enbausa.de - Energetisch Bauen und Sanieren https://www.enbausa.de/ Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen de-DE EnBauSa Fri, 04 Oct 2019 23:49:24 +0200 Fri, 04 Oct 2019 23:49:24 +0200 TYPO3 EXT:news news-6649 Fri, 04 Oct 2019 07:24:00 +0200 Was Hauseigentümer an ihrer Heizung prüfen sollten https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/was-hauseigentuemer-an-ihrer-heizung-pruefen-sollten-6649.html Am 1. Oktober beginnt für viele die Heizsaison. Mit Maßnahmen wie dem Tausch der Heizhungspumpe oder dem hydraulischen Abgleich kann man Kosten senken. Eine alte Heizungspumpe ist ein Stromfresser im Haushalt. Über 100 Euro Stromkosten spart jährlich, wer sich für eine moderne Pumpe entscheidet. Wer als Hauseigentümer seine Heizkosten und CO2-Emissionen senken will, sollte den Start der Heizsaison nutzen. Mehr als 80 Prozent des Energieverbrauchs im Privathaushalt entfallen auf Heizung und Warmwasser. Entsprechend groß ist das Potenzial, um jetzt Geld zu sparen und CO2 zu vermeiden.

Zuschüsse der Regierung

Für Hauseigentümer zählt zum Beispiel das Erneuern der Heizungspumpe zu den Maßnahmen, die sich besonders schnell rechnen. In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus macht sich der Pumpentausch bereits nach drei Jahren bezahlt – und es gibt 30 Prozent Zuschuss vom Staat. Für das vergleichsweise einfache und günstige Optimieren der Heizung in Ein- und Zweifamilienhäusern bieten sich drei Dinge an – alle lassen sich jetzt angehen, um schon im Herbst und Winter davon zu profitieren.

Heizungsrohre dämmen

In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus sind etwa 20 Meter Rohr im Keller nicht gedämmt. Das nötige Material gibt es für 50 bis 200 Euro im Baumarkt und kann selbst angebracht werden. So lassen sich im Schnitt 1.000 kg CO2 vermeiden und 315 Euro pro Jahr sparen. Die Maßnahme kann sich also innerhalb eines Jahres rechnen. Worauf dabei zu achten ist, zeigt, die Anleitung auf www.meine-heizung.de/rohre.

Heizungspumpe tauschen, hydraulischen Abgleichen machen

Alte Heizungspumpen verbrauchen unnötig viel Strom. Eine hocheffiziente Pumpe kostet inklusive Einbau durchschnittlich 300 Euro. Damit lassen sich die CO2-Emissionen um fast 190 kg pro Jahr und die Kosten um rund 100 Euro senken. Es dauert also im Schnitt drei Jahre, bis sich der Pumpentausch rechnet. Die Förderung von 30 Prozent ist bei diesem Beispiel bereits berücksichtigt. Mit einem hydraulischen Abgleich wird die Heizanlage optimal auf das Gebäude eingestellt. So gelangt genügend Warmwasser zu jedem einzelnen Heizkörper: nicht zu viel und nicht zu wenig. Die Kosten liegen bei etwa 690 Euro. Die CO2-Emissionen sinken im Schnitt um fast 300 kg, die Heizkosten um 90 Euro pro Jahr. So rechnet sich der hydraulische Abgleich innerhalb von acht Jahren. Auch hier ist die Förderung von 30 Prozent bereits berücksichtigt.r Verbraucher, die ihre Heizkosten prüfen wollen, gibt es am 30. Oktober neue Vergleichswerte von co2online. Dann erscheint der „Heizspiegel für Deutschland 2019“ mit aktualisiertem Online-Rechner und kostenlosem Flyer; erstmals auch mit Werten für das Heizen mit Wärmepumpen. Quelle: Co2Online/wh

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Heizung & Warmwasser
news-6647 Fri, 04 Oct 2019 07:21:00 +0200 Bessere Planung für Energienetze https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/bessere-planung-fuer-energienetze-6647.html Um Energienetze besser planbar machen zu können, haben Forscher im Projekt HYPV einen Leitfaden erarbeitet, der den Weg für CO2-arme Strom- und Wärmenetze aufzeigt. Er ermöglicht straßengenaue Zielvorgaben und Kostenprognosen. Das Ziel ist klar: Um mindestens 80 Prozent sollen die deutschen CO2-Emissionen laut Klimaschutzplan der Regierung sinken. Um das bis 2050 zu erreichen, müssen die Energienetze in den Städten neu geplant werden. Wie genau, das haben sich Forscherinnen und Forscher im Projekt "HYPV" angeschaut – kurz für "Hybrides Planungsverfahren zur energieeffizienten Wärme- und Stromversorgung von städtischen Verteilnetzen". Nun ist der Leitfaden zur strategischen Planung von städtischen Energienetzen erschienen. Damit endet das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt, das sich mit wichtigen Fragen beschäftigte: Welche Versorgungskonzepte helfen, CO2-Ziele zu erreichen? Welche Stadtteile brauchen welche Technologie? Und für welche Übertragungsleistungen müssen die Wärme-, Gas- und Stromnetze in den jeweiligen Straßenabschnitten ausgelegt sein?

Bereit für die Zukunft

Antworten darauf lassen sich mit den Methoden finden, die HYPV entwickelt hat. Sie ermöglichen straßengenaue Zielvorgaben für den langfristigen Umbau der Versorgungsnetze, eine Aussage über Leistungs- und Energiebedarf in den Strom-, Gas- und Wärmeleitungen und damit auch eine Prognose der Netzkosten in den jeweiligen Straßenabschnitten. Ein Modell des Forschungsprojektes HYPV zeigt, wie Wärmenetze künftig gestaltet sein könnten: Fernwärme versorgt zentrale Wohnungen, Gas wird zu einer Lösung für entlegene Gebäude. Denn die Optimierungsfrage stellt sich in allen Städten: Welche Kombination aus dezentralen Gebäudetechnologien, Strom-, Fernwärme- und Gasnetzen, Kraftwerken, Strom- und Gaserzeugungsanlagen ist nötig, um vorgegebene CO2-Ziele zu erreichen? Und das bei möglichst niedrigen gesamtwirtschaftlichen Kosten.

Passgenaue Energienetze für jede Stadt

Um diese umfassende Gleichung zu lösen, haben die Forscher von Universität Konstanz und Hochschule Konstanz unter der Federführung der Düsseldorfer Rechenzentrum für Versorgungsnetze Wehr GmbH (RZVN) nicht nur Modelle erstellt, sondern auch beispielhaft Daten aus drei Städten einfließen lassen: Aus Düsseldorf, Konstanz und Sindelfingen. "Natürlich brauchen unterschiedliche Städte unterschiedliche Konzepte – aber vielerorts gibt es Möglichkeiten, die Emissionen sehr günstig zu senken", erklärt RZVN-Geschäftsführer Dr. Piet Hensel. Trotz der sehr unterschiedlichen Größe der drei untersuchten Städte zeigte sich: Es gibt Ergebnisse, die sich auf die meisten deutschen Städte anwenden lassen. Denn die Verteilung und die Häufigkeit der Wärmebedarfsdichten, bezogen auf die Stadtflächen, sind relativ ähnlich. "Dies könnte als Basis für eine Übertragung der Erkenntnisse aus dieser Studie auf andere Städte genutzt werden", schreiben die Autoren des Leitfadens.

Energie sparen mit optimalen Technologiekombinationen

"Wir wollen Stadtwerken dabei helfen, langfristige Investitionen besser planen zu können", erklärt Hensel. "Investitionen in die Energienetze tätigt man manchmal für 50 - 100 Jahre. In dieser Zeit können sich aber politische Wünsche und ökonomische Faktoren ändern." Als Beispiel nennt Hensel Erdgasheizungen, die zwar aktuell sehr günstig sind, aber langfristig nicht mit den Klimazielen vereinbar. Die Forscher entwickelten deshalb Methoden zur Modellierung von Energienetzen, mit denen der Umfang der Energieeinsparung, die Kombination dezentraler Strom- und Wärmeerzeugung und auch die Netzdimensionierung bestimmt werden können. Und das in Abhängigkeit vom CO2-Einsparpotenzial. Testrechnungen zu einzelnen Stadtteilen zeigen, dass es durchaus günstige Technologiekombinationen gibt, die auch ambitionierte Klimaziele erreichbar machen. Ob es sich dabei um Photovoltaik, Solarthermie, Blockheizkraftwerke, Wärmepumpen oder Fernwärme handelt, hängt von den Zielen, aber auch von der Besiedelung ab. Eine hohe Wärmebedarfsdichte und gleichzeitig verschärften Anforderungen im Gebäudebestand könnten zum Beispiel gerade in Innenstädten der Fernwärme den Weg ebnen. Das Szenario für einen solchen Stadtteil in Konstanz zeigt, dass eine CO2-Reduzierung von 80 Prozent die jährlichen Energiekosten nur um zwei Prozent anhebt, wenn die Stadtplaner auf Fernwärme setzen. Dezentrale Wärmepumpen als Energiequelle würden die Jahreskosten hingegen um 13,6 Prozent steigen lassen. Beides gilt allerdings nur nach Umsetzung der Dämmungspotenziale.

Langfristige Investitionen in Netze

Patentrezepte für jede Stadt kann Hensel nicht versprechen, da gerade in der Wärmeversorgung lokal Lösungen notwendig sind. Beispiele seien etwa die Nutzung lokaler Abwärmequellen und Umweltwärme. Da aber alle Netzbetreiber und städtischen Versorgungsunternehmen ihre Emissionen deutlich senken müssen, stehen Änderungen in der Vertriebs- und Netzstrategie an. Ohne Zielnetzplanungen können Fehlinvestitionen in den Anlagen der Kunden und in ihren Netzen entstehen. "Wir richten uns aber auch an Politiker, die die Rahmenbedingungen für die Versorger schaffen", erklärt Hensel. Politiker können die Privatwirtschaft einbinden, auf anderen Wegen mit den Bürgern kommunizieren – und am Ende auch beispielsweise einen Anschlusszwang durchsetzen. Ein positives Beispiel hierfür sei die Schweiz, welche die Kommunen verpflichtet, lokale Energie- und Klimakonzepte zu erarbeiten.

Leitfaden für Stadtwerke und Politik

Die Planungs- und Optimierungsmethoden des HYPV-Leitfadens liefern kostenoptimierte Vorschläge für die zukünftige Wärme- und Stromerzeugung in städtischen Versorgungsgebieten mit den zugehörigen Ausbauoptionen und Belastungen der Strom-, Gas- und Wärmenetze. Das macht sie zur Grundlage für eine darauf aufbauende detaillierte Zielnetzplanung der Netze. Quelle: Energiewendebauen/wh

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Solarenergie
news-6648 Wed, 02 Oct 2019 07:28:00 +0200 Neue Konzepte machen Vakuumisolierglas langlebiger https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/neue-konzepte-machen-vakuumisolierglas-langlebiger-6648.html Bislang erreichen schwere Isolierglasscheiben mit drei oder vier Scheiben den besten Isolierschutz. Das Forschungsprojekt „skalVIG“ unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik IWM soll nun zeigen, dass gute Dämmung auch mit einem Vakuum zwischen nur zwei Isoliergläsern dauerhaft funktioniert. Interpane hat ein entsprechendes Produkte angekündigt. Fenster haben ein schwieriges Aufgabenprofil: Im Winter darf die Sonne die Wohnung aufheizen, im Sommer nicht. Im Winter soll die Wärme in der Wohnung bleiben, im Sommer natürlich draußen. Solche Ansprüche erfüllen derzeit am ehesten drei- oder vierfachverglaste Fenster. „Dicke Mehrfachverglasungen werden aber zum Problem, wenn sie nicht fest verbaut sind, sondern man die Fenster auch öffnen möchte. Wand und Verschläge müssen dann ein hohes Gewicht aushalten - gerade bei Sanierungen sind Fenster mit guter Dämmung manchmal zu schwer“, erklärt Tobias Rist vom Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM. Während bislang teure Edelgase wie Argon zwischen den Scheiben für einen Dämm-Effekt sorgen, forscht er an einem Vakuum-Zwischenraum.

Einer der Knackpunkte ist bislang die Lebensdauer der Vakuumisoliergläser. Erst im April hatte das Institut für Fenstertechnik Rosenheim Prüfnormen für Varkuumisolierglas veröffentlicht.

So genannte Vakuumisoliergläser (VIG) messen weniger als einen Zentimeter Dicke, etwa ein Viertel einer Dreifach-Isolierverglasung. Das Forschungsprojekt skalVIG will ihnen nun den Weg auf den Fenstermarkt ebnen, die Abkürzung steht dementsprechend für: Hochskalierbare umweltverträgliche Herstellprozesse und Objektdemonstration der Vakuumisolierglas-Technologie.

Wissenschaftler entwickeln Vakuumisolierglas-Forschung weiter

Die Idee, ein Vakuum als Zwischenraum zu nutzen, ist nicht neu. „Wir haben an unserem Institut in vorigen Projekten schon technologisches Knowhow angesammelt“, erklärt Rist. Eine Herausforderung war, dass der atmosphärische Druck auf die Flachgläser etwa zehn Tonnen pro Quadratmeter beträgt.

Im vorangegangenen Projekt  das von 2013 bis 2015 lief, nutzten die Forscherinnen und Forscher kleine Metallzylinder als Stützkörper für den Zwischenraum. Das funktioniert gut. Aber ein letztes Problem bleibt: „Die Herausforderung ist, das Vakuum dauerhaft zu halten“, so Rist. Dass das funktionieren kann, zeigt ein Prototyp aus dem VIG-S-Projekt.

„Jetzt wollen wir die Prozessschritte robust konzipieren, sodass sie als Vorlage für die industrielle Fertigung dienen können“, sagt Rist. Deshalb sind auch eine Menge Industriepartner beim aktuellen Projekt an Bord, denn skalVIG soll die komplette Prozesskette abdecken: Die Firma Laser Integration Laser Applikation kümmert sich um die Schweißtechnik, TS Elino um die Anlagen für den Lötprozess, RJ Lasertechnik arbeitet an innovativen Schweißverfahren im Vakuum, HEGLA entwickelt Lösungen zum automatisierten Setzen der Stützen und bringt Expertise aus dem Glashandling ein, TMP Fenster + Türen wird schließlich Demonstrationsobjekte herstellen.

Komplexer Randverbund

Bislang hatten Forscherinnen und Forscher mit sogenanntem Glaslot gearbeitet, um den Rand der Doppelglasscheibe abzudichten. Das hat funktioniert, aber Glaslot wird starr. Bei hohen Temperaturunterschieden zwischen den beiden Fensterseiten kann die mechanische Spannung zu Rissen führen. Dann aber dringt Luft in den Zwischenraum ein, was den Dämmeffekt stark einschränkt. Deshalb wollen die Partner nun einen flexiblen Randverbund aus Metallband fertigen. Das ist bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen unter 250 Grad möglich, sodass die Spannung der Gläser nicht unter den hohen Temperaturen während der Fertigung nachlässt. Wenn das gelingt, wäre das ein großer Schritt im Bereich der Dämmung.

Wie gut eine Scheibe das beherrscht, gibt der sogenannte U-Wert wieder. Laut Energieeinsparverordnung EnEV 2014 dürfen Fenster höchstens einen U-Wert von 1,3 W/m2K haben. Vakuumisoliergläser könnten U-Werte von 0,4 erreichen; einen Wert, den bislang nur mit Edelgasen gefüllte Vierfach-Isolierverglasungen schaffen. Sie sind aber mehr als fünf Zentimeter dick und wiegen rund 40 Kilogramm pro Quadratmeter.

Vakuumisoliergläser wären nur halb so schwer. Deshalb hat Rist auch Sanierungsarbeiten an Altbauten im Blick, Deren Bausubstanz ist nicht auf schwere und dicke Scheiben ausgelegt.

Interpane hat Produkt angekündigt

Parallel zum Forschungsprojekt hat Interpane auch ein Produkt angekündigt, das ebenfalls das Problem der Langlebigkeit adressiert.  Es soll noch 2019 verfügbar sein. Das neue Vakuum-Isolierglas „Fineo“ besteht aus zwei mindestens drei Millimeter dicken Glasscheiben, die jeweils eine hochisolierende Beschichtung erhalten und durch eine Vakuumschicht von 0,1 Millimeter voneinander getrennt sind. Es dämmt mit einem Ug-Wert 0,4 bis 0,7 W/(m²K) besser, bzw. ebenso gut wie eine Dreifach-Wärmedämmverglasung, wiegt aber allein beim Glasanteil ein Drittel weniger, was deutlich filigranere Profile ermöglicht. Verglichen mit einem herkömmlichen Dreifach-Wärmedämmglas mit zwei Low-E-Beschichtungen gelangen 15 Prozent mehr Tageslicht in den Raum und der Schallschutz verbessert sich um 3 Dezibel (RW + Ctr nach EN 12758).

Es besitzt keine Evakuierungsöffnung und keine Dichtungen, sondern wird im Produktionsprozess anorganisch aufeinander geschmolzen – der Wärmedämmwert bleibt darum auch nach Jahrzehnten konstant, verspricht der Hersteller. Auch bei horizontalem oder schrägem Einbau in Dachfenster bleibe der Ug-Wert unverändert. pgl

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Dämmung & Fenster
news-6644 Wed, 02 Oct 2019 07:26:00 +0200 Intelligente Steuerung soll Stromspeicher besser machen https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/intelligente-steuerung-soll-stromspeicher-besser-machen-6644.html Stromspeicher sind eine noch immer relativ neue Technologie, ältere Speicher gibt es kaum. Ein Projekt erforscht die Entwicklung der Leistungsfähigkeit. Speicher sind für die Energieversorgung unerlässlich. Wie leistungsfähig sie aber langfristig sind, dazu gibt es bisher praktisch keine belegbaren Aussagen, sondern eher gut begründete Prognosen.

Professor Wolfgang Bessler und sein Team untersuchen dort im Enerlab 4.0 an der Hochschule Offenburg unter anderem die Alterung von Zellen in Stromspeichern. Viele Fragen stellen sich. Wie altern die Zellen in Stromspeichern und wie müssen sie gesteuert werden, damit ihre Leistungsfähigkeit über möglichst viele Vollladezyklen hinweg erhalten bleibt?

Nachdem sich der Speicherhersteller ASD bereits am Vorläuferprojekt "Stabil" der Hochschule beteiligt hatte, bringt es sich auch bei Enerlab ein: ASD stellt unter anderem seine mit der Pacadu-Technologie gesteuerten Stromspeicher für Langzeit-Tests zur Verfügung, um herauszufinden, wie sie sich über Jahre hinweg verhalten und wie die Speichersteuerung zu einer langfristig hohen Kapazität beitragen kann.  „Vielleicht lässt sich ja auf Basis der neuen Erkenntnisse ein Algorithmus entwickeln, der Stromspeicher fit hält und deren Lebensdauer verlängert", so ASD-Geschäftsführer Matthias Ruh über die Projektbeteiligung.

Analyse der Zellalterung von außen und innen

Das vom Bund geförderte Enerlab 4.0 testet Lithium-Ionen-Energiespeicher nicht nur live im Labor, sondern auch mithilfe einer Computersimulation. Die Offenburger Forscher interessieren sich für die elektrochemischen und die materialwissenschaftlichen Prozesse, die innerhalb der Zellen beim Altern ablaufen. Deshalb werden die Speicher während des laufenden Betriebs von außen und danach mit Licht- und Rasterelektronenmikroskopen zusätzlich von innen untersucht. Die Erkenntnisse, die sich auf der strukturellen und chemischen Ebene über Alterungsprozesse gewinnen lassen, werden auf einen digitalen Zwilling übertragen, den sie dann beschleunigt virtuell altern lassen. Ein halbes Jahr Dauerbetrieb im Labor liefert die notwendigen Daten, auf deren Grundlage drei bis fünf Jahre simuliert werden können.

Pacadu-Technologie funktioniert mit ungleichen Zellen

Das Vorgängerprojekt Stabil hatte bereits wichtige Erkenntnisse zur Alterung von Speichersystemen gebracht. Das Besondere dabei: Innerhalb von Stabil wurden neue Zellen geprüft, in Stromspeichern verbaut und im Zeitverlauf immer wieder unter Laborbedingungen untersucht. Da die Pacadu-Technologie dafür steht, auch mit Zellen unterschiedlicher Eigenschaften gut zu funktionieren, wurde der Pacadu-gesteuerte Speicher mit Zellen bestückt, die eine große Streuung der Kapazitäten aufwiesen. Demgegenüber wurde der herkömmliche, seriell-geschaltete Speicher mit möglichst ähnlichen Zellen ausgestattet. Beide Speichersysteme, die zwei Jahre lang identisch be- und entladen wurden, verloren etwa in gleichem Maße an Kapazität, alterten in ähnlicher Weise. Dazu Professor Wolfgang Bessler: „Dadurch, dass das parallel-geschaltete Speichersystem deutlich schlechtere Voraussetzungen hatte und trotzdem nur geringfügig stärker alterte, lässt sich die Aussage bestätigen, dass die Pacadu-Technologie mit Zellen unterschiedlicher Kapazität umgehen kann.“ Die Versuche sollen nun fortgesetzt werden, um auch über einen längeren Zeitraum Aussagen treffen zu können. Quelle: ASD Automatic Storage Device GmbH/wh

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Solarenergie
news-6645 Tue, 01 Oct 2019 07:36:00 +0200 Flächenheizungen erreichen Rekordhoch https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/flaechenheizungen-erreichen-rekordhoch-6645.html Die Zahl der abgesetzten Rohrmeter für die Flächenheizung und -kühlung in Boden, Wand oder Decke hat 2018 in Deutschland mit 207 Millionen Meter ein neues Rekordhoch erreicht. Mit dem Wachstum von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr setzen die Systeme ihren Aufschwung fort. Die Vielzahl der Einbaumöglichkeiten macht die Flächenheizung/-kühlung nicht nur für den Neubau, sondern auch für die Modernisierung interessant. Die Fußbodenheizung ist die am häufigsten verbaute Variante.

In fast jedem zweiten Eigenheim ist inzwischen eine Flächenheizung installiert, so der Bundesverband Flächenheizung und Flächenkühlung (BVF) . Die Strahlungswärme einer Flächenheizung entspricht dem Wärmeempfinden des Menschen, der selbst Wärme abgibt, niedrige Systemtemperaturen und erneuerbare Energien macht sie kostengünstig und effizient.

In der Wand verborgen, gibt es keine offenen Heizkörper, die beim Einrichten oder Verlegen der Sockel im Weg sind. Schließlich ist der Einbau in einer Vielzahl von Systemen möglich. Diese Faktoren spiegeln sich auf dem Markt wider.

Die meisten Flächenheizungen sind im Fußboden

Besonders häufig wird die Flächenheizung noch immer im Boden eingebaut. Der Anteil liegt bei 90 Prozent, weiß Frank Hartmann, Referent des Fachbereichs Flächenheizung/-kühlung des BDH: „Die Technik ist ausgereift, innovative Methoden sind schon seit Jahren auf dem Markt.“ Sechs bis sieben Prozent der Systeme werden unter der Decke, die restlichen drei Prozent an der Wand angebracht. Aus diesem Grund ist gehe es laut Hartmann darum, über die Fußbodenheizung hinaus zu kommen und vermehrt die Wand und die Decke zu forcieren. Auch gelte es, die Flächenheizung bei der Ausbildung in der Innung und der Berufsschule zu etablieren.

Lösungen in der Decke eignet sich gerade in Nichtwohngebäuden, da etwa in Büro- und Verwaltungsgebäuden die Kühllast am höchsten ist. Aktuell würden in der Branche Überlegungen angestellt, die Gebäude nicht mehr nach der Heizlast auszulegen, so Hartmann. Zwar sollte der Planer generell mit dem Bauherrn und Architekt überlegen, ob die Priorität bei der Heiz- oder Kühllast liegt. Aber: „Es ist viel relevanter die Gebäude nach der Kühllast zu bewerten“, sagt Hartmann.

Kühllast wird als Parameter wichtiger

Tageslicht, das durch die Fenster einstrahlt, steigende Temperaturen, technische Geräte und der Mensch selbst sorgen für Wärme im Raum. Je verdichteter, umso wärmer der Arbeitsplatz. Die Deckenkühlung kann zum Ausgleich für ein angenehmeres Klima eingesetzt werden. Die Wärme steigt nach oben, kühlt an der Decke ab und fällt wieder nach unten. Diese sogenannte „Strahlungskühle“ wird als angenehm wahrgenommen, zumal auf diese Weise keine Zugluft entsteht. Im Winter reicht die Leistung der Flächenheizung widerum für angenehme Wärme aus.

Auch im Eigenheim eignet sich die Decke für die Flächenheizung und -kühlung. Allein schon, weil die Fläche frei bleibt. Sie wird weder verstellt, noch wird eine zusätzliche Schicht, wie Teppich, darüber verlegt. Die Kühlleistung ist bei dieser Variante höher als die Heizleistung.

„Die Heizleistung der Decke ist ausreichend, um den Raum zu temeperieren“, erklärt Hartmann. Beim Boden ist die Leistung genau umgekehrt. „Die Wand ist das Sandwich zwischen Decke und Boden, sie kombiniert die besten Eigenschaften von Decke und Boden“, sagt Hartmann. Diese Lösung bringt den Menschen nie in direkten Kontakt mit der Wärme oder Kühle und kann auch bei Wänden mit raumtrennender Wirkung angebracht werden.  Der Nachteil ist, dass die Wand nicht mit Möbeln zugestellt werden darf. 

Wirksame Leistung ist wichtige Kenngröße

Eine Entscheidungsgrundlage für den Flächenbedarf ist einerseits die Heizlast, die abgedeckt werden sollte sowie die Systemtemperatur. Dabei spielt die wirksame Leistung von Decke, Wand und Boden, die in Watt pro Quadratmeter festgelegt ist, eine Rolle. So hat beispielsweise der Boden ausgehend von 20 Grad beim Heizen eine Leistung von 100 Watt pro Quadratmeter, die Wand 160 Watt pro Quadratmeter und die Decke 60 Watt pro Quadratmeter. Die Kühlleistung wiederum liegt am Boden bei 45 Watt pro Quadartmeter, an der Wand bei 65 Quadratmeter und unter der Decke am höchsten mit 85 Watt pro Quadratmeter, wenn von einer Temperatur von 26 Grad ausgegangen wird. Zugleich zeigen die Zahlen die Unterschiede der Varianten sehr deutlich. Eine Rolle spielen zudem die verwendeten Materialien. Kork, Laminat und Holz lassen weniger Wärme durch wie beispielsweise keramische Fliesen.

Gemein hat die Flächenheizung, dass sie besonders effizient im Verbrauch ist. „Durch das günstigere Temperaturniveau im System werden deutliche Energieeinspareffekte bei der Energieerzeugung im Heiz- und Kühlbetrieb erzielt“, erklärt BVF-Geschäftsführer Axel Grimm. „Durch die großflächige Wärmeübertragung kann die Raumtemperatur in der Praxis um zirka zwei Grad abgesenkt werden, ohne dass es zu Komforteinbußen kommt.“ 24 Grad Oberflächentemperatur sei im Winter ausreichend. Da die Vorlauftemperatur anders als beim Heizkörper keine 50 bis 55 Grad warm sein muss, sondern maximal 35 Grad lassen sich Erneuerbare Energiern nutzen wie Wärmepumpe, Solarthermie und Brennwertanlage nutzen. Damit leistet die Flächenheizung einen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit und Wärmewende.

Allergiker profitieren von Flächenheizung

Die Strahlungswärme verhindert, dass die Luft im Wohnbereich zu trocken wird. Es wird kein Staub aufgewirbelt, was für Allergiker eine Erleichterung ist. Für die Kühlung wird die Wassertemperatur maximal auf 16 Grad abgesenkt. „Tiefere Temperaturen sind aus Bauschutz zu vermeiden“, sagt Hartmann. Wird der Taupunkt unterschritten, kann sich Feuchtigkeit und Schimmel bilden.

Gerade bei der Modernisierung von Wohngebäuden, bei denen der Hauptfokus auf der energetischen Sanierung liegt, kann die Flächenheizung/-kühlung eingebaut werden, zumal der Einbau nicht auf den Fußboden beschränkt ist. Hier kommen zudem die Einbauvarianten über ein Trockenbau- oder Nasssystem zum Zuge. „Bei einem Nasssystem werden die Heizrohre in den Putz eingearbeitet, während bei der Trocken-Variante meist Gipskartonplatten mit integrierten Heizschlangen verwendet werden“, erläutert Grimm, der im Trockenbausystem den Vorteil hervorhebt, dass die gesamte Fläche ohne große Vorarbeiten genutzt werden könne. Zudem kann das System mit Heizkörpern kombiniert werden, etwa im Bad.

Elektrische Flächenheizung für temporär genutzte Räume

Sollte der Einbau einer wassergeführten Flächenheizung nicht möglich sein, etwa weil im Altbau keine wasserführende Heizungsanlage vorhanden ist, kann auch die elektrische Flächenheizung genutzt werden. Mit ihr ist allerdings keine Kühlung möglich, was für Hartmann in Kombination mit dem Heizen einer der größten Vorteile der wassergeführten Flächenheizung ist. Von Nutzen ist sie  für ihn etwa im Räumen oder Zonen, wo sie nur temporär genutzt wird, oder einfach und simpel Wärme generiert werden soll, etwa in einem Wartezimmer bei einem Arzt im Altbau, sagt Hartmann.

Die elektrische Heizung ist vorallem dann sinnig, wenn sie mit selbsterzeugten Strom durch eine Photovoltaikanlage oder einem Blockheizkraftwerk gespeist werden kann. „Unterm Strich: Strom ist zum Verheizen zu schade, wir brauchen Strom für andere Prozesse, die wichtiger sind“, sagt Hartmann. Von Anne Leipold

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Heizung & Warmwasser
news-6632 Tue, 01 Oct 2019 07:07:00 +0200 Sanierungsindex zeigt gute Nachfrage nach neuen Fenstern https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/sanierungsindex-zeigt-gute-nachfrage-nach-neuen-fenstern-6632.html Der Deutsche Sanierungsindex Desax hat im August in allen drei untersuchten Branchen, bei Heizung, Fenstern und Dach und Dämmung deutlich zugelegt. Der Index bildet die Online-Nachfrage nach Sanierungsangeboten ab. In allen Bereichen gab es im Sommermonat August ein moderates Plus. Bei Heizungen lag der Desax mit einem Wert von 182 knapp über dem Juli-Wert von 2019. Im Vorjahr erreichte der Desax im August aber einen Wert von 194.

Der Desax basiert auf einer Auswertung von Angebotsanfragen, die bei der Deutschen Auftrags-Agentur (DAA) eingehen. Basis des DESAX sind die Werte aus dem Jahr 2012. Ein Indexwert von 100 bedeutet, dass genausoviele Anfragen eingegangen sind wie durchschnittlich 2012.

Bei Dach und Dämmung lagen die Werte mit 117 ebenfalls knapp über dem Vormonat mit 113. Im August 2018 waren es mit 121 ein bisschen mehr.

Im Segment Fenster lag der Wert im August bei 132, im Juli 2019 bei 122. 2018 war die Online-Nachfrage nach Fensterangeboten mit einem Wert von 75 sehr gering. Hier gab es auch gegenüber dem Vorjahr ein Plus, in den beiden anderen Segmenten lief es im Vorjahr besser als 2019.

Spannend wird sein, wie sich die Nachfrage nach den Ergebnissen des Klimakabinetts weiter entwickelt. Für die Gebäudesanierung gibt es deutlich mehr Geld, auch der Austausch alter Ölheizungen wird höher bezuschusst. Auch Steuerförderung für Gebäudessanerung wurde zugesagt. Noch steht die genaue Ausgestaltung aber aus, ebenso die Zustimmung der Bundesländer. Daran war die Steuerförderung immer wieder gescheitert.

Der Sanierungsindex DESAX zeigt, wie hoch das Interesse der Online-Community an Sanierungsprojekten ist. Er wird gemeinsam von EnBauSa.de und Dämmen und Sanieren herausgegeben und soll für mehr Transparenz im Sanierungsmarkt sorgen. pgl

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Dämmung & Fenster
news-6643 Mon, 30 Sep 2019 13:11:00 +0200 Wärmeatlas zeigt erstmals hochaufgelöst Bedarfsdaten https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/waermeatlas-zeigt-erstmals-hochaufgeloest-bedarfsdaten-6643.html Für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland stellt ein neuer Wärmeatlas hochaufgelöste Wärmebedarfsdaten für 19,4 Millionen Wohn- und 3,1 Millionen Nichtwohngebäude zur Verfügung. Basis der Untersuchungen ist ein innovatives Verfahren, welches bei der Berechnung des Wärmebedarfs amtliche 3D-Gebäudegeometrien verwendet. Erstmalig stehen für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland hochaufgelöste Wärmebedarfsdaten für 19,4 Millionen Wohn- und 3,1 Millionen Nichtwohngebäude auf Basis eines innovativen Verfahrens zur Verfügung, das bei der Berechnung des Wärmebedarfs amtliche 3D-Gebäudegeometrien, die Gebäudesimulation GEMOD des ifeu-Instituts Heidelberg und optimierte Eingangsdaten verwendet. Jedes erfasste Gebäude wird als eindeutig identifizierbarer und georeferenzierter Datenpunkt abgebildet, der die Parameter energetischer Gebäudetyp, Gebäudegrundfläche, Energiebezugsfläche sowie Nutzenergiebedarf Raumwärme und Brauchwarmwasser enthält. Auch die eindeutige Kennung der INSPIRE-Grid-Zelle ist dem Datenpunkt zugeordnet. Der Wärmeatlas Deutschland 2.0 wurde von der Geomer GmbH, dem ifeu-Institut und der GEF Ingenieur AG entwickelt und kann für individuelle räumliche Selektionsausschnitte über geomer lizenziert werden. Denn Energieversorger, Netzbetreiber, Kommunen, Energieagenturen und Planungsbüros stehen vor der Aufgabe, die Wärmewende und Klimaziele umzusetzen. Zu wissen, wo welcher Wärmeenergiebedarf für Brauchwasser und Heizung besteht, ist für diese Vorhaben eine Grundvoraussetzung. Der Wärmeatlas Deutschland 2.0 ist ein planerisches Instrument, das bei Wärmeplanungen, energetischen Quartierskonzepten und Szenarioanalysen als zuverlässige Datengrundlage herangezogen werden kann.

Innovatives Berechnungsverfahren und qualitätsgesicherte Eingangsdaten

Eine innovative Kombination aus einer Bottom-Up Berechnung und einer Top-Down Kalibrierung ermöglicht aussagekräftige und belastbare Aussagen über den Wärmebedarf von 19,4 Millionen Wohn- und 3,1 Mio. Nichtwohngebäuden. Auf Ebene einzelner Gebäude erfolgt die Berechnung über eine Übertragung spezifischer Energiekennzahlen für Raumwärme und Warmwasser (kWh/m²a) aus dem ifeu-Gebäudemodellsimulationsmodell GEMOD, die nach Gebäudetypen, Baualtersklassen und Klimazonen differenziert werden. Für die Zuordnung zu einem energetischen Gebäudetyp wurden die 3D-Gebäudemodelle um weitere Attribute zur Gebäudenutzung aus Sekundärdatenquellen angereichert und nach ihrer Geometrie sowie lagebasierten Kriterien klassifiziert. Die Wärmebedarfsberechnung erfolgt über eine Zuordnung der Nutzungsschlüssel einzelner Gebäude zu energetischen Typgebäuden in der Systematik des GEMOD. Die Gebäudedaten sind bezüglich Anzahl und energetischer Nutzfläche in Anlehnung an die GEMOD-Werte auf Bundesebene für den Zweck einer energetischen Modellierung kalibriert. Durch die Optimierung der Eingangsdaten mit Sekundärinformationen konnten die Eingangsdaten aller Bundesländer auf ein hohes Qualitätsniveau angeglichen werden. Die aufbereiteten Daten entsprechen überdies datenschutzrechtlichen Anforderungen.

Kleinräumige Analysen des Wärmebedarfs

Der Wärmeatlas Deutschland 2.0 kann als Datengrundlage für kleinräumige Analysen des Wärmebedarfs im Gebäudebestand auf Ebene einzelner Städte, Kommunen, Stadtteile oder auch Quartiere genutzt werden. Für die einzelnen Gebäude stehen der anhand mittlerer Sanierungsstände nach Gebäudetyp und Baujahr im GEMOD berechnete Nutzenergiebedarf für Raumwärme und Warmwasser im Basisjahr 2016 zur Verfügung. Dieser kann als erste Näherung des Status quo des Wärmebedarfs in zusammenhängenden Gebäudebeständen verwendet werden und beispielsweise Aufschluss über Wärmenetzpotenziale bieten. Über die Attribute Gebäudetyp und energetische Nutzfläche können Szenarien der Wärmebedarfsentwicklung unter anderem zur Bewertung von Wärmeversorgungskonzepten abgebildet sowie lokal kalibrierte spezifische Energiekennzahlen bzw. empirisch erhobene Verbrauchsdaten eingepflegt werden.

Attraktive Alternative zu kostspieligen und zeitintensiven Erhebungen

Durch das wissenschaftlich fundierte Berechnungsverfahren und die Qualitätssteigerung der Eingangsdaten stellen die Informationen aus dem Wärmeatlas Deutschland 2.0 eine wirtschaftliche attraktive und realitätsnahe Alternative zu kostspieligen sowie zeitintensiven Verfahren zur Abschätzung des Wärmebedarfs dar. Der Wärmeatlas Deutschland 2.0 kann über die Geomer GmbH für räumliche Ausschnitte lizenziert werden.

Quelle: Geomer/wh

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Heizung & Warmwasser
news-6642 Mon, 30 Sep 2019 07:56:00 +0200 Universität Bonn optimiert Campus Poppelsdorf https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/universitaet-bonn-optimiert-campus-poppelsdorf-6642.html Die Universität Bonn will einen Beitrag zur Energieeinsparung liefern. Für die Inbetriebnahme und Einregulierung der Anlagentechnik ihrer neuen Gebäude auf dem Campus Poppelsdorf wurde die Software der Synavision GmbH eingesetzt. Wie die meisten Gebäude heutzutage sind auch die Gebäude der Universität Bonn oft mit einer Vielzahl technischer Anlagen und Funktionen ausgestattet. Die einzelnen Komponenten müssen genau aufeinander abgestimmt sein, damit sie ihren technisch möglichen Wirkungsgrad in der Praxis erreichen.

Synavision hat eine Software entwickelt, die dies detailliert überprüft und die tatsächliche Betriebseffizienz transparent macht. Im Mittelpunkt der Analyse des Campus Poppelsdorf standen insbesondere die anspruchsvolle Geothermieanlage mit Erdsondenfeld und Wärmepumpe. Für die Bearbeitung nutzten Synavision und das Gebäudemanagement der Universität Bonn die bestehenden Infrastrukturen, sodass Daten sowohl der Gebäudeautomation als auch des Energiemanagementsystems ohne weitere Kosten zur Verfügung standen. „Eine Installation zusätzlicher Messtechnik war nicht erforderlich“, bestätigt Wolfgang Pütz, Leiter des Sachgebiets Energiemanagement bei der Bonner Universität.

Aufwand gering gehalten

So konnte der Aufwand gering gehalten werden, eine Einregulierung der Anlagen erfolgte zügig. In dem Betrieb und in der Instandhaltung können somit deutliche Einsparungen generiert werden. Durch Nutzung der Potentiale von Künstlicher Intelligenz schafft die Synavision-Software automatisiert einen kompletten Überblick über die Betriebseffizienz der gesamten technischen Anlagenfunktionen. „Unser digitales Qualitätsmanagement sichert von Anfang an die Erreichung der Ziele des Bauherrn in Bezug auf Betriebskosten und Klimaqualität“, erklärt Stefan Plesser, Geschäftsführer der Synavision GmbH. Neben Zeitgewinn und Mängelvermeidung amortisiere sich die Leistungen alleine durch Energieeinsparungen in der Regel bereits nach wenigen Monaten.  Quelle: Synavision/wh

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Heizung & Warmwasser
news-6634 Sun, 29 Sep 2019 06:51:00 +0200 Pumpen sparen mehr ein als vermutet https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/pumpen-sparen-mehr-ein-als-vermutet-6634.html PesContracting ist auf den Tausch von Pumpen spezialisiert. Nach einem Test zieht die Firma positive Bilanz: die gemessene Energieeinsparung der eingebauten Pumpen ist in vielen Fällen deutlich höher als der errechnete Wert zu Beginn des Projekts. Mit dem Pumpen-Energiespar-Concept  bietet PesContracting neben der Kaufoption drei Finanzierungsvarianten für Heizungspumpen an: Miete, Leasing und Energieeinspar-Contracting. Ganz gleich, welches Modell – alle punkten durch einen Liquiditätsvorteil: statt einer hohen Summe wird nur ein geringerer monatlicher oder jährlicher Betrag gezahlt. „Viele Unternehmen – besonders kleine und mittlere – sehen Energieeffizienz nicht als ausschlaggebenden Faktor für eine Umrüstung“, betont Olaf Behrendt, Vertriebsleiter bei PesContracting. „Dabei ist es möglich, Energieeinsparungen von bis zu 80 Prozent zu erzielen, wenn zum Beispiel das gesamte Pumpensystem modernisiert wird.“ Dadurch könne man kräftig sparen.

Vor dem Start eines Projekts führen die Experten eine kostenlose Bestandsaufnahme durch, um den Verbrauch der bisher eingebauten Pumpen zu ermitteln – so lässt sich die mögliche Einsparung der modernen Pumpen errechnen. Umsetzungen wie bei der Druckerei Aumüller oder beim Klinikum Ludwigshafen zeigen, dass es sich bei den garantierten Einsparungen nicht um leere Versprechen handelt, berichtet das Unternehmen. Bei der Druckerei sah die Modernisierung eine Senkung des Energieverbrauchs um 74 Prozent vor. Gut zweieinhalb Jahre nach dem Einbau der Pumpen zeigt sich, dass die Prognose sogar übertroffen wurde. Langzeitmessungen ergaben eine Senkung des Stromverbrauchs von über 77 Prozent.

Reale Einsparung höher als berechnet

Noch deutlicher fiel die Einsparung im Klinikum Ludwigshafen aus. In einem neunmonatigen Großprojekt tauschte das Klinikum rund 200 Pumpen aus. Umfassende Berechnungen ergaben eine jährliche Energieeinsparung von 74.054 Euro. Die Verbrauchsdaten des ersten von vier Bauabschnitten wurden nach einer Laufzeit von 12 Monaten ausgewertet und zeigten einen erheblich geringeren Energieverbrauch. Konkret: Die berechnete Einsparung lag bei 73.711 kWh, die tatsächliche Einsparung betrug 82.714 kWh.

Der Praxisratgeber  „Mehr Effizienz durch Pumpentausch" mit interessanten Tipps und Empfehlungen kann kostenlos unter www.pumpenaustausch.eu angefordert werden. Dort gibt es auch Tipps zu Beratung. Quelle: PesContracting/wh

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Heizung & Warmwasser
news-6622 Fri, 27 Sep 2019 07:37:00 +0200 Checklisten von Tectem werden übersichtlicher https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/checklisten-von-tectem-werden-uebersichtlicher-6622.html Knauf Aqua Panel hat die Tectem-Checklisten aktualisiert, mit denen sich Planer, Fachunternehmer oder Bauherren kostenlos eine individuelle feuchtetechnische Beurteilung einer geplanten Innendämm-Maßnahme erstellen lassen können. Mit den kapillaraktiven, diffusionsoffenen Raumklimasystemen Tectem von Knauf Aquapanel lassen sich dem Hersteller zufolge wohngesunde Räume schaffen. Je nach Anforderung sollen verschiedene Tectem-Produkte eine ideale Unterstützung bei Feuchteregulierung,  Schimmelpilzschutz und -sanierung oder eine spezielle Lösung für historische Gebäude und Fachwerk sein. Für die Planung einer solchen Dämmmaßnahme bietet Knauf Aquapanel schon seit längerem einen  besonderen Service an: Die Spezialisten der Produkt- und Systemtechnik fertigen für Planer, Fachunternehmer  und Bauherren kostenlos eine objektbezogene feuchtetechnische Bewertung an, die bei der Vorplanung der geplanten Innendämmung hilft.

Dazu sind eine Reihe von Informationen und Daten erforderlich, die der Nutzer in eine detaillierte Checkliste eintragen kann. Diese  Hilfe wurde nun aktualisiert und optimiert. In Zukunft gibt es nur noch zwei verschiedene Checklisten: Eine für Innendämm-Maßnahmen einer Massivbau-Konstruktion mit den Systemen Tectem Climaprotect und Tectem Indoor sowie eine zweite für die Innendämmung von Fachwerk mit Tectem Historic. Beide Checklisten sind jetzt als ausfüllbare  PDF-Dokumente gestaltet und müssen nicht mehr ausgedruckt und dann von Hand ausgefüllt werden. Die neuen Checklisten stehen ab sofort unter www.tectem.de in der Tectem Knowledge Bar zum Download bereit. Quelle: Tectem/wh

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Dämmung & Fenster
news-6639 Fri, 27 Sep 2019 07:04:00 +0200 Speicher in Mieterstromprojekten lohnen sich https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/speicher-in-mieterstromprojekten-lohnen-sich-6639.html Der Energielieferer Polarstern zieht anhand von zwei Projekten, einem Passivhaus und einem KfW-Effizienzhaus 40 Plus, Bilanz. Die Firma kommt zu dem Schluss, dass Mieterstromprojekte mit Speicher lohnend sind. Ganzjährig sei ein Autarkiegrad bei der Stromversorgung von 70 Prozent zu erreichen, so das Unternehmen. Batteriespeicher werden immer häufiger in der Energieversorgung von Gebäuden eingesetzt. Bei Einfamilienhäusern wird bereits mehr als jede zweite neue PV-Anlage zusammen mit einem Speicher installiert. In Mieterstromprojekten steckt der Einsatz von Gewerbespeichern noch in den Anfängen. Eine Bilanz der ersten Mieterstromprojekte von Polarstern mit Speicher zeige: Es lohnt sich, so das Unternehmen. Durch den Speicher hätten Mehrfamiliengebäude in den vergangenen Sommermonaten zum Teil Autarkiegrade von über 90 Prozent erreicht.

Mit einer 79-Kilowattpeak-Photovoltaikanlage und einem 79-Kilowatt-Speicher haben die Bewohner der 55 Mietwohnungen in den Monaten Januar bis Juli 2019 eine Strom-Autarkie von über 65 Prozent erreicht. An einzelnen Sommertagen konnte sogar der komplette Strombedarf aus eigener Erzeugung gedeckt werden. Der Eigenverbrauch lag im genannten Zeitraum bei fast 80 Prozent. „Wir gehen ganzjährig von einem Autarkiegrad in Höhe von 70 Prozent aus“, sagt Florian Henle, Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers und Mieterstromdienstleisters. Für die Mieter bedeutet das auf das Jahr gesehen Stromkosten, die etwa 16 Prozent unter dem Grundversorgertarif liegen.

Um allen Bewohnern die gleichen Mieterstrompreise zu ermöglichen, wurde ein Messkonzept erarbeitet, bei dem alle Teilanlagen auf den sechs Einzelgebäuden einer Passivhaus-Wohnanlage in München an einem zentralen Elektroanschluss zusammengeführt werden. Bauherr ist das Architektur- und Bauträgerunternehmen NEST Ecoarchitektur. Der im Gebäude installierte Gewerbespeicher wird ausschließlich netzgeführt betrieben. Optional ist er auch mit einer 36-kW-Notstromfunktion erhältlich. Das heißt, er kann dann je nach Anschluss der Photovoltaikanlage auch ohne Verbindung zum Stromnetz geladen werden und somit mehrere Wochen die Stromversorgung des Gebäudes ermöglichen.

Seit Juli 2019 werden 21 Wohneinheiten in einem KfW-40-Plus-Mehrfamilienhaus in Pulheim, Nordrhein-Westfalen, mit Strom aus einer 38,4-kWp-Photovoltaikanlage versorgt. Zusammen mit einem 35-kWh-Speicher erreichten die Haushalte in den Monaten Juli und August einen Autarkiegrad von 96 Prozent. Das bedeutet Stromkosten, die im Mittel 13 Prozent unter denen der klassischen Grundversorgung liegen. Martin Schmitt, Geschäftsinhaber von enerix Pulheim, einem führenden Serviceanbieter für dezentrale Energiesysteme, berichtet: „Mit der Anlagentechnik haben wir die Kriterien der vom Bauherren angestrebten Förderung KfW 40 Plus erfüllt und die Ertragsprognosen bisher sogar übertroffen. Unsere Erfahrungen hinsichtlich des Ertrags und der Autarkie bestätigen uns darin, dass die Kombination von Photovoltaikanlage und Speicher im Mieterstrommodell die richtige Entscheidung war.“ Die Installation eines Speichers ist Voraussetzung für die Förderung KfW 40 Plus. Angesichts der sinkenden Kosten für PV-Anlage und Speicher und der weiteren Möglichkeiten, den erzeugten Solarstrom auch in der Wärmeversorgung und bei Elektromobilitätsangeboten zu nutzen, rechnet sich die Integration eines Speichers Polarstern zufolge immer schneller.

Rechtliche Hürden und eine mangelnde Rendite haben den Einsatz von Gewerbespeichern im Mieterstrom dem Mieterstromdienstleister zufolge bislang verzögert. „Das Delta zwischen selbst erzeugtem und genutztem Strom und Strom aus dem öffentlichen Netz war lange zu klein, sprich die Zusatzrendite verglichen zu einer reinen PV-Anlage zu gering“, sagt Florian Henle. Mit steigenden Netzentgelten und steigenden Börsenstrompreisen sei die eigene Stromversorgung zuletzt immer lukrativer geworden. Der Preisvorteil je Kilowattstunde von Netzstrom zu Lokalstrom liegt aktuell bei Mieterstromprojekten bei 15 Prozent – bei einem typischen Haushalt in München mit 2.200 Kilowattstunden im Jahr sind das rund 120 Euro brutto. Das mache einen hohen Eigenverbrauch attraktiv und wirke für die Mieter nachhaltig wie eine Strompreisbremse.

Vernetzung im Sinne der Sektorenkopplung

Seit Anfang 2019 gelten im Zuge des Energiesammelgesetzes neue Fördersätze für die Stromeinspeisung aus Mieterstromanlagen mit einer Größe über 40 kWp. Sie sind deutlich gesunken und machen damit den Direktverbrauch des erzeugten Stroms noch einmal lukrativer. „Ziel des Einsatzes von Gewerbespeichern im Mieterstrom ist die Stärkung der lokalen Stromversorgung und explizit nicht die Einspeisung ins öffentliche Netz. Entsprechend gewinnt die Vernetzung des Speichers mit weiteren Anlagen innerhalb des Gebäudes an Bedeutung“, weiß Florian Henle. Speicher ergänzten beispielsweise hervorragend Ladestellen für Elektroautos und Wärmepumpen. „So kann je nach Bedarf der Strom an der passenden Stelle gespeichert und die Autarkie gesteigert werden.“ Auch können mit Netzdienstleistungen, wie zum Beispiel der Spitzenlastkappung, weitere Einsparungen erzielt werden. Quelle: Polarstern/wh

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Solarenergie
news-6640 Thu, 26 Sep 2019 07:09:00 +0200 Viele Kaminöfen brauchen bis 2020 Nachrüstung https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/viele-kaminoefen-brauchen-bis-2020-nachruestung-6640.html Bis zum 31. Dezember 2020 müssen Kamin- und Kachelöfen mit den Baujahren von 1985 bis 1994 ersetzt oder mit Feinstaubabscheidern nachgerüstet werden. Die Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) schreibt vor, dass Eigentümer von Einzelraumfeuerungen wie Kaminen nach und nach strengere Grenzwerte einhalten müssen. Um dies nachzuweisen, haben sie drei Möglichkeiten: die Bescheinigung des Herstellers, dass die Anlage die Grenzwerte einhält, einen entsprechenden Nachweis durch eine Vor-Ort-Messung, oder den nachträglichen Einbau eines bauartzugelassenen Filters. Nur wenn keine dieser Alternativen möglich ist, müssen die Anlagen ausgetauscht werden. Der Betreiber kann die für ihn günstigste Variante wählen.

Zwei Millionen Holzfeuerstätten nachgerüstet

Seit Inkrafttreten der  (1. BImSchV) wurden bereits rund zwei Millionen technisch veraltete Holzfeuerstätten stillgelegt, nachgerüstet oder gegen modernere Geräte ausgetauscht. „Seitdem sind die gesamten Feinstaub-Emissionen aller häuslichen Feuerstätten in Deutschland deutlich, und zwar um rund ein Drittel gesunken“, so der Branchenverband HKI.

Bei der Nachrüstung gibt es zwei Optionen: Aktiv- oder Passivfilter. Der Aktivfilter wird direkt in den Kamin eingebaut. Er filtert hohe Anteile an Partikeln heraus, benötigt allerdings einen Stromanschluss. Die Montage muss durch Fachleute erfolgen. Diese Filterart kostet deutlich mehr als passive Feinstaubfilter. Diese filtern das Rauchgas mit Keramikfiltern. Sie kosten in der Anschaffung weniger, sind allerdings wartungsaufwändig, da die Filter gereinigt, gewartet und in Intervallen von einem bis zwei Jahren ausgetauscht werden müssen.

Emissionen deutlich reduziert

Ein Anbieter von Feinstaubabscheidern ist Bisotherm. In dem kompletten Abgassystem Bisoairstream LAS-F Pro ist der Feinstaubabscheider im Bausatz integriert, wird mit der Schornsteinmündung installiert und erhält zum Schluss eine witterungsbeständige Verkleidung. Der Feinstaubausstoß der Feuerstätte werde damit um bis zu 95 Prozent reduziert, so der Hersteller. Der Anschluss von bis zu drei Feuerstätten ist möglich.

Schräder hat mit dem Oekotube einen elektrostatischen Feinstaubabscheider für Anlagen mit Feuerungsleistungen kleiner 50 kW im Programm. Benötigt wird ein Stromanschluss zur Versorgung des Filters. Bei Befeuerung schaltet sich das Gerät automatisch ein. Mittels elektrostatischer Kräfte werden die aufsteigenden Staubpartikel an die Schornsteininnenwand geleitet und abgelagert. Der aufgefangene Feinstaub kann jetzt bei der nächsten anstehenden Reinigung durch den Schornsteinfeger entfernt werden.

Wer den Feinstaubscheider in Zusammenhang mit einer Biomasse-Heizung einsetzt, erhält Förderung durch das Bafa.

Nachrüstung sichert Betrieb bei Feinstaubalarm

Die Nachrüstung für ältere Kaminöfen ist nicht nur eine Option, die Vorschriften der 1. BImSchV zu erfüllen. Stuttgart hat als erste Stadt ein Verbot des Betriebs von Kamin bei Feinstaubalarm erlassen. Die Installation eines Filters ist eine Möglichkeit, einen Kaminofen auch bei Feinstaubwarnung betreiben zu können. An sich emissionsarme Öfen neuer Bauart sind ohnehin vom Verbot ausgenommen. pgl

 

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Heizung & Warmwasser
news-6641 Thu, 26 Sep 2019 05:52:00 +0200 Neue Effizienzvorgaben sind eine harte Nuss https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/neue-effizienzvorgaben-sind-eine-harte-nuss-6641.html Die Revision der EU-Energieeffizienzrichtlinie, auf die sich der Europäische Ministerrat, das Europäische Parlament und die EU-Kommission im vergangenen Jahr in einem Trilogverfahren verständigt haben, setzt den Artikel 7 ins Zentrum. Dieser legt die jährliche Energieeinsparquote für die Mitgliedstaaten fest. Ab 2021 müssen die Mitgliedsstaaten 0,8 Prozent jährlich einsparen. Die Schwierigkeiten: Berechnung und Zusätzlichkeit. Auf den ersten Blick wirkt das neu gesetzte Einsparungsziel wie eine deutliche Reduzierung. Bisher lag das jährliche Ziel nämlich bei 1,5 Prozent. Allerdings wurde die Einsparverpflichtung durch eine Vielzahl an Schlupflöchern und Ausnahmereglungen, wie etwa die Nicht-Einbeziehung des Verkehrs in die Berechnung des Endenergieverbrauchs, drastisch verringert. Tatsächlich liegen die bisherigen Einsparungen in Deutschland daher nur bei 0,7 Prozent.

Letztlich hat die EU-Kommission, die zwischen 2021 und 2030 insgesamt 32,5 Prozent Endenergie einsparen will, den Mitgliedstaaten mit der Revision der EED ein ambitionierteres Ziel gesetzt. Die Einsparung von 0,8 Prozent des Endenergieverbrauchs bezieht sich nämlich auch auf die bislang ausgesparten Sektoren Verkehr und Eigenerzeugung. 

Ambitionen sind deutlich gestiegen

Der Ambitionsgrad habe sich um 17 Prozent gegenüber der alten Richtlinie gesteigert, sagte Friedrich Seefeldt, Leiter Energieeffizienz und Erneuerbare Energien bei der Prognos AG, auf der Fachtagung „Die neue EU-Energieeffizienzrichtlinge – Kann Deutschland die Ziele bei der Energieeffizienz erreichen?“ der EnBW. Er rechnete vor, dass die Prozentzahl bezogen auf den derzeitigen Endenergieverbrauch von 9136 Petajoule (PJ) den Zielwert 73,5 PJ vorgibt. „Das ist der Zielwert, der jährlich nachgewiesen werden muss, durch ganz konkrete Maßnahmen.“ In der vorherigen Dekade lag dieser Wert, da für den Verkehr und in anderen Sektoren Ausnahmen galten, bei 63 PJ. Für Deutschland wird es laut Seefeldt schwierig die Einsparziele einzuhalten, weil der tatsächliche Gesamtverbrauch von Primärenergie in den vergangenen Jahren leicht gestiegen ist.

Hinzu kommt, dass zur Bewertung der Energieeffizienzentwicklung eines Staates nicht auf den Energieverbrauch und dessen Entwicklungen in der Volkswirtschaft geschaut wird. Dies wäre mit Energiebilanzen und Statistiken nachzuweisen. Stattdessen müssen Maßnahmen nachgewiesen werden, die jährlich zu einer Steigerung der Energieeffizienz von 0,8 Prozent führen. Folglich muss jede Maßnahme einzeln bewertet werden. „Man nimmt Einzelmaßnahmen, die über vereinfachte lineare Berechnungsverfahren Annäherungen an das bieten, was wir von den Instrumenten erwarten“, erklärte Seefeldt. Da sich die Berechnung des Bottom-Up-Verfahrens bedient, ergibt sich allerdings nur eine Annäherung an die Realität. „Viele dieser Einsparungen werden wir in der Realität gar nicht sehen“, sagte er. Denn in dem synthetischen Verfahren werden Mengenwachstum, Struktur- und Witterungseffekte sowie der autonome technische Fortschritt nicht berücksichtigt. „Es würde unserer überschlägigen Einschätzung nach nur ungefähr 30 bis 40 Prozent des Geschehens abbilden, was wir nachher in der Realität beobachten“, so Seefeldt. Das Berechnungsverfahren eigne sich zwar hinsichtlich der Buchhaltung der Energieeffizienz, jedoch nicht um die Realität abzuschätzen.

Maßnahmen müssen über Bestehendes hinausgehen

Die EU-Kommission scheint sich dessen bewusst, weshalb sie in den erläuternden Anmerkungen zur Richtlinie festgelegt hat, wie die Einsparungen zu berechnen sind. Das führt zur nächsten Schwierigkeit: Sie achtet besonders auf die Zusätzlichkeit. Die Maßnahmen müssen beispielsweise über das geltende Gebäuderecht auf deutscher und EU Ebene sowie über die Öko-Design-Richtlinie hinausgehen. Das bedeutet laut Seefeldt, dass Einsparungen im Neubau, die derzeit über KfW-Förderprogramme erreicht werden, nicht anrechenbar sind. Schwer wiegt auch, dass erneuerbare Energien nicht mehr angerechnet werden können. Während das bei Photovoltaik für Seefeldt nachvollziehbar ist – der Stromverbrauch werde im gesamten System gesenkt – sollten seiner Meinung nach Solarthermie und Wärmepumpen anrechenbar sein.

Für Seefeldt stellt sich die Frage, wer die Effekte der einzelnen Maßnahmen messen und berichten soll. „Es ist nicht die richtige Richtung, wenn hier Wissenschaft betrieben wird, nur um die Stelle hinter dem Komma zu optimieren.“ Für die künftige Meldung müssen Effekte bereinigt werden: Zusätzlichkeit, Nachweisbarkeit, Doppelzählung, Rebound-Effekt. „Das führt dazu, wenn wir jede einzelne Maßnahme bewerten, dass wir 20 bis 25 Prozent weniger Energieeinsparung nach Brüssel  melden können.“ Dennoch sieht er das 0,8-Prozentziel als das einfachste von allen Klimaschutzzielen. Bis 2030 soll Deutschland die Treibhausgas-Emissionen um 55 Prozent reduzieren, 30 Prozent Primärenergie einsparen und in allen Sektoren einen Mindestanteil von 30 Prozent erneuerbare Energien erreichen. Zudem ist die neue Richtlinie viel restriktiver. Ein Verfehlen ziehe erhebliche Strafzahlungen nach sich, sagt Seefeldt.

„Wir brauchen die Energieeffizienz, es ist nur die Frage, in welchen Kontext stellen wir sie“, sagte Professor Kai Hufendiek, Leiter des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart. Er zeigte die Rolle der Energieeffizienz in verschiedenen Szenarien auf, die nötig sind, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Dabei kam er unter anderem zu dem Ergebnis, dass die Energieeffizienzziele nicht kosteneffizient sind. Bis zu 300 Milliarden Euro Kosten entstünden, wenn diese weiteren Ziele im Vergleich zum Klimaschutzplan zwischen 2020 bis 2030 eingehalten würden. Was einer zusätzlichen Belastung von etwa 750 Euro im Jahr pro Haushalt entspreche. Den Untersuchungen zu Folge, könnten die Klimaschutzziele mit minimalen Kosten erreicht werden, ohne dabei die Effizienzziele der Richtlinie erreichen zu müssen.

Ausbau der Erneuerbaren stößt an Grenzen

Zwar würde eine ökonomische Optimierung etwas weniger Effizienz zulassen, sagte Seefeldt. Das aber führe nicht zum Ziel, denn „Effizienz ist der Faktor, der am meisten Zeit braucht.“ Und ergänzt: „Wir könnten jedes Ziel erreichen, wenn genug erneuerbare Energien eingesetzt werden, aber das ist nur endlich möglich.“ Auch Jan Kottmann, Leiter der Bundesstelle für Energieeffizienz des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) betonte, dass Abstandsregelungen und  Flächenkonkurrenz den erneuerbaren Energien Grenzen setzen. Weshalb die Bedeutung der Reduzierung des Energieverbrauchs um einiges relevanter sei, um die Klimaschutzziele zu erreichen. „Die ambitionierten Klimaziele sind nur möglich durch die substanzielle Senkung des Energieverbrauchs“, sagt Kottmann. Große Potenziale sieht er in der Kraft-Wärme-Kopplung, dem Umstieg auf den öffentlichen Personennahverkehr und der Elektrifizierung der Industrie, dort habe die Abwärme immer noch hohes Potenzial. von Anne Leipold

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Finanzierung
news-6624 Wed, 25 Sep 2019 07:31:00 +0200 Förderdeckel für Solardächer fällt https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/foerderdeckel-fuer-solardaecher-faellt-6624.html Erleichterung über den Fall des Solardach-Deckels, insgesamt aber eher ernüchternd – so erste Reaktionen aus der Solarbranche auf das jüngst geschnürte Klimapaket der Bundesregierung. "Die Streichung des Förderdeckels für Solardächer wird in letzter Minute einen Markteinbruch abwenden, wenn sie jetzt umgehend gesetzlich fixiert wird. Insgesamt bleibt das Eckpunktepapier aber eher zaghaft und vage. Statt den Solarturbo zu starten, knüpft man einen fluglahmen Flickenteppich", sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW). "Die Konkretisierung der Eckpunkte und der vereinbarte jährliche Monitoring-Prozess zur Einhaltung der Sektorziele wird hoffentlich zeigen, ob die Bundesregierung endlich die Reißleinen verfügbarer Fallschirme zieht. Denn nur armerudernd lässt sich der freie Fall in die Klimakatastrophe nicht abfangen", kommentiert Carsten Körnig die Klimaschutz-Eckpunkte.

Unklar bleibe der Umfang der dringend notwendigen Beschleunigung des Photovoltaik-Ausbaus. Mehr als fraglich sei, ob mit dem Maßnahmenpaket die ebenfalls gewaltigen Potenziale der Solarthermie für die Raum- und Prozesswärme endlich gehoben würden, so Körnig weiter. Erst jüngst warnten Marktforscher infolge des notwendigen Atom- und Kohleausstiegs vor einer Klimaschutz- und Stromlücke für den Fall, dass das jährliche Ausbautempo der Solarenergie nicht um ein Vielfaches beschleunigt werde.

Der BSW befürchtet, dass die riesigen Klimaschutzpotenziale im Gebäudesektor weiter größtenteils brach liegen werden. "Der Versuch, einen schlafenden Riesen im Flüsterton zu wecken, ist vermutlich zum Scheitern verurteilt", so Körnig. Den Einstieg in die Bepreisung von Kohlendioxid im Wärmesektor bezeichnet der BSW als erfreulich. Allerdings wird die starke Deckelung von CO2-Preisen – weit unter den tatsächlichen Klimafolgekosten – bei gleichzeitig weitgehendem Verzicht auf gesetzliche Mindeststandards der Herausforderung nicht gerecht. "Gegen diese strukturellen Defizite der Klima- und Energiepolitik wird die Bundesregierung nicht ansubventionieren können", so Körnig.

Im Rahmen der Konkretisierung der Eckpunkte könnten an einigen Stellen zumindest noch entscheidende Nachbesserungen erzielt werden. So müsse die geplante Förderung des Heizungstausches auch alte Gaskessel umfassen und den zumindest anteiligen Einsatz erneuerbarer Energien voraussetzen. Mit der Solartechnik stehe eine millionenfach bewährte und inzwischen sehr preiswerte Klimaschutztechnik zur Verfügung. Solarenergie genießt höchste Akzeptanzwerte und könnte ein Vielfaches der Treibhausgasemissionen einsparen. Quelle: BSW / pgl

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Solarenergie
news-6638 Wed, 25 Sep 2019 07:23:00 +0200 Heizungsbranche begrüßt Beschlüsse des Klimakabinetts https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/heizungsbranche-begruesst-beschluesse-des-klimakabinetts-6638.html Die Spitzenverbände der Heizungsbranche, der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) und der Deutschen Großhandelsverband Haustechnik (DG Haustechnik) begrüßen die Grundsatzbeschlüsse des Klimakabinetts. „Dass die von unserer Branche seit vielen Jahren geforderten steuerlichen Anreize für mehr Effizienzinvestitionen im Gebäude umgesetzt werden sollen, begrüßen wir sehr“ so Uwe Glock, Präsident des BDH. „Die hinzukommende Austauschprämie für alte Ölkessel oder andere fossil betriebene Heizungen betrachten wir als positive Ergänzung zu den steuerlichen Anreizen“, ergänzt Michael Hilpert, Präsident des ZVSHK. „Diese Austauschprämie von 40 Prozent der Investitionssumme dürfte helfen, den enormen Modernisierungsstau in deutschen Heizungskellern beschleunigt aufzuheben.“

Die drei Verbände machten auf der Deutschen Wärmekonferenz deutlich, dass der Austausch eines veralteten Heizkessels bis zu 2,7 Tonnen CO2-Einsparung bringt. „Würden die in den deutschen Heizungskellern schlummernden 12 Millionen Altkessel auf einen Schlag ausgetauscht, kämen immerhin 32 Millionen Tonnen CO2-Minderung pro Jahr zustande. ZVSHK, BDH, DG Haustechnik betonen, dass kein anderer Energieverbrauchssektor in Deutschland so hohe CO2-Minderungspotenziale aufweist wie die Heizung.

Die drei Verbände fordern die Bundesregierung auf, die Eckpunkte nunmehr rasch zu konkretisieren, um Investoren, Industrie und Handwerk Sicherheit über die Rahmenbedingungen zu geben und dem Klimaschutz sofort und unmittelbar zu helfen. Quelle: BDH / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6635 Tue, 24 Sep 2019 07:39:00 +0200 Klimakabinett setzt Akzente im Gebäudebereich https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/klimakabinett-setzt-akzente-im-gebaeudebereich-6635.html Das Klimakabinett hat mit seinen Vorschlägen für den Gebäudebereich erste Akzente gesetzt, um den Klimazielen auch für diesen Sektor näher zu kommen. Die steuerliche Abschreibung für Sanierungsvorhaben steht ebenso drin wie eine verpflichtende Energieberatung. Die KfW-Förderung wird erhöht. Insgesamt ist der Zuspruch von Akteuren der Gebäudeeffizienz aber verhalten. Gefordert wurde von vielen Akteuren der Einstieg in die CO2-Bepreisung. Die kommt nun zwar, aber der Preis fällt mit 10 Euro pro Tonne sehr moderat aus. Damit könne er keine Lenkungswirkung entfalten, so die Kritik. Zum Vergleich: Die Schweiz sammelt bereits seit einigen Jahren Erfahrungen mit dem CO2-Preis. 2018 lag er bei 96 Schweizer Franken pro Tonne. Weitere Erhöhungen sind daran gekoppelt, in welchem Umfang die C02-Reduktion gelingt. Für Deutschland hat das Forschungsinstitut IFEU bereits 2016 eine Abgabe von 40 Euro pro Tonne CO2 vorgeschlagen. Davon ist man also im jetzigen Vorschlag noch weit entfernt. Er muss aber ohnehin noch durch den Bundesrat, dort hatten die Grünen schon angekündigt, dass sie Änderungen durchsetzen wollen. Parallel zu den CO2-Abgaben soll es Reduzierungen der Abgaben auf Strom geben.

Weitere signifikante Änderungen im Eckpunktepapier sind die Erhöhung der Förderung für KfW-Effizienzhäuser um 10 Prozentpunkte und die mögliche Gewährung von direkten Zuschüssen für  Wohnungsunternehmen. Für Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW ist die Frage nicht beantwortet, „wie die Wohnungsunternehmen wirtschaftlich und sozialverträglich mehr energetisch modernisieren können.“ Zuschüsse hält er für unabdingbar, Angesichts des riesigen Finanzdeltas und der starken Diskussion um das bezahlbare Wohnen helfe eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nur begrenzt. „Wir gehen davon aus, dass allein für die vermieteten Gebäude in Deutschland 6 Milliarden Euro jährlich notwendig wären, um die Klimawende im Gebäudebereich zu schaffen. Die heutigen Beschlüsse bergen viele gute Ansätze, reichen aber noch nicht dazu aus, die Klimaziele vollständig zu erreichen“, so der GdW-Chef.

Die geltenden energetischen Standards für Neubau und Modernisierung bleiben bis 2023 und sollen danach überprüft werden. Auf der Agenda stehen noch Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Mieterstrom und die Verlängerung der KWK-Förderung bis 2030.

Für Energieberater enthält der bisherige Entwurf vor allem bei Wohngebäuden eine Steilvorlage: „Das Förderprogramm "Energieberatung für Wohngebäude" präsentiert sich nicht nur deutlich verbessert, sondern wird bei einschneidenden Anlässen wie einem Eigentümerwechsel auch verpflichtend“, freut sich Jürgen Leppig, Vorsitzender des Energieberaterverbands GIH. Dies sorge dafür, dass mehr Hausbesitzer umfänglich beraten und mit ganzheitlichen Konzepten für sinnvolle energetische Modernisierungen ausgestattet würden, so Leppig weiter. Keine Aussage gab es bislang in dem vorgeschlagenen Maßnahmenpaket zur Baubegleitung. „Aus Gründen der Qualitätssicherung muss die Pflicht zu einer Baubegleitung aber auch bei Einzelmaßnahmen unbedingt bestehen bleiben“, fordert Leppig.

Erstmals ist in dem Entwurf auch von einem Verbot der Neuinstallation reiner Öl-Brennwertgeräte ab 2026 die Rede, bereits kurzfristig soll es kein Geld mehr für Öl-Hybridheizungen geben. „Der Einbau neuer Ölheizungen wird ab 2026 nicht mehr gestattet, wo eine klimafreundliche Wärmeerzeugung möglich ist.“ Der Beschluss ist also klar, enthält aber eine kleine Hintertür. Für ein Verbot hatte sich die SPD stark gemacht, Widerspruch gab es vor der Sitzung von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Der Kompromiss: Für den Umbau der Heizung gibt es hohe Zuschüsse.

Adrian Willig, Geschäftsführer des IWO-Instituts, das die Interessen der Ölheizungsbranche vertritt, kündigt Widerstand an: Die  „Millionen Menschen, die im ländlichen Raum leben, sollen nicht nur zusätzliche Auflagen bei der Heizungsmodernisierung bekommen. Sie werden auch bei Fördermaßnahmen massiv benachteiligt. Das führt zu Verunsicherung und Attentismus bei den betroffenen Hauseigentümern und ist nicht nachvollziehbar". Willig sieht eine Benachteiligung im Vergleich zu Hausbesitzern mit Gasanschluss, das könne im Modernisierungsfall einige tausend Euro ausmachen. Er will Fördermittel für den Einsatz CO2-reduzierten Heizöls. „Ölheizungen müssen nicht rein fossil betrieben werden. Durch den künftigen Einsatz regenerativer Kraft- und Brennstoffe, wie zum Beispiel fortschrittlicher Biobrennstoffe oder Power-to-X, haben sie eine klimaneutrale Perspektive.“ Noch ist die synthetische Erzeugung flüssiger Brennstoffe aber zu teuer. von Pia Grund-Ludwig

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Finanzierung
news-6627 Mon, 23 Sep 2019 14:00:00 +0200 Baukindergeld bleibt ein Renner https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/baukindergeld-bleibt-ein-renner-6627.html Rund 135.000 Familien in Deutschland haben innerhalb eines Jahres seit der Einführung des Baukindergeldes Förderanträge gestellt. Damit wurden bereits Zuschüsse in Höhe von insgesamt rund 2,8 Milliarden Euro gewährt. Für die gesamte Laufzeit stehen 9,9 Milliarden Euro für das Baukindergeld zur Verfügung. Das Ziel, vor allem junge Familien mit kleineren und mittleren Einkommen mit dem Baukindergeld zu unterstützen, wird laut aktuellen Zahlen der KfW erreicht: 35 Prozent der Familien haben Kinder bis zu zwei Jahren, 65 Prozent haben Kinder bis zu 6 Jahren. 70 Prozent der Antragsteller sind zwischen 25 und 40 Jahre alt. Mehr als 80 Prozent der geförderten Familien haben ein oder zwei Kinder, rund 60 Prozent ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen in Höhe von bis zu 40.000 Euro.

Die meisten Anträge kommen aus Nordrhein-Westfalen (29.728), gefolgt von Baden-Württemberg (18.072), Bayern (17.974) und Niedersachsen (16.569). „Wir freuen uns, dass das Baukindergeld die gewünschten Zielgruppen erreicht. Insbesondere junge Familien mit kleinen Kindern werden bei der Schaffung von Wohneigentum unterstützt. Das ist ein großer Erfolg", so KfW-Vorstandsmitglied Ingrid Hengster.

Seit Jahresbeginn wurde Baukindergeld zu 24 Prozent für Neubauvorhaben und zu 76 Prozent für den Kauf von Bestandsimmobilien beantragt. Die Neubauquote hat sich mit den zunehmenden Baufertigstellungen 2019 erhöht und entspricht dem Marktdurchschnitt beim Erwerb von Wohneigentum.

Das Baukindergeld ist eine Förderung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat, um den Bau oder Kauf von selbstgenutztem Wohneigentum für Familien mit Kindern in Deutschland zu unterstützen. Ziel ist es vor allem, die im europäischen Vergleich sehr niedrige Wohneigentumsquote von jungen Familien in Deutschland zu erhöhen.

Pro Jahr erhält eine Familie 1.200 EUR je Kind. Das Baukindergeld wird zehn Jahre lang gezahlt, sodass Familien mit einem Kind insgesamt 12.000 Euro, Familien mit zwei Kindern 24.000 Euro und so weiter erhalten. Einen Antrag auf Baukindergeld können Familien stellen, die zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 ihren Kaufvertrag unterzeichnet beziehungsweise eine Baugenehmigung erhalten haben. Die Anträge werden bei der KfW – immer nach Einzug innerhalb von sechs Monaten in die geförderte Immobilie – online über das KfW-Zuschussportal gestellt. Quelle: KfW / pgl

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Finanzierung
news-6623 Mon, 23 Sep 2019 13:50:00 +0200 Flir stellt neues Modell vor https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/flir-stellt-neues-modell-vor-6623.html Flir Systems hat ein neues Modell der T-Series-Familie angekündigt. Die Wärmebildkamera ist das erste Modell, das mit einer integrierten Inspection Route-Software ausgestattet ist. Die T860 basiert auf dem  Design der Flir T-Series Kameraplattform. Sie verfügt über ein ergonomisches Gehäuse, ein leuchtstarkes LCD-Touchscreen-Display, das sich auch aus flachen Blickwinkeln einfach ablesen lässt, sowie über einen integrierten Farbsucher für das Arbeiten im grellen Sonnenlicht. Die Wärmebildkamera bietet eine Auflösung von 640 × 480 Pixeln und ist neben der Bildverarbeitungstechnologie Advanced Vision Processing mit den Bildoptimierungstechnologien MSX und UltraMax ausgestattet. Damit liefert sie schärfere Bilder, deren Bildrauschen gegenüber den Vorgängermodellen um 50 Prozent reduziert ist.

Diese Wärmebildkamera ist mit Messinstrumenten wie 1-Touch Level/Span zur Kontrasterhöhung zwischen dem Ziel und dem Hintergrund per Fingertipp und einem laserunterstützten Autofokus ausgestattet. Damit können die Benutzer Probleme schnell aufspüren und kritische Entscheidungen treffen. Außerdem verfügt sie über ein integriertes Ablaufplanungssystem, das mit der fortschrittlichen Berichterstellungssoftware FLIR Thermal Studio zusammenarbeitet. Damit können die Benutzer nummerierte und gekennzeichnete Inspektionsabläufe von der Kamera aus erstellen. Mit diesem System können die Benutzer Temperaturdaten, Wärmebilder und visuelle Bilder in logischer Reihenfolge aufnehmen. Dadurch lassen sich Probleme, Störungen und Defekte schneller erkennen und beheben.

Ein Hauptmerkmal der T-Series-Produktreihe ist ihr ergonomisches Design, das den Benutzern ein ermüdungsfreies Arbeiten ermöglicht. Mit ihrer um 180 Grad drehbaren Objektivplattform können sie schwer erreichbare Bauteile in Umspannwerken sowie an Frei- und Überlandleitungen überprüfen. Außerdem bietet die T-Series Hilfsmittel zur Workflow-Optimierung. Dazu gehören das WLAN-Streaming zur FLIR Tools Mobile App für Android und iOS, das in die Kamera integrierte GPS-Tagging, Sprachkommentare und individuell anpassbare Arbeitsordner. Quelle: Flir / pgl

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Finanzierung
news-6629 Sun, 22 Sep 2019 07:28:00 +0200 Pfusch am Bau kostete 2018 knapp 18 Milliarden https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/pfusch-am-bau-kostete-2018-knapp-18-milliarden-6629.html Die Fehlerkosten am Bau beschäftigt die Branche weiterhin – trotz aller Bemühungen hier endlich mal effektiv entgegenzusteuern. Die Fehlerkostenhöhe am gesamtdeutschen Bau rangierte nach Angaben von Bauinfoconsult 2018 erneut in zweistelliger Milliardenhöhe. Nach einer aktuellen Analyse von Bauinfoconsult beläuft sich der Fehlerkostenanteil am gesamten  Branchenumsatz im Schnitt bei 14 Prozent. Dies entspräche einem deutschlandweiten Fehlerkostenfiasko von 17,8 Milliarden Euro – bezogen auf den für 2018 erfassten baugewerblichen Umsatz.

Berechnungsfehler, Kommunikationsversagen oder schlichtweg Pfusch: Beim Bau kann die Fehlerkostenfalle schnell zuschnappen. Egal, ob nun an der Fassadendämmung bei „Oma Ernas kleinem Häuschen“ Risse auftreten oder in Berlin direkt die gesamte Rauchabzugsanlagen sowie die Lüftungstechnik einen kompletten Sanierungsfall darstellen: Fehlerkosten sind mehr als ärgerlich.

Eine offizielle Statistik gibt es nicht, Bauinfoconsult führt seit über zehn Jahren seine umsatzanteilige Fehlerkostenanalyse durch.

Für das Jahr 2018 schätzen die befragten Bauakteure, dass der Fehlerkostenanteil am gesamten Branchenumsatz bei durchschnittlich 14 Prozent liegt. Bezogen auf den vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie berechneten baugewerblichen Umsatz von 127 Mrd. Euro in 2018 ergibt sich demnach eine Fehlerkostensumme von 17,78 Milliarden Euro.

Neben der Fehlerkostenhöhe – die ja oftmals auch von der Projektgröße abhängt – ist auch die Frequenz von Bedeutung, mit der der Fehlerkostenteufel zuschlägt. Hier scheint die Situation in 2018 weniger dramatisch ausgefallen zu sein. So berichten die Bauakteure davon, dass im Schnitt bei 4,6 Prozent ihrer eigenen Bauprojekten Fehlerkosten produziert wurden – zumindest ist dies die eigene Einschätzung der von ihnen in 2018 umgesetzten Bauvorhaben. Quelle: Bauinfoconsult / pgl

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Finanzierung
news-6628 Fri, 20 Sep 2019 07:40:00 +0200 Projekt zu KI und Smart Living ausgezeichnet https://www.enbausa.de/lueftung/aktuelles/artikel/projekt-zu-ki-und-smart-living-ausgezeichnet-6628.html Das vom ZVEI geleitete Konsortialprojekt „Plattform für kontextsensitive, intelligente und vorausschauende Smart-Living-Services – ForeSight“ ist einer der Gewinner des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ausgeschriebenen Wettbewerbs „Künstliche Intelligenz als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme“. es adressiert Anwendungen in Mehrfamilienhäusern. Intelligente Anwendungen im Wohngebäude unterstützen nicht nur die Bewohner in ihrem Alltag. Sie können auch dazu beitragen, Mehrfamilienhäuser wirtschaftlich zu betreiben. Bei Smart Living ist mit hohen Wachstumsraten zu rechnen ist. Heute treffen sowohl Verbraucher als auch Wohnungsunternehmen auf eine Vielzahl von Insellösungen. Einige Projekte wie Sense arbeiten an der Entwicklung einer gemeinsamen Sprache für Smart Homes. Noch ist das Misstrauen gegen die Systeme aber groß, wie eine Umfrage zur Akzeptanz von Smart Home-Lösungen zeigt.

Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) sollen diese Systeme künftig nicht nur miteinander sprechen können, sondern auch voneinander lernen. Auf Basis einer offenen Plattform werden bestehende und neue Smart-Living-Lösungen zusammengebracht. Dank KI-Methoden sollen sie nicht nur reagieren, sondern vorausschauend agieren – dadurch kann ein deutlicher Mehrwert für die Bewohner aber auch für die Betreiber der Gebäude geschaffen werden, so die Projektidee. 

Der Projektvorschlag zu Foresight wird von insgesamt 17 Konsortialpartnern getragen – über zwei Dutzend Unternehmen, Verbände und Forschungseinrichtungen haben schon heute ihre Mitarbeit als assoziierte Partner avisiert. Das Projekt steht allen Interessenten offen. Ein Ziel der nun anstehenden Umsetzungsphase ist der Know-how-Transfer. Mehrstufige Erprobungsumgebungen werden sicherstellen, dass neue Lösungen praxisfest sind und den Datenschutzanforderungen entsprechen.

Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW sieht großes Potenzial für die Wohnungswirtschaft. "Die besondere Herausforderung: Bisher sind viele technische Lösungen auf Ein-und Zweifamilienhäuser zugeschnitten. Mit diesem Plattformprojekt rückt erstmals der bisher wenig beachtete und vielfach von Mietern bewohnte Bereich der Mehrfamilienhäuser in den Fokus, der mit 22,2 Millionen Wohnungen mehr als die Hälfte des gesamten Wohnungsbestandes ausmacht." Birgid Eberhardt vom Wohnungsunternehmen GSW Sigmaringen GmbHSieht "KI-Lösungen nicht nur in Funktionen, die den Bewohnern zugutekommen, sondern insbesondere auch unseren Mitarbeitern und externen Dienstleistern wie Handwerkern.“ Quelle: ZVEI / pgl

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Lüftung & Klima
news-6621 Fri, 20 Sep 2019 06:30:00 +0200 Energieberater-Netzwerk fordert "mutige Beschlüsse" https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/energieberater-netzwerk-fordert-mutige-beschluesse-6621.html Im Vorfeld der Beratungen des Klimakabinetts am 20. September 2019 in Berlin und mit Blick auf den UN-Klimagipfel in New York appelliert das Deutsche Energieberater-Netzwerk DEN e.V. an die Verantwortlichen in Bund und Ländern, das enorme Potential an energetischen Einsparmöglichkeiten zu nutzen. In einem offenen Brief des DEN an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages und an Mitglieder der Regierungskoalition heißt es: „Jetzt, da die Klimadiskussion international zum zentralen Thema wurde, scheint der richtige Moment gekommen, weitreichende Strategien zu entwerfen und mutige Beschlüsse zu fassen.“

Der Gebäudesektor verursache in der Bundesrepublik durch Heizung, Kühlung, Warmwasseraufbereitung oder Beleuchtung etwa ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen. Viele Installationen seien jedoch in die Jahre gekommen und entsprächen weder dem heutigen Stand der Technik noch den erforderlichen energetischen Einsparmöglichkeiten. Moderne Technologien, welche den Energiebedarf in Gebäuden deutlich senken können, stünden zur Verfügung. Sie müssten nur ausreichend genutzt werden. Das sei bislang nicht der Fall.

Der Sanierung von Bestandsgebäuden komme bei der Erreichung der Klimaziele in Deutschland eine wichtige Rolle zu. Leider verharre die Sanierungsquote seit Jahren bei ca. 1 Prozent. Um die Klimaziele zu erreichen und das Potential adäquat auszunutzen, wäre laut DEN jedoch mindestens das Doppelte vonnöten. Die von Bund, Ländern und Gemeinden angebotene Vielzahl von Förderprogrammen trügen zwar zur heutigen Sanierungsquote bei, blieben aber trotzdem hinter den Erwartungen der Politik zurück. Dies nicht zuletzt wegen einer verbraucherunfreundlichen Unübersichtlichkeit der Angebote sowie einer mangelnden Verzahnung der einzelnen Programme, moniert das Energieberater-Netzwerk.

Deshalb schlägt das DEN vor, die von KfW und BAFA sowie von anderen Trägern zur Verfügung gestellten Förderungen zu koordinieren, einfacher zu gestalten und den bürokratischen Aufwand ihrer Beantragung zu verringern. Dabei sollten auch soziale Komponenten einfließen und Beachtung finden. Durch kluge Organisation und Koordination ließen sich ohne großen Kostenaufwand Sanierungspotentiale mobilisieren, indem psychologische und soziale Hemmschwellen abgebaut würden, heißt es in dem Schreiben.

Beratung spielt wichtige Rolle

Eine wichtige Rolle komme dabei der richtigen Beratung von Bauherren zu. Nur durch umfassend ausgebildete und wirtschaftlich unabhängige Energieberater*innen könne eine Qualität gesichert werden, welche die optimalen Einsparpotentiale auch erreiche. Es genüge nicht, innerhalb einzelner Gewerke energetische Verbesserung durchzuführen und zu glauben, damit ließe sich das bestmögliche Ergebnis erzielen. Nur eine fachmännische Zusammenschau des gesamten Objektes und ein individueller Sanierungsfahrplan könnten ein solches Ergebnis sicherstellen.

Aus Sicht der im DEN organisierten Energieberater und Energieberaterinnen sei es auch weiterhin wichtig, technologieoffen zu fördern, sofern es sich um klimapolitisch sinnvolle Technologien handele. Der Einsatz von Anlagen erneuerbarer Energien sollte dabei den Vorzug vor fossilen bekommen und damit auch die höchste Förderung genießen. Öl- und Gasheizungen werde langfristig nicht die Zukunft gehören können. Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Solarthermieanlagen, Wärmepumpen, Brennstoffzellen – diese Techniken seien auf dem Markt, entwickelten sich ständig weiter und verbesserten ihre Leistungsfähigkeit.

Nach Auffassung des DEN ließen sich erfolgreich im Sinne besseren Klimaschutzes Anreize durch eine übersichtliche und kundenfreundlich gestaltete Förderlandschaft mit ordnungspolitischen Mindestanforderungen koppeln. Ein Erneuerbare-Wärme-Gesetz, wie es etwa in Baden-Württemberg gelte, wäre ein mögliches Beispiel. Hier werde ein Mindesteinsatz von erneuerbaren Energien bei Neubau und Sanierung geregelt. Weitere Beispiele für derartige Gesetze, welche durchaus sozialverträglich die Nutzung erneuerbarer Energien im Gebäudebereich fordern und fördern, fänden sich in Flandern und in Dänemark.

Abwrackprämien sind nicht sinnvoll

Deshalb solle man klimapolitisch zukunftsfähige Technologien bevorzugen, ohne sich auf eine bestimmte Technik einseitig festzulegen. Angedachte „Abwrackprämien“, die nur eine einzelne Technologie fördern, seien nicht zielführend. Gestaffelte Förderungen, die sich an den Emissionen der jeweiligen Anlagen orientieren und den möglichst geringen Ausstoß an Treibhausgasen besonders berücksichtigen, wären gerechter und sinnvoller.

Heizungsanlagen in Gebäuden liefen in der Regel mindestens zwei Jahrzehnte lang. Wenn jetzt also die Weichen falsch gestellt würden durch Förderung von klimapolitisch suboptimalen Technologien, werde an anderer Stelle umso drastischer nachgeregelt werden müssen, wenn man die deutschen Klimaziele erreichen und internationale Strafzahlungen vermeiden wolle.

Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Es ist jetzt nicht mehr die Zeit, Besitzstände zu wahren und überkommene Strukturen und Interessen um ihrer selbst willen zu schützen. Die Mittel, mutig und innovativ neue Strukturen zu schaffen und erneuerbaren Energien die Türen zu öffnen, sind vorhanden beziehungsweise ließen sich leicht generieren. Entsprechende Vorschläge wurden in jüngster Zeit gemacht. Milliarden für Strafzahlungen zu vergeuden, um danach trotzdem in neue Energieversorgungen investieren zu müssen, wäre unverantwortlich und den Bürgern und Wählern wohl kaum vermittelbar.“

Im Gebäudebereich ließen sich nach Auffassung des DEN enorme Mittel aus privaten Quellen durch kluge Gesetzgebung und motivierende Regelungen recht einfach freisetzen. Das Klimaschutzpotential hier sei enorm. Es gelte jetzt, dies auch zu nutzen. Quelle: DEN / sth

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Finanzierung
news-6625 Thu, 19 Sep 2019 07:32:00 +0200 Bericht: Klimaschutz-Investitionen zahlen sich aus https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bericht-klimaschutz-investitionen-zahlen-sich-aus-6625.html Wenige Tage vor dem Klimagipfel des UN Generalsekretärs legt die Coalition for Urban Transition (CUT) den Bericht „Urbane Chancen in der Klimakrise“ vor. Der mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums erstellte Bericht zeigt, dass nationale Regierungen, die in nachhaltige städtische Infrastruktur investieren, ihre Klimaziele schneller erreichen werden und gleichzeitig den wirtschaftlichen Wohlstand des Landes fördern. Fast 10.000 Städte und lokale Regierungen weltweit haben sich inzwischen ehrgeizige Emissionsminderungsziele gesetzt. Der 90-seitige CUT-Report zeichnet eine positive Vision von kompakten, vernetzten und sauberen Städten. Der Bericht unterstreicht das hohe Potenzial der Städte insbesondere für die Ziele des Paris Abkommens und der 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung. Insbesondere soll der Bericht nationale Regierungen motivieren, klimaorientierte nationale Stadtentwicklungspolitiken zu entwickeln. Dafür bedürfe es des Zusammenspiels aller Regierungsebenen, heißt es.

Eine zentrale Erkenntnis der Autoren: Städte können höchstens ein Drittel ihres Minderungspotenzials selbst erschließen. Für ein weiteres Drittel braucht es Entscheidungen, gesetzliche Grundlagen und Förderprogramme nationaler und regionaler Regierungsebenen. Und das letzte Drittel des Minderungspotentials kann nur durch gemeinsames Handeln aller Ebenen erschlossen werden.

Der CUT-Report “Climate Emergency, Urban Opportunity: How national governments can secure economic prosperity and avert climate catastrophe by transforming cities.“ wurde im Vorfeld des Klimagipfels des VN-Generalsekretärs veröffentlicht, der am 23. September in New York stattfinden wird. An der Finanzierung des globalen Berichts waren neben Deutschland auch Großbritannien, Schweden und der Global Covenant of Mayors beteiligt. Das Autorenteam der Coalition for Urban Transition (CUT) kooperierte mit über 35 Forschungseinrichtungen, internationalen Organisationen, NGOs, Infrastrukturanbietern und -investoren sowie mit Städtenetzwerken. Quelle: BMU / sth

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Finanzierung
news-6604 Thu, 19 Sep 2019 07:25:00 +0200 Einsparerfolg bei Heizungen hängt von Systemarchitektur ab https://www.enbausa.de/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=6604&cHash=b77381d04118f9e01ee61275f01d3505 Eine mehrjährige Studie untersucht die Einsparung durch niedriginvestive Energiesparmaßnahmen in 79 Mietshäusern. Der erste Zwischenbericht wird Mitte Oktober erwartet. EnBauSa hat vorab mit Professor Viktor Grinewitschus von der Bochumer EBZ Business School gesprochen. Der „Praxistest“ im Auftrag einer „Allianz für einen klimaneutralen Wohngebäudebestand“, zu der sich die Wohnungswirtschaft (GdW) mit diversen Heizungsfirmen und Messdienstleistern zusammengefunden hat, umfasst deutschlandweit rund 700 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Fördermittel kommen vom Wirtschaftsministerium, und außer den Bochumer Forschern ist auch die TU Dresden beteiligt.

Die Studie umfasst ein breites Spektrum von Maßnahmen in einem Kostenrahmen, in dem Wohnungsbaugesellschaften bereit sind zu investieren („niedriginvestiv“). Einem Teil der Hausbewohner wurden im Rahmen des Projekts kostenlos programmierbare Thermostatventile angeboten. Grinewitschus: „In manchen Gebäuden haben sich fast alle Mieter beteiligt, in manchen auch nur drei oder vier Parteien.“ 71 dieser Haushalte hätten ausgewertet werden können. Es sei jeweils fortlaufend die Heizkörper- und die Raumtemperatur gemessen worden.

Mehr- und Minderverbräuche zu gleichen Anteilen

Bei 61 Prozent der Haushalte sei es zu einer signifikanten Änderung des normierten flächenbezogenen Verbrauches gekommen, bilanziert Grinewitschus. „Diese teilten sich zu gleichen Anteilen in Mehr- und Minderverbräuche auf.“ Bei dem Teil der Bewohner, bei denen es zu Einsparungen gekommen sei, hätten sich die Verbräuche auf Wohnungsebene im Mittel um 26 Prozent reduziert. „Bei dem Teil der Nutzergruppe mit Mehrverbräuchen waren die durchschnittlichen Mehrverbräuche in einer ähnlichen Größenordnung.“ Bei den Mietern mit einem überdurchschnittlichen Verbrauch hätten deutlich mehr Mieter gespart als mehr verbraucht (62 Prozent zu 38 Prozent).

Eine starke Einsparung sei dort eingetreten, wo Bewohner zum Beispiel eine Nachtabsenkung statt dem bisherigen Durchlaufenlassen der Heizung programmiert hätten. „Mehrverbrauch dagegen kann zum Beispiel entstehen, wenn die initiale Programmierung ausgeschaltet wird, jemand die Raumtemperatur zu Anfang relativ hoch einstellt und dann nichts mehr an der Einstellung ändert.“ Es gebe beispielsweise auch Leute, die vorher das Bad kaum beheizt hätten, das aber durch die Möglichkeiten des Vorprogrammierens nach dem Einbau täten.

Auf Gebäudeebene lässt sich mehr einsparen

Mehr- und Minderverbräuche zu gleichen Anteilen – das ist nicht gerade das, was man sich als Mieter erhofft. Von ganz anderen Erfahrungen berichtet Severin Beucker vom Berliner Borderstep Institut. In sechs Gebäuden mit zusammen 224 Wohnungen der Berliner Genossenschaft „Zentrum“ wurde für sämtliche 11.860 Quadratmeter ein System aus Messfühlern und Steuerungselementen eingebaut. Die Plattenbauten waren 1966 erbaut und später teilsaniert worden.

Beucker: „Vergleichsgebäude der gleichen Bauweise benötigen für die Raumheizung im Durchschnitt 80,8 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Nach der Nebenkostenabrechnung der Jahre 2017 und 2018 konnte dort der Energieverbauch auf durchschnittlich 61,4 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr gesenkt werden.“ Das entspricht einer Einsparung von 24 Prozent – nach Aussage von Beucker ein typischer Wert. „Die Firma Riedel hat zum Beispiel in Deutschland knapp über 30.000 Wohnungen mit diesem System ausgerüstet. Sie sind seit den 90er Jahren im Einsatz. Auch wenn man die Warmwasserbereitung einrechnet, liegt die Einsparung praktisch immer über 20 Prozent gegenüber Vergleichsgebäuden.“

Das „Geheimnis“ besteht darin, dass bei diesem System die Steuerung Durchgriff auf den Heizkessel – hier ein BHKW mit bis zu 34 Kilowatt elektrischer und 78 Kilowatt thermischer Leistung – hat. Die maßgebliche Norm DIN EN 15232 ordne, so Beucker, Systeme auf dieser Ebene der Automatisierungsklasse A zu. „Die meisten anderen Systeme gehören zur Klasse B, optimieren also auf Wohnungsebene. Die sind träge und überheizen, wenn viele Bewohner gleichzeitig das Heizkörperventil aufdrehen. So etwas ist bei mehr als 10 Wohnungen nicht mehr sinnvoll.“ Optimiere man dagegen ein ganzes Gebäude, „dann sind die Potenziale größer, weil ich die Heizbedarfe unterschiedlicher Wohnungen ausgleichen kann.“

Künstliche Intelligenz im Haus

Das Riedel-System fasst Mess- und Steuerungsdaten aus dem gesamten Gebäude zusammen, kombiniert das mit der Wetterprognose und berechnet daraus in Echtzeit die optimale Heizkurve. Beucker: „Wenn Sie das System installieren, braucht es wenige Wochen, um aus Aufheiz- und Abkühlvorgängen die Gebäudephysik kennen zu lernen. Das ist ein selbstlernendes System mit künstlicher Intelligenz; da greift keiner mehr ein.“ Ein weiterer Unterschied zu den Wohnungen des Bochumer Projekts: In Berlin kann das System über eine Anwesenheitserkennung die Heizung in den Zimmern herunterregeln, in denen sich gerade niemand aufhält.

Dennoch blieben die Kosten beim Berliner Projekt mit knapp 30 Euro pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche ebenfalls noch im niedriginvestiven Bereich. Laut Endbericht konnten damit die Heizkosten um fast 18 Prozent auf durchschnittlich 70 Cent pro Quadratmeter und Monat reduziert werden. Severin Beucker: „Ein Automatisierungssystem amortisiert sich typischerweise in zehn Jahren.“

Hinzu kommt, dass die Wohnungsgenossenschaft mit den gewonnenen Messdaten komplette Nebenkostenabrechnungen machen kann: Sowohl die Wärmemengenzähler als auch der Hersteller der Automatierungstechnik – die Dr. Riedel Automatisierungstechnik wurde im vergangenen Jahr von Kieback&Peter aufgekauft – sind dafür zertifiziert. Damit können die Kosten für die Ablesedienstleistung eingespart werden, die in der Regel mehr als zehn Prozent der Heizkosten ausmachen.

Strom puffern durch „Überheizen“

Derzeit erprobt das Borderstep Institut in der Berliner Wohnanlage im Rahmen des Forschungsprogramms „Windnode“ praktisch, was bisher bauphysikalisch getestet worden war: Das vorübergehende „Überheizen“ der Gebäude um bis zu etwa 1 Grad. Die Idee dahinter ist, so indirekt Strom zu puffern.

Das Netzentgelt könnte, um dafür ein Geschäftsmodell zu schaffen, für BHKW, die mit Biogas oder synthetischem Erdgas betrieben werden und in Zeiten von Strommangel einspeisen, von jetzt ca. 5 ct/Kilowattstunde auf null gesenkt werden. Beucker: „Das könnte sogar noch viel weiter gehen: Der BHKW-Betreiber könnte sagen, ich statte alle Mieter im Haus mit intelligenten Haushaltsgeräten (zum Beispiel einem Kühlschrank) aus. Denn dadurch sinkt der Grundverbrauch im Gebäude, und ich kann mehr Strom ins Netz einspeisen.“ Ergebnisse seien Ende 2020 zu erwarten.

Und auch die Bochumer forschen noch zwei Jahre weiter. Viktor Grinewitschus plant „Interviews mit den Mietern, um die festgestellten Effekte besser zu verstehen und die Mieter dahingehend zu unterstützen, dass die vorhandenen Potenziale in der Praxis auch erreicht werden.“ von Alexander Morhart

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news-6618 Wed, 18 Sep 2019 06:29:00 +0200 Marktforscher warnen vor Stromlücke https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/marktforscher-warnen-vor-stromluecke-6618.html Bonner Marktforscher warnen vor einer Strom-Erzeugungslücke als Folge des Atom- und Kohleausstiegs, eines wachsenden Strombedarfs durch mehr E-Autos und eines zu geringen Zubaus bei den erneuerbaren Energien. Eine Verdreifachung des Photovoltaikbestands bis 2030 und deutlich mehr Speicher könnten Energieversorgung klimafreundlich sichern, heißt es in der Studie des Marktforschungsunternehmens EuPD Research. Initiatoren der Studie sind neben EuPD Research der Bundesverband Solarwirtschaft und die Innovationsplattform The smarter E Europe.

Bereits in wenigen Jahren drohe eine Stromlücke infolge des geplanten Atom- und Kohleausstiegs und eines wachsenden Strombedarfs infolge einer stärkeren Elektrifizierung des Mobilitäts- und Wärmesektors, so die Marktforscher. Nur wenn die Photovoltaik bereits ab 2020 deutlich stärker ausgebaut und von ausreichend Speicherkapazitäten flankiert werde, würden Versorgungssicherheit und Klimaschutz gleichermaßen gewährleistet. Laut EuPD Research steht im Bereich erneuerbarer Energien mit Ausnahme der Photovoltaik keine Technologie zur Verfügung, die kurzfristig in größerer Menge zugebaut werden kann. Hürden langjähriger Genehmigungs- und Netzanschlussverfahren wie im Windbereich bestehen für Solaranlagen in der Regel nicht.

Mit der Abschaltung der letzten aktiven Atomkraftwerke und dem beschlossenen Kohleausstieg muss bereits mittelfristig die Hälfte der heutigen Erzeugungskapazitäten im Strommarkt ersetzt werden. Ein massiver Rückgang in der Stromerzeugung wird nach Berechnungen der Studienautoren auf einen wachsenden Strombedarf in Deutschland treffen. Anhand der Analyse verschiedener Szenarien kommt die Studie „Energiewende im Kontext von Atom- und Kohleausstieg – Perspektiven im Strommarkt bis 2040“ zu dem Ergebnis, dass mit einer Verdreifachung der PV-Leistung bis 2030 die sich abzeichnende Stromlücke geschlossen werden könnte.

Dies erfordert für das Jahr 2030 eine installierte PV-Leistung in Höhe von 162 Gigawatt (GW). Gegenwärtig sind rd. 1,7 Millionen Solarstromanlagen mit einer Spitzenleistung von rund 48 GW in Deutschland installiert, die rund acht Prozent des Stromverbrauchs decken. Eine gute Marktverfügbarkeit, niedrigste Stromgestehungskosten im Kraftwerksbereich, sehr hohe Akzeptanzwerte in der Bevölkerung und eine vergleichsweise kurze Installationsdauer ermöglichen einen deutlich schnelleren Ausbau der Photovoltaik.

30fache Speicherkapazität ist nötig

Der Ausgleich der fluktuierenden solaren Stromerzeugung bedingt eine deutliche Erhöhung der Speicherkapazitäten zum kurzfristigen und saisonalen Ausgleich. Die Kapazität der Kurzfristspeicher muss sich den Berechnungen nach bis 2040 mindestens verdreißigfachen. Für die saisonale Stromspeicherung besteht die Herausforderung, Elektrolysekapazitäten im zweistelligen Gigawatt-Maßstab aufzubauen.

Erst Anfang September hatten die 14 im Forschungsverbund Erneuerbare Energien zusammengeschlossenen deutschen Forschungsinstitute gegenüber Politik und Öffentlichkeit darauf gedrungen, den PV-Ausbau deutlich zu beschleunigen und darauf hingewiesen, dass der aus dem Jahr 2012 stammende Förderdeckel den deutschen Klimaschutzzielen diametral entgegen laufe und schnell beseitigt werden müsse, um einen deutlichen Markteinbruch bei der Solarenergie zu verhindern. Quelle: EuPD Research / sth

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Solarenergie
news-6614 Wed, 18 Sep 2019 06:15:00 +0200 Vonovia stattet Dachflächen mit PV-Anlagen aus https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/vonovia-stattet-dachflaechen-mit-pv-anlagen-aus-6614.html Das Wohnungsunternehmen Vonovia will in den kommenden Jahren deutschlandweit mindestens 1000 Dachflächen mit Photovoltaik-Anlagen ausstatten. Geliefert werden die schlüsselfertigen PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als einem Megawatt von Solarwatt. In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden wurden bereits an acht Vonovia Standorten 27 Wohngebäude mit PV-Modulen von Solarwatt versehen. Ab Ende August sollen mehr als 90 weitere Dächer mit Solaranlagen bestückt werden. Über das "1.000 Dächer"-Programm wird Vonovia eigenen Angaben zufolge jährlich rund 10.000.000 kWh Solarstrom erzeugen und in das öffentliche Netz einspeisen. Damit steigt die CO2-Einsparung im Portfolio um voraussichtlich 4.300 Tonnen pro Jahr.

Die Planungen über die Installation der Photovoltaik-Anlagen laufen seit April dieses Jahres. Solarwatt-Geschäftsführer Detlef Neuhaus begrüßt, dass Vonovia ab sofort vermehrt auf Solarstrom bauen will: "Der Klimawandel lässt sich nur eindämmen, wenn alle Beteiligten umdenken und ihren Teil dazu beitragen, die Energiewende mit aller Kraft voranzubringen. Wir freuen uns sehr, dass Vonovia jetzt als erstes großes Wohnungsunternehmen in Deutschland ein Zeichen setzt und auch bei Mietshäusern Solaranlagen integriert."

Das Vonovia-Programm ist auf mehrere Jahre ausgelegt und soll im Anschluss in ein langfristiges Ausbauprogramm übergehen. Für 2019 sind drei Tranchen geplant. Die Auswahl der Dächer stützt sich auf eine bundesweite Solarpotenzialanalyse, bei der die GPS-Daten der Gebäude und Faktoren wie Dachneigung, Ausrichtung, Verschattung und solare Einstrahlung berücksichtigt wurden.

"Wir haben eine 3D-Simulation über einen Großteil unserer Dachflächen durchgeführt und zunächst mehr als 5.000 besonders gut geeignete Dächer identifiziert. Diese bisher ungenutzten Dachflächen bieten großes Potenzial für nachhaltige Energiegewinnung. Seit Jahresanfang führen wir Begehungen vor Ort durch, bei denen wir die Eignung dieser Gebäude überprüfen", erklärt Rafael Wilke, Teamleiter Photovoltaik bei Vonovia, den Prozess.

Der Solarstrom aus dem "1.000 Dächer"-Programm wird größtenteils ins öffentliche Netz eingespeist. Mittel- bis langfristig setzt Vonovia jedoch auf eine dezentrale Energieversorgung der eigenen Quartiere.

"Solarstrom, der auf unseren Dächern erzeugt wird, sollte nicht einfach nur ins Netz eingespeist werden, sondern direkt unseren Mieterinnen und Mietern zugutekommen. Sei es in der Wohnung oder an unseren E-Ladestationen", sagt Buch. "Da wir Quartiere besitzen, müssen wir diese entsprechend gestalten und an den Energiemarkt anbinden. Daher wünschen wir uns, dass die leider immer noch zahlreichen Hemmnisse für Mieterstrommodelle deutlich verringert werden." Im Herbst wird eine Novelle des Mieterstromgesetzes erwartet. Quellen: Solarwatt / Vonovia / sth

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Solarenergie
news-6598 Tue, 17 Sep 2019 08:08:00 +0200 Projekt SENSE entwickelt gemeinsame Sprache für Smart Homes https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/projekt-sense-entwickelt-gemeinsame-sprache-fuer-smart-homes-6598.html Für das smarte Wohnen werden auf dem Markt zwar schon jetzt viele Geräte und Lösungen angeboten, die die Kernbereiche Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz aber auch Unterhaltung umfassen. Doch setzt sich das in einem Haushalt derzeit meist noch aus Insellösungen zusammen. So ist zum Beispiel jeweils eine eigene App notwendig, um die Funktionen der Geräte verschiedener Hersteller nutzen zu können. Das Projekt "SENSE - semantisches, interoperables Smart Home" soll hier durch die Entwicklung einer gmeinsamen Sprache für vernetzte Geräte und Dienstleistungen Abhilfe schaffen. Erreicht werden soll im Bereich "Smart Living", "dass diese Mosaikstückchen miteinander kommunizieren können", sagt Torsten Sommer vom Start-up "IoT connctd". Dieses ist Teil des SENSE-Projektteam. Ziel des Projektes, an dem außerdem das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Fachhochschule Dortmund und die Forschungsvereinigung Elektrotechnik beim Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) beteiligt sind, ist ein nutzerfreundliches und offenes Ökosystem, das Hersteller, Anwendungs- und Technologieentwickler, Integratoren und Handwerker nutzen können.

Interoperabilität und Semantik sind zwei Begriffe, die immer wieder genannt werden, wenn es um das Thema "Smart Living" geht. "Ein entscheidender Fortschritt ist die Entwicklung technischer Plattformen, die es erlauben, Anwendungen und Dienste technologieneutral zu realisieren, weil die Spezifika verschiedener Technologien und Protokolle auf eine neutrale Metaebene transformiert werden (Datenmapping)", heißt es im VDE-Positionspapier Smart Living des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) aus dem Jahr 2017. "Voraussetzung hierfür ist die Einigung auf Standards für die Interoperabilität von Geräten und Komponenten über Technologiegrenzen hinweg."

Es sind die Themen gewerke-übergreifende Interoperabilität, Bedienbarkeit, Datensicherheit, Standardisierung, die aus Sicht der Wirtschaftsinitiative Smart Living die Herausforderungen des Marktes bilden und bewältigt werden müssen, wie es im  Sachstandsbericht zur Marktentwicklung in der intelligenten Heimvernetzung "Smart Living 2 Market" aus dem Jahr 2017 formuliert wird. Die Initiative setzt sich aus mehr als 40 Unternehmen und Verbänden zusammen. "Die Teilnehmer begrüßen das SENSE-Projekt außerordentlich. SENSE stellt maßgebliche Weichen für Interoperabilität und ermöglicht somit völlig neue smarte Dienste rund um das vernetzte Gebäude", sagt Michael Schidlack, stellvertretender Leiter der Geschäftsstelle Smart Living des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), die die Intitiative koordiniert. "Wir brauchen die Interoperabilität als Katalysator, um die Technologien zur Marktakzeptanz zu bringen", sagt Schidlack.

"Alle Geräte im Smart-Living-Bereich haben schon eine Schnittstelle in die Cloud, da setzen wir an", erklärt Torsten Sommer von IoT connctd. Am Anfang, an dem das Projekt steht, schauen sich die Programmierer an, welche Grundlagen bestehen. Sie ermitteln, in welcher Sprache die einzelnen Technologien beispielsweise den Befehl "Licht an" geben. Dieser Befehl soll semantisch so beschrieben werden, dass er einheitlich weitergegeben werden kann, unabhängig vom Hersteller. Es soll von SENSE eine sogenannte Übersetzungsschicht zur Verfügung gestellt werden. Die bereits genutzten Sprachen sind von den Programmierern laut Sommer schnell herausgefunden. "Das was wir derzeit haben, ist schon interoperabel möglich, das möchten wir noch komfortabler gestalten", sagt Sommer. Die Bedienung der Geräte unterschiedlicher Hersteller soll von nur einer Stelle aus erfolgen können, beispielsweise einer App.

Die interessante Arbeit liegt Sommer zufolge in der Frage, wie die semantische Beschreibung aussehen muss, um neue Funktionen und neu entwickelte Geräte in das System integrieren zu können und zwar automatisch durch den Computer. Systeme wie "homee" und "wibutler", die bereits offene Plattformen anbieten, sollen eingebunden werden. "Es geht nicht um toller oder besser, wir versuchen die bereits tollen Lösungen miteinander kompatibel zu machen", sagt Sommer. Erste Ergebnisse erwartet er im kommenden Frühjahr. "Die beteiligten Unternehmen profitieren sofort von den Forschungsergebnissen im SENSE Lab, aber wir möchten die Ergebnisse selbstverständlich so breit wie möglich zur Verfügung stellen." Das SENSE-Projekt wird vom BMWi gefördert und läuft bis Oktober 2021.

Bei den Herstellern bleibt in diesem Zuge die Verantwortung von regelmäßigen Updates. "Wir zerlegen die Geräte in ihre einzelnen Funktionen, nur diese werden abgebildet", sagt Sommer. Ebenso obliegt den Herstellern, für die Sicherheit und den Schutz der Daten zu sorgen. "Sicherheit ist ein Feature, das wir nicht nachträglich einbauen", zitiert Sommer einen seiner Kollegen. Der Datentransfer zwischen Connector und Cloud ist verschlüsselt. Es werden Daten an den Endnutzer geliefert, ruft er diese nicht ab, werden sie nicht gespeichert. "Wir wollen keine neue Datensammlung anlegen", sagt Sommer. "Die Datenschutz-Grundverordnung schafft einen klaren Rechtsrahmen, schützt den Nutzer und greift bei personenbezogen Daten, die im Smart Home anfallen. Darüber hinaus gibt es aber auch viele Daten, die nicht personenbezogen sind, zum Beispiel die eines Bewegungsmelders im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses", sagt Schidlack. "Es wird in verschiedenen Ländern an der Besserstellung der Verbraucher gearbeitet", ergänzt er. Jedoch ist die künstliche Intelligenz auf Daten angewiesen, um selbstlernend auf die Bedürfnisse der Bewohner reagieren zu können. "Künstliche Intelligenz basiert auf der Analyse großer aggregierter Datenmengen – und das geht auch mit anonymisierten oder nicht personenbezogenen Daten", betont Schidlack.

Im Fokus von SENSE steht nicht nur der Wohnraum, sondern das gesamte Gebäude. Dieses soll etwa in der Lage sein, den E-Roller nur dann zu laden, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien geliefert wird. Wichtig ist, dass sich branchen- und gewerkeübergreifend Akteure an dem Projekt beteiligen. Aus diesem Gurnd wurde in Berlin im Juni dieses Jahres das Semantic Building Lab eröffnet. Diese Laborumgebung können Unternehmen nach Abschluss eines Kooperationsvertrages nutzen, um vorwettbewerblich an Projekten zu arbeiten, die die Themen Assistenz, Komfort, Sicherheit und Energiemanagement umfassen. Zudem sind Use Cases der Hersteller notwendig, um an ihnen die semantischen Konzepte zu erproben und umzusetzen. "Im Moment ist es auch extrem wichtig, wie ich das Thema künstliche Intelligenz künftig nutzen kann, um Interoperabilität im Smart Home voranzubringen", sagt Schidlack. Dabei gehe es darum, die Komplexität zu reduzieren, also um das einfache Zusammenfügen von einzelnen Komponenten. In einer Vier-Zimmer-Wohnung von 100 Quadratmetern befänden sich 100 bis 200 technische Komponenten, Tendenz steigend. Sind diese Geräte digital vernetzt wird es schnell äußerst komplex. Das übergeordnete Ziel sieht Schidlack in der nahezu wartungsfreien und selbstdetektierenden Technik, womit Kosteneinsparungen einhergehen. von Anne Leipold

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Heizung & Warmwasser
news-6617 Mon, 16 Sep 2019 09:18:00 +0200 Konferenzteilnehmer wollen Budget für Treibhausgase https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/konferenzteilnehmer-wollen-budget-fuer-treibhausgase-6617.html Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der "Sustainable Built Environment D-A-CH Conference 2019 (SBE19)" in Graz fordern in Ihrer Abschlusserklärung die verbindliche Einführung konkreter Ziel- und Planungswerte zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus von Gebäuden. Gleichzeitig sichern sie den Verantwortlichen aus Wirtschaft und Politik ihre Mitwirkung zu: Durch die Entwicklung geeigneter methodischer Grundlagen, praxisgerechter Planungs- und Bewertungshilfsmittel sowie klimaschonender baulicher Lösungen. Die "Grazer Deklaration für Klimaschutz im Baubereich" wurde in den letzten drei Tagen von den rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Konferenz aus mehr als 30 Ländern erarbeitet, diskutiert und verabschiedet. Ausgangspunkt ist der vergleichsweise hohe Anteil des Bausektors an der Ressourceninanspruchnahme und Umweltbelastung: Gebäude sind für 40 Prozent des Energieverbrauchs und 35 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Diese Werte erhöhen sich noch durch die Herstellung benötigter Bauprodukte.

"Gebäude tragen entscheidend zu unserer Lebensqualität bei, sie belasten andererseits die Umwelt zum Beispiel durch ihren Ressourcenverbrauch“, sagt Professor Thomas Lützkendorf, Leiter des Lehrstuhls Ökonomie und Ökologie des Wohnungsbaus am KIT und Mitorganisator der SBE19 in Graz. "Gebäude haben zudem nicht nur eine lange Nutzungsdauer, sie weisen auch lange Zyklen für Instandhaltung und Modernisierung auf. Gebäude, die wir 2025 errichten, werden 2050 nahezu unverändert noch stehen."

Die Grazer Deklaration fordert daher entschlossenes Handeln zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen ein. Insbesondere erinnert sie die Politik an ihre Rolle, für den Umweltschutz verbindliche und technologieoffene Anforderungen zu formulieren. Diese Anforderungen müssten sich bei konkreten Planungsaufgaben anwenden und umsetzen lassen. Ein formuliertes Ziel ist die Einführung von Budgets (vergleichbar einem Kostenrahmen) für die Treibhausgase im Lebenszyklus. Die Deklaration weist darüber hinaus auf den Bedarf an Förderprogrammen hin, die Maßnahmen zur Einsparung von Treibhausgasen honorieren sollen. Zielführend sei zudem auch eine angemessene infrastrukturelle und personelle Ausstattung der Bauforschung. Ergänzt wird die Deklaration durch Handlungsempfehlungen an die Immobilien- und Finanzwirtschaft sowie durch eine Selbstverpflichtung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie wollen mit ihrer Arbeit die Politik, die Wirtschaft und die Industrie beim Erreichen der Ziele unterstützen. Quelle: KIT

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Dämmung & Fenster
news-6605 Mon, 16 Sep 2019 07:12:00 +0200 Wohnungsmieten steigen langsamer https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/wohnungsmieten-steigen-langsamer-6605.html Die Mieten inserierter Wohnungen sind deutschlandweit im ersten Halbjahr 2019 gemessen am Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent gestiegen – auf 8,70 Euro pro Quadratmeter nettokalt. Im ersten Halbjahr 2018 betrug das Plus noch 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit verringerte sich der Preisanstieg leicht. Das geht aus einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor. In den Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern sind die Erst- und Wiedervermietungsmieten in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5 Prozent gestiegen. In Großstädten unter 500.000 Einwohnern legten die Angebotsmieten durchschnittlich um 3,6 Prozent zu. In den städtischen Kreisen – zumeist Umlandkreise der Großstädte – stiegen die Mieten inserierter Wohnungen im Schnitt um 4,5 Prozent, in den ländlichen Kreisen um 3,9 Prozent.

In Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern lag die durchschnittliche Miete für eine inserierte Wohnung im ersten Halbjahr 2019 bei 11,65 Euro pro Quadratmeter. Spitzenreiter bei den Angebotsmieten bleibt München. In der bayerischen Landeshauptstadt wurden Wohnungen für durchschnittlich 18,20 Euro pro Quadratmeter angeboten – das entspricht gemessen am Vorjahreszeitraum einem Plus von 3,7 Prozent. In fünf der sieben größten deutschen Städte verlangsamte sich der Anstieg – besonders deutlich in München und Hamburg.

Abseits der Ballungsräume finden Wohnungssuchende sehr viel günstigere Wohnungen. So wurden in Landkreisen wie Wunsiedel (Bayern), Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen), Görlitz (Sachsen), dem Vogtlandkreis (Sachsen) oder Holzminden (Niedersachen) Wohnungen im Schnitt für unter 5 Euro pro Quadratmeter angeboten.

Inzwischen liegen die Angebotsmieten in 48 von 401 Stadt- und Landkreisen durchschnittlich über zehn Euro pro Quadratmeter. In 99 Stadt- und Landkreisen betragen sie dagegen weniger als 6,00 Euro pro Quadratmeter. In den Metropolregionen München, Stuttgart und Frankfurt/Rhein-Main sind die Mieten nicht nur entlang der angrenzenden Landkreise überdurchschnittlich hoch, sondern auch im weiteren Umland. In den Metropolräumen Düsseldorf/Köln/Bonn und Berlin zahlen Mieter dagegen nur im engeren Umland mehr als im bundesweiten Durchschnitt. Quelle: DIW / pgl

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Finanzierung
news-6615 Fri, 13 Sep 2019 09:21:10 +0200 Energielabel für Heizungen werden angepasst https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/energielabel-fuer-heizungen-werden-angepasst-6615.html Am 26. September ändern sich Umfang und Farben der Skala auf den Energielabeln für Heizungen. Neue Heizungsanlagen erhalten nur noch dann das Label A+ oder besser, wenn sie erneuerbare Energien einbeziehen. Außerdem wird die neue Effizienzklasse A+++ eingeführt. Bei Heizungsanlagen kann grundsätzlich zwischen zwei Label-Varianten unterschieden werden. Es gibt eines für Einzelgeräte, also zum Beispiel ohne Regelung oder Solaranlage, und eines für Verbundsysteme. Am 26. September erfährt nun die erste Variante eine Modifikation: Während die Effizienzklassen E bis G wegfallen, kommt am oberen Ende der Skala die Klasse A+++ hinzu, berichtet das Institut für Wärme- und Öltechnik. Das Label reicht dann also vom grünen Bereich und A+++ bis zum roten Bereich der Klasse D.

"Für hocheffiziente Gas- und Öl-Brennwertgeräte, die eine nahezu vollständige Energieausnutzung haben, bleibt es bei der Effizienzklasse A", sagt Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO). „In Kombination mit Solarthermie oder anderen erneuerbaren Energien kann sich die Effizienzklasse auch noch weiter verbessern“, so Willig weiter. Hierbei kommt dann das sogenannte Paket- oder Verbundlabel zum Einsatz, das berücksichtigt, wenn die Anlage mit erneuerbaren Energien ergänzt wird. Dieses Label für die kombinierten Systeme weist bereits seit seiner Einführung im Jahr 2015 eine Klassifizierung von A+++ bis G auf.

Das Label soll dabei helfen, die Effizienz verschiedener Wärmeerzeuger zu vergleichen. Gelabelt werden zurzeit öl-, gas- und strombetriebene Heizsysteme sowie Festbrennstoffkessel, die mit Holz betrieben werden. Aber auch Wärmespeicher und Solarthermieanlagen werden mit den Aufklebern versehen. Während die Effizienz verglichen werden kann, kann das Label eins jedoch nicht: eine Aussage zu den tatsächlichen Energiekosten treffen. Darauf weist das IWO ausdrücklich hin. Beim Vergleich unterschiedlicher Effizienzlabel von Haushaltsgeräten sind Rückschlüsse auf die tatsächlichen Energiekosten möglich, da diese alle mit Strom betrieben werden. Bei Heizgeräten funktioniert das nicht, da sie mit unterschiedlichen Energieträgern betrieben werden, diese unterschiedliche Preise haben und somit nicht einfach miteinander vergleichbar sind. Quelle: IWO / sth

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Heizung & Warmwasser
news-6613 Fri, 13 Sep 2019 08:09:00 +0200 Studie: Elektromobilität stimuliert Bau von PV-Anlagen https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/studie-elektromobilitaet-stimuliert-bau-von-privaten-pv-anlagen-6613.html Eine aktuelle Studie von EuPD Research im Auftrag von E3/DC prognostiziert eine Vervierfachung der Neuinstallationen an privaten Photovoltaikanlagen in Deutschland bis 2035. Eine wesentliche Ursache dieser positiven Entwicklung sehen die Bonner Wirtschaftsforscher im zunehmenden Ausbau der Elektromobilität. Nach dem Tiefststand des jährlichen Photovoltaik-Zubaus in den Jahren 2014 und 2015 zeichnet sich mittel- und langfristig im Kleinanlagensegment ein stabiler Wachstumspfad ab, zeigt die Untersuchung von EuPD Research auf. Ausgehend von knapp 57.000 neuinstallierten PV-Kleinanlagen unter 10 kWp im vergangenen Jahr 2018 wird im Prognosehorizont 2035 eine Vervierfachung der jährlichen Neuinstallationen erwartet. Nahezu das gesamte Wachstum an PV-Kleinanlagen ist nach 2020 auf das Größensegment über 7 kWp zurückzuführen. Als Ursache dieses Trends der kontinuierlichen Zunahme der Anlagengröße bei PV-Neuinstallationen sehen die Analysten von EuPD Research insbesondere den steigenden Stromverbrauch der privaten Haushalte infolge der zunehmenden Elektrifizierung von Mobilität und Wärmeerzeugung. 

Während strombasierte Heizsysteme (i. d. R. Wärmepumpen) nahezu ausschließlich im Neubau installiert werden, ist die Installation eines Speichersystems und einer damit kommunizierenden Wallbox zum Laden eines Elektrofahrzeugs unabhängig vom Gebäudealter, was deren zukünftiges Potenzial deutlich erhöht. Gerade bei den größer ausgelegten PV-Anlagen kommt es darauf an, einen möglichst hohen Anteil des Solarstroms selbst zu nutzen. Im Bereich der E-Mobilität ist das in den meisten Fällen nur über ein leistungsfähiges Speichersystem möglich, weil das Fahrzeug tagsüber unterwegs ist und erst am Abend oder in der Nacht mit eigenem Strom geladen werden kann.

Während im vergangenen Jahr 2018 jede zwölfte PV-Kleinanlage in Kombination mit einer Wallbox installiert wurde, wurden davon wiederum bereits drei Viertel der PV-Wallbox-Anlagen auch mit einem Speichersystem ausgestattet. Der zukünftige Anstieg der Elektromobilität stimuliert in der Prognose von EuPD Research die Systemkombination aus PV-Anlage, Wallbox und Speicher deutlich. Entsprechend werden im Prognosehorizont des Jahres 2035 60 Prozent der Neuinstallationen an PV-Kleinanlagen als PV-Speicher-Wallbox-Kombination errichtet

„Verschiedene Befragungen unter Photovoltaik-Anlagenbesitzern haben in den vergangenen Jahren wiederkehrend bestätigt, dass das solare Laden des Elektromobils für private Haushalte eine sehr hohe Bedeutung besitzt. Sofern die Möglichkeit besteht, plant der Großteil der Kaufinteressenten für ein E-Auto auch mit der Anschaffung einer Solaranlage inklusive Wallbox“, erläutert Dr. Martin Ammon, Geschäftsführer der EuPD Research, die aktuellen Studienergebnisse. Quelle: E3/DC / sth

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Solarenergie
news-6597 Thu, 12 Sep 2019 07:23:00 +0200 Bundesgebäude fallen beim Klima-Check durch https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bundesgebaeude-fallen-beim-klima-check-durch-6597.html Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat erstmals Gebäude-Energieausweise der Bundesministerien und verglichen und deren Klimaverträglichkeit ermittelt. Das Ergebnis ist ernüchternd. Nur vier Ministerien genügen Klimaschutz, alle anderen Bundesgebäude haben erheblichen Sanierungsbedarf. Die DUH kritisiert, dass Bundesbehörden bei ihren Gebäuden mit schlechtem Beispiel vorangingen. Außerdem kontrollierten die Länder kaum, ob bei Bestandssanierungen die Energieeinsparverordnung eingehalten wird.

Von den 15 Dienstsitz-Gebäuden, deren Energieausweise die Deutsche Umwelthilfe (DUH) angefordert hatte, liegt überhaupt nur für acht ein aktueller Bedarfsausweis vor. Das zeigt eine Übersicht, die der Verband bei einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt hat. Demnach ist bei vier der Gebäude die Gültigkeit des Bedarfsausweises bereits abgelaufen, und für drei Gebäude existiert lediglich ein Verbrauchsausweis. „Aussagen zum Gebäude kann der Verbrauchsausweis gar nicht treffen“, sagte Lutz Badelt vom Energieberaterverband GIH, der beteiligt war.

Ausgewertet hat die DUH deshalb nur die Bedarfsausweise, ob nun abgelaufen oder nicht. Fünf Bundesgebäude haben einen Primärenergiebedarf von mehr als 140 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Eingerechnet sind dabei Heizwärme, Warmwasserbedarf und der Strom für die Beleuchtung. Diese fünf Gebäude ordnete DUH-Frau Paula Brandmeyer in die schlechteste von drei Gruppen ein und berief sich für die Bewertung auf die „Effizienzstrategie Gebäude“ der Bundesregierung von 2015. Das Schlusslicht ist das Familienministerium mit 211 Kilowattstunden pro Quadratmeter – obwohl das Gebäude erst 2009 gebaut worden war. Es folgt das Bundeskanzleramt mit 195 Kilowattstunden pro Quadratmeter auf dem – abgelaufenen – Energieausweis.

Im Mittelfeld befinden sich Arbeits-, Innen- und Verkehrsministerium mit Bedarfswerten zwischen 83 und 127 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Niedrige Werte erreichen das Forschungsministerium mit 36 Kilowattstunden pro Quadratmeter und das Umweltministerium, das Auswärtige Amt sowie das Landwirtschaftsministerium mit jeweils 67 beziehungsweise 68 Kilowattstunden pro Quadratmeter.

Gleiches Baujahr – völlig unterschiedlicher Energiebedarf

Barbara Metz von der DUH wies besonders auf den Unterschied zwischen dem auch für das Bauwesen zuständigen Innenministerium und dem Forschungsministerium hin: Obwohl beide Gebäude im Jahr 2014 gebaut worden seien, benötige das eine nur 36, das andere dagegen 115 Kilowattstunden Primärenergie.

Metz weiter: „Exemplarisch haben wir bei zwei Häusern die nachgeordneten Behörden abgefragt, und zwar beim Innenministerium und beim Verkehrsministerium. Nur zwei von diesen Behörden konnten den Energieausweis vorlegen.“ Nämlich ein Haus des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung (164 Kilowattstunden pro Quadratmeter) und der Bonner Standort der Bundeszentrale für politische Bildung (212 Kilowattstunden pro Quadratmeter). Für die zwölf anderen Gebäude nachgeordneter Behörden wurde mit unterschiedlichen Begründungen kein Energieausweis vorgelegt, darunter für das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr.

Das Fehlen des Ausweises kommentierte Paula Brandmeyer so: „Ohne den Energieausweis besteht auch kein Wissen über den energetischen Zustand der Gebäude und anscheinend dann auch keine Absicht, diesen zu verbessern.“ Als weiteres Indiz für den mangelnden Willen sieht Brandmeyer den sogenannten energetischen Sanierungsfahrplan für die Bundesliegenschaften (ESB).

Sanierungsfahrplan wird nicht umgesetzt

„Seit 2012 geplant, seit 2015 in Schublade, bleibt der energetische Sanierungsfahrplan für die Bundesliegenschaften unter Verschluss, wird nicht verabschiedet und auch nicht umgesetzt. Die Sanierungen sind aus der Sicht des Finanzministeriums zu teuer.“ Brandmeyer bezeichnete das als „kurzsichtig“ und forderte, den Sanierungsfahrplan „endlich“ zu beschließen. Beim Bau neuer Gebäude müsse die öffentliche Hand ihrer Vorbildfunktion nachkommen und ab dem Jahr 2020 nach Passivhaus-Niveau oder als Plus-Energie-Gebäude bauen.

Unzufrieden ist die DUH auch mit dem Vollzug der Energieeinsparverordnung bei Bestandsgebäuden allgemein. Wenn Gebäude grundlegend verändert werden, gibt es die Pflicht, den Wärmeschutz zu verbessern. Diesen Vollzug sollen die Bundesländer kontrollieren. Die DUH habe bei allen 16 Ländern nachgefragt, sagte Paula Brandmeyer, und „Bremen konnte als einziges Bundesland Zahlen zu unseren Fragen nennen.“ Dort seien im Jahr 2018 sechs Stichproben gemacht und keine Verstöße gegen die Energieeinsparverordnung festgestellt worden.

Die fünfzehn anderen Bundesländer machten entweder keine Angaben zu dem kleinen DUH-Fragekatalog – der Verband hatte unter anderem auch nach den personellen Kapazitäten gefragt – oder ließen verlauten, es würden keine Stichprobenkontrollen durchgeführt. Das Land Berlin machte sich nicht einmal die Mühe zu anworten.

DUH: Chronologie des Scheiterns

Was den Klimaschutz im Gebäudesektor angeht, sprach Barbara Metz von einer „Chronologie des Scheiterns“ und legte zwei eng beschriebene Seiten vor, auf denen jeweils mit Datum aufgelistet wird, wie eine steuerliche Förderung der energetischen Sanierung seit Juni 2008 in Bundesrat, Bundestag und auf der Regierungsebene verschoben beziehungsweise abgelehnt wurde. Eine weitere Seite zeichnet das Gleiche für das Gebäudeenergiegesetz (GEG) auf, wobei hier schon der Entwurf „nicht im Entferntesten“ die Klimaschutzanforderungen adressiere.

Metz: „Wir brauchen den KfW-40-Standard für die Neubauten. Denn Gebäude, die heute errichtet werden, können nicht vor 2050 noch einmal wirtschaftlich saniert werden. Das wäre aber nötig, wenn man wirklich nach dem Standard, der heute in der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben ist, saniert.“ Metz forderte auch im Bestand ordnungsrechtliche Maßnahmen – unter anderem „die verpflichtende Erstellung von Sanierungsfahrplänen bei Verkauf oder Neuvermietung“.

Sie kritisierte außerdem, dass noch im vergangenen Jahr 17.400 Ölheizungen mit einem Aufwand von 40 Millionen Euro staatlich subventioniert worden seien. Nicht nur ein Ende dieser Förderung will die DUH, sondern „dass ab 2020 keine Ölheizungen mehr eingebaut werden dürfen“ sowie ab 2025 auch keine Gasheizungen mehr. von Alexander Morhart

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Finanzierung
news-6609 Thu, 12 Sep 2019 06:40:00 +0200 Studie zeigt: Hochwertige warme Kante spart Energie https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/studie-zeigt-hochwertige-warme-kante-spart-energie-6609.html Eine vom Dichtstoff-Experten Dow und Swisspacer – einem Spezialist für Warme Kante-Abstandhalter aus der Schweiz – initiierte Studie zeigt: Durch eine optimale Kombination von Dichtstoff und Abstandhalter lässt sich der Ucw-Wert einer Fassade um mehr als 15 Prozent verbessern – ohne das Fassadendesign zu verändern. Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Rosenheimer Ingenieurbüro Bauwerk. Vor dem Hintergrund immer höherer Anforderungen an die Energieeffizienz von Glasfassaden rückt der Randverbund von Mehrscheibenisolierglas und speziell auch Structural Glazing-Anwendungen immer mehr in den Blickpunkt, berichten die Unternehmen. Denn während die U-Werte des Glases selbst kaum noch wirtschaftlich zu optimieren seien, bestehe bei den eingesetzten Dichtstoffen und Abstandhaltern noch deutliches Potenzial.

Im Rahmen der Studie wurden unterschiedliche Fassadenkonstruktionen mit einem marktüblichen Polyurethan(PU)-Dichtstoff, mit einem Standard-Silikon-Dichtstoff sowie der patentierten Silikon-Technologie Dowsil 3364 Warm Edge IG Sealant von Dow untersucht – jeweils kombiniert mit einem Edelstahl-Abstandhalter oder dem Swisspacer Ultimate. Die Ergebnisse seien eindeutig, so die Unternehmen. So erreiche die Dowsil-Dichttechnik in Verbindung mit dem Swisspacer Ultimate in einem Dreifachisolierglas (40 mm) einer Aluminium-Fassadenkonstruktion (100 mm Profiltiefe, Elementgröße: 1x2 m) einen Ucw-Wert von 0,846 W/m2K – dies bedeutet einen um mehr als 13 Prozent geringeren Wärmedurchgangskoeffizienten im Vergleich zur Verwendung eines Edelstahl-Abstandhalters. Mit einem herkömmlichen PU-Dichtstoff und dem Edelstahl-Abstandhalter erziele die gleiche Fassaden-Konstruktion sogar lediglich einen Ucw-Wert von 1,002 W/m2K – die energetische Gesamt-Performance der High-End-Lösung ist somit über 15 Prozent besser. Der Ucw-Wert gibt den Wärmedurchgangskoeffizient von Vorhangfassaden wieder. Er wird nach DIN EN ISO 12631 ermittelt.

Im Vergleich zu herkömmlichem Dichtstoff und einem Edelstahl-Abstandhalter führt die High-End-Lösung der Studie zufolge außerdem zu einer um 2 Grad höheren Temperatur an der Glasinnenseite. Bei Normklima (Raumtemperatur 20°C und rel. Luftfeuchte 50 Prozent) fällt bei diesem Aufbau erst ab -49°C Außentemperatur Tauwasser aus. Quelle: Swisspacer /sth

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Dämmung & Fenster
news-6603 Wed, 11 Sep 2019 07:23:00 +0200 Beck+Heun veröffentlicht Fenster-Sanierungsatlas https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/beck-heun-veroeffentlicht-fenster-sanierungsatlas-6603.html Der Fensteraustausch in der Sanierung stellt planende und ausführende Gewerke vor eine ungleich höhere Herausforderung als im Neubau. In der Modernisierung sind praxisnahe Arbeitshilfen Mangelware. Diese Lücke schließt Beck+Heun mit dem Fenster-Sanierungsatlas, der in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Prof. Dr. Hauser und der BASF verfasst wurde. Das Papier vermittelt das nötige Grundlagenwissen und bietet einen Überblick über die Lösungsansätze zur anforderungsgerechten energetischen Fenstersanierung. Adäquate Produkte für die Sanierung der Anschlussstellen rund um das Fenster werden ebenfalls erläutert. Das 190-seitige Nachschlagewerk mit detaillierten Berechnungstabellen und Ausführungsbeispielen ist kostenfrei erhältlich.

Als Hersteller von Beschattungs-, Dämm- und Lüftungssystemen rund um das Fenster verfügt Beck+Heun über umfassende Erfahrung im Fensteraustausch als Einzelmaßnahme. Um daraus eine Arbeitshilfe für Architekten, Planer, Verarbeiter und Energieberater zu machen, wurde sich zunächst mit der Frage befasst, welche gängigen Einbausituationen es insgesamt gibt und welche Maßnahmen im ungünstigsten Fall getroffen werden müssen. Es folgte eine übliche Unterteilung in Baualtersklassen sowie die Auflistung der gängigen Mauerwerksstärken und Einbausituationen rund um das Fenster. Letztlich wurden umfangreiche Worst-Case-Berechnungen erstellt und im Fenster-Sanierungsatlas veranschaulicht.

Anhand dieser Parameter kann hergeleitet werden, ob beim Fensteraustausch eine begleitende Maßnahme durchgeführt werden muss. Ist dies der Fall, wird im nächsten Schritt ein Sanierungssystem gewählt, um den hygienischen Mindestwärmeschutz des Fensteranschlusses sicherzustellen.

Die im Fenster-Sanierungsatlas genannten Anforderungen an die Altbausanierung decken sich mit den allgemein anerkannten Regeln der Technik für die Fenstermontage im Neubau (ift Institut für Fenstertechnik und RAL-Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren e.V. 2014): raumseitige Luftdichtheit, Schall- und Wärmeschutz zwischen Fenster und Baukörper sowie außenseitiger Wetterschutz. Davon werden fünf bauphysikalische Anforderungen abgeleitet: Luftdichtheit, Wärme- und Schallschutz, Mindestwärmeschutz und Feuchteschutz. Da es um den speziellen Fall der Sanierung geht, wird in dem Nachschlagewerk von Beck+Heun dem hygienischen Mindestwärme- und Feuchteschutz eine höhere Gewichtung beigemessen.

Denn während die Anforderungen an die Luftdichtheit und den Schallschutz in der Regel bereits durch den Einbau dichtschließender Fenster erfüllt seien, wird in der Einleitung erläutert, reduziere sich dadurch jedoch der unkontrollierte Luftwechsel. Das wiederum habe eine Erhöhung der Raumluftfeuchte und des Risikos der Schimmelbildung zur Folge. Der Bereich der Wärmebrücken sei an dieser Stelle gesondert zu betrachten. Aus diesem Grund greift der Fenster-Sanierungsatlas besonders weit: Es schließt alle Anschlussstellen rund um das Fenster, den Übergang zwischen den verschiedenen Baukörpern und die Konzeption einer normgerechten Wohnraumlüftung mit ein. Quelle: Beck + Heun / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6606 Wed, 11 Sep 2019 06:49:00 +0200 Heizenergieverbrauch ist 2018 deutlich gestiegen https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/heizenergieverbrauch-ist-2018-deutlich-gestiegen-6606.html Die deutschen Privathaushalte haben im Jahr 2018 klima- und witterungsbereinigt rund zwei Prozent mehr Heizenergie verbraucht als im Vorjahr und wegen stagnierender Energiekosten auch entsprechend mehr bezahlt. Das geht aus dem "Wärmemonitor 2018" hervor. Den Wärmemonitor erstellt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) jährlich auf Grundlage von Daten des Energiedienstleisters Ista Deutschland. Die Berechnungen basieren auf den Heizkostenabrechnungen von 300.000 Mehrfamilienhäusern in Deutschland.

"Der seit 2015 steigende Bedarf ist ein alarmierendes Signal – vor allem für den Klimaschutz", stellt Studienautorin Puja Singhal fest. Die DIW-Ökonomin und ihr Kollege Jan Stede haben errechnet, dass der Heizenergiebedarf pro Quadratmeter seit 2015 um rund sechs Prozent gestiegen ist und nun sogar wieder das Niveau des Jahres 2010 übersteigt.

Der Energiebedarf pro Quadratmeter im Westen lag im Jahr 2018 um gut sieben Prozent höher als im Osten. Der Unterschied im Heizverhalten zwischen den beiden Landesteilen hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr leicht ausgeweitet. Den höchsten Bedarf verzeichnete der Südwesten von Schleswig-Holstein, den niedrigsten die Region um Rostock. Nach Bundesländern hält das Saarland den Heizrekord, am wenigsten wird in Mecklenburg-Vorpommern verbraucht.

Dass in Ostdeutschland weniger geheizt wird als im Westen, liegt auch daran, dass in den Jahren nach der Wende sehr viele Mehrfamilienhäuser in den neuen Bundesländern energetisch saniert wurden.

Erstmals hat der "Wärmemonitor" für einen Teil der von ista betreuten Gebäude auf Basis von Energieausweisen die langfristige Entwicklung bei der energetischen Sanierung von Wohngebäuden untersucht. Zwischen 1992 und 2000 lag demnach der Anteil der jährlich sanierten Gebäudehüllen in Ostdeutschland zwischen ein und vier Prozent. Im Westen dagegen ist er seit 1992 von nur 0,3 Prozent auf knapp ein Prozent gestiegen, seit 2016 fällt die Quote allerdings wieder leicht.

"Um den Energiebedarf bei Wohngebäuden im Durchschnitt signifikant zu reduzieren, müsste die jährliche Rate deutlich über ein Prozent liegen. Die politischen Bemühungen und steuerlichen Anreize der vergangenen Jahre reichen offensichtlich nicht aus, um sie über diese Schwelle zu hieven. Die Rate von bis zu vier Prozent in Ostdeutschland in den neunziger Jahren zeigt hingegen, was möglich wäre", sagt Studienautor Jan Stede.

Ölpreise rasant gestiegen

Erstmals seit 2013 hat sich im vergangenen Jahr der steigende Bedarf auch in den Heizausgaben je Quadratmeter niedergeschlagen. Die in den vergangenen Jahren stetig fallenden Preise für Öl und Gas hatten bisher dafür gesorgt, dass die Menschen in Deutschland weniger für Heizenergie ausgegeben haben, obwohl der Bedarf leicht stieg. Doch im Jahr 2018 stagnierten im Schnitt seit vielen Jahren erstmals die abgerechneten Heizenergiekosten: Für Heizöl mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher zwar neun Prozent mehr ausgeben, für Gas aber vier Prozent weniger als im Jahr 2017. Da rund die Hälfte der Mehrfamilienhäuser mit Gas heizt, nur ein Viertel mit Öl, erhöhten sich im Durchschnitt die Preise nicht. Wer jedoch mit Öl heizt, wird die stark gestiegenen Preise finanziell deutlich gespürt haben. Und die Kosten werden weiter zunehmen: Steigende Ölpreise schlagen sich erst mit Verzögerung in den Heizausgaben nieder.

"Die steigenden Kosten könnten allerdings auch den positiven Effekt haben, dass die Haushalte wieder etwas bewusster heizen. Nirgendwo kann der Einzelne mehr für den Klimaschutz tun als beim Heizen in den eigenen vier Wänden", kommentiert Thomas Zinnöcker, CEO der Ista, die Studienergebnisse.

Das Heizen ist für rund ein Fünftel der deutschen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Umso wichtiger ist im Sinne des Klimaschutzes, dass der Verbrauch reduziert wird. Die aktuell diskutierte CO2-Steuer könnte dazu einen Beitrag leisten. Doch nicht nur EndverbraucherInnen sind bei Einsparung gefragt; in der Pflicht stehen auch die Wohnungseigentümer und die Politik. "Die Anstrengungen in der energetischen Gebäudesanierung müssen dringend erhöht werden", fordern Puja Singhal und Jan Stede. "Bei Modernisierungen sollte künftig verstärkt darauf geachtet werden, dass diese tatsächlich Heizenergie einsparen und Mieter von niedrigeren Warmmieten profitieren. Besonders wichtig ist dies bei einer staatlichen Förderung von energetischen Sanierungen." Quelle: DIW / sth

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Heizung & Warmwasser
news-6612 Tue, 10 Sep 2019 09:43:00 +0200 SPD und Grüne wollen Stopp für Ölheizungen https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/spd-und-gruene-wollen-stopp-fuer-oelheizungen-6612.html Heizungen auf Basis fossilser Energien geraten vor dem Klimagipfel in die Kritik. In der Diskussion sind ein Ende der Förderung beim Heizungstausch, ein Verbot für neue Installationen und eine Abwrackprämie. Umweltministerin Svenja Schulze hat klargestellt, dass Apelle an die Vernunft alleine nicht genügen, um eine CO2-Redultion zu erreichen. Wirklich festgelegt hat sie sich aber noch nicht. "Wir sollten zum Beispiel sagen: Für die nächsten zehn Jahre helfen wir euch beim Umrüsten alter Ölheizungen, danach sind sie komplett verboten." Bestehende Ölheizungen sollen aber weiter betrieben werden dürfen. Die zeitlich limitierte Förderung soll Druck aufbauen, damit Hausbesitzer jetzt handeln. Die Bestandsgarantie könnte aber zur Folge haben, dass alte und nicht effizienten Anlagen immer wieder repariert und nicht gegen umweltfreundlichere getauscht werden.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte eine Abwrackprämie zur Diskussion gestellt, sie solle den Menschen helfen, sich  neue Heizungen anschaffen zu können. Für Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung ist das ein Öko-Remix von 2008, als der Staat Geld für die Autoindustrie ausschüttete. Sie fordert als ersten Schritt einen Ausstieg aus der Förderung. "Effektiver wäre es, den Einbau neuer fossiler Heizungen zu untersagen", fordert sie. Derzeit gibt es Förderung des Heizungstauschs auch dann, wenn eine alte Öl- oder Gasheizung gegen eine neue, effizientere getauscht wird. Das sorge für eine Verringerung des CO2-Ausstoßes, argumentiert die Heizungsindustrie. Ulf Sieberg, Leiter des Berliner Büros des Vereins CO2-Abgabe, fordert, eine Abwrackprämie mit einem klaren Ausstiegsdatum aus fossilen Heizungsanlagen zu kombinieren und die Förderung degressiv auszugestalten.

Die Grünen haben schon 2017 gefordert, die staatliche Subventionierung neuer Öl- oder Gasheizungen über die KfW einzustellen. Ab 2021 sollen  "kaum noch Heizungen im Neubau zum Einsatz kommen, die auf fossile Brennstoffe angewiesen sind". Außerdem soll nach dem Vorbild Baden-Württembergs der Einsatz erneuerbarer Energien auch im Gebäudebestand anteilig verpflichtend werden, wenn ohnehin ein Austausch der Heizungsanlage erforderlich ist.

Massiver Widerspruch kommt vom Lobby-Verband Institut für Wärme und Öltechnik (IWO). Der Verband warnt vor Verunsicherung durch die Debatte, "Menschen, die befürchten, das Falsche zu tun, machen aber erst einmal gar nichts. Mit solch einem Attentismus ist dem Klimaschutz am wenigsten geholfen“, erklärt IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. Er fordert eine Gleichbehandlung der Wärmeträger. Im Rahmen des EU-Energieeffizienzlabels erhalten Öl-Brennwertgeräte mit „A“ eine gleich gute Bewertung wie zum Beispiel Gas-Brennwertkessel. "Warum die eine Technologie nun verboten werden soll, ist nicht nachvollziehbar", betont Willig. "Viel sinnvoller wäre die Einführung einer Umweltprämie, die die Kombination mit zusätzlichen erneuerbaren Energien in Form eines Hybridsystems belohnt." pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6611 Tue, 10 Sep 2019 08:57:25 +0200 Niedrige Zinsen machen Erneuerbare wettbewerbsfähig https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/niedrige-zinsen-machen-erneuerbare-wettbewerbsfaehig-6611.html Forschende der ETH Zürich und des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung haben in Szenarien untersucht, welche Folgen es für regenerative Energien hat, sollte das derzeit sehr niedrige Zinsniveau steigen. Das Ergebnis: Das Zinsniveau ist von entscheidender Bedeutung für das Erreichen von Netzparität. Bei bei steigenden Finanzierungskosten werden sich regenerative Energien überdurchschnittlich verteuern. Die Forscher sprechen sich daher dagegen aus, die Instrumente zur Förderung regenerativer Energien abzuschaffen. In vielen europäischen Ländern, beispielsweise Spanien und Deutschland, sind in den vergangenen beiden Jahren Photovoltaik-Anlagen entstanden, die ohne Subventionen auskommen und im Markt bestehen können. Diese Konkurrenzfähigkeit des Ökostroms basiert einerseits auf reiferer Technologie und höheren Stückzahlen, was die Kosten senkt. Andererseits – und das wird oft übersehen – haben ebenso die tiefen Kapitalkosten dazu beigetragen. Denn die niedrigen Zinsen erhöhen die Wirtschaftlichkeit der Alternativenergie.

Tiefere Kosten dank niedrigen Zinsen

Doch was passiert, wenn die Zinsen steigen? Dieser Frage sind ETH-Forscher in zwei Studien nachgegangen. Da erneuerbare Energien kapitalintensiver sind als fossile Energieträger, nehmen bei steigenden Zinsen deren Kosten stärker zu. Als Folge verlieren sie an Attraktivität. "Erneuerbare Energien sind jetzt sehr günstig, aber bei höheren Zinsen nicht mehr zwingend", sagt Tobias Schmidt, Professor für Energiepolitik. Untersuchungen von 133 Photovoltaik- und Windkraftprojekten in Deutschland in den letzten 18 Jahren hätten gezeigt, dass die gesunkenen Stromgestehungskosten zum Beispiel bei Windkraft zu etwa 25 Prozent durch niedrigere Finanzierungskosten begründet seien.

"Erneuerbare Energie ist auch aufgrund stark verbesserter Finanzierungsbedingungen billiger geworden", sagt Bjarne Steffen, Co-Autor der Studie. Umgekehrt heisst das, dass sich regenerative Energie bei steigenden Finanzierungskosten überdurchschnittlich verteuert.

Die ETH-Forscher haben zusammen mit einem Team vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in einer Studie, die jetzt in "Nature Sustainability" veröffentlicht worden ist, verschiedene Zinsszenarien durchgerechnet. Sollten die Zinsen wieder ein Niveau wie vor dem Ausbruch der Finanzkrise erreichen, nähmen in Deutschland die Stromgestehungskosten für Solaranlagen um 11 Prozent und für Windkraftprojekte um 25 Prozent zu – mit entsprechenden Folgen für die Konkurrenzfähigkeit.

In einem Szenario eines moderaten Zinsanstiegs würden die – wegen zunehmenden Wissens und besserer Technologie – tieferen Kosten für Solarenergie-Anlagen durch die höheren Zinskosten aufgewogen. Bei Windkraftwerken gehen die Schätzungen davon aus, dass die Stromgestehungskosten in einem Szenario moderat steigender Zinsen um 9 Prozent zunehmen würden.

Die Instrumente für alternative Energien nun abzuschaffen, wie es in der EU zurzeit überlegt wird, halten die ETH- und PIK-Forscher für eine gefährliche Strategie. Im Fall steigender Zinsen würde sich das kontraproduktiv auswirken und die für das Klima notwendige Emissionsreduktion von CO2 wäre gefährdet. "Die positive Entwicklung bei den erneuerbaren Energien sollte man nicht aufs Spiel setzen", betont Schmidt. Er spricht sich dafür aus, weiterhin an marktwirtschaftlichen Instrumenten wie Auktionen für Grossanlagen zur Erzeugung regenerativer Energie festzuhalten. Damit soll der wettbewerbsfähigste Anbieter zum Zug kommen. Solange das Zinsniveau auf tiefem Niveau verharrt, bleiben die Erneuerbaren so subventionsfrei.

Die Studienautoren bejahen zudem einen Mindestpreis für die Emissionszertifikate im europäischen Emissionshandelssystem. Dies würde den Umstieg von fossiler auf erneuerbare Energie beschleunigen, indem so Preisstürze für klimaschädliche CO2 –Emissionen in Zukunft ausgeschlossen wären. Höhere Finanzierungskosten würden dann den Übergang zu regenerativer Energie weniger gefährden. Quelle: ETH Zürich/sth

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Solarenergie
news-6608 Tue, 10 Sep 2019 08:07:00 +0200 IFA: Smart-Home-Hersteller kämpfen gegen Misstrauen https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/ifa-smart-home-hersteller-kaempfen-gegen-misstrauen-6608.html Weil die Energiekosten immer weiter steigen, stellen sich Hausbesitzer zunehmend die Frage: Wie lassen sich unnötige Kosten einsparen? Großes Potenzial bietet das Smart Home, also miteinander vernetzte Geräte fürs intelligente Energiemanagement. Bei der noch bis Mittwoch geöffneten Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin fahren Gerätehersteller deshalb mit den ganz großen Lösungen auf. Und die sind überraschend kompatibel. Ob das mehr Vertrauen in Smart-Home-Systeme schafft? Der Elektronikhersteller LG zeigt zum ersten Mal öffentlich seine Anlange zum smarten Energiemanagement namens „ThinQ Home Energy Solution“. Zum Gesamtpaket gehören spezielle Photovoltaikmodule des Herstellers, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sowie ein Energiespeichersystem für überschüssige Solarenergie. Damit vereint LG, was bisher einzelne Geschäftseinheiten vertrieben haben. Das Besondere: Wie schon die Fernseher und Waschmaschinen des Herstellers lässt sich auch die Luft-Wasser-Wärmepumpe über LGs eigene Smartphone-App „ThinQ“ steuern – je nach Heizbedarf des Hausbesitzers.

Und auch Panasonic stellt die neueste Generation seiner vernetzten Luft-Wasser-Wärmepumpe vor. Ähnlich wie bei LG kann die Anlage hier mit einer Solaranlage auf dem Dach kombiniert werden. Damit schafft auch Panasonic ein Angebot für eine nachhaltige Energie- und Warmwasserversorgung, die sich mit dem Smartphone per Fernzugriff steuern lässt. Denn gleichzeitig bieten die Japaner eine Cloud-Anwendung, mit der Hausbewohner etwa von überall aus die Solltemperatur anpassen oder die Heizstatistiken auslesen können.

Zwar geben die Hersteller jeweils eigene Apps heraus. Die Zeiten, in denen die Anbieter ihre Systeme vor der Konkurrenz abschotten, scheinen aber langsam vorbei zu sein. Die Anlage von LG lässt sich etwa in die Smart-Home-Anwendungen von Google und Apple einbinden, so wie mittlerweile viele andere auch. Panasonic arbeitet unter anderem mit dem mittlerweile verbreiteten KNX-Standard. Über ein KNX-Bussystem lassen sich dann alle kompatiblen Geräte vernetzen.

Skepsis ist bei Smart Homes hoch

Das scheint auch notwendig, wenn Hersteller die Akzeptanz für ihre Geräte erhöhen wollen. Denn viele Hausbesitzer haben nach wie vor noch kein Interesse an Smart-Home-Technik. Das zeigen jedenfalls Umfragen wie etwa von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft „co2online“ für die Kampagne „Mein Klimaschutz“ des Bundesumweltministeriums. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) aller Befragten wollen demnach noch gar keine Smart-Home-Geräte nutzen. „Die Umfragen zeigen, dass vielen Verbrauchern das Sparpotenzial durch Digitalisierung noch immer nicht bewusst ist“, sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. „Vor allem beim Heizen können Smart-Home-Geräte helfen, die Kosten und den CO2-Ausstoß zu senken.“

Dafür müssen es nicht gleich die großen Anlagen von LG und Panasonic sein. Zahlreiche Hersteller bieten auch kleine Lösungen zum Nachrüsten an, darunter smarte Adapter für Heizkörper. Der Funktionsumfang variiert jedoch stark: Günstige Geräte lassen sich zumeist per Klick auf dem Smartphone steuern. Hochpreisige Komponenten bieten einen umfangreichen adaptiven Modus. Die Thermostate sind beispielsweise mit Sensoren an den Fenstern vernetzt oder prüfen anhand der Standortfunktion von Smartphones, ob die Bewohner noch im Haus sind, um die Heizleistung automatisch anzupassen.

Im August hat sich die Stiftung Warentest die smarten Heizkörperthermostate angeschaut. Zu den besten Geräten gehören die Steuerungselemente von Bosch, der Telekom und Homeatic IP. Testsieger und zugleich günstigster Anbieter war das Modell der Marke Fritz von AVM. Hier lagen die Kosten zur Umrüstung für einen Modellhaushalt bei 425 Euro. Der Heizkörperregler lässt sich per Smartphone steuern, außerdem können Hausbewohner ein Zeitprogramm einstellen. Für das erste Quartal 2020 hat AVM zudem eine neue Smart-Home-App angekündigt, die die Steuerung übersichtlicher gestalten soll. Bislang müssen Kunden die Fritz-Geräte über die bisherige App oder das Menü des Festnetztelefons anwählen.

Smarte Thermostate sind nach zwei Jahren rentabel

Mit smarten Thermostaten an Heizkörpern lassen sich bei 110 Quadratmetern Wohnfläche im Schnitt immerhin etwa 135 Euro pro Jahr sparen und 450 Kilogramm CO2 vermeiden.  Das zeigen Berechnungen des Bundesumweltministeriums. Um diese Menge CO2 zu kompensieren, wären 36 Bäume nötig. Der Wechsel von herkömmlichen zu smarten Thermostaten kann sich bei durchschnittlichen Anschaffungspreisen innerhalb von zwei Jahren rentieren.

Sorgen macht vielen Verbrauchern aber der Datenschutz und die Sicherheit. Unternehmen könnten nicht nur wertvolle Daten zum gesamten Lebensstil der Hausbewohner sammeln und womöglich verkaufen. Weil die Geräte miteinander vernetzt sind, lässt sich sensible Infrastruktur wie die Energieversorgung des Hauses theoretisch auch von außen angreifen. Die Hersteller wissen das – und versuchen die Sicherheitsrisiken zu minimieren. Beim österreichischen Anbieter von Gesamtlösungen, Loxone, steuert etwa ein zentraler Miniserver im Haus die Beschattung und Heizungssteuerung. Smartphone und Tablet kommunizieren ausschließlich mit dem zentralen Gerät, auch die anfallenden Daten werden auf dem Miniserver gespeichert und nicht in einer Cloud abgelegt. Das gilt aber nur solange, wie keine Geräte oder Anwendungen von externen Anbietern eingebunden werden. Kompatibilität und Sicherheit: Das lässt sich derzeit nur schwer vereinbaren.

Tech-Konzerne punkten mit Sprachsteuerung

Vor allem an den Großen scheint es langfristig kaum ein Vorbeikommen zu geben. US-Konzerne wie Google, Apple und Amazon bieten mittlerweile eine eigene App an, die wiederum die Funktionen einiger Hersteller-Apps und deren Geräte bündeln. Die Luft-Wasser-Wärmepumpen von LG und Panasonic lassen sich ebenso einbinden wie zahlreiche Lösungen zum Nachrüsten. Apples Home Kit akzeptiert heute mehr als 30 verschiedene Thermostate und fünf Jalousiemodelle. Ähnlich viele Geräte zur Energiesteuerung unterstützt auch Amazon. Und Google Home ist derzeit mit mehr als zehn Anwendungen anderer Anbieter kompatibel.

Der Grund für die Bereitschaft der Hersteller, sich gegenüber den US-Firmen zu öffnen, dürfte vor allem in der Spracherkennung liegen. Denn Tech-Konzerne wie Google, Apple und Amazon haben es mit ihren Sprachboxen bereits in zahlreiche Wohnzimmer geschafft. Lassen sich externe Smarthome-Geräte auch per Sprachbefehl steuern, haben Hersteller schließlich ein weiteres Verkaufsargument. von Laurin Meyer

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Heizung & Warmwasser
news-6588 Mon, 09 Sep 2019 08:26:00 +0200 Bafa erhöht Gebühren für Effizienzexperten https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bafa-erhoeht-gebuehren-fuer-effizienzexperten-6588.html Energieberaterinnen und Energieberater, die staatlich geförderte Beratung anbieten wollen müssen sich in der von der Deutschen Energieagentur (Dena) verwalteten Energieeffizienzexpertenliste eintragen lassen. Das wird ab Oktober teurer. Der Energieberaterverband GIH lehnt das ab. Die Begründung der Dena: Man habe die Services erweitert, der Bearbeitungs- und Prüfungsaufwand solle künftig kostendeckend gestaltet werden.

Jetzt gibt es modulare Beiträge, die den Aufwand abbilden sollen. Themenverwandte Eintragungskategorien sind in Modulen zusammengefasst: Modul 1 für  Wohngebäude umfasst Energieberatung für Wohngebäude (BAFA),  Energieeffizient Bauen und Sanieren – Wohngebäude (KfW). Zu Modul 2 für Nichtwohngebäude gehören Energieberatung im Mittelstand (BAFA), Energieberatung für Kommunen (BAFA) und Energieeffizient Bauen und Sanieren - Nichtwohngebäude (KfW).

Wer sich in Kategorien aus beiden Modulen in die Liste eintragen lässt, wird in beiden Suchen der Expertenliste eingetragen und kann sowohl von Privaten als auch von Unternehmen und Kommunen gefunden werden.

Neu sind die Trennung in Eintragungsbeitrag und Jahresbeitrag pro Modul.

Die einmalige Eintragung in die Liste kostet pro Modul 100 Euro. Eine Eintragung über Gebäudereferenzen kostet in der neuen Beitragsstruktur einmalig 200 Euro. Die Prüfung von Referenzen ist für die Dena zeitaufwändiger als die Prüfung von Weiterbildungszeugnissen. Die Kosten für diesen erhöhten Prüfaufwand sollen nicht von allen getragen werden. Sie sollen stattdessen stärker auf diejenigen entfallen, die diese Möglichkeit in Anspruch nehmen und damit im Regelfall auch die Kosten für eine Weiterbildung sparen können. 

Der Sockelbetrag für die Eintragung liegt bei 70 Euro. Pro Modul fallen zusätzlich 50 Euro im Jahr an. Nebenadressen kosten zukünftig 10 Euro im Jahr.

Wer nur für ein Modul eintragen ist, zahlt 70 Euro Sockelbeitrag und 50 Euro für ein Modul, insgesamt also 120 Euro. Bei zwei Modulen sind es 170 Euro.

Für den Energieberaterverband GIH  ist "der Mehrwert derzeit nicht erkennbar", so der Vorsitzende Jürgen Lepppig. Wichtig sei dem GIH insbesondere, dass die Plattform für Energieexperten nicht aufgeweicht werde. Das Bundeswirtschaftsministerium plant, dass Handwerksmeister, die keine Energieberaterprüfung nach EnEV § 21 gemacht haben zukünftig KfW-Einzelmaßnahmen in ihrem Gewerk unterzeichnen dürfen. Dies lehnt der GIH  ab. von Pia Grund-Ludwig

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Finanzierung
news-6590 Sun, 08 Sep 2019 09:38:00 +0200 Grüne fordern Reduzierung der EEG-Rabatte https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/gruene-fordern-reduzierung-der-eeg-rabatte-6590.html Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik vün Bündnis 90/Die Grünen hat die Bundesregierung nach den eingegangenen Anträgen von Unternehmen auf Befreiung oder Reduzierung der EEG-Umlage für 2020 gefragt. Mehr als 2000 Anträge liegen vor. Wie aus den Anträgen von Unternehmen hervorgeht, soll weiterhin jede fünfte Kilowattstunde in Deutschland von der EEG-Umlage ganz oder teilweise befreit werden. Die insgesamt betroffene Strommenge liegt wie im vergangenen Jahr bei rund 120 Terawattstunden. Das entspricht einem Fünftel des gesamten Bruttostromverbrauchs in Deutschland.

Zu den privilegierten Unternehmen gehören neben zahlreichen Betrieben der Grundstoffindustrie unter anderem auch Schlachtereien und fleischverarbeitende Unternehmen, Futtermittelhersteller, Kartoffelverarbeitungsbetriebe, Hersteller von Plastikverpackungen, Molkereien, Großbäckereien, Süßwaren- und Getränkehersteller.

"Die Kosten für die Strom-Subventionen brummt die Bundesregierung den übrigen Stromverbrauchern auf. Privathaushalte, Gewerbetreibende und nicht bevorzugte Unternehmen bezahlen jedes Jahr allein rund 4,5 Milliarden an EEG-Umlage für die privilegierten Betriebe" kritisiert Verlinden. Vergünstigungen sollen nur Branchen erhalten, die tatsächlich im internationalen Wettbewerb stehen. "Diese Industriesubventionen könnten zudem aus dem Steuerhaushalt beglichen werden. Das würde mehr Kostengerechtigkeit und eine Entlastung der übrigen Stromverbraucher bedeuten", so Verlinden weiter. Quelle: Bündnis 90 / Die Grünen / pgl

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Solarenergie
news-6595 Sat, 07 Sep 2019 07:49:00 +0200 Akademie-Projekt hält CO2-Preis für notwendig https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/akademie-projekt-haelt-co2-preis-fuer-notwendig-6595.html Fachleute des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) haben Leitlinien für ein effizientes und effektives Marktdesign entwickelt. Sie stellen fest: Eine umfassende CO2-Bepreisung ist dafür ein erster notwendiger Schritt. Gleichzeitig gilt es, Verzerrungen abzubauen, die heute einen effizienten Klimaschutz verhindern. Die gute Nachricht: beides lässt sich verbinden. Deutschland soll in 30 Jahren annähernd treibhausgasneutral sein. Mit welchen Maßnahmen dieses Ziel erreicht werden soll, will das Klimakabinett am 20. September beschließen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Projekts „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) empfehlen der Bundesregierung, eine umfassende und wirksame CO2-Bepreisung als zentrales klimapolitisches Instrument zur Reduktion von Treibhausgasemissionen einzuführen – verbunden mit einer Reform des Systems an Steuern, Abgaben und Umlagen. Zu diesem Schluss kommt eine Arbeitsgruppe des von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften initiierten Projekts. 

Die Fachleute nennen Kriterien für ein geeignetes Marktdesign der Energiewende: Erstens sollten Marktakteure alle Kosten tragen, die sie verursachen – dazu gehören insbesondere externe Effekte wie Umweltschäden, die Klima und Gesellschaft belasten. Zweitens sollte das Marktdesign einen unverfälschten Wettbewerb aller Energieträger ermöglichen. Dafür müssen Wettbewerbsverzerrungen, die momentan zu Wohlfahrtsverlusten führen, abgebaut werden. Denn heute sind die Energieträger sehr unterschiedlich mit Steuern, Abgaben und Umlagen belastet.

CO2-Preis schafft doppelte Dividende

Felix Müsgens, Professor für Energiewirtschaft an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und Co-Leiter der ESYS-Arbeitsgruppe, erklärt die Vorteile einer umfassenden CO2-Bepreisung: „Ein CO2-Preis belastet Energieträger wie Heizöl, Erdgas, Diesel und Benzin nach ihrem CO2-Gehalt. Dadurch verbessert sich die Wettbewerbsposition klimaschonender Technologien, und die Klimaschutzziele werden effizient erreicht. Gleichzeitig können die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung genutzt werden, um das System an Steuern, Abgaben und Umlagen so zu reformieren, dass Verzerrungen abgebaut werden. Wir können also durch gutes Marktdesign im Klimaschutz eine doppelte Dividende für die Gesellschaft erzielen.“

Je mehr Emissionen mit demselben Preis belegt werden, desto effizienter können Treibhausgasemissionen vermieden werden. Daher sollte der CO2-Preis nicht nur alle Sektoren umfassen, sondern idealerweise auch möglichst viele Länder. Ein weiterer Vorteil einer globalen Bepreisung ist, dass die Kosten für CO2-Emissionen weltweit in Produktionskosten einfließen würden, sodass Unternehmen aus Deutschland und Europa keine Wettbewerbsnachteile fürchten müssten – die Gefahr des Carbon Leakage wäre gebannt. Da eine globale Lösung Zeit braucht, sollte sich die Bundesregierung zunächst für eine europaweite CO2-Bepreisung einsetzen. Die ESYS-Fachleute schlagen vor, das Europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS) bis 2030 auf die Sektoren Wärme und Verkehr auszuweiten. Um die Nachteile dieses Systems wie Preisschwankungen auszugleichen und Investoren Sicherheit zu bieten, könnte die EU einen Mindestpreis im EU-ETS einführen.

Als Zwischenlösung bis 2030 rät die ESYS-Arbeitsgruppe der Bundesregierung, noch in dieser Legislaturperiode mit Partnerländern eine strategische Klimaschutz-Allianz zu bilden. Möchte Deutschland schon im Vorfeld einen nationalen CO2-Preis einführen, skizzieren die Fachleute drei Optionen: Die Regierung kann das EU-ETS national auf die Sektoren Wärme und Verkehr ausweiten, einen zusätzlichen Emissionshandel in Deutschland oder eine CO2-Steuer einführen.

Energiesteuerreform: EEG-Umlage senken, Stromsteuer kürzen

Die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung erhöhen die Effizienz, indem mit ihnen Steuern, Abgaben und Umlagen ersetzt werden können, die heute einzelne Energieträger zu stark belasten. Davon profitiert auch die Sektorenkopplung, und Haushalte werden entlastet. Um grünen Strom zum Heizen und im Verkehr nutzen zu können, muss der Strompreis sinken. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schlagen vor, die EEG-Umlage deutlich zu reduzieren und die Stromsteuer auf das europäisch festgelegte Mindestmaß zu kürzen. Quelle: Acatech / pgl

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Finanzierung