modernisierungen bereit. Das Angebot richtet sich an Architekten, Energieberater und interessierte Gebäudeeigentümer. Um die Wirtschaftlichkeit energetischer Modernisierungen zu berechnen, gibt es zahlreiche Methoden, die unterschiedlich aufwändig sind. Die Website des BBSR stellt die Methoden und ihre Anwendungsgebiete vor. Soll beispielsweise ein Gebäude komplett modernisiert werden, braucht es eine umfassende ökonomische Untersuchung mit möglichst genauen Randbedingungen und Kostenkalkulationen. Bei kleineren Teilmaßnahmen reicht dagegen in der Regel eine überschlägige, deutlich weniger aufwändige Betrachtung. Für beides bietet die Website detaillierte Hinweise.

Für Einzelmaßnahmen bei Wohngebäuden – zum Beispiel für die Dämmung von Wänden oder Dächern – kann man ein einfaches Berechnungstool herunterladen, das jetzt in der deutlich verbesserten Version 2.1 kostenfrei zur Verfügung steht. Mit dem Tool lassen sich jetzt die Amortisationszeit, der Grenzpreis für die Kilowattstunde Heizenergie, ab dem sich eine Modernisierungsmaßnahme rechnet, sowie der durch eine Modernisierung zu erwartende jährliche Kostenvorteil berechnen. Außerdem wird überschlägig die prospektive Energieeinsparung gegenüber dem Ausgangszustand berechnet. Das Tool enthält plausible Grundeinstellungen – etwa für Zinssatz, Heizperiodenlänge und Preissteigerungen, die individuell anpassbar sind. Auch ist es möglich, die Investitionskosten abzuschätzen, wenn diese nicht zum Beispiel aus Voranschlägen bekannt sind. Da die Wirtschaftlichkeit stark vom individuellen Preis der eingesparten Wärme abhängt, enthält die aktuelle Version des Tools Hilfsmittel zu dessen Berechnung. Die Anwendung wird an verschiedenen Beispielen gezeigt.

Die Website bietet darüber hinaus umfassende Informationen zu den Anforderungen der Energieeinsparverordnung; insbesondere für die Bestandsmodernisierung, aber auch zu praktisch allen anderen Anforderungen der Verordnung.

Die neuen Informationen sollen auch den Vollzug der Verordnung durch die Bundesländer unterstützen. Ist eine nach der Verordnung vorgeschriebene Maßnahme wegen eines hohen Aufwandes im Einzelfall nicht wirtschaftlich, so kann der Bauherr bei der nach Landesrecht zuständigen Behörde – in der Regel der Baurechtsbehörde – eine Befreiung beantragen. Es steht den Ländern frei, die vom BBSR bereitgestellten Informationen zur Wirtschaftlichkeit als Grundlage für ihr Vollzugshandeln nutzen. Die neue Version 2.1 ist auch für diesen Anwendungsfall geeignet. Quelle: BBSR / pgl

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Finanzierung
news-6252 Tue, 19 Feb 2019 07:16:00 +0100 Bilanz des E-Wärme-Gesetzes ist bislang durchwachsen https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bilanz-des-e-waerme-gesetzes-ist-bislang-durchwachsen-6252.html Die Bilanz des E-Wärme-Gesetzes ( EWärmeG) in Baden-Württemberg ist durchwachsen. Die Effekte auf den Zubau neuer Anlagen sind zwar positiv, aber nicht besonders stark. Die Modernisierungsrate ist der in Bayern vergleichbar. Eindeutig positiv sind die Auswirkungen bei Beratungen. Da liegt der Südweststaat vorn. Das Umweltministerium Baden-Württemberg gibt die jährlichen CO2-Einsparungen mit 400.000 Tonnen an. 224.000 Tonnen entfallen auf Wohngebäude, 156.000 Tonnen auf Nichtwohngebäude. Bei Impulsen für die Installation neuer Anlagen sind die Experten im Evaluierungsbericht zurückhaltend in ihrer Einschätzung. „Insgesamt lassen sich positive, aber nicht sehr starke Effekte des E-Wärme-Gesetzes auf den Anlagenzubau erkennen“ schreiben sie. Andere Effekte wie Energiepreise oder veränderte Förderkonditionen im Marktanreizprogramm seien entscheidendere Faktoren. Bezogen auf den Endenergieverbrauch für Wärme ist die Bilanz aber positiv. Hier konnte Baden-Württemberg den Anteil der Erneuerbaren von 13,2 Prozent im Jahr 2010 auf 16 Prozent im Jahr 2016 steigern. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der erneuerbaren Energien im Bund nur um knapp zwei Prozent auf von 13,2 Prozent.

Das EWärmeG legt den Anteil erneuerbarer Energien für Heizung und Warmwasserbereitung fest, wenn eine Heizungsanlage neu eingebaut wird. Zudem bietet es eine Reihe möglicher Ersatzmaßnahmen an, mit denen diese Pflicht erfüllt werden kann, beispielsweise eine Photovoltaikanlage oder Dämmmaßnahmen. Das ursprüngliche Gesetz wurde 2007 verabschiedet, 2015 trat die erste Novelle in Kraft.

Kritiker des E-Wärme-Gesetzes argumentieren, es komme durch den Zwang zur Integration Erneuerbarer beim Kesseltausch zum Abwarten. Das lässt sich weder belegen noch widerlegen, die Datenlage sei „unbefriedigend und widersprüchlich“, so die Experten. Zahlen zur Absatzentwicklung des Bundesverbands der Heizungsindustrie (BDH) deuten auf einen Vorzieheffekt vor der Einführung des Gesetzes und der Novelle und eine anschließend etwas geringere Modernisierungsrate hin, die sich dann wieder erholt. So ging die Modernisierungsrate in Baden-Württemberg im Jahr 2010 deutlich zurück, erholte sich dann aber und lag 2014 und 2015 in ähnlicher Höhe wie im Bundesgebiet. 2016, nach der jüngsten Novelle, lag die Modernisierungsrate wieder leicht niedriger als zuvor. Auch aus der Befragung der Hauseigentümer lässt sich kein Abwarten ableiten. Mit 83 Prozent gab die große Mehrheit der Befragten an, dass das EWärmeG keinen Einfluss auf den Zeitpunkt der Heizungserneuerung gehabt habe. Zwei Prozent sagten, dass sie wegen des EWärmeG die Heizungserneuerung hinausgezögert hätten. Rund neun Prozent der Befragten antworteten, durch das Gesetz auf das Thema Heizungserneuerung aufmerksam geworden zu sein und die Heizung sogar früher erneuert zu haben.

Der Bericht analysiert auch die Entwicklung der einzelnen Technologien. Der Anteil der Solarthermie nimmt demnach sukzessive ab. Der Anteil fester Biomasse ist schwankend, eine eindeutige Tendenz ist nicht erkennbar. Die Biogas-Beimischung hat in der ersten Phase bis zur Novelle des Gesetzes auf einen Anteil von 35 Prozent zugenommen und war am Ende die dominierende Erfüllungsoption. Nach der Novelle 2015 brach der Anteil zunächst um mehr als den Faktor 3 ein. „Dies kann wohl darauf zurückgeführt werden, dass die Biogas-Beimischung nur noch in Kombination mit einer anderen Maßnahme die Nutzungspflicht erfüllt“, so die Fachleute in ihrer Evaluation. Es sei aber zu erwarten, dass sich die Entwicklung erholen und die Bedeutung des Biogases in den kommenden Jahren wieder ansteigen werde da die Kombination aus Biogas-Beimischung und Sanierungsfahrplan eine verhältnismäßig einfach zu verwirklichende und aus Perspektive der reinen Investitionskosten günstige Erfüllungskombination darstellt. Außerdem bieten die Gasversorgungsunternehmen Kombinationsprodukte aus Biogas und Sanierungsfahrplan an. Bei der Bioöl-Beimischung ist das ähnlich. Hier hat Baden-Württemberg aber eine Vorreiterrolle: In allen Postleitzahlgebieten gibt es Bioheizöl, das ist in anderen Bundesländern kaum der Fall.

Der Anteil der PV im Erfüllungsmix nimmt beim Übergang zum neuen EWärmeG mit der Novelle von 2015 stark zu. Allerdings waren viele der angerechneten Anlagen auf den Gebäuden schon vorhanden. Auch der Anteil der Erfüllungsoption "baulicher Wärmeschutz" nimmt beim novellierten EWärmeG zu.

Hohe Relevanz hat der gebäudeindividuelle Sanierungsfahrplan. Er wurde 2016 und 2017 in rund 17 Prozent der Verpflichtungsfälle gewählt. Bei Nichtwohngebäuden lag der Anteil der Sanierungfahrpläne sogar bei 30 Prozent. Er erlaubt es, in Kombination mit anderen Maßnahmen wie der Beimischung von Biogas oder Bioöl, die Nutzungspflicht ohne große technische Umstellungen im Heizungskeller zu erfüllen. Hier verweisen die Experten allerdings auf Qualitätsmängel, die sich in vielen Sanierungsfahrplänen zum Beispiel in einer nicht plausiblen Sanierungsstrategie dokumentiere. Außerdem scheine der Einfluss der Dokumente auf eine unmittelbare, kurzfristige Maßnahmenumsetzung „eher geringer“ zu sein. Auch die Qualität der Sanierungsfahrpläne für Nichtwohngebäude sei nicht zufriedenstellend. „Unzureichende Berücksichtigung fanden insbesondere die Nutzerwünsche, Zielvorgaben und Fördermöglichkeiten. Zudem war die weit überwiegende Zahl der Berichte nicht vollständig“, bemängeln die Fachleute und fordern eine Qualitätsoffensive inklusive der Weiterentwicklung der Schulung und Erstellung von Informationsmaterialien, Einführung von Stichproben und eine Veröffentlichung von Muster-Sanierungsfahrplänen für Nichtwohngebäude.

Eine weitere Erkenntnis aus dem Bericht: der Vollzug ist derzeit nicht ausreichend sichergestellt. Der wichtigste Grund dürfte die Überlastung der unteren Baurechtsbehörden sein.

Die Evaluation enthält auch eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen für weitere Novellen. So raten die Experten, die Aufnahme von Lüftungsanlagen auch für Wohngebäude in das Wärmegesetz zu prüfen. Sie schlagen auch eine vereinfachte Anerkennung von teilgedämmten Kellerdecken vor. Außerdem raten sie, Trinkwasser-Wärmepumpen als pauschale Teilerfüllung einzuführen sowie den Fensteraustausch aufzunehmen. Die Pflichterfüllung für Bioöl und Biomethan solle überprüft werden, über die Aufnahme von Bio-Flüssiggas als Erfüllungsoption nachgedacht werden. In Nichtwohngebäuden schlagen die Fachleute die Einführung des Ersatztatbestandes „Neubau-Niveau“ vor, ähnlich wie er im Erneuerbaren-Energien-Wärme-Gesetz auf Bundesebene vorhanden ist. Außerdem raten sie im Nichtwohngebäudebereich zu einer Herabsetzung der Anerkennung eines Sanierungsfahrplans auf ein Drittel.

Die Entwicklungen des Wärmegesetzes in Baden-Württmberg haben Relevanz über den Südweststaat hinaus. Andere Landesregierungen mit grüner Beteiligung beobachten die Erfahrungen. Bislang hat sich aber noch kein Bundesland dem Sonderweg des Südweststaats angeschlossen. Von Pia Grund-Ludwig

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Finanzierung
news-6284 Mon, 18 Feb 2019 07:27:00 +0100 Heizungslabel A+ ab September nur noch für Erneuerbare https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/heizungslabel-a-ab-september-nur-noch-fuer-erneuerbare-6284.html Ab September erhalten neue Heizungsanlagen nur noch dann das Label A+ oder besser, wenn sie erneuerbare Energien einbeziehen. Außerdem wird die neue Effizienzklasse A+++ eingeführt. Das EU-Energielabel für neue Heizkessel gibt auf einer Skala von grün bis rot an, wie effizient diese sind. Aufgrund verschärfter Anforderungen ändert sich die Skala dieses Jahr: Ab 26. September 2019 wird die neue Effizienzklasse A+++ eingeführt, die Stufen E bis G entfallen. Darauf weist Zukunft Altbau hin, das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm rund um die energetische Sanierung.

Hauseigentümer, die in den ersten neun Monaten des Jahres ihre Heizung erneuern lassen, sollten die Neuerung beachten und konventionelle Öl- und Gasgeräte mit niedriger Effizienz meiden, rät Frank Hettler von Zukunft Altbau. Am besten sei es, gleich auf Heizungen mit A+ oder besser umzusteigen. Die Verbraucher sollten aber auch bedenken, dass das Label keinen Rückschluss auf die Betriebskosten erlaubt, da diese von weiteren Faktoren wie dem verwendeten Energieträger und dem energetischen Zustand des Gebäudes abhängen.

Das Label rückt die Effizienz der Heizkessel als wichtiges Kaufkriterium in den Vordergrund. „Da die Anforderungen regelmäßig verschärft werden, wird der Druck auf die Hersteller erhöht, effizientere Heizungsanlagen in den Handel zu bringen und ältere vom Markt zu nehmen“, erklärt Frank Hettler. Die aktuelle Verschärfung ermöglicht es den Heizungsfirmen nun, effiziente Geräte mit A+++ zu bewerben. 2021 oder 2022 soll die nächste Verschärfung kommen. Langfristiges Ziel ist, die Effizienz im Heizungsbereich sukzessive zu steigern sowie auf die Vorteile von Ökoheizungen hinzuweisen.

Ab September erhalten Heizungen ein A+++ bis A+, wenn sie regenerative Energien nutzen. Das ist bei Solarkollektoren als Ergänzung zur Wärmeerzeugung der Fall, bei den meisten Holzheizungen und bei effizienten Wärmepumpen. KWK-Anlagen können die Noten A+++ bis B erhalten. Die Bewertung von Gasheizungen und Ölheizungen mit Brennwerttechnik ändert sich von A+ auf A bis B – allerdings kann man die eine bessere Einstufung bekommen, wenn man sie mit erneuerbaren Energien kombiniert, etwa einer thermischen Solaranlage oder einer Wärmepumpe. Weniger effiziente Niedertemperaturgeräte, die die im Abgas enthaltene Energie nicht ausnutzen, erreichen die Effizienzkategorie C – sie dürfen nur noch in bestimmten Mehrfamilienhäusern eingesetzt werden. Geräte der Klasse D kommen in Deutschland bereits jetzt nicht mehr in den Handel; sie werden nur noch in manchen südeuropäischen Ländern mit niedrigem Heizenergiebedarf verkauft.

Für neue Heizgeräte und Warmwasserbereiter bis 70 Kilowatt Leistung ist das Etikett Pflicht, Warmwasserspeicher bis einschließlich 500 Liter Speichervolumen sowie Produktkombinationen benötigen das Label ebenfalls. Für diese sogenannten Verbundanlagen gilt das erweiterte Label bereits. Die erweiterte Skala gilt auch für neue Einzelraumheizgeräte bis 50 Kilowatt Leistung, etwa Pelletöfen und andere Holzheizungen.

Anders als bei Elektrogeräten gibt das Label keinen Aufschluss über die Betriebskosten: „Das Label vergleicht Anlagen mit unterschiedlich teuren Energieträgern, beispielsweise Öl- und Stromheizungen“, erklärt Jörg Knapp vom Fachverband Sanitär Heizung Klima Baden-Württemberg. „Außerdem wird der Energieverbrauch einer Heizung immer auch vom Energiestandard des jeweiligen Gebäudes mitbestimmt, also davon, ob Dach, Wand und Kellerdecke gedämmt sind, ob gute Fenster vorhanden sind und ob die Luftdichtigkeit stimmt.“ Darüber hinaus hängen Heizkosten maßgeblich von der Verteilung der Heizwärme, der Art der Heizkörper/Fußbodenheizung und dem jeweiligen Heizverhalten ab. „Eine professionelle Beratung durch einen Energieberater oder einen SHK-Fachhandwerker ist deshalb unbedingt nötig“, so Knapp weiter.

Wer eine Heizungsmodernisierung ins Auge fasst, sollte einen qualifizierten, unabhängigen Gebäudeenergieberater hinzuziehen, rät Frank Hettler von Zukunft Altbau. Sie haben das ganze Haus im Blick und machen erst nach einer Prüfung der Gebäudehülle und der Anlagentechnik Vorschläge zur passenden Heiztechnik. Die individuellen Rahmenbedingungen wie die Größe des Gebäudes, die Anzahl der Nutzer bei der Warmwasserbereitung und Wünsche des Eigentümers werden dabei ebenso berücksichtigt wie Fördergelder, die eine bessere Heiztechnik zu wirtschaftlichen Kosten ermöglichen sollen. Außerdem zeigen Energieberater auf, mit welchen zusätzlichen Sanierungsschritten weitere Energieeinsparpotenziale gehoben werden können.

Eigentümer von Häusern in Baden-Württemberg sollten beim Austausch des Heizkessels zusätzlich das  Erneuerbare-Wärme-Gesetz des Landes berücksichtigen. In diesem Bundesland dürfen bei einem Heizungsaustausch in Wohngebäuden nur noch Heizanlagen eingebaut werden, die durch mindestens 15 Prozent erneuerbare Energien unterstützt werden. Wer das nicht tut, muss alternative Erfüllungsoptionen wie Dämmmaßnahmen realisieren.

Das Energieeffizienzlabel der Europäischen Union für neue Heizkessel gilt seit September 2015. Hersteller sind verpflichtet, ihre Geräte energetisch zu klassifizieren. Das Label geht zurück auf die 2009 beschlossene Ökodesign-Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates. Ziel ist die Minderung des Treibhausgases CO2: Rund 80 Prozent der verbrauchten Energie in Privathaushalten gehen auf das Konto von Heizung und Warmwasserbereitung.

Altgeräte im Heizungskeller benötigen das EU-Label übrigens nicht. Für sie gibt es seit dem Jahr 2016 eine vergleichbare deutsche Kennzeichnung. Quelle: Zukunft Altbau / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6287 Sun, 17 Feb 2019 07:25:00 +0100 Bund kippt geplante Gebäudekommission https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bund-kippt-geplante-gebaeudekommission-6287.html Der Bund will die geplante Gebäudekommission nun doch nicht einzusetzen. Noch auf der Fachmesse BAU im Januar hieß es, dass die Namen der Mitglieder im Februar genannt würden. Höchstens 20 sollten es sein. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA), Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, kritisiert die Überlegung scharf, die geplante Gebäudekommission nun doch nicht einzusetzen. „Wenn die Gebäudekommission nicht eingesetzt wird, würde komplett die Einbindung von Fachleuten und der Branche fehlen“, sagt  Andreas Mattner, Präsident des ZIA. „Nicht zuletzt sorgt dieses Vorhaben erneut für Unsicherheit bei allen beteiligten Akteuren. Wenn wir die Klimaschutzziele im Gebäudesektor erreichen wollen, brauchen wir sinnvolle und wirtschaftsverträgliche Maßnahmen. Dies kann nur auf Basis des Dialogs geschehen. Mit der Energie- und Verkehrsbranche wurde dieser geführt – die Immobilienwirtschaft bleibt hier außen vor. So sieht keine verantwortungsvolle Politik aus.“

„Jetzt erst recht braucht es die Einführung des Gebäudeenergiegesetzes und eine Fortführung der wichtigen Innovationspartnerschaft, in die die Vorschläge unserer Branche einfließen, um die ehrgeizigen CO2 - Einsparungsziele zu erreichen“, so Mattner. „Zudem fehlt noch vollständig die gemeinschaftliche Erarbeitung einer CO2-Bepreisung auf internationaler Ebene. Da stecken wir noch in den Anfängen, obwohl dies dringend erforderlich ist."

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe mahnt die Einhaltung der Koalitionsvereinbarung an: Die Bundesregierung liege bei keinem ihrer selbst gesteckten Klimaziele auf Kurs und schiebe zentrale Vorhaben auf die lange Bank. "Ursprünglich sollte die Gebäudekommission laut Koalitionsvertrag bereits bis Ende 2018 Ergebnisse vorlegen. In der Zwischenzeit nimmt der Irrsinn seinen Lauf: Fortwährend werden neue Gebäude mit einem energetischen Standard errichtet, der nicht mit den Klimazielen 2050 kompatibel ist. Damit müssen die Neubauten von heute vor 2050 noch einmal energetisch saniert werden." Auch Christian Stolte, Bereichsleiter energieeffiziente Gebäude, hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres im EnBauSa-Interview eine schnelle Einführung gefordert: "Es ist aber auch niemand geholfen mit einer Kommission, die irgendwann 2019 tagt und dann 2020 oder 2021 einen Bericht vorlegt. Das ist zu langsam."

Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Unternehmensintiative Energieeffizienz (DENEFF) bemängelt gegenüber EnBauSa.de die Hängepartie beim Klimaschutz im Gebäudesektor gehe weiter: "Nach dem schwachen Entwurf für ein Gebäudeenergiegesetz werden mit der Absage der Gebäudekommission Klimaschutz und Energiewende mal wieder vertagt. Ohne konkrete Maßnahmen sind die Pariser Klimaziele nicht zu schaffen. Damit drohen eine weitere Blamage vor der Weltgemeinschaft und hohe Strafzahlungen aus Brüssel. Dabei stehen heimische Technologien und Lösungen längst bereit – Vorschläge für konkrete politische Maßnahmen ebenfalls – die Bundesregierung lässt also auch große wirtschaftliche Potenziale liegen.“

Benjamin Weismann, Geschäftsführer des Energieberaterverbands GIH, kann mittlerweile der Nichteinsetzung der Gebäudekommission auch positive Seiten abgewinnen. "So kommt es hoffentlich nicht zu weiteren Verzögerungen bei der Verabschiedung des Gebäudeenergiegesetzes," hofft er. Eine Kommission hält er aber in Zukunft für sinnvoll um zu bestimmen, wie die Verteilung der Minderung der Klimalasten auf unterschiedliche Bereiche gewährleistet werden kann. pgl

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Finanzierung
news-6282 Fri, 15 Feb 2019 14:02:00 +0100 Zusatz schützt Holzwerkstoff vor Flammen https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/zusatz-schuetzt-holzwerkstoff-vor-flammen-6282.html Gemeinsam mit der Bruag Fire Protection AG haben Spezialisten des schweizer Forschungsinstituts Empa ein neues Flammschutzmittel für Holz und Holzwerkstoffe entwickelt. Der farblose, mit Lack und Celluose-Werkstoffen gut mischbare Zusatzstoff erschliesst neue Einsatzmöglichkeiten für Baustoffe. Aufgrund steigender Brandschutzanforderungen ist Holz in vielen Bauwerken nicht mehr einsetzbar sind und durch andere Produkte substituiert werden müssen. Ziel eines von der schweizer Kommission für Technologie und Innovation)# bezuschussten Forschungsprojekts war es, ein Flammschutzmittel zu entwickeln, welches den Brandwiderstand von solchen Materialien erhöht, ohne dabei die positiven Eigenschaften der Werkstoffe zu beeinträchtigen.

Das neue Flammschutzmittel mit dem Produktnamen AFA (Anti-Flame-Additive) erfüllt diese Vorgaben: Es ist farblos und lässt sich mit wasserbasierten Lacken oder UV-Schutzlacken mischen und ist nicht nur als Lackschicht, sondern auch als Additiv in Holzwerkstoffplatten einsetzbar. Zudem ist es frei von Brom und Bor, enthält keine halogenierten, organischen Verbindungen. Es erzeugt keine giftigen Ausdünstungen und entfaltet bereits ab einer Konzentration von zehn Prozent seine flammhemmende Wirkung.

AFA basiert auf der von der Empa entwickelten Substanz EDA-bis-TEPT einem Flammschutzmittel aus der Klasse der Organophosphonate. Es kombiniert Phosphor- und Stickstoffanteile in einem einzigen Molekül und hat flammhemmende Auswirkungen auf Cellulose. Das neue entwickelte Additiv hat in internen Tests bereits seine Wirksamkeit gezeigt und ist seit 2018 mit einer Patentanmeldung geschützt. Derzeit werden Anwendungstests durchgeführt, so wird zum Beispiel die Beimischung von AFA zu verschiedenen marktüblichen Baustoffen und Lacksystemen erprobt.

Erste Tests mit grossen Holzwerkstoff-Plattenherstellern sind positiv verlaufen. Ebenso mit dem weltweit drittgrössten  Hersteller von HPL (High Pressure Laminates). Nachdem das AFA bei der Herstellung in die Celluose eingebracht worden ist, wird ein Entflammen des Werkstoffs zuverlässig verhindert. In einem weiteren Schritt wird AFA die für eine Zulassung nötigen Brandschutz- und Zulassungstests durchlaufen.

Forschungspartner der Empa ist bei diesem Projekt die Bruag Fire Protection AG, eine Schwesterfirma der Bruag AG mit Sitz in Güttingen, TG. Als Produzent von glatten und perforierten witterungsbeständigen Fassadenplatten und Balkonbrüstungen sowie dekorativen Elementen wie etwa Raumteiler, Treppengeländer oder Akustiklösungen für den Innenbereich, welche hauptsächlich auf Holzwerkstoffen basieren, ist die international tätige Bruag AG direkt von verschärften Brandschutzrichtlinien betroffen. So wurde beispielsweise in der Schweiz Anfang 2015 eine neue Brandschutzvorschrift im Bauwesen eingeführt. Auch international steigen die Ansprüche an den Brandschutz stetig. Zugleich werden Umweltrichtlinien verschärft, was herkömmliche Brandschutzmittel nach und nach aus dem Markt drängt. Aufgrund dieser Entwicklungen ist die Bruag AG stetig auf der Suche nach geeigneten flammhemmenden Mitteln. Weil auf dem Markt jedoch kein passendes Produkt verfügbar war, hat Bruag entschieden, selbst die Initiative zu ergreifen. In der Empa fand das in Produkt- und Prozessinnovationen erfahrene Unternehmen die Forschungspartnerin. Quelle: EMPA  / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6278 Thu, 14 Feb 2019 08:12:00 +0100 Monokristalline PV-Module gewinnen Relevanz https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/monokristalline-pv-module-gewinnen-relevanz-6278.html Solarzellen werden lleistungsfähiger und kostengünstiger. Eine zentrale Entwicklung ist derzeit der Vormarsch der monokristallinen Zellen und Module, die gegenüber polykristalliner Technik mit höheren Wirkungsgraden punkten. Während besonders leistungsstarke Solarmodule mit monokristallinen Zellen bisher vor allem auf Hausdächern installiert wurden, werden sie nun auch zunehmend für Großanlagen verwendet. Analysten gehen davon aus, dass der Markanteil der monokristallinen Produkte weltweit mit dem der polykristallinen Zellen und Module gleichzieht.

Vor drei Jahren hatte die monokristalline Technik erst einen Anteil von etwa 30 Prozent. Laut IHS Markit sanken die Preise für monokristalline Wafer in der ersten Jahreshälfte 2018 auf 0,133 US-Dollar pro Watt und waren damit nur rund 10 Prozent teurer als polykristalline Wafer, was durch einen höheren Wirkungsgrad wettgemacht wird. Ermöglicht wurde die Kostensenkung unter anderem durch die effiziente Diamantdraht-Technologie beim Sägen der Wafer. Monokristalline Zellen profitieren hiervon laut Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau besonders. Ihr Wirkungsgrad kann auf diese Weise gegenüber der Standardtechnologie um 1,7 Prozent gesteigert werden, bei polykristallinen Zellen um rund 1 Prozent.

Auch Module mit Halbzellen sind im Kommen. Diese können den internen Strom im Modul halbieren und dadurch elektrische Verluste um bis zu 75 Prozent reduzieren. Hierdurch kann die Leistung um bis zu 3 Prozent gesteigert werden. Vorteile bietet auch der Umstieg auf die 6-Busbar- statt der 4-Busbar-Technologie. Busbars sind die Leiterbahnen. Der geringere Abstand zwischen den Busbars sowie zusätzliche Leiterbahnen ermöglichen eine um bis zu 0,5 Prozent erhöhte Leistung. Eine weitere Leistungssteigerung um bis zu 2 Prozent verspricht auch der Einsatz von Runddrähten statt flacher Lötbänder. Dies reduziert die Verschattung der Zellen und reflektiert das Licht zurück auf das Modul. Quelle: Intersolar / pgl

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Solarenergie
news-6279 Wed, 13 Feb 2019 15:40:00 +0100 Der Run auf das Baukindergeld ist enorm https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/der-run-auf-das-baukindergeld-ist-enorm-6279.html 56.000 Anträge und ein Fördervolumen von 1,2 Milliarden Euro wurden bislang für das Baukindergeld zugesagt. Bei Mitteln für das energieeffiziente Sanieren gab es ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Der Schwerpunkt Energieeffizienz und Erneuerbare Energien erzielte mit dem Angebot für gewerbliche Kunden 7,4 Milliarden Euro (2017: 9,8 Milliarden Euro). Der Rückgang beruht auf der erwartet schwächeren Nachfrage im Bereich Erneuerbare Energien, die mit Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) einhergeht. Die Förderung der betrieblichen Energieeffizienz wurde mit dem Programm „Energieeffizienz und Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien in der Wirtschaft“ zum Ende 2018 attraktiver gestaltet, sodass 2019 mit Geschäftszuwächsen zu rechnen sei, so die KfW.
 
Das Segment Private Kunden erreicht ein Fördervolumen von 19,1 Milliarden Euro (2017: 21,1 Milliarden Euro). Den Löwenanteil hat daran der Förderschwerpunkt Energieeffizienz und Erneuerbare Energien mit dem Kreditprogramm „Energieeffizient Bauen und Sanieren“. Während der Programmteil Energieeffizient Bauen mit 7,7 Milliarden Euro deutlich unter dem Vorjahresniveau liegt, wurden vor allem die Programme zur energieeffizienten Sanierung von Bestandsimmobilien stärker nachgefragt.
 
Insgesamt 5,0 Milliarden Euro Fördervolumen  verzeichnet der Schwerpunkt Wohnen & Leben, zu dem auch das neu eingeführte Baukindergeld zählt. Seit September 2018 können Familien das Baukindergeld zur Wohneigentumsbildung und zur Altersvorsorge beantragen. Das Baukindergeld startete als eines der zentralen Anliegen der Bundesregierung in dieser Legislaturperiode. Bis zum Jahresende wurden über 56.000 Anträge mit einem Volumen von rund 1,2 Milliarden Euro zugesagt. Quelle: KfW / pgl

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Finanzierung
news-6275 Wed, 13 Feb 2019 08:05:00 +0100 E3/DC präsentiert neues Hauskraftwerk https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/e3dc-praesentiert-neues-hauskraftwerk-6275.html E3/DC stellt auf der Energy Storage Europe 2019 das neue Hauskraftwerk S10 E PRO in den Mittelpunkt. Damit entwickelt das Unternehmen seine Speichertechnologie in Richtung Sektorenkopplung weiter: Das Hauskraftwerk ebnet gemeinsam mit Wärmepumpe und Elektroauto den Weg zur solar-elektrischen Eigenversorgung Es handelt sich dabei um eine Systemlösung mit integriertem Solarwechselrichter und Energiemanagement. Bei einem Stromausfall baut das dreiphasige Gerät ein eigenes Netz auf: Es versorgt das Haus aus dem Speicher und – abhängig vom Wetter – auch aus der PV-Anlage weiter mit Energie. Weil das Hauskraftwerk nicht nur Elektrogeräte über das Hausnetz bedient, sondern auch Wärmepumpen und Wallboxen zum Laden des Elektroautos gezielt ansteuern kann, erlaubt es auch Sektorkoppelung.

Das Unternehmen hat dieses Produkt für Kunden entwickelt, die große Wärmepumpen und Elektroautos nicht nur direkt aus der PV-Anlage, sondern mit Blick auf optimale Autarkiewerte auch über den Stromspeicher bedienen wollen. Es kommen nach Angaben des Herstellers besonders leistungsfähige Akkus, die hohe Entladeleistungen unterstützen, und zwar ohne Zyklenbegrenzung während der zehnjährigen Garantiezeit. Das Hauskraftwerk S10 E PRO bietet eine Entladeleistung von bis zu 12 kW, die Basiskapazität beträgt 13 kWh. Die Kapazität ist nach Kundenwunsch auf 19,5 kWh und mit externen Batterieschränken schrittweise auf bis zu 39 kWh erweiterbar.

Für den Betrieb der Wärmepumpe aus der Batterie ist nach Berechnungen von E3/DC eine Entladeleistung von 6 bis 9 kW optimal, welche die neuen Hauskraftwerke der PRO-Serie konstant liefern können. Gerade in Übergangszeiten erhöht das bei elektrisch beheizten Häusern die Unabhängigkeit von externer Stromlieferung. Die Systemtechnik stellt zudem sicher, dass die Heizung auch bei einem Stromausfall weiter in Betrieb bleibt.

Die hohe Ladeleistung und die Kapazität des Speichers unterstützen aber auch die E-Mobilität wirksam: Wenn das Fahrzeug erst nach Sonnenuntergang zuhause eintrifft, lässt sich dessen Batterie aus dem Speicher noch mit „Kraftstoff“ für den nächsten Tag nachladen – je nach Speicherdimensionierung und Fahrzeugtyp für eine Fahrstrecke von 100 km und mehr.

Eine hohe Speicherkapazität sorgt für die nötigen Reserven, um die an sehr sonnigen Tagen verfügbare Energie bevorraten und in hohem Maße selbst nutzen zu können. Wärmepumpe und Elektroauto schaffen die gewünschte und in gewissem Maße auch steuerbare Nachfrage. Auf dieser Grundlage erreichen Kunden nach Angaben von E3/DC sehr hohe Autarkiewerte von 85 Prozent im Jahresdurchschnitt. Entsprechend muss nur ein kleiner Anteil des Energiebedarfs von rund 15 Prozent aus dem Netz bezogen werden.. Quelle: E3/DC / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6277 Tue, 12 Feb 2019 07:48:00 +0100 Smart Home: Plattformen machen Solisten platt https://www.enbausa.de/lueftung/aktuelles/artikel/smart-home-plattformen-machen-solisten-platt-6277.html Der Markt der Hausautomation ist gekennzeichnet von einer zunehmenden Kompatibilität der Systeme. Immer mehr Smart-Home-Hersteller öffnen sich für Produkte anderer Anbieter. Noch vor wenigen Jahren lag die Zahl der Smart-Home-Systeme relativ nah bei der der Anbieter. Zwar gab es herstellerübergreifende Standards wie KNX (leitungsgebunden), Zigbee oder EnOcean (Funk). Doch viele Hersteller kochten ihr eigenes Süppchen, schotteten ihr System ab und hofften darauf, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Selbst innerhalb eines Unternehmens kamen und kommen verschiedene Standards zum Einsatz. Zum Beispiel bei Bosch, wo die Home Connect App für Haushaltsgeräte erst allmählich mit dem Bosch Smart-Home-System zusammengeführt wird.

Doch der Markt hat sich grundlegend gewandelt, Plattformen sind nun angesagt. (Fast) Alle wollen mit allen kompatibel sein. Jüngstes Beispiel ist der Fall der Systemanbieter eQ-3 und innogy. Anfang Januar 2019 verkündeten sie eine "nahtlose Zusammenarbeit der Funksysteme" innogy Smart Home und Homeatic IP nach mehr als neun Jahren Kooperation. Was beide Seiten verschweigen: eQ-3 hat schon vor Jahren das innogy-System - das damals noch RWE Smarthome hieß - entworfen, dabei aber peinlich darauf geachtet, dass trotz aller Ähnlichkeit keine Kompatibilität entsteht. Das gleiche gilt auch für Qivicon, Basis des Magenta Smart-Home-Systems der Telekom. Auf diesen Sachverhalt macht der Digital- und Plattformexperte Stefan Fritz auf seiner Website aufmerksam.

Kompatibilität ist Voraussetzung für mehr Nutzerakzeptanz

Dass Systeme kompatibel sein müssen, um am Markt eine Chance zu haben und um das Thema Smart Home einem breiteren Verbraucherkreis schmackhaft zu machen, diese Erkenntnis hat sich bei den meisten Playern inzwischen durchgesetzt. Und auch die Politik hat Handlungsbedarf erkannt. So wurde 2017 mit Unterstützung durch das Bundeswirtschaftsministerium die Initiative "Smart Living" ins Leben gerufen, die unter anderem Anstöße für interoperable Systeme geben soll.

"Wichtig ist, dass sich die Anbieter nicht im Wettbewerb abschotten, sondern dass sie versuchen, vorwettbewerblich gemeinsam intelligente Lösungen zu erarbeiten", sagte Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen und Leiterin des Strategiekreises der Wirtschaftsinitiative Smart Living, Mitte Januar auf einem Symposium. Esser plädierte für die verstärkte Einbindung von Start-ups in die Entwicklungsarbeit und regte einen Sprachassistenten an, "der europäische Dialekte besser erkennen kann als Siri und Alexa".

Offene Plattformen wachsen schnell

Einmal für andere Hersteller geöffnet, wachsen Smart-Home-Plattformen rasch. So lassen sich etwa in Qivicon von Telekom neben eigenen Magenta-Smart-Home-Produkten inzwischen auch Haushaltsgeräte von Bosch und Siemens einbinden. Ebenso Rauchmelder von Nest, Rollladenantriebe von Schellenberg und die Produkte weiterer Hersteller.

Auch Somfy, eigentlich Hersteller von Antriebs- und Steuerungstechnik für Rolladen, Tore und Sonnenschutzsysteme, hat seine Politik geändert und setzt nun auf die "So Open mit Somfy"-Strategie. Zunächst öffneten die Rottenburger ihr System Tahoma für die Sprachsteuerung mit Amazon Alexa und dann mit Apple Home Kit. Mittlerweile lassen sich nach Angaben von Somfy bis zu 200 Produkte von rund 20 Herstellern mit der Tahoma-Steuerzentrale verknüpfen. Doch das Unternehmen hat schon die nächsten Schritte eingeleitet. So macht Somfy sein System jetzt auch interessierten Entwicklern über Programmierschnittstellen zugänglich. Und zusammen mit Anbietern wie Google und Samsung entwickelt Somfy übergreifende Smart-Home-Lösungen, die auf den Funkstandards Zigbee und Thread basieren.

Plattformen sind nicht an gleiche Übertragungsmedien gebunden. Ein gutes Beispiel hierfür ist das System von Digitalstrom, das Daten und Informationen über die Stromleitung überträgt. Über Gateways, die im Schaltschrank verbaut werden, lässt sich das Powerline-System mit KNX-Komponenten oder mit Funkanwendungen auf Zigbee- oder Enocean-Standard verknüpfen.

Auch wenn sich Smart-Home-Plattformen nach und nach erweitern, gibt es weiterhin Hersteller, die den Anspruch haben, Komplettanbieter zu sein. So hat der österreichische Hersteller Loxone sämtliche Komponenten für die Bereiche Energie, Sicherheit und Komfort im Programm. Selbst das Home Entertainment kann über einen eigenen Musikserver ins Smart-Home-System integriert werden. Gleichzeitig ermöglicht Loxone aber auch das Andocken von Komponenten anderer Hersteller und Standards in das System, zum Beispiel auf KNX- oder Enocean-Basis.

Roma setzt auf Smart Home System von Somfy

Einen anderen Ansatz verfolgt die Firma Roma, Hersteller von Rollläden, Jaousien und Screens. Statt das Rad neu zu erfinden, kooperiert das Unternehmen mit Systemhersteller Somfy. Dessen Basissystem Somfy Connexoon vertreibt der Rollladenspezialist unter dem Namen Roma Connexoon. Wer bereits ein anderes Smart-Home-System besitzt oder installieren möchte, kann Roma-Produkte über entsprechende Hard- oder Softwareschnittstellen trotzdem einbinden. Unterstützt werden KNX, Loxone, Elero, Digitalstrom und Somfy Tahoma.

Neben allen Plattformen gibt es auch weiterhin proprietäre Systeme wie zum Beispiel LCN von Issendorff oder den Home Pilot von Rademacher. Inwieweit sich diese Strategie wird halten können, scheint jedoch fraglich. Denn der neueste Trend im Smart-Home-Markt geht bereits über den Plattformgedanken hinaus. Unternehmen wie i-Haus oder Conrad Connect haben sich darauf spezialisiert, mit Hilfe von Meta-Apps verschiedene Systeme und Plattformen zusammenzuführen. von Joachim Hoffmann

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Lüftung & Klima
news-6274 Tue, 12 Feb 2019 06:23:00 +0100 Sustainability Challenge: DGNB sucht Innovationen https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/sustainability-challenge-dgnb-sucht-innovationen-6274.html Mit ihrer Sustainability Challenge will die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB Pioniere auszeichnen, die mit Themen der Nachhaltigkeit als Innovationsmotor der Bau- und Immobilienwirtschaft wirken. Ab sofort können sich etablierte Unternehmen mit ihren Produktinnovationen, Start-ups mit vielversprechenden Geschäftsmodellen sowie Wissenschaftler mit wegweisenden Forschungsprojekten bewerben. Bestehendes hinterfragen, Neues anstoßen und Veränderung bewirken: Das ist der DGNB zufolge, was echte Innovationen ausmacht. Dabei hätten Innovation viele Gesichter. Das gelte auch im Hinblick auf die Bau- und Immobilienwirtschaft und ihren Umgang mit den Themen der Nachhaltigkeit. Solchen Innovationen eine Plattform zu bieten und die besten von ihnen auszuzeichnen, sei der Anspruch der DGNB Sustainability Challenge. "Im Sinne eines Innovationsradars wollen wir ambitionierte Unternehmen und engagierte Menschen mit wirklich neuartigen Lösungen aufspüren", sagt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. "Wir wollen ihnen eine Sichtbarkeit im großen Expertennetzwerk der DGNB geben und ein wichtiges Signal an die Bau- und Immobilienwirtschaft senden: Dass Innovation, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit unmittelbar zusammengehören."

Drei Kategorien: "Innovation", "Start-up" und "Forschung"

Für die DGNB Sustainability Challenge 2019 können sich bis Mitte April Innovatoren in drei Kategorien bewerben. Die Kategorie "Innovation" richtet sich an Unternehmen mit einer Produkt- oder Serviceinnovation, die sich von den am Markt existierenden Lösungen abhebt und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz oder zur Circular Economy leistet. In der Kategorie "Start-up" werden junge Unternehmen gesucht, die 2014 oder später gegründet wurden, mit ihrem innovativen Geschäftsmodell neue Wege beschreiten und die Ideen der Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft vorantreiben. Mit der dritten Kategorie "Forschung" sucht die DGNB Wissenschaftler mit laufenden oder abgeschlossenen Forschungsprojekten, die mit ihren Forschungsergebnissen einen wichtigen Beitrag zur Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit leisten.

Bei der Bewerbung müssen die Teilnehmer herausstellen, was wirklich neu ist an ihrem Produkt, ihrem Geschäftsmodell bzw. ihrem Forschungsprojekt und welchen Beitrag zur Nachhaltigkeit, dem Klimaschutz oder der Circular Economy sie dabei leisten. Die Bewerbung ist über die Website der DGNB möglich. Die Teilnahme ist bis zum 15. April 2019 geöffnet. Den Rahmen für die Endauswahl bildet der erstmals ausgerichtete DGNB-Tag der Nachhaltigkeit. Dieser findet am 25. Juni 2019 im FORUM Haus der Architekten in Stuttgart statt.

Bei der Veranstaltung haben die neun Finalisten die Möglichkeit, ihre Innovation den zahlreichen Experten aus dem Bereich des nachhaltigen Bauens zu präsentieren – in Impulsvorträgen und mit einem eigenen Stand in einer Networking-Zone. Das Publikum bestimmt im Laufe der Veranstaltung pro Kategorie jeweils einen Gewinner. Die Preisträger erhalten neben einer umfangreichen PR-Berichterstattung je nach Kategorie und Thema ein Coaching durch passende Experten aus dem DGNB Netzwerk sowie eine Präsenz im Living Showroom der DGNB in Stuttgart. Quelle: DBGN / sth

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Finanzierung
news-6276 Mon, 11 Feb 2019 12:15:55 +0100 Wärmewende in Bestandsgebäuden bleibt aus https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/waermewende-in-bestandsgebaeuden-bleibt-aus-6276.html Auch im Jahr 2018 gab es keine Initialzündung für die Wärmewende. Das ist das zentrale Ergebnis der Jahresbilanz des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH). Zwar konnten die im BDH organisierten Hersteller mit 732.000 abgesetzten Wärmeerzeugern insgesamt ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielen. Dieses Plus resultiert jedoch ausschließlich aus dem nach wie vor dynamischen Neubaugeschäft. "Rund 600.000 Geräte gingen im letzten Jahr in die Bestandssanierung. Bei circa 12 Millionen veralteten Anlagen im Bestand ist die jetzige Modernisierungsquote zu gering. Hier muss die Politik endlich Anreize setzen, um das reichlich vorhandene private Kapital für den Klimaschutz zu mobilisieren", sagt BDH-Präsident Uwe Glock.

Erneut war die moderne Gas-Brennwerttechnik mit 492.500 abgesetzten Geräten und einem Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr die am meisten nachgefragte Technologie. Wie bereits im Vorjahr landeten Wärmepumpen auf Platz zwei der Absatzstatistik mit 84.000 verkauften Geräten und einem Plus von 8 Prozent. Danach folgt die Öl-Brennwerttechnik mit 58.500 Geräten und leicht rückläufiger Tendenz mit einem Minus von 3 Prozent. Nicht zufriedenstellend verlief die Entwicklung bei Systemen auf Basis von Biomasse mit 24.000 verkauften Geräten und einem Minus von 9 Prozent.

Neben den Marktzahlen veröffentlichte der BDH auch die Ergebnisse seiner jährlichen Multimomentaufnahme. Insgesamt erwirtschafteten die 104 im BDH organisierten Unternehmen mit rund 75.500 Beschäftigten einen weltweiten Umsatz von 15,1 Milliarden Euro. 680 Millionen Euro investierten die Hersteller in Forschung und Entwicklung, abermals ein Beleg für die hohe Innovationskraft der Heizungsindustrie. "Die Entwicklung hat vor allem im Bereich der Digitalisierung stattgefunden. Digitalisierte und vernetzte Heiztechnik wird eins der bestimmenden Themen der ISH 2019 werden", sagt BDH-Hauptgeschäftsführer Andreas Lücke. Quelle: BDH / sth

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Heizung & Warmwasser
news-6273 Mon, 11 Feb 2019 06:14:00 +0100 BMWi fördert Prozesswärme aus Holz https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bmwi-foerdert-prozesswaerme-aus-holz-6273.html Holzkessel, die mindestens 50 Prozent Prozesswärme erzeugen, werden seit Januar im Rahmen des neuen Programms "Energieeffizienz und Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien in der Wirtschaft – Zuschuss und Kredit" gefördert. Unternehmen haben die Wahl zwischen einer Kreditförderung (KfW-Programm 295) oder einem Zuschuss in gleicher Höhe über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). "Von der Beheizung von Trockenkammern im Sägewerk über Wäschereien, Gärtnereien bis hin zur Lebensmittelproduktion gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das neue Förderprogramm zu nutzen", sagt DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele. Er begrüsst, dass das BMWi hat die Förderung deutlich verbessert hat. Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) werden nun mit Investitions- oder Tilgungszuschüssen in Höhe von 55 Prozent der förderfähigen Investitionskosten gefördert. Bei größeren Unternehmen sind es 45 Prozent. Beim Ersatz eines konventionellen oder der Ergänzung eines bestehenden Wärmeerzeugers, bei Solaranlagen und bei sogenannten De-minimis-Beihilfen (bis zu 200.000 EUR innerhalb von drei Jahren) sind die gesamten Investitionskosten förderfähig.

Bei allen anderen Vorhaben werden nur die Investitionsmehrkosten gefördert – das betrifft vor allem große Investitionen in völlig neu errichtete Prozesswärmeanlagen. Die Förderung beträgt maximal 10 Millionen Euro pro Vorhaben. Sie darf für die gleiche Maßnahme nicht mit anderen Förderungen – auch nicht mit Beihilfen nach KWKG und EEG – kumuliert werden.

Förderfähig sind sämtliche Holzkessel, die auch im Makrtanreizprogramm gefördert werden können. Bei Holzkesseln bis 100 kW muss die Möglichkeit der Nutzung des Brennwertes überprüft und vom durchführenden Unternehmen bestätigt werden. Holzkessel ab 100 kW müssen mit einem Abgaswärmetauscher ausgestattet werden.

Zu den förderfähigen Kosten gehören neben dem Wärmeerzeuger zugehörige Brennstofflager und Wärmespeicher und die für die Einbindung in den vorhandenen Prozess und zur Ertragsüberwachung und Fehlererkennung installierten Mess- und Datenerfassungseinrichtungen. Förderfähige Nebenkosten sind Machbarkeitsabschätzungen, Planungskosten, Installationskosten und notwendige Baumaßnahmen zur Aufstellung bzw. Einrichtung der Anlage. Nebenkosten sind nur bis zu einem Anteil von max. 30 Prozent an den gesamten Investitionskosten förderfähig.

Zu beachten ist, dass – anders als bei der MAP-Förderung – mit dem Vorhaben erst nach erfolgter Zusage (Zuwendungsbescheid) durch die KfW oder das BAFA begonnen werden darf. Von dieser Regelung kann in begründeten Fällen auf Antrag abgewichen werden. Beginn des Vorhabens ist der Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrags. Beratungs- und Planungsleistungen gelten nicht als Vorhabensbeginn. Quelle: Depi / sth

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Finanzierung
news-6272 Sun, 10 Feb 2019 06:52:00 +0100 Forscher untersuchen Wiederverwertung von Kunststoffen https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/forscher-untersuchen-wiederverwertung-von-kunststoffen-6272.html Ob Acryllack, Fensterrahmen oder Wärmedämmverbundsystem – Kunststoffe sind im Bau nahezu allgegenwärtig. Im Pilotvorhaben KUBA erforschen jetzt mehrere Institute, wie diese Kunststoffe in Kreisläufen genutzt und daraus Rohstoffe für neue Produkte wiedergewonnen werden können. Für einzelne Produkte bestehen am Lebensende bereits Rücknahme- und Recyclingsysteme. Das werkstoffliche Recycling, das heißt die mechanische Verwertung und Aufbereitung von Kunststoffabfällen, bei der die chemische Struktur des Kunststoffes erhalten bleibt, stößt jedoch häufig an technische oder ökonomische Grenzen. Daher könnte sich eine rohstoffliche Verwertung der kunststoffreichen Abfallströme aus dem Baubereich anbieten. Dabei werden die Kunststoffe in chemische Grundstoffe zerlegt. Dies kann zum Beispiel durch das sogenannte Pyrolyse-Verfahren geschehen, bei dem unter Ausschluss von Sauerstoff durch hohe Temperaturen die Moleküle im Kunststoff gespalten werden und die so zurück gewonnenen Rohstoffe anschließend zu neuen Produkten verarbeitet werden können.

Ziel des Pilotvorhabens "KUBA - Nachhaltige Kunststoffwertschöpfungskette: Pilotfall Kunststoffe in Bauwirtschaft und Gebäuden" ist es, ein Konzept für die nachhaltige Kreislaufführung von Kunststoffabfällen aus dem Baubereich zu entwickeln. Das Pilotvorhaben mit einer Laufzeit von 18 Monaten startete im Dezember 2018 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Es wird von der Dechema Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. koordiniert. Verbundpartner sind die Fachhochschule Münster - Institut für Infrastruktur, Wasser, Ressourcen und Umwelt, das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) - Institut für Technische Chemie, die RWTH Aachen - Institut für Aufbereitung und Recycling und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.

Darüber hinaus sind 11 Vertreter der Industrie und relevanter Verbände als assoziierte Partner am Pilotvorhaben beteiligt: Arbeitsgemeinschaft PVC und UMWELT e.V., BASF SE, BKV GmbH, Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Covestro Deutschland AG, Deutsche Bauchemie e.V., INEOS Styrolution Group GmbH, PlasticsEurope Deutschland e.V., Sto SE & Co. KGaA, Tönsmeier Wertstoffe GmbH & Co. KG und Verband der Chemischen Industrie e.V.. Quelle: Dechema / sth

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Dämmung & Fenster
news-6266 Fri, 08 Feb 2019 07:43:00 +0100 Viele Heizkessel müssen nach 30 Jahren raus https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/viele-heizkessel-muessen-nach-30-jahren-raus-6266.html Hausbesitzer mit konventionellen Wärmeerzeugern, deren Baujahr vor 1996 liegt, benötigen 2019 ein Energielabel. Das erstellt der Schornsteinfeger. Kessel aus den Jahren vor 1989 müssen in vielen Fällen ausgetauscht werden. 2019 etikettieren die Schornsteinfeger nur Wärmeerzeuger, deren Baujahr vor 1996 liegt. Die zuständigen Schornsteinfeger sind dazu angehalten, an alten Anlagen ein entsprechendes Etikett im Rahmen der regelmäßigen Kontrolle anzubringen. Danach werden jedes Jahr weitere Jahrgänge einbezogen: 2020 folgen die Baujahre 1996 bis 1997 und 2021 die Baujahre 1998 bis 2001. Ab 2024 werden die Geräte gekennzeichnet, die älter als 15 Jahre sind. Neue Heizungen brauchen mit dem EU-Energielabel seit September 2015 eine vergleichbare Kennzeichnung auf europäischer Ebene.

Angaben zu den Heizkosten macht das Label nicht, nur zur Effizienz des Gerätetyps. „Da die zu etikettierenden Anlagen 23 Jahre und älter und damit auch ausfallgefährdeter sind, sollten die Eigentümer unbedingt prüfen lassen, ob sich ein Tausch lohnt“, sagt Frank Hettler vom baden-württemberger Beratungsprogramm Zukunft Altbau. Eine Erneuerung ist bereits ab einem Alter von 20 Jahren in vielen Fällen wirtschaftlich. Vor allem wenn der Heizkessel zur Effizienzklasse C oder D gehört, ist er technisch veraltet und verbraucht zu viel Energie.

Ein Heizkessel muss nach 30 Jahren Betrieb in der Regel ersetzt werden. So sieht es die Energieeinsparverordnung EnEV vor. Viele Hauseigentümer mit einer vor dem Jahr 1989 eingebauten Heizungsanlage müssen den Heizkessel daher 2019 erneuern lassen. Die Zahlen sind beträchtlich: Für mehr als eine Million alte Öl- und Gasheizungen deutschlandweit gilt im Jahr 2019 die Austauschpflicht. Hauseigentümer können auf dem Typenschild, im Schornsteinfegerprotokoll oder in den Bauunterlagen prüfen, ob ihre Heizung eine Ü30-Heizung ist und somit die gesetzliche Frist überschreitet.

Die bundesweit rund 21 Millionen Heizkessel in Deutschland sind zu alt und ineffizient: Im Durchschnitt haben sie knapp 17 Jahre auf dem Buckel. Die Zahlen stammen aus einer Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft von Mitte 2015. Seitdem hat sich nichts Wesentliches geändert. Rund 17 Prozent der Kessel, etwa 3,5 Millionen, sind momentan älter als 25 Jahre. Der Anteil der über 30 Jahre alten Heizkessel ist nicht ausgewiesen, Schätzungen von Fachleuten zufolge sind es aber deutlich mehr als eine Million.

Nicht für alle alten Heizungsanlagen ist nach 30 Jahren Betrieb Schluss: Niedertemperatur- und Brennwertkessel dürfen weiter betrieben werden. Konstanttemperaturkessel mit einer Nennleistung von vier bis 400 Kilowatt fallen dagegen unter die Austauschpflicht. Wer länger in seinem Haus wohnt, den betrifft die Pflicht nicht, egal, welche Heizung er nutzt: Wohngebäude mit weniger als drei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine Wohnung zum Stichtag 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat, fallen unter die Ausnahme. Bei einem Eigentümerwechsel nach dem 1. Februar 2002 beträgt die Frist zur Erfüllung für den neuen Eigentümer zwei Jahre. Die Einhaltung dieser Frist überprüfen Schornsteinfeger.

Hauseigentümer haben mehrere Möglichkeiten, das Baujahr des Wärmeerzeugers zu ermitteln. Zuerst sollten sie auf dem Typenschild nachschauen, rät Hermann Dannecker vom Deutschen Energieberaternetzwerk (DEN). „Das Schild ist direkt auf dem Heizungskessel montiert oder aufgedruckt und verrät den Hersteller, die Leistung und das Baujahr“, so Dannecker. Das Typenschild ist aber nicht immer leicht zu finden, da der Kessel oft gedämmt ist, um Wärmeverluste zu vermeiden. Unter der Abdeckung befinden sich die entsprechenden Informationen beispielsweise auf einem Metallschild.

Weitere Optionen zur Altersbestimmung sind Protokolle des Schornsteinfegers, die  Rechnung der Anlage oder Datenblätter, erklärt Dannecker. Ist überhaupt keine Information mehr vorhanden, helfen Fachleute weiter. Bei der Schornsteinfegerkontrolle oder der Heizungswartung können Eigentümer klären lassen, ob ihre Heizung in den Ruhestand geschickt werden sollte. Ein Tausch lohnt sich meistens nicht erst nach 30 Jahren. Fachleute empfehlen, bereits nach 20 Jahren eine Prüfung des Zustandes vorzunehmen.

Wer die alte Heizung ersetzt, sollte am besten auf erneuerbare Energien umsteigen, rät Frank Hettler von Zukunft Altbau. Eine Ökoheizung schützt das Klima, da sie im Vergleich zu einer Öl- oder Erdgasheizung die Kohlendioxid-Emissionen drastisch senkt. Eine neue Heizung mit fossilen Energien dagegen würde zwischen 15 und 25 Jahren Dienst tun, also bis rund 2040 deutlich mehr vom schädlichen Klimagas ausstoßen – keine guten Aussichten für die kommenden Generationen. Ökoheizungen erhöhen darüber hinaus die Unabhängigkeit von den endlichen fossilen Energien und ihren Preisschwankungen. Die Kosten über die Lebensdauer sind häufig vergleichbar mit denen von Öl- und Erdgasheizungen, auch von einer möglichen CO2-Steuer sind regenerative Heizungen nicht betroffen. Erneuerbare Energien sind  auch deswegen nützlich, da das Geld nicht in die Öl- und Erdgas exportierende Staaten abfließt, sondern mehrheitlich im Land verbleibt.

Eine erneuerbare Heizungsoption sind Wärmepumpen:  Sie holen sich Wärme aus der direkten Umgebung und „pumpen“ diese kostenfreie Umweltwärme für Heizung und Warmwasser mit Strom auf ein höheres Temperaturniveau – die Technologie funktioniert wie ein umgekehrter Kühlschrank. Wärmepumpen lohnen sich auch wirtschaftlich, wenn die Häuser gut gedämmt sind und eine Niedertemperaturheizung eingebaut ist. Stückholz- oder Pelletkessel sind weitere Optionen. Die Zentralheizungen passen in jeden Heizungskeller, sind einfach zu bedienen und funktionieren weitgehend automatisch. Ein Pelletlager benötigt in etwa so viel Raum wie ein Öltank. Anschaffungs- und Betriebskosten sind in der Summe ähnlich hoch wie bei Heizungen mit fossilen Energieträgern.

Auch thermische Solaranlagen können sich lohnen. Anlagen zur Warmwasserbereitung erzeugen im Jahresdurchschnitt rund zwei Drittel der benötigten Wärme. Die Heizung kann dann im Sommer ganz abgeschaltet werden. Wer die Anlage auch zur Unterstützung der Heizung verwendet, spart weitere Brennstoffkosten. Eine heizungsunterstützende Solarwärmeanlage ist besonders dann sinnvoll, wenn das Heizsystem sowieso einen Pufferspeicher benötigt – etwa bei Holzheizungen.

Empfehlenswert ist aus Sicht von Zukunft Altbau auch der Anschluss an ein Wärmenetz. Liegt in der Straße ein Wärmenetz oder wird ein Wärmenetz geplant, ist der Anschluss meist eine sehr sinnvolle Option. Die Wärme stammt insbesondere bei neuen Wärmenetzen aus effizienten Blockheizkraftwerken und erneuerbaren Wärmequellen. Zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit wird der Wärmepreis des Wärmeversorgers mit den Anschaffungs-, Betriebs- und Wartungskosten der eigenen Heizungsanlage verglichen. Diese sogenannte Vollkostenrechnung ist wichtig, da ein reiner Vergleich der Energiekosten zu falschen Ergebnissen führt.

Ein finanziell geförderter Sanierungsfahrplan oder eine vor-Ort-Beratung durch einen qualifizierten Gebäudeenergieberater aus der Region zeigt, welche Heiztechnologie sich für welches Haus eignet, was zu tun ist und welche Förderprogramme Unterstützung bieten. Quelle: Zukunft Altbau / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6264 Thu, 07 Feb 2019 07:28:00 +0100 Brandschutz: Besitzer gegen Rückbau von Dämmung https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/brandschutz-besitzer-gegen-rueckbau-von-daemmung-6264.html An fünf Nürnberger Hochhäusern hat die Hausverwaltung die Dämmung demontiert. Nun wehren sich die Besitzer der Wohnungen. Es gebe keine Brandgefahr, so ein Gutachten, dass sie in Auftrag gegeben haben. Die Hausverwaltung liegt bei der Vonovia Treuhand Immobilien. Die hatte auch die Demontage der Dämmung veranlasst.  Die Gebäude waren mit zementgebundenen Holzfaserplatten mit Styroporkern gedämmt. Das sei aufgrund einer möglichen Brandgefahr eine "Gefahr für Leben und Gesundheit", so die Stadt Nürnberg. Sie hatte den Rückbau verlangt.

Die Besitzer wehren sich und bemängeln, dass sie von der Hausverwaltung nicht in die Entscheidungen eingebunden wurden. Sie haben mittlerweile ein eigenes Gutachten erstellen lassen, das besagt, dass die Fassade gar nicht hätte nicht abgerissen werden müssen. Sachverständige, Bauordnungsbehörde, Feuerwehr und Stadt Nürnberg seien sich nach einem Bericht des Bayrischen Rundfunks einig gewesen über die Notwendigkeit, die Dämmung zu entfernen.

Unklar ist noch, ob bei den knapp 400 Wohnungen bereits beim Bau im Jahr 1964 gegen geltendes Recht verstoßen wurde. Davon geht Daniel Ulrich, Planungs- und Baureferent der Stadt Nürnberg, aus. Das müssten aber Gerichte klären.

Wer für den Rückbau bezahlt ist derzeit noch offen. 46 Wohnungen gehören der Vonovia, die anderen sind zum größeren Teil in Privatbesitz. Auf die Besitzer sollen für Abriss und neue Dämmung Kosten von bis zu 50.000 Euro pro Wohnung zukommen. pgl

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Dämmung & Fenster
news-6265 Wed, 06 Feb 2019 07:35:00 +0100 Merkblatt hilft bei Beratung zu Dämmung https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/merkblatt-hilft-bei-beratung-zu-daemmung-6265.html Den Vorteilen von Gebäudedämmung stehen hartnäckige Vorbehalte gegenüber: So sollen Dämmmaterialien unter anderem die Wandatmung behindern, umweltschädlich sein und die Brandgefahr erhöhen. Ein neues Merkblatt von Zukunft Altbau leistet Aufklärung. Gut gedämmte Außenwände geben fünf bis fünfzehn Mal weniger Wärme ab als ungedämmte. Der U-Wert, das Maß für den Wärmedurchgang dieser Wände, liegt bei 0,1 bis 0,2 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Bis zu 80 Prozent ihres Heizenergiebedarfs können Gebäudeeigentümer einsparen, wenn sie neben der Fassade auch den Keller und das Dach dämmen sowie die Fenster erneuern. Zudem hilft eine Dämmung auch im Sommer: Sie sorgt dafür, dass die Hitze erst zeitverzögert im Gebäude ankommt und die Wohnräume länger kühl bleiben – dieser Aspekt gewinnt an Bedeutung, da Meteorologen künftig mit mehr Hitze im Sommer rechnen.

Ein guter Wärmeschutz verringert in der Regel die Entstehung von Schimmel. "Die meisten Schimmelfälle gibt es in schlecht gedämmten Altbauten", sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. Trotzdem stehen Dämmungen immer wieder unter dem Verdacht, Schimmelbildung zu begünstigen. Das neue Merkblatt klärt den Irrtum auf: Gedämmte Wände kühlen weniger schnell aus als ungedämmte und verringern dadurch die Bildung von Feuchtigkeit und Schimmel an der Innenseite der Außenwand.

Gegen Schimmel helfen auch "atmende Wandaufbauten" nicht, denn: Keine Wand – ob gedämmt oder nicht – kann "atmen". Maximal zwei Prozent der Feuchte in Innenräumen können in Form von Wasserdampfmolekülen durch die Wände nach außen wandern. Für frische und gesunde Luft in der Wohnung hilft allein gezieltes und bedarfsgerechtes Lüften.

Das Merkblatt von Zukunft Altbau thematisiert auch andere Vorbehalte gegenüber Dämmmaterialien. Häufig werden diese als leicht entflammbar und gefährlich dargestellt. Fälschlicherweise, wie das Merkblatt erklärt: Kein zugelassener Dämmstoff führt zu erhöhter Brandgefahr. Viele werden sogar als „schwer entflammbar“ oder „nicht brennbar“ eingestuft. Bei Unsicherheiten bezüglich der Entflammbarkeit und des richtigen Materials für eine Dämmung geben qualifizierte Gebäudeenergieberater Auskunft.

Manche Hauseigentümer vermuten auch, dass Dämmmaterialien der Umwelt und Gesundheit schaden. Zusatzstoffe, Fasern und Stäube stellen aber kein Gesundheitsrisiko für die Hausbewohner dar: Sie sind fest in die Dämmmaterialien eingebunden und mit Gipsplatten oder anderen Materialien von den Wohnräumen getrennt, so dass sie nicht an die Raumluft abgegeben werden können. An der Fassade sind Dämmplatten zudem meist außen angebracht. Alle Dämmstoffe lassen sich außerdem zurückbauen und verwerten; kein Dämmstoff gilt als Sondermüll. Negative Umweltauswirkungen müssen daher nicht befürchtet werden. Der Energieaufwand zur Herstellung amortisiert sich durch die eingesparte Energie darüber hinaus spätestens nach zwei Jahren, meist sind es nur wenige Monate.

Welche Dämmung die richtige ist, lässt sich am besten mithilfe eines Gebäudeenergieberaters oder Fachunternehmers entscheiden. Auch hier gilt: Die Angst vor unwirtschaftlichen Investitionen ist bei einer professionell durchgeführten Wärmedämmung unbegründet. Wird alles gut gemacht, sparen Eigentümer unterm Strich mehr ein, als sie an Mehrkosten für die energetische Sanierung aufwenden müssen. Dies gilt vor allem, wenn eine Dämmung dann angebracht wird, wenn sowieso eine Sanierung ansteht. Zudem fördern Bund, Länder und Kommunen Sanierungen finanziell. Quelle: Zukunft Altbau / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6263 Tue, 05 Feb 2019 06:44:00 +0100 Zwickau sucht den Königsweg zur Energiewende https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/zwickau-sucht-den-koenigsweg-zur-energiewende-6263.html Wie kann man Bestandsquartiere am besten auf klimaneutrale Energieversorgung umstellen? Diese Frage soll das Vorhaben "Zwickauer Energiewende Demonstrieren – ZED" beantworten. In benachbarten Blocks wollen 13 Projektpartner in den kommenden Jahren zentrale und dezentrale Systeme der Wärmeversorgung vergleichen. Zu einer Anhöhe im Westen Zwickaus hin verteilen sich die Mehrfamilien-Häuser im Stadtteil Marienthal. Die typischen 60er-Jahre-Blocks, meist viergeschossig mit Schrägdach und kleinen Grünflächen dazwischen, rücken in den kommenden Jahren in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Geht es nach der Stadt Zwickau, der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) sowie den weiteren Partnern aus Forschung und Wirtschaft, soll hier ab 2021 ein 22-Millionen-Euro Vorhaben umgesetzt werden, das aufzeigt, wie die Energiewende bei der Wärmeversorgung gelingen kann.

Nach Angaben des Projektkoordinators bei der Stadtverwaltung, Sven Leonhardt, ist man bestrebt, mehr als 100 Wohneinheiten regenerativ und zumindest nahezu CO2-neutral zu versorgen. Insgesamt gibt es in Marienthal etwa 3000 Wohneinheiten, in denen rund 8000 Menschen leben. Welche Quartiere ins Projekt kommen, wägen die Beteiligten derzeit ab. Zu ihnen gehört auch die Gebäude- und Grundstücksgesellschaft Zwickau (GGZ) als Eigentümerin. Die Stadt als Konsortialführer erhofft sich eine Vorbildrolle für den nachhaltigen Umbau von Städten und Quartieren in Ostdeutschland.

Forschungsvorhaben vergleicht verschiedene Wärmeerzeuger

Um Teile Marienthals zum Nullemissionsquartier zu machen, steht weniger die Strom- als die Wärmeversorgung der Gebäude im Mittelpunkt, erklärt der Projektleiter Tobias Teich, Professor für Vernetzte Systeme in der Betriebswirtschaft an der WHZ. Geplant sei, drei Quartiere miteinander zu vergleichen, die jeweils mehrere Wohnblocks enthalten. Da diese bereits gedämmt wurden, ist dieser Aspekt nicht Teil des Vorhabens. Im ersten Areal soll alles so bleiben, wie es ist. Es dient als Vergleichsquartier. Im zweiten Gebiet sollen dezentrale Wärmepumpen die Häuser beheizen. Im dritten wird voraussichtlich ein großes Solarthermiefeld über eine Heizzentrale die Wohnungen versorgen. Die Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie für Wirtschaft fördern ZED mit mehr als 16 Millionen Euro. Damit ist es eines der größten Forschungsvorhaben in der Region.

Schon frühere Projekte in Marienthal hätten gezeigt, dass man mit dem dezentralen Ansatz mehr als 30 Prozent Primärenergie einsparen könne, berichtet Teich. Vor vier Jahren habe man dort vier Gebäude umgestellt, in denen zuvor zwei 360kW-Gaskessel Wärme erzeugten. Heute arbeiten dort drei 40kW-Wärmepumpen sowie ein Spitzenlast-Erzeuger mit 300kW, alle weiterhin auf Gasbasis. Aber der Gasverbrauch sei um ein Drittel zurückgegangen, so Teich. Als Hauptgründe dafür nennt er, dass jede der Wärmepumpen die anderen Gebäude mitversorgen könne, dass man alle Wohnungen mit intelligenter Heizungssteuerung ausstattete und dass die Vorlauftemperatur im gesamten System deutlich gesenkt wurde: "Bei der Heizkörpertemperatur hatten wir vorher einen Median von mehr als 50 Grad. Jetzt haben wir gerade mal noch einen Median von 30 Grad – ohne Komfortverlust. Das erreicht man nur, wenn die Solltemperaturen in den Gebäuden gleich bleiben. Das harte Absenken und wieder Aufheizen funktioniert nicht mehr."

Forscher nehmen auch das Nutzerverhalten unter die Lupe

Weil sich das Nutzerverhalten so deutlich auswirkt, ist auch dies Teil von ZED, an dem auch die Technische Universität Chemnitz und die Ludwig-Maximilians-Universität München mitwirken. Die Wissenschaftler wollen Strukturen, Dienstleistungen und Rahmenbedingungen rund um die Wärmeversorgung betrachten: Wie wirken sich die Veränderungen auf die Bürger aus? Was sind deren Bedenken? Wie gestaltet man die Energiewende sozial verträglich? Bei dem Vorläuferprojekt hätten sich die Mieter daran gewöhnt, die Regler an den Heizkörpern auch dann nicht mehr herunter zu drehen, wenn sie eine Woche in Urlaub fahren, so Teich. "Es geht darum, durch intelligente Steuerung in den Wohnungen eine andere Wärmeversorgung zu gewährleisten."

Deshalb sei es auch so wichtig, dass mit der Brunata-Metrona das Unternehmen Teil von ZED sei, das in den Gebäuden die Verbrauchsdaten erfasst und abrechnet. An den Zählern lässt sich schließlich klar ablesen, wie viel weniger Energie man verbraucht, nachdem das System umgestellt wurde. Das erleichtere die Argumentation gegenüber den Bewohnern. In das Projekt bringt das Unternehmen zudem die intelligente IT-Infrastruktur ein.

Bis die Bewohner allerdings profitieren könnten, wird es noch dauern. Im Moment erstellen die ZED-Partner ihre Konzepte und wägen ab, welche Technologien sie einsetzen wollen. Vorgesehen ist aber nach Angaben der Stadt, neben der Solar- und Geothermie auch den den Anteil Photovoltaik zu steigern und Speichertechniken zu erproben. Zudem sollen Ladestationen für Elektrofahrzeuge entstehen. Zur Halbzeit des Fünf-Jahres-Projekts im Februar 2021 ist laut Teich aber ein Abbruch-Meilenstein vorgesehen. Dann muss insbesondere die GGZ entscheiden, ob es für sie wirtschaftlich ist, die Wärmeversorgung umzustellen. Beantworten die Entscheider dieser Frage mit ja, wird erst dann der eigentliche Umbau beginnen. von Daniel Völpel

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Heizung & Warmwasser
news-6262 Tue, 05 Feb 2019 06:36:00 +0100 Monitoring-Portal Suntrol wird weitergeführt https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/monitoring-portal-suntrol-wird-weitergefuehrt-6262.html Das PV-Monitoring-Portal Suntrol von Solarworld, mit dem viele Betreiber von Photovoltaikanlagen die Leistung ihrer Anlagen überwachen, wird vom PV-Monitoring-Anbieter Solytic übernommen. Damit steht die Monitoring-Lösung den weltweit 27.500 registrierten Nutzern auch weiterhin kostenfrei zur Verfügung. Solytic gewährleistet damit in einem ersten Schritt ab dem 8. März den Service des Portals. Der Berliner PV-Monitoring-Anbieter, an dem der Energieversorger Vattenfall beteiligt ist, will Suntrol zudem künftig mit eigenen Funktionen und zusätzlichen Leistungen weiterentwickeln.

Nach der zweiten Insolvenz von Solarworld lief Suntrol bereits seit Dezember 2017 zur Sicherung aller Daten auf den Servern von Solytic. Aktuell bildet das Portal für über 23.000 Solaranlagen, mit einer Gesamtkapazität von knapp 330 Megawatt, alle wichtigen Leistungs- und Ertragsdaten ab. Neben allgemeinen Informationen zur Ertragshistorie zeigt es den Kunden an, wie viel CO2 sie dank ihrer Photovoltaikanlage einsparen und informiert sie über ihren Eigenverbrauch. Solytic war vor über einem Jahr mit der Solarworld in ein gemeinsames Projekt gestartet. Ziel war es, das Portal auf einen aktuellen technologischen Stand zu bringen und neue Funktionen für die Kunden zu entwickeln. Die Insolvenz von Solarworld hatte das Projekt gestoppt. Durch die Übernahme wird Solytic den alten Plan wieder aufnehmen.

"Wir freuen uns sehr, dass Solytic nun unsere gemeinsamen Pläne für eine kundenorientierte Zukunft des Portals umsetzen wird und das kostenfreie Kundenportal somit erhalten bleibt", erklärt Markus Hund, Director Product & Quality bei Solarworld. Solytic ist nach eigenen Angaben dank fortschrittlicher Analyse- und Automatisierungsfunktionen derzeit führend in der Entwicklung intelligenter Monitoringsysteme für Solaranlagen. "Unsere Kunden profitieren von einer automatisierten Wartung und einer intelligenten Fehleranalyse, wodurch sie die Wartung ihrer Anlage bedeutend optimieren", sagt Solytic-Geschäftsführer Johannes Burgard. Quelle: Solytic / sth

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Solarenergie
news-6261 Mon, 04 Feb 2019 11:13:16 +0100 Hochschule Karlsruhe zertifiziert BIM-Professionals https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/hochschule-karlsruhe-zertifiziert-bim-professionals-6261.html Zum dritten Mal in Folge sind an der Hochschule Karlsruhe "BIM Professionals" ausgebildet worden. Das Zertifikatsstudium Building Information Modeling (BIM) umfasst zehn Tage und startet zwei Mal jährlich im März und im Oktober. Jetzt erhielten 16 Teilnehmer das Zertifikat der Hochschule mit zehn Credit Points (CP) nach dem European Credit Transfer System (ECTS). "Das Studium mit den Schwerpunkten setzt in dieser Form in Deutschland neue Maßstäbe", erklärt Klaus Teizer von der Vollack Gruppe GmbH & Co. KG, die das Weiterbildungsangebot zusammen mit dem Institut für Wissenschaftliche Weiterbildung (IWW), der Fakultät für Architektur und Bauwesen der Hochschule Karlsruhe und dem BIM-Lösungsanbieter Allplan ins Leben gerufen hat. Es vereine theoretische Basiskenntnisse der BIM-Methodik mit direkter praktischer Umsetzung in Form der Modellierung eines Bauprojekts innerhalb einer Weiterbildung.

Bewerben können sich Fachkräfte mit Berufserfahrung aus den Bereichen Bau, Architektur und Facility Management mit einem ersten akademischen Abschluss. Das Zertifikatsstudium ist von der Architektenkammer Baden-Württemberg im Umfang von 120 Stunden, beziehungsweise 16 Stunden für Architekten und Stadtplaner im Praktikum, als Fortbildungsveranstaltung aller Fachrichtungen anerkannt. Ein modern ausgestatteter Poolraum ermöglicht das Arbeiten mit aktueller Planungssoftware.

2019 wird mit einem weiteren Kooperationspartner ein neuer alternativ wählbarer Schwerpunkt zum Thema Infrastrukturbau/Tiefbau ins Studium eingebracht. Die neuen Module können den Kooperationspartnern zufolge voraussichtlich schon ab dem Sommersemester im März 2019 angeboten werden. Informationen gibt es unter https://www.hs-karlsruhe.de/weiterbildung/bim/. Quelle: Hochschule Karlsruhe / sth

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Finanzierung
news-6258 Fri, 01 Feb 2019 07:43:00 +0100 2018 gab es ein Umsatzplus bei Wärmepumpen https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/2018-gab-es-ein-umsatzplus-bei-waermepumpen-6258.html Mit einer Steigerung von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Absatz von insgesamt 84.000 Heizungswärmepumpen gab es 2018 einen deutlichen Zuwachs. Das Potenzial sei allerdings erheblich größer, so der Bundesverband Wärmepumpe (BWP). Den größten Zuwachs verzeichnen die Luftwärmepumpen: 2018 wurden in diesem Segment insgesamt 60.500 Geräte abgesetzt, das entspricht einer Steigerung von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Splitgeräte konnten hierbei mit einem Plus von 15 Prozent (27.500 verkaufte Geräte) besonders zulegen. Bei den Monoblockgeräten fiel das Wachstum mit 6 Prozent geringer aus.

Erdgekoppelte Systeme (inklusive Grundwasser-Wärmepumpen) legten mit 23.500 Geräten gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent zu. Die Marktanteile zwischen erdgekoppelten Wärmepumpen und Luftwärmepumpen haben sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert: So machten Luftwärmepumpen mit rund 72 Prozent den Großteil des Wärmepumpen-Absatzes aus (Vorjahr: 71 Prozent). Erdwärmepumpen und sonstige liegen bei 28 Prozent (2017: 29 Prozent).

Anhand der gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie erhobenen Zahlen ist ersichtlich, dass auch der Absatz von Warmwasserwärmepumpen verglichen mit dem Vorjahr um 11 Prozent angestiegen ist: es wurden 15.000 Geräte verkauft. Im Jahr 2018 wurden somit insgesamt 99.000 Wärmepumpen auf dem deutschen Markt abgesetzt. Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einer Fortsetzung des Wachstumstrends.

Stabilisierung für 2019 erwartet

Das Potenzial – insbesondere im Gebäudebestand – ist allerdings noch lange nicht ausgeschöpft. Heizkessel, die über 30 Jahre alt sind, müssen laut EnEV in der Regel ausgetauscht werden. Das wären allein in diesem Jahr etwa eine Million Geräte. "Der Trend geht aber nach wie vor zum Austausch des alten Ölkessels durch eine moderne Gas- oder Öl-Brennwertheizung. Das liegt insbesondere daran, dass es durch den hohen Strompreis nach wie vor wenig Anreize für den Abschied von fossilen Energieträgern im Wärmemarkt gibt", erläutert BWP-Geschäftsführer Martin Sabel.

Vor diesem Hintergrund mahnt der BWP-Geschäftsführer im Hinblick auf das in diesem Jahr zu erwartende Gebäudeenergiegesetz, das Klimaschutzgesetz und die nun einzusetzende Gebäudekommission, endlich konkrete und effektive Maßnahmen zu vereinbaren. "Teurer Strom und billige fossile Brennstoffe sind das größte Hindernis für den Erfolg der Wärmewende. Der Bericht der Kohlekommission verweist eindringlich auf die hohen Stromkosten für private Haushalte. In keinem anderen Land der EU kostet Strom so viel wie in Deutschland. Wird dieser Missstand nicht beseitigt, kann die Energiewende als Ganzes nicht erfolgreich sein. Die Wärmepumpenbranche und Heizungsindustrie haben Lösungsvorschläge geliefert."

Handwerk ist ein Nadelöhr

Auch für das Handwerk müssen Anreize geschaffen werden, um zukünftig mehr klimaschonende Systeme anzubieten und zu verbauen. "Vor allem darf der Fachkräftemangel im SHK-und Brunnenbausektor nicht zur Bremse für die Wärmewende werden", mahnt Sabel. Laut der Prognos-Studie "Fachkräftebedarf für die Energiewende in Gebäuden" vergrößert sich die SHK-Fachhandwerkerlücke aufgrund des gesteigerten Sanierungsbedarfs durch die Energiewende insgesamt um mindestens 50 Prozent. 40.000 SHK-Fachkräfte würden nach der Prognose bereits im Jahre 2025 fehlen.

Im Rahmen der VDI-Richtlinie 4645 "Heizungsanlagen mit Wärmepumpen in Ein- und Mehrfamilienhäusern – Planung, Errichtung, Betrieb" hat der VDI in Kooperation mit dem BWP im vergangenen Jahr deshalb ein Schulungskonzept zum "Sachkundigen für Wärmepumpensysteme" erarbeitet, um SHK-Fachbetrieben, Planern und Beratern die Möglichkeit zu geben, sich in Richtung erneuerbare Heizsysteme weiterzubilden. Derartige Maßnahmen sind entscheidend und müssen auch auf politischer Ebene zukünftig mehr Beachtung und Unterstützung finden, um der zu erwartenden wachsenden Nachfrage gerecht werden zu können. Quelle: BWP / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6253 Thu, 31 Jan 2019 07:21:00 +0100 10.000-Häuser-Programm in Bayern läuft weiter https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/10000-haeuser-programm-in-bayern-laeuft-weiter-6253.html Das 10.000-Häuser-Programm in Bayern läuft erst einmal weiter. Das sieht der Koalitionsvertrag zwischen CSU und Freien Wählern vor. Auch die Konditionen bleiben unverändert. Ob es nach März weitergeht ist aber noch unklar. Eine Antragstellung wird nach dem bisherigen Verfahren mindestens bis 31.März 2019 möglich sein. Diese Frist wird sich bis zur Bekanntmachung des Doppelhaushaltes 2019/20 (2. Quartal 2019) verlängern. Die weitere Programmfortentwicklung wird erst danach absehbar sein.

Das 10.000-Häuser-Programm in Bayern ist 2016 gestartet, Ende 2018 läuft es wohl endgültig aus. Mittel gibt es im Segment EnergieSystemhaus. Zirka 800 Anträge waren Mitte August 2018 noch möglich. Voraussetzung ist, dass das Gebäude zu mehr als 50 Prozent der beheizten Fläche als Wohngebäude genutzt werden wird. Zum Zeitpunkt der elektronischen Antragstellung darf kein Auftrag für eine Bauleistung beziehungsweise Anlagentechnik erteilt worden sein. In der Sanierung muss mindestens ein Effizienzhaus 115 erreicht werden, im Neubau der Standard Effizienzhaus 55.

Förderfähig beim Technikbonus sind Wärmepumpensysteme mit Wärmespeicher und Energiemanagementsystem, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) mit Eigenstromerzeugung, Wärmespeicher und Energiemanagementsystem, netzdienliche Photovoltaik mit Energiemanagement- und Speichersystem, Solarthermieanlage mit Wärmespeicher oder Holzheizung mit Wärmespeicher. Daneben gibt es einen Effizienzbonus. pgl

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Finanzierung
news-6260 Thu, 31 Jan 2019 06:09:00 +0100 DESAX: Interesse an Fenstern bricht drastisch ein https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/desax-interesse-an-fenstern-bricht-drastisch-ein-6260.html Der Deutsche Sanierungsindex DESAX zeigt für das Jahr 2018 eine sehr unterschiedliche Entwicklung in den drei betrachteten Segmenten Dach & Dämmung, Heizung und Fenster. Bemerkenswert ist vor allem die Entwicklung im Bereich Fenster: Nach einem Rekordhoch im März stürzte der Indexwert im Dezember dramatisch ab. Mit 39 erreichte der Wert für Fenster zum Ende des Jahres den absoluten Tiefstwert seit dem Start des DESAX 2014. Die Marke 100 des DESAX kennzeichnet den Durchschnitt der Sanierungsanfragen im Referenzjahr 2012. Im Dezember 2018 gingen also nur etwa 40 Prozent der durchschnittlichen Anfragen nach neuen Fenstern im Jahr 2012 ein. Im März – traditionell der jährliche Höhepunkt in diesem Segment – hatte der Wert noch bei 237 gelegen und damit ein Rekordhoch erreicht.

Aus der Marktentwicklung heraus lasse sich diese Entwicklung des DESAX nicht erklären, berichtet der Verband Fenster + Fassade. Denn der Fenstermarkt sei weiterhin stabil mit leichtem Wachstum. Die Zahl der abgesetzten Fenstereinheiten stieg laut VFF im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent auf 14,4 Millionen, gerechnet hatte der Verband in seinem Marktbericht zu Jahresbeginn allerdings mit einem Absatz von 14,6 Millionen Fenstereinheiten. Dass diese Prognose nicht eingetreten ist, führt Geschäftsführer Ulrich Tschorn darauf zurück, dass die erwartete Erholung im Sanierungsmarkt nicht eingetreten ist. Dieser stagniert bereits seit längerem. 2018 wurden lediglich 0,5 Prozent mehr Fenstereinheiten abgesetzt als im Vorjahr, im Neubausegment dagegen betrug das Wachstum 3,6 Prozent. Eine Fenstereinheit entspricht einer Fläche von 1,69 Quadratmetern.

"Unsere Erwartungen vom Frühjahr 2018 auf ein Wachstum der Sanierung basierten auf der politisch beabsichtigten Einführung steuerlicher Abschreibung auf energetische Gebäudesanierung – so steht es im Koalitionsvertrag der derzeitigen Regierung. Da diese Abschreibungsmöglichkeit weder für 2018 noch für 2019 umgesetzt wurde, haben wir im Oktober 2018 mit einer weiteren Stagnation des Sanierungsmarktes rechnen müssen und die Gesamterwartung  von 14,6 auf 14,4 Millionen Fenstereinheiten herunter korrigiert", so Tschorn. Die Stagnation im Sanierungsmarkt, der mit 57 Prozent den Löwenanteil des Marktes ausmacht, könnte auch den Einbruch des DESAX erklären.

Denn Grundlage für den Index sind Online-Anfragen nach Sanierungsangeboten, die bei der Deutschen Auftragsagentur und ihrem Portal daemmen-und-sanieren.de eingehen. Diese Angebotsplattform wird im Neubau eher weniger genutzt, berichtet DAA-Mitarbeiter Robert Doelling. "Im Neubau entscheiden in der Regel Architekten, Planer oder Bauträger über den Fensterkauf. Bei uns gehen uns vor allem Anfragen von Endverbrauchern ein und da geht es wohl eher um die Sanierung."  Das belegen auch die Zahlen: 88 Prozent der Anfragesteller bei der DAA sind Privatpersonen mit Ein- und Zweifamilienhäusern. 84 Prozent davon wünschen die Lieferung plus Einbau, hauptsächlich im Rahmen von Sanierungen (90 Prozent). Rund 50 Prozent fragen zwei bis fünf Fenster an.

Für 2019 rechnet der VFF neuesten Zahlen zufolge mit einem weiteren Wachstum auf 14,7 Millionen abgesetzen Fentereinheiten, die Nachfrage in der Sanierung werde weiterhin stagnieren.

Segmente Dach & Dämmung sowie Heizung erreichen Allzeithoch

Im Marktsegment Heizung lagen die DESAX-Werte 2018 fast das gesamte Jahr über dem Vorjahr. Im Januar - mit 247 schon 2017 ein starker Monat, stieg der Index sogar auf ein Allzeithoch von 283 Punkten. Nach der üblichen Sommerdelle kletterte er bis zum Oktober wieder auf 260 Punkte, um dann im November mit 237 erstmals unter das Vorjahresniveau (252) abzusacken. Ein Wachstumsträger der Branche sind Wärmepumpen. Laut Bundesverband Wärmepumpe wurden mit 84.000 Stück acht Prozent mehr Heizungswärmepumpen verkauft als im Vorjahr. Der Löwenanteil der verkauften Heizungen inDeutschland sind aber nach wie vor Gas-Brennwertheizungen. Trotz der ansteigenden Nachfrage nach neuen Heizungen kann nach Aussage der Verbände aber nach wie vor nicht von einer Wärmewende in deutschen Heizkellern die Rede sein.

Im Segment Dach & Dämmung bewegte sich der DESAX bis Juni 2018 über dem Vorjahresniveau. Mit 247 wurde im April auch hier ein Allzeithoch erreicht (Vorjahr: 109). Ab Juli lag die Nachfrage nach Angeboten dann jedoch unter den Werten des Vorjahres und fiel im Dezember sogar auf ein Allzeittief von 90. Insgesamt jedoch legt der Markt zu. Einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Branchenradar zufolge hat sich die Nachfrage nach Dämmstoffen zur Gebäudedämmung sowie nach Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) im Jahr 2018 moderat beschleunigt. Der Absatz von Dämmstoffen erhöhte sich um zwei Prozent gegenüber Vorjahr auf 37,5 Millionen Kubikmeter. Der Zuwachs bei Wärmedämm-Verbundsystemen lag absatzseitig bei plus 1,5 Prozent.Schwungrad war den Marktforschern zufolge in beiden Warengruppen der Neubau und hier insbesondere der Geschoßwohnbau, wenngleich auch das Bestandsgeschäft Wachstumsbeiträge lieferte. von Silke Thole

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Dämmung & Fenster
news-6259 Wed, 30 Jan 2019 07:34:00 +0100 BAU 2019: Unipor zeigt Mauerziegel aus dem Drucker https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/bau-2019-unipor-zeigt-mauerziegel-aus-dem-drucker-6259.html Die Unipor Ziegel Gruppe hat auf der BAU 2019 einen gedruckten Mauerziegel präsentiert. Etwas kleiner als die heute verfügbaren Mauerziegel sollte das Exponat verdeutlichen, was mit additiven Verfahren in der Ziegelfertigung möglich ist.  Der 3D-Druck werde es zukünftig ermöglichen Ziegel-Sonderlösungen herzustellen, deren Serienproduktion schlicht unwirtschaftlich wäre, so Unipor.

Das Material für den 3-D-Druck ist tonartiger Lehm. Bisher wurde das Verfahren für die Anwendung im Betonbereich erforscht. Der Ton birgt jedoch eigene, materialspezifische Eigenschaften. In Kooperation mit der Technischen Universität Darmstadt hat die Unipor Ziegel Gruppe seit September 2017 an der Entwicklung eines 3-D-Druck-Verfahrens für Mauerziegel gearbeitet.

Standard-Produktionsprozesse sollen durch den 3-D-Druck nicht ersetzt werden, das sei nicht wirtschaftlich, berichtete Dennis de Witte, Projektleiter bei der Universität Darmstadt, im Gespräch mit EnBauSa. Allein der Druck des ausgestellten Prototypen habe eine halbe Stunde gebraucht. Sehen Sie das Gespräch im Youtube-Kanal von EnBauSa.de: https://www.youtube.com/watch?v=1lnILF9HKuA.

Allerdings eröffnet der 3D-Druck von Mauerziegeln neue Möglichkeiten: Bisher beruhte die Mauerziegelproduktion entweder auf Extrusion, wobei aus einem Endlosstrang einzelne Ziegel geschnitten werden – oder Schalungen geben dem Baustoff vor dem Brennen seine Form. So können sowohl die Höhe einzelner Ziegel als auch ihre Oberflächenbeschaffenheit mittels Schalungen bestimmt werden.

Eine individuelle Gestaltung des Ziegelinneren war jedoch bislang unmöglich beziehungsweise bei kleinen Stückzahlen zu teuer. Das 3D-Druckverfahren ändert dies: Die Struktur des Mauerziegels kann damit genau ausgestaltet werden. "Die herkömmlichen Produktionsverfahren sind sowohl kosteneffizient als auch geeignet, um Baustoffe nach höchsten Standards herzustellen. Beim additiven Manufacturing geht es uns vielmehr um die wirtschaftliche Produktion ergänzender Sonderteile", berichtet de Witte . Er befasst sich seit drei Jahren mit dem Verfahren und arbeitet von Anfang an am Forschungsprojekt mit.

Aktiv am Projekt beteiligt sind auch die Ziegelwerke der bundesweiten Unipor-Gruppe. Insbesondere das Klinker- und Ziegelwerk Wenzel (Hainburg) begleitet den Forschungsprozess intensiv. Familienunternehmer Rudolf Bax hat dabei eine klare Vision für sein Ziegelwerk: "Wir erwarten mittels 3D-Druck zukünftig Baukeramik in Geometrien herzustellen, die mit heutigen Verfahren nicht möglich sind". Auch könnten sich etwa die bauphysikalischen Eigenschaften der Mauerziegel optimieren lassen, fügt Bax hinzu.

Damit bringt er auf den Punkt, was bei der Forschung zum additiven Produktionsverfahren im Fokus steht: Dies sind die Aspekte Geometrie, optimierter Materialeinsatz und Bauphysik. Eine zentrale Rolle nimmt der dafür entwickelte Roboter ein. Er steht im Hainburger Unipor-Mitgliedswerk, wo er das Rohmaterial entsprechend eines genauen digitalen Modells ausbringt.

Aufgrund der Ausformung der Ziegel sind auch frei geformte Fassaden möglich. Machbar wird zudem die Gestaltung spezieller Mauerziegel, die Fensteranschlüsse oder Fassadenbefestigungen im Mauerwerk erleichtern können. Solche nur vereinzelt benötigten Sonderprodukte sind bisher nicht kosteneffizient herzustellen. Eine ausgefeilte additive Methode könnte dies revolutionieren – zu akzeptablen Kosten. Quelle: Unipor / sth

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Dämmung & Fenster
news-6250 Wed, 30 Jan 2019 07:21:00 +0100 Urteil: Solarspeicher muss nicht immer online sein https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/urteil-solarspeicher-muss-nicht-immer-online-sein-6250.html Eine permanente Internetverbindung und die Zustimmung zu uneingeschränkten automatischen Online-Updates dürfen nicht zur Bedingung für die Gültigkeit einer Batteriespeicher-Garantie gemacht werden. Dieser Auffassung der Verbraucherzentrale NRW unterwirft sich nun auch der Solarstromspeicher-Hersteller Senec. Die Verbraucherschützer hatten unter anderem wegen dieser beiden Punkte Klage gegen das Unternehmen erhoben. Per Anerkenntnisurteil ist der Rechtsstreit um diese Klauseln nun beendet. Wegen zweier weiterer Klauseln geht es aber vor Gericht weiter. Auch gegen die Firma Sonnen GmbH läuft noch eine vergleichbare Klage.

"Internetverbindung und Software-Updates sind natürlich nicht  grundsätzlich abzulehnen", betont Jurist Holger Schneidewindt von der Verbraucherzentrale NRW. Im Gegenteil: Für Monitoring, Fehlererkennung und -behebung sowie die Datenaufbereitung könne die Vernetzung eines Batteriespeichers Vorteile bringen. "Auf der anderen Seite ist ein Online-System aber auch hackbar – sensible Daten könnten abgeschöpft werden, im Extremfall sogar Geräte manipuliert", gibt Schneidewindt zu bedenken. Und je länger ein Gerät online sei, desto verletzlicher werde es.

"Die Entscheidung, ob die Vorteile oder die Risiken des permanenten Online-Seins überwiegen, muss beim Kunden liegen. Die 24/7-Verbindung darf ihm nicht unter Androhung des Verlusts seines Garantieschutzes aufgezwungen werden", so der Jurist. Schließlich sei die dauerhafte Internetverbindung für die Kernfunktion eines Speichers gar nicht erforderlich, nämlich das hausinterne Energiemanagement.

Auch Updates sieht die Verbraucherzentrale NRW, insbesondere mit Blick auf sicherheitsrelevante Aktualisierungen, grundsätzlich positiv beziehungsweise als notwendig an – sicherheitsrelevante Updates müssten so schnell wie möglich bereitgestellt und ausgeführt werden können. Aber: "Für Updates gibt es andere Lösungen als die pauschale Einräumung des Rechts, von außen jederzeit und mit intransparenten Bedingungen Aktualisierungen aufspielen zu können", erklärt Schneidewindt. Folgende Anforderungen sollten ihm zufolge erfüllt sein:

  • Benachrichtigung über Bereitstellung neuer Updates
  • Aufklärung über den Inhalt des Updates
  • Möglichkeit, nicht notwendige/nicht sicherheitsrelevante Update-Komponenten nicht zuzulassen
  • Möglichkeit, selbst über den Zeitpunkt des Updates zu entscheiden

Sowohl den generellen Online-Zwang als auch den Online-Update-Zwang darf Senec nun nicht mehr als pauschale Bedingung oder Ausschlussgrund für Garantien verwenden. Auch gegenüber Bestandskunden mit Garantieansprüchen kann sich die Firma nicht mehr auf diese Klauseln berufen.

Die von dem Anerkenntnisurteil betroffenen Rechtsfragen haben nach Einschätzung der Verbraucherzentrale NRW allgemeine Bedeutung hinsichtlich Smart Grid-fähiger Geräte wie zum Beispiel  Elektroautos, Wärmepumpen und Blockheizkraftwerke. Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen / pgl

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Solarenergie
news-6247 Tue, 29 Jan 2019 07:39:00 +0100 Baugenossenschaft plant Hochhaus aus Holz https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/baugenossenschaft-plant-hochhaus-aus-holz-6247.html 14 Stockwerke hoch will die Baugenossenschaft Arlinger in Pforzheim ein Hochhaus mit Namen Carl bauen ‒ und das hauptsächlich aus Holz. "Läuft der Bau erfolgreich, kann er dank seines Modellcharakters ein Leuchtturm für die Holzbaubranche werden", sagte der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Alexander Bonde, anlässlich der Bewilligungsübergabe zum Projektstart. Die Stiftung fördert das Vorhaben mit 330.700 Euro. In dem insgesamt dreiteiligen Bau – neben dem Hochhaus entstehen zwei flache Gebäude – sollen Ende 2021 73 Wohnungen, eine Kindertagesstätte für rund 100 Kinder sowie eine Bäckerei mit Café Platz finden. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2020 geplant.

"Konventionelles Bauen mit Stein, Stahl und Beton benötigt sehr viele Ressourcen und Energie. Der Holzbau stellt dazu eine ökologische Alternative dar, die wirtschaftlich konkurrenzfähig werden soll", erläutert Sabine Djahanschah, DBU-Fachreferentin für Architektur und Bauwesen. Doch bisher seien die Bauvorschriften noch so, dass Hochhäuser aus Holz in der Regel gar nicht oder nur mit vielen Ausnahmeregelungen genehmigt werden. Das mache sie für Bauherren aufgrund zusätzlicher Kosten unattraktiv.

Arlinger-Vorstand Carsten von Zepelin: "An dieser Stelle wollen wir mit Carl in eine neue Richtung weisen: Unsere Konzepte sollen später auch von anderen genutzt werden können und so den Holzbau insgesamt fördern." Bundesweit übertragbar sollen vor allem technische Lösungen bezogen auf den Brandschutz und die Statik werden. Als Beispiel könne die Ausbildung eines Vorsprungs als Verlängerung der Geschossdecke genannt werden, einer sogenannten Krempe. Die würde das Überspringen eines Feuers an der Holzfassade von einem Stock zum anderen verhindern und somit unter Einhalten aller Brandschutzvorschriften bodentiefe Holzfenster und eine Holzfassade ermöglichen.

"Fassade, Kern, Inneres: ‚So viel Holz wie möglich‘ ist bei diesem Bau die Devise. Doch da es sich um ein sogenanntes Holz-Hybrid-Hochhaus handelt, kommen auch Stahl und Beton zum Einsatz. So setzen wir beispielsweise bei dem Kern des Treppenhauses aus Brandschutzgründen Beton ein", erklärt von Zepelin. Insgesamt jedoch deutlich weniger als in konventionellen Bauwerken, so dass einer der mittlerweile knappsten Rohstoffe der Welt eingespart werden könne: Sand. Zwei Drittel aller Bauwerke weltweit würden aus Stahlbeton bestehen, dieser wiederum bestehe zu zwei Dritteln aus Sand. Zudem sollen vorgefertigte Module einen schnelleren Bau ermöglichen. Die Verwendung von Holz als Baumaterial liege gerade in Lagen wie Pforzheim am Rande des Schwarzwaldes auf der Hand: In der Gegend sei viel regionales Holz vorhanden, welches bisher beim Hausbau selten verwendet werde.

Die DBU fördere konzeptionelle Mehraufwendungen im Rahmen des Projektes. Der Name CARL leitet sich von der Adresse Carl-Hölzle-Straße ab, die den Mitbegründer der Baugenossenschaft Carl Hölzle ehrt. Außerdem trage der Name die ersten drei Buchstaben von Arlinger, dem Namen des Stadtteils und der Baugenossenschaft in sich. Quelle: DBU / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6256 Tue, 29 Jan 2019 07:33:00 +0100 CO₂-Bepreisung würde die meisten besser stellen https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/co2-bepreisung-wuerde-die-meisten-besser-stellen-6256.html Eine "CO₂-Abgabe" soll die EEG-Umlage, die Strom-, Heizgas- und Heizölsteuer sowie die KWKG-Umlage ersetzen, fordert der gleichnamige Verein. Laut einer Studie soll das nicht nur die Energiewende voranbringen, sondern auch bürokratische Knoten durchschlagen. Ein Einstiegspreis von 40 Euro pro Tonne CO₂-Äquivalent im Jahr 2020 mit jährlich fünf Euro Steigerung soll nach der Studie ausreichen, um die erwähnten Umlagen und Steuern ab dem Jahr 2026 vollständig zu ersetzen. Bei der Vorstellung der Studie in Berlin stellte einer der Verfasser, der Planer Jörg Lange, klar: "Die CO₂-Abgabe bezieht sich auf alle fossilen Brennstoffe. Dazu gehört auch die Kohle. Auch die Vorketten sind mit drin, denn es geht nicht nur um CO₂, sondern um das gesamte Treibhausgasäquivalent."

2020, im Jahr der Umstellung, würde dennoch der Strom "sehr viel billiger, nämlich genau um 9 Cent pro Kilowattstunde." Dagegen würden Heizöl und Erdgas mit rund 0,5 Cent pro Kilowattstunde und Kraftstoffe mit etwa 1,5 Cent pro Kilowattstunde geringfügig teurer; der Flugzeugtreibstoff Kerosin um gut 2,6 Cent pro Kilowattstunde.

Die Studienautoren haben versucht, die Folgen dieser Kostenverschiebung abzuschätzen. Sie haben dazu die Bevölkerung in zehn Einkommensklassen eingeteilt, sogenannte "Einkommensdezile", und deren normiertes Einkommen nach Steuern ("Nettoäquivalenzeinkommen") vor und nach einer solchen Energiesteuerreform berechnet. Würde der Flugverkehr nicht in das System der CO₂-Abgabe einbezogen, wäre das Nettoäquivalenzeinkommen einer Person im Durchschnitt über alle Einkommensdezile um jeweils 26 Euro höher als beim jetzigen Steuersystem. Bei allen Dezilen sei eine Besserstellung zu erwarten, die je nach Einkommen von 10 Euro (hohes Einkommen) bis 54 Euro (niedriges Einkommen) reiche.

Würde der Flugverkehr einbezogen, hätte eine Person im Durchschnitt über alle Einkommensdezile 17 Euro pro Jahr weniger zur Verfügung. Personen bis etwa 19.300 Euro Jahreseinkommen wären besser gestellt als heute; die in der höchsten Einkommensklasse müssten mit einer Einbuße von 116 Euro jährlich rechnen. Berechnungsgrundlage waren Daten aus dem Mikrozensus von 2013 von 40.000 Haushalten sowie von 1.012 Haushalten aus einer Untersuchung des Umweltbundesamtes von 2014.

Mit schlechter Dämmung "über der roten Linie"

Die eigentliche Differenzierung ergibt sich jedoch aus der jeweiligen Ausgabenstruktur, sagte Jörg Lange: "Das hängt sehr vom Verhältnis zwischen Stromverbrauch, Wärme- und Verkehrsverhalten ab. Wenn jemand wenig Strom verbraucht, ein ganz schlecht gedämmtes Gebäude hat und auch noch viel Auto fährt, dann liegt er sozusagen über der roten Linie." Um das zu illustrieren, haben die Autoren unterschiedliche Fallbeispiele, jeweils ohne Berücksichtigung des Flugverkehrs, berechnet.

Zum Beispiel kam bei einem Paar, das 150 Quadratmeter in einer Doppelhaushälfte bewohnt, eine Einkommenseinbuße von 44,90 Euro pro Person und Jahr heraus. Eine vierköpfige Beispielfamilie, ebenfalls in einer Doppelhaushälfte, jedoch auf nur 135 Quadratmeter Wohnfläche, müsse mit 15,39 Euro weniger auskommen. Mit dem größten Einkommenszuwachs – 128,45 Euro jährlich – könne ein Paar rechnen, das nur 74 Quadratmeter in einem Mehrfamilienhaus bewohnt. Zwar spielten auch die Ausgaben für Strom und Kraftstoff eine Rolle; den stärksten Einfluss habe aber die Heizwärme, die von der Wohnfläche und von der Effizienz des Gebäudes abhängt.

Im Fall der vierköpfigen Beispielfamilie schlagen die Autoren vor, diese "mithilfe von zielgerichteten Begleitmaßnahmen zu unterstützen". Es schwebt ihnen zum Beispiel ein "Klimawohngeld für einkommensschwache Haushalte" vor. "Zusätzliche Anreize durch steuerliche Förderung für die energetische Sanierung" seien durch "perspektivische Einnahmeüberschüsse aus der CO2-Abgabe" finanzierbar. Jörg Lange ließ außerdem Sympathie für ein "Erneuerbare-Energien-Gesetz" erkennen, was es ja in einigen Bundesländern für den Bestand schon gebe, "in Baden-Württemberg beispielsweise für den Wärmebereich."

Nach 2020 entscheidet klimagerechtes Verhalten

Das alles gilt nur für das Jahr 2020. Ab da gibt es für die Verbraucher keine weitere Entlastung ähnlich der wegfallenden EEG-Umlage. Die CO₂-Abgabe soll jedoch jedes Jahr um fünf Euro pro Tonne steigen – bis sie im Jahr 2050 den Zielwert von 190 Euro pro Tonne CO₂-Äquivalent erreichen würde. Wer sich im Lauf der Zeit daran anpasst, also sich klimagerecht verhält, wird mit einem gleichbleibende Nettoeinkommen belohnt. Wer das allerdings nicht tut, für den sinkt das verfügbare Jahreseinkommen zwischen 2020 und 2050 um rund 1000 Euro.

Eine solche Energiesteuerreform soll die Energiewende in zweierlei Hinsicht unterstützen. Ulf Sieberg vom Verein CO₂-Abgabe erhofft sich zunächst eine Umstellung von Heizöl zu Erdgas. Auch würden Wärmelösungen mit Erneuerbaren und mehr Effizienz rentabel. "Es entsteht in allen Lebensbereichen ein Sparwettbewerb." Jörg Lange setzt darauf, dass bei einem günstigeren Strompreis private Haushalte in eine Photovoltaik-Anlage in Kombination mit einer Wärmepumpe investieren könnten – "für die Zeit, wo tatsächlich PV-Strom verfügbar ist, und der Gaskessel dann nur noch läuft, wenn die Sonne nicht scheint." Das sei ein großes Potenzial, das man relativ schnell umsetzen könne; "da muss man nicht mal mehr Gebäudedämmung machen."

Mit EEG und Stromsteuer entfällt auch Bürokratie

Die zweite Wirkung bestünde darin, dass mit der EEG-Umlage und der Stromsteuer auch deren bürokratische Begleiterscheinungen wegfielen. Jörg Lange beschrieb das am Beispiel des Mieterstroms. "Sie müssen inzwischen über 40 Punkte erfüllen, wenn Sie Strom vom eigenen Dach oder aus einem Blockheizkraftwerk an die Mieter vermarkten möchten." Das sei ein "unglaublicher bürokratischer Aufwand." Man könne derzeit nicht einfach – wie jeder Hausverwalter es bei der Wärme mache – die Kosten auf die Wohnung umlegen, sondern "ich muss einen Riesen-Popanz für die ‚Direktvermarktung im räumlichen Zusammenhang’ machen." Er kenne sehr viele Eigentümer, die in Mieterstrom investieren würden – "wenn die Bürokratie weg wäre."

Anett Ludwig vom Verbraucherzentrale Bundesverband berichtete von einer eben veröffentlichten Umfrage unter 2000 Verbrauchern. Auf die Frage, ob sie sich eine CO₂-Bepreisung für fossile Energie vorstellen könnten, habe eine Mehrheit von 62 Prozent gesagt: "Ja, das können wir uns vorstellen." von Alexander Morhart

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Heizung & Warmwasser
news-6257 Mon, 28 Jan 2019 07:42:00 +0100 Energy Storage Europe zeigt Speicher-Innovationen https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/energy-storage-europe-zeigt-speicher-innovationen-6257.html Für Energie-Experten mit Interesse an Energiespeichern ist sie ein Pflichttermin im Frühjahr: die Fachmesse Energy Storage Europe mit den parallelen Fachkonferenzen 8. Energy Storage Europe Conference (ESE) und 13. International Renewable Energy Storage Conference (IRES). Im vergangenen Jahr zählte das Event 170 Aussteller und rund 4.500 Besucher aus 61 Ländern. Enbausa-Leser können im Ticketshop der Messe auf https://www.eseexpo.de/ mit dem Code 000010rdwwnu ein kostenfreies Tagesticket lösen.

In diesem Jahr stehen in Düsseldorf vom 12. bis zum 14. März Speicheranwendungen und Innovationen im Mittelpunkt. Als neues Thema rückt die Mobilitätsinfrastruktur in den Fokus. Zu den Ausstellern gehören Unternehmen wie Trina Solar, Siemens, ads-tec, E3/DC und Tesvolt.

Technologieseitig bietet die Energy Storage Europe traditionell allen Speichertypen eine Plattform: Batteriespeichern, chemischen und mechanischen Speichern, thermischen Speichern und Power-To-Gas- sowie Power-To-Heat-Lösungen für die flexible Sektorenkopplung.

Zu den Innovationen, die auf der Messe präsentiert werden, gehört die keramische Hochtemperaturbatterie „cerenergy“ des Fraunhofer-Institutes für Keramische Technologien IKTS, die speziell für stationäre Speicher entwickelt wurde: Mit Kosten von weniger als 100 Euro/kWh liegt der Preis auf Zellebene bei rund der Hälfte des Preisniveaus von Li-Ionen Akkus. Damit hält die cerenergy-Lösung den Weltrekord für Natrium-Nickelchlorid-Batteriezellen und ist dabei wartungsfrei sowie absolut sicher. Auch das italienische Unternehmen FZ SoNick wird auf der Energy Storage Europe seine Natrium-Nickelchlorid-Batterien zeigen.

Mehr Informationen und Tickets: https://www.eseexpo.de/

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Solarenergie
news-6254 Mon, 28 Jan 2019 07:29:00 +0100 Grüne: Gebäudesektor liegt bei Energiewende zurück https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/gruene-gebaeudesektor-liegt-bei-energiewende-zurueck-6254.html Der Energieverbrauch in Deutschland ist 2018 gegenüber 2017 um 5 Prozent auf 12.900 Petajoule (PJ) zurückgegangen. Der Anteil von Heizungen, die mit fossilen Energien betrieben werden, sei aber nach wie vor selbst im Neubau zu hoch, kritisieren die Grünen. Verbrauchsrückgänge betreffen die fossilen Energieträger, Zuwächse gibt es bei den erneuerbaren Energien. Die AG Energiebilanzen geht dvon einem Rückgang bei den energiebedingten CO2-Emissionen in einer Größenordnung von reichlich 6 Prozent aus.
Für den geringeren Energieverbrauch in Deutschland macht die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen vor allem die gestiegenen Preise, die milde Witterung sowie Verbesserungen bei der Energieeffizienz verantwortlich. Die verbrauchssteigernde Wirkung der Faktoren Konjunktur und Bevölkerungszuwachs seien dagegen 2018 in den Hintergrund getreten. Ohne den verbrauchssenkenden Einfluss der milden Witterung hätte der Verbrauch um knapp 4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres gelegen.

Die Anteile der verschiedenen Energieträger am nationalen Energiemix haben sich 2018 gegenüber dem Vorjahr weiter verschoben: Bei den fossilen Energien kam es in Summe zu einem Rückgang, so dass die deutsche Energieversorgung ihre Kohlenstoffintensität weiter verringern konnte. Kennzeichnend bleibt aber ein breiter Energiemix. Knapp 58 Prozent des inländischen Energieverbrauchs entfallen auf Öl und Gas. Stein- und Braunkohle deckten zusammen etwas mehr als ein Fünftel des Verbrauchs. Die Erneuerbaren steigern ihren Beitrag auf 14 Prozent.

Bei im Neubau installierten Heizungen hatte Gas in den ersten drei Quartalen einen Anteil von 38,9 Prozent, auf Wärmepumpen entfielen 28, 4 Prozent, Fernwärme kam auf 25 Prozent. Im Bestand liegt der Anteil von Öl und Gas bei gut 75 Prozent. Dazu kommen 13,8 Prozent Fernwärme.

Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen geht der Umbau in Richtung Erneuerbare zu langsam: "Im Bestand sind 90 Prozent der Wohnungen fossil beheizt. Und selbst im Neubau haben rund zwei Drittel der Wohnungen immer noch keine erneuerbare Wärmeversorgung." Die Auswertung der Energiestatistiker mache deutlich, wie weit der Gebäudesektor bei der Energiewende zurückliege.

Die Regierung müsse endlich die richtigen Vorgaben machen, um in Neubau und Bestand wirksam Energie einzusparen und zügig auf Erneuerbare Energien umzusteigen. Sonst sind die Klimaschutzziele nicht zu schaffen, warnt Verlinden. pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6248 Mon, 28 Jan 2019 07:13:00 +0100 BIM ist Basis für komplette Siedlung https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/bim-ist-basis-fuer-komplette-siedlung-6248.html Building Information Modeling (BIM) gewinnt im Baubereich Relevanz. Nun soll erstmals eine komplette Siedlung mit dieser Methode erstellt werden. Basis ist ein Online-Konfigurator für die Häuser. Wohnen am Lerchenberg heißt das Siedlungsprojekt in Borna bei Leipzig, Partner ist die Baywa. Sobald die Baugenehmigung für das Projekt erteilt ist, geht ein Online-Konfigurator online. Sobald ein Kaufinteressent einen Bauplatz aussucht, kann er dort ein 3-D-Modell eines Hauses aktivieren und auf den Konfigurator zugreifen.

Das Besondere dabei ist, dass das Tool reale Preise ermittelt. Jede Änderung der Parameter, also von Bodenbelägen, Qualität der Fenster oder der Wohnfläche wird sofort berechnet. Die Bauherren können also viele Varianten durchspielen und sehen direkt, was diese kosten. Sie können auch eine lokale Bank einbinden und sich monatliche Raten berechnen lassen. Alle Angaben seien verbindlich, so der Anbieter. 

Das System gibt dann sowohl Baubeschreibung als auch Pläne aus. Damit liegen alle notwendigen Unterlagen für den Gang zum Notar, für Genehmigungsverfahren oder Leistungsverzeichnisse vor. Das soll das Bauen besser planbar und schneller machen. In Borna läuft der Pilottest des Konfigurators, später soll er für das Generalunternehmergeschäft genutzt werden. pgl

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Dämmung & Fenster
news-6245 Fri, 25 Jan 2019 07:52:00 +0100 Dämmplatten halten Bewitterung ohne Schale stand https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/daemmplatten-halten-bewitterung-ohne-schale-stand-6245.html Die Technische Universität Berlin hat nach eingehenden Untersuchungen bestätigt, dass Fassadendämmplatten der "Fixrock"-Produktfamilie einer dreimonatigen Bewitterung ohne signifikante Veränderungen standhalten. Weder kam es zu Verfärbungen, Aufwollungen oder Ablösungen, noch veränderten sich die Werte für die Wärmeleitfähigkeit oder die Dimensionen der Dämmplatten unter Einfluss simulierter Phänomene wie Regen, Wind und Kälte. "Da die Frage der Widerstandskraft einer Dämmung gegen Bewitterung auch für Kerndämmungen von Bedeutung ist, haben wir die TU Berlin gebeten, auch das Verhalten der ‚Kernrock‘ und der ‚RP-KD 035 VS‘ bei Bewitterung zu bewerten", berichtet Sascha Karallus, der  verantwortliche Produktmanager bei der Deutschen Rockwool.

Ein zweischaliges Mauerwerk wird entweder mit oder ohne Luftschicht zwischen Innen- und Außenschale erstellt. In beiden Fällen ist die sogenannte Kerndämmung nach Fertigstellung durch das Verblendmauerwerk geschützt. Ob es bei untypisch langer freier Bewitterung zu einer Beschädigung an einem Baustoff kommt, hängt entscheidend von dessen Materialeigenschaften ab. 

Über einen Zyklus von drei Monaten wurden von der TU Berlin testweise Flächen ohne Bekleidung geprüft, die mit "Fixrock 033"- beziehungweise "Fixrock 035"-Dämmplatten von Rockwool gedämmt wurden. Die Simulation der witterungsbedingten Einwirkungen erfolgte hinsichtlich Schlagregen, Sonnen-/UVA-Einstrahlung, Windanströmung und hygrothermischer Einflüsse. Letztere entstehen durch den Wechsel von Hitze-Regen-Zyklen mit Wärme-Kälte-Zyklen. "Der Versuchsaufbau wurde von der TU Berlin konzipiert und hat sich dabei an anerkannten Zertifizierungsprogrammen und europäischen Leitlinien orientiert," erläutert Karallus. "Das Temperaturspektrum lag zwischen -20 °C und +50 °C und es wurden Windstärken bis 9 Bft simuliert. Lediglich extreme singuläre Wettersituationen wie zum Beispiel Tornados konnten in der Prüfsituation nicht abgebildet werden."

Die Bewertung nach dreimonatiger Bewitterung erfolgte sowohl durch visuelle Überprüfung und Messung der Dimensionen Länge, Breite, Dicke im Vergleich zu nicht bewitterten Referenzproben als auch durch die Bestimmung der Wärmeleitfähigkeit und der Wasseraufnahme. Das Endergebnis des Prüfinstituts nach jeweils drei Monaten Freibewitterung fällt überzeugend aus: Es konnten keine signifikanten Veränderungen unter Bewitterung festgestellt werden.

"Nur bei den Werten für die langzeitige Wasseraufnahme gab es geringfügige Veränderungen. Diese lagen jedoch unterhalb der normativen Grenzen", so Karallus. Die Funktionstüchtigkeit der Fassadendämmstoffe bliebe auch bei ungeplanten Verzögerungen und nach dreimonatiger, landestypischer Bewitterung vollständig erhalten. Regenwasser dringe nachweislich nicht in den Dämmstoffquerschnitt ein und auch Nebelnässe werde nicht vom Dämmstoff aufgesogen. "Allerdings sollten die Versuchsergebnisse aus Berlin niemanden dazu verleiten, von den bewährten Grundlagen der Bauablaufplanung abzuweichen. Nach wie vor gilt, dass gedämmte Flächen möglichst zeitnah beplankt und geschlossen werden sollten", betont der Fachmann. Komme es aufgrund ungünstiger Umstände einmal zu einer starken Bewitterung, so sei darauf zu achten, dass die Dämmung ungehindert abtrocknen kann und vollständig getrocknet ist, bevor – im Falle einer Kerndämmung – die äußere Schale der Außenwand gemauert wird. Quelle: Rockwool / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6246 Fri, 25 Jan 2019 07:49:00 +0100 Bauherren eines Strohhauses sichern sich Holzbaupreis https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/bauherren-eines-strohhauses-sichern-sich-holzbaupreis-6246.html Innovatives Bauen mit Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen – dafür stehen die Gewinner des Bundeswettbewerbs "HolzbauPlus". Bundesministerin Julia Klöckner hat auf der Grünen Woche zehn Bauprojekte ausgezeichnet. "Alle prämierten Bauprojekte zeigen: Bauen mit Holz ist angewandter Klimaschutz, Bauen mit Holz ist die Zukunft. Und genau das müssen wir stärker kommunizieren", sagte Klöckner bei der Preisverleihung.

Bereits zum vierten Mal hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den HolzbauPlus-Wettbewerb ausgelobt. Ziel ist es, zu einer breiteren Akzeptanz für das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen beizutragen. Als Vorbilder für Planer und Bauherren könnten die prämierten Projekte Impulse geben, sagte Klöckner.

Der Baustoff Holz erlebt derzeit eine Renaissance: Während zu Beginn der 1990er-Jahre lediglich sechs Prozent der Ein- und Zweifamilienhäuser in Holzbauweise errichtet wurden, hat sich ihr Anteil in den vergangenen 25 Jahren auf rund 18 Prozent verdreifacht. Die Resonanz auf den Wettbewerb spiegelt diese Entwicklung wider. Insgesamt 137 Projekte wurden eingereicht. Aus den Einreichungen wählte eine vom BMEL berufene unabhängige Wettbewerbsjury unter dem Vorsitz des Architekten Frank Lattke die Preisträger aus. Sie erhalten ein Preisgeld von insgesamt 50.000 Euro.

Im Wohnungsbau ging der Preis Neubau Einfamilienhaus an das Einfamilienhaus in Stroh der Bauherren Stefanie Ganzmann und Daniel Müller in Baden-Württemberg. Beim Neubau Gebäudegruppen wurde das Projekt Altes Garmisch neu gelebt des Bauherren Vereins zum Erhalt des historischen Baulandschaft in Garmisch-Partenkirchen, Bayern prämiert.

In der Kategorie Bauen mit Bestand Einfamilienhaus ging die Auszeichnung an das Kienzlerhansenhof der Bauherren Anja Kluge und Ingolf Gössel, Baden-Württemberg. Beim Bauen im Bestand Mehrfamilienhaus wurde das Projekt Sudhaus auf der Alten Brauerei in Schwerin der Alte Brauerei GmbH & Co. KG in  Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet.

Beim öffentlichen Bauen gab es mit dem Projekt Hortgebäude Waldorfschule am Prenzlauer Berg der Freie Waldorfschule am Prenzlauer Berg, Berlin und dem Gemeindehaus Huchenfeld der  Evangelische Kirche Pforzheim in Baden-Württemberg zwei Preisträger. Quelle: Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6243 Thu, 24 Jan 2019 07:38:00 +0100 Energieberatung stagniert bundesweit https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/energieberatung-stagniert-bundesweit-6243.html Energieberatung bleibt ein schwieriges Feld. Die Anträge sind zwar 2018 gestiegen, das ist aber lediglich auf ein deutliches Plus in Baden-Württemberg zurückzuführen. Dort wird der individuelle Sanierungsfahrplan als Teilerfüllung des Wärmegesetzes anerkannt. Insgesamt wurden 2018 nach Angaben des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) 8.681 Anträge auf Energieberatung gestellt. 43 Prozent oder 3.789 Beratungsanträge kamen aus Baden-Württemberg, 13 Prozent aus Nordrhein-Westfalen und 8,3 Prozent aus Bayern. Ein deutliches Gefälle gibt es zwischen Ost und West. Den letzten Platz der Flächenstaaten belegt Mecklenburg-Vorpommern mit nur 54 Beratungen und einem Anteil von 0,6 Prozent am Gesamtkontingent, davor liegen Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen. Sachsen konnte immerhin Schleswig-Holstein und das Saarland hinter sich lassen und belegt als bestes ostdeutsches Bundesland Rang 8 mit 205 geförderten Energieberatungen.

Bei den tatsächlich geförderten Beratungen, bei denen die Zuschüsse nach Prüfung der Unterlagen ausgezahlt wurden, ist die Verteilung nach Länder ähnlich. Außerdem erfolgte der größte Teil der geförderten Beratung mit 5.242 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das entspricht einem Anteil von 75 Prozent. Bei den ausgeschütteten Mitteln ist die Verteilung ähnlich. Objekte mit einer oder zwei Wohneinheiten erhielten knapp 70 Prozent der Fördermittel.

Beim Sanierungsfahrplan geht es nicht so richtig voran, die Zahlen stagnieren. Es müsse eine breit angelegte Informations- und Marketing-Kampagne geben, fordert der Energieberaterverband GIH. Zudem tritt der Verband dafür ein, dass es einen Bonus geben sollte, wenn nach Aufstellung eines Sanierungsfahrplans KfW-Maßnahmen durchgeführt werden. Eine weitere Idee: Man könnte den Eigentumsübergang durch Verkauf oder Vererbung nutzen, um mit einem verpflichtenden indviduellen Sanierungsfahrplan dem neuen Besitzer die Möglichkeiten aufzuzeigen, die in seinem Objekt stecken.

Auch bei der Energieberatung im Mittelstand hat Baden-Württemberg die Nase vorn, allerdings ist hier der Abstand zu den anderen Bundesländern knapper. Insgesamt gab es 2.543 Beratungen, davon 793 in Baden-Württemberg. Das entspricht einem Anteil von 33 Prozent. Auf den Plätzen zwei und drei liegen Nordrhein-Westfalen (492) und Bayern (452). Sachsen-Anhalt kommt als stärkstes ostdeutsches Bundesland auf 99 Beratungen. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind nicht so extrem wie bei der Gebäudeenergieberatung. Ein besonders hoher Anteil der Unternehmen, die sich beraten ließen, kommt aus dem verarbeitenden Gewerbe.

Der Energieberaterverband GIH beobachtet, dass die Öffnung bei der Zulassung zur Energieberatung insbesondere bei der Energieberatung im Mittelstand die Energieversorgungsunternehmen (EVU) auf den Plan ruft. Der Verband tritt für eine vorhabensbezogen unabhängige Beratung ein. Das bedeutet, dass der Berater an einem Objekt weder Maßnahmen umsetzen noch Dienstleistungen anbieten darf, wenn er dort schon eine Energieberatung durchgeführt hat. Der Verband bezweifelt auch, ob Energieberatung durch Energieverkäufer sinnvoll ist: "Energieeffizienz ist da ein Widerspruch. Je mehr man einspart, desto weniger verdienen sie. Welchen Grund haben sie also, dass die Unternehmen weniger verbrauchen?" erklärt GIH-Geschäftsführer Benjamin Weismann. Oft werde Energieberatung dort als querfinanziertes Akquiseinstrument eingesetzt. "Damit werden die Preise von Energieberatern teils kaputt gemacht, da diese nur diese Leistung anbieten und die Erlöse aus der Beratung nicht wie die EVUs mit anderen Leistungen kompensieren können," so Weismann weiter. von Pia Grund-Ludwig

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Finanzierung
news-6244 Thu, 24 Jan 2019 07:30:00 +0100 Maxit zeigt WDVS aus Stroh mit Protein-Klebstoff https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/maxit-zeigt-wdvs-aus-stroh-mit-protein-klebstoff-6244.html Maxit (Azendorf) hat auf der Fachmesse BAU Dämmplatten aus Stroh für Wärmedämmverbundsysteme vorgestellt. Die Besonderheit der Strohdämmplatten: Sie verwenden statt kunststoffbasierter Bindemittel einen neu entwickelten Protein-Klebstoff. Das neu entwickelte Bindemittel sowie die besondere Art der Dämmplatten-Herstellung hat das Unternehmen zum Patent angemeldet. "Wir pressen Stroh und ökologisches Bindemittel unter Wärmezufuhr und trocknen die Platten danach bei Umgebungsluft. So wird ab dem Zeitpunkt des Stroh-Dreschens bis zur fertigen Dämmplatte nur ein Bruchteil vom Energiebedarf anderer natürlicher Dämmstoffe benötigt", erklärt Friedbert Scharfe, Entwicklungschef bei Maxit.

Der  WLG-Wert der neuen Platten liegt bei 048, außerdem haben sie eine sehr hohe thermische Speicherfähigkeit. So kann tagsüber Wärme aufgenommen und in den kühleren Abend- und Nachtstunden sukzessive wieder abgegeben werden. "Dadurch, dass die Wand länger warm bleibt, ist sie auch trockener. Das entzieht Algen und Pilzen die Wachstumsgrundlage und wirkt somit gegen Fassadenverschmutzung", so Scharfe. In Testreihen habe man auch nachgewiesen, dass die Strohdämmplatten ein deutlich höheres Trocknungsverhalten aufweisen als andere Dämmplatten und vollständig dampfdiffusionsoffen bleiben, so der Hersteller.

Die Montage der neuen Strohdämmplatten erfolgt – wie bei gängigen Mineralwoll-Systemen – mit Kleberauftrag im Punkt-Wulst-Verfahren und Dübeln im Plattenstoßbereich. Bisher im Format 60 x 40 Zentimeter gefertigt, lassen sich die Strohplatten mittels Bandsäge oder elektrischem Fuchsschwanz passend sägen. Auch die Vorgehensweise bei Wand- und Fensteranschlüssen unterscheidet sich kaum von zum Beispiel herkömmlichen Mineralwoll-Dämmsystemen. "Die Art der Verarbeitung ist bekannt, Stroh als Dämmstoff ist bekannt. Aber wir haben das Ganze eben nicht nur neu, sondern vor allem zu Ende gedacht", erklärt Reinhard Tyrok, Marketingleiter bei Maxit: "Wer einen Öko-Dämmstoff sucht, will keine Kompromisse eingehen. Nun haben wir einen Weg gefunden, diesen Kunden in Zukunft 100 Prozent chemiefreie Dämmplatten anbieten zu können." Quelle: Maxit /sth

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Dämmung & Fenster
news-6238 Thu, 24 Jan 2019 07:02:00 +0100 Geotherm vermittelt Fachwissen zu Erdwärme https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/geotherm-vermittelt-fachwissen-zu-erdwaerme-6238.html Am 14. und 15. Februar 2019 öffnet die Geotherm zum dreizehnten Mal ihre Tore bei der Messe Offenburg. Dann trifft sich die geballte Fachkompetenz der oberflächennahen und tiefen Geothermie auf Europas größter Geothermie-Fachmesse mit Kongress. Neben Europas größter Fachmesse bieten zwei parallel laufende Kongresse Expertenwissen mit Praxisbezügen. Aufgrund der hohen Internationalität der Veranstaltung werden alle Vorträge der beiden Hauptkongresse simultan übersetzt (Deutsch – Englisch – Französisch).

Zum dritten Mal in Folge findet am Vortag der Geotherm, am 13. Februar 2019 ein internationales Symposium in der Oberrheinhalle auf dem Offenburger Messegelände statt. Nach Latein-Amerika und Asien stehen die Anrainerstaaten der Ostsee im Fokus des "Baltic Sea Symposiums". Die Veranstaltung wird von der Internationalen Energie Agentur (IEA Geothermal TCP) initiiert und in Kooperation mit der Internationalen Geothermischen Vereinigung (IGA) durchgeführt.

Internationale und nationale Vertreter nutzen hier die Möglichkeit, sich intensiv über aktuelle Aktivitäten, Erkenntnisse und Projekte der Geothermie-Branche in den Ostsee-Staaten auszutauschen. "Gerade diese Länder mit kalten Wintern haben ein hohes Interesse und einen enormen Bedarf an geothermischen Konzepten und Technologien, um den Ausstieg aus der konventionellen Wärmeerzeugung mittels fossiler Brennstoffe zu vollziehen. Dieses Symposium bietet mit der Kombination aus Länder-, Markt- und Technikinformation die optimale Voraussetzung für das Netzwerken von internationalen und nationalen Teilnehmern im Rahmen des größten Branchenevents. Die Erfolge der beiden letzten Jahre stimmen mich auch für das ‚Baltic Sea Symposium‘ sehr zuversichtlich", ist Lothar Wissing vom Projektträger Jülich und Chairman des IEA Geothermal TCP überzeugt. Die Konferenzsprache ist Englisch. Quelle: Messe Offenburg / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6241 Wed, 23 Jan 2019 08:29:00 +0100 Bauverbände mit Gebäudeenergiegesetz zufrieden https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bauverbaende-mit-gebaeudeenergiegesetz-zufrieden-6241.html Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) begrüßt den derzeit vorliegenden Referentenentwurf zum Gebäudeenergiegesetz von Anfang November 2018. Die energetischen Anforderungen, wie sie nach der EnEV seit 2016 gelten, bleiben demnach sowohl im Neubau als auch im Gebäudebestand bestehen. Das ist auch im Koalitionsvertrag so festgeschrieben. Damit ist der Niedrigstenergiestandard für Deutschland definiert. "Dieses entspricht unserer Forderung, die sich auch aus dem Ergebnis der Baukostensenkungskommission ergibt“, erklärte Wolfgang Schubert-Raab, Vizepräsident für Unternehmensentwicklung und Technik des ZDB. 

Schubert-Raab weiter: "Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sie darf nicht zu Lasten einzelner Bauherren gehen und muss sozialverträglich gestaltet werden. Die Baukosten zeigen, dass mit der derzeit geltenden Energieeinsparverordnung eine wirtschaftliche Grenze erreicht ist. Für darüber hinaus gehende energetische Standards muss eine Förderung erhalten bleiben."

"Eine Verschärfung der energetischen Anforderungen in Richtung Passivhaus, wie sie von einigen Organisationen und Institutionen gefordert wird, halten wir für falsch. Den heutigen energetischen Standard mit den seit 2016 in der EnEV festgeschriebenen Anforderungen als Niedrigstenergiegebäude zu definieren, ist vollkommen ausreichend. Im Sinne des Klimaschutzes ist es viel effektiver, den Gebäudebestand energetisch zu modernisieren," erklärte Schubert-Raab.

Auch eine CO2-Bepreisung der Energieträger, wie die Bundesregierung sie derzeit diskutiert, lehnt der ZDB ab. Sie würde einer Vereinfachung des Nachweises entgegenstehen und führe zu Folgekosten bei Planern und Ausführenden. "Insbesondere Mieter haben keinen Einfluss auf den Energieträger; sie müssten die höheren Mieten aber bezahlen," so Schubert-Raab.

Noch ist das Gebäudeenergiegesetz nicht beschlossen, aber es sei "kurz vor der Ziellinie", so Referatsleiter Peter Rathert auf der Bau 2019. Bedenken gebe es noch von Seiten des BMU, dem die geplante Festchreibung des EnEV-Niveaus nicht ambitioniert genug sei. Bis zur Verbändeanhörung könne es noch dauern. Die Vorgaben aus Brüssel zum Nulleenergiegebäude seien damit aber erfüllt. Quelle: ZDB / pgl

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Finanzierung
news-6242 Wed, 23 Jan 2019 07:46:00 +0100 Zulassungen für KWK waren 2018 rückläufig https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/zulassungen-fuer-kwk-waren-2018-ruecklaeufig-6242.html Das BAFA hat Zulassungszahlen für KWK-Anlagen für 2018 vorgelegt. Die sind noch nicht final, da noch nicht alle eingereichten Anträge bearbeitet sind, zeigen aber eine deutliche Tendenz nach unten. Die Zahlen neu zugelassener KWK-Anlagen waren 2017 bereits rückläufig, 2018 gehen sie vorraussichtlich noch einmal zurück. Die einzige Ausnahme sind Kleinst-KWK für Einfamilienhäuser, da sind die Zahlen auf geringem Niveau positiv.

Bislang meldet das BAFA für das komplette Jahr 2017 eine Zahl von 4234 und für 2018 eine Zahl von 3052 neuen KWK-Anlagen. Das kann sich nach der Prüfung der Anträge noch nach oben verändern, aber die Tendenz geht seit Jahrten deutlich nach unten. Waren es 2014 noch über 7500 Anlagen, waren es in den Folgejahren nur noch etwas mehr als 5000. Bei den Kleinstanlagen bis 2 kW elektrischer Leistung hat sich die Zahl der zugelassenen Anlagen zwischen 1000 und 1500 Stück eingependelt, für 2018 waren es bis Ende Dezember 1387. Dafür werden aber weniger Anlagen zwischen 2 und 20 KW elektrischer Leistung installiert.

Je größer die Anlagen, desto geringer derzeit die Zubauzahlen. Das führt auch dazu, dass die bei KWK zugebaute elektrische Leistung nur noch gering ist. Bis zum Jahresende abschließend geprüfte Anträge gab es für 50 MW elektrische Leistung. Seit 2013 lag diese Zahl immer zwischen 1200 und 1800 MW. pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6239 Tue, 22 Jan 2019 07:40:00 +0100 Effizienzhaus Plus bewährt sich im Monitoring https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/effizienzhaus-plus-bewaehrt-sich-im-monitoring-6239.html 47 Gebäude sind mittlerweile im Monitoring des Netzwerks Effizienzhaus Plus. Auch internationale Ausstrahlung gewinnt der Standard. Im japanischen Takamatsu steht bereits seit 2013 ein Passivhaus in Plusenergiebauweise. In Tschechien ist vor kurzem eine erste Schule in das Netzwerk aufgenommen worden. Aktuelle Monitoring-Ergebnisse stellte ein Workshop im Rahmen der BAU 2019 vor. Aus Sicht der Bundesregierung sollen Effizienzhäuser Plus einen wichtigen Beitrag zur Klimabilanz erbringen. Monika Thomas, Ministerialdirektorin im Bundesinnenministeriumn, zu dem mittlerweile auch der Baubereich gehört, verwies dazu 2018 auf einem vorangegangenen Workshhop des Netzwerks auf die vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) im Rahmen der Begleitforschung angefertigte Studie zum CO2- Minderungspotential durch Effizienzhaus-Plus-Bauten. Bei einer Marktdurchdringung von 15 Prozent bei Neubauten und sanierten Bestandsgebäuden ließen sich bis 2050 zusätzlich jährlich 14 Millionen Tonnen CO2 gegenüber dem heutigem EnEV-Standard einsparen. Dass es zu einer auch nur annähernd so hohen Marktdurchdringung kommt ist allerdings unwahrscheinlich.

36 Abschlussberichte aus dem Monitoring liegen mittlerweile vor, berichtete Arnd Rose vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Er verwies dabei auch auf eine Analyse der Global-Warming-Potentiale. Er hat dazu im Rahmen eines Forschungsgutachtens das CO2-Einsparpotenzial unterschiedlicher Gebäude-Energiestandards untersucht. Hierbei wurden sowohl der Energiebedarf für den Gebäudebetrieb als auch die Umweltauswirkungen der erforderlichen Baustoffe für Bau- und Instandhaltung während des Lebenszyklus betrachtet. Die untersuchten Effizienzhäuser Plus schnitten dabei gut ab. Durch größere Energieeffizienz werde die graue Energie, die zur Herstellung der Baustoffe benötigt werde wichtiger für eine Bilanz, sie mache einen großen Unterschied aus. Abweichungen nach oben ergaben sich häufig beim Strom, die veranschlagten 20 kWh/m2/a reichten meist nicht.

Zentral ist zudem die optimale Nutzung des erzeugten Stroms auch in Quartieren. Getestet wurde das unter anderem in der Living Lab Plusenergiesiedlung in Wuppertal. Durch eine Ringleitung, die den auf den Dächern erzeugten Strom verteilte, erhöhte sich die PV-Nutzung um 15 Prozent. Bei Einzelhäusern lag der Eigenverbrauchsanteil bei 21 Prozent, bei einer Quartiersnutzung bei 37 Prozent. Die Kosten für die Verteilung sind aber so hoch, dass es nicht wirtschaftlich ist.

Gebäudehülle 40 Prozent besser als Standard

Einen Vergleich der Objekte im Effizienzhaus-Plus-Monitoring zum EnEV-Referenzgebäude zog Antje Bergmann vom Fraunhofer Institut für Bau- und Raumplanung (IBP). Die Gebäudehülle sei bei den Effizienzhäusern Plus im Schnitt 40 Prozent besser als die des EnEV-Referenzgebäudes. Immerhin 44 Prozent arbeiten mit Erdwärmepumpen. Nicht zufriedenstellend seien die durchschnittlichen Arbeitszahlen von 2,6 bei Luftwärmepumpen und 3,2 bei Erdwärmepumpen. Um den Strombedarf zu decken, verfügen die untersuchten Häuser über 0,5 Quadratemter PV pro Quadratmeter Wohnfläche. 15 Prozent der Häuser haben einen Speicher. Das Resümee der Forscherin dazu ist zwiespältig: "Teilweise liegen die Speicher gut, teilweise gab es auch hohe Ausfallzteiten und Verluste." Da habe sich aber in den vergangenen Jahren viel getan. Dennoch sieht Bergmann noch Untersuchungsbedarf. Abweichungen nach obeb gab es beim Endenergiebedarf. Die Einfamilienhäuser lagen 11 Prozent über den Berechnungen, die Mehrfamilienhäuser noch deutlich höher.

Georg Lange, Technischer Leiter des Bundes Deutscher Fertigbau, hat unterschiedliche Konzepte zur Versorgung kompletter Quartiere vorgestellt und Praxiserfahrungen aus gebauten Objekten referiert. Er verwies darauf, dass sich nach den Auswertungen aus der Wuppertaler Fertighaussiedlung nur wenige Konzepte wirtschaftlich rechnen, auch wenn ein energetischer Nutzen durch den Energieüberschuss gegeben ist. Wirtschaftlich ließen sich bei den untersuchten Gebäuden, die allerdings aus dem Jahr 2015 stammen, weder Batteriespeicher noch Wärmenetze darstellen. Die Speicherpreise sind aber seit 2015 stark gefallen. Quartiersstromnetze mit einer Quartiersbatterie ermöglichten eine Entlastung der Stromnetze.

Bei Plusenergiegebäuden müssen alle Stellschrauben genutzt werden

Über Erfahrungen bei der Errichtung des ersten Plusenergie-Bürohochhauses in Österreich referierte beim Workshop Helmut Schöberl vom Planungsbüro Schöber und Pöll. Seine wichtigste Botschaft: Die eine Stellschraube in Richtung Plusenergiehochhaus gebe es nicht. Entscheidend sei es, alle Bereich unter die Lupe zu nehmen und dabei auf eine extreme Optimierung des Verbrauchs zu achten. 9300 Komponenten haben er und sein Team beim Verbrauch betrachtet und so den Primärenerbedarf von 800 KWh/m2/a inklusive Strom auf 56 KWh/m2/a reduzieren können. von Pia Grund-Ludwig

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Dämmung & Fenster
news-6240 Tue, 22 Jan 2019 07:25:00 +0100 Förderung der Heizungsoptimierung kommt gut an https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/foerderung-der-heizungsoptimierung-kommt-gut-an-6240.html 98 Prozent der Heizungsbesitzer, die das staatliche Förderprogramm für die Heizungsoptimierung genutzt haben, würden dieses laut Bundeswirtschaftsministerium weiterempfehlen. Seit 2016 fördert das Ministerium den Austausch alter Pumpen und den hydraulischen Abgleich von Heizungsanlagen mit einem Zuschuss von 30 Prozent auf die Nettokosten. Seit Start des Förderprogramms für die Heizungsoptimierung im Sommer 2016 wurden mehr als 120.000 Förderanträge bewilligt, über 180.000 Pumpentausche gefördert und über 35.000 hydraulische Abgleiche unterstützt. Laut Bundeswirtschaftsministerium würden 98 Prozent der Fördermittelempfänger das Programm weiterempfehlen. 93 Prozent zeigten sich mit dem Antragsverfahren zufrieden. Die Förderung ist schnell und einfach auf der Website des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt. "Wichtig ist jedoch, sich vor Beauftragung des Handwerkers online für die Förderung zu registrieren", betont Kerstin Vogt vom Serviceportal "Intelligent heizen", einem Angebot des Forums für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik VdZ. Nach Ende der Arbeiten werden Förderantrag und Rechnungskopien über das BAFA-Portal oder per Post übermittelt.

Die Zuschüsse können Besitzer von mindestens zwei Jahre alten Heizungen beantragen. Die Investition lohnt sich, wie Kerstin Vogt erklärt: "Der Einbau einer modernen Heizungs- oder Warmwasserzirkulationspumpe kostet im Schnitt nur 400 Euro brutto und mit dem Zuschuss noch einmal 100 Euro weniger. Gleichzeitig sinken die jährlichen Stromkosten um rund 100 Euro. Die Maßnahme rentiert sich daher schon nach drei Jahren." Auch der hydraulische Abgleich sorgt für geringere Energiekosten. Die optimale Einstellung der Heizung bewirkt, dass sich die Wärme optimal im Gebäude verteilt. "Ein hydraulisch abgeglichenes Heizsystem mit modernen Thermostatventilen kann im Einfamilienhaus ebenfalls mehr als 100 Euro pro Jahr sparen", so Vogt. "Je nach vorhandener Technik kostet diese Dienstleistung ab 500 Euro brutto."

Um den hydraulischen Abgleich exakt durchzuführen, müssen häufig voreinstellbare Thermostatventile an den Heizkörpern nachgerüstet werden. Auch für diese Maßnahme kann der 30-Prozent-Zuschuss beantragt werden. Darüber hinaus werden in Verbindung mit dem hydraulischen Abgleich weitere begleitende Maßnahmen für effizientes Heizen gefördert, wie etwa die Anschaffung und Installation von intelligenter Steuerungstechnik oder Pufferspeichern. Quelle: VdZ / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6236 Mon, 21 Jan 2019 07:37:00 +0100 Pluggit sichert sich Baka-Innovationspreis https://www.enbausa.de/lueftung/aktuelles/artikel/pluggit-sichert-sich-baka-innovationspreis-6236.html Die Lüftungslösung Pluggplan konnte sich auf der Bau 2019 den Baka-Award in der Kategorie Produktinnovation sichern. Pluggit konnte sich mit seinem Produkt gegen 45 eingereichte Wettbewerbsprodukte durchsetzen. Die Lösung eignet sich für Geschosswohnungsbauten mit kleineren und mittleren Wohneinheiten mit maximal drei Ablufträumen (Küche, Bad, WC). Auf Grund seiner geringen Abmessungen und einer Bautiefe von nur 179 mm kann das Lüftungsgerät in der Vorwandinstallation oberhalb des WCs oder unter der Decke montiert werden. Damit eignet es sich auch für die Sanierung. Der minimalinvasive und einfache Einbau dauert maximal einen Manntag.

Die Führungsgröße für die Steuerung der Anlage ist die relative Luftfeuchte. Das System regelt die notwendigen Luftvolumenströme vollkommen nutzerunabhängig und sorgt so für den dauerhaften Gebäudeschutz, verbesserte Wohngesundheit und  Energieeffizienz.

Außerdem hat das Unternehmen als Messeneuheit die Geräteserie Pluggit Avent SP als einheitszentrales Lüftungssystem vorgestellt. Die Lösung ist modular aufgebaut, objektspezifische Anforderungen lassen sich damit einfacher erfüllen. Systemkomponenten wie Vorheizregister oder VOC-Sensoren werden werkzeuglos integriert und automatisch erkannt. Auch ein Kommunikationsmodul steht optional zur Verfügung. Quelle: Pluggit / pgl

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Lüftung & Klima