enbausa.de - Energetisch Bauen und Sanieren https://www.enbausa.de/ Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen de-DE EnBauSa Tue, 19 Nov 2019 18:25:32 +0100 Tue, 19 Nov 2019 18:25:32 +0100 TYPO3 EXT:news news-6736 Tue, 19 Nov 2019 07:49:00 +0100 Wärmepumpen kommt bei Klimazielen Schlüsselrolle zu https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/waermepumpen-kommt-bei-klimazielen-schluesselrolle-zu-6736.html Wenn der Gebäudesektor bis 2050 klimaneutral sein soll, sind neben der Wärmedämmung regenerative Energien unverzichtbar. Das zeigt die jüngst erschienene Studie „Energieeffizienz und zukünftige Energieversorgung im Wohngebäudesektor: Analyse des zeitlichen Ausgleichs von Energieangebot und -nachfrage (EE-GebaeudeZukunft)“ des Instituts Wohnen und Umwelt. Es ist ein strategischer Ausblick, den die fünf Autoren der Studie geben. In zwei Teilen untersuchen sie die Struktur der Energieversorgung sowie zukunftsfähige Neubauten. Zugrunde legen sie der Studie den Mittelwert des Klimaschutzziels hinsichtlich der Treibhausgasemission. Sie orientieren sich daran bis zum Jahr 2050 diese um 87,5 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.

Gefördert wurde das vom IWU koordinierte Forschungsvorhaben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Als Partner waren die Hochschule Darmstadt (Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik) und das Büro für Energiewirtschaft und technische Planung (Aachen) am Projekt beteiligt.

Besitzer von Einfamilienhäusern sind gefordert

Wer sein Eigenheim bereits saniert hat, also gedämmt, die Ölheizung gegen einen Pelletkessel tauscht, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat und gar eine Wärmepumpe nutzt, der ist bereits auf einem guten Weg. „Die Einfamilienhäuser dominieren zahlenmäßig, deshalb sind die Eigentümer gefordert“, sagt Nikolaus Diefenbach vom IWU-Institut und Mit-Autor der Studie.

Im ersten Teil kommen die Autoren zu dem Schluss, dass es möglich ist die Ziele zu erreichen, „bei ehrgeizigen Maßnahmen im Hinblick auf den Wärmeschutz (...) und bei einem weitgehenden Umbau der Wärmeversorgung“. Es ist das Zusammenspiel von Wärmeschutz, regenerativer Energien und technischen Anlagen wie Wärmepumpen notwendig. Da dies den Eigentümer viel Geld kosten kann erklärt Diefenbach hinsichtlich der Fördergelder bei Sanierungsmaßnahmen: „Der Staat muss die Rahmenbedingungen setzen.“

Wärmepumpen sorgen für effizienten Einsatz von Windenergie

Je stärker der Wärmebedarf abgesenkt werden kann, umso weniger Energie wird beispielsweise fürs Heizen benötigt. In diesem Zusammenhang wird es realistischer den Energiebedarf mit Solar- und Windenergie decken zu können. Ausgehend davon sehen die Autoren der Studie in den elektrischen Wärmepumpen eine Schlüsselrolle: „Die Wärmepumpen schaffen zunächst einmal die Grundvoraussetzung dafür, dass Windenergie überhaupt effizient zur Wärmeversorgung eingesetzt werden kann“, heißt es in der Studie. Darüber hinaus kann die Solarenergie über das Stromnetz weitergegeben werden. In Verbindung mit Kraftwerken sowie Kraft-Wärme-Kopplung können Brennstoffe effizienter genutzt werden.

„Wir müssen sparsam mit der Biomasse umgehen“, betont Diefenbach. Die Energieträger stehen nur begrenzt zur Verfügung. Deshalb sollten nicht nur fossile Brennstoffe, wie Gas und Öl, im Gebrauch gesenkt werden, sondern auch Holz für die Wärmenutzung effizient eingesetzt werden. Grundsätzlich sollte laut Studie im Sommer auf Brennstoffe verzichtet werden. Wer bereits jetzt eine Pelletheizung nutzt, sollte bei der nächsten Sanierung wenn möglich auf eine andere Technik umsteigen, um die Ressourcen zu schonen.

Solar- und Windkraftanlagen stoßen an räumliche Grenzen. Wichtig ist deshalb, geeignete Dachflächen für Solarenergie zu nutzen. Und zwar gerade in Städten, da im Gegensatz zu kleineren Orten die Wohnfläche entsprechend der Dachfläche höher ist. „Entscheidend für die Potentiale zur Solar- und Windenergienutzung im Wohngebäudebestand ist (...) die Ausstattung ausreichend hoher Anteile des Gebäudebestandes mit der notwendigen Fähigkeit zur Nutzung dieser beiden Energieträger“, stellen die Autoren in der Studie fest. Ergänzend wären Wärme- und Stromspeicher einzusetzen. Langzeitwärmespeicher und die Wärmeerzeugung aus Tiefengeothermie könnten zudem dabei helfen, die Ziele leichter zu erreichen. Weiter sollte die Technologie für synthetische Brennstoffe vorangetrieben werden.

Konzepte für zukunftsfähigen Neubau

Welcher Gebäudestandard, welcher Wärmeschutz und welche Anlagentechnik sind in einem Neubau nötig, um einen klimaneutralen Wohngebäudebestand zu erreichen? Dieser Frage gingen die Autoren im zweiten Teil der Studie nach. Das Rezept für einen zukunftsfähigen Neubau ist laut den Autoren „ein guter Wärmeschutzstandard und die beste Systemtechnik kombiniert“. Für die Neubauten sollten mit Blick auf die Klimaziele vor allem die Ergebnisse der ersten Studie umgesetzt werden. „Wir müssen den Wärmeschutz gut umsetzen und auf regenerative Energien umsteigen“, fasst Diefenbach zusammen. Dabei sollte sich der Wärmeschutzstandard auf dem Niveau des Passivhauses bewegen.

Unterschiede wurde unter anderem zwischen klimagerechtem Gebäude und bestmöglichem Neubau. Klimagerecht ist ein Gebäude, wenn die Umgebung die Treibhausgasemissionen aufnehmen kann. Wärmeschutz, Wärmeversorgung und erneuerbare Energien wie eine Solaranlage gehören dazu. Erdgas liefert in diesem Fall die elektrische Energie. Der bestmögliche Neubau ist aus Sicht der Autoren ein Baukasten. Die einzelnen Bestandteile des Hauses sollten sich an den besten Lösungen hinsichtlich der Systemtechnik orientieren. Der Wärmeschutz sollte sich nach den Standards des Passivhaus bis mindestens dem Effizeinzhaus-55- Standard richten. Die Autoren stellen fest, je besser der Wärmeschutz umso weniger Anforderungen müssen an die Anlagentechnik gestellt werden.

In Teilen ist Passivhausniveau sinnvoll

Die Analysen der beiden Gebäudetypen im Vergleich zeigen laut den Autoren, dass die beste Anlagentechnik dann notwendig wird, wenn die Standards des Effizienzhaus-55-Niveau den klimagerechten Gebäuden zu Grunde gelegt werden. Diesen sehen die Autoren als sinnvollen Mindestwärmeschutz an, wobei sie raten in Teilen die Werte des Passivhauses anzustreben. Als weitere wichtige Komponente wird in der Studie der Wärmespeicher genannt, der laut den Autoren die höhere Speicherkapazität im Vergleich zum Stromspeicher hat. Diese Wärme kann dann unabhängig von der Verfügbarkeit genutzt werden.

In ihrem Ausblick stellen die Autoren aber auch die Frage, ob die Konzepte weit genug reichen: „Es stellt sich auch die Frage, ob Neubauten nicht einen noch höheren Beitrag liefern müssen, da bei vielen Bestandsgebäuden Klimaschutzmaßnahmen aufwändiger, teurer und teilweise auch nicht so weitgehend möglich sind.“ Die Treibhausgase um 95 Prozent bis 2050 im Vergleich zu 1990 zu senken sei nur mit umzusetzen, wenn verstärkt die Windenergie ausgebaut und neue Techniken wie Power-to-Gas eingesetzt werden. von Anne Leipold

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Heizung & Warmwasser
news-6735 Mon, 18 Nov 2019 17:38:00 +0100 Steuerförderung für Gebäudesanierung gefährdet Qualität https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/steuerfoerderung-fuer-gebaeudesanierung-gefaehrdet-qualitaet-6735.html Die steuerliche Anrechenbarkeit energieeffizienter Gebäudesanierungen ist auf dem Weg. Allerdings droht bei der Umsetzung des von allen Verbänden geforderten Klimaschutzprogramms ins Steuerrecht die Qualitätssicherung am Bau Schaden zu nehmen. Die derzeit obligatorische Einbindung eines qualifizierten Energieeffizienzexperten soll zwar zukünftig bei der steuerlichen Abschreibung energetischer Sanierungen gefördert werden, aber nicht mehr zwingende Voraussetzung sein. Es sollen in Zukunft Fachunternehmererklärungen für das jeweilige Gewerk im Antragsverfahren ausreichen.

Der Bundestag hat in zweiter und dritter Lesung dieses Gesetz inklusive des Änderungsantrags aus dem Finanzausschuss beschlossen. Es soll zum ersten Januar 2020 in Kraft treten, sofern der Bundesrat diesem zustimmt.

Energieberater, Architekten und Ingenieure sind sich einig: Die Qualität am Bau ist ein hohes Gut, das über Jahre hinweg mühevoll aufgebaut wurde. Insbesondere bei geförderten Sanierungen sei sie unerlässlich: „Wenn Steuermilliarden fließen, muss auch gewährleistet sein, dass ihr Einsatz maximal nachhaltig ist und alle politischen Ziele berücksichtigt, so auch die Baukultur", sagt Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer.

„Das bislang bei der KfW-Förderung gängige Vier-Augen-Prinzip, bei dem ein Handwerker umsetzt und ein Energieberater plant und prüft, hat sich als Mittel der Qualitätssicherung hervorragend bewährt", begründet Hans-Ullrich Kammeyer, Präsident der Bundesingenieurkammer, die Kritik an der geplanten Neuregelung.

Das EBS-Prüftool der KfW mit dem zweistufigen Antragsverfahren biete hohe Prozessqualität und verbinde technische Plausibilitätsprüfung und Authentifizierung der Sachverständigen, ergänzt Jürgen Leppig, Bundesvorsitzender des Energieberaterverbands GIH aus der Praxis. „Dies ist eine saubere Schnittstelle zwischen Energieberatern und Bauherren. Zudem gewährleistet es Planungssicherheit und Qualität für die Kunden“, so Leppig weiter.

„Dass ein Energieberater mit im Boot ist, beugt aber nicht nur Bauschäden vor und sorgt für Verbraucherschutz, sondern gewährleistet auch, dass der Hausbesitzer Potenziale voll ausschöpft“, weist Ulrich Zink, Vorstandsvorsitzender des BAKA Bundesverband Altbauerneuerung, auf einen weiteren Vorteil der Baubegleitung hin. Ohne einen strategischen, vom Energieberater erstellen Maßnahmenplan für das ganze Gebäude könnten auch die Einzelmaßnahmen nicht effizient umgesetzt werden. Nur so wirke sich Klimaschutz auch nachhaltig aus, führt Zink weiter aus. 

Eine ganzheitliche Sichtweise verhindere diese Lock-In-Effekte: „Bei einer defekten Heizung kann es beispielsweise Sinn machen, diese noch zu reparieren und vor einem Austausch zuerst das Gebäude zu dämmen. Dadurch kann die neue Heizung kleiner dimensioniert oder eine effizientere Technik eingesetzt werden. Dies senkt den CO2-Ausstoß und spart dem Kunden dauerhaft Kosten", führt Daniel Fürst, 1. Vorsitzender des Zentralverbands Deutscher Schornsteinfeger, aus.

Das technische Prüftool der KfW sollte zu einem zentralen Register für alle Durchführungsbestätigungen weiterentwickelt werden, schlägt Hermann Dannecker, Vorstand des Deutschen Energieberater-Netzwerks, vor. „Damit ist hohe Betrugsprävention in allen steuerfinanzierten Gebäudeförderprogrammen gewährleistet und Transparenz über die Inanspruchnahme der jeweiligen Fördermittel möglich“, erklärt Dannecker weiter. Das ermögliche Bund und Ländern zudem Steuerungsmöglichkeiten bei der Finanzplanung. Zeitgleich bietet das System die Datengrundlage für das im Klimapaket geforderte Monitoring und eine weitgehende Digitalisierung des Antragsverfahrens. Quelle: BAK, pgl

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Finanzierung
news-6734 Mon, 18 Nov 2019 17:25:00 +0100 Software bewertet Klimarisiken von Gebäuden https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/software-bewertet-klimarisiken-von-gebaeuden-6734.html Hitze, Sturm, Hagel oder Starkregen verursachen in Deutschland jedes Jahr große Schäden an Immobilien. Für Eigentümer und Versicherer erwachsen daraus hohe Kosten. Eine neue Web-Anwendung des Bundesinstituts für Bau-. Stadt- und Raumforschung (BBSR) hilft Eigentümern und Investoren, Risiken zu begegnen und baulich besser vorzusorgen. Eigentümer können durch Eingabe objektbezogener Angaben ermitteln, wie gut ihre Immobilie gegen Extremwetter wie Hitze, Starkregen, Hagel oder Sturm gewappnet ist. Die Anwendung zeigt zudem, wie sich durch bauliche Maßnahmen die Risiken verringern und damit mögliche Schäden reduzieren lassen. Das „GIS-ImmoRisk Naturgefahren“ schließt eine Lücke, weil nun erstmals deutschlandweit flächendeckend die Beurteilung von gegenwärtigen und zukünftigen Klimarisiken bei Immobilien möglich wird. Die Web-Anwendung ist im BBSR-Projekt „GIS-ImmoRisk – Entwicklung eines Geoinformationssystems zur bundesweiten Risikoabschätzung von zukünftigen Klimafolgen für Immobilien“ entstanden. Das Tool wird in regelmäßigen Abständen an neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Anforderungen angepasst.

Das BBSR arbeitete in dem Projekt mit zahlreichen Partnern aus Wissenschaft und Praxis zusammen, darunter dem Deutschen Wetterdienst, dem Karlsruher Institut für Technologie, dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V., der Deutschen Rück, dem Climate Service Center Germany und dem Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung. Das Projekt begleitete ein Fachbeirat, dem Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis angehörten.

Interessierte können die geodatenbasierte Anwendung unter www.gisimmorisknaturgefahren.de abrufen. Quelle: BBSR / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6717 Sun, 17 Nov 2019 07:02:00 +0100 Forscher: Festpreis für CO2 macht Klimaschutz teuer https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/forscher-festpreis-fuer-co2-macht-klimaschutz-teuer-6717.html Ein Preis für CO2-Emissionen ist das wirksamste Instrument, um den hohen Schadstoffausstoß im Gebäudesektor zu senken. Im Gegenzug könnten Subventionen und ordnungspolitische Vorgaben größtenteils wegfallen. Die aktuellen Regelungen des Klimapakets sehen jedoch keine Preisbildung für CO2 vor. Der CO2-Preis gleicht eher einer Steuer. Zu diesen Ergebnissen kommen Wissenschaftler des ZEW Mannheim und des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) Dresden in einem aktuellen ZEW policy brief zum Klimapaket der Bundesregierung. Aus Sicht der Umwelt- und Ressourcenökonom/innen ist die Einführung eines nationalen Emissionshandelssystems auf dem Heizmittelmarkt in Deutschland die eigentliche Neuerung des Klimaschutzprogramms für den Gebäudesektor. Einen Preis für klimaschädliche Emissionen zahlen zu müssen, führt dazu, dass Verbraucher/innen die gesellschaftlichen Kosten ihres Heizverhaltens am eigenen Geldbeutel spüren. Es lohnt sich für sie somit, Einsparmaßnahmen zu ergreifen. Das kann bedeuten, dass die Menschen ihre Wohnungen sparsamer beheizen oder ihre Heizung umrüsten.

Wenn die Nachfrage nach klimafreundlichen Technologien steigt, entstehen auch Anreize für Unternehmen, eben in diese Technologien zu investieren. Anders als bei gesetzlichen Vorschriften entscheiden Haushalte und Unternehmen selbst, wie sie zu möglichst geringen Kosten CO2-Einsparungen erzielen können. Das macht die Bepreisung kosteneffizienter als ihre Alternativen. „Es ist deshalb wichtig, dass ein CO2-Preis als Leitinstrument im Gebäudesektor dienen sollte, um Emissionen wirksam und kostengünstig, gerade auch für Verbraucher, zu vermeiden“ , sagt ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, kommissarischer Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement“ .

Ein weiterer Vorteil des Emissionshandels besteht darin, dass die Politik vorgeben kann, wie viel CO2 insgesamt in einem bestimmten Zeitraum ausgestoßen werden darf. Die Preise bilden sich dann auf dem Markt über den Handel mit den für Emissionen erforderlichen CO2-Zertifikaten. Allerdings soll eine solche Mengensteuerung nach den Plänen der Bundesregierung frühestens im Jahr 2026 zum Tragen kommen. Zuvor soll ein Festpreis gelten, der schrittweise angehoben wird. Damit entspricht die Wirkung des Emissionshandels für Heizmittel zunächst eher der einer Steuer.

Anstelle einer echten Preisbildung am Markt verfolgt die Bundesregierung mit dem Klimapaket weiterhin hauptsächlich eine Mischung aus Ordnungsrecht und Subventionierung. Nach Ansicht der ZEW- und IÖR-Wissenschaftler/innen macht dies den Klimaschutz unnötig teuer. Fördermittel für umweltfreundliche Technologien sind oft verschwendet, weil viele Eigentümer auch ohne Zuschuss zum Beispiel in ein neues Heizsystem investieren würden. Solche Mitnahmeeffekte belasten den Bundeshaushalt, ohne zu mehr Klimaschutz zu führen.

Auch höhere Standards für die Energieeffizienz von Gebäuden verringern den CO2-Ausstoß nicht immer im gewünschten Umfang: Der sogenannte Rebound-Effekt beschreibt das Phänomen, dass Haushalte energieeffizientere Wohnungen stärker beheizen. Weil Wärme durch Dämmung und moderne Heiztechnik günstiger wird, steigt der Verbrauch. Ein CO2-Preis hat die entgegengesetzte Wirkung: Höhere Heizkosten machen eine energetische Sanierung für die Eigentümer lukrativ.

Die von der Bundesregierung geplante Verringerung der EEG-Umlage entlastet Haushalte je nach ihrem Stromverbrauch. Da Haushalte, die mehr verbrauchen, auch mehr entlastet werden, fehlt dabei allerdings der Anreiz zum Energiesparen. „Aus ökonomischer Sicht wäre eine Pro-Kopf-Entlastung über die Steuer sinnvoller, wie es sie zum Beispiel in Dänemark gibt. Auch eine Entlastung über Sozialbeträge nach dem Schweizer Modell ist denkbar“, empfiehlt ZEW-Ökonomin Kathrine von Graevenitz, eine der Autorinnen des ZEW policy brief. Die vorgesehene Förderung für Investitionen in Immobilien sieht sie kritisch: „Immobilienbesitz ist in Deutschland sehr ungleich über die Einkommensklassen verteilt. Von der Förderung für Eigentümer profitieren hauptsächlich wohlhabende Haushalte. Die überwiegende Mehrheit der einkommensschwächeren Haushalte wohnt zur Miete und bleibt hier außen vor.“

Das Klimapaket bewirkt also eine gesellschaftliche Umverteilung von unten nach oben. Da ärmere Haushalte einen höheren Anteil ihres Einkommens fürs Heizen ausgeben, sind sie in zweifacher Hinsicht benachteiligt: Einerseits steigen ihre Energiekosten überproportional an, andererseits können sie als Mieter keine Fördermittel beantragen. Zwar erwägt die Bundesregierung eine Aufteilung der CO2-Kosten zwischen Mietern und Vermietern. Allerdings bedeutet das nicht unbedingt eine Entlastung der Mieterhaushalte, da Immobilienbesitzer Möglichkeiten haben, die Kosten an anderer Stelle wieder aufzuschlagen. Zudem könnte die Anreizwirkung der CO2-Bepreisung unter einer solchen Maßnahme leiden: Wenn sowohl Mieter als auch Vermieter jeweils nur die Hälfte der Kosten tragen, könnte die gewünschte Lenkungswirkung in Richtung Energieeinsparung ausbleiben.

Schließlich schlagen die Wissenschaftler/innen vor, ein Evaluierungskonzept zu erarbeiten, um Defizite bei den umwelt- und klimapolitischen Maßnahmen im Gebäudesektor festzustellen und durch entsprechende Verbesserungen deren Wirksamkeit zu erhöhen. Quelle: ZSW / sth

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Finanzierung
news-6723 Fri, 15 Nov 2019 09:57:00 +0100 Verbraucherverband kritisiert Umsetzung der CO2-Bepreisung https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/verbraucherzentrale-bundesverband-kritisiert-umsetzung-der-co2-bepreisung-6723.html Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) sieht in der Einführung einer CO2-Bepreisung einen richtigen Ansatz, kritisiert jedoch, dass die Einnahmen daraus nach den derzeitigen Gesetzentwürfen der Bundesregierung nicht vollständig an die Verbraucher zurückfließen. Der Verband fordert, anstelle einer Pauschale eine dynamische Heiz- und Stromkostenkomponente inklusive CO2-Kompontente einzuführen. Viele Verbraucher wollen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, so der vzbv. Im Juni 2019 sprachen sich in einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Verbandes 66 Prozent der Befragten für einen CO2-Preis aus. Voraussetzung ist allerdings, dass die Beträge vollständig an die privaten Verbraucher zurückgegeben werden und nicht im Staatshaushalt verbleiben. Dagegen würden 61 Prozent der Befragten die CO2-Bepreisung nicht unterstützen, wenn die Erträge in den Staatshaushalt fließen.

Die Einführung einer CO2-Bepreisung sei der richtige Ansatz. Nur so lasse sich CO2 nach dem Verursacherprinzip einsparen, so der Verbraucherverband in jetzt in einer Stellungnahme. Der vzbv fordert aber gleichzeitig, dass Einnahmen aus einer CO2-Bepreisung vollständig an die Verbraucher zurückfließen müssen. Ansonsten fehlten Anreize für einen klimafreundlichen Konsum und finanzielle Spielräume für Eigeninitiative der Verbraucher. Diese vollständige Rückführung sei aufgrund der aktuellen Gesetzesentwürfe der Bundesregierung noch nicht gegeben.

Positiv bewertet der Verband, dass es Härtefallregelungen bei der CO2-Bepreisung geben soll. Vor diesem Hintergrund begrüßt der vzbv die Erhöhung des Wohngeldes ab 2021 zur Vermeidung sozialer Härten bei steigenden Heizkosten. Allerdings fehlt aufgrund der pauschalen Erhöhung nur nach Haushaltsgröße die nötige Differenzierung, um die unterschiedlichen Realitäten der Wohngeldempfänger realistisch abzubilden. Der vzbv fordert daher, eine dynamische Heiz- und Stromkostenkomponente inklusive CO2-Kompontente einzuführen. 

Zur Vermeidung sozialer Härten bei steigenden Heizkosten sollen die Wohngeldbezieher durch eine Erhöhung des Wohngeldes unterstützt werden. Die Entlastung soll in Form einer CO2-Komponente erfolgen und nach der Haushaltsgröße gestaffelt werden. Im Durchschnitt aller Wohngeldhaushalte würde die Entlastungspauschale im Jahr 2021 laut BMI voraussichtlich zu einem um rund 15 Euro erhöhten Wohngeld pro Monat führen. Die CO2-Komponente soll als Zuschlag zur Miete in die Wohngeldberechnung eingehen. Zwar sei es begrüßenswert, dass Wohngeldempfänger durch einen pauschalen Zuschuss bei steigenden Heizkosten unterstützt werden. Der im Referentenentwurf enthaltene Zuschlag zur pauschalen Berücksichtigung der CO2-Komponente bei den Heizkosten greife aber zu kurz, da die Energiekosten insgesamt nicht ausreichend berücksichtigt werden, so der Verbraucherverband. Darum gehe es aber für Wohngeldempfänger prioritär. 

Im Gesetzesentwurf wird auf die Notwendigkeit der Pauschalisierung verwiesen, da keine Informationen über die Heizungsart und den Energieverbrauch der Wohngeldempfängerinnen und -empfänger vorliegen. Der vzbv verweist hier auf andere Sicherungssysteme, wie zum Beispiel Hartz IV, in denen eine solche Berücksichtigung möglich ist. Diese Pauschalisierung ist aus Sicht des vzbv unzureichend, da die Höhe der Energiekosten neben der CO2-Bepreisung auch wesentlich vom energetischen Energieeffizienzniveau des Gebäudes sowie vom Preis des jeweiligen Energieträgers abhängt. Zum Beispiel sind die Heizkosten 2017 bei einer Versorgung mit Heizöl gestiegen, während es bei Versorgung mit Fernwärme- und Erdgas zu Preisreduzierungen gekommen ist.

Außerdem fällt die CO2-Bepreisung bei unterschiedlichen Energieträgern unterschiedlich hoch aus, bei Heizöl ist sie zum Beispiel höher als bei Erdgas. All diese Parameter werden letztlich in den Heiz- und mittelbar auch im Strompreis abgebildet. Daher sollte die individuelle Höhe der Heiz- und Stromkosten berücksichtigt werden. Der vzbv plädiert daher dafür, im Rahmen der Anpassung des Wohngeldes eine dynamische Komponente für Heiz- und Stromkosten einzuführen, die die Komponente der CO2-Bepreisung einschließt. Diese Parameter könnten beispielsweise in Form eines Index abgebildet werden, der sich an den jährlichen Entwicklungen der Heiz- und Stromkosten orientiert. Darüber hinaus sollten im Rahmen des Index den verschiedenen Energieträgern Rechnung getragen werden. Quelle: vzbv / sth

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Heizung & Warmwasser
news-6722 Fri, 15 Nov 2019 09:55:00 +0100 Forscher testen Einsatz von geringwertigem Laubholz für Holzfaserplatten https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/forscher-testen-einsatz-von-geringwertigem-laubholz-fuer-holzfaserplatten-6722.html Der Klimawandel bedroht die heimischen Nadelholzkulturen. Nadelholz wird unter anderem für die Herstellung von mitteldichten und hochdichten Holzfaserplatten (MDF und HDF) benötigt. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI fanden nun heraus, wie man geringwertige Laubholzarten für die Herstellung dieser Holzwerkstoffe nutzen kann. Der holzverarbeitenden Industrie eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten, um Versorgungsengpässe von Nadelholz auszugleichen. Extreme Trockenheit, Waldbrände, Stürme und Schädlinge haben den deutschen Wäldern in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Um die Wälder in Zeiten des Klimawandels widerstandsfähiger zu machen, werden mehr Laubbäume als Nadelbäume angepflanzt. Dadurch verstärkt sich in Zukunft die Verknappung von Nadelholz, während die Menge an Laubholz zunimmt.

Für die holzverarbeitende Industrie stellt eine lückenhafte Versorgung mit Nadelholz ein Problem dar. Daher ist es naheliegend, die Verwendung von geringwertigen Laubholzarten in der Produktion zu testen, um so Versorgungsengpässen entgegenzuwirken. Geringwertige Laubholzsortimente wurden bisher hauptsächlich thermisch verwertet. Die Forschenden des Fraunhofer WKI fanden eine Lösung für eine stoffliche Nutzung.

"Geringwertige Laubhölzer sind in Zukunft sicher verfügbar. Die Nutzung als Basis für Holzwerkstoffe ist außerdem nachhaltiger als die als Heizmittel", beschreibt Projektleiter Dr. Dirk Berthold die Ausgangslage. Berthold und sein Team untersuchten im Projekt "GerLau" die Optimierung der Zerfaserungstechnologie und die Herstellung von Faserplattenwerkstoffen. Die Projektpartner, die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) und die Georg-August-Universität Göttingen, befassten sich mit der Potenzialanalyse und der Wertschöpfungskette von geringwertigem Laubholz.

Im Technikum des Fraunhofer WKI fanden zunächst Versuche zur Zerfaserung statt, um die Fasern mittels unterschiedlicher Methoden zu fraktionieren und die Qualitäten einzuschätzen. Die Fasern aus den Laubhölzern Buche, Esche und Birke wurden dann in einer Mischung mit Fichtenfasern zu MDF- und HDF-Platten weiterverarbeitet. So fanden die Forschenden heraus, dass eine Substitution des Nadelholzes durch Laubholz von bis zu 50 Prozent möglich ist.

"Wir konnten zeigen, dass bereits marktübliche Mahlscheiben-Garnituren gute Ergebnisse hinsichtlich der Faserausbeute und Größenverteilung erzielen. Die Faserqualitäten entsprechen denen reiner Nadelholzfasern und sind zur Herstellung von MDF- und HDF-Platten geeignet", fasst Berthold zusammen. Außerdem konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anhand der Plattenproduktion und Prüfung feststellen, dass die MDF- und HDF-Platten die Qualitätsanforderungen an die mechanischen Eigenschaften erfüllen.

Das Projekt "GerLau" wurde mit den Partnern Georg-August-Universität Göttingen, Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt durchgeführt und durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert. Quelle: Fraunhofer WKI / sth

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Dämmung & Fenster
news-6728 Thu, 14 Nov 2019 07:28:00 +0100 Umweltbundesamt empfiehlt Efficiency First https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/umweltbundesamt-empfiehlt-efficiency-first-6728.html In einer umfangreichen Studie hat das Umweltbundesamt Strategien hin zum klimaneutralen Gebäudebestand untersucht. In seinen Empfehlungen an Planer und Gebäudebesitzer steht Effizienz an erster Stelle. Federführend bei der Studie waren Boris Mahler, Simone Idler und Tobias Nusser vom Steinbeis-Transferzentrum für Energie-, Gebäude-und Solartechnik, Stuttgart sowie Johannes Gantner vom Fraunhofer Institut für Bauphysik IBP, Stuttgart. Ihre Untersuchung hat den Energieaufwand im gesamten Lebenszyklus von verschiedenen Gebäudetypen und Energiekonzepten unter die Lupe genommen.

"Für die Umsetzung ressourcenschonender Gebäudekonzepte gilt das Grundprinzip Efficiency First", stellt die Studie in ihren Empfehlungen fest. Zuerst gelte es den gebäudeseitigen Energiebedarf durch eine effiziente Gebäudehülle und Anlagentechnik und durch ein energiebewusstes Nutzerverhalten zu minimieren. Das bedeutet:

  • Gebäudehülle nach EnEV-Neubauniveau (sanieren),
  • effiziente Haushaltsgeräte,
  • Flächeneffizienz,
  • energiebewusstes Nutzerverhalten.

Erst danach finden Erneuerbare Erwähnung, "neben einem geringen Energiebedarf ist der Einsatz von erneuerbaren Energien die wesentliche Komponente um CO2-Emissionen im Gebäudesektor zu reduzieren", so die Auswertung.

Die Autoren haben zudem ein Ranking notwendiger Maßnahmen erstellt, an dem sich Planer und Eigentümer orientieren können:

  1. Dezentrale regenerative Stromerzeugung und Eigenstromnutzung
  2. Regenerative Wärmeerzeugung
  3. Ressourcenschonendes Bauen im Lebenszyklus durch Sanierung von Mehrfamiliengebäuden oder Neubau in Leicht-/Holzbaubauweise
  4. Gebäudehülle verbessern auf KfW Effizienzhaus 55
  5. Lüftung mit Wärmerückgewinnung

Hohe Relevanz hat das Thema gebäudenahe Photovoltaik. Besondere Relevanz räumen die Autoren der Gebäudeintegration der Anlagen zu: "Gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen tragen in großem Maße zur Minderung des Energieaufwands bei", schreiben sie in ihren Empfehlungen. Sie fordern, dass bei Neubauvorhaben Photovoltaikanlagen bereits im Gebäudeentwurf eingeplant und berücksichtigt werden sollen. In der Sanierung sei das schwierig, dort sollten bei einer anstehenden Dach- oder Fassadensanierung gebäudeintegrierte Systeme oder vorgefertigte Fassadenmodule zum Einsatz kommen.

Bei Eigennutzung ist Photovoltaik wirtschaftlich

Außerdem legen die Autoren großen Wert auf den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms: "Wird der erzeugte Strom im Gebäude selbst genutzt, wie es bei einer selbst genutzten Immobilie die gängige Praxis ist, sind Photovoltaikanlagen wirtschaftlich." Beim Mieterstrom habe die Bundesregierung mit dem Mieterstromgesetz die notwendigen Voraussetzungen geschaffen. Nun liege der Ball im Feld der Wohnungswirtschaft: "Um neben Privathaushalten auch Mieter am Ausbau der erneuerbaren Energien zu beteiligen, liegt es nun an Planern und Akteuren aus der Wohnungswirtschaft dieses Angebot in Anspruch zu nehmen und einen wirtschaftlichen Betrieb von Mieterstrommodellen zu realisieren. Neue Geschäftsmodelle in der Wohnungswirtschaft sind dabei gefordert." Das gestaltet sich aber schwierig, bislang werden die Fördermittel aus dem Mieterstromgesetz kaum angenommen. Einige Beispiele zu Warmmieten, die auch Stromlieferung beinhalten gibt es aber bereits. Die Studie nennt das Aktiv-Stadthaus in Frankfurt, bei dem die AGB Frankfurt Holding den Mietern ein Freikontingent an Wärme und Strom zur Verfügung stellt.

Ein weiterer zentraler Baustein zur Senkung des Energieaufwands ist aus Sicht der Autoren die Nutzung regenerativer Energieträger für die Wärmeerzeugung. Bereits heute würden in 40 Prozent der nach KfW Effizienzhaus 55 geförderten Gebäudesanierungen Holzpelletheizungen eingebaut. Das nachhaltig verfügbare Biomassepotenzial sei jedoch stark begrenzt, so die Autoren. Sie favorisieren Wärmepumpensysteme auf Basis lokal verfügbarer regenerativer Energiequellen wie Erd-, Abwasser- und Umgebungswärme in Kombination mit einer regenerativen Stromquelle (dezentrale Photovoltaik) und Niedertemperatursystemen und bezeichnen Wärmepumpen als" Schlüsseltechnik der zukünftigen Wärmeversorgung".
Eine weitere Schlüsseltechnik sei die Bereitstellung von Fernwärme mit hohem regenerativen Anteil oder der Nutzung von Abwärme oder Sekundärbrennstoffen. "Vor allem im verdichteten innerstädtischen Bereich kann Fernwärme aus Sekundärbrennstoffen in Kombination mit KWK oder industrieller Abwärme beziehungsweise Abwasserwärme in Kombination mit Wärmepumpensystemen ganzjährig zur Verfügung stehen." Für ländliche Regionen sehen sie solare Nahwärmesysteme mit Langzeitwärmespeicher.

Leichtbauweise soll CO2-Fußabdruck verringern

Eine energetische Gebäudesanierung sei aufgrund des guten Kosten-/Nutzen-Verhältnisses vor allem im Mehrfamilienhausbereich sinnvoll, so die Studie: "Durch die untersuchten Sanierungskonzepte lassen sich mit einem Neubau vergleichbare CO2-Emissionen von 10 – 15 kg CO2-Ä./(m²Wfl.·a) erreichen." Durch den Bestandserhalt und ein niedriges A/V-Verhältnis sind die Maßnahmen mit weitaus niedrigeren Kosten im Vergleich zu einem Neubau verbunden. Der Nullenergiestandard konnte in den untersuchten Typgebäuden im mittleren und größeren Mehrfamilienhausbereich gut erreicht werden. Die Erreichung eines Plusenergiestandards im Bestand wurde nicht untersucht.

Im Neubau von Ein- oder kleinen Mehrfamilienhäusern seien Alternativen zur konventionellen Massivbauweise gefordert. "Das Potenzial CO2-Emissionen durch Leichtbau- oder Holzbauweisen zu senken ist je nach Region mit keinen Mehrkosten verbunden", hat die Studie errechnet.

Bei den Gebäudehüllen der untersuchten Gebäude kommt die Studie zum Ergebnis, dass wine verbesserte Gebäudehülle gemäß KfW Effizienzhaus 55 im Einfamilienhausbereich kostenneutral ist und bei fossilen Energieträgern zu einer CO2-Reduktion von bis zu 20 Prozent im Neubau und bis zu 35 Prozent bei einer Gebäudesanierung geführt hat. Im Mehrfamilienhausbereich spart eine verbesserte Gebäudehülle gemäß KfW Effizienzhaus 55 maximal 15 - 20 Prozent an CO2-Emissionen ein und ist mit 1 – 2 Prozent Mehrkosten verbunden. Eine weitere Verbesserung der Dämmung von KfW Effizienzhaus 55 auf KfW Effizienzhaus 40 führt im typischen Einfamilienhaus aufgrund des hohen A/V-Verhältnisses zu einer weiteren CO2-Einsparung von maximal 15 Prozent bei etwa 5 Prozent Jahresgesamtmehrkosten. Im Mehrfamilienhausbereich kann eine Verbesserung der Dämmung von KfW Effizienzhaus 55 auf KfW Effizienzhaus 40 bei einer fossilen Wärmeerzeugung maximal weitere 2 kgCO2-Ä./(m²Wfl.·a) einsparen und ist im Neubau mit etwa 2 Prozent Mehrkosten und in der Sanierung mit 5 Prozent Mehrkosten verbunden. Wichtig: "Bei einer regenerativen Energieversorgung führt eine Dämmung gemäß KfW Effizienzhaus 40 gegenüber KfW Effizienzhaus 55 jedoch zu keinen weiteren CO2-Einsparungen mehr beziehungsweise führt sogar zu einer Erhöhung der CO2-Emissionen im Lebenszyklus." Flächendeckende regenerative Energieversorgung sei aber erst in der Zukunft realisierbar, derzeit ist mit fossiler Energieversorgung zu rechnen.

Mehrdämmung ist bei Förderung zu empfehlen

Können bei Wärmeversorgungskonzepten mit regenerativem Anteil entsprechende KfW-Fördermittel in Anspruch genommen werden, sei eine Mehrdämmung unter aktuellen Bedingungen sowohl im Ein- als auch im Mehrfamilienhausbereich wirtschaftlich und daher zu empfehlen. Im Gebäudebestand kann eine verbesserte Dämmung gemäß KfW Effizienzhaus 55 mit größerem Aufwand verbunden sein, so die Studie. Dazu zählen vor allem Änderungen bei den Dachüberständen.

Die Integration von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung anstelle von reinen Abluftanlagen ist in erster Linie aus Komfortgründen zu rechtfertigen, so die Untersuchung. Liegen beispielsweise Schallschutzanforderungen im innerstädtischen Bereich in Kombination mit einer fossil geprägten Wärmeversorgung vor, bringen Wärmerückgewinnungssysteme doppelten Nutzen.

Flexible Gebäudekonzepte sorgen für langfristige Effizienz

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Faktor ist ein steigender Wohnflächenbedarf und der vom Nutzerverhalten abhängende individuelle Energiebedarf. Hier seien auch die Planer gefragt, so die Studie: " Eine sowohl sozial als auch klimaoptimierte Architektur muss auf verschiedene Wohnbedürfnisse durch Familien-, Paar- und Singlehaushalte sowie Wohngemeinschaften eingehen. Eine flexible Architektur und die damit verbundene Reduzierung des Wärme- und Stromverbrauchs kann auch einer Energiearmut entgegenwirken." von Pia Grund-Ludwig

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Finanzierung
news-6721 Thu, 14 Nov 2019 07:21:00 +0100 Effizienz-Weltrekord für organische Solarmodule aufgestellt https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/effizienz-weltrekord-fuer-organische-solarmodule-aufgestellt-6721.html Ein Forscherteam aus Nürnberg und Erlangen hat eine neue Bestmarke für die Umwandlungseffizienz von organischen Photovoltaikmodulen (OPV) gesetzt. Ihr Modul erzielt auf einer Fläche von 26 Quadratzentimetern einen Wirkungsgrad von 12,6 Prozent. Bisher lag der Höchstwert bei 9,7 Prozent. Beteiligt waren Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), des Bayerischen Zentrums für Angewandte Energieforschung e. V. (ZAE) und des Helmholtz-Instituts Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN), einer Außenstelle des Forschungszentrums Jülich in Zusammenarbeit mit der South China University of Technology (SCUT).

Der höchste, jemals für ein organisches Solarmodul gemessene Wert wurde durch eine zertifizierte kalibrierte Messung unter Standardprüfbedingungen im unabhängigen Zertifizierungslabor des Fraunhofer ISE (Freiburg) im September 2019 bestätigt. Das mehrzellige Modul entstand in der Solarfabrik der Zukunft am Energie Campus Nürnberg (EnCN) in einem Beschichtungslabor mit einer einzigartigen Megawatt-Pilotlinie für Dünnschicht-Photovoltaik, die mit finanzieller Unterstützung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums konzipiert und realisiert wurde.

Organische Solarzellen bestehen zumeist aus zwei verschiedenen organischen Komponenten, die die erforderlichen Halbleitereigenschaften mit sich bringen. Im Unterschied zum herkömmlich verwendeten Silizium, das energieintensiv aus der Schmelze gezogen wird, können organische Halbleiter aus einer Lösung heraus direkt auf eine Trägerfolie oder einen Glasträger aufgebracht werden. Das verringert zum einen die Herstellungskosten, zum anderen ermöglicht die Verwendung biegsamer, leichter Materialien neue Anwendungen, etwa in mobilen Geräten oder Kleidung, auch wenn die Effizienz noch nicht mit der klassischer Siliziumsolarzellen vergleichbar ist.

„Dieser Meilenstein in der Forschung an organischen Halbleitern zeigt, dass die jüngsten Leistungsentwicklungen mit zertifizierten Zellwirkungsgraden von über 16 Prozent nicht auf den Labormaßstab beschränkt sind, sondern bereits bis auf Modul- und Prototypenebene skaliert werden können“, erklärt Professor Christoph Brabec von der FAU, Direktor am HI ERN und wissenschaftlicher Leiter der Solarfabrik der Zukunft, einer Forschungsgruppe des ZAE Bayern.

Konstruktionsbedingt liegt die Effizienz kompletter Photovoltaikmodule immer etwas niedriger als die der einzelnen Zelle. Ein Teil der Modulfläche ist zum Beispiel immer inaktiv, da dieser Bereich zur Verschaltung der Einzelzellen verwendet wird. Mit zunehmender Fläche des Moduls wachsen auch die Verluste durch den elektrischen Widerstand der Elektroden.

Das Rekordmodul besteht aus zwölf in Reihe geschalteten Zellen und verfügt über einen geometrischen Füllfaktor von über 95 Prozent. Dieser Anteil der Modulfläche trägt aktiv zur Stromerzeugung bei. Bezogen auf die aktive Fläche erzielt es sogar einen Wirkungsgrad von 13,2 Prozent. Die Minimierung inaktiver Flächen gelang mittels hochauflösender Laserstrukturierung, wie sie in den letzten Jahren in der „Solarfabrik der Zukunft“ entwickelt und optimiert wurde. Quelle: ZAE Bayern /sth

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Solarenergie
news-6719 Thu, 14 Nov 2019 07:05:00 +0100 Hirsch Porozell stattet Flachdach-Dämmplatte mit Sensor aus https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/hirsch-porozell-stattet-flachdach-daemmplatte-mit-sensor-aus-6719.html Der Hersteller Hirsch Porozell hat seine Ilos 2.0 EPS-Flachdach-Dämmplatte mit Leckageortungsfunktion modifiziert. Ab sofort wird die Flachdach-Dämmplatte in verschiedenen Druckfestigkeiten und Wärmeleitstufen geliefert. Dank integrierter Sensoren kann sie Undichtigkeiten der Abdichtung frühzeitig und sicher erkennen. Dabei werden die Daten der einzelnen Sensoren mittels RFID-Technik batterie- und kabellos und somit ohne Einfluss auf die Dachabdichtung übertragen. Die innovative Dämmlösung für Flachdächer von Hirsch Porozell gilt dem Hersteller zufolge als besonders wirtschaftlich, da die Positionen der einzelnen Sensoren flexibel und individuell nach den Erfordernissen eines Bauprojektes festgelegt werden können. Die Verlegung erfolge schnell und einfach, da die Ilos 2.0 wie klassische Flachdach-Dämmplatten verlegt werden.  

Der in die Dämmplatte integrierte Sensor detektiert sicher stehendes Wasser und Nässe und ist dabei leistungsstark und robust. Das Signal kann auf Grund der Datenübertragungstechnik des RFID-Chips durch sämtliche Dachschichten hindurch empfangen werden. Dies ermöglicht die einfache Kontrolle des Flachdaches. Beim Begehen der Dachfläche liest ein Scanner die Daten der Sensoren aus, diese werden per Bluetooth über eine spezielle App an ein Smartphone gesendet.

So macht die Flachdach-Dämmplatte Nässe im Dachaufbau sichtbar. Die nasse Stelle lässt sich dabei zentimetergenau lokalisieren. Damit schreitet auch die Digitalisierung des Flachdaches voran. Neben dem Einbau aktuellster Technik, der auch die Bauabnahme erleichtert, kann mit den Sensoren die Lebensdauer eines Flachdaches kontrolliert verlängert werden. Das innovative System gibt Sicherheit vor Nutzungsausfällen und verhindert aufwändige Reparaturen.

Die Ilos Flachdach-Dämmplatte mit integriertem HUM-ID-Sensor wird wie gewohnt im Format 1.000 x 1.000 mm und mit umlaufenden Stufenfalz in den Schichtdicken von 40 mm – 200 mm geliefert. Die Dämmplatte ist in den günstigen Bemessungswerten der Wärmeleitfähigkeit von λ=0,031 W/(m∙K) bis λ=0,035 W/(m∙K) lieferbar. Quelle: Hirsch Porozell / sth

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Dämmung & Fenster
news-6727 Tue, 12 Nov 2019 13:56:25 +0100 Bundesrat will Änderungen am Klimaschutzgesetz https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bundesrat-will-aenderungen-am-klimaschutzgesetz-6727.html Der Bundesrat hat in seiner Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Einführung eines Bundes-Klimaschutzgesetzes Änderungen gefordert. Mit dem Gesetzentwurf sollen die Klimaschutzziele erstmals gesetzlich normiert werden und die Sektorziele des Klimaschutzplans 2050 in jährliche Emissionsbudgets für die Sektoren Energie, Industrie, Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft übertragen werden. Die Länder bitten die Bundesregierung darum, zu prüfen, wie das derzeitige System von Steuern, Gebühren, Umlagen und Abgaben im Energiebereich konsolidiert und reformiert werden könne. Das bestehende System werde den heutigen Anforderungen durch Energiewende und Klimaschutz nicht mehr gerecht. Weiter unterstreichen sie, dass im Verkehrssektor ein größerer Anteil an erneuerbaren Energien erreicht werden müsse. Dafür müsse die "Entwicklung marktreifer Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb weiter forciert" werden und eine Infrastruktur für Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland durch ein Bundesprogramm gefördert werden. Kurzfristig könne Biogas als Treibstoff dazu beitragen, den Treibhausgasausstoß zu reduzieren.

Hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen der geplanten Klimaschutzmaßnahmen kritisiert der Bundesrat, dass Mehreinnahmen für den Bund mit geringeren Steuereinnahmen von Ländern und Gemeinden korrespondieren könnten, und fordert daher eine "faire, sachgerechte und verhältnismäßige Verteilung".

Laut Stellungnahme soll zudem der Expertenrat für Klimafragen, der Bundesregierung und Bundestag beraten soll, nicht aus fünf, sondern aus sieben sachverständigen Personen aus den Bereichen Klima, Verkehr, Umwelt, Wirtschaft, Verkehr und Soziales bestehen.

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung soll am Mittwoch ohne Debatte zur federführenden Beratung an den Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit überwiesen werden und steht am Freitag zur Abstimmung. Ein wortgleicher Entwurf der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD befindet sich bereits im parlamentarischen Verfahren. Quelle: HIB / pgl

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Finanzierung
news-6725 Tue, 12 Nov 2019 13:09:12 +0100 Bauwirtschaft ist für 2020 zuversichtlich https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bauwirtschaft-ist-fuer-2020-zuversichtlich-6725.html „Wir blicken auf ein gutes Baujahr 2019 und erwarten ein Umsatzwachstum von 5 Prozent. Das entspricht einem Umsatz von 354 Milliarden Euro, den unsere 370.000 Mitgliedsbetriebe erwirtschaftet haben. In 2020 wird der Branchenumsatz auf fast 370 Milliarden Euro steigen.“ Dieses erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer, heute anlässlich der Jahrespressekonferenz seines Verbandes. Wachstumstreiber in der Bauwirtschaft bleibt vorerst noch die Neubautätigkeit. In dieser Sparte wird mit 845.000 Beschäftigten ein Umsatz von 125 Milliarden Euro erwirtschaftet. „Für 2020 rechnen wir mit einem weiteren Anstieg um 4,8 Prozent auf knapp 131 Milliarden Euro,“ so Nachbauer. Hier wirkt sich die hohe Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungsgebieten weiter positiv aus. „Daher rechnen wir mit der Fertigstellung von ca. 300.000 bis 310.000 neuen Wohnungen in 2019 beziehungsweise in 2020. Allerdings fehlen weiterhin Sozialwohnungen. Obwohl in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 81.100 Wohneinheiten pro Jahr aus der Sozialbindung gefallen sind, erreicht das Fertigstellungsniveau nur gut ein Drittel des Bedarfes. Nachdem der Bund den Bund den sozialen Wohnungsbau im kommenden Jahr mit 1 Milliarde Euro fördert, sind nun Länder und Kommunen in der Pflicht, entsprechende Wohnungsbauprojekte auf den Markt zu bringen.

Während das Neubaugeschäft boomt, fällt die Umsatzentwicklung in der Sparte Ausbau mit Plus 3,8 Prozent etwas schwächer aus. „Für 2020 gehen wir von einem Wachstum von 3,6 Prozent auf zirka 96,8 Milliarden Euro aus,“ so Nachbauer.

Die Sparte Gebäudetechnik in der Bundesvereinigung Bauwirtschaft ist mit ca. 1,6 Mio. Beschäftigten und über 136 Milliarden Euro Umsatz in 2019 (+4,8 %) die beschäftigungs- und umsatzstärkste Sparte. Im Jahr 2020 wird der Umsatz auf. 141 Milliarden Euro zulegen.

In den Sparten Gebäudetechnik und Ausbau werden sich die im Klimaschutzpaket der Bundesregierung enthaltenen Maßnahmen langfristig positiv auswirken, allen voran die Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Nachbauer warnte in diesem Zusammenhang vor einer erneuten Hängepartie im Bundesrat: „Die beiden gescheiterten Anläufe für eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung haben zu einem gewissen Attentismus der Eigenheimbesitzer geführt. Daher muss der jetzige Vorschlag dazu möglichst zügig umgesetzt werden. Das Gesetzgebungsverfahren wie auch die Verabschiedung im Bundesrat darf nicht lange dauern.“

Nachbauer ging in seinem Statement auch auf die Forderung nach einer Ausweitung der Kapazitäten ein und erklärte: „Dazu ist es aber notwendig, dass langfristig Planungssicherheit besteht.“ Nachbauer erwartet von dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz keine Entlastung. „Denn dieses Gesetz bietet Arbeitskräften aus der Baubranche mit berufspraktischen Erfahrungen keine Möglichkeiten, einen Aufenthaltstitel in Deutschland zu erhalten.“ Quelle: ZDB / pgl

Derzeit können Arbeitnehmer zwar noch über die sog. Westbalkan-Regelung in deutschen Baubetrieben arbeiten. Diese Regelung läuft jedoch Ende 2020 aus. Gerade einfache, von heimischen Arbeitnehmern nicht mehr ausgeübte Tätigkeiten (Stichwort: Eisenbiegen), werden von angelernten, aber sehr erfahrenen Arbeitnehmern aus den Westbalkan-Staaten ausgeführt.  Nachbauer forderte daher, die Westbalkan-Regelung über das Jahresende hinaus zu verlängern.

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Finanzierung
news-6724 Tue, 12 Nov 2019 11:56:27 +0100 Gebäudereport: Wärmewende kommt seit 2010 nicht voran https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/gebaeudereport-waermewende-kommt-seit-2010-nicht-voran-6724.html Der Energieverbrauch für Raumwärme und Warmwasser in Wohn- und Nichtwohngebäuden betrug im Jahr 2017 deutschlandweit insgesamt 870 Terawattstunden und liegt damit trotz politisch angestrebter Einsparungen leicht über dem Niveau von 2010 (865 Terawattstunden). Das geht aus dem Gebäudereport 2019 der Deutschen Energie-Agentur (Dena) hervor. Grund für den Stillstand sind der Dena zufolge vor allem fehlende Anreize für Sanierungsmaßnahmen und den Einsatz von innovativen Technologien. Die Sanierungsrate stagniere weiter bei etwa einem Prozent pro Jahr, obwohl zum Erreichen der Klimaziele mindestens 1,5 Prozent notwendig seien. Immerhin bestehe durch das Klimapaket der Bundesregierung Aussicht auf einen Kurswechsel und neue Dynamik im Markt.

"Es ist höchste Zeit, dass die Energiewende im Gebäudebereich wieder Fahrt aufnimmt", sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung. "Im vergangenen Jahrzehnt ist wenig passiert. Ohne zusätzliche Anstrengungen werden die Treibhausgasemissionen im Gebäudebereich nach unseren Schätzungen im Jahr 2030 um bis zu 28 Millionen Tonnen über dem angestrebten Wert von 70 bis 72 Millionen Tonnen liegen. Immerhin: Das Klimapaket der Bundesregierung enthält viele gute Ansätze, um den Stillstand zu beenden. Zusammen mit Innovationen wie der seriellen Gebäudesanierung und smarten Technologien kann die Energiewende im Gebäudesektor sogar zu einem Erfolgsmodell werden. Wichtig ist, dass die Maßnahmen jetzt rasch umgesetzt werden. Dann lässt sich die Unsicherheit im Markt und die abwartende Haltung der Eigentümer überwinden."

Zahlen, Daten und Analysen zur Energieeffizienz in Gebäuden

Der Gebäudereport enthält Zahlen, Daten und Analysen zu den Aspekten Gebäudebestand, Energieverbrauch, Energieeffizienz und Klimapolitik. Die Herausforderungen beim Bau von bezahlbarem Wohnraum in Großstädten führt der Report insbesondere auf hohe Grundstückspreise zurück. Seit dem Jahr 2000 sei etwa der Durchschnittspreis pro Quadratmeter Bauland um 46 Prozent gestiegen. Energieeffizienzmaßnahmen hätten dagegen, anders als häufig angenommen, kaum Auswirkungen auf die Miet- und Immobilienpreise. Hohe energetische Standards und niedrige Energieverbräuche führten vielmehr langfristig zu einer Kostenentlastung.

2018 stiegen die Energiekosten privater Haushalte deutlich an, vor allem wegen höherer Preise für Heizöl. Hinzu kommt der zunehmende Absatz von Klimaanlagen, der sich bislang noch auf Nichtwohngebäude konzentriert. Die Zahl der verkauften Geräte ist von 120.000 im Jahr 2009 auf 200.000 im Jahr 2018 angewachsen.

Der Report nennt verschiedene Maßnahmen und Technologien, mit denen die Klimaziellücke im Gebäudebereich geschlossen werden kann. Dazu gehören zum Beispiel innovative Geschäftsmodelle wie serielles Sanieren und Energiespar-Contracting, die schnelle Markteinführung von strombasierten, erneuerbaren Brennstoffen, digitale Lösungen und Künstliche Intelligenz für mehr Energieeffizienz sowie ökologische Stadterneuerung und neue Ansätze auf der Quartiersebene. In all diesen Bereichen ist die Dena mit Initiativen und Projekten aktiv.

Der "dena-Gebäudereport kompakt 2019: Statistiken und Analysen zur Energieeffizienz im Gebäudebestand" steht kostenlos zum Download bereit unter https://www.dena.de/gebaeudereport. Quelle: Dena / sth

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Finanzierung
news-6718 Tue, 12 Nov 2019 07:44:00 +0100 KWK-Branche spürt lange vermissten Rückenwind https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/kwk-branche-spuert-lange-vermissten-rueckenwind-6718.html Noch in diesem Jahr wird es eine Novelle des Novelle Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes (KWKG) geben. Das kündigte Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär am Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), in seinem Grußwort auf dem Jahreskongress des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) an. Er ließ durchblicken, dass im Zuge der Novellierung in den nächsten Wochen beispielsweise die Einbindung erneuerbarer Energie und die möglichst vollständige Rückgewinnung der erzeugten Wärme in das Gesetz eingebracht würden. Erneuerbare und KWK seien kein Widerspruch – im Gegenteil. Auch Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) betonte auf dem Kongress, dass die Energiewende nur in Partnerschaft von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und erneuerbaren Energien aus Sonne, Wind oder Umweltwärme gelingen kann. Insgesamt spüre der B.KWK "einen Rückenwind, den die Branche seit vielen Jahren vermisst hat". Die politischen Vertreter in der Podiumsdiskussion zeigten trotz einzelner bundespolitischer Differenzen eine erstaunliche Einigkeit in Energiefragen. Teilnehmer waren Carsten Müller, MdB (CDU/CSU), Professor Martin Neumann, MdB (FDP), Timon Gremmels, MdB (SPD) und Ralph Lenkert, MdB (DIE LINKE) sowie Heinz Ullrich Brosziewski vom B.KWK.

Deutlich wurde auf dem Kongress auch, dass sich nach den umfangreichen technologischen Grabenkämpfen der gesamten 2000er Jahre nun der Wunsch nach Technologieoffenheit durchsetzt. Alle Vertreter von Politik und Wirtschaft haben diese Technologieoffenheit gepredigt. Nur mit der Nutzung der jeweils lokal am besten geeigneten Technologie oder Mix von Technologien werde eine maximale Menge an CO2 eingespart und so ein Erreichen der Klimaschutzziele ermöglicht, hieß es.

Das "Wie" konnte auch auf dem B.KWK-Kongress 2019 nicht im letzten Detail geklärt werden. Carsten Müller, MdB, brachte die Situation aber mit dem Satz "KWK ist die Technik der unbegrenzten Möglichkeiten" auf den Punkt. Ulrich Brosziewski ergänzte, dass man jetzt und heute die richtigen Schritte gehen müsse, um 2050 erfolgreich zu sein. Denn, einmal installiert "…halten die Biester (gemeint sind hier ausnahmsweise Frischdampfkessel) 50 bis 60 Jahre." Es wurde aber klar, dass die heute installierte Technik in der Lage sein müsse, zukünftige Beimischungen von zunächst 20 Prozent Wasserstoff problemlos zu verkraften.

Denn, so machte B.KWK-Präsident Claus-Heinrich Stahl schon in seiner Eröffnungsrede deutlich, ein großes Potenzial der KWK liegt in dem späteren Umschalten auf erneuerbare Rohstoffe, ohne dass Eingriffe an der installierten Technik nötig sind. Eine Beimischung von erneuerbaren Gasen wie Power-to-Gas-Wasserstoff und Biomethan in Höhe von 25 Prozent müsse Stahl dringend kommen, um das Gasnetz grüner zu machen.

In diesem Zusammenhang kündigte Frank Gröschl vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) ein neues Leuchtturmprojekt an: Ab 2020 sollen im Raum Magdeburg rund 400 Abnehmer vom Einfamilienhaus bis zum Gewerbebetrieb mit Erdgas mit bis zu 20 Prozent Wasserstoffanteil versorgt werden. Damit werde binnen zweier Jahre die Grundlage für die zukünftigen Grenzwerte in den einschlägigen DVGW-Arbeitsblättern geschaffen.

Bei einem "Blick in den Maschinenraum der Energiewende", so Jürgen Kukuk von der ASUE, der als Moderator durch den zweiten Tag des Kongresses führte, werde in Zukunft an immer mehr Orten eine KWK-Anlage gefunden werden. Ein schönes Beispiel dazu zeigte Hagen Fuhl, Vizepräsident des B.KWK, mit dem BHKW des Jahres 2018, das in einer "wahren Effizienzmaschinerie" unter Einsatz von BHKW, Absorptionskältemaschine und Strahlungswärmenutzung die Versorgung eines Krankenhauses mit Strom, Wärme und Kälte übernommen hat. Rund 7.000 Tonnen CO2 würden mit dieser Technik jährlich eingespart. Quelle: B.KWK / sth

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Heizung & Warmwasser
news-6715 Tue, 12 Nov 2019 07:30:00 +0100 Zehn Kommunen mit Klimapreis ausgezeichnet https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/zehn-kommunen-mit-klimapreis-ausgezeichnet-6715.html Das Bundesumweltministerium und das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) belohnen klimaaktive Kommunen mit insgesamt 250.000 Euro Preisgeld. Zehn Kommunen sind beim bundesweiten Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2019“ ausgezeichnet worden. Ihre Projekte zeigen vielfältige Wege zu erfolgreichem Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Die Prämierung fand im Rahmen der 12. Kommunalen Klimakonferenz „Kommunale Beschaffung – Klima und Ressourcen im Blick“ statt. Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, übergab die Preise gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der kommunalen Spitzenverbände, des Umweltbundesamtes und des Deutschen Instituts für Urbanistik. Diplom-Meteorologe Sven Plöger moderierte die Veranstaltung.

Schwarzelühr-Sutter gratulierte den ausgezeichneten Kommunen: „Der Schlüssel zum Klimaschutz liegt in den Kommunen. Sie sind unverzichtbare Partner bei der Umsetzung der Energiewende und dem Erreichen der Klimaschutzziele. Deshalb ist das Engagement der Kommunen so wichtig. Unsere ausgezeichneten ‚Klimaaktiven Kommunen‘ sind Vorreiter und Vorbild zugleich. Wenn alle Kommunen in Deutschland so aktiv mitmachen, dann können wir unsere Klimaziele sicher erreichen. Kommunen, die im Klimaschutz vorangehen, motivieren ihre Bürgerinnen und Bürger und ortsansässige Unternehmen zu einem klimafreundlichen Verhalten und können auch andere Kommunen mitziehen. Die Gewinnerkommunen des Jahres 2019 zeigen, dass Klimaschutz Innovationen in der Wirtschaft ankurbelt und Lebensqualität für die Menschen schafft.“

Professor Carsten Kühl, Geschäftsführer und Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik, eröffnete die Konferenz und verwies auf die gemeinsame Verantwortung im Klimaschutz: „Das große Engagement vieler Kommunen im Klimaschutz, das wir am Difu auch in unserer täglichen Arbeit erleben, zeigt, dass es möglich ist, dem Klimawandel auch auf lokaler Ebene wirksam entgegenzutreten. Klimaschutz bleibt jedoch eine Gemeinschaftsaufgabe und erfordert eine gemeinsame Kraftanstrengung aller.“

Die erste Kategorie belohnt vorbildliche Maßnahmen zur Minderung des Ressourcen- und Energieverbrauchs in Kommunen, zum Beispiel in den Bereichen Stadtplanung und -entwicklung, Mobilität und Fuhrpark oder Infrastruktur. Ebenso gefragt sind erfolgreich umgesetzte Projekte in der Abfall- und Abwasserwirtschaft, in Industrie- und Gewerbegebieten sowie durch Kopplung verschiedener Sektoren. Die Steigerung der Ressourcen- und Energieeffizienz kann dabei beispielsweise mit technischen, organisatorischen oder sozialen Maßnahmen verbunden sein.

Ausgezeichnet wurden die Stadt Eschweiler (Nordrhein-Westfalen), der Kreis Plön (Schleswig-Holstein)  und die Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog (Schleswig-Holstein). Die Stadt Eschweiler hat gemeinsam mit Partnern einen pragmatischen sowie übertragbaren Ansatz zum nachhaltigen Bauen entwickelt und in einer ersten Modellsiedlung erfolgreich umgesetzt. Damit kann der Verbrauch von natürlichen Ressourcen, von Energie sowie der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen bei der Erschließung von Baugebieten, der Errichtung und Nutzung der Gebäude sowie deren Rückbau und Entsorgung um den Faktor X, mindestens jedoch um den Faktor 2, im Vergleich zu einem konventionellen Vorgehen reduziert werden.

Zur Unterstützung und Förderung einer klimafreundlichen Wärmeplanung hat der Kreis Plön ein kreisweites Wärmeplanungskataster erarbeitet, das unter anderem große Wärmeverbraucher und -quellen systematisch erfasst und darstellt. Damit wird das Potenzial zur klimafreundlichen Wärmeversorgung sichtbar gemacht, und der Kreis kann so motivierend und aktivierend auf die Städte, Ämter und Gemeinden sowie weitere Akteure im Kreisgebiet zugehen und daraus Projekte für eine konkrete Umsetzung anstoßen.

Die 160 Personen starke Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog macht erfolgreich vor, wie sonst abgeregelte Windkraft zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden kann. Dazu wurden in Haushalten der Gemeinde alte Heizkessel zu modernen, hocheffizienten Power-to-Heat-Anlagen umgebaut und mit einem virtuellen Kraftwerk verbunden. Das Projekt wurde gemeinsam mit Partnern entwickelt und umgesetzt. Eine solche Technik auf eine ganze Kommune anzuwenden, ist bislang technologisches Neuland.

In der Kategorie 2 war das Thema „Klimaanpassung in der Kommune“. Erfolgreiche kommunale Ansätze, die das Querschnittsthema der Anpassung an die Folgen des Klimawandels – wie stärkere und häufiger auftretende Starkregenereignisse, Stürme, Hitzewellen oder Trockenperioden – vor Ort voranbringen. Eingereicht werden können zum Beispiel konkrete Maßnahmen, handlungsfeldbezogene oder fachübergreifende Strategien, planerische Instrumente oder Modellprojekte, um den Schutz der Bevölkerung sowie die Robustheit von Gebäuden, Infrastrukturen, Natur- und Erholungsräumen gegen zukünftige Extremwetterereignisse zu stärken. Synergien von Klimaanpassung und Klimaschutz sind wünschenswert. Preisträger waren die Stadt Frankfurt am Main (Hessen), der Landkreis Friesland (Niedersachsen) und die Stadt Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg).

Um die in der Frankfurter Klimaanpassungsstrategie beschriebenen Ziele zu erreichen, müssen auch innerstädtische Flächen und Gebäude, die sich in privatem Besitz befinden, berücksichtigt werden. Mit ihrem Förderprogramm „Frankfurt frischt auf – 50% Klimabonus“ motiviert und berät die Stadt erfolgreich Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer, Maßnahmen zur Klimaanpassung beim Neubau und im Bestand eigenverantwortlich umzusetzen, und unterstützt dies finanziell.

Das Engagement des Landkreises Friesland für den Erhalt, die Regeneration und die Entwicklung des Moorgebietes von Moorhausen ist ein wichtiger Beitrag zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie zum Klimaschutz. Um die Funktionen des Moores zu erhalten, setzt der Landkreis Friesland auf kooperativ erarbeitete Methoden des Wasserhaushaltsmanagements. Hervorzuheben ist die Einbindung der Bevölkerung, um das langfristige Projektziel verminderter Treibhausgasemissionen unter Beibehaltung und Ausgestaltung einer möglichst nachhaltigen und zukunftsfähigen (land-)wirtschaftlichen Nutzung des Gebiets zu erreichen.

Ein wichtiges Anliegen der Stadt Freiburg ist es, zukunftsfähige Wohnquartiere zu schaffen, die gesunde Lebensbedingungen ermöglichen. Mit Blick auf zunehmende Hitzebelastungen hat die Stadt daher ein Klimaanpassungskonzept entwickelt, das bei allen städtebaulichen Rahmenplanungen und Bauleitplanverfahren Anwendung findet. Neben einer detaillierten Analyse von lokalen Vulnerabilitäten enthält es Empfehlungen zu konkreten Anpassungsmaßnahmen. Zur wirkungsvollen Umsetzung des Konzeptes trägt bei, dass es gemeinschaftlich unter Beteiligung verschiedener Verwaltungsressorts entwickelt wurde.

In der Kategorie 3 ging es um „Kommunale Klimaaktivitäten zum Mitmachen“. Vorbildliche Aktionen, um Menschen zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen und/oder Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu motivieren,zum Beispiel kommunale Kampagnen oder spezifische Angebote. Die Mitmach-Projekte können auch in Kooperation mit kommunalen Unternehmen oder anderen Dritten organisiert sein. Preisträger waren die Stadt Oldenburg (Niedersachsen), die Metropolregion Nürnberg (Bayern) und die Landeshauptstadt Hannover (Niedersachsen).

Mit der GeoTour „Klimaschätze in Oldenburg“ wird Klimaschutz zum Freizeitspaß und rückt auf ungewöhnliche Weise in den Fokus der Menschen. Die Stadt Oldenburg nutzt das beliebte Hobby Geocaching, um das Thema Klimaschutz in den Freizeit- und Tourismusbereich einzubringen und mit beispielhaften Stationen die Vielfalt der städtischen Klimaschutzprojekte sichtbar zu machen. Mit diesem kreativen und spielerischen Ansatz erreicht sie kontinuierlich unterschiedliche Zielgruppen.

Mit ihrer CO2-Fasten-Challenge, einem Online-Klimaschutzwettbewerb, hat die Metropolregion Nürnberg 2019 gezielt die Fastenzeit genutzt, um die Menschen in der Region erfolgreich zu niederschwelligen Klimaschutzaktivitäten im Alltag zu motivieren. Neben 40 verschiedenen Aufgaben flankierten zahlreiche Begleitveranstaltungen in den teilnehmenden Kommunen sowie eine Verlosung die Aktion.

Seit 25 Jahren setzt die Landeshauptstadt Hannover mit sogenannten „Nutzerprojekten“ erfolgreich auf das Einsparen von Energie in Schulen (GSE-Projekt, ab 1994), Kitas (Projekt KliK, ab 1999) und der Verwaltung (Tatort Büro, ab 2000). Gemeinsam mit Lehrenden und Lernenden, Küchenteams, Hausmeisterinnen und Hausmeistern oder der Verwaltung werden praxisorientierte Energieeinsparkonzepte entwickelt, die von Energiesparteams vor Ort umgesetzt werden. Durch das systematische und komplexe Vorgehen konnten bislang rund 73.000 Tonnen CO2 und rund 18 Millionen Euro Haushaltsmittel eingespart werden.

Beim Sonderpreis „Klimafreundliche kommunale Beschaffung“ kann die Verankerung im öffentlichen Vergabeverfahren ebenso im Mittelpunkt stehen wie zum Beispiel klimagerechte Standards bei Neubau und Sanierung, beim Mobilitäts- und Fuhrparkmanagement, beim Ausbau der IT-Infrastruktur oder der Verpflegung. Gefragt sind auch interkommunale Einkaufsgemeinschaften oder solche zwischen Kommunen und anderen Einrichtungen. Gewinner war die Stadt Ludwigsburg (Baden-Württemberg)

Sie setzt konsequent und systematisch auf die Umstellung ihrer Beschaffungspraxis im Sinne der Nachhaltigkeit: Das Engagement einer ämterübergreifenden Initiative mündete erfolgreich in eine Dienstanweisung für die gesamte Ludwigsburger Verwaltung. Basis ist das Cradle-to-Cradle®-Konzept. Zudem arbeitet die Stadt am Aufbau einer übergeordneten Kompetenzstelle für Beschaffung, die auch Schulungen für die Stadtverwaltung anbietet. Der Wettbewerb "Klimaaktive Kommune" wird im Rahmen des Projekts "Klimabühne" vom Deutschen Institut für Urbanistik durchgeführt. Das Projekt wird aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert und dient der Information, Motivation und Vernetzung von Kommunen im Thema Klimaschutz. Quelle: Deutsches Institut für Urbanistik / pgl

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Solarenergie
news-6716 Mon, 11 Nov 2019 07:37:00 +0100 Förderung für vollelektronische Durchlauferhitzer geht in die zweite Runde https://www.enbausa.de/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=6716&cHash=292460f7d0c9a874f14fb4a090a4662c Das Förderprogramm für den Austuasch von Durchlauferhitzern geht in die zweite Runde. 4.000 weitere Geräte werden bezuschusst. Die Energieeinsparung kann bis rund 20 Prozent betragen. Wer bei der Trinkwassererwärmung Energie sparen möchte, sollte seinen veralteten Durchlauferhitzer vorzeitig gegen ein modernes Gerät austauschen. Zwar werden jährlich etwa 500.000 elektrische Durchlauferhitzer durch neue Geräte ersetzt, oft sind diese jedoch nur kostengünstige Standarderhitzer, die letztlich kaum Energie einsparen. Deutlich effizienter arbeiten moderne Komfortmodelle mit vollelektronischer Leistungs- und Warmwassermengenregelung. Rund 20 Prozent Energie lassen sich so einsparen, ohne dass dafür das Nutzerverhalten unter der Dusche oder in der Küche geändert werden musss, argumentiert Wärme+. In dem Verband Wärme+ sind Hersteller von Druchlauferhitzern, der Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI) und die HEA - Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung  organisiert. 

Das Förderprogramm für den Austausch alter elektrischer Durchlauferhitzer gegvollelektronische Geräte ging Anfang November 2019 in die zweite Runde. Auf Grund der hohen Nachfrage im Rahmen der ersten Förderung unterstützt die Gesellschaft für Energiedienstleistungen (GED) aus Berlin ab sofort Haushalte wieder mit einem Pauschalbetrag von 100 Euro bei der Optimierung ihrer dezentralen Warmwasserversorgung. Die Förderung ist Teil des Förderprogramms "STEP up! – Stromeffizienzpotentiale nutzen" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Die Förderung läuft bis die Gerätezahl erreicht ist, maximal bis Ende 2021. Insgesamt werden 4.000 Geräte bezuschusst.

Wer sich die Förderung für den Austausch eines Altgeräts sichern möchte, muss sich vor der Installation des Gerätes auf der Website www.foerderung-durchlauferhitzer.de registrieren. Wichtig: Der Antragsteller erhält nur dann eine Förderung, wenn sein neues Gerät die Förderkriterien erfüllt. Einen Überblick über passende Geräte finden Interessierte auf der Website, ebenso gibt es dort Unterstützung bei der Handwerkersuche. Denn die Prämie wird nur gewährt, wenn der Austausch von einem Fachbetrieb durchgeführt, eine Handwerkerrechnung eingereicht und die sachgemäße Entsorgung dokumentiert wird. Der Anschluss und die eventuell erforderliche Anmeldung des neuen Durchlauferhitzers beim Energieversorger dürfen nur durch eine eingetragene Elektrofachkraft erfolgen. Quelle: Wärme+ / pgl

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news-6707 Mon, 11 Nov 2019 07:23:00 +0100 Natrium-Festkörperbatterie ist nicht brennbar https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/natrium-festkoerperbatterie-ist-nicht-brennbar-6707.html Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich haben eine Natrium-Festkörperbatterie entwickelt, die nach 100 Ladezyklen noch über 90 Prozent ihrer anfänglichen Kapazität aufweist. Für Festkörperbatterien, die sich aktuell noch im Laborstadium befinden, ist das ein sehr guter Wert. Vergleichbare Resultate ließen sich bislang nur mit Bauformen erzielen, die Flüssigkeiten oder zusätzliche weiche Schichten, beispielsweise einen Polymer, enthalten. Festkörperbatterien vereinen gegenüber aktuellen Lithium-Ionen-Batterien mit flüssigem Elektrolyt mehrere Vorteile. Sie können weder auslaufen noch in Brand geraten, und gelten daher als naturgemäß sicher und unempfindlich. Auch wird weniger Technik benötigt, um die Zellen vor Stößen zu schützen und für stabile Temperaturen zu sorgen, was zusätzlich dabei hilft, Gewicht und Kosten einzusparen.

Da Festkörperbatterien zudem sehr hohe Energiedichten erreichen können, wird weltweit intensiv daran geforscht. Doch trotz aller Anstrengungen sind reine Festkörperbatterien, die keine flüssigen oder soften, polymerartigen Schichten mehr enthalten von der Marktreife noch weit entfernt. Insbesondere die Verbindung von Elektrode und Elektrolyt gilt als problematisch.

„In einer Batterie lagern sich beständig die transportierten Ionen in der Elektrode ein oder gehen von der Elektrode auf den Elektrolyten über – eine Batterie funktioniert nun einmal so“, erklärt Frank Tietz vom Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK-1). „Dieses ständige Wachsen und Schrumpfen der Elektroden tolerieren Feststoffe deutlich schlechter als ein flüssiger Elektrolyt, der immer einen guten Kontakt gewährleistet“. Der Jülicher Chemiker arbeitet seit Jahren daran, neue Materialien für Festkörperbatterien und Brennstoffzellen zu erschließen.

Bei den Festkörperbatterien steht die Forschung noch ziemlich am Anfang. Reine Festkörperbatterien halten in der Regel nur einige wenige Ladezyklen durch, insbesondere ohne externen Druck. Dann beginnen die einzelnen Partikel oder Schichten, sich voneinander lösen, was praktisch einem Totalschaden der Batterie gleichkommt. Die Jülicher Forscher haben nun eine Lösung für dieses Problem gefunden. Sie belebten dazu eine Technik wieder, die noch aus der Brennstoffzellenforschung in den 1990er Jahren stammt. Um eine gute Kontaktierung zu erreichen, lösten sie die Bestandteile der Kathode in einer Flüssigkeit und brachten sie so in flüssiger Form in den Elektrolyten ein, wo sie im weiteren Produktionsprozess zur Elektrode umgewandelt wird.

„Das Verfahren ist aus mehreren Gründen vorteilhaft: Der Elektrolyt wird nicht nur oberflächlich beschichtet. Die Flüssigkeit dringt stattdessen weit in das poröse Material ein und lagert sich in dünnen Schichten an den Porenwänden an. So entsteht eine große Kontaktfläche und die restliche Porosität wirkt wie ein Puffer, indem sie hilft, Volumenschwankungen beim Laden und Entladen auf eine große Fläche zu verteilen“, erläutert Frank Tietz. Nicht verschwiegen werden sollte aber auch: „Die Synthese erfolgt bei über 700 Grad und die Methode ist insofern ungewöhnlich, weil die Herstellung des Kathodenmaterials von einem Pulverlieferanten in die Zellenherstellung verlagert wird“, so Tietz.

Für die Umsetzung wählten die Forscher eine Batterie auf der Basis von Natrium. Die möglichen Energiedichten liegen zwar klar unter denen von Lithium-Festkörperbatterien. Dafür besitzt Natrium einige andere Vorzüge: es ist leicht verfügbar und kostengünstiger als Lithium und ist damit vor allem für stationäre Anwendungen interessant, etwa als Zwischenspeicher für erneuerbare Energien. Zudem neigt Natrium anders als Lithium weniger zur Ausbildung metallischer Dendriten, die zu einem Kurzschluss führen können, der die Batterie zerstört. Darüber hinaus sind kobaltfreie Kathodenmaterialien möglich.

Die etwa fingernagelgroße Natrium-Feststoffbatteriezelle, die die Forscher im Labor getestet haben, besitzt eine Energiedichte von etwa 10 Wh/kg, was nur etwa 3 Prozent heutiger Lithium-Ionenakkus entspricht. Durch die Optimierung aller Komponenten – speziell durch die Reduzierung der Schichtdicken auf wenige Mikrometer – scheint eine Energiedichte von 160 Wh/kg bzw. 500 Wh/l möglich, womit Natrium-Festkörperbatterien dann für stationäre Anwendungen interessant sein könnten. Quelle: FZ Jülich / pgl

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Solarenergie
news-6709 Sun, 10 Nov 2019 08:04:00 +0100 Preis für innovatives Contracting in Baden-Württemberg verliehen https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/preis-fuer-innovatives-contracting-in-baden-wuerttemberg-verliehen-6709.html Erneuerbare Energien gelten häufig noch nicht als ausreichend wirtschaftlich, was aber falsch sein kann. Daher wurden beim Contracting-Preis Baden-Württemberg überdurchschnittliche Projekte ausgezeichnet, welche das Gegenteil beweisen können. Der erste Preis ging dabei an ein Projekt, welches ökologische Energie kombiniert. Sonderpreise gab es sowohl bei Neubauten als auch für eine Bestandssanierung. Auch Energie aus natürlichen Quellen soll finanzierbar sein. Am 30.10.2019 wurde deshalb in Stuttgart der Contracting-Preis BW 2019 vergeben. Ausgezeichnet wurden innovative und nachhaltige Wohnungsbauprojekte in Baden-Württemberg, bei denen mittels Energie-Contracting überdurchschnittliche Energie-, Umwelt- oder Nachhaltigkeitsstandards umgesetzt wurden. Eine Prämie erhielten insgesamt drei Neubauquartiere, zusätzlich gab es zwei Sonderpreise in den Kategorien „Neubau Einzelgebäude“ und „Bestandssanierung“. Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg und der BFW Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Baden-Württemberg e.V. loben den Preis seit 2017 aus. Den 1. Preis erhielt die DSG Invest GmbH. Sie hat in Heilbronn ein innovatives „Smart Grid“-Projekt umgesetzt, bei dem ein biogasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) sowie Photovoltaikanlagen ein Quartier mit Strom und Wärme versorgen. Die Jury hob nicht nur den hohen Anteil regenerativer Energie, sondern auch das prognosebasierte Energie- und Lademanagement hervor, mit dem das komplexe Energiesystem im Quartier stromwirtschaftlich optimiert wird.

Verschiedene Interessen vereinen

Der 2. Preis ging an die ZEAG Energie GmbH. Sie hat auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Heilbronn ein Contracting-Projekt für 400 Wohneinheiten und Gewerbeimmobilien realisiert. Dank intensiver Abstimmung in der frühen Planungsphase war es gelungen, die Nahwärmeversorgung mit einem BHKW und Photovoltaik trotz unterschiedlicher Investoreninteressen umzusetzen. Mit dem 3. Preis wurde die Koch Wohnbau GmbH für ihr Projekt „Wohnen im Winzergarten“ im badischen Kirchhofen geehrt. Ein eigenes Nahwärmenetz versorgt dort fünf Mehrfamilienhäuser und sechs Reihenhäuser mit Wärme aus einem BHKW. Der selbst erzeugte Solarstrom wird für Mieterstrom und zur Versorgung von Ladesäulen für Elektroautos genutzt. Einen Sonderpreis in der Kategorie „Neubau Einzelgebäude“ erhielt die Oekogeno GIW e.G. für das KfW-Effizienzhaus 40 „Grüne Mitte Furtwangen“. Das Mehrfamilienhaus mit Holzfassade aus heimischen Hölzern überzeugte nicht nur durch die nachhaltige Bauweise, sondern auch durch das Energiekonzept, das Nachbargebäude im Zentrum der Stadt mitversorgt. Auch das inklusive, generationenübergreifende Nutzungskonzept und die Einbeziehung eines bürgergetragenen Contractors hob die Jury hervor.

Zügige Umsetzung

Ein Sonderpreis in der Kategorie „Bestandssanierung“ ging an die E1 Energiemanagement GmbH für das Projekt „Energiespar-Contracting Studentensiedlung Mannheim“. Es bezieht auch die energetische Sanierung der Gebäudehülle in das Contracting mit ein. Die Jury lobte die schnelle Projektumsetzung innerhalb eines Jahres und das Einsparversprechen in Höhe von nahezu 150.000 Euro. Bereits im ersten Jahr nach Durchführung der Maßnahme war das Ziel erreicht. „Ein Leuchtturmprojekt der zukunftsorientierten Gebäudesanierung mit bundesweiter Ausstrahlung“, befand die Jury.

Baden-Württemberg ist ein Vorbild

Angesichts der Vielfalt der Projekte zeigte sich Karl Greißing, Leiter der Abteilung Energiewirtschaft im Umweltministerium Baden-Württemberg, bei der Preisverleihung begeistert: „Die geehrten Projekte zeigen besonders eindrücklich, dass der zukunftsorientierte Wohnungsbau mit klimaschonender Energieversorgung in Baden-Württemberg mit großen Schritten vorangeht – und mittels Energie-Contracting auch preiswert gelingen kann.“ Auch Gerald Lipka vom BFW freute sich über die Innovationskraft der hiesigen Bauträger: „Mieterstrom, Blockheizkraftwerke und Photovoltaikanlagen gehören beim Wohnungsneubau in Baden-Württemberg fast zum Standard – bei kleinen Mehrfamilienhäusern wie bei großen Quartieren. Es ist sehr erfreulich, wie kreativ sich Wohnbauunternehmen den Herausforderungen des Klimaschutzes mit zukunftsweisenden Lösungen stellen.“ Auch Rüdiger Lohse vom Kompetenzzentrum Contracting der KEA-BW lobte die Preisträger: „Mit Hilfe von Contracting werden inzwischen auch komplexe Energie- und Mobilitätskonzepte professionell und vor allem wirtschaftlich umgesetzt“. Bauherren, Planern und Architekten will er nahelegen, dem Vorbild der prämierten Leuchtturmprojekte zu folgen. Eine Auslobung des Preises erfolgt durch das Kompetenzzentrum Contracting der KEA-BW sowie der BFW. Der Preis soll jährlich ausgeschrieben werden. Prämiert werden herausragende Neubau- oder Sanierungsprojekte, welche überdurchschnittliche Energie- oder Umweltstandards haben. Schirmherr ist Landesumweltminister Franz Untersteller. Quelle: Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg / wh

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Solarenergie
news-6714 Fri, 08 Nov 2019 10:38:00 +0100 Zusatznutzen von Öko-Dämmung im Fokus https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/zusatznutzen-von-oeko-daemmung-im-fokus-6714.html Dämmungen aus nachwachsenden Rohstoffen erfreuen sich eines steigenden Interesses. Dennoch sind sie noch nicht im Mainstream angekommen. Ein Grund sind Vorurteile und zu wenig Aufklärung. Eine Chance für Energieberater und Handwerker. Traditionelle Baustoffe werden neu entdeckt. Das gleich aus mehreren Gründen. Mehr Bauherren berücksichtigen beim Bauen den Faktor „Nachhaltigkeit“, aus dem Schlagwort „Wohngesundheit“ ist ein Trend geworden. So werden gerade natürliche Dämmstoffe, welche zu Großteilen aus wiederverwendbaren Stoffen sind oder nachhaltig abgebaut werden können interessanter. An der Wand sind es Produkte wie Kalk und Lehm, bei Dämmstoffen werden Zellulose oder Hanf, Stroh oder Jute wichtiger. Dennoch scheitert es oft daran, dass Bauherren nicht genug aufgeklärt werden. Denn die Vorurteile bleiben sich gleich – zu teuer, zu hohe Brandgefahr, zu anfällig für Schimmel.

Häufig fällt es Verbrauchern, aber auch Planern schwer, sich innerhalb der zahlreichen nachwachsenden Dämmstoffe zurechtzufinden. Ändern möchte das ein aktuelles Projekt. Ein aus zwölf Teilvorhaben bestehendes Verbundprojekt steht unter dem Titel „Mehr als nur Dämmung – Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen." Beteiligt sind neben Universitäten und technischen Hochschulen auch Forschungsinstitute und Behörden wie die physikalisch-technische Bundesanstalt. Bis Mitte 2020 soll noch daran geforscht werden, wie Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen mit herkömmlichen Materialien verglichen werden können, um sie konkurrenzfähiger zu machen.

In vielen Schritten zum Erfolg

Zu Beginn wurden Messverfahren zum Erfassen spezifischer Eigenschaften von nachwachsenden Rohstoffen entwickelt. Dank Materialkennwerten kann die Bauplanung erleichtert werden, aufwändige Bauteilprüfungen im Schall- oder Brandschutz sollen unnötig werden. Die Nachhaltigkeit der Materialien soll zertifiziert werden, wodurch Herstellern der Eintrag in Baustoffinformationssysteme erleichtert werden soll. Genau das soll auch ein Beitrag fürs Umdenken bei Rechtsvorschriften sein. Denn viele Normen oder baurechtliche Vorschriften sind noch aus einer Zeit, in welcher Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen ein Randdasein führten.

Passende Dämmstoffe finden

Dämmstoffe welche „alt“ und „neu“ zugleich sind haben es oft anfangs schwer. Klassisches Beispiel ist dabei Stroh. Neben einer exzellenten Dämmeigenschaft zeichnet sich der Rohstoff durch eine sehr gute Schallschutzeigenschaft aus. Stroh ist als regulärer Baustoff zugelassen. Auch eine Verarbeitung ist leichter als viele denken. Stroh kann schnell verputzt sein. Beim Thema Brandschutz  kann sich der Dämmstoff auch zeigen, Strohballen sind in Baustoffklasse B2 eingestuft.

Ein bewährter Dämmstoff ist Zellulose. Zellulose wird in Fasern aus Altpapier gewonnen und mit Brandschutzzusätzen versehen. Bei Dämmplatten werden die Zellulose-Fasern mit Wasserdampf zu Platten gepresst. Zellulose-Fasern in ihrer losen Form werden nach ihrer Bearbeitung direkt getrocknet. Zellulose wird gern zur Innendämmung eingesetzt, ein Grund dafür ist dass sie auch schalldämmend wirkt. Doch auch dieser Dämmstoff hat Nachteile, so eignet er sich nicht für Bereiche, welche in Berührung mit Wasser kommen können. Ausnahme bilden Gebäude mit Holzrahmenbau, in diesen Fällen ist Zellulose auch als Dämmstoff in der Fassade akzeptiert.

Auch Jute ist eine gute Möglichkeit für die Dämmung. Für das Auslösen der Fasern aus der Pflanze wird sie geröstet. Jutefasern sind besonders dehnbar und biologisch abbaubar, zeichnen sich dadurch durch flexible Einsatzmöglichkeiten und Nachhaltigkeit aus. Länger am Markt ist Hanf. Für Vliese und Hanfdämmmatten wird der Pflanzenstängel bevorzugt verarbeitet, häufig wird um die Stabilität zu erhöhen Polyester zugeführt.

Energiebilanz von Dämmung ist gut

Kritiker führen häufig eine Energiebilanz bei einer ökologischen Beurteilung von Dämmmaterialien an. Häufiges Argument ist laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) dass für die Herstellung und Verarbeitung von Dämmstoffen mehr Energie verbraucht wird als die Materialien während ihrer Nutzung einspeichern. Das wäre ein Pauschalurteil meint die DUH, denn zwischen den Dämmstoffen sollte man unterscheiden. Energieintensiv sei die Herstellung von Schaumkunststoffen da viel Erdöl benötigt wird. Weniger als ein Zehntel der dafür verwendeten Energie reiche für die Herstellung von Zellulose oder Hobelspänen, führt die DUH in ihrem Magazin „Energetische Gebäudesanierung – Wider die falschen Mythen“ aus. Zentrales Argument ist dabei die „energetische Amortisationszeit“. Dieser Begriff grenzt den Zeitraum ab, ab wann Dämmstoffe mehr Energie einsparen als zu ihrer Herstellung nötig war. Studien zeigen, dass diese Zeit in der Regel unter zwei Jahren liegt. Damit ist Dämmung grundsätzlich sinnvoll. Eine ökologische Dämmung ist dabei nicht nur unter Aspekten wie Klimaschutz sinnvoll, sondern auch unter Aspekten wie ihrer Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten.  Dass Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sich bisher nicht durchsetzen konnten liegt also nicht an beschränkten Einsatzmöglichkeiten, sondern daran passende Lösungen für jedes einzelne Bauprojekt zu finden. Eine gute Beratung ist also wichtig. von Wolfram Hülscher 

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Dämmung & Fenster
news-6700 Fri, 08 Nov 2019 07:27:00 +0100 Uni-Gebäude in Eindhoven ist top in Sachen Nachhaltigkeit https://www.enbausa.de/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=6700&cHash=9c8e8998dac8bdf0965c2dfe1e39037e Durch die Modernisierung des Universitätshauptgebäudes der Technischen Universität Eindhoven können die Treibhausgasemissionen der Universität voraussichtlich um rund 80 Prozent gesenkt und Energieeinsparungen bei der Beleuchtung von bis zu 60 Prozent ermöglicht werden. Das Atlas-Gebäude, das seit 2014 von der Universität gemeinsam mit Honeywell modernisiert worden ist, wurde für Klimatisierung, Optik, Beleuchtung, Luftqualität und Akustik mit der höchsten BREEAM-Bewertung ausgezeichnet. Damit zählt es zu einem der nachhaltigsten Bildungseinrichtungen der Welt sowie zu den Top 3 in den Niederlanden. „Gemeinsam mit Honeywell haben wir das Gebäude aus den 1960ern grundlegend modernisiert, um für unsere Studierenden, Mitarbeitenden und Besucher ein optimales Arbeitsumfeld zu schaffen, und das so ressourcenschonend wie möglich“, erklärt Thijs Meulen, Beauftragter für Energiemanagement und Gebäudeautomation an der Technischen Universität Eindhoven. „Das Projekt begann 2014 mit ganz klaren Zielvorgaben: Wir wollten moderne Sicherheitsstandards umsetzen, den Energieverbrauch reduzieren und insgesamt mehr Nachhaltigkeit schaffen, um unseren Nutzern ein noch produktiveres Umfeld zu bieten.“ 

Mithilfe der Gebäudetechnologie von Honeywell konnten Energieeinsparungen in dem geplanten Maß umgesetzt und das Gebäude zu einem „lebendigen Labor“ transformiert werden. Das Gebäudemanagementsystem ermöglicht laut Honeywell die zentrale Überwachung und Steuerung von HLK-Systemen, Beleuchtung und Energiemanagement sowie der Integration von Kältemaschinen und Meerwasserwärmetauschern. Systemdaten werden mithilfe des Business-Intelligence-Modells von Honeywell erfasst und dem Gebäudemanager der Universität per App verständlich dargestellt. Erik Wellemans, Regional General Manager bei Honeywell Building Solutions: „Mit dem neuen System können die Raumnutzer nun ganz einfach die Raumtemperatur regulieren oder ein Besprechungszimmer buchen.“ Das System wurde so konzipiert, dass über einen Zeitraum von 20 Jahren jederzeit Anpassungen möglich sind, um es weiter zu optimieren.

Das Gebäude bietet Platz für 4.000 Studierende und beherbergt außerdem Studentenorganisationen und Forschungslabore. Die multifunktionalen Räume lassen sich vielseitig nutzen und flexibel aufteilen. Tijs Meulen: „Durch die Maßnahmen können wir viele Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften nun übererfüllen. Außerdem wurden die Räume sensorisch und psychologisch optimiert, um ein gesundes und produktives Arbeitsumfeld zu schaffen. Mit dem Standard, den das Gebäude nun bietet, haben wir neue Maßstäbe gesetzt.“  

Für die Technische Universität Eindhoven ist das Atlas-Gebäude nur der erste Schritt auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Campus. Die Universität strebt an, bis 2020 ihre Energieeffizienz im Vergleich zu 2005 um 30 Prozent zu steigern. Weiteres Ziel ist es, den Campus bis 2030 zu 50 Prozent energieneutral zu gestalten und den Nutzern der Universitätsgebäude maximalen Komfort zu bieten. Quelle: Honeywell / sth

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news-6696 Fri, 08 Nov 2019 07:09:00 +0100 Bauherrenschutzbund kritisiert Gebäudeenergiegesetz https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bauherrenschutzbund-kritisiert-gebaeudeenergiegesetz-6696.html Das Gebäudeenergiegesetz sieht vor, dass erst 2023 die energetischen Anforderungen für Neubau und Bestand überprüft werden sollen. Der Ausgang dieser Prüfung ist offen – das stiftet Verunsicherung. Florian Becker, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) kritisiert: „Ein heute gebautes Haus kann unter Umständen schon in drei Jahren energetisch veraltet sein.“ Die Verbraucherschutzorganisation hatte bereits bei der Entstehung des Gesetzes darauf hingewiesen, dass für private Bauherren neben der Wirtschaftlichkeit baulicher Energiesparmaßnahmen vor allem Planungssicherheit das wichtigste Kriterium beim Hausneubau ist. Nun steht ihnen eine ungewisse Zukunft bevor. „Berücksichtigt man die hohen Einsparziele im Gebäudebereich bis 2030, kann man bereits heute von einer erheblichen Steigerung der energetischen Anforderungen ab 2023 ausgehen“, so Becker. Laut dem kürzlich im Kabinett beschlossenen Klimaschutzgesetz sollen die CO2-Emissionen im Gebäudesektor bis 2030 von 118 Millionen Tonnen auf 70 Millionen Tonnen sinken.

Zu wenig Förderung beim Gebäudebestand

Bestandsimmobilien spielen im GEG weiterhin eine Nebenrolle. Die angedachten Fördermaßnahmen genügen bei weitem nicht, um die ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen und die Modernisierungsquote zu steigern. „Es ist nicht plausibel, warum in die Verkehrswende Milliarden investiert werden, um die Klimaziele zu erreichen, und der Gebäudesektor finanziell weiter vernachlässigt wird“, merkt Becker an. Zehn Prozent mehr Investitionszuschüsse für Einzelmaßnahmen und Komplettsanierungen auf Effizienzhaus-Niveau seien hier deutlich zu wenig.

Im Falle eines Verkaufs oder einer größeren Sanierung eines Ein- oder Zweifamilienhauses sieht das Gesetz künftig eine energetische Pflichtberatung des Käufers oder Eigentümers vor. Schwierig werde es, wenn hierbei einzelne Anbieter begünstigt werden. „Eine Energieberatung ist nur sinnvoll, wenn sie produktneutral und technologieoffen erfolgt, das gesamte Gebäude in den Blick nimmt und die individuellen Beratungsbedürfnisse der Bewohner berücksichtigt“, so Becker. Auch der deutschlandweite Zugang müsse durch ausreichend qualifizierte Berater und kurzfristige Terminverfügbarkeit gewährleistet sein. Hier gelte es, die unabhängigen Verbraucherverbände der privaten Bauherren stärker mit einzubeziehen. Quelle: BDB / pgl

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Finanzierung
news-6704 Thu, 07 Nov 2019 07:41:00 +0100 Wärmepumpe kommt mit Mini-Erdgasbrenner https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/waermepumpe-kommt-mit-mini-erdgasbrenner-6704.html Der Hersteller Giersch CTC in Hemer im Sauerland hat eine Kombi aus Solarthermie und Wärmepumpe mit integriertem Erdgasbrenner entwickelt. Wenn temporär Strom und Wärme vom Dach nicht ausreichen, springt der Brenner an. Bisher stand neben der Wärmepumpe ein Öl- oder Gaskessel. Das Unternehmer hat die beiden in einer Einheit kombiniert. Das sei, so der Hersteller, auf jeden Fall preiswerter als klassisch getrennte Einheiten. Der Preis richte sich natürlich auch nach der gewünschten Größe des Solarkollektorfelds. Der Brennerhersteller mit der patentierten Duo-Hybrid-Unit adressiert ganz besonders Mehrfamilienhäuser im Bestand.

Dahinter verbirgt sich eine Solewärmepumpe in Verbindung mit einem Gas-Brennwertgerät und einem kombinierten Modul für Photovoltaik und Solarthermie (PVT) als Energiequelle für die Wärmepumpe. Luft als Energiequelle schied wegen der Geräuschentwicklung bei dem hohen Massenstrom für das Mehrfamilienhaus aus.

Für Wärmepumpen hat diese Lösung den Charme, nicht an eine hohe Absorbertemperatur gebunden zu sein. Es genügt ein Wärmeangebot oberhalb des Verdampfungspunkts des Kältemittels, um Umweltenergie mit in den Wärmekreislauf einzubinden. Da eine elektrische Wärmepumpe zudem Strombedarf hat, drängte es sich förmlich auf, den Kollektor als Hybridkollektor auszulegen, mit einem thermischen Wärmetauscher auf der Unterseite und einem photovoltaischen Generator zur Sonnenseite. Dem elektrischen Wirkungsgrad kommt dabei die Kühlung durch den Solekreislauf zugute, da sich Siliziumzellen mit der Temperatur ausdehnen, was einen Spannungsverlust zur Folge hat.

Für die Entwicklung des PVT-Kollektors ging Giersch CTC eine Partnerschaft mit der Sonnenstromfabrik in Wismar ein sowie mit dem Rohrhersteller Schmöle, Fröndenberg. Die Sonnenstromfabrik gilt als eine der führenden und richtungsweisenden Solarmodulhersteller in Europa. Die Wismarer liefern das PV-Modul und Schmöle die Rückseite, den kupfernen Warmwasserkollektor. Giersch baut beide Teile zum PVT-Modul zusammen. In Bezug auf die Größe, handelt es sich um eine Maßanfertigung für jedes Gebäude.

Jens Karter, Geschäftsführer von Giersch CTC, erklärt die Bedeutung des neuen Produkts des Hauses so: „Unser Konzept Duo-Hybrid zielt in erster Linie auf die Wohnungswirtschaft und auf die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern ab, und zwar mit erneuerbaren Energien. Dieses Thema ist in der Branche bisher keiner so richtig angegangen, weil die Meinung vorherrscht, die Sanierung des Bestands mit regenerativer Energie funktioniere nicht. Wir dagegen haben uns gesagt, es müssen ja nicht gleich 100 Prozent Erneuerbare sein. Wenn man die Regenerativen auf 80 Prozent deckelt und den Rest konventionell mit der Brennwerttechnik bereitstellt, spart man schon erhebliche Kosten und tut der Wärmewende Gutes.“ Die Sole-Wärmepumpe läuft bei der Standardschaltung bis minus 3 °C. Darunter schaltet sie ab und das Brennwertgerät ein. Quelle: Giersch / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6699 Thu, 07 Nov 2019 07:23:00 +0100 Energieberater warnen vor Monopol der Verbraucherzentralen https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/energieberater-warnen-vor-monopol-der-verbraucherzentralen-6699.html Der Energieberaterverband VBI warnt davor, dass es bei einem Beratungsmonopol der Verbraucherzentralen zu Engpässen kommen wird. Das von der Bundesregierung mit Kabinettsbeschluss vom 23. Oktober verabschiedete Gebäudeenergiegesetz GEG enthält einen deutlich vom Referentenentwurf abweichenden Passus, wonach bei der verpflichtend vorgeschriebenen Energieberatung für größere Sanierungen oder Eigentümerwechsel ausschließlich die rund 500 Energieberater der Verbraucherzentrale beauftragt werden dürfen. „Die mehr als 11.000 qualitätsgeprüften und für die Förderprogramme des Bundes zugelassenen freien Energieberater sind dadurch von diesem Markt ausgeschlossen“, kritisiert Jörg Thiele, Präsident des Verbands Beratender Ingenieure (VBI). „Das ist nicht nur gesetzlich verordnete Wettbewerbsverzerrung, sondern mit diesem Monopol sind auch Engpässe bei der Energieberatung geradezu vorprogrammiert.“ Ähnlich hatte bereits der Energieberaterverband GIH in einer Stellungnahme zum Gebäudeenergiegesetz argumentiert.

Der VBI-Präsident fordert nicht nur im Namen der zahlreichen Ingenieure unter den Verbandsmitgliedern, die als unabhängige Energieberater tätig sind, dass der Bundestag im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens hier noch einmal deutliche Korrekturen vornimmt. „Wir halten dies zugunsten eines fairen Wettbewerbs und im Interesse des Verbraucherschutzes für dringend geboten.“

Darüber hinaus kritisiert der VBI, dass das neue GEG in der jetzigen Form verpflichtende Beratungen bei anstehenden Sanierungen oder Verkauf nur für Ein- und Zweifamilienhäuser vorschreibt, nicht aber beim Verkauf von Mehrfamilienhäusern. Gibt es hier nicht die gleichen Gründe für eine neutrale Energieberatung?

Bereits Anfang Juli hatte der VBI in seiner Stellungnahme zum GEG-Referentenentwurf das Gesetzesvorhaben grundsätzlich begrüßt. Kritisiert hatte der Verband, dass der Entwurf deutlich hinter dem auch wirtschaftlich gebotenen Anforderungsniveau zurückbleibe. „Aus VBI-Sicht ist eine Verschärfung der energetischen Anforderungen für Neubauten, insbesondere aber bei Sanierungen im Bestand um 30 bis 40 Prozent vertretbar und zum Erreichen der Klimaschutzziele erforderlich“, wiederholt VBI-Präsident Thiele die Planerkritik. Quelle: VBI / pgl

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Finanzierung
news-6697 Wed, 06 Nov 2019 08:12:00 +0100 Brennstoffzellenheizungen legen deutlich zu https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/brennstoffzellenheizung-legen-deutlich-zu-6697.html Im kürzlich beschlossenen Klimaschutzprogramm 2030 hat das Bundeskabinett den Wärmemarkt wieder stärker ins Visier genommen. Hohe CO2-Einsparungen verspricht sich die Bundesregierung insbesondere vom Heizungstausch, den sie künftig finanziell anreizen will. Welchen Beitrag die Brennstoffzellenheizung für eine schnellere Wärmewende leisten kann, diskutierten Vertreter aus Politik und Wirtschaft auf dem „Innovationsforum Wasserstoff & Brennstoffzelle“ in Frankfurt. Die Veranstaltung wurde von der Initiative Brennstoffzelle ausgerichtet. „Endlich rückt die Politik den größten Energieverbrauchssektor Deutschlands, den Wärmemarkt, in den Fokus. Für den Erfolg der Energiewende bedarf es auch zwingend einer Wärmewende, denn der Sektor bietet die höchsten CO2-Minderungspotenziale. Diese müssen dringend gehoben werden“, sagt Andreas Lücke, Sprecher der Initiative Brennstoffzelle (IBZ) und Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), im Rahmen der Veranstaltung.

Rund 6 von 10 Heizungen in Deutschland sind veraltet und arbeiten somit ineffizient. Zugleich definiert die Bundesregierung anspruchsvolle Ziele für den Gebäudebereich. Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß von 119 Mio. Tonnen pro Jahr auf 72 Mio. Tonnen jährlich reduziert werden. „Will die Politik diese Zielsetzung erreichen, so muss die Modernisierungsquote verdoppelt werden“, so Lücke.

„Mit der Brennstoffzellenheizung ist bereits eine Technologie auf dem Markt, die sowohl im Neubau als auch im Bestand für hohen Klimaschutz sorgt“, erklät Timm Kehler, Sprecher der IBZ und Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Erdgas. Der Brennstoffzelle komme als effizientester Art der Wärme- und Stromerzeugung eine tragende Rolle bei der Energiewende zu, die gleichzeitig das Klima schone: Denn gegenüber einer alten Gasheizung werden knapp 70 Prozent CO2 eingespart; zusätzlich sinken die Energiekosten um rund zwei Drittel. Im Bestand bietet sie laut der Intitiative Brennstoffzelle einen weiteren entscheidenden Vorteil: Aufwendige Gebäudesanierungen sind mit ihr nicht nötig, es fallen lediglich die Anlagekosten an.

Knapp 9000 Anträge auf Brennstoffzellenförderung bewilligt

Immer mehr Haushalte setzen auf die Schlüsseltechnologie. Seit Beginn des KfW-Förderprogramms 433 „Zuschuss Brennstoffzelle“ im Sommer 2016 wurden bis einschließlich September 2019 8.933 Förderanträge bewilligt, wie aktuelle Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums zeigen. Im laufenden Jahr gingen bereits 3.405 Anträge mit einem Fördervolumen von knapp 47 Millionen Euro ein – und damit 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Hersteller rechnen daher mit einer weiter steigenden Nachfrage und haben dieses Jahr bereits zwei neue Modelle vorgestellt, die unter anderem eine höhere Leistung und bessere Internetverbindungen ermöglichen. Ein weiteres Gerät soll Ende des Jahres folgen. Zudem ist dieses Jahr ein neuer Anbieter in den Markt eingetreten.

„Durch die zunehmende Produktvielfalt passt sich das Hightechgerät immer mehr den individuellen Verbraucherbedürfnissen an. Egal ob im Bestand oder im Neubau, egal ob Ein- oder Mehrfamilienhaus – die Zukunft passt in jeden Heizungskeller“, betont Kehler. Ein weiterer Vorteil: Während die Brennstoffzelle heute noch Wasserstoff aus Erdgas gewinnt, kann sie morgen schon direkt mit Wasserstoff aus dem Gasnetz betrieben werden. „Die Brennstoffzellenheizung hat damit das Potenzial zum Game-changer der Wärmewende zu werden. Sie ermöglicht den Einstieg in das Wasserstoffzeitalter für jedermann“, so Kehler. Quelle: Initiative Brennstoffzelle / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6701 Wed, 06 Nov 2019 07:41:00 +0100 Klimapaket führt zu Abwarten bei Heizungssanierung https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/klimapaket-fuehrt-zu-abwarten-bei-heizungssanierung-6701.html Die im Klimapaket der Bundesregierung angekündigten Maßnahmen zur CO2-Reduzierung in Gebäuden haben nach Angaben des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) beim Heizungsbau zu Auftragsstornierungen in dreistelliger Millionenhöhe geführt. Eine von der obersten Interessenvertretung des Heizungsbauerhandwerks durchgeführte Befragung seiner Mitgliedsbetriebe hat ergeben, dass allein in den vier Wochen nach Bekanntgabe der geplanten Fördermaßnahmen hochgerechnet über ein Drittel der rund 24.000 Innungsbetriebe durchschnittlich jeweils zwei Auftragsstornierungen erhalten haben.

„Die von den Eigenheimbesitzern zurückgenommenen Aufträge summieren sich nach unserer Schätzung bereits jetzt auf einen dreistelligen Millionenwert“, sagt Helmut Bramann, der Hauptgeschäftsführer des ZVSHK. „Damit ist das eingetreten, was wir befürchtet und wovor wir die Politik gewarnt haben. Potenzielle Investoren warten erst einmal ab, welche der in Aussicht gestellten Förderungen zum Heizungsaustausch tatsächlich zu Gesetzesvorgaben werden.“

Das Heizungsbauerhandwerk fordert deshalb im Schulterschluss mit der Heizungsindustrie die Politik auf, Fördermaßnahmen auch rückwirkend zu gewähren. Quelle: ZVSH / pgl

 

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Heizung & Warmwasser
news-6713 Tue, 05 Nov 2019 18:30:00 +0100 Umweltministerium zeichnet Kommunen für Klimaengagement aus https://www.enbausa.de/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=6713&cHash=034d97644de46f295ad075ec3efd0f78 Mit dem Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ unterstützt das Bundesumweltministerium Kommunen in ihrem Klima-Engagement. Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, hat zehn Kommunen aus sechs Bundesländern als Sieger des Wettbewerbs „Klimaaktive Kommune 2019“ ausgezeichnet. Kategorie 1 steht unter dem Titel Ressourcen- und Energieeffizienz in der Kommune. Sieger sind die  Stadt Eschweiler (Nordrhein-Westfalen), der Kreis Plön (Schleswig-Holstein) und die Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog (Schleswig-Holstein).

Die Stadt Eschweiler hat gemeinsam mit Partnern einen pragmatischen sowie übertragbaren Ansatz zum nachhaltigen Bauen entwickelt und in einer ersten Modellsiedlung erfolgreich umgesetzt. Damit kann der Verbrauch von natürlichen Ressourcen, von Energie sowie der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen bei der Erschließung von Baugebieten, der Errichtung und Nutzung der Gebäude sowie deren Rückbau und Entsorgung um den Faktor X, mindestens jedoch um den Faktor 2, im Vergleich zu einem konventionellen Vorgehen reduziert werden.

Zur Unterstützung und Förderung einer klimafreundlichen Wärmeplanung hat der Kreis Plön ein kreisweites Wärmeplanungskataster erarbeitet, das unter anderem große Wärmeverbraucher und -quellen systematisch erfasst und darstellt. Damit wird das Potenzial zur klimafreundlichen Wärmeversorgung sichtbar gemacht, und der Kreis kann so motivierend und aktivierend auf die Städte, Ämter und Gemeinden sowie weitere Akteure im Kreisgebiet zugehen und daraus Projekte für eine konkrete Umsetzung anstoßen.

Die 160 Personen starke Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog macht erfolgreich vor, wie sonst abgeregelte Windkraft zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden kann. Dazu wurden in Haushalten der Gemeinde alte Heizkessel zu modernen, hocheffizienten Power-to-Heat-Anlagen umgebaut und mit einem virtuellen Kraftwerk verbunden. Das Projekt wurde gemeinsam mit Partnern entwickelt und umgesetzt. Eine solche Technik auf eine ganze Kommune anzuwenden, ist bislang technologisches Neuland.

Kategorie 2 befasst sich mit der Klimaanpassung in der Kommune. Preisträger sind die Stadt Frankfurt am Main (Hessen), der Landkreis Friesland (Niedersachsen) und die Stadt Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg).

Um die in der Frankfurter Klimaanpassungsstrategie beschriebenen Ziele zu erreichen, müssen auch innerstädtische Flächen und Gebäude, die sich in privatem Besitz befinden, berücksichtigt werden. Mit ihrem Förderprogramm „Frankfurt frischt auf – 50 Prozent Klimabonus“ motiviert und berät die Stadt erfolgreich Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer, Maßnahmen zur Klimaanpassung beim Neubau und im Bestand eigenverantwortlich umzusetzen, und unterstützt dies finanziell.

Das Engagement des Landkreises Friesland für den Erhalt, die Regeneration und die Entwicklung des Moorgebietes von Moorhausen ist ein wichtiger Beitrag zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie zum Klimaschutz. Um die Funktionen des Moores zu erhalten, setzt der Landkreis Friesland auf kooperativ erarbeitete Methoden des Wasserhaushaltsmanagements. Hervorzuheben ist die Einbindung der Bevölkerung, um das langfristige Projektziel verminderter Treibhausgasemissionen unter Beibehaltung und Ausgestaltung einer möglichst nachhaltigen und zukunftsfähigen (land-)wirtschaftlichen Nutzung des Gebiets zu erreichen.

Ein wichtiges Anliegen der Stadt Freiburg ist es, zukunftsfähige Wohnquartiere zu schaffen, die gesunde Lebensbedingungen ermöglichen. Mit Blick auf zunehmende Hitzebelastungen hat die Stadt daher ein Klimaanpassungskonzept entwickelt, das bei allen städtebaulichen Rahmenplanungen und Bauleitplanverfahren Anwendung findet. Neben einer detaillierten Analyse von lokalen Vulnerabilitäten enthält es Empfehlungen zu konkreten Anpassungsmaßnahmen. Zur wirkungsvollen Umsetzung des Konzeptes trägt bei, dass es gemeinschaftlich unter Beteiligung verschiedener Verwaltungsressorts entwickelt wurde.

Kategorie 3 prämiert kommunale Klimaaktivitäten zum Mitmachen. Preisträger sind die Stadt Oldenburg (Niedersachsen), die Metropolregion Nürnberg (Bayern) und die Landeshauptstadt Hannover (Niedersachsen).

Mit der GeoTour „Klimaschätze in Oldenburg“ wird Klimaschutz zum Freizeitspaß und rückt auf ungewöhnliche Weise in den Fokus der Menschen. Die Stadt Oldenburg nutzt das beliebte Hobby Geocaching, um das Thema Klimaschutz in den Freizeit- und Tourismusbereich einzubringen und mit beispielhaften Stationen die Vielfalt der städtischen Klimaschutzprojekte sichtbar zu machen. Mit diesem kreativen und spielerischen Ansatz erreicht sie kontinuierlich unterschiedliche Zielgruppen.

Mit ihrer CO2-Fasten-Challenge, einem Online-Klimaschutzwettbewerb, hat die Metropolregion Nürnberg 2019 gezielt die Fastenzeit genutzt, um die Menschen in der Region erfolgreich zu niederschwelligen Klimaschutzaktivitäten im Alltag zu motivieren. Neben 40 verschiedenen Aufgaben flankierten zahlreiche Begleitveranstaltungen in den teilnehmenden Kommunen sowie eine Verlosung die Aktion.

Seit 25 Jahren setzt die Landeshauptstadt Hannover mit sogenannten „Nutzerprojekten“ erfolgreich auf das Einsparen von Energie in Schulen (GSE-Projekt, ab 1994), Kitas (Projekt KliK, ab 1999) und der Verwaltung (Tatort Büro, ab 2000). Gemeinsam mit Lehrenden und Lernenden, Küchenteams, Hausmeisterinnen und Hausmeistern oder der Verwaltung werden praxisorientierte Energieeinsparkonzepte entwickelt, die von Energiesparteams vor Ort umgesetzt werden. Durch das systematische und komplexe Vorgehen konnten bislang rund 73.000 Tonnen CO2 und rund 18 Millionen Euro Haushaltsmittel eingespart werden.

Der Sonderpreis klimafreundliche kommunale Beschaffung geht an die Stadt Ludwigsburg (Baden-Württemberg). Sie setzt konsequent und systematisch auf die Umstellung ihrer Beschaffungspraxis im Sinne der Nachhaltigkeit: Das Engagement einer ämterübergreifenden Initiative mündete erfolgreich in eine Dienstanweisung für die gesamte Ludwigsburger Verwaltung. Basis ist das Cradle-to-Cradle®-Konzept. Zudem arbeitet die Stadt am Aufbau einer übergeordneten Kompetenzstelle für Beschaffung, die auch Schulungen für die Stadtverwaltung anbietet. Quelle: BMU / pgl

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news-6712 Tue, 05 Nov 2019 10:01:27 +0100 Alternativer Zugang für Energieberater zu Bafa-Programmen startet 2020 https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/alternativer-zugang-fuer-energieberater-zu-bafa-programmen-startet-2020-6712.html Qualifizierte Energieberater, die derzeit die Bedingungen des § 21 EnEV nicht erfüllen, können sich ab Frühjahr 2020 durch Ablegen einer Prüfung für die Teilnahme an den Beratungsprogrammen des Bundes qualifizieren. Derzeit wird das seit 2017 im Projekt „Qualifikationsanforderungen in der Energieberatung“ entwickelte Prüfkonzept getestet. In der Pilotphase legen derzeit insgesamt 39 Teilnehmer die Prüfung ab und dürfen anschließend Energieberatung im Rahmen der Förderprogramme im Wohngebäude- und Nichtwohngebäudebereich leisten. Bisher waren für die Bafa-geförderte Energieberatung im Baubestand nur diejenigen Berufsgruppen antragsberechtigt, die nach der geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV) auch die Energieausweise im Bestand ausstellen durften. Das sind laut §21 der EnEV grob umrissen zum einen Personen mit einem Hochschulabschluss in den Fachrichtungen Architektur, Hochbau, Bauingenieurwesen, Technische Gebäudeausrüstung, Physik, Bauphysik, Maschinenbau oder Elektrotechnik, zum anderen Handwerksmeister und Techniker.

„Die alternative Zugangsweg richtet sich in der Tat an Personen, denen trotz Ihrer Befähigung eine qualifizierte Energieberatung anzubieten, der Zugang durch die Kriterien des § 21 EnEV verwehrt wird. Allerdings haben wir keine Zugangsanforderungen definiert. Prinzipiell ist jeder berechtigt, die Prüfung zu durchlaufen“, berichtete im Frühjahr dieses Jahres Markus Schmidt, Referent bei der Bundesstelle für Energieeffizienz im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), im Gespräch mit der EnBauSa.de-Schwesterpublikation Energie Kompakt.

Inzwischen hat Ann-Cathrin Horward, ebenfalls Referentin bei der Bundesstelle, die Zuständigkeit für das Qualifizierungsprogramm übernommen. „Tatsächlich arbeiten die meisten der 39 Pilotteilnehmer – 22 im Bereich Wohngebäude und 17 bei den Nichtwohngebäuden – bereits im Bereich der Energieberatung oder sind Klimaschutzmanager, fallen aber nicht unter §21 EnEV, weil sie keine Meister oder Techniker sind“, berichtet sie jetzt im Gespräch mit EnBauSa.de. Im Bereich Energieberatung für Wohngebäude habe es aber auch zwei fachfremde Teilnehmer gegeben, die aus der Informationstechnologie kommen. Wer die notwendigen Fortbildungsstunden bereits nachweisen kann, muss nicht erneut die Fortbildungskurse besuchen, sondern kann direkt zur Prüfung übergehen.

Evaluation folgt auf die Pilotphase

Die letzten Prüfungen werden in dieser Woche abgelegt, dann erfolgt die Evaluation der Pilotphase durch die Universität Kassel. „Wir bekommen dann auch Feedback von den Weiterbildungsträgern, den Prüflingen und den Verbänden, die als stille Beisitzer an den mündlichen Prüfungen teilnehmen konnten“, berichtet Horward. Vertreten waren unter anderen die Energieberaterverbände GIH und  DEN  sowie der VDI. Auch Vertreter des Bafa nahmen als Beisitzer an den Prüfungen teil und bringen im weiteren Prozess ihre Anmerkungen ein. Für Ende des Jahres ist schließlich ein finaler Workshop geplant, in dem die Ergebnisse präsentiert und diskutiert werden.

Bisher sieht das Prüfungskonzept eine schriftliche Prüfung, einen Beratungsbericht und ein Fachgespräch vor. Dabei wird es wohl bleiben, berichtet Horward. Große Änderungen am Prüfkonzept seien nicht zu erwarten, "es wird aber Anpassungen geben". In der mündlichen Prüfung ist angedacht, dass ein Beratungsgespräch mit einem Kunden simuliert wird. Anschließend soll noch Zeit für Fragen bestehen. . "Wir planen den Weiterbildungsanbietern für diesen Prüfungsteil einen Leitfaden an die Hand zu geben, der das Vorgehen genauer beschreibt", so Horward.

Sie rechnet damit, dass noch im ersten Quartal die endgültige Prüfung stehen wird. Doch damit geht das Projekt „Qualifikationsanforderungen in der Energieberatung“ nicht zu Ende. Derzeit sind die Prüfungen auf die Bafa-Förderprogramme für Wohngebäude und Nichtwohngebäude ausgelegt. "Eine Ausweitung auf die Förderprogramme der KfW war nicht Teil des Projekts", so Horward. Das Thema werde aber weiter verfolgt. von Silke Thole

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Finanzierung
news-6702 Tue, 05 Nov 2019 07:47:00 +0100 Kampagne nennt fünf Tipps zur Heizkostensenkung https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/kampagne-nennt-fuenf-tipps-zur-heizkostensenkung-6702.html Im Rahmen der BMU-Kampagne „Mein Klimaschutz“ wurde heute der Heizspiegel 2019 veröffentlicht. Die Auswertung ergab unter anderem, dass Heizen mit Öl im vergangenen Jahr um rund 10 Prozent teurer wurde, während die Kosten für das Heizen mit Erdgas und Fernwärme leicht sanken. Erstmals wurden im Heizspiegel 2019 auch Häuser mit Wärmepumpenheizung bewertet. Hier sind die durchschnittlichen Heizkosten vergleichsweise gering – auch deshalb, weil Wärmepumpen in den letzten Jahren überwiegend in Neubauten eingesetzt wurden, die deutlich energieeffizienter sind als ältere Bestandsgebäude.

Ein Fazit des Heispiegels ist, dass der energetische Zustand eines Hauses beim Heizenergieverbrauch einer der wichtigsten Faktoren ist. 470 Euro haben Bewohner einer 70 Quadratmeter großen Vergleichswohnung in einem energetisch guten Mehrfamilienhaus mit Erdgasheizung im vergangenen Jahr im Durchschnitt fürs Heizen gezahlt. Für Bewohner eines Mehrfamilienhauses in einem schlechten energetischen Zustand waren die Heizkosten mehr als doppelt so hoch - etwa 980 Euro. Entsprechend höher sind die klimaschädlichen CO2-Emissionen.

Daraus folgt, dass sich Heizkosten und CO2-Emissionen durch energetische Sanierungen deutlich und anhaltend senken lassen. Darüber hinaus kann jeder Einzelne aber auch mit kleinen Sparmaßnahmen im Alltag seinen Verbrauch verringern, Kosten senken und CO2 vermeiden. Dazu gibt die BMU-Kampagne „Mein Klimaschutz“ konkrete Tipps:

  • Der Einbau eines Sparduschkopfs spart 105 Euro und 425 kg CO2-Emissionen im Jahr.
  • Stoßlüften spart 85 Euro und 335 kg CO2-Emissionen.
  • Elektronische Thermostate 65 Euro und  270 kg CO2-Emissionen.
  • Die Raumtemperatur um ein Grad zu senken spart 40 Euro und 160 kg CO2-Emissionen.
  • Mit der Abdichtung von Fenstern lassen sich rund 35 Euro und 130 kg CO2-Emissionen im Jahr sparen.

Diese Tipps zum Sparen beziehen sich auf eine 70-Quadratmeter-Wohnung mit zwei Bewohnern in einem Mehrfamilienhaus mit Erdgas-Zentralheizung.

Der Heizspiegel 2019 wurde durch die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Mieterbund e. V. und dem Verband kommunaler Unternehmen e. V. erarbeitet. Quelle: CO2 online / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6698 Mon, 04 Nov 2019 07:29:00 +0100 Roto bietet Fenstersensor für Smart Homes https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/roto-bietet-fenstersensor-fuer-smart-homes-6698.html Roto hat eine neue sensorgestützte Smart-Home-Lösung vorgestellt. Sie dient auch der Sicherheit und übermittelt per Push-Nachricht, wenn jemand beispielsweise versucht, über ein Fenster einzubrechen. Mit Roto Com-Tec können die Benutzer den Fensterstatus über das Smartphone oder ein Tablet überprüfen. Sollte es zu einer unerwarteten Öffnung kommen: Jede Veränderung wird sofort vom Sensor erkannt und ist per Push-Nachricht übertragbar. Er lässt sich fest in die Eckumlenkung verschrauben und registriert daher im Gegensatz zu aufgeklebten Versionen ein nur geschlossenes oder tatsächlich verriegeltes Fenster genau.

Beschlag- und Flügelposition werden durch ein magnetisches System verschleißfrei abgetastet. Die Stellung im Flügel schützt den Sensor besser vor Verschmutzung und Beschädigungen. Von außen im geschlossenen Zustand nicht sichtbar, fügt er sich ferner nahtlos in jedes Design ein.

Die Version „Basic“ identifiziert den Öffnungszustand des Flügels und der Typ „Comfort“ den Öffnungs- oder den Verschlusszustand des Flügels. Die Variante „Comfort S“ bringt zusätzlicheine Erschütterungsüberwachung und Neigungserkennung. Störgeräusche und einmalige Ereignisse würden ausgeblendet.

„Smart Home Ready“ sei die Entwicklung nicht zuletzt durch die Einbindung in EnOcean, so der Hersteller. Dieses Funkprotokoll gewährleiste eine zuverlässige Sensor-Kommunikation mit großer Reichweite. Weil sich an das offene System viele eingeführte, auf dem Markt verfügbare Smart Home-Zentralen andocken könnten, stelle es zudem für Verarbeiter und Endkunden eine zukunftssichere Lösung dar. Gleiches gelte für alle Roto-Komponenten.

Für den Fall, dass es im Objekt selbst keine Smart Home-Einrichtung gibt, bietet der Beschlagspezialist eine eigenständige Alternative an. Sie umfasse ein Smart Home-Hub, App, Repeater sowie optionale Remote-Funktionen. Die Anzahl von Fremdkomponenten und die Möglichkeiten, sie einzubinden, seien jedoch limitiert. Außerdem im Programm: die „Com-Tec Sensor Control Unit“. Damit könnten die Marktpartner schon in der Produktion den Sensor montieren, auf Funktion prüfen und so seine volle Einsatzfähigkeit gewährleisten – laut Roto ein speziell unter den Aspekten Komfort und Zuverlässigkeit wichtiger Pluspunkt.

„Com-Tec“ kann in nahezu alle ein- und zweiflügeligen Holz- und Kunststofffenster mit dem neuen Drehkipp-Beschlag „Roto NX“ eingebaut werden. Digital aufstocken ließen sich darüber hinaus das Sicherheitsfenster „TiltSafe“ und der Universalbeschlag „Roto Patio Alversa“ für Parallel- und Kippschiebe-Systeme. Quelle: Roto / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6690 Mon, 04 Nov 2019 07:20:00 +0100 Energieverbrauch ist wichtiges Motiv für Sanierung https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/energieverbrauch-ist-wichtiges-motiv-fuer-sanierung-6690.html Ein neues Bad ist bei der Sanierung wichtig, aber auf Platz 2 und 3 folgen Energiesparen durch neue Türen und Fenster sowie eine neue Heizung. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der LBS in Nordrhein-Westfalen. Ein Wohngebäude in Nordrhein-Westfalen ist im Durchschnitt 52 Jahre alt. Es stammt damit rechnerisch aus dem Baujahr 1967, als Öl noch billig und Wärmedämmung ein Fremdwort waren. Zwar wurden die Häuser und Wohnungen schon im Eigeninteresse der Besitzer seitdem meist regelmäßig modernisiert. Dennoch wollen mehr als die Hälfte der Hausbesitzer und Vermieter in den nächsten drei Jahren weiter investieren. Das ergab die aktuelle Online-Umfrage „LBS-Modernisierungstrends 2019“ unter über 2.000 Befragten.

Angeführt wird die Maßnahmenliste vom neuen Bad, aber schon auf Platz 2 und 3 folgt die Senkung des Energieverbrauchs durch Erneuerung von Fenster und Türen sowie der Heizungsanlage.

Das Motiv, die laufenden Betriebskosten zu senken, wird durch die derzeitige Zinslage noch verstärkt, berichtet LBS-Chef Jörg Münning: „Wenn mit Sparzinsen nichts mehr zu verdienen ist, stecken Hausbesitzer das Geld lieber in die Senkung der Energiekosten.“ Diese Eigeninitiative müsse aber noch besser unterstützt werden.

Ein Ansatzpunkt liege in der Vereinfachung der entsprechenden Förderprogramme, so die LBS. Ein Drittel der Eigentümer und sogar zwei Drittel der Vermieter empfinden diese laut Umfrage als zu bürokratisch – und verzichten damit oft auf weiteres Energie-Einsparpotenzial bei ihrer Modernisierung. Zudem sollte der Bürger seine Riester-Vorsorge auch für die energetische Sanierung nutzen können, so wie es heute schon beim barrierearmen Umbau möglich sei, so Münning: "Der Beschluss, Riester-Guthaben auch für energetische Maßnahmen einsetzen zu dürfen, ist überfällig!"

Mit dem gängigen Vorurteil, ältere Besitzer würden nicht mehr in ihre Immobilie investieren, konnte die LBS-Online-Umfrage aufräumen. Auch jenseits der 65 Jahre wollen 52 Prozent der Eigentümer und sogar 58 Prozent der Vermieter weiterhin modernisieren. Quelle: LBS / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6694 Sun, 03 Nov 2019 08:23:00 +0100 Initiative Elektro+ informiert über Balkon-Solaranlagen https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/initiative-elektro-informiert-ueber-balkon-solaranlagen-6694.html Mini-Photovoltaikanlage, Balkonkraftwerk, Guerilla-PV oder auch steckerfertige PV-Systeme – es gibt zahlreiche Begriffe für die kleinen Solarmodule, die sich ganz leicht auf dem Balkon, dem Carport, auf der Gartenhütte oder an der Fassade befestigen lassen und direkt per Stecker in einen eigenen Stromkreis im Haus eingebunden werden. Die Initiative Elektro+ hat in einem Infoflyer die wichtigsten Aspekte zu den steckerfertigen PV-Systemen zusammengefasst. Denn ganz so leicht ist es dann doch nicht: Für einen sicheren Betrieb müssen zunächst die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Die Vorteile der Balkonkraftwerke, die seit 2018 erlaubt sind, liegen auf der Hand: Bei ausreichend Sonnenschein kann der eigenproduzierte Strom direkt im eigenen Haushalt genutzt werden. Nur noch der zusätzlich benötigte Strom wird vom Netzbetreiber bezogen. „Diese Mini-Photovoltaikanlagen werden als Plug-and-play-Lösung für den Selbsteinbau angeboten“, erklärt Andreas Habermehl vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). „Für den sicheren Betrieb müssen jedoch zuerst die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Wir empfehlen daher immer einen Elektro-Innungsfachbetrieb für die Installation zu beauftragen.“

Die Mini-Photovoltaikanlagen bestehen aus einem PV-Modul mit integriertem Wechselrichter und einer Anschlussleitung mit Stecker. „Da die kleinen Kraftwerke nicht wie normale Elektrogeräte Strom aus dem Netz beziehen, sondern Energie erzeugen, ist ein Anschluss an eine herkömmliche Haushaltssteckdose nicht zulässig“, erklärt Michael Conradi von der Initiative Elektro+. „Sonst kann es schnell zu einer Überlastung des Stromkreises kommen und im schlimmsten Fall ein Brand entstehen.“ Außerdem besteht das Risiko, einen elektrischen Schlag zu erleiden, wenn man mit den Kontakten von herkömmlichen Steckern in Berührung kommen würde. Für einen sicheren Betrieb muss die vorhandene Steckdosedaher von einem E-Handwerker gegen eine spezielle Energiesteckdose ausgetauscht werden. Das ist auch nachträglich mit wenig Aufwand möglich. Außerdem muss der Fachmann überprüfen, ob der Stromkreis für die Energieeinspeisung aus dem Solarmodul ausreichend dimensioniert und abgesichert ist.

Stromerzeugung richtig erfassen 

Auch wenn der Strom von den kleinen PV-Systemen hauptsächlich im eigenen Haushalt verbraucht wird, ist es technisch möglich, überschüssige Energie in das öffentliche Netz einzuspeisen. Daher ist für den Betrieb die Installation eines Zweirichtungszählers notwendig. Ein normaler Zähler ist nicht ausreichend. „Wird der Strom ins öffentliche Netz eingespeist, würde ein herkömmlicher analoger Zähler rückwärtslaufen“, erläutert Andreas Habermehl. „Das wäre Betrug, da erbrachte Leistung vom Netzbetreiber damit unterschlagen wird.“ Den Austausch des alten Zählers gegen einen Zweirichtungszähler können Eigentümer gemeinsam mit Ihrem Elektrohandwerker direkt beim Netzbetreiber beantragen.   

Balkonkraftwerke sind meldeplfichtig

Die kleinen Balkonkraftwerke fallen wie die großen PV-Anlagen unter das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Daher sind auch die steckerfertigen PV-Systeme sowohl bei der Bundesnetzagentur als auch beim zuständigen Netzbetreiber meldepflichtig. Wichtig: Mieter müssen vor der Installation einer Mini-Photovoltaikanlage die Erlaubnis ihres Vermieters einholen, da dieser für die Sicherheit der elektrischen Anlage verantwortlich ist. Ausführliche Beratung erhalten Interessierte beim Elektro-Innungsfachbetrieb. Quelle: Elektro+/sth

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Solarenergie
news-6705 Sun, 03 Nov 2019 07:25:00 +0100 Verbaucherzentrale bemängelt Baubeschreibungen https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/verbaucherzentrale-bemaengelt-baubeschreibungen-6705.html Für 2017 und 2018 hat die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz insgesamt 152 Baubeschreibungen und 168 Bauverträge ausgewertet. „Das Ergebnis zeigt: Obwohl es inzwischen verbesserte gesetzliche Vorgaben gibt, ist die Qualität der Unterlagen nach wie vor häufig ungenügend“, so Ulrike von der Lühe, Vorstand der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Finanzministerin Doris Ahnen erklärt hinsichtlich der Auswertung: „In einer Zeit, in der die Leistungen der Bauwirtschaft überaus gefragt und die unternehmerischen Kapazitäten gut ausgelastet sind, trägt die Bauberatung zur Qualitätssicherung im Wohnungs- und Eigenheimbau, zur Absicherung der Bauherren vor finanziellen Risiken und damit letztlich zu einer insgesamt hohen Wohn- und Lebensqualität der Menschen in Rheinland-Pfalz bei. Die Evaluation zeigt, dass die Bauberatung eine wertvolle und unbedingt nötige Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger ist."

Leistungen sind oft ungenau dargstellt

Eine Baubeschreibung muss möglichst genau, transparent, für Laien verständlich und vollständig sein. Das Qualitätsniveau sowie die Kosten der Bauleistung müssen für Verbraucherinnen und Verbraucher kalkulierbar und vor allem eindeutig sein. „Die Wirklichkeit ist jedoch leider eine andere“, sagt Uta Maria Schmidt, Bauberaterin der Verbraucherzentrale. Zum einen seien bei einem Großteil der geprüften Baubeschreibungen Leistungen ungenau dargestellt, viele kostenrelevante Leistungen fehlten ganz. „Das Risiko für unkalkulierbare Folgekosten ist für Bauherren also sehr hoch.“ Des Weiteren seien die Texte oft intransparent und schwer verständlich. Dazu komme, dass ein Qualitätsniveau bei Wärme- und Schallschutz oft nicht eindeutig festgeschrieben wird – oder gar nicht erst erwähnt. Mindeststandards würden unterschritten; qualitätssichernde Maßnahmen seien kaum vorhanden.

Vertragsgestaltung muss eindeutig sein

Das Verbraucherbauvertragsrecht schreibt eine eindeutige Vertragsgestaltung vor. Tatsächlich ist zu beobachten, dass die Anbieter mittlerweile das neue Vertragsrecht anwenden. „Allerdings fällt auf, dass in den überwiegenden Fällen – trotz geltendem Recht – keine datierten Fertigstellungstermine vereinbart werden. Und so auch keine damit verbundenen Vertragsstrafen“, sagt Thomas Somplatzki, Fachanwalt für Baurecht, der im Auftrag der Verbraucherzentrale die Verträge prüft. Das gelte sowohl für Bauträgerverträge als auch für Generalunternehmerverträge.

Auch das Thema Sicherheiten werde immer wieder vernachlässigt. Immer noch gebe es Vertragsentwürfe, in denen die gesetzliche Vertragserfüllungssicherheit nicht erwähnt wird oder sogar außer Kraft gesetzt werden soll. Auch für mögliche Insolvenzen fehlten häufig vertraglich festgehaltene Sicherheitsabtretungen.

Forderungen der Verbraucherzentrale

  • Alle Leistungen müssen in einer individuellen Baubeschreibung konkret und umfassend beschrieben werden – Verbraucher sollten unbedingt darauf bestehen.
  • Der energetische Standard für Gebäude und die Hauptbauteile muss eindeutig festgehalten werden.
  • Bei Reihenhäusern, Doppelhaushälften oder Eigentumswohnungen muss der erhöhte Schallschutz vertraglich vereinbart werden.
  • Ein Bodengutachten sollte gesetzlich vorgeschrieben sein. Verbraucher brauchen zwingend externe Sachverständige zur Qualitätssicherung.
  • Fertigstellungstermine und Vertragsstrafen müssen in den Vertrag aufgenommen werden – auch hier sollten Verbraucher darauf bestehen.
  • Sicherheiten müssen explizit im Bauvertrag aufgeführt werden.
  • Die Anforderungen des Artikels 249 EGBGB hinsichtlich der Vorgaben zu den notwendigen Angaben in den Baubeschreibungen sollten konkretisiert werden.

Quelle: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz / pgl

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Finanzierung
news-6695 Fri, 01 Nov 2019 07:04:00 +0100 Neues BSW-Merkblatt: Umgang mit Photovoltaik-Altmodulen https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/neues-bsw-merkblatt-umgang-mit-photovoltaik-altmodulen-6695.html  

Photovoltaikmodule können jahrzehntelang klimafreundlichen Strom erzeugen / Altmodule müssen ordnungsgemäß entsorgt werden / Neues BSW-Hinweispapier informiert über Abgabestellen und gibt wichtige Sicherheitshinweise 

Berlin, den 28. Oktober 2019 – Ein Vorteil der Photovoltaik besteht darin, dass sie bei fachgerechter Montage und Komponentenwahl jahrzehntelang Strom liefern kann. Werden Photovoltaikmodule aufgrund von Beschädigungen oder aus Altersgründen schließlich nicht mehr zur Solarstromerzeugung genutzt, müssen sie gemäß dem Elektro- und Elektronikgesetz (ElektroG) fachgerecht entsorgt werden. Schließlich enthalten sie wertvolle Rohstoffe. 

„Das Recycling von Solarmodulen ist heute technisch gut machbar. Entsorgungsfachbetriebe können Altmodule so verwerten, dass die enthaltenen Rohstoffe fast vollständig als Sekundärrohstoffe einem Produktionsverfahren zugeführt werden können", sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW). „Daher ist es wichtig, dass ausrangierte Module in den Wertstoffkreislauf gelangen. Wo Altmodule abgegeben werden können und was dabei zu beachten ist, erfahren Besitzer von Photovoltaikanlagen, Installateure sowie Betreiber von Sammelstellen in unserem neuen Merkblatt.“ 

So können zum Beispiel Module aus privaten Haushalten kostenfrei bei ausgewiesenen Sammelstellen wie etwa Wertstoffhöfen oder den Rücknahmestellen der Hersteller und Vertreiber abgegeben werden. „Da bei Lichteinfall auf die aktive Zellschicht in Photovoltaik-Modulen eine elektrische Spannung entsteht, ist ein sorgfältiger Umgang mit abgebauten, zu entsorgenden Modulen wichtig“, sagt Körnig. So sollten Modulkabel befestigt werden, Module sorgfältig gestapelt und gegebenenfalls mit Kantenschutz versehen werden. „Die solaraktive Seite des Modules sollte beim Stapeln immer nach unten zeigen, offene Kontakte und beschädigte Rückseitenfolien sollte man vor dem Abtransport isolieren.“

In Deutschland sind mehr als 1,7 Millionen Photovoltaikanlagen in Betrieb. Unter normalen Bedingungen kann ein Photovoltaikmodul mindestens 25 Jahre lang zuverlässig klimafreundlichen Strom liefern, meist auch deutlich länger. Der Branchenverband rechnet daher erst in gut zehn Jahren mit einer größeren Menge an Altmodulen.

Das kostenlose Hinweispapier Sicherer Umgang mit PV-Altmodulen ist verfügbar auf https://bsw.li/2JsrkV0

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Solarenergie
news-6688 Thu, 31 Oct 2019 07:54:00 +0100 Hansainvest Real Assets realisiert klimaneutrale Energieversorgung https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/hansainvest-real-assets-realisiert-klimaneutrale-energieversorgung-6688.html Hansainvest Real Assets hat das auf Energie- und Betriebskostenmanagement spezialisierte Beratungsunternehmen Argentus mit der Umstellung des gesamten Immobilienportfolios mit 134 Lieferstellen für Strom und 49 für Gas auf eine klimaneutrale Energieversorgung beauftragt. Durch diese Maßnahme rechnet HANSAINVEST Real Assets bis Ende 2023 mit einer CO2-Einsparung von knapp 31.000 Tonnen. Argentus ist bereits seit 2015 mit dem aktiven käufmännischen Energiemanagement für das Portfolio des Unternehmens beauftragt und hat nach eigenen Angaben bislang Kostenersparnisse von mehr als 2,5 Millionen Euro realisiert.

„Die Kostenoptimierung und die enorme Verringerung der CO2-Emissionen steigern sowohl das Image als auch die Wertentwicklung der Immobilien. Hinzu kommt, dass wir damit einen Beitrag zur erfolgreichen Energiewende leisten können“, sagt Madlen Fiedler, Abteilungsleiterin Asset bei Hansainvest.

Zum 1. Januar 2020 wird die Energieversorgung des gesamten Immobilienportfolios auf Ökostrom und CO2-neutrales Gas umgestellt. „Bisher lag der Fokus auf finanziellen Einsparungen. Als nächstes wollen wir die nachhaltige Ausrichtung des Immobilienportfolios fördern“, sagt Simon Szpyrka, Geschäftsführer von Argentus. „Für die Zukunft werden wir im Rahmen laufender Projekte die Fernwärmeversorgung aus kaufmännischer und technischer Sicht optimieren und das gesamte Messwesen in Richtung Digitalisierung und Nachhaltigkeit neu ausrichten.“

Emissionsminderung nach Verified Carbon Standard und Stromzertifikat TÜV Nord

Die Reduzierung der Emissionen erfolgt nach dem Verified Carbon Standard (VCS), einem globalen Standard zur Validierung und Verifizierung von freiwilligen Emissionsminderungen. Einsparungen aus Projekten, die gemäß VCS validiert und verifiziert werden, müssen real, messbar, permanent, von unabhängigen Dritten geprüft, transparent und konservativ berechnet sein. Methodologisch ist der VCS eng an die Regeln des Kyoto-Protokolls angelehnt. Gemessen in CO2-Reduktionsvolumina ist der VCS der wichtigste Standard für den freiwilligen Ausgleich von CO2-Emissionen.

Die Umstellung der Gasversorgung des Immobilien-Portfolios kommt Wasser- und Windkraftprojekten in Indien und der Türkei zu Gute. Die vom Unternehmen bezogene Strommenge stammt dem „Stromzertifikat TÜV Nord“ zufolge vollständig aus Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen. Quelle: Argentus / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6691 Wed, 30 Oct 2019 08:59:00 +0100 Sunfire liefert Anlage zur Methanol-Erzeugung https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/sunfire-liefert-anlage-zur-methanol-erzeugung-6691.html Sunfire hat einen Kooperationsvertrag mit dem französischen Energiekonzern Total abgeschlossen. Im Rahmen der Kooperation liefert Sunfire einen Hochtemperatur-Elektrolyseur im Megawatt-Maßstab zur Nutzung im industriellen Umfeld als Teil des Forschungs- und Entwicklungsprojektes E-CO2MET. Sunfire übernimmt die Installation der Anlage sowie den Betrieb und die Instandhaltung des Elektrolyseurs, der zukünftig im ersten Prozessschritt für die Produktion von synthetischem Methanol aus hochkonzentriertem CO2 aus der Total Raffinerie Mitteldeutschland eingesetzt werden soll.

Das Besondere am Hochtemperatur-Elektrolyseur ist die Fähigkeit, günstigen Dampf oder Abwärme aus Industrieprozessen und Syntheseverfahren direkt nutzen zu können und damit den Bedarf an Ökostrom zu reduzieren. "Damit ist es das bisher effizienteste Verfahren für die Umwandlung von Strom zu Wasserstoff", so Sunfire. Dank der hohen Effizienz würden auch die Gesamtkosten des integrierten Verfahrens maßgeblich gesenkt.

"Der Einsatz unseres Hochtemperatur-Elektrolyseurs bei einem der größten Mineralölunternehmen der Welt bestätigt uns in unserer jahrelangen Arbeit, die Dekarbonisierung der Industrie voranzutreiben. Diese Technologie kann der Kernbaustein für die Energiesektoren werden, die nicht direkt Strom aus erneuerbaren Energien beziehen können. Mit der Wandlung in erneuerbare Gase und Kraftstoffe und der Nutzung der bereits bestehenden Infrastrukturen können wir so auch den Verkehrssektor sowie die Chemieindustrie klimaneutraler machen", sagt Nils Aldag, Geschäftsführer von Sunfire.

Während der Zusammenarbeit mit Total wird der Elektrolyseur in verschiedene Forschungsprogramme eingebunden. Am Standort Leuna werden unter anderem diverse Studien durchgeführt, die die Leistungsfähigkeit des Systems auch in Abhängigkeit von variabler erneuerbarer Energiezufuhr bewerten sollen. Quelle: Sunfire / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6685 Wed, 30 Oct 2019 07:55:00 +0100 Öfen sind besser als gedacht https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/oefen-sind-besser-als-gedacht-6685.html Holzöfen stehen für Behaglichkeit und Wärme. Dennoch stehen sie in der Kritik, weil auch sie Feinstaub ausstoßen. Wie umweltschädlich sie sind, liegt nicht zuletzt daran, wie viel Ruß in die Umgebung freigesetzt wird. Aber wer als Benutzer in einen sauberen Kaminofen investiert, braucht keine Nachrüstpflichten zu befürchten. Kaminöfen und Pellet- sowie Holzheizungen stehen bildhaft für Behaglichkeit und Komfort. Dennoch sind sie umstritten. Auch weil sie häufig als umweltschädlich eingeschätzt werden. Aufgrund von Rauch und Emissionen gibt es zahlreiche Nachbarschaftsbeschwerden. Kamin- und Kachelöfen aus den Baujahren von 1985 bis 1990 müssen bis Ende 2020 ersetzt oder mit Feinstaubabschneidern nachbestückt werden. Bis Ende 2024 sind Öfen der Baujahre 1995 bis 2010 dran. Die Partikel von Feinstaub werden zum Großteil durch Verbrennung freigesetzt. Neben der Industrie tragen Heizungen zur Entstehung bei. Aufgrund der geringen Größe und der chemischen Zusammensetzung sind sie schädlich für unsere Gesundheit. Feinstaubschneider minimieren den Ausstoß.

Dennoch ist eine Nachrüstung zunächst lästig. Die Branche selbst möchte diese Komplikationen verhindern. Daher wurde in Lösungen investiert. Diese sollen nicht bloß dazu beitragen das Bild von Kaminöfen und Pelletöfen zu verbessern, sondern für eine saubere Luft dank weniger Emissionen sorgen. Manche Hersteller geben an, den Feinstaub besiegt zu haben. Heizungen von KWB sollen nahezu emissionsfrei sein. „Durch intelligente Verbrennungstechnik werden bereits weniger Emissionen erzeugt und durch dezidierte Partikelabscheidung in der Heizung werden diese stark reduziert. Mittels Abgasrezirkulation als Primärmaßnahme sowie über den Einbau von KWB Staubfiltern als Sekundärmaßnahme ist das Abgas bei Hackgut- und Pelletheizungen nun nahezu partikelfrei“, sagt Helmut Matschnig, Geschäftsführer von KWB. Aufgrund modulierender Kaskaden-Anlagen sowie intelligente Energiemanagement-Systeme soll eine Steigerung der Systemeffizienz herbeigeführt werden. Brennstoff soll eingespart werden, geringere Emissionen sollen durch eine Minimierung der Start-/Stopp-Phasen ausgestoßen sein. Auch der Kaminofenhersteller Buderus sagt, dass seine Anlagen keine Feinstaubfilter benötigen, da die Kaminöfen alle regulatorischen Bestimmungen erfüllen. Mit einer digitalen Abbrand-Regelung soll zudem eine Technologie angeboten sein, welche einen effizienten und emissionsarmen Abbrand mit dem typisch gemütlichen Flammenbild ermöglicht und die Brennstoffmenge senkt.

Emissionen mit Gütesiegeln bekämpfen

Doch es gibt auch andere Positionen. Dass Heizen mit Holz grundsätzlich klimaschonend sei, sollte relativiert werden. „Das Heizen mit Holz verursacht in Deutschland mittlerweile deutlich mehr Feinstaub als die Motoren von Pkw, Lkw und Bussen zusammen.  80 bis 90 Prozent der Partikel aus Holzöfen und -kesseln haben eine Größe von unter einem Mikrometer“, sagt Patrick Huth, Projektmanager Verkehr und Luftreinhaltung bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Denn diese Partikel seien gesundheitlich besonders relevant, weil sie besonders tief in den Körper eindringen. Darüber hinaus würden vor allem die Scheitholzöfen eine substantielle Menge Ruß ausstoßen.

Eine Lösung welche sowohl Freunde wie Gegner von Kaminöfen eint ist der Wunsch nach einem gemeinsamen Gütesiegel. Dieses könnte für mehr Vertrauen sorgen und Benutzer vor teuren Nachrüstungen schützen. „Aus Sicht der DUH ist der Blaue Engel das vertrauenswürdigste Umweltzeichen. Als Typ 1-Label garantiert er ein transparentes Verfahren und eine herstellerunabhängige Kontrolle der Vergabekriterien“, so Huth. Das europäische Umweltzeichen sei noch unbekannt, könne aber an Bedeutung gewinnen. Denn weite Teile der Umweltgesetzgebung sind nicht nur bei der EU angesiedelt, ein gemeinsames Gütezeichen garantiert Neutralität. Für Kaminöfen gibt es dieses Siegel aber noch nicht.

Innovativ sein

Mehr Vertrauen erwecken möchten auch die Hersteller. „Die KWB Easyfire CC4-Pelletheizung mit cleanEfficiency Technologie nutzt Energie aus dem Abgas, welches sonst durch den Kamin entweicht, und steigert somit den Wirkungsgrad der Anlage“, sagt Matschnig.  Damit würde heizen mit Pellets noch effizienter und noch sauberer. Dafür wird an der Rückseite des Kessels ein Zusatzwärmetauscher eingesetzt um die Abgase anschließend zu kondensieren. „Die dadurch gewonnene Energie wird wieder dem Heizsystem zugeführt“, sagt Matschnig. Der Wärmetauscher besteht aus einem Glattrohr-Register aus Edelstahl, wodurch Staubpartikel nicht am Wärmetauscher anhaften was dazu beitragen soll dass Emissionen geringer ausfallen. Öfen sind damit ein weiteres Beispiel, dass sowohl Herstellern als Benutzern lediglich durch innovatives Handeln geholfen wird.

Redaktion: Wolfram Hülscher

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Heizung & Warmwasser
news-6692 Tue, 29 Oct 2019 07:44:00 +0100 Bundesregierung legt Klimaschutzprogramm 2030 vor https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bundesregierung-legt-klimaschutzprogramm-2030-vor-6692.html Die Bundesregierung hat das Klimaschutzprogramm 2030 vorgelegt. Es beschreibt die Vorhaben beim CO2-Preis und weitere Maßnahmen. Im Klimaschutzprogramm beschreibt die Regierung den politischen Rahmen und nennt Maßnahmen zum Erreichen der Klimaschutzziele für das Jahr 2030, wie etwa die CO2-Bepreisung, die Entlastung von Bürgern und Wirtschaft sowie sektorbezogene und übergreifende Maßnahmen. Auch finden sich darin Details zur geplanten Umsetzung, Berichterstattung und Fortschreibung. Der Leitgedanke des Programms sei, als führendes Industrieland die Einhaltung der Klimaschutzziele "wirtschaftlich nachhaltig und sozial ausgewogen" zum Nutzen der Gesellschaft und als fairer Partner in der Welt zu gestalten, heißt es in der Unterrichtung.

Die im Klimaschutzplan 2050 angelegten nationalen Anstrengungen würden im Klimaschutzprogramm 2030 konkretisiert und sollen noch in diesem Jahr gesetzlich umgesetzt werden, schreibt die Bundesregierung weiter.

Vordringliches Ziel sei es, die Klimaschutzziele 2030 zu erreichen. Mit dem Programm soll der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 verringert werden. Auf dem UN-Klimaschutzgipfel in New York habe sich Deutschland dazu bekannt, die Treibhausgasneutralität bis 2050 "als langfristiges Ziel zu verfolgen", schreibt die Bundesregierung. In den Sektoren Verkehr, Gebäude, Industrie, Landwirtschaft und Abfall habe sich Deutschland dazu verpflichtet, seine Emissionen im Non-ETS-Bereich bis 2030 um 38 Prozent gegenüber 2005 zu mindern.

Das Programm sei aus volkswirtschaftlicher Sicht sinnvoll, "um höhere Schadens- und Anpassungskosten und den drohenden notwendigen Zukauf von Emissionszuweisungen aus dem Ausland bei Zielverfehlung" zu vermeiden. Gleichzeitig könnten die direkte Förderung von Forschung und Entwicklung und Marktanreize dazu beitragen, dass Deutschland seine Stellung "als innovativer Leitanbieter und Leitmarkt für klimafreundliche Technologien" weiter ausbaue. CO2-neutrale Technologien "made in Germany" würden einen wichtigen Beitrag für den weltweiten Klimaschutz liefern und Deutschlands Exportkraft als Spitzentechnologieland weiter stärken, schreibt die Bundesregierung weiter. Quelle: HIB / pgl

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Finanzierung
news-6679 Tue, 29 Oct 2019 07:32:00 +0100 Start-ups helfen Berlin bei energetischer Sanierung https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/start-ups-helfen-berlin-bei-energetischer-sanierung-6679.html Die Hauptstadt hat sich strikte Ziele zur Energieeinsparung gesetzt. Bis 2050 will Berlin eine klimaneutrale Stadt sein. Start-ups sollen dabei helfen, den Heizenergieverbrauch der öffentlichen Gebäude zu optimieren – zunächst mit geringinvestiven Maßnahmen. Bis Anfang des kommenden Jahres sollen in Berlin insgesamt 15 Museen und 24 Polizeigebäude energetisch optimiert werden. Das Ziel: Die Maßnahmen sollen schnell umsetzbar sein und sich innerhalb kurzer Zeit über die Einsparung von Energiekosten amortisieren. Die zuständige Berliner Immobilienmanagement GmbH, kurz BIM, lässt sich das knapp zwei Millionen kosten. In der öffentlichen Ausschreibung für den Auftrag haben sich nicht etwa große Unternehmen durchgesetzt, sondern ausgerechnet drei Jungfirmen. Doch was können die besser? „Wichtig ist hier die Chancen-Berücksichtigung und nicht nur die Risikominimierung“, heißt es auf Nachfrage von der BIM. „Unter diesem Aspekt bieten uns Start-Ups Chancen im Bereich der Innovation, Erweiterung der Marktteilnehmer, Dynamik und Flexibilität sowie Effizienz und Zukunftsorientierung“, heißt es.

Bessere Heizungssteuerung dank Künstlicher Intelligenz

Eine der Firmen, mit denen das Immobilienmanagement der Hauptstadt kooperiert, ist Egain. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin nutzt zahlreiche Daten, um die Heizungssteuerung zu optimieren. Dazu zählen die Außentemperatur, die Dämmung, die Lage zur Sonne und die Wetterprognose. Egain verspricht, dass Haushalte damit bis zu 20 Prozent an Wärmeenergie einsparen können. Die gesammelten Daten einer Immobilie speichert das Unternehmen in einer Cloud und nutzt sie für selbstlernende Algorithmen, es kommt also Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Darüber soll die Heizungssteuerung den Energiebedarf langfristig noch besser verstehen können.

Über eine App lassen sich die automatisierten Heizmaßnahmen zudem kontrollieren. Nach eigenen Angaben ist Egain kompatibel mit den meisten bestehenden Heizsystemen. Für das Unternehmen ist die energetische Optimierung der Berliner Gebäude nicht der einzige Großauftrag. Vor wenigen Wochen gab Egain bekannt, dass auch die finnische Stadt Jyväskylä beschlossen hat, seinen gesamten Anlagenbestand in Wohngebäuden mit der Egain-Infrastruktur zu vernetzen. Das sind rund 160 Gebäude mit 5500 kommunalen Wohnungen. „Meines Wissens ist es eines der größten Projekte, die jemals durchgeführt wurden, da wir zurzeit eine ganze Stadt mit fast 140.000 Einwohnern digitalisieren“, sagt Tuomas Suur-Uski, Vertriebsleiter der Egain Group in Finnland, zum Start.

Weitere Einsparungen durch hydraulischen Abgleich und neue Pumpen

In Berlin setzt die Verwaltung neben Egain auch auf die Firma MyWarm. Das Start-up sieht großes Einsparpotenzial bei der Energieverteilung im Heizsystem. Je näher der Heizkörper am Kessel ist, desto schneller wird er heiß. Damit alle Heizungen in allen Räumen gleichmäßig erwärmt werden, muss die Anlage korrekt eingestellt sein – laut MyWarm sei das aber bei neun von zehn Heizsystemen nicht der Fall. Die Firma aus Berlin bietet einen speziellen hydraulischen Abgleich mithilfe von zeitgleichen Messungen an den Heizkörpern. Im Durchschnitt bewirke das Energieeinsparungen von rund 30 Prozent, verspricht das Unternehmen. Denn ist die Wärme in einer Immobilie schlecht verteilt, werde das oft durch Überversorgung kompensiert, erklärt MyWarm. Laut Studien würde eine um ein Grad höhere Raumtemperatur den Verbrauch und die Kosten um knapp sechs Prozent steigern.

Das Unternehmen Perto ersetzt darüber hinaus veraltete Heizungspumpen gegen moderne Modelle. Sie pumpen das warme Heizungswasser vom Kessel in die Heizkörper der Wohnräume und wieder zurück. Das Prinzip: Perto analysiert das Einsparpotenzial, beauftragt einen lokalen Fachhandwerker mit dem Austausch und beantragt staatliche Förderungen für seine Kunden. Denn wer den Pumpentausch beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle anmeldet, bekommt 30 Prozent der Kosten erstattet. Den Tauschprozess hat das Unternehmen vollständig automatisiert. Kunden können mit dem Smartphone ein Foto vom Typenschild der Pumpe übermitteln, ein Bilderkennungssystem liest die Daten aus und berechnet Kosten sowie Nutzen. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich in einem Einfamilienhaus je nach Montageaufwand und Heizungssystem auf 350 bis 550 Euro. Beim Wechsel von ganz alten Heizungspumpen verspricht Perto eine Stromersparnis von bis zu 90 Prozent. Noch gehören zu den Kunden aber vor allem Unternehmen aus der Industrie oder Wohnungswirtschaft und kommunale Institutionen.

Bis heute ist gut die Hälfte des Roll-Outs zur Heizungsoptimierung bei der Berliner Polizei und den Kulturstätten umgesetzt. Die Zusammenarbeit zwischen dem Berliner Immobilienmanagement und den drei Start-ups besteht aber schon länger. Bereits im vergangenen Jahr haben die Jungfirmen eine Fläche von knapp 300.000 Quadratmetern in den Gebäuden der Feuerwehren und Oberstufenzentren energetisch saniert. „Öffentliche Aufträge sind normalerweise eher eine träge Angelegenheit, weil von der Ausschreibung bis zur Bezahlung oft viele Monate bis Jahre ins Land ziehen und eine Menge bürokratischer Auflagen erfüllt werden müssen“, erklärt Martin Bornholdt, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V. (DENEFF). „Das können sich Start-ups oft gar nicht leisten.“ Die Partnerschaft mit der BIM sei eine positive Ausnahme.

Das zeigen auch die Zahlen: Nach Abschluss der Messungen der ersten Heizperiode konnten durch die ersten Maßnahmen aufs Jahr gerechnet rund 1.300 Tonnen CO2 sowie 256.000 Euro Energiekosten eingespart werden, was einer Reduzierung von gut 20 Prozent entsprach. Der damalige Auftragswert belief sich auf etwas über zwei Millionen Euro. Damit konnten die Maßnahmen der drei Start-ups immerhin einen kleinen Teil zu den Einsparzielen der Berliner beitragen. Die Hauptstadt will bis 2050 eine klimaneutrale Stadt sein. Um ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden, haben die öffentlichen Institutionen bereits vor zehn Jahren mit Einsparmaßnahmen in ihren Gebäuden begonnen. Seither konnte der jährliche CO2-Ausstoß der bewirtschafteten Häuser bereits um 23.000 Tonnen, also rund 21 Prozent, reduziert werden. Bis 2025 sollen weitere 30.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Lob für das Projekt gab es aus Brüssel. Die Bemühungen der BIM hat die Europäische Kommission mit dem „European Energy Service Awards“ in der Rubrik Klimaschutz ausgezeichnet. von Laurin Meyer

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Heizung & Warmwasser
news-6693 Mon, 28 Oct 2019 09:46:00 +0100 Osteuropäer in Europas Fenstermarkt auf Platz 2 https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/osteuropaeer-in-europas-fenstermarkt-auf-platz-2-6693.html Unter den Top 10 der europäischen Fensterhersteller sind mittlerweile vier aus Osteuropa. Entsprechende Zahlen legt das polnische Marktforschungsunternehmen Centrum Analiz Branżowych (CAB) vor. Osteuropäische Hersteller von Fenstern und Türen können sich auf dem gesamteuropäischen Markt immer besser behaupten. Die Analysten von CAB haben ein Ranking der 500 führenden Hersteller in Europa erstellt. Unter den Top 50 der wichtigsten Fensterhersteller seien mittlerweile 12 aus früher kommunistichen Ländern, schreiben sie ih ihrer Ausertung. Unter den Top 10 sind vier aus Osteuropa, davon eines auf Platz 2. Ekno-Okna aus Polen hat sich diesen Platz hinter K-Line gesichert. Dann führt das Ranking Internorm auf, gefolgt von Anglian Windows und NB Polska (zu Velux gehörend) und Drutex.

In seinem Report kommt CAB zu dem Ergebnis, dass das Produktionsvolumen 2019 in den osteuropäischen Ländern 9,3 Prozent höher war als im Vorjahr. In West- und Südeuropa lag dieser Wert bei 2,1 Prozent. Noch hat Westeuropa aber deutlich die Nase vorn. Unter den Top 50 in Europa sind elf Unternehmen aus Frankreich und jeweils sechs aus Großbritannien und Deutschland. Acht kommen aus Polen. pgl

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Dämmung & Fenster
news-6689 Mon, 28 Oct 2019 08:11:00 +0100 Viessmann baut Heizungscontracting aus https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/viessmann-baut-heizungscontracting-aus-6689.html Viessmann bietet neue Tarife für sein Contracting für Heizungen an. Im einfachsten Tarif kostet das ab 72 Euro pro Monat. Viessmann will sein Contracting-Angebot weiter ausbauen. Derzeit böten bereits über 1000 Fachhandwerker ihren Kunden Contracting-Verträge für Viessmann Wärme an, erklärte das Unternehmen auf Anfrage von EnbauSa.de. Zur Zahl der Kunden macht das Unternehmen aber keine Angaben.

Tarife und eine Vertragslaufzeit von bis zu 10 Jahren sollen das Contracting-Angebot von Viessmann attraktiver machen. Die monatlichen Raten beginnen bei 72 Euro. Dafür erhalten die Kunden eine Heizung samt kompletter Installation, inklusive aller erforderlichen Zusatzkomponenten wie zum Beispiel Rohrleitungen und Abgassystem sowie die Vitoconnect Box zum Anschluss der Heizung an das Internet. Dazu gehört außerdem eine Vollgarantie für die Dauer von bis zu zehn Jahren, inklusive Wartung und Reparaturen durch Fachpartner sowie die Schornsteinfegerleistungen.

Kunden haben die Wahl zwischen drei Tarifoptionen: Der Wärme Basic-Tarif umfasst die Nutzung der Heizung, alle Wartungen, Reparaturen und die Schornsteinfegerleistungen. Dieser Tarif wird ab 72 Euro pro Monat angeboten.

Zusätzlich zu den Leistungen des Basic-Tarifs bietet Wärme Flex ab einer monatlichen Rate von 85 Euro auch die Lieferung von Erdgas mit verbrauchsbezogener Abrechnung (Wärmekosten).

Der ab 108 Euro pro Monat angebotene Green+-Tarif beinhaltet die Leistungen des Flex-Tarifs, wobei mit der Nutzung von grünem Erdgas (Bio-Erdgas) und der optional angebotenen Einzelraumregelung die Wärmeversorgung klimaschonender und effizienter ist.

In der Regel haben die Tarife eine Vertragslaufzeit von 10 Jahren. Beim Basic Tarif werden verschiedene Optionen ab zwei Jahren Laufzeit angeboten. Quelle: Viessmann / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6681 Sun, 27 Oct 2019 08:11:00 +0100 Abstandhalter für Dreifachverglasung ausgezeichnet https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/abstandhalter-fuer-dreifachverglasung-ausgezeichnet-6681.html Auf der internationalen Passivhaustagung im chinesischen Gaobeidian wurde zum ersten Mal der „Innovation Award“ verliehen. Ausgezeichnet wurden vom Passivhaus Institut (PHI) besonders originelle Produkte und Ideen, unter anderem der Abstandhalter für Dreifachverglasung von Swisspacer. Die neue Auszeichnung des Instituts soll eine Plattform schaffen, um zukunftsweisenden Produkten und Ideen eine höhere Aufmerksamkeit zu verschaffen. Aus mehr als 1000 zertifizierten Passivhaus-Komponenten entschied sich das PHI unter anderem für den Swisspacer Triple. "Dieses innovative Produkt hat das Potential, den Glasrand noch langlebiger zu machen und die Herstellungskosten weiter zu senken", sagte Professor Wolfgang Feist, Gründer und wissenschaftlicher Leiter des PHI, bei der Preisübergabe. Peter Appel, Direktor für Marketing und Vertrieb bei Swisspacer, nahm den Preis entgegen. "Er motiviert uns, auch in Zukunft unserer Zielsetzung treu zu bleiben: Neue Lösungen zu entwickeln, die unsere Branche und auch die Gesellschaft weiterbringen."

Der Triple wurde für Dreifachverglasungen entwickelt. Mit diesem können dünnere Scheiben in der Mitte der Dreifachverglasungen eingesetzt werden, wodurch das Gesamtgewicht sinkt. Es reduziert sich das Risiko für Gasverluste oder das Eindringen von Feuchtigkeit in den Scheibenzwischenraum. Das wiederum unterstützt die Langlebigkeit des Isolierglases und die Energieeffizienz am Glasrand. Laut Benjamin Krick, Geschäftsführer des PHI, liegen die Vorteile thermisch verbesserter Fenster bei den Lebenszykluskosten, bei der CO2-Einsparung sowie der Energiebilanz. Damit seien sie wirtschaftlich interessant.

Für den diesjährigen "Passivhaus Component Award" haben sich 23 Unternehmen aus 12 Ländern mit insgesamt 31 Produkten beworben. Aus den Einreichungen vergab die Jury auf der internationalen Passivhaustagung zehn reguläre Preise und drei Sonderpreise. Quelle: Swisspacer/al

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Dämmung & Fenster