enbausa.de - Energetisch Bauen und Sanieren https://www.enbausa.de/ Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen de-DE EnBauSa Wed, 19 Dec 2018 17:27:35 +0100 Wed, 19 Dec 2018 17:27:35 +0100 TYPO3 EXT:news news-6217 Wed, 19 Dec 2018 11:27:02 +0100 Energieverbrauch ist 2018 deutlich gesunken https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/energieverbrauch-ist-2018-deutlich-gesunken-6217.html Der Energieverbrauch in Deutschland ist 2018 deutlich zurückgegangen. Nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen sank der Verbrauch gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent auf 12.900 Petajoule (PJ) beziehungsweise 440,2 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten. Damit liegt der Energieverbrauch in Deutschland auf dem niedrigsten Niveau seit Anfang der 1970er Jahre. Da die Verbrauchsrückgänge alle fossilen Energieträger betreffen, Zuwächse dagegen nur bei den erneuerbaren Energien zu verzeichnen sind, geht die AG Energiebilanzen von einem Rückgang bei den energiebedingten CO2-Emissionen in einer Größenordnung von reichlich 6 Prozent aus.

Für den geringeren Energieverbrauch in Deutschland macht die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen vor allem die gestiegenen Preise, die milde Witterung sowie Verbesserungen bei der Energieeffizienz verantwortlich. Die verbrauchssteigernde Wirkung der Faktoren Konjunktur und Bevölkerungszuwachs traten dagegen 2018 in den Hintergrund. Ohne den verbrauchssenkenden Einfluss der milden Witterung hätte der Verbrauch um knapp 4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres gelegen. Quelle: AGEB / pgl

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Finanzierung
news-6214 Wed, 19 Dec 2018 07:20:00 +0100 DESAX zeigt mehr Interesse an Heizungen https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/desax-zeigt-mehr-interesse-an-heizungen-6214.html Das Interesse an der Sanierung von Heizungen blieb auch im November überraschend hoch. Das zeigen die Daten des Deutscher Sanierungsindex DESAX. In den Segmenten Dach und Dämmung ließ das Interesse trotz der milden Witterung nach. Der Indexwert für den Austausch oder die Modernierung von Heizungen lag im November bei Heizung: 237 (Oktober: 260). Im Vorjahr war der Wert mit 252 Punkten noch besser.

2017 stieg das Interesse zum Jahresende in allen drei Segmenten noch einmal an. Das ist 2018 nicht der Fall. In den beiden anderen vom Index erfassten Bereichen "Dach & Dämmung" sowie "Fenster" sanken die Werte deutlich. Der Wert für Dächer und Dämmungen fiel auf 111 (Oktober: 122). Im Vorjahr waren es 152 Punkte. Der Wert für die Anfragen zur Fenstersanierung ging von 62 auf 53 Punkte ebnfalls erneut zurück. Hier liegen die Werte seit Mitte des Jahres sogar unter 100, dem Referenzwert aus dem Jahr 2012.

Der Deutsche Sanierungsindex DESAX wird von EnBauSa.de und "Dämmen und Sanieren" herausgegeben. Er soll für Transparenz im Sanierungsmarkt sorgen. Ein Indexwert von 100 bedeutet, dass im Durchschnitt genauso viele Anfragen eingegangen sind wie bei der Gründung des Index' im Jahr 2012. Die Auswertung und Veröffentlichung erfolgt monatlich. pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6209 Tue, 18 Dec 2018 08:07:00 +0100 Branchenstudie sieht „Wärmepumpenlücke“ https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/branchenstudie-sieht-waermepumpenluecke-6209.html Die in Berlin vorgestellte BWP-Branchenstudie 2018 ist die erste mit einem Horizont bis 2050. Sie prognostiziert für jenes Jahr einen Bestand von 3,7 bis 8,7 Millionen Wärmepumpen – je nach Rahmenbedingungen. Mindestens 16 Millionen Wärmepumpen für nötig halten jedoch dann die an den Klimazielen ausgerichteten Studien von BDI, Agora Energiewende und Dena. Die Differenz bezeichnet der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) als „Wärmepumpenlücke“. Als allgemeine Ziele nennt die – nunmehr fünfte – Branchenstudie, Wärmepumpen müssten „zum Standardheizsystem“ werden; die Modernisierungsquote müsse „deutlich ansteigen", so BWP-Geschäftsführer Martin Sabel. Und eine stärkere Integration von Wärmepumpen in Wärmenetze wird gefordert. Als „mögliche Lösung“ wird eine „grundlegende CO₂-Besteuerung“ genannt, und wie schon bei früheren Gelegenheiten wurde beim Pressegespräch mehrfach ein zu hoher Preis für Wärmepumpenstrom kritisiert – genauer: „das Energiepreisgefüge: der außerordentlich hoch mit Steuern und Abgaben belastete Strompreis und gleichzeitig die niedrigen Preise für fossile Brennstoffe“, so BWP-Geschäftsführer Martin Sabel.

Sehr konkret war Sabel bei den aktuellen Marktdaten. „Im vergangenen Jahr haben wir 78.000 Heizungswärmepumpen abgesetzt.“ Das sei „in den vergangenen zwei Jahren eigentlich eine ganz positive Entwicklung von plus 17 Prozent“ – und zwar 17 Prozent jeweils pro Jahr. Erfreulich für den Verband ist nach der Studie auch das laufende Jahr: „Im ersten Halbjahr konnten die Verkaufszahlen um 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen.“ Bei der Art der Systeme gab es eine Verschiebung weg von der Erdwärmepumpe. „Der Trend hat sich eingependelt bei einem Drittel Erdwärmepumpen und zwei Drittel Luftwärmepumpen.“ Letztere seien effizienter und im Markt bekannter geworden; der Absatz verlagere sich zudem vom Sanierungs- ins Neubausegment, was Luftwärmepumpen begünstigt.

Als weiteren Grund für die Verschiebung nannte Martin Sabel die Standortsuche nach einem Atommüll-Endlager. Um nicht Standorte „vorzeitig zu entwerten“ – dadurch, dass man dort Erdwärmebohrungen niederbringt –, müsse eine Kommission jeden Bohr-Antrag, der über 100 Meter tief reichen soll, erst einmal freigeben. Das habe sich nach nunmehr einem Jahr „einigermaßen eingespielt“, aber die Verzögerung liege immer noch bei „drei bis vier Wochen“, und „bis wir diese Gebiete eingegrenzt haben, werden bestimmt noch fünf bis zehn Jahre ins Land gehen.“

Großer Unterschied zwischen den beiden Szenarien

Für ihre Prognose haben die Autoren zwei Szenarien erstellt. Bei Szenario 1 „bleiben die Rahmenbedingungen genau so, wie sie derzeit sind“ – abgesehen von beschlossenen Maßnahmen wie dem Auslaufen der EEG-Vergütung. Im Ergebnis steigt der Wärmepumpenabsatz um jährlich drei bis fünf Prozent, „so dass wir am Ende in 2050 bei einem jährlichen Absatz von 200.000 Wärmepumpen landen würden.“

Für Szenario 2 wurden günstigere Rahmenbedingungen vorausgesetzt: „steuerliche Abschreibungen; bessere Förderung; den Energieträger Strom zu entlasten; das Energiepreissystem auf CO₂-Emissionen umzustellen; variable Strompreise einzuführen.“ Und zwar „ein bisschen versetzt und gestaffelt.“ Außerdem nimmt man hier ab dem Jahr 2025 das Effizienzhaus 55 und ab 2035 das Effizienzhaus 40 als Neubaustandard an. Der Schub ist beträchtlich, „so dass wir am Ende dann bei einem Absatz von 500.000 Wärmepumpen pro Jahr liegen.“

Doch auch dann klafft sie, die „Wärmepumpenlücke“, und zwar nicht erst im Endjahr 2050, sondern schon 2030. Sabel: „Wir brauchen – wenn wir einigermaßen auf dem Pfad bleiben wollen, um die Klimaziele zu erreichen –, knapp vier Millionen Wärmepumpen. Das heißt, wir müssen in den nächsten zehn Jahren drei Millionen Wärmepumpen zubauen; wir müssten unseren Absatz ab dem nächsten Jahr sozusagen vervierfachen.“

„Investieren in die heimische Wirtschaft oder Strafzahlung“

Aber was passiert, „wenn wir so weitermachen wie bisher?“ Der BWP-Geschäftsführer berief sich auf ein Studie der Agora Energiewende, nach der dann CO₂-Emissionszertifikate fehlten und zugekauft werden müssten: „Wir werden die Zertifikate in anderen Ländern kaufen müssen. Insgesamt kann sich das bis 2030 auf bis zu 60 Milliarden Euro summieren.“ Diesen Punkt griff auch Clemens Dereschkewitz auf, Geschäftsführer des Herstellergruppe Ait-Deutschland und BWP-Vorstand. Er nannte die beiden Alternativen: „Zahle ich Geld als Strafzahlung, indem ich in Bulgarien CO₂-Zertifikate kaufe – oder investiere ich in eine heimische Wirtschaft?“

An der Produktionskapazität, so Dereschkewitz, soll es jedenfalls nicht mangeln: „Wir haben heute eine Industrie, die in der Lage ist, pro Jahr zwischen 300.000 und 600.000 Wärmepumpen in Deutschland zu produzieren.“ Auch beim Handwerk sei es nur eine Frage der Schulung. Von den 50.000 Sanitär- und Heizungsbetrieben arbeiteten „nur maximal 5.000“ derzeit regelmäßig mit Wärmepumpen. „Also haben wir 45.000 Heizungsbetriebe, die heute noch schwerpunktmäßig Gas und Öl machen, und die in der Zukunft Wärmepumpen machen müssten.“ Alle namhaften Hersteller hätten Akademien; „die schleusen so zwischen 3000 und 5000 Installateure pro Jahr durch.“ Zudem „verzeihen frequenzgeregelte Wärmepumpen einiges mehr“. Man brauche sie „nicht ganz so genau auslegen wie früher, als es noch „On-off“-Maschinen gab.“

Der Neubau verzeiht mehr

Letzteres bestätigte Marek Miara, der am Fraunhofer ISE seit 15 Jahren Wärmepumpen untersucht. Er differenzierte allerdings nach Alt- und Neubau. Im Altbau müsse man sich schon „ein bisschen anstrengen, keine großen Fehler zu machen.“ Es reiche aber, wenn man alles nur durchschnittlich macht, um „die Einsparungen, zu erreichen, die man erwarten kann.“ Der Neubau verzeihe mehr: „Auch wenn bei der Installation kleine Fehler macht; auch wenn man keine besonders gute Wärmepumpe kauft, erreicht man die Einsparungen.“

Dennoch zeige die allerneuste Auswertung der laufenden Feldtests bis September 2018 kaum Unterschiede bei den jeweils niedrigsten Jahresarbeitszahlen. „Jeder erwartet, dass die Ergebnisse im Altbau in jeder Beziehung schlechter sein sollten als im Neubau, und zwar deutlich schlechter.“ Es habe sich aber gezeigt, dass es nicht so sei. Neben der erwähnten Frequenzregelung und der Tatsache, dass auch im Bestand manche Gebäudehülle bereits saniert sei – nur so sei eine Jahresarbeitszahl von 4,0 bei einer Luftwärmepumpe erreichbar – gelte: „Auch wenn es an ein paar Tagen des Jahres richtig kalt wird: Im Schnitt, über ein Jahr gesehen, ist die Effizienz der Wärmepumpe doch ziemlich gut.“

Der Mittelwert bei Luft-Anlagen sei, so Miara, nach der aktuellen Auswertung eine Jahresarbeitszahl von 3,0. „Damit erreichen wir ungefähr 37 Prozent CO₂-Emissionseinsparung“, verglichen mit einem typischen Erdgaskessel. Die Grenze, ab der CO₂ eingespart werde, sei beim heutigen Strommix eine Jahresarbeitszahl von 1,9. Verschiebt sich der Mix hin zu den erneuerbaren Quellen, werde zum Beispiel „ungefähr 2020“ eine Emissionseinsparung schon ab Jahresarbeitszahl 1,4 erreicht.  Von Alexander Morhart

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Heizung & Warmwasser
news-6206 Mon, 17 Dec 2018 07:16:00 +0100 "Grundsteuer muss Objektsteuer bleiben" https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/grundsteuer-muss-objektsteuer-bleiben-6206.html In der aktuellen Debatte um Änderungen der Grundsteuer fordert die Immobilienwirtschaft Aufkommensneutralität, Administrierbarkeit und Verfassungskonformität. „Die Grundsteuer ist eine der wichtigsten Finanzierungsquellen für Kommunen. Jegliche Reform sollte daher auf Aufkommensneutralität, Administrierbarkeit und Verfassungskonformität ausgelegt sein. Sonst droht die Steuer wegzufallen“, erklärt Hans Volkert Volckens, Vorsitzender des Ausschusses Steuern des Zentralen Immobilien Ausschuss, des Wirtschafdtsverbands der Immobilienbranche. Für den weiteren Dialog mit sämtlichen Beteiligten hat der ZIA zehn Thesen entwickelt, die als Grundlage für die Grundsteuer-Reform aus Sicht der Immobilienwirtschaft zu beachten sind.

„Es bringt nichts, ein Modell einzuführen, das auf den ersten Blick sozial gerecht sein soll, auf den zweiten Blick aber zu einer Überlastung der Behörden und finanziellen Überforderung etwa von Mietern in angespannten Wohnungsmärkten führt. Zudem ist es illusorisch, ein kompliziertes bewertungsabhängiges Modell ab spätestens Ende 2024 anwenden zu können. Wir sollten auf Einfachheit, Transparenz und Ausgewogenheit setzen.“

Aus diesem Grund setzt sich der Verband für die Einführung eines Flächenmodells zur Berechnung der Grundsteuer ein. Dieses berücksichtigt die Grundstücks-, Wohn- und Nutzfläche. „Sämtliche dafür benötigten Daten liegen vor. Die Berechnung wäre simpel und auch aus Steuerzahlersicht nachvollziehbar“, meint Volckens. Zudem treffe das Flächenmodell den Kern der Grundsteuer als Objektsteuer.

Aus der SPD kommen dazu andere Vorstellungen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz wollte Wertkomponenten einführen wie das Baualter, die Wohnfläche und der Bodenrichtwert. Das könnte zu Steigerungen in den Städten führen. Der SPD-Finanzpolitiker Carsten Schneider hatte gefordert, dass die Grundsteuer nicht mehr auf die Mieter umgelegt werden soll. Eigentümer profitierten von steigenden Mieten. pgl

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Finanzierung
news-6212 Sat, 15 Dec 2018 07:24:00 +0100 Bundesrat verschärft Mietpreisbremse https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bundesrat-verschaerft-mietpreisbremse-6212.html Der Bundesrat hat eine Verschärfung der Mietpreisbremse gebilligt. Danach gelten für Vermieter künftig neue Auskunftspflichten, die das Umgehen der Mietpreisbremse schwieriger machen. Außerdem wurde die Modernisierungsumlage gesenkt. Vermieter müssen künftig vor Vertragsabschluss unaufgefordert und schriftlich darüber informieren, ob eine Ausnahme von der Mietpreisbremse vorliegt. Ansonsten können sie sich nicht darauf berufen. Außerdem erleichtert das Gesetz das Vorgehen gegen zu hohe Mieten: Künftig reicht eine einfache Rüge, um zu viel gezahlte Miete zurückzuverlangen. Der Mieter muss nicht mehr darlegen, warum die verlangte Miete seines Erachtens zu hoch ist.

Auch bei der Modernisierungsumlage gibt es Verbesserungen für Mieter. So können Vermieter künftig nur noch acht Prozent auf die Miete umlegen - derzeit sind es noch elf Prozent. Laut Gesetzesbeschluss wird diese Regelung bundesweit gelten und nicht, wie im Regierungsentwurf vorgesehen, nur in Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt. Hierfür hatte sich insbesondere auch der Bundesrat im Gesetzgebungsverfahren ausgesprochen. Neu ist auch die Geltung einer absoluten Kappungsgrenze bei der Mieterhöhung nach Modernisierung: So darf der Vermieter die Miete um nicht mehr als drei Euro pro Quadratmeter Wohnfläche innerhalb von sechs Jahren erhöhen.

Um das so genannte Herausmodernisieren von Mietern zu unterbinden, wird es künftig als Ordnungswidrigkeit mit einer hohen Geldbuße bestraft. Ein missbräuchliches Modernisieren wird laut Gesetz beispielsweise dann vermutet, wenn sich die Monatsmiete mit der angekündigten Mieterhöhung mindestens verdoppelt.

Der Bundespräsident muss das Gesetz noch unterzeichnen, bevor es im Bundesgesetzblatt verkündet werden kann. Es soll einen Monat später in Kraft treten. Quelle: Bundesrat Kompakt / pgl

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Finanzierung
news-6211 Fri, 14 Dec 2018 07:33:00 +0100 Spacer sichert mehr Transparenz für Isolierglas-Fassaden https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/spacer-sichert-mehr-transparenz-fuer-isolierglas-fassaden-6211.html Sedak zeigt auf der Bau 2019 Isoliergläser mit gläsernen Abstandshaltern. So lösen die Gersthofener die sonst typischen Stoßfugen optisch auf. Statt der konventionellen bis zu vier Zentimeter breiten schwarzen Fuge kommt an zwei sichtbaren Seiten ein „Glas-Spacer“ zum Einsatz. Im Ergebnis entsteht ein nahezu unterbrechungsfreies Gesamtbild mit maximaler Transparenz. Ein Jahr lang tüftelte Sedak an der zeitgemäßen Lösung, um dem eigenen Qualitätsversprechen gerecht zu werden – denn hinter der simpel klingenden Lösung steht aufwändige Forschung.

Bereits vor 25 Jahren gab es erste Versuche in der Glasindustrie, Isoliergläser mit einem Abstandshalter aus Glas zu bauen. Dabei wurden einige wenige Projekte realisiert, die nun sanierungsbedürftig sind. Vor diesem Hintergrund begann Sedak zu forschen.

Das Ergebnis: Die Gebäude können jetzt mit Isoliergläsern ausgestattet werden, die nicht nur die Qualitätsansprüche in Verarbeitung und Optik erfüllen, sondern auch über zeitgemäße Ug-Werte verfügen. Luftdicht verschließt ein Spezialklebstoff den Zwischenraum und hält so das Gas dauerhaft im Scheibenzwischenraum. So werden alle erforderlichen Dämmwerte langfristig erfüllt und die Glas-zu-Glas-Fuge ist kaum sichtbar.

An den beiden sichtbaren Kanten der Gläser wird der transparente Abstandshalter eingesetzt. An den Stoßfugen zweier Gläser verbinden sich dann zwei Glas-Spacer zu einer optisch aufgelösten Fuge. In den Lagerfugen, die nach der Montage in der Haltekonstruktion nicht sichtbar sind, kommt ein konventioneller Randverbund für Isolierglas zum Einsatz, der den Scheibenzwischenraum trocken hält. Quelle: Sedak / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6204 Thu, 13 Dec 2018 07:58:00 +0100 Erste Frist für Baukindergeld läuft ab https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/erste-frist-fuer-baukindergeld-laeuft-ab-6204.html Die erste Frist für das Baukindergeld läuft Ende Dezember ab. Bauherren, die vor dem 18. September 2018 eingezogen sind, müssen den Antrag bis zum 31. Dezember 2018 stellen. Für alle anderen gilt eine Frist von drei Monaten nach Einzug. Baukindergeld ist ein Zuschuss vom Staat, der nicht zurückgezahlt werden muss. Es gibt 1.200 Euro je Kind bis 18 Jahre und pro Jahr. Der Zuschuss wird zehn Jahre lang ausgezahlt. Geld gibt es beim Bau oder Kauf einer Immobilie zur Selbstnutzung in Deutschland zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020. Bei Neubauten gilt das Datum der Baugenehmigung. Die Einkommensgrenze liegt bei 75.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen pro Jahr, pro Kind erhöht sich diese Grenze um 15.000 Euro.

Das Baukindergeld ist umstritten. Wirtschaftsexperten warnen vor Mitnahmeeffekten und einem Weiterdrehen der Preisspirale. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) kritisiert, dass auch Bauherren aus der Gruppe der einkommensstärksten zehn Prozent aller Haushalte förderberechtigt sind. Die Experten kritisieren außerdem die zeitliche Begrenzung. Die erhöhe den Druck in einer Zeit steigender Preise. Sie raten eher zu einer Stärkung des Eigenkapitals. pgl

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Finanzierung
news-6208 Thu, 13 Dec 2018 07:06:00 +0100 "Das Energiesammelgesetz hat die PV-Branche überrumpelt" https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/das-energiesammelgesetz-hat-die-pv-branche-ueberrumpelt-6208.html Das Energiesammelgesetz hat die PV-Branche gründlich aufgemischt. Oliver Beckel, Director Public Affairs von Q Cells, erklärt im EnBauSa-Interview, wie er das Gesetz einschätzt und wo beim Mieterstrom nachgebessert werden sollte. Außerdem erläutert er, wo er wichtige Stellschrauben im PV-Markt sieht. Was bedeutet das Energiesammelgesetz für Sie?

Zunächst war das Gesetz für die ganze Branche eine Überraschung und hat sie überrumpelt, sowohl das Ausmaß der Kürzungen von bis zu 20 Prozent in manchen Marktsegmenten als auch die Kürze der Ankündigung. Wir haben im Oktober erfahren, dass diese Kürzungen bereits im Januar greifen sollen. Für die Installateure war das eine harte Nuss, sie mussten Projekte, die im ersten Quartal 2019 abgeschlossen werden sollten, 2018 abwickeln, um noch unter dem alten Förderregime abschließen zu können. Das hat sich aber im Laufe der Verhandlungen entschärft.

Es gab also Vorzieheffekte bei PV-Installationen?

Auf jeden Fall. Wir als Hersteller haben deutlich gespürt, dass es eine starke Modulnachfrage gab, deutlich stärker als in den Vormonaten.

Konnten Sie die Nachfrage so kurzfristig komplett bedienen?
Die Module der höchsten Leistungsklasse haben sich sehr gut verkauft, teilweise mussten wir in Projekten auf Module niedrigerer Leistungsklassen ausweichen.

Sie sprachen davon, dass das Energiesammelgesetz im Laufe der Verhandlungen angepasst wurde. Was wurde konkret verändert?

Der Bereich, den es am härtesten getroffen hatte, waren die kommerziellen Aufdachanlagen von 40 bis 750 Kilowatt Peak. In diesem Segment waren Kürzungen von 20 Prozent geplant, das wurde deutlich verringert, dort ist man jetzt bei 11 Prozent. Die Übergangsfrist ist bis April 2019 verlängert worden und außerdem gibt es eine graduelle Absenkung.

Bedeutet das, dass es weitere Vorzieheffekte geben wird?

Es kann schon sein, dass das zweite Quartal 2019 etwas ruhiger wird als es sonst geworden wäre.

Wie bewerten Sie die Änderungen beim Mieterstrom im Energiesammelgesetz?

Da ist noch Nachbesserungsbedarf. Schon unter dem alten Regime sind Mieterstrom-Projekte nicht gut gelaufen. Der Mieterstromzuschlag sinkt zwar mit der jetzigen Regelung weniger stark als im Kabinettsentwurf vorgesehen. Es sind aber trotzdem leider keine Impulse für Mieterstrom-Projekte zu erwarten.

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind ein Baustein. An welchen technischen Innovationen arbeiten Sie denn, um zu mehr Umsatz zu kommen?

Die Photovoltaik befindet sich auf einem evolutionären Entwicklungspfad. Es gibt keine disruptiven neuen Innovationen, die die Effizienz auf einen Schlag nach oben katapultieren. Wir verbessern uns eher quartalsweise nach und nach in Bezug auf Kosten und Effizienz.

Wo sind da bei den Materialien derzeit Ihre wichtigen Stellschrauben?

Bei den Wafern sind es Reinheitsgrade, das haben wir aber nicht in der Hand, denn Wafer kaufen wir zu. Bei uns selbst ist es insbesondere das Zelldesign, wie die einzelne Zelle aufgebaut und verschaltet ist. Da sind Halbzellenmodule eine unserer wichtigsten Innovationen. Statt 60 Zellen sind 120 Halbzellen verbaut.

Was ist der Vorteil?

Wir haben damit geringere Widerstandsverluste im Modul und einen um fünf Prozent höheren Wirkungsgrad.

Ist für Sie PV an der Fassade ein Thema?

Derzeit nicht. Wir haben kein Produkt im Programm für den Einsatz an der Fassade. Wir sind ein Volumenhersteller, unser wichtigstes Credo ist es, die Stromgestehungskosten zu senken. Fassaden-PV ist ein Nischenmarkt, es sind keine Standardmodule, da sind die Gestehungskosten deutlich höher als bei Aufdachanlagen oder in der Freifläche. Wir nutzen auf dem Dach mehr oder weniger die gleichen Module wie in der Freifläche, da profitieren wir von den Skaleneffekten. Fassadenmodule sind deutlich teurer undhaben geringere Erträge, weil sie heißer werden und somit weniger Strom erzeugen.

Wo sehen Sie für Q Cells neue Absatzchancen?

Wir konzentrieren uns auf Aufdachanlagen auf privaten Wohngebäuden, auf Gewerbeimmobilien und Freiflächen. In Deutschland sehen wir viel Potential im Markt der privaten Endkunden.

Sie haben einen neuen skalierbaren Batteriespeicher angekündigt. Was ist der Vorteil der Skalierbarkeit?

Er eignet sich damit zum einen für Anwender, die nachträglich Speicher nachrüsten wollen, zum anderen können wir ein skalierbares Produkt besser auf Marktbedürfnisse einpassen. Bei der Erstauswahl ist dann eine individuellere Anpassung mit einem Produkt möglich.

Ende 2018 läuft auch die Förderung für Batteriespeicher aus, wie reagieren Sie darauf?

Über 50 Prozent der Anlagen werden aktuell mit Speicher verkauft. Ein großer Teil der Kunden nimmt aber die Speicherförderung aufgrund der Nebenbedingungen nicht in Anspruch. Man muss den Speicher über Kredit finanzieren, der bürokratische Aufwand ist hoch. Der Markt für Batteriespeicher ist ein Segment, der auch ohne Förderung funktioniert.

Die Fragen stellte Pia Grund-Ludwig

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Solarenergie
news-6207 Wed, 12 Dec 2018 10:34:05 +0100 Weltweite Baukonjunktur trübt sich ein https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/weltweite-baukonjunktur-truebt-sich-ein-6207.html Der weltweite Bau-Boom erhält langsam einen Dämpfer – der Konjunkturzyklus der Branche neigt sich nach zehn Jahren dem Ende zu. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Euler Hermes. 2018 verzeichnet die Branche mit +3,5% zwar nochmals einen neuen Wachstumsrekord seit 2008. Allerdings ist dies voraussichtlich der Wendepunkt: Danach trüben sich die Aussichten sukzessive ein mit +3,1% für 2019 sowie einem weiteren Rückgang beim Wachstum in den Folgejahren parallel zur Entwicklung des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP). Einzig gegen diesen langfristigen Trend: Deutschland. Dort ist bisher sowohl beim Boom als auch beim Geschäftsklima in der Branche noch (fast) alles eitel Sonnenschein. „Die deutsche Baubranche ist fast wie ein kleines gallisches Dorf bei Asterix und Obelix, das sich dem allgemeinen Trend widersetzt“, sagt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „2018 ist zwar ein leichter Rückgang beim Wachstum zu beobachten, allerdings wird sich dieser – im Gegensatz zum weltweiten Trend – 2019 voraussichtlich nicht fortsetzen.

Alles deshalb rosarot zu sehen, wäre dennoch gefährlich: Die jüngsten Euler Hermes Daten deuten darauf hin, dass die Zeit vorbei ist, in der sich die Liquidität und Bonität der Branche Jahr für Jahr verbessert haben. Seit Anfang 2018 steigen nach jahrelangem Rückgang die Pleiten im Bausektor in Deutschland wieder an.“ In den letzten zwölf Monaten kam es zu 3.365 Insolvenzen in der deutschen Baubranche. Das ist noch ein leichter Rückgang um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahrszeitraum. Seit Jahresbeginn 2018 waren es jedoch 2.305 Pleiten, was einen Anstieg um 3 Prozent bedeutet im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2017.

„Die Zahlungsmoral einer Branche ist ebenfalls ein wichtiges Frühwarnsystem, wenn sich eine Trendwende abzeichnet“, sagt Van het Hof. „Noch ist die Zahlungsmoral in der deutschen Baubranche besser als der bundesweite Durchschnitt – aber sie hat sich zuletzt verschlechtert. 2016 erhielten Unternehmen der Baubranche nach durchschnittlich 47 Tagen ihr Geld. 2017 mussten sie schon vier Tage länger warten.“ Der bundesweite Durchschnitt der Zeitspanne zwischen Rechnungslegung und Bezahlung (Days of Sales Outstanding, DSO) über alle Branchen hinweg hat sich im gleichen Zeitraum von 53 Tagen in 2016 auf 54 Tage in 2017 verschlechtert. „Der leichte Rückgang des Wachstums in der deutschen Baubranche von +3,2% im vergangenen Jahr auf +2,9% für 2018 dürfte den negativen Trend bei der Zahlungsmoral und den Insolvenzen im weiteren Jahresverlauf bestätigen“, sagt Van het Hof.

Trotzdem steht laut der Euler Hermes Studie die deutsche Baubranche weiterhin deutlich besser da als ihre weltweiten Pendants. Der private Konsum und Investitionsaktivitäten sind weiterhin positive Treiber ebenso wie die günstigen Finanzierungskonditionen. Ein relativ niedriger Verschuldungsgrad unterscheidet die deutschen Unternehmen von der internationalen Konkurrenz. Bisher hatten die Unsicherheiten durch einen drohenden Handelskrieg sowie das insgesamt leicht eingetrübte Geschäftsklima noch keine negativen Auswirkungen auf die stark auf den nationalen Markt fokussierte Branche. Die weltweite Baubranche hat allerdings zunehmend Probleme. Das Wachstum kühlt sich mit +3,0 P rozentnach zehn Jahren langsam etwas ab in 2019 (2018: +3,5 Prozent). Die Zahlungsmoral ist zudem deutlich schlechter als in Deutschland: Rechnungen in der Baubranche werden im globalen Schnitt erst nach rund 85 Tagen bezahlt (Deutschland: 51 Tage).

„Der leichte Wachstumsrückgang im globalen Bausektor wäre jetzt noch nicht so dramatisch. Allerdings sind die Unternehmen nicht ausreichend auf das Ende des Bau-Booms vorbereitet“, sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe und stellvertretender Chefvolkswirt der Allianz. „Unsere Daten zeigen, dass das durchschnittliche Kreditrisiko der Branche gestiegen ist – obwohl die wirtschaftlichen Bedingungen sich deutlich verbessert haben. Wir sehen eine Verschlechterung in drei Bereichen: Nachfrage, Profitabilität und Liquidität.“ Eine insgesamt global restriktivere Geldpolitik als in den letzten Jahren sowie höhere Zinsen sind ebenfalls keine rosigen Aussichten. Auch die Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums macht sich bemerkbar. Globale Baubranche: Sektor mit den zweithöchsten Risiken weltweit Die Baubranche gehört bei Weltmarktführer Euler Hermes zu den riskantesten Sektoren: Nur der Metallsektor birgt noch höhere Risiken. „Im 3. Quartal 2018 haben wir die Baubranche in zwei Drittel aller Märkte mit erheblichem oder sogar hohem Risiko bewertet“, sagt Subran. „2014 waren es im Vergleich dazu nur halb so viele. Interessant dabei ist vor allem, dass das Branchenrisiko synchron in ganz vielen verschiedenen Teilen der Welt gestiegen ist. Das ist insofern überraschend, als die Baubranche vor allem stark von internen Faktoren im jeweiligen Land beeinflusst wird, vom Konsumverhalten über Zinsen bis hin zu den Staatsfinanzen. Und die waren in den fraglichen Ländern alles andere als synchron.“ Quelle: Euler Hermes / pgl

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Finanzierung
news-6203 Wed, 12 Dec 2018 07:53:00 +0100 Kampagne sorgt für über 7000 neue Heizungen https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/kampagne-sorgt-fuer-ueber-7000-neue-heizungen-6203.html Gaswirtschaft, Gerätehersteller und Handwerk ziehen nach der zweiten Runde der Modernisierungsaktion "Raustauschwochen" eine positive Bilanz: Zwischen März und Oktober 2018 wurden 7.280 veraltete Heizgeräte durch  effizientere Gasheizungen ersetzt. Die Aktion soll auch 2019 fortgeführt und regional ausgeweitet werden. Hausbesitzer, die sich für den Einbau einer neuen Gasheizung entscheiden, erhalten zusätzlich zur staatlichen Förderung, etwa durch das vom Bafa verwaltete Anreizprogramm Energieffizienz oder das KfW-Programm für einzelne Sanierungsmaßnahmen, eine Prämie in Höhe von mindestens 200 Euro. Die Beratung und Koordination übernehmen die teilnehmenden Energieversorger im Aktionsgebiet. Neben Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben 2018 auch Berlin, Brandenburg,Schleswig-Holstein sowie Teile Niedersachsens an den Raustauschwochen mitgewirkt.

Partner der diesjährigen Aktionswochen waren neben dem Handwerk die Gerätehersteller Brötje, Buderus, ELCO, Junkers, MHG, Remeha, Vaillant, Viessmann und Wolf.  Rund 66 Millionen Euro Investitionen wurden während des achtmonatigen Aktionszeitraums ausgelöst. Damit auch Modernisierer aus anderen Teilen Deutschlands an der Aktion teilnehmen können, soll sie im kommenden Jahr auf weitere Bundesländer ausgeweitet werden.

Der reine Heizungstausch ohne die Integration erneuerbarer Energien ist umstritten. Die Gaslobby argumentiert, dass bereits die Effizienzsteigerung durch Brennwert auch ökologisch ein Gewinn sei. Im Moment ist der Tausch für Hausbeistzer auch aufgrund der geringen Gaspreise attraktiv. Preissicherheit über die komplette Zeit des Betriebs gibt es aber nicht. Außerdem bleibt der Brennstoff fossil, auch wenn über Power-to-X und die Integration von Gas aus Erneuerbaren nachgedacht und geforscht wird. pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6201 Tue, 11 Dec 2018 07:14:00 +0100 Herbstforum bilanziert Wärme- und Effizienzwende https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/herbstforum-bilanziert-waerme-und-effizienzwende-6201.html Das Herbstforum Zukunft Altbau ist in Baden-Württemberg mit mehr als 500 Teilnehmern eine zentrale Plattform für Debatten zur Effizienzwende im Gebäudebereich. Mit Kritik an "denen in Berlin" wird dabei traditionell nicht gespart. Helmfried Meinel, Ministerialdirektor im Umweltministerium Baden-Württemberg, fand deutliche Worte der Kritik an der Klimapolitik des Bundes. Der Klimaschutzplan von 2016 greife zu kurz, notwendige Entscheidungen würden immer weiter in die Zukunft verschoben. Sein Beispiel: "Wir warten immer noch auf das Gebäudeenergiegesetz." Die von der Großen Koalition versprochene Steuerförderung erwähnte Meinel nicht einmal. Er sprach sich dafür aus, die Kosten für CO2 transparenter zu machen, "dann sieht die Wirtschaftlichkeit von Gebäudesanierung anders aus", sagte er. Im Dreiklang fordern, fördern, informieren könne man das Ordnungsrecht durchaus stärken, so Meinel. Ein Erfolgsmodell aus Baden-Württemberg sei der Sanierungsfahrplan. Da stelle das Land zwar die Förderung ein, aber nur deshalb, weil es Fördermittel auf Bundesebene gebe. Bis Ende 2018 wird zudem im Land das Erneuerbare-Wärme-Gesetz evaluiert. Aufgebaut wird außerdem ein landesweites Portal zum nachhaltigen Bauen.

Eine aktuelle Effizienzanalyse von Wärmepumpen stellte Danny Günther vom Institut für Solare Energieerzeugung (ISE) in Freiburg vor. Das Institut überwacht seit einigen Jahren Anlagen im Betrieb, Günther stellte Zahlen für den Zeitraum von Oktober 2017 bis September 2018 vor. 22 Außenluft- und 12 Erdreichanlagen waren im Langzeittest, die Außenluftanlagen brachten es auf eine Jahresarbeitszahl zwischen 2,6 und 4 mit einem Mittelwert von 3, die Erdreichwärmepumpen schafften Werte zwischen 3,2 bis 4,6 mit einem Mittel von 3,7. Bei diesen Geräten gab es einem Ausreißer nach unten bei einer Anlage, die Heizkreistemperaturen bis 66 Grad liefern muss, aber den geringsten COP hat. 

Viel diskutiert wird beim derzeitigen Strommix die Ökobilanz der Wärmepumpen. Mit einem gängigen Vorurteil räumte Günther auf: "Wir sehen nicht, dass Wärmepumpen nur dann laufen wenn Kohlekraftwerke in Betrieb sind." Generell ergab die Auswertung, dass die beste Anlage in der Jahres-CO2-Bilanz 55 Prozent besser ist als ein Gaskessel und die schlechteste 15 Prozent schlechter. Auch eine wichtige Erkenntnis ist, dass die Effizienz nicht wesentlich vom Gebäude abhängt: "In jeder Baualtersklasse findet man alle Ergebnisse und Anlagen", so Günther.

Mit dem Aufbau von Wänden in der Sanierung befasste sich Thomas Sternagel. Eines war eine Immobilie mit 45 Wohneinheiten mit Außenwand- und Flachdachsanierung mit vielen Wärmebrückenfragen. Eine Halbierung des Wärmebedarfs erfolgte durch die Fassadensanierung mit vorgefertigten Holzbauteilen mit elektronischem Aufmaß. Kompressionbänder nehmen die Toleranzen auf, die eigentlichen Bauteile sind im Lot. Dazu war eine Entscheidung in Einzefall notwendig, da es durch die Berliner Bauordnung nicht gedeckt war. Balkone wurden durch die Fassadenelemente in die Wohnräume integriert. Innenputz ist die luftdichte Ebene. Den Bauherren hat die weitgehende Wartungsfreiheit der Fassade überzeugt. Von Pia Grund-Ludwig

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Finanzierung
news-6200 Mon, 10 Dec 2018 10:04:00 +0100 Forschungsgeld für BIM verdoppelt sich bis 2022 https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/forschungsgeld-fuer-bim-verdoppelt-sich-bis-2022-6200.html Das Bundesforschungsministerium verdoppelt bis 2022 die Ausgaben für Forschungsprojekte zum Thema Building Information Modeling. Das belegen die Antworten auf eine Kleine Anfrage der FDP im Bundestag. Bis Ende 2020 sollen alle neu zu planenden Projekte im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) nach einem konkret definierten Leistungsniveau mit BIM geplant und gebaut werden. Das hat die Bundesregierung 2015 beschlossen. In der Anfrage der FDP geht es um die Umsetzung auch in anderen Ministerien.

Im Forschungsministerium (BMF) flossen zwischen 2015 und 2018 zirka 2 Millionen Euro in Projekte zum Thema BIM, 2019 bis 2022 sollen es 4 Millionen Euro sein. Es wurden beispielsweise Verfahren entwickelt, die die Anwendung digitaler Technologien in Bau und Erschließung durch neue Anwendungsgebiete und Qualifizierungsprojekte erlauben.

Im derzeit für das Bauwesen zuständigen Innenministerium (BMI) gibt es seit Herbst 2017 den Branchendialog "Digitaler Hochbau" als regelmäßiges Format. Gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und mit Beteiligung des BMVI sowie zentralen Verbänden und Kammern der Planer, der Bauwirtschaft und Bausoftwarebranche flankiere das BMI auf politischer Ebene den digitalen Transformationsprozess, so die Antwort der Regierung. Im Rahmen der Forschungsinitiative "Zukunft Bau" wurde der wissenschaftliche BIM-Dialog initiiert. Das Projekt läuft bis zum Jahr 2019.

Die Beauftragung zum Aufbau eines BIM-Kompetenzzentrums beim Amt für Bundesbau in Rheinland-Pfalz ist auf einen Zeitraum von 10 Jahren und für bis zu drei Personen angelegt. Die geplanten Ausgaben für den Zehn-Jahres-Zeitraum belaufen sich dabei auf rund fünf Millionen Euro. Das Kompetenzzentrum soll die Möglichkeit bieten, an einer zentralen Stelle die relevanten Informationen, Vorgaben, Anforderungen und Auswertungen von Pilotprojekten abgestimmt und koordiniert zu erarbeiten und den Marktteilnehmern zur Verfügung zu stellen.

Die Standardisierung und Normung im Bereich BIM nennt das BMI als entscheidenden Faktor. Auf Bundesebene solle eine Normungsstrategie auf nationaler und internationaler Ebene entwickelt werden. Das BMI beteilige sich gemeinsam mit dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) bereits aktiv an der Normungsarbeit.

In einigen Ministerien habe im Baubereich das Arbeiten mit BIM begonnen. So berichtet die Antwort von einer BIM-Pilotierung im Verteidigungsministerium mit der Landesbaudirektion Bayern im Rahmen einer kleinen Baumaßnahme im Fliegerhorst Neuburg/Donau. Es geht um einen Neu- und Erweiterungsbaumaßnahme mit einem Gesamtvolumen von etwa 1,5 Mio. Euro.

Im für das Bauwesen zuständigen BMI gab es seit Einführung der BIM-Prüfverpflichtung im Januar 2017 noch kein Projekt in der Bauausführungsphase. Die Methode solle beim Neubau des Walther-Meißner-Baus für die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Berlin, als Pilotprojekt bei der Deutschen Botschaft Wien sowie bei dem Erweiterungsbau Moabiter Werder angewendet werden. pgl

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Finanzierung
news-6199 Sun, 09 Dec 2018 07:40:00 +0100 Bundesregierung blamiert sich bei Gebäudesanierung https://www.enbausa.de/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=6199&cHash=701659dd7e6ffdf4941f082f09f976d5 Ankündigungen aus der Wohnungswirtschaft, nach der jüngsten Mietrechtsnovelle die Sanierungsraten zu drosseln, seien während der Klimakonferenz in Kattowice eine Blamage für Deutschland, so Verbände aus den Bereichen Energieeffizienz und Energieberatung. Die Bundesregierung habe hingenommen, dass energetische Modernisierungen für Vermieter unattraktiver werden, aber keinerlei Maßnahmen erwogen, die Senkung der Modernisierungsumlage durch bessere Anreize aufzufangen, so die Verbände. Als erstes Unternehmen hatte die Vonovia angekündigt, ihre Sanierungsqauote deutlich zu senken. Eine steuerliche Förderung für Gebäudesanierungen sei weiter nicht in Sicht, kritisieren die Verbände. Auch das Energiesammelgesetz werde der Energiewende im Gebäudebereich weiter schaden. Die Ziellücke zu den Pariser Klimazielen werde immer größer.

Christian Noll von der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) kritisiert, die Bundesregierung nehme hin, dass die ohnehin viel zu niedrigen Sanierungsraten jetzt weiter sinken. "Das ist nicht nur peinlich, sondern auch wirtschaftsschädlich, denn deutsche Unternehmen sind weltweit Spitze in Energieeffizienzlösungen und stellen über 600.000 Arbeitsplätze", so Noll. Sascha Müller-Kraenner, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, mahnt die Bundesregierung, ihre Losung „Efficiency First“ aus dem Koalitionsvertrag ernst zunehmen und außerdem die Steuerförderung für Haussanierer umzusetzen. Die scheitert derzeit an der Blockade des Bundesfinanzministers. Im Haushalt 2019 sind dafür keine Mittel eingestellt.

"Neben sozialpolitischen Erwägungen hat die Bundesregierung schlicht unterlassen zu überlegen, wie sie die Förderung, steuerliche Anreize, Mietspiegel und andere Instrumente so gestalten kann, dass auch für die Vermieter ein Schuh daraus wird" ergänzt Benjamin Weismann, Bundesgeschäftsführer des GIH. Viele Vermieter sähen selbst von Maßnahmen ab, die sich für Mieter warmmietenneutral oder sogar direkt kostensenkend umsetzen lassen, etwa die Umstellung auf effiziente Wärmelieferung oder Mieterstrommodelle.

Die Ankündigungen aus der Wohnungswirtschaft verdeutlichen aus Sicht von Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle die Krux, dass das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestandes ist nur erreichbar ist, wenn anspruchsvolle Modernisierungen attraktiv und sozialverträglich seien. "Das gelingt nur mit einem Masterplan, bei dem sich auch die großen Wohnungsbaugesellschaften ihrer ökologischen Verantwortung stellen müssen. Zumal die energetische Sanierung nur eine geringe Prozentzahl der eigentlichen Investition ausmacht" so Hinrichs weiter. Quelle: Deneff / pgl

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news-6198 Sun, 09 Dec 2018 07:16:00 +0100 Erstes energieautarkes Mehrfamilienhaus ist fertig https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/erstes-energieautarkes-mehrfamilienhaus-ist-fertig-6198.html Das erste energieautarke Mehrfamilienhaus in Deutschland wird noch vor Weihnachten bezugsfertig sein. Bauherr ist die Wilhelmshavener Spar- und Baugesellschaft. Weitere Projekte sind kurz vor der Fertigstellung. Energieautark ist das Haus gemäß der Definition des Sonnenhaus Instituts. Als autark gilt ein Gebäude danach, wenn es zu mehr als 50 Prozent seines Strom- und Wärmebedarfs erzeugt. Das Gebäude erreicht eine Quote von 70 Prozent.

In diesem Sinne energieautark werde das Mehrfamilienhaus sein, verspricht der Bauherr. Das Gebäude ist hoch gedämmt und verfügt über sechs 90 Quadratmeter große Wohneinheiten. Diese versorgen sich zu zwei Dritteln selbst mit Wärme und Strom. In der Miete sind nicht nur Betriebs- und Heizkosten, sondern auch der Strombedarf enthalten. Die Pauschalmiete liegt bei 10,50 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht kalkulatorisch einer Kaltmiete von 6,95 Euro. Das seien 1,30 Euro weniger als in einem vergleichbaren koventionellen Neubau, so die Wilhelmshavener Spar- und Baugesellschaft. Die Mieter können auch Elektroautos oder E-Bikes kostenlos mit Strom betanken. Strom- oder Wärmeüberschüsse gehen an die E-Ladesäulen und in benachbarte Mehrfamilienhäuser. 

Das Herzstück der Haustechnik ist ein 20.000 Liter fassender Langzeitwärmespeicher. Der Strom wird in Batterien gespeichert. Solarenergie deckt 13.000 Kilowattstunden des Jahresenergiebedarfs. Eventuell notwendige Restwärme liefert eine Gasheizung, Reststrom kommt aus dem Netz.  Das Gebäude erfüllt den Standard KfW40-Plus. Weitere energieautarke Mehrfamilienhäuser sind in Cottbus demnächst fertig, Projekte in Koblenz, Leipzig und Rostock geplant.

In der Schweiz gibt es seit knapp zwei Jahren ein energieautarkes Mehrfamilienhaus, das die für die neun Wohnungen verbrauchte Energie zu 100 Prozent selbst  erzeugt und  ohne Öl, Erdgas oder externe Energieanschlüsse auskommt. Dazu kommen eine PV-Anlage mit 126.5 kW Leistung und eine Wärmepumpe mit Erdsonde zum Einsatz. pgl

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Solarenergie
news-6197 Fri, 07 Dec 2018 07:26:00 +0100 Vonovia reduziert Quote energetischer Sanierung https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/vonovia-reduziert-quote-energetischer-sanierung-6197.html Vonovia, eines der größten deutschen Wohnungsunternehmen, war wegen teurer Modernisierungen in die Kritik geraten, Mieterschützer führten Prozesse. Jetzt senkt der Konzern seine Sanierungsrate. Es werde keine umfassenden energetischen Modernisierungen mehr geben, die Mieter mit einer Umlage von mehr als 2 Euro pro Quadratmeter belasten. Das gab der Konzern bei der Vorstellung seiner Bilanz für die ersten drei Quartale bekannt. 

Das Investitionsvolumen in die energetische Sanierung soll um 40 Prozent sinken. Hintergrund sind auch niedrige Energiepreise, die eine für Mieter kostenneutrale Sanierung schwierig machen. Für das laufende Jahr weist das Unternehmen Mietpreissteigerungen von 4 Prozent aus. Die Sanierungsquote geht in den kommenden zwei Jahren von derzeit 5 auf 3 Prozent des Bestandes zurück. Man habe sich für die Mieter und gegen den Klimaschutz entschieden, so Vonovia-Geschäftsführer Rolf Buch. Es soll dennoch mehr investiert werden, aber eher in den Bau kleinerer und altengerechter Wohnungen.

Außerdem versichert das Unternehmen, dass kein Mieter aufgrund einer Modernisierung ausziehen müsse. Bei den laufenden Projekten gebe es bei allen Mietern, die soziale oder wirtschaftliche Härte anmelden, eine sorgfältige Prüfung und ein kulantes Vorgehen. Bis Jahresende sollen bundesweit 24 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden, die sich ausschließlich um das persönliche Härtefallmanagement vor Ort kümmern.

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Finanzierung
news-6195 Thu, 06 Dec 2018 07:37:00 +0100 Forschungsprojekt untersucht intelligente Nahwärme https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/forschungsprojekt-untersucht-intelligente-nahwaerme-6195.html Die Flexibilität intelligenter Nahwärmenetze steht im Fokus des Forschungsprojekts "BestHeatNet", das die Arbeitsgruppe von Professor Mario Adam am Zentrum für Innovative Energiesysteme (ZIES) an der Hochschule Düsseldorf (HSD) gemeinsam mit den Stadtwerken Kempen im Neubauquartier "Auf dem Zanger" in Kempen am Niederrhein startet. Das Projekt wird mit rund 1,2 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BmWi) gefördert. Die Wärmeversorgung der Zukunft wird sich ebenso wie die Stromversorgung durch einen steigenden Anteil erneuerbarer Energien auszeichnen. Aufgrund der Fluktuation erneuerbarer Energien wegen wechselnder Wetterverhältnisse ist eine hohe Flexibilität gefragt. Diese Flexibilität wollen die Wissenschaftler um Professor Adam und die Stadtwerke Kempen im Forschungsprojekt BestHeatNet erproben.

Die Wärmeversorgung für das geplante Quartier "Auf dem Zanger" in Kempen mit rund 100 Wohneinheiten wird hierfür für fünf Jahre zum Reallabor. Solarthermie, Power-To-Heat mit Wärmepumpe und Elektroheizstab, Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK), ein Spitzenlastkessel und eine Photovoltaik-Anlage mit Batterie produzieren zukünftig benötigte Wärme und Strom aus unterschiedlichen Energiequellen. Der  Anteil erneuerbarer Energien aus lokaler Produktion soll rund 30 Prozent betragen und ließe sich durch Bezug von Biogas und Ökostrom weiter steigern.

Das Forschungsziel besteht in der Entwicklung eines intelligenten Optimierungs- und Regelungsverfahrens. Dieses schaltet, unter sich ständig ändernden Randbedingungen, zu jeder Zeit den passenden Wärmeerzeuger ein. Ändert sich das Wetter, der Strompreis oder der Wärmebedarf, muss das System geeignet reagieren. Dafür sind die Geräte untereinander vernetzt: Bei hohem Strompreis läuft beispielsweise die KWK-Anlage und deren Strom wird entweder ins Netz eingespeist oder zum Antrieb der Wärmepumpe verwendet. Bei niedrigen Strompreisen bezieht die Wärmepumpe Strom aus dem Netz und die KWK-Anlage steht still. Dies wirkt zudem stabilisierend auf das Stromnetz. "Der Clou ist die Nutzung neuronaler Netze, also künstlicher Intelligenz, in einem solchen System", erklärt Professor Adam. "Die Regelung ist selbstlernend und erkennt zum Beispiel Zeiten hohen und niedrigen Wärmeverbrauchs und sich änderndes Nutzerverhalten. Sie greift unter anderem auf Wetterprognosen zu und kann dadurch die solare Wärmeproduktion stundengenau voraussagen." So kann jederzeit die kosten- oder energieeffizienteste Betriebsstrategie gefahren werden.

Das intelligente Nahwärmenetz "Auf dem Zanger" ist Blaupause für bereits geplante, größere Wärmenetze in Kempen. Das Projekt BestHeatNet startet im Dezember 2018 und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Quelle: Hochschule Düsseldorf / sth

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Heizung & Warmwasser
news-6196 Thu, 06 Dec 2018 06:51:00 +0100 Energiesammelgesetz bremst Mieterstrom aus https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/energiesammelgesetz-bremst-mieterstrom-aus-6196.html Nachdem der Wirtschaftsausschuss des Bundestags vergangene Woche im Eilverfahren noch zahlreiche Änderungen an der Vorlage der Bundesregierung beschlossen hatte, hat der Bundestag das Energiesammelgesetz (EnsaG) mit den Stimmen der Großen Koalition verabschiedet. Das Gesetz enthält unter anderem Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Für die Betreiber kleiner PV-Anlagen, wie sie auf Einfamilienhäusern installiert sind, ändert sich nichts. Viele Mieterstromanlagen dagegen werden künftig weniger gefördert. Ziel des EnsaG ist "die Förderung eines zielstrebigen, effizienten, netzsynchronen und marktorientierten Ausbaus der erneuerbaren Energien". Gleichzeitig enthält das Gesetz Änderungen, die der Bundesregierung zufolge durch das EU-Beihilferecht bedingt sind. Die Bundesregierung sieht eine Überförderung bei Solaranlagen auf den Dächern von Gebäuden ab 40 Kilowatt Peak Größe. Das EU-Beihilferecht gebiete, diese abzubauen, hieß es. Daher wird die Einspeisevergütung von Solardachanlagen mit einer Leistung von 40 bis 750 kWp drastisch gekürzt.

Ab April 2019 gibt es für Strom aus solchen Anlagen nur noch 8,9 Cent/kWh. Die Absenkung erfolgt aber bereits ab dem 1. Februar in drei Schritten: Im Februar 2019 sinkt sie auf 9,87 Cent, dann ab März auf 9,39 sowie schließlich ab April auf 8,90 Cent. Zum Vergleich: die von der Bundesnetzagentur für Januar ermittelte Vergütung für diese Anlagengruppe beträgt 10,36 Cent je Kiowattstunde. Es erfolgt also eine Kürzung um rund 14 Prozent. Der Regierungsentwurf sah ursprünglich sogar eine 20-prozentige Kürzung vor.

PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern sind davon nicht betroffen, sie sind in der Regel kleiner: Ein Großteil der PV-Anlagen auf deutschen Dächern ist zwischen zwei und acht Kilowatt installierter Leistung (kWp) groß, das entspricht 20 bis 60 Quadratmetern Dachfläche. Sehr wohl betroffen sind dagegen zahlreiche Mieterstromanlagen, was auch Kritiker aus der Bauwirtschaft auf den Plan ruft. So sieht die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) das Mieterstrommodell entwertet.

Mieterstromgesetz wird konterkariert

Mitte 2017 hat der Bundestag das Gesetz zur Förderung von Mieterstrom beschlossen. Danach erhalten Anlagenbetreiber von Solarstromanlagen auf Mietshäusern einen Zuschlag für den Strom, den sie direkt an die Mieter verkaufen. Voraussetzungen: Die Anlage darf nicht größer sein als 100 Kilowatt peak (kWp) und der Strompreis für den Mieterstrom muss zehn Prozent unter dem örtlichen Grundversorgertarif liegen. Ziel des Gesetzes war, neben Hauseigentümern auch Mieter an den Vorteilen von PV-Dachanlagen zu beteiligen, die Bedingungen für die Nutzung von hauseigenem Solarstrom in Mehrfamilienhäusern zu verbessern und den Ausbau der Solarenergie auf Wohngebäuden voranzutreiben.

Der Mieterstromzuschlag errechnet sich aus der jeweils geltenden Einspeisevergütung, von der 8,5 Cent abgezogen werden. Damit liegt der Zuschlag aktuell zwischen 1,67 und knapp 3 Cent je Kilowattstunde. Dem gegenüber stehen ein erheblicher Bürokratieaufwand und die Kosten für die erforderliche Messtechnik. Durch die Senkung der Einspeisevergütung auf 8,9 Cent wäre der Mieterstromzuschlag nach den ursprünglichen Plänen der Bundesregierung auf 0,4 Cent gesunken. Nach heftiger Kritik wurde in der endgültigen Fassung des Energiesammelgesetzes jedoch nachgebessert. Statt 8,5 werden künftig nur noch 8 Cent vom Vergütungssatz abgezogen werden, so dass der Mieterstromzuschlag künftig 0,9 Cent beträgt.

Förderung bislang für 220 Projekte

Experten sehen in der Kürzung dennoch einen weiteren Bremsklotz für den Ausbau von Mieterstromanlagen, der ohnehin nicht recht in Gang kommt. Seit dem Inkrafttreten des Mieterstromgesetzes im Juli 2017 bis August 2018 wurde für 220 Projekte eine Förderung über das Mieterstromgesetz gewährt. Das Fördervolumen umfasst eine installierte PV-Leistung von inzwischen 5,1 Megawatt (MW). Damit liegt die Nachfrage nach Fördermitteln weit unter dem gesetzlichen Deckel von 500 MW pro Jahr. "Es gibt keine Überförderung für Solarstrom und Mieterstrom, weil die Solarvergütung durch den sogenannten atmenden Deckel im geltenden EEG 2017 schon jetzt in ausreichendem Maße sinkt. Das zeigt eine aktuelle Studie der HTW Berlin und bestätigt damit die Eurosolar-Resolution zum Beginn der Debatte um das Energiesammelgesetz", sagte Fabio Longo, Präsident der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien Eurosolar, schon zu Beginn der Diskussion. Solardachanlagen seien eine der wichtigsten Stützen der dezentralen Energiewende, denn sie erzeugen die Energie dort, wo sie auch gebraucht wird: in Wohnsiedlungen, Gewerbe- und Industriegebieten.

Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert die Kürzung. Trotz Nachbesserungen sende die Große Koalition das falsche Signal, zitiert das Branchenmagazin neue energie Thomas Engelke vom Verbraucherzentrale Bundesverband. „Die ohnehin schon unzureichenden Bedingungen für Mieterstrom sollen weiter verschlechtert werden. Die Teilhabe der Verbraucherinnen und Verbraucher an den Vorteilen der Energiewende bleibt auf der Strecke.“

Der Bundesverband Solarwirtschaft begrüßt, dass die Auktionsmenge für ebenerdig errichtete Solarparks durch das Energiesammelgesetz spürbar erhöht wird. Im Koalitionsvertrag hatten die Regierungsparteien sich darauf geeinigt, dass 2019 und 2020  jeweils 4 Gigawatt für Windenergie an Land und Solarenergieanlagen zusätzlich ausgeschrieben werden sollen. Nun wird diese Menge auf drei Jahre verteilt. Daneben sollen durch Innovationsausschreibungen neue Preisgestaltungsmechanismen und Ausschreibungsverfahren erprobt werden, die zu mehr Wettbewerb und mehr Netz- und Systemdienlichkeit führen. Daher wird die Verordnungsermächtigung für Innovationsausschreibungen im EEG 2017 angepasst.

Im Rahmen der Innovationsausschreibungen sollen nunmehr im Jahr 2019 250 Megawatt, in 2020 400 Megawatt und in 2021 500 Megawatt ausgeschrieben werden. Die Mengen werden von den regulären Ausschreibungsmengen für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen abgezogen. "Im Dunkeln bleibt, warum die Bundesregierung gleichzeitig den Ausbau von verbrauchsnahen größeren Solardachanalgen bremst", zeigt sich aber auch BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig ratlos über die Kürzung der Einspeisevergütung. von Silke Thole

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Solarenergie
news-6194 Wed, 05 Dec 2018 07:06:00 +0100 Baden-Württemberg will Holzbau fördern https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/baden-wuerttemberg-will-holzbau-foerdern-6194.html Das Kabinett in Baden-Württemberg hat eine Holzbauoffensive beschlossen. Bis 2023 gibt es Fördermittel. Neu- und Umbauten des Landes sollen in Holzbauweise erstellt werden. Das kündigte Ministerpräsident Kretschmann bei der Jahrestagung von Pro Holz Baden-Württemberg an. Die deutsche Mauerwerksindustrie reagierte mit einem offenen Brief an Abgeordnete und einem Rechtsgutachten. Man müsse beim Bauen umdenken und Beton durch Holz ersetzen, wo immer es gehe, forderte Kretschmann, der erstmals persönlich bei der Holztagung sprach. Bauen mit Holz sei aktiver Klimaschutz, so der Ministerpräsident weiter. 

Die Holzbauinitiative des Landes wurde im November dem Kabinett vorgestellt und dort auch verabschiedet. "Wir wollen bis 2023 rund17 Millionen Euro investieren", sagte Kretschmann. Neu- und Umbauten von Landesgebäuden sollen soweit wie möglich in Holz- oder Holzhybridbauweise entstehen. Building Information Modeling für Holzbau sei zu nutzen, um  Gebäude schneller, reibungsloser und kostengünstiger zu erstellen. Außerdem kündigte der Ministerpräsident eine Überarbeitung der Förderprogramme an, um die klimaschonenende Wirkung des Holzbaus zu berücksichtigen. Das Land will eine Informationsoffensive starten und ein Schulungsprogramm auflegen. Der Baukostenindex soll Gebäude über den kompletten Lebenszylus erfassen, das soll helfen, den Kostenvergleich für Holzbauten zu verbessern.

Die Deutsche Gesellschaft für Mauwerwerksbau (DGfM) reagiert auf diese Initaitive mit offenen Briefen an den Regierungschef und die Landtagsabgeordneten von Baden-Württemberg. Sie sieht in der Initiative eine massive Verzerrung des Wettbewerbs. Außerdem sei das Land selbst als größter Waldbeistzer Begünstigter der eigenen Förderpolitik.

2017 seien 56 Prozent aller Einfamilienhäuser, 57 Prozent aller Mehrfamilienhäuser und rund 65 Prozent aller Doppel- und Reihenhäuser in Baden-Württemberg mit Mauerwerk errichtet worden, so der Verband. Diese seien etwa 10 Prozent kostengünstiger als Holzbauten. "Land und Kommunen geben Steuergelder für öffentliche Bauten aus und sind per Vergaberecht verpflichtet, wirtschaftlich zu bauen. Wenn eine andere Bauweise günstiger sei, könne schlecht begründet werden, warum trotzdem in Holz gebaut werden solle, so DGfM-Geschäftsführer Roland Rast. 

Der Verband verweist auch auf Arbeitsplätze. Allein in Baden-Württemberg arbeiteten knapp 45 000 Menschen direkt oder indirekt an der Errichtung von Wohnbauten aus Mauerwerk. Rast weiter: "Was wir brauchen, sind zum Beispiel entschlackte Planungs- und Genehmigungsverfahren, optimierte Baunutzungsverordnungen und eine optimale Infrastruktur für die Zukunft des Bauens. Was wir nicht brauchen, sind von der Politik gewollte Festlegungen auf bestimmte Bauweisen."

Er zitiert dazu auch ein Rechtsgutachten der Kanzlei SWKH In Berlin. Darin heißt es unter anderen: "Wenn eine andere Bauweise wirtschaftlicher ist, kann schlecht begründet werden, warum trotzdem in Holz gebaut werden soll. Und vor allem führt eine solche Vorabfestlegung zum Ausschluss ganzer Branchen, die mit dem Holzbau konkurrieren. Die öffentliche Hand ist an das strenge Vergaberecht gebunden. Eine Festlegung des Beschaffungsgegenstandes, hier also die Entscheidung nur noch Gebäude aus Holz in Auftrag zu geben, darf nicht auf sachfremden, willkürlichen oder diskriminierenden Erwägungen beruhen. Vielmehr müsste die öffentliche Hand die Zuschlagskriterien so festlegen, dass die Möglichkeit eines wirksamen Wettbewerbs gewährleistet ist." pgl

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Dämmung & Fenster
news-6191 Tue, 04 Dec 2018 08:13:00 +0100 Förderung für Batteriespeicher läuft aus https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/foerderung-fuer-batteriespeicher-laeuft-aus-6191.html Wer noch Förderung für einen Batteriespeicher will, muss sich mit der Installation beeilen. Ende 2018 läuft das Förderprogramm der KfW aus. Baden-Württemberg fördert aber auch 2019 Solarstromspeicher. Programme in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen sind dagegen ausgelaufen. Seit März 2017 wurden Solarstromspeicher von der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW gefördert, Ende 2018 ist Schluss. Die Förderung kann von Betreibern einer PV-Anlage mit einer Leistung bis zu 30 kW, die nach dem 1.1.2013 errichtet wurde, beantragt werden. Förderfähig sind sowohl Batteriespeicher- als auch Energiemanagementsysteme zur Einhaltung der Einspeisebegrenzungen nach den Förderrichtlinien, die in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage genutzt werden sollen. Konkret heißt das, dass ein Speicher nur dann gefördert wird, wenn er sicherstellt, dass nie mehr als 50 Prozent des produzierten Solarstroms ins öffentliche Netz eingespeist werden.

Ausserdem muss die Solaranlage muss mit einem Wechselrichter ausgestattet sein, auf den der Netzbetreiber per Fernzugriff kann. Des Weiteren wird die Offenlegung der verwendeten Schnittstellen und Protokolle des Batteriemanagementsystems (BMS) gefordert. Und schließlich muss der Betreiber die fachgerechte Installation durch geschulte Fachkräfte nachweisen und eine Herstellererklärung zur Einhaltung aller geforderten Rahmenbedingungen vorlegen.

In einem offenen Brief haben sich die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie und die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gewandt und verlangen eine Anschlussförderung. Künftig sollten Stromspeicher über das Bafa gefördert werden, so die Unterzeichner Jörg Sutter und Ralf Haselhuhn für die DGS und Volker Quaschning von der HTW Berlin.

Das BAFA sollte die Förderung für Stromspeicher in Wohngebäuden in einfacher Ausgestaltung fortsetzen. Zudem sollte es eine Basisförderung von 250 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität bis maximal 1500 Euro und eine Innovationsförderung von 1000 Euro pauschal bei einem netzdienlichen Speicherbetrieb geben.

In Baden-Württemberg  gibt es weiter Geld für PV-Speicher.  Förderfähig ist die Investition in einen stationären, netzdienlichen Batteriespeicher in Verbindung mit einer neu zu errichtenden, an das Verteilnetz angeschlossenen PV-Anlage. Es werden sowohl "Heimspeicher" in Verbindung mit einer PV-Anlage mit bis zu 30 Kilowatt Peak (kWp) Leistung als auch "Gewerbespeicher" in Verbindung mit einer PV-Anlage mit mehr als 30 kWp Leistung gefördert. Für jede PV-Anlage ist die Anzahl der förderfähigen Batteriespeicher auf ein System begrenzt. Es werden nur stationäre Batteriespeichersysteme in Baden-Württemberg gefördert. Sie sind mindestens fünf Jahre zweckentsprechend zu betreiben. Auch die PV-Anlage, die zusammen mit dem Batteriespeicher betrieben wird, muss in Baden-Württemberg errichtet werden. Die Höhe der Förderung sinkt.  2018 gibt es 300 Euro/kWh und mindestens 600 Euro, maximal 7.500 Euro. 2019 sind es 200 Euro/kWh, die minimale Förderhöhe liegt bei  400 Euro, die maximale  bei  5000 Euro.

Darüber hinaus kann ein Bonus in Höhe von 250 Euro je Batteriespeicher gewährt werden, sofern der Speicher beziehungsweise das Energiemanagementsystem über eine prognosebasierte Betriebsstrategie (Erzeugungs- und/oder Verbrauchsprognosen) verfügt. Die Anforderung der prognosebasierten Betriebsweise zur Inanspruchnahme des Bonus ist durch eine Händler- oder Herstellererklärung nachzuweisen. pgl

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Solarenergie
news-6183 Mon, 03 Dec 2018 14:00:00 +0100 Pellets überzeugen in Projekten durch Brennstoffpreis https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/pellets-ueberzeugen-in-projekten-durch-brennstoffpreis-6183.html In gut 30 Jahren soll der Gebäudebereich in Deutschland klimaneutral sein. Doch bislang beläuft sich der Anteil der Erneuerbaren auf gerade einmal 13 Prozent des Wärmebedarfs. Um einen Heizungswechsel vorzunehmen, sind die Kosten nach wie vor das stärkste Argument. Das gilt auch für Pellet-Heizungen. Bei einer Online-Umfrage unter Pellet-Heizern, die der Deutsche Energieholz- und Pelletverband (DEPV) kürzlich durchgeführt hat, gaben über 70 Prozent der Befragten an, niedrige Heizkosten seien für ihre Entscheidung für eine Pellet-Heizung besonders wichtig gewesen. Genauso viele nannten aber auch Klimaschutz als entscheidendes Motiv. Drei Beispiele aus der Praxis zeigen, was Hausbesitzer und Unternehmen von Pellets überzeugt.

"Wir wollten ein gutes Gewissen haben", sagt Günter Rose. Der ökologisch orientierte Architekt ist Miteigentümer eines Mehrfamilienhauses mit 17 Wohneinheiten in Berlin-Pankow. Vor fünf Jahren entschied sich die Hausgemeinschaft für eine Pellet-Heizung. Die Anlage, mit der 1.800 Quadratmeter beheizt werden, hat 80 kW. Sie wird ergänzt durch eine Solaranlage mit Vakuumröhrenkollektoren. Zusätzlich ist das Haus hochgedämmt und verfügt über Dreifachverglasung.

Die Kosten für Heizung und Warmwasser, sagt Rose, liegen so nur bei fünf Euro pro Quadratmeter. Pro Jahr muss das Pelletlager des Hauses zwei- bis dreimal mit 13 Tonnen Pellets befüllt werden. Eine Tonne kostet derzeit rund 250 Euro. Sie ersetzt 500 Liter Heizöl und senkt damit nach Angaben des des DEPV den Ausstoß von CO2 um ein Drittel.

Noch einen weiteren Grund nennt Günter Rose für die Entscheidung der Hausgemeinschaft für eine Pellet-Heizung. "Wir wollten nicht von russischem Gas abhängig sein", sagt er. Zudem achte man darauf, dass nur zertifizierte Pellets gekauft werden, um sich möglichst ökologisch zu verhalten. Die Verbrennung bei über 800 Grad sei sehr sauber und fast rückstandsfrei. Es entstehe zwar Staub, aber keine Rußemissionen, von daher sei auch dies ökologisch vertretbar. Laut DEPV können Pellet-Heizungen problemlos den Feinstaub-Grenzwert einhalten. 

Auch Jens Reule, der Besitzer der Musikbrauerei in Berlin-Prenzlauer Berg, hat sich aus Kostengründen für eine Pelletheizung entschieden. Das Gebäude, eine ehemalige Brauerei aus dem Jahr 1892, ist nun ein Veranstaltungsort. Auch Tonstudios und ein Museum sind dort untergebracht. Geheizt wurde zuvor mit Nachtspeicherheizungen, Holzöfen und Gasheizungen. "Ich habe die Preise verglichen", sagt Reule, "Pellets waren am günstigsten".

Die Anlage hat 100 kW und beheizt 1.500 Quadratmeter. Pro Jahr werden 30 bis 35 Tonnen Pellets verbraucht. Im Keller neben der Anlage ist ein Lager für 14 Tonnen untergebracht. "Fernwärme war zu teuer", hat Reule ausgerechnet, "und Gas hätte teure Umbauten an dem historischen Gebäude erfordert".

Wenn der Tankwagen mit den Pellets kommt, muss nun aber ein 40 Meter langer Schlauch eingesetzt werden, um die Pellets vom Tank in das Lager zu befördern. Das ist fast zu lang. Pellets werden bei langen Trasportstrecken leicht beschädigt, was für die Verbrennung ungünstig ist. Dabei hat die Musikbrauerei noch den Vorteil, dass sie über einen Hof verfügt, auf den der Tankwagen fahren kann und so möglichst nah an das Lager kommt.

"Die Anlieferung ist in Großstädten oft ein Problem", sagt der Pellethändler Frithjof Engelke. "Das stellt eine besondere Herausforderung dar." Bislang sind Pellet-Heizungen vor allem in Süddeutschland vertreten. Doch auch im Norden und Osten wird das Heizen mit Holz beliebter, so auch in Berlin. Allerdings, so Engelke, gebe es dort oft kaum ein Rankommen an die Lieferstellen, selbst wenn man sehr lange Schläuche einsetzt. Das Entladen dauere anderthalb Stunden, manchmal sogar bis zu drei Stunden, und dabei müsse der Tankwagen nun mal möglichst nah an dem Haus stehen, das beliefert werden soll.

Drittes Beispiuel: Die nach neun Monaten Bauzeit eröffnete Filiale des Einrichtungshauses Möbel Höffner in Berlin-Lichtenberg. Für die Deckung des Wärmebedarfs des fünfstöckigen und 200 Meter langen Gebäudes entschied sich das Unternehmen für eine Pellet-Heizung. Die Anlage hat 530 kW und beheizt 50.000 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Für die Büroräume der Verwaltung gibt es zusätzlich einen Gasbrennwertkessel mit 311 kW. Grund: "Holzheizungen sind dann besonders effizient, wenn sie durchgängig laufen", sagt Christian Heubeck, der Vertriebs- und Projektierungsingenieur von Viessmann, von der die Heizungsanlage stammt. "Für die Büros braucht man mehr Flexibilität, deshalb ist dort eine Gasheizung sinnvoll, die man nach Bedarf schnell hoch- und runterregeln kann."

Entscheidend für die Wahl des Heizungssystems waren aber vor allem die Kosten. Zwar sind Pellet-Heizungen in der Anschaffung teurer als Öl- und Gas-Heizungen. Man braucht für den Heizkessel eine aufwändigere Technik, muss die Pelletzufuhr regeln und benötigt ein Pelletlager. Bei Möbel Höffner beispielsweise fasst das Lager 150 Tonnen.

Kostentreibend sind auch die niedrigeren Stückzahlen der hergestellten Pelletkessel. Derzeit gibt es in Deutschland rund 440.000 Pellet-Heizungen, pro Jahr kommen rund 32.000 hinzu. Dazu kommen etwas höhere Kosten für Wartung und Instandhaltung. Zudem muss die Asche entsorgt werden. Trotzdem ergibt sich über die gesamte Betriebslaufzeit der Heizungsanlage eine Kostenersparnis, da Pellets ein recht günstiger Brennstoff sind. Besonders groß ist der Vorteil gegenüber Heizöl: die Differenz liegt bei 30 bis 40 Prozent. Derzeit muss man bei Holzpellets mit fünf Cent pro Kilowattstunde rechnen, bei Gas sind es rund sechs Cent, bei Heizöl rund acht Cent (Stand Oktober 2018). von Verena Kern

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Heizung & Warmwasser
news-6187 Mon, 03 Dec 2018 09:20:00 +0100 Standard soll Energiemanagement vereinfachen https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/standard-soll-energiemanagement-vereinfachen-6187.html Mehr als 30 Unternehmen, Initiativen und Einzelpersonen aus den Bereichen Speichersysteme, Energieversorgung und Netzbetrieb haben die Open Energy Management Systems (EMS) Association gegründet. Die Vereinigung verfolgt das Ziel, eine herstellerunabhängige und -übergreifende Softwareplattform für die intelligente und effiziente Nutzung von Energie zu entwickeln. Die Verteilung erneuererbarer Energien ist oft noch sehr ineffizient. Obwohl die Technologien für Photovoltaik, Speichergeräte, Wärmepumpen und Ladesäulen ausgereift sind, scheitern viele Projekte in der Praxis daran, dass die verschiedenen Technologien immer noch weitestgehend isoliert voneinander arbeiten. Das will die OpenEMS Association ändern. Die Mitglieder bauen eine Plattform auf, die die Vernetzung unterschiedlichster Geräte beim Kunden möglich macht. Die Entwicklung erfolgt dabei als Open Source Software.

Es sollen offene und proprietäre „Apps“ entstehen, die die Plattform nutzen, um die verschiedenen Geräte logisch zusammenzuführen, um damit Energie effizienter zu verteilen, Kosten zu sparen und die Stromnetze zu stabilisieren. Der Zusammenschluss etabliert ein Netzwerk aus Unternehmen, Instituten und Universitäten, Studierenden und Privatpersonen, die sich mit dem Management von Erzeugung, Verteilung und Verbrauch von Strom und Wärme beschäftigen.

„Wir verfolgen die Vision, dass schon bald alle Energieerzeuger und -verbraucher im Haus dank einer Plug-and-Play-Kompatibilität miteinander sprechen und zentral gesteuert werden können“, erklärt Franz-Josef Feilmeier, Geschäftsführer der Fenecon GmbH. Er ist Initiator und Mitgründer der OpenEMS Association. Je mehr Geräte dafür auf der Basis eines etablierten Standards zur Verfügung stünden, desto leichter sei diese Vision zu erreichen. Herstellern von Wechselrichter, Wärmepumpen und Ladesäulen eröffnen sich neue Möglichkeiten: „Lassen sich Geräte aus anderen Branchen, beispielsweise eine Wärmepumpe mit einer Wallbox und einem Stromspeicher verbinden, steigt die Interoperabilität und dementsprechend nehmen auch die Möglichkeiten für den Einsatz der Geräte zu“, ergänzt Alexander Hirnet, tätig beim Batteriespezialisten Varta Storage. Quelle: OOpenEMS / pgl

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Solarenergie
news-6186 Sat, 01 Dec 2018 07:41:00 +0100 Ausfallquote am Bau höher als in anderen Branchen https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/ausfallquote-am-bau-hoeher-als-in-anderen-branchen-6186.html Der Bauboom und die gute Auftragslage sorgen dafür, dass die Ausfallquote in der Baubranche von 2 Prozent in 2014 auf 1,5 Prozent in 2017 gesunken ist. Dieser Wert liegt jedoch weiterhin über dem der Gesamtwirtschaft. Das zeigen die Ergebnisse eines aktuellen Reports des Bauherren-Schutzbund (BSB) zur Finanzsituation von Baupartnern privater Bauherren.  Trotz der positiven Entwicklung sollten angehende Eigenheimbesitzer und Modernisierer ihre Baufirma weiterhin genau unter die Lupe nehmen. "Für private Bauherren ist die wirtschaftliche Solidität des Baupartners die Basis für eine risikoarme und erfolgreiche Investition", sagt BSB-Geschäftsführer Florian Becker. Neben der gesunkenen Insolvenzwahrscheinlichkeit spiele vor allem die Wirtschaftskraft der Unternehmen eine Rolle.

Der bei Creditreform Berlin Brandenburg Wolfram KG beauftragte Branchenreport zeigt: Bezieht man die Unternehmen mit schwacher und stark ausfallgefährdeter Bonität ein, so sind die Werte schlechter, als der bundesweite Unternehmensdurchschnitt. Bei insgesamt 3,8 Prozent der betrachteten Unternehmen erscheint die Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen, kaum befriedigend oder schlechter. "Auch wenn es nicht zu einer Insolvenz des Unternehmers kommt, steigt bei schwacher Bonität die Wahrscheinlichkeit für Zahlungsverzögerungen und somit das Risiko für den Bauherren", so Becker.

Eine verzögerte Zahlung, zum Beispiel an Lieferanten und Nachunternehmer, hat häufig Auswirkungen auf den Fertigstellungstermin und die Fertigungsqualität. Beim Bauträgergeschäft ist das wirtschaftliche Risiko für private Bauherren nochmals deutlich höher. Hier bauen Wohnungskäufer nicht auf eigenem Grund, bei einer Pleite stehen sie im schlimmsten Fall mit leeren Händen da.

Die im Gesetz vorgesehene Fertigstellungssicherheit in Höhe von 5 Prozent der Bau- bzw. Kaufsumme ist in den meisten Insolvenzfällen nur ein schwacher Trost. Becker nimmt den Gesetzgeber in die Pflicht: "Damit Verbraucher bei Bauträgergeschäften den Anbietern nicht schutzlos ausgeliefert sind, müssen dringend - wie im Koalitionsvertrag vorgesehen - die gesetzlichen Grundlagen verbessert werden." Bauherren und Immobilienerwerber können das wirtschaftliche Risiko beim Bauen deutlich reduzieren. Neben der rechtlichen und technischen Prüfung von Bauverträgen und Baubeschreibungen ist die Überprüfung der wirtschaftlichen Situation eines potenziellen Baupartners durch eine detaillierte Wirtschaftsauskunft ein entscheidendes Element der Risikovorsorge. Quelle: BSB / pgl

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Finanzierung
news-6184 Fri, 30 Nov 2018 07:19:00 +0100 Viele Energieausweise sind ab 2019 ungültig https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/viele-energieausweise-sind-ab-2019-ungueltig-6184.html Energieausweise für Wohngebäude, die bei Einführung der allgemeinen Ausweispflicht vor zehn Jahren ausgestellt wurden, verlieren 2019 ihre Gültigkeit. Eigentümer, die ihre Immobilie neu vermieten oder verkaufen wollen, müssen den Ausweis erneuern lassen. Beim Kauf von Kühlschrank, Staubsauger oder Waschmaschine können Verbraucher am Energielabel ablesen, wie energiesparend das Gerät ist. Auch wer eine Immobilie kaufen oder mieten möchte, kann sich vorab über die Energieeffizienz des Gebäudes informieren – mithilfe des Energieausweises. Dieses Dokument zeigt auf einer Skala von Grün nach Rot den energetischen Zustand des Hauses an. Damit können potenzielle Mieter oder Käufer die Energieeffizienz verschiedener Gebäude vergleichen.

Den Energieausweis stellen dazu berechtigte Personen, etwa Fachhandwerker oder Bauingenieure, aus. Meist können Eigentümer von Bestandsgebäuden dabei zwischen zwei Varianten wählen: dem Verbrauchs- oder dem Bedarfsausweis. Beim Verbrauchsausweis basiert das Ergebnis auf dem bisherigen Energieverbrauch der Bewohner. Bei der Erstellung eines Bedarfsausweises überprüft dagegen ein Experte Gebäude und Heizung und berechnet daraus den Energiebedarf. "Der Bedarfsausweis kostet mehr, ist aber objektiver und aussagekräftiger", erklärt Kerstin Vogt, Leiterin der Geschäftsstelle des Forums für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik VdZ.

Die Ausweispflicht für Gebäude, die neu vermietet, verpachtet oder verkauft werden sollen, besteht in Deutschland seit Januar 2009. Für Wohngebäude, die bis 1965 errichtet wurden, gilt diese Pflicht schon seit Juli 2008 und für Neubauten bereits seit 2002. Da Energieausweise zehn Jahre gültig sind, laufen 2018 und 2019 viele der Ausweise ab. Betroffene Eigentümer, die ihre Immobilie verkaufen oder neu vermieten wollen, müssen sich daher einen neuen Ausweis ausstellen lassen. Denn nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind sie verpflichtet, Miet- oder Kaufinteressenten einen aktuellen Ausweis spätestens bei der Besichtigung vorzulegen und bei Vertragsabschluss zu übergeben.

Auch in der Anzeige müssen schon energetische Kennwerte angegeben werden. Andernfalls drohen Bußgelder von bis zu 15.000 Euro. Quelle: VdZ / pgl

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Finanzierung
news-6190 Thu, 29 Nov 2018 07:02:00 +0100 Gebäudeenergiegesetz sorgt nicht für Effizienz am Bau https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/gebaeudeenergiegesetz-sorgt-nicht-fuer-effizienz-am-bau-6190.html Die Resonanz auf den bislang vorliegenden Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes ist verhalten bis negativ. Nur die Wohnungswirtschaft konnte ihre zentrale Forderungnach Quartierskonzepten unterbringen und freut sich über die Sanierung im Quartier. Verbände aus dem Baubereich sind eher skeptisch. Die Heizungsbranche hält sich mit Einschätzungen noch zurück.  Der GdW, der Lobbyverband der Wohnungswirtschaft, freut sich besonders über die Möglichkeit, dass "beim Neubau von Gebäuden optional die Vermeidung von Treibhausgasen betrachtet werden kann." Damit bezieht sich der Verband auf die Möglichkeit, nicht den Primärenergiebedarf, sondern den CO2-Ausstoß eines Gebäudes für die Erfüllung der Anforderungen zu betrachten. Wird die Energie mit geringer Belastung erzeugt, muss die Gebäudehülle nicht ganz so gut sein.

An diesem Ansatz gibt es Kritik. Zum einen steht C02-neutrale Energie nur begrenzt zur Verfügung. Zum anderen berücksichtigt dieser Ansatz die Kostenbelastung für die Mieter nicht. Deren Heizkosten können hoch sein, auch wenn die CO2-Bilanz gut ist, beispielsweise bei Strom. Die sogenannte Innovationsklausel, auf die sich die Wohnungswirtschaft stützt, konterkariere das im Koalitionsvertrag genannte "Efficiency First"-Prinzip, kritisiert Christian Noll, Geschäftsführer der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff). Die Deneff hat knapp 180 Mitglieder aus Industrie und Beratung. "Eine Klausel, die lediglich die Anforderungsgrößen ändert, ist keine Innovation, sondern produziert nur zusätzlichen Vollzugsaufwand und neue Schlupflöcher", erklärt Noll.

Baulicher Wärmeschutz verliert Relevanz

Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Bundesverbands Gebäudehülle (BuVEG) begrüßt prinzipiell die geplante Zusammenführung der Gesetz im Gebäudeenergiegesetz, sieht aber Schwachpunkte im jetzigen Entwurf: "Insbesondere betrachten wir die schleichende Verschlechterung der bisher geltenden Anforderungen an den Primärenergiebedarf und den baulichen Wärmeschutz als sehr großes Manko."

Die Wohnungswirtschaft freut sich auch über Quartierslösungen: "Positiv ist außerdem, dass gemeinsame Nachweise für mehrere Gebäude in Wohnquartieren ermöglicht werden sollen", so der GdW. "Gerade im Bestand ist eine höhere Sanierungsquote dringend notwendig. Mit Schönrechnerei werden wir auch die Klimaschutzziele 2030 und 2050 reißen", wendet Jan Peter Hinrichs ein.

Zudem sollen die Effekte von Photovoltaik-Anlagen und Kraft-Wärme-Kopplung leichter in den Nachweisen angerechnet werden können. "Damit wird eine Reihe von Vorschlägen der Wohnungswirtschaft in dem Entwurf aufgegriffen", so die Wohnungswirtschaft. Aus Sicht der Deneff hat auch der an sich positive Punkt, dass gebäudenah erzeugte Energie bei der Bilanz berücksichtigt werden kann, einen Pferdefuß: "Der PV-Bonus spielt Erneuerbare und Effizienz gegeneinander aus, statt sie gemeinsam voranzubringen. De facto führt die Regelung sogar zu einer Abschwächung der Energieeffizienzanforderungen an Gebäude mit fossilen Heizungen." Die erweiterte Möglichkeit der Anrechnung von PV-Erträgen kann zu schlechteren Standards in anderen Bereichen führen. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass ein Bauherr, der ohnehin einen PV-Anlage wollte, deswegen schlechtere Fenster einbaut oder weniger dämmt.

Unverbindlichkeit könnte zu neuen Investitionen zwingen

"Leider versäumt die Bundesregierung die Möglichkeit, einen zukunftsfähigen Rahmen für klimafreundliche Gebäude zu schaffen", so Noll weiter. Er warnt auch vor der Schwammigkeit des jetzt vorliegenden Entwurfs: "Da unklar ist, ob die EU-Kommission den Ansatz des GEG als Nahe-Nullenergie-Gebäude akzeptiert, entsteht im Ergebnis mehr Rechtsunsicherheit für Bauherren und Investoren." Das gilt insbesondere deshalb, weil die Anforderungen an neu errichtete Gebäude nicht ambitionierter werden. Das verhindern auch Festlegungen im Koalitionsvertrag. Die Konsequenz könnte sein, dass Neubauten, die nach den Mindestanforderungen dieses Gesetzentwurfes errichtet werden, nicht die Standards für den benötigten klimaneutralen Gebäudebestand für 2050 erreichen und vor 2050 energetisch verbessert werden müssten. "Das ist eine Verschwendung von finanziellen, energetischen und stofflichen Ressourcen und bietet keine langfristige Strategie für eine Klimaneutralität des Gebäudebestands, die entscheidend für eine wesentliche Reduzierung der CO2-Emissionen ist", so Hinrichs.

Moderate Änderung bei Energieausweisen

Bei den Energieausweisen bleiben die Änderungen moderat, eine wirkliche Steigerung der Qualität ist nicht zu erwarten. "Der Aussteller hat ein bestehendes Gebäude, für das er einen Energieausweis erstellt, vor Ort zu begehen oder sich für eine Beurteilung der energetischen Eigenschaften geeignete Bildaufnahmen des Gebäudes zur Verfügung stellen zu lassen und im Energieausweis Empfehlungen für Maßnahmen zur kosteneffizienten Verbesserung der energetischen Eigenschaften des Gebäudes (Energieeffizienz) in Form von kurz gefassten fachlichen Hinweisen zu geben (Modernisierungsempfehlungen), es sei denn, die fachliche Beurteilung hat ergeben, dass solche Maßnahmen nicht möglich sind" heißt es dazu im Entwurf. Die Defizite, dass ein Ausweis ohne Kenntnis des Objekts erstellt werden kann wird benannt, aber nicht verbindlich beseitigt. Gut sei die Erweiterung der Energieausweis-Zulassung für den Bereich der Nichtwohngebäude, so der Energieberaterverband GIH. Auch die jetzt enthaltene Beschreibung des nationalen Prüfverfahrens zur Prüfung der Luftdichtheit im nationalen Anhang zur ISO-Norm 9972 durch Tabellen im Anhang begrüßt der GIH. von Pia Grund-Ludwig

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Finanzierung
news-6181 Wed, 28 Nov 2018 08:49:00 +0100 Somfy treibt Sonnenschutz mit Akkus an https://www.enbausa.de/lueftung/aktuelles/artikel/somfy-treibt-sonnenschutz-mit-akkus-an-6181.html Die neue Somfy-Antriebsreihe verfügt über integrierte Lithium-Ionen-Akkus. Dadurch ist die Installation und Bedienung einfacher und komfortabler. Die neuen Antriebe Somfy Roll Up und Somfy Sonesse eignen sich für alle Behangarten und Fenstergrößen. Dank der integrierten Akkus kann bei der Installation auf das mühsame und kostspielige Fräsen von Steuerleitungskanälen verzichtet werden. Auch die oberen und unteren Endlagen sind mittels Funkhandsender schnell eingestellt.

Die neuen Somfy-Antriebe laufen sehr ruhig und verfügen über ine intelligente Soft Start- und Soft Stop-Funktion in den Endlagen. So werden die Behänge bestmöglich geschont. Individuelle Lamellenwendungen lassen sich über den Funkhandsender Somfy Modulis RTS mit patentiertem Scrollrad ganz nach Wunsch justieren. Auch eine persönliche Lieblingsposition ist speicherbar. Die Akku halten lange, nach Angaben des Herstellers müssen sie bei zwei Fahrzyklen pro Tag nur einmal im Jahr aufgeladen werden. Eine Status-LED am Antriebskopf sowie reduzierte Fahrgeschwindigkeiten signalisieren den richtigen Zeitpunkt.

Immer mehr Verbraucher interessieren sich für die digitale Vernetzung ihrer Haustechnik. Das Zusammenspiel verschiedener Komponenten in zeit- und sensorbasierten Wohlfühlszenarien erleichtert den Alltag spürbar. Bei einer Einbindung von Somfy Roll Up und Somfy Sonesse in die Smart Home-Komplettsteuerung Somfy TaHoma Premium passen sich die Behänge mittels Sonnen- und Temperatursensoren automatisch an die jeweiligen Witterungsverhältnisse an. So werden die Wohnräume beispielsweise bei starker Sonneneinstrahlung auch dann beschattet, wenn niemand zu Hause ist. Quelle: Somfy / pgl

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Lüftung & Klima
news-6180 Tue, 27 Nov 2018 08:47:00 +0100 Bewerbungen für den Holzbaupreis 2019 sind möglich https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/bewerbungen-fuer-den-holzbaupreis-2019-sind-moeglich-6180.html Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat lobt Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes – den Deutschen Holzbaupreis 2019 aus. In Zusammenarbeit mit weiteren Branchenpartnern der deutschen Forst- und Holzwirtschaft sowie den Holzbau Deutschland Leitungspartnern wird der Deutsche Holzbaupreis im Namen des Informationsdienst Holz vergeben. Der Holzbaupreis zeichnet realisierte Gebäude und Gebäudekomponenten aus, die überwiegend aus Holz und Holzwerkstoffen sowie weiteren nachwachsenden Rohstoffen bestehen und vorbildlich das Anwendungsspektrum des Baustoffes Holz darstellen. Die einzureichenden Bauwerke sollen von hoher gestalterischer Qualität sein.

Die Auslobung erfolgt in den Kategorien Neubau, Gebäude im Bestand sowie innovative Planungs- und Baukonzepte. Abgabeschluss der digital einzureichenden Unterlagen ist der 31. Januar 2019. Das Preisgeld beträgt insgesamt 20.000 Euro. Teilnehmen können Architekten, Tragwerksplaner und Bauherren sowie Holzbauunternehmen, die Bauwerke beziehungsweise Bausysteme planen, entwickeln und/oder herstellen. Für die Kategorie "Komponenten / Konzepte" dürfen zudem Einzelpersonen, Arbeitsgruppen, Institutionen aus Forschung, Entwicklung und Lehre oder Betriebe und Unternehmen Projekte einreichen.

Der Deutsche Holzbaupreis wird alle zwei Jahre ausgelobt. Er gilt als die wichtigste Auszeichnung für Gebäude aus Holz in Deutschland. Im Jahr 2019 findet die Preisverleihung am 28. Mai 2019 auf der Fachmesse Ligna 2019 statt.  Die Preisträger 2019 werden auch wieder in einer von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt fachlich und finanziell geförderten Wanderausstellung HOLZ.BAU.ARCHITEKTUR - Entwerfen, Konstruieren und Bauen mit Holz" präsentiert, die nächstes Jahr auf die Reise durch Deutschland geht. Quelle: Holzbau Deutschland / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6185 Mon, 26 Nov 2018 07:57:00 +0100 Gebäudeenergiegesetz bringt wenig für Klimaschutz https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/gebaeudeenergiegesetz-bringt-wenig-fuer-klimaschutz-6185.html Der Gesetzentwurf für das Gebäudeenergiegesetz steht. Es soll die bisherigen Gesetze Energieeinspargesetz und Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz vereinheitlichen und Inkonsistenzen beseitigen. Er ist nach Informationen von EnBauSa.de bislang von den zuständigen Ministerien abgezeichnet und muss nun noch ins Kanzleramt. Ein Termin für die Verbändekonsultation ist noch nicht bekannt. Der Zeitplan ist eng: Bis Anfang 2019 muss die Bundesregierung definieren, was nach deutschem Recht ein Nahezu-Null-Emissions-Gebäude ist. In eigenen Nichtwohngebäuden muss sie den Standard realisieren. Das fordert die EU. Auch für Bauherren und Baugewerbe ist Klarheit über die weitere Strategie gefordert. Bis 2021 müssen alle neuen Gebäude Nahezu-Null-Emissions-Gebäude sein. Das Gebäudeenergiegesetz gibt dazu den Rahmen vor. Gleichzeitig schließt aber der Koalitionsvertrag Verschärfungen der Anforderungen aus.

In vielen Bereichen bleibt der Gesetzentwurf wenig verbindlich. So gibt es keine strengen Baustandards für öffentliche Gebäude, es blieb bei der vagen Aussage aus dem Koalitionsvertrag, dass die öffentliche Hand "eine Vorbildfunktion" hat. In früheren Entwürfen war vorgesehen, dass die öffentliche Hand nach dem Standard KfW 55 baut, also ambitionierter als der Mindest-Neubaustandard. Dagegen gab es Widerstand aus den Reihen der CDU. Das hatte die Verabschiedung in der vergangenen Legislaturperiode mit verhindert.

Mit Spannung erwartet wurde, ob es im Entwurf zu einer Umstellung der Berechnungsgrundlage für die Gebäudebilanz kommt. Diskutiert wird unter anderem, die CO2-Emissionsbilanz eines Gebäudes anstatt des Jahresprimärenergiebedarfs zur Grundlage zu machen.

Ein erster Versuch dazu wird mit einer Innovationsklausel gemacht. Die ermöglicht es zunächst bis Ende 2023, durch eine Befreiung der zuständigen Behörde die nach diesem Gesetz erforderlichen Anforderungen anstelle des Jahresprimärenergiebedarfs über ein auf die Begrenzung der Treibhausgasemissionen ausgerichtetes System nachzuweisen, wenn die Gleichwertigkeit der Anforderungen gegeben ist. In der Konsequenz könnte das heißen, dass in Gebäuden eine schlechte Gebäudehülle zulässig ist, wenn bei der Wärmeerzeugung wenig Treibhausgase entstehen.

Ein zweiter Teil der im neuen Gesetz eingeführten Innovationsklausel ist ebenfalls bis 2023 begrenzt. Er soll quartiersbezogene Ansätze der Energiebilanzierung erleichtern. Das war eine Forderung, die vor allem von der Wohnungswirtschaft erhoben wurde und auch nur ihr zugute kommen dürfte. Sie sieht vor, dass nicht einzelne Gebäude, sondern auch komplette Quartiere die Anforderung aus dem Gebäudeenergiegesetz erfüllen dürfen. Es ist also möglich, in einem Wohnquartier einzelne Gebäude auf einen sehr hohen Standard zu sanieren und andere gar nicht. Das kann sich gegenseitig ausgleichen.

Es kommt deshalb vor allem der Wohnungwirtschaft zugute, weil es in Quartieren mit gemischten Eigentumsverhältnissen kaum zu organisieren sein dürfte. Auch ist die Definition eines "Quartiers" unklar und erlaubt im Prinzip beliebige Grenzziehungen.

Neu ist im Gebäudeenergiegesetz gegenüber den EEWG die Option, dass gebäudenah erzeugter Strom zur Deckung des Wärme- und Kältebedarfs als erneuerbare Energie angerechnet werden darf. Das können Hausbeistzer nutzen, die PV auf dem Dach haben, um eine Wärmepumpe zu betreiben. Dies entspreche "dem Grundsatz "Efficiency First" bei der gebäudenahen Nutzung erneuerbarer Energien", wird im Gesetzentwurf argumentiert. "Zur Bereitstellung von Raumwärme existieren effizientere strombetriebene Techniken, die bevorzugt eingesetzt werden sollten", heißt es dazu im Entwurf. Ob mit gebäudenah allerdings auch Nachbarn gemeint sind und wie der Begriff überhaupt zu verstehen ist, wird wieder einmal die (juristische) Praxis zeigen müssen. Ausgeschlossen sind Stromdirektheizungen.

Es ist auch der einzige Absatz, in dem auf das im Koalitionsvertrag vereinbarte Prinzip Efficiency First Bezug genommen wird. Im Koalitioonsvertrag wurde noch ein starker Fokus auf eine Reduktion des Energieverbrauchs gelegt. Das findet sich im Gebäudeenergiegesetz in dieser Form nicht mehr. "Die sogenannte Innovationsklausel konterkariert das im Koalitionsvertrag genannte "Efficiency First"-Prinzip. Eine Klausel, die lediglich die Anforderungsgrößen ändert, ist keine Innovation, sondern produziert nur zusätzlichen Vollzugsaufwand und neue Schlupflöcher", kritisiert deshalb Christian Noll von der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz.

Bei der Ausstellung von Energieausweisen fordert das Gesetz "strengere Sorgfaltspflichten", bleibt aber auch da unkonkret. Eine Koppelung an einen Besuch vor Ort oder eine Umstellung auf einen einheitlichen Ausweis ist nicht vorgesehen. "Ohne einen Besuch vor Ort bleibt der Energieausweis ein zahnloser Tiger", kritisiert Benjamin Weismann vom Energieberaterverband GIH. von Pia Grund-Ludwig

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Finanzierung
news-6173 Mon, 26 Nov 2018 07:17:00 +0100 Effizienzunterschiede bei Solarspeichern sind hoch https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/effizienzunterschiede-bei-solarspeichern-sind-hoch-6173.html Bei der Suche nach einem passenden Speichersystem steht heute oft die Größe des Batteriespeichers im Mittelpunkt. Je größer die Speicherkapazität, so lautet das Credo, umso größer sei die erzielbare Eigenversorgung. Dass dies jedoch kein Naturgesetz ist, zeigen die Ergebnisse der neuen Studie der HTW Berlin. Der Grund hierfür: Hohe Umwandlungs- und Standby-Verluste von überdimensionierten Speichersystemen schmälern den eigentlichen Nutzen der Stromspeicherung. "Dagegen können kleine, effiziente Speichersysteme erstaunlicherweise sogar eine geringere Stromrechnung am Jahresende ermöglichen", erklärt Johannes Weniger, Initiator der Stromspeicher-Inspektion. Seine Empfehlung: Beim Speicherkauf sollte demzufolge die Systemeffizienz das wichtigere Auswahlkriterium sein.

Im Rahmen der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Studie wurde ein weiterer Aspekt erstmals bewertet: die unterschiedlichen Systemkonzepte zur elektrischen Einbindung der Batteriespeicher. Zehn Speicherhersteller und Systemanbieter haben die Untersuchungen mit Labormessdaten von unabhängigen Prüfinstituten unterstützt. Der Systemvergleich basiert auf dem an der HTW Berlin entwickelten System Performance Index (SPI), der alle relevanten Verlustursachen in einer Kennzahl zusammenfasst.

Drei besonders effiziente Photovoltaik-Speichersysteme konnten einen SPI von knapp über 90 Prozent erzielen. Die Effizienzunterschiede zwischen den Systemen sind jedoch größer als bislang vermutet. "Allein in den ersten zehn Jahren beträgt der finanzielle Vorteil eines hocheffizienten Speichersystems bis zu 1000 Euro", erklärt Professor Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin und Mitautor der Studie. Die Höhe der Speicherverluste wirkt sich somit direkt auf die Kosteneinsparungen aus.

Das Fazit der Studie: Die Mehrheit der untersuchten Solarspeichersysteme muss sich in Bezug auf die Effizienz nicht verstecken. "Um die Transparenz im Speichermarkt weiter zu erhöhen, sollten alle Hersteller die Karten offenlegen", ergänzt Quaschning. Gelegenheit dazu gibt es bei der nächsten Stromspeicher-Inspektion im Jahr 2019. Quelle: HTW Berlin / pgl

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Solarenergie
news-6175 Sat, 24 Nov 2018 07:41:00 +0100 Basiskurse für BIM erhalten Zertifikate https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/basiskurse-fuer-bim-erhalten-zertifikate-6175.html Der Verband Deutscher Ingenieure und Buildingsmart zertifizieren Basiskurse für Building Information Modeling (BIM). Bereits 14 Institutionen und Einrichtungen der beruflichen Weiterbildung haben sich ihre Angebote zertifizieren lassen. Das Zertifikat auf der Grundlage der Richtlinie VDI/bS 2552 Blatt 8.1 sichert Qualität und Relevanz der von den Weiterbildungseinrichtungen angebotenen BIM-Basiskurse und ist damit ein Standard für die Qualifizierung im Bereich des digitalen Planens, Bauens und Betreibens mit BIM.

Weiterbildungseinrichtungen können sich mit ihrem BIM-Basis-Programm listen lassen und müssen dafür die festgeschriebenen Lernziele und Lehrinhalte beachten und gewisse Qualitätskriterien erfüllen. Außerdem verpflichten sich die Weiterbildungseinrichtungen, die Online-Prüfung von Buildingsmart International als Abschluss-Prüfung zu nutzen. So ist der BIM-Basis-Kurs faktisch weltweit standardisiert.

Nach erfolgreicher Konformitätsprüfung werden auf den Webseiten der zertifierenden Institutionen alle Weiterbildungsanbieter gelistet, die die geforderten Kriterien für das Weiterbildungszertifikat auf Grundlage der Richtlinie VDI/bS 2552 Blatt 8.1 und der international abgestimmten Rahmenlernziele erfüllen. Quelle: Buildingsmart / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6172 Fri, 23 Nov 2018 07:47:00 +0100 Wohneigentum wurde erneut knapp 9 Prozent teurer https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/wohneigentum-wurde-erneut-knapp-9-prozent-teurer-6172.html Die Wohneigentumspreise steigen weiter kräftig. 2018 kostete eine Wohnung von mittlerem Wohnwert  8,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit lag das Plus knapp über dem Vorjahresniveau (2017: 8,8 Prozent). Einfamilien- und Reihenhäuser weisen dagegen ein zurückgehendes Preiswachstum auf. Zu diesem Ergebnis kommt der "Deutschlandtrend Wohneigentum 2018/2019" des Immobilienverbandes IVD.  "In diesem Jahr beobachten wir bundesweit und über alle Segmente ganz unterschiedliche Preisentwicklungen", erklärt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands IVD. Schick weiter: "In einzelnen Städteklassen und Segmenten wuchsen die Preissteigerungsraten weiter, aber generell zeichnet sich eine leichte Beruhigung der Märkte ab, vor allem bei Einfamilienhäusern und außerhalb der Großstädte."

Ob Neubau oder Bestand: In den Klein- und Mittelstädten ist der Preiszuwachs 2018 bei Eigentumswohnungen insgesamt zurückgegangen. In den Städten mit 5.000 bis 10.000 Einwohnern betrug die Preissteigerung im Neubau (mittlerer Wohnwert) 7,8 Prozent (2017: 5,5 Prozent). In den Städten mit 10.000 bis 20.000 Einwohnern lag sie bei 3,1 Prozent (2017: 5,2 Prozent).

Auch in den großen Städten lasse die Preisdynamik im Vergleich zum Vorjahr leicht nach, so der Verband. Das bedeutet aber lediglich, dass der prozentuale Anstieg auf Basis der hohen Vorjahrespreise nicht mehr so hoch ist.  In den Großstädten mit 100.000 bis 500.000 Einwohnern stiegen die Preise für Eigentumswohnungen im Neubau (mittlerer Wohnwert) um 6,7 Prozent (2017: 8,9 Prozent), in den Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern um 7,5 Prozent (2017: 12,1 Prozent). In den Städten mit 5.000 bis 10.000 Einwohnern ist eine Preissteigerung bei den Eigentumswohnungen (Bestand, mittlerer Wohnwert) von  2 Prozent (2017: 3,9 Prozent) zu verzeichnen. In den Städten mit 10.000 bis 20.000 Einwohnern lag sie bei 3,3 Prozent (2017: 4,4 Prozent). Auch hier ergibt sich ein anderes Bild bei den Großstädten. In den Großstädten unter 500.000 Einwohnern sind die Preise zwar um 7,7 Prozent gestiegen, aber weniger stark als im vergangenen Jahr (9,3 Prozent). In den Großstädten über 500.000 Einwohnern kosten Eigentumswohnungen im Bestand 11,3 Prozent mehr als im Vorjahr (2017: 8,7 Prozent). Quelle: IVD / pgl

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Finanzierung
news-6177 Thu, 22 Nov 2018 07:54:00 +0100 Kongress schafft Durchblick bei Baunormen und Labels https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/kongress-schafft-durchblick-bei-baunormen-und-labels-6177.html Mit dem Megatrend Gesundheit befasste sich der diesjährige Kongress von ausbau + fassade. Zentrales Thema waren Emissionen im Innenraum sowie der Umgang in der Sanierung mit Asbest und Schimmel. Vorgestellt wurde außerdem eine neue Weiterbildung "Meister des Raumklimas". Daniel Tigges, Geschäftsführer des Eco-Instituts, führte in einem Parforce-Ritt durch den Dschungel bei Normen und Gütezeichen. Beim in Europa verbindlichen CE-Zeichen gibt es auf Seiten von Verbrauchern, teilweise aber auch bei Verarbeitern noch immer Unsicherheiten. Die wichtigste Botschaft des Experten: Das CE-Zeichen ist kein Gütesiegel. Es deklariert lediglich die Eigenschaften eines Produkts, und zwar dann, wenn es eine Prüfgrundlage der EU dazu gibt. Nur wenn es diese Prüfgrundlage nicht gibt, darf das Ü-Zeichen verwendet werden.

Informationen zu den aus baubiologischer Sicht kritischen flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) beinhaltet das CE-Zeichen aber nicht, das sei "ein Fehler der EU-Kommission", so Tigges. Dieser Fehler werde mit der Anpassung der CE-Prüfgrundlage durch die EU ausgemerzt, das dauere aber einige Zeit.

Für Baustoffe, die unter eine europäische CE-Kennzeichnung fallen, dürfen seit dem EuGH Urteil 2014 keine zusätzlichen nationalen Kennzeichnungen oder Zulassungen gefordert werden. In Bezug auf die im CE-Zeichen abgedeckten wesentlichen Merkmale eines Bauprodukts wie Brandverhalten oder Emissionsverhalten darf es dadurch auch keine zusätzlichen nationalen Produktanforderungen geben.

CE-Kennzeichen ist bei vorhandener Prüfgrundlage verbindlich

Durch die seit 2017 vorliegende deutsche Musterverwaltungsvorschrift, die von den neuen Landesbauordnungen in Bezug genommen wird, werden aber Anforderungen an bauliche Anlagen bezüglich des Gesundheitsschutzes gestellt. Diese leiten sich wiederum aus den Emissions- und Schadstoffeigenschaften von Produkten ab. Diese Vorgehensweise stellt einen Umweg dar, um auf nationaler Ebene doch Kriterien für Produkte definieren zu können.

Produkthersteller haben die Möglichkeit, durch ihre technische Dokumentation Planern und Handwerkern, beispielsweise durch noch gültige DIBt-Zulassungen oder neue freiwillige DIBt-Gutachten, die den gesundheitlichen Aspekt beinhalten, die Konformität mit diesen Anforderungen darzustellen. Auch freiwillige Prüfzeichen wie Natureplus, der Blaue Engel oder das eco-Institut-Label können durch die noch deutlich strengeren Prüfkriterien für die Umsetzung der gesundheitlichen Anforderungen in Gebäuden dienen.

Im Gegensatz zu den Normen, die sich auf die Gefahrenabwehr beschränken, geht es bei Labels um das Vorsorgeprinzip. Labels gehen an Produkte, die potentiellen Gesundheitsschäden vorbeugen. Die Anforderungen sind unterschiedlich. Bei Natureplus, Blauem Engel und Eco-Institut ist eine Deklaration der Rezeptur gefordert. Bei Blauem Engel gibt es längere Laufzeiten, bei Natureplus und Eco Institut gibt es Nachkontrolle in kürzeren Zyklen, außerdem ist eine unabhängige Probenahme gefordert. Umweltproduktdeklarationen, so genannte EPDs, zeigen die Belastung der Umwelt bei der Herstellung von Produkten. Sie sind häufig Basis für Nachhaltigkeitszertifikate. Sie listen Informationen auf, gewichten und bewerten diese aber nicht.

Offenlegung der Baustoffe bringt mehr als Schlagworte

Der Bausachverständige Karl-Heinz Weinisch warnte in seinem Vortrag davor, Kunden im Bereich schadstoffarmes Bauen zu viel zu versprechen. Schon das Wort "gesund" ist aus seiner Sicht in werblichen Aussagen mit Vorsicht zu genießen, der Begriff sei Medizinern vorbehalten. Auch den Begriff "allergikergeeignet" sollten Handwerker nicht verwenden, da es sehr viele unterschiedliche Allergien gebe und man nicht sicher sein können, was auf die Bewohner des jeweiligen Gebäudes zutreffe. Wenn man im Vertrag allergikergeeignet verspreche, sei man daran auch rechtlich gebunden.

Besser als solche Schlagworte sei eine Offenlegung der verwendeten Baustoffe. Vor allem in öffentlichen Gebäuden sei zudem eine korrekte Lüftungsplanung notwendig. "In Schulen muss die Messung des CO2-Wertes am besten an einzelnen Schülerarbeitsplätzen erfolgen", forderte Weinisch. Neben Lüftung sei Verschattung zentral, vor allem, um VOC zu reduzieren, die bei Hitze vermehrt freiwerden. Und man dürfe nicht vergessen, neben den Baustoffen auch die Möbel beim Innenraumklima zu beachten. Er rät auch, sich die realen Luftwechselraten anzuschauen. Die Norm geht von einer Luftwechselrate von 0,5 aus. Das bedeutet, dass eine Luftmenge, die der Hälfte des Raumvolumens entspricht, in einer Stunde ausgetauscht wird. "Was passiert bei realen Bedingungen einer Luftwechselrate von 0 in dichten Gebäuden" fragte Weinisch.

Um die Herausforderung zu meistern, ist gewerkeübergreifendes Denken notwendig. Eine neue Weiterbildung dazu stellte Roland Falk vom Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade vor. Der erste Schritt ist die Weiterbildung zum Meister des Raumklimas, darauf aufbauend soll es eine Weiterbildung für Sachverständige für Raumklima mit entsprechender Akkreditierung und Qualifizierung geben. Start ist im Mai 2019.

Nationaler Asbest-Dialog arbeitet an Empfehlungen

Auf das Thema Asbest ging Thomas Wagner ein. Im Mai 2017 wurde ein nationaler Asbest-Dialog gestartet, Wagner ist einer der knapp 50 Teilnehmer. In den nächsten Monaten sollen Informationen vorgelegt werden. Bei immer neuen Produktgruppen tauche Asbest auf, "Laibungsputz und Fliesenkleber hatte man lange nicht auf dem Schirm", nennt Wagner ein Beispiel. Insgesamt enthielten 3500 Produkte Asbest.

Ebensowenig wie ein Bau als allergikergeeignet vermarktet werden sollte solle man nach einer Schimmelsanierung Sporenfreiheit versprechen, erklärte Schimmelfachmann Robert Kussauer. Stattdessen solle man sich auf einen Referenzwert aus nicht befallenen angrenzen Räumen beziehen. Klare Worte gab es zum Thema Foggen, bei dem Wirkstoffe nach der Sanierung vernebelt werden. "Das bringt nur etwas für den Geldbeutel ", so Kussauer. Und zwar für den des Ausführenden. von Pia Grund-Ludwig

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Dämmung & Fenster
news-6179 Wed, 21 Nov 2018 07:52:00 +0100 Zahl der Baugenehmigungen steigt nur langsam https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/zahl-der-baugenehmigungen-steigt-nur-langsam-6179.html In den ersten drei Quartalen 2018 wurde der Bau von 135.300 Neubauwohnungen in Mehrfamilienhäusern genehmigt. Das sind 10.330 Wohnungen mehr als im vergleichbaren Zeitraum 2017. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern ging die Zahl der Neubaugenehmigungen um 1,6 Prozent zurück. Der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Dieter Babiel rechnet für 2018 mit der Fertigstellung von etwa 300.000 Wohnungen. Zielmarke im Koalitionsvertrag waren 375.000 Wohnungen. "Trotz Wohngipfel und Baulandkommission scheinen wir bei den Ursachen für den schleppenden Anstieg, wie fehlendes Bauland, Grundstücksspekulation und unterschiedliche Landesbauordnungen, keinen Schritt weiter zu kommen", sagte Babiel zu den heute veröffentlichten Baugenehmigungszahlen des Statistischen Bundesamtes. "Statt immer mehr Bremsen brauchen wir endlich den notwendigen Schub für bezahlbaren Wohnungsbau."

"Es muss jetzt an den richtigen Stellschrauben gedreht werden, um den Wohnungsbau dauerhaft anzukurbeln", forderte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW. "Das im Koalitionsvertrag verankerte Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz muss zügig kommen. Die angekündigten steuerlichen Verbesserungen müssen dringend in Richtung einer dauerhaften Änderung statt eines Strohfeuers für gerade einmal drei Jahre angepasst werden. Zudem benötigen wir dringend als Ergänzung ein Zuschussmodell. Die Genehmigungskapazitäten in den Ämtern sind zu erhöhen und die Ergebnisse der Baukostensenkungskommission aus der letzten Legislaturperiode dringend umzusetzen. Kommunen, Länder und die Bundesregierung müssen an einem Strang ziehen, denn nur wenn alle Maßnahmen zusammen wirken, lässt sich das notwendige Tempo beim Wohnungsbau erreichen."

Er fordert außerdem eine Förderung der seriellen und standardisierten Bauweise und eine entsprechende, bundesweit gültige bauliche Zulassung für diese Gebäude. Ansonsten drohten lange Verfahren in den Bauämtern zu einer weiteren Bremse für innovative Bauvorhaben zu werden. Quellen: Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie / PdW / pgl

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Finanzierung
news-6174 Tue, 20 Nov 2018 08:06:00 +0100 Stromkunden können Lieblingskraftwerk aussuchen https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/stromkunden-koennen-lieblingskraftwerk-aussuchen-6174.html Blockchain-Anbieter im Stromhandel versprechen ökologisch orientierten Verbrauchern, dass sie Strom flexibel und direkt bei den Anbietern ihrer Wahl kaufen. Das Start-up-Unternehmen Lition bietet mit ein paar Mausklicks die Möglichkeit zu definieren, welchen ausgewählten Kraftwerken im Pool das mit der Stromrechnung bezahlte Geld zugute kommen soll. Der Berliner Gasnetzbetreiber und Stromanbieter Gasag stellt Lition sieben Regenerativ-Kraftwerke aus seinem "Ecopool" zur Verfügung. Die Anlagen des Ecopool bilden zusammen ein sogenanntes virtuelles Kraftwerk, bei dem sich Stromquellen mit schwankender Leistung gegenseitig ausgleichen und ergänzen.

Eine weitere Erwartung der Blockchain-Verfechter wird jedoch nicht erfüllt: die Hoffnung, mit ausgefeilten Algorithmen an den alten Versorgungsunternehmen vorbei eine Art Graswurzel-Stromhandel zu treiben. Es gibt keine direkte Kette zwischen dem Konsumenten, der Blockchain und dem Kraftwerk. Lition ist als Vermittler und Garant dazwischen. 

Kunden können sich ein Kraftwerk aussuchen

Ein Verbraucher, der mit Lition einen Stromliefervertrag - über mindestens einen Monat - schließt, bezieht elektrische Energie nach einem Standardtarif. Dann bestimmen automatisierte Rechenvorgänge, welche Anteile des bezahlten Gelds an welches der sieben Ecopool-Kraftwerke gehen. Der Kunde kann sich aber auch gegen einen Aufpreis von einem bis 3,5 Cent pro Kilowattstunde eine der sieben Anlagen aussuchen und damit entscheiden, dass der dafür bestimmte Teil seines Gelds für je mindestens 24 Stunden Stromlieferung an genau dieses Kraftwerk geht. Das könnte zum Beispiel die Photovoltaik-Freiflächenanlage der Gasag in Berlin-Mariendorf oder ein mit Biogas betriebenes Blockheizkraftwerk sein. Wie bei jeder Stromlieferung übers öffentliche Netz geht es dabei nur um die finanzielle Abrechnung - wie der Strom physikalisch fließt, ist eine ganz andere Frage.

Einen Gesprächstermin mit einem der Macher von Lition zu bekommen, dauert zweieinhalb Monate.  Kyung-Hun Ha, der Leiter des operativen Geschäfts, empfängt in einem postmodernen Bürokomplex in Berlin-Pankow. Dem Ingenieur und promovierten Informatiker mit Wurzeln in Korea hört man die Begeisterung für das Blockchain-Projekt in jedem Satz an. Zum einen, sagt Ha, profitierten die Stromkunden von einer transparenten Versorgung mit echtem Grünstrom. Der Preis sei im Schnitt zwischen 20 und 25 Prozent günstiger als der des Grundversorgers. Ein paar Stichproben mit dem Tarifrechner auf der Lition-Website zeigen, dass der Preisvorteil auch mal bei "nur" 16 Prozent liegen kann (zum Beispiel in Hamburg bei monatlich 2500 Kilowattstunden Lieferung), aber das ohne Wechselbonus. Bei anderen Lieferanten kommt ein hoher preislicher Vorteil meist nur im ersten Jahr durch verschiedene Spielarten von Wechselboni zustande. Wer dauerhaft einsparen will, muss dort mühsam jedes Jahr den Versorger wechseln.

Dass der Preis so niedrig sein kann, erklärt Ha vor allem mit zwei Faktoren - dass Lition den Vertrag für die Strombeschaffung direkt statt über die Strombörse EEX abschließe; und dass die Technologie eine hohe "Prozesseffizienz" erlaube, sprich relativ wenig Personalbedarf.

Vorteil auch für Kraftwerksbetreiber

Zum anderen weist Kyung-Hun Ha auf den Vorteil für den Kraftwerksbetreiber hin: Er bekomme mehr für den Regenerativstrom als beim normalen Vertrieb. Für einen solchen Betreiber gebe es, neben weniger wichtigen, klassisch zwei Haupteinnahmequellen: die EEG-Umlage von ungefähr fünf bis zehn Cent pro Kilowattstunde je nach Kraftwerksart vom Netzbetreiber; und den Erlös aus dem Verkauf an die Strombörse EEX in Leipzig - "im vergangenen Jahr rund 3,6 Cent pro Kilowattstunde in der Grundlast." Mit Lition bekomme ein Kraftwerk eine dritte Einnahmequelle, nämlich die erwähnte Aufpreiskomponente. Die Hälfte dieses Aufpreises gehe an Lition; die andere Hälfte an den Kraftwerksbetreiber. "Kunden, die echten Grünstrom beziehen, möchten sichergehen, dass ihr Geld auch an die entsprechenden Erzeuger fließt", sagt Ha mit der Betonung auf "echten". Denn: "Bei den meisten Anbietern wissen sie nicht, woher der Grünstrom wirklich kommt. Meistens handelt es sich um normalen 'Graustrom', der durch entsprechende EU-Zertifikate 'grün' gestellt wurde."

Ziel sei es letztlich auch, den Kraftwerken eine Vermarktungsplattform zu bieten. "Die Kunden sollen eine emotionale Nähe zu einem Kraftwerk in der Region aufbauen können." Und noch einen Schritt weitergedacht: "Unser Ideal wäre, auch Prosumern zum Beispiel mit kleinen PV-Anlagen zu ermöglichen, ihren Überschussstrom abzugeben." Aber rechtlich gehe das noch nicht, "und das wird wohl auch in den nächsten Jahren nicht kommen."

Die Technologie im Hintergrund

Es gibt verschiedene Arten der Blockchain-Technologie. Seit Mai 2018 arbeite Lition mit der Ethereum-Blockchain, sagt Kyung-Hun Ha. Die Transaktionen - wann wie viele Kilowattstunden zu welchem Preis von welchem Kraftwerk an welchen Kunden geliefert werden - mache Lition im Namen des Kunden und speichere sie auf der Blockchain verschlüsselt ab. Und was ist mit dem Datenschutz? "Alle Stammdaten, also die sensiblen Daten, werden in der Powercloud gespeichert." Ha spricht von einer internetgestützten Abrechnungsplattform, bei der es sich nicht um ein Blockchain-System handelt. Die Prozesse laufen also nicht komplett in einer Blockchain ab, sondern sind zwischen dieser und einem davon getrennten System aufgeteilt. Ha: "Die Ausführung einer Transaktion passiert durch Lition."

er Kunde bekomme einen Link zur entsprechenden Adresse auf der Blockchain und könne dort die Transaktion dokumentiert einsehen. Er müsse keine Rechenkapazität vorhalten oder Software installieren. "Theoretisch" könnten Kunden ihre Transaktionen auch selbst ausführen, aber "nur wirklich technikaffine Kunden haben erfahrungsgemäß daran Interesse." Sogar das Aussuchen eines bestimmten Kraftwerks ist offenbar eher eine anfängliche Spielerei: "In der Regel ebbt das Interesse der Kunden an einem solchen ständigen Wechsel nach einer Weile ab, und er wählt den Standardtarif", beschreibt Ha die bisherigen Erfahrungen. Von Alexander Morhart

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Solarenergie
news-6178 Tue, 20 Nov 2018 07:36:00 +0100 Neuordnung der Förderung für Gebäudesanierung verzögert sich https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/neuordnung-der-foerderung-fuer-gebaeudesanierung-verzoegert-sich-6178.html Im Mai 2017 hatte das Bundeswirtschaftsministerium angekündigt, dass die Förderprogramme CO2-Gebäudesanierungsprogramm und Marktanreizprogramm zusammengeführt werden. Als Zeitraum wurde 2017 bis 2019 genannt. Dieser Zeitplan ist nicht mehr zu halten. "Die Zusammenführung der genannten Programme wird derzeit vorbereitet", erklärte das Wirtschaftsministerium auf Anfrage von EnbauSa.de. Die Umsetzung der Förderstrategie des Bundeswirtschaftsministeriums erfolge schrittweise und solle im Jahr 2020 abgeschlossen werden.  Abschließende Entscheidungen zur Neugestaltung des Förderangebots im Gebäudebereich sowie zur zukünftigen Struktur bei der Durchführung gebe es derzeit noch nicht.

Damit ist weiter unklar, wie sich das Ministerium künftig eine Aufgabenverteilung zwischen der Förderbank KfW, die das CO2-Gebäudesanierungsprogramm verwaltet, und dem Bafa, das für das Marktanreizprogramm zuständig ist, vorstellt. Die Stakeholder würden im kommenden Jahr einbezogen, so das Ministerium weiter.

Diskutiert werden dem Vernehmen nach zwei Optionen. Eine ist, dass die KfW für alle Kredite und das Bafa für alle Zuschüsse aus den Programmen zuständig ist. Áls zweite Option gilt die, dass eine der Institutionen den Bereich Nichtwohngebäude, die andere den Bereich Wohngebäude übernimmt. Beides ist aber Berliner Flurfunk, das Wirtschaftsministerium wollte sich zu möglichen Modellen nicht äußern. von Pia Grund-Ludwig

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Finanzierung
news-6171 Mon, 19 Nov 2018 08:00:00 +0100 Testo zeigt Schimmel-Anwendungsset für Maler https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/testo-zeigt-schimmel-anwendungsset-fuer-maler-6171.html Speziell für die Anforderungen im Maler- und Bauhandwerk hat der Messtechnik-Hersteller Testo ein neues Anwendungsset zur Schimmeldetektion geschnürt. Damit wird die vorsorgliche Schimmelerkennung einfacher.  Die Kombination aus hoher Luftfeuchtigkeit und niedrigen Oberflächentemperaturen ist ein Nährboden für Schimmelpilz. Dieser verursacht neben Materialzerstörung gesundheitliche Beschwerden. Bei Umbauten, Bautrocknung, Dämmarbeiten oder Malerarbeiten empfiehlt sich daher das punktuelle Überprüfen von Feuchte und Temperatur.

Eine einfache, intuitive und schnelle Methode ist die Schimmeldetektion mit der testo Smart Probes App und den passenden Fühlern testo 605i und testo 805i. Die Schimmelindikation hilft bei der vorsorglichen Schimmelerkennung, sodass Schimmel gar nicht erst entstehen kann.

Mithilfe eines Ampelsystems wird in der App angezeigt, wie groß die Schimmelgefahr an der gemessenen Stelle wirklich ist. Mit der App werden alle Messdaten an das mobile Endgerät gefunkt und können dort sofort abgelesen, protokolliert und anschließend direkt per E-Mail versendet werden. Mit praktischen Messmenüs und Sonderfunktionen wird das Smartphone zur Messdatenzentrale.

In einem neuen Praxisvideo zeigt Malermeister Daniel Schneider aus dem Schwarzwald Schritt für Schritt, wie er mit den Messgeräten testo Smart Probes 605i und 805i sowie der testo Smart Probes App schimmelgefährdete Stellen entdeckt und bewertet. Quelle: Testo / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6170 Mon, 19 Nov 2018 07:58:00 +0100 Nachtspeicher sind nur kleiner Energiewende-Baustein https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/nachtspeicher-sind-nur-kleiner-energiewende-baustein-6170.html Im Kontext der Energiewende stellt sich die Frage, ob elektrische Speicherheizungen einen Beitrag zur verstärkten Nutzung der fluktuierenden Wind- und Solarenergie und zur Emissionsminderung im Raumwärmebereich leisten können. Modellrechnungen am Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin zeigen: Insgesamt dürften flexible Speicherheizungen nur eine Nischenrolle bei der weiteren Umsetzung der Energiewende spielen.  Im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts wurde untersucht, welche Effekte sich im deutschen Stromsystem ergeben, falls die bestehenden Nachtspeicherheizungen rund um die Uhr flexibel geladen werden können. Modellrechnungen für das Jahr 2030 zeigen, dass eine moderate Verringerung der Gesamtkosten des Stromsystems möglich ist. Dabei kommt es nur in einem Szenario mit hohem CO2-Preis zu einem zusätzlichen Ausbau erneuerbarer Energien und entsprechenden Emissionsminderungen. Gleichzeitig lässt sich in einem Zielszenario ein Anteil erneuerbarer Energien von 65 Prozent etwas günstiger erreichen.

Einer komplementären betriebswirtschaftlichen Analyse zufolge werden tragfähige Geschäftsmodelle dadurch erschwert, dass die Erlöse von äußeren Umständen abhängen, die einzelne Unternehmen nicht beeinflussen können, insbesondere der Variabilität der Strompreise.

Insgesamt dürfte eine Flexibilisierung bestehender Nachtspeicherheizungen somit allenfalls einen kleinen Beitrag zur weiteren Umsetzung der Energiewende in Deutschland leisten. Ein nennenswerter Ausbau elektrischer Speicherheizungen über den existierenden Bestand hinaus erscheint wenig plausibel und wurde in der Modellierung auch nicht weiter betrachtet.

Dagegen dürften andere Maßnahmen deutlich relevanterer für die Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele sein, insbesondere der Ausbau von Wärmepumpen und die energetische Sanierung des Gebäudebestands. Quelle DIW / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6167 Fri, 16 Nov 2018 07:29:00 +0100 Neue Rekorde bei Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/neue-rekorde-bei-perowskit-silizium-tandemsolarzellen-6167.html Einem Forscherteam am Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) ist es gelungen, den Wirkungsgrad von Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen auf 25,5 Prozent zu steigern, dem höchsten Wert, der bis jetzt publiziert werden konnte. Schlüssel zum Erfolg sind mikrofeine Strukturen auf der Unterseite der Siliziumschicht. Tandemsolarzellen aus Silizium und Metall-Halid Perowskit-Verbindungen können einen besonders großen Anteil des Sonnenspektrums in elektrische Energie umwandeln. Allerdings wird normalerweise ein Teil des Lichts reflektiert und geht damit für die Energieumwandlung verloren. Nanostrukturen können dafür sorgen, dass die Solarzelle mehr Licht einfängt. So werden zum Beispiel pyramidenförmige Strukturen in Silizium eingeätzt. Solche strukturierten und damit rauen Silizium-Schichten sind allerdings nicht mehr als Unterlage für die hauchdünnen Perowskit-Schichten geeignet.

Ein Team um den HZB-Physiker Steve Albrecht hat unterschiedliche Designs von Tandemzellen mit lichteinfangenden Strukturen untersucht. Am besten funktionierten Tandemzellen, deren Silizium-Schicht von unten strukturiert war. Die Schicht aus dem Mineral Perowskit konnte damit auf die glatte Seite des Siliziums aufgebracht werden.

Auf die Perowskit-Schicht brachten sie zusätzlich eine Polymer-Folie auf, die ebenfalls strukturiert war, eine so genannte Lichtmanagement-Folie (LM-Folie). "Auf diese Weise gelang es uns, den Wirkungsgrad einer monolithischen Perowskit-Silizium-Tandemzelle von 23,4  auf 25,5 Prozent deutlich zu verbessern", sagt Marko Jošt, Postdoktorand im Team von Albrecht.

Modellierung zeigt: bis zu 32,5 Prozent möglich

Darüber hinaus haben Jošt und Kollegen ein ausgefeiltes numerisches Modell für solche komplexen 3D-Schichtstrukturen und ihre Wechselwirkung mit Licht entwickelt. Damit konnten sie berechnen, wie sich unterschiedliche Zell-Designs mit Texturen an verschiedenen Schnittstellen auf den Wirkungsgrad auswirken. "Aufgrund der komplexen Simulationen und empirischen Daten können wir abschätzen, dass sich sogar Wirkungsgrade von 32,5 Prozent erzielen lassen – sofern es uns gelingt, Perowskit mit einer Bandlücke von 1,66 Elektronenvolt einzubauen", erklärt Jošt.

Teamleiter Steve Albrecht ergänzt: "Wir haben auf der Basis von echten Wetterdaten den Energieertrag im Jahresverlauf berechnen können, und zwar für die verschiedenen Zelldesigns und für drei verschiedene Standorte." Die Simulationen zeigen, dass die LM-Folie auf der Oberseite der Zelle sich vor allem bei diffuser Beleuchtung, also nicht nur bei senkrechtem Lichteinfall, lohnt. Damit könnten Tandemzellen mit eingebauten LM-Folien sich auch für den Einsatz an Fassaden eignen: Mit der so genannten bauwerksintegrierten Photovoltaik (BIPV) werden aktuell riesige neue Flächen für die Energiegewinnung erschlossen. Quelle: HZB / sth

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Solarenergie
news-6168 Thu, 15 Nov 2018 07:47:00 +0100 Gerangel um ökologisch korrekte Heizung hält an https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/gerangel-um-oekologisch-korrekte-heizung-haelt-an-6168.html Die Frage, welchem Wärmeerzeuger die nahe und mittlere Zukunft gehört, beherrschte in Berlin die HEAT-Konferenz der Mineralölindustrie und das 16. Forum Wärmepumpe des Bundesverbands Wärmepumpe. Das eigentlich brennende Thema, wie sich Verbraucher überhaupt vom Heizungswechsel überzeugen lassen, trat dabei in den Hintergrund. Im Moment wird bei der Sanierung einer Heizung auch der Umstieg auf einen Öl- oder Gasbrennwertkessel gefördert. 2019 könnte diese Förderung auslaufen, deshalb bringt sich die Mineralöldustrie in Stellung. Sie setzt darauf, fossile Brennstoffe per Power-to-liquid-Technologie durch Flüssigbrennstoffe auf Basis erneuerbarer Rohstoffe zu ersetzen.

Bislang, so Arne Kuhrt, Geschäftsführer des Mineralölhändlerverbands Uniti, liege der Preis dafür noch bei zirka einem Euro pro Liter Heizöl. Bei derzeitigen Preisen für fossile Brennstoffe von um die 90 Cent ist der Unterschied also nicht mehr groß.

Dass die synthetische Herstellung flüssiger Brennstoffe zur Zeit ein spannendes Thema ist beweist auch die Vergabe des deutschen Gründerpreises an Ineratec for wenigen Wochen. Das Start-up hat eine kompakte Anlage entwickelt, die Überschussgase aus Biogas-, Klärgas-, und Deponiegasanlagen in stofflich weiterverwertbare synthetische Kohlenwasserstoffe umwandelt. Die Anlagen sind kompakt, passen in einen Container und können auch mobil da installiert werden, wo sie benötigt werden. Neun Anlagen seien bereits gebaut und verkauft, jetzt gehe es um die Skalierung, berichtete Gründer Tim Böltken. Fast 80 Prozent der Kunden kommen aus dem Bereich Power-to-liquid. Gelingt es, diese Prozesse zu etablieren könnte auch das Heizen mit Öl mit erneuerbaren Energien erfolgen.

Wärmepumper: Strom ist zu teuer

Wärmepumpen haben weniger mit einem Imageproblemen als mit nach wie vor hohen Strompreisen zu kämpfen. Klaus Ackermann, Geschäftsführer von Nibe betonte auf dem Forum Wärmepumpe, dass noch viel mehr Menschen Wärmepumpen kaufen würden, wenn Strom billiger wäre.  "Umweltschädliches Verhalten ist eingeübt", sagte er und verwies auf die unterschiedlichen CO2-Kosten pro Heizsystem.  Verschmutzung mit einer Tonne CO2 koste bei Strom 185 Euro und bei Öl 8 Euro.

Ein viel diskutiertes Thema um das auszugleichen ist eine CO2-Abgabe oder -Steuer. Die Umweltminister der Länder sprachen sich vor kurzem für eine CO2-Abgabe auf Benzin, Heizöl und Kohle aus. Thorsten Herdan, Staatssekretär für Energiepolitik im Segment Wärme und Effizienz im Bundeswirtschaftsministerium mahnte auf dem Forum Wärmepumpe an,  die Fragen wie CO2-Bepreisung im Kontext zu sehen. Man müsse die Bevölkerung mitnehmen. Die Forderung danach dürfe nicht nachlassen, aber es sei wichtig, sie in die politische Situation einzuordnen. Konkreter wurde Herdan allerdings an diesem wie an weiteren umstrittenen Punkten nicht.

Trotz des Handicaps hoher Strompreise setzen sich Wärmepumpen durch. Der Schwerpunkt der Installationen liegt dabei auf dem Neubau. Dort war die Wärmepumpe 2017 mit einem Anteil von 41 Prozent erstmals die beliebteste Heiztechnik. Derzeit sind gut eine Million Anlagen in Deutschland installiert.

Kombination aus Erneuerbaren und Effizienz ist notwendig

Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe, nannte in einer Podiumsdiskussion auf der HEAT ambitionierte Zahlen. Vier Millionen Wärmepumpen müssten bis 2030 mindestens installiert sein, um die Klimaziele zu erreichen. Martin Bentele vom Deutschen Energieholz- und Pelletverband rührte die Werbetrommel für Holzheizungen. Man müsse nichts importieren, 7 Millionen Tonnen Späne würden Stand heute noch nicht genutzt. Manfred Greis, Präsident des Bundesverbands Deutscher Heizungsunternehmen (BDH), brachte es auf den Punkt: Eigentlich stünden nicht die Heiztechnologien im Wettbewerb zueinander, es gehe darum, dass sich bei Heizungen überhaupt mehr bewegen müsse. Christian Stolte, Geschäftsbereichsleiter Energieeffizienz der Dena, betonte, man brauche eine Kombination von Maßnahmen zu Effizienz und Erneuerbaren plus der lange diskutierten Steuerförderung.

Die Steuerförderung scheint immer noch nicht völlig vom Tisch zu sein. Christian Stolte meinte im Interview mit EnBauSa.de, es gebe noch Hoffnung. Manfred Greis schlug vor, dass sich die Förderung an der CO2-Einsparung der Maßnahme orientieren müsse. Doch "die Bundesregierung habe keine Kraft mehr, etwas zu realisieren, das zeige sich an der Frage der Steuerförderung, bei der nichts vorangehe", kritisierte Julia Verlinden, energiepoltische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen auf dem Forum Wärmepumpe.

Beim Gebäudeenergiegesetz bewegt sich wenig

Stillstand herrscht im Moment wohl auch beim Gebäudenergiegesetz. Das muss eigentlich zum 1. Januar 2019 in Kraft treten und die Umsetzung des Nahezu-Nullenergie-Gebäudes aus deutscher Sicht definieren. Das Gesetz liege bei allen Ministern auf dem Tisch, so Herdan, werde aber nicht der große Wurf, "der von uns allen gewünscht wird, weil das der Koalitionsvertrag nicht hergibt." Es sei aber dennoch wichtig wegen der Zusammenführung der unterschiedlichen Rechtsrahmen und müsse den Grundstein legen für EEG 2.0, in dem "Erneuerbare und Effizienz nicht mehr gegeneinander ausgespielt werden".

Genannt wurde für eine Kabinettsvorlage im Berliner Flurfunk von einigen Seiten als möglicher Termin der 12. Dezember. Man werde das Gebäudeeenergiegesetz auf den Weg bringen, versprach Thorsten Herdan beim Forum Wärmepumpe, ohne terminlich konkret zu werden. Da die Definition des Nahezu-Null-Gebäudes eine Vorgabe der EU ist, könnte bei weiteren Verzögerungen ein Verfahren drohen. Noch mehr gilt das, wenn ab 2030 die auf EU-Ebene zugesagten Emissionseinsparungen nicht erfolgen. Dann muss Deutschland von anderen Ländern Zertifikate kaufen oder sich auf Strafzahlungen zwischen 30 und 60 Milliarden Euro einstellen, warnt Agora-Energiewende in einer aktuellen Studie. Von Pia Grund-Ludwig

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Heizung & Warmwasser
news-6169 Thu, 15 Nov 2018 07:24:00 +0100 E-Learning-Plattform zu Staub und Asbest ausgezeichnet https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/e-learning-plattform-zu-staub-und-asbest-ausgezeichnet-6169.html Für die Entwicklung der E-Learning-Plattform "Staub und Asbest" erhalten die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) und der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz den 12. Deutschen Gefahrstoffschutzpreis. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wurde den Preisträgern am 13. November von Staatssekretärin Anette Kramme, Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), in Berlin verliehen. Der Gefahrstoffschutzpreis wird alle zwei Jahre vom BMAS ausgelobt und von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) organisiert.

Staub und Asbest sind die Ursachen erheblicher Gesundheitsgefährdungen in vielen Branchen, gerade auch in der Bauwirtschaft. Jedes Jahr verzeichnen die gewerblichen Berufsgenossenschaften mehrere Tausend Anzeigen auf Verdacht von staub- und asbestbedingten Berufskrankheiten, wie Asbestose oder Silikose. Fast 10.800 waren es im Jahr 2017. Allein in der Bauwirtschaft wurden 2017 386 Todesfälle registriert – mehr als durch Arbeitsunfälle. "Wirksame Präventionsmaßnahmen sind entscheidend. Doch die große Fülle an Informationen über die verschiedenen Stäube und Asbest macht es zeitaufwendig und kompliziert, das notwendige Wissen zu beschaffen", sagte Mathias Neuser, Vorsitzender des Vorstandes der BG BAU auf Versichertenseite.

Für die vielen Kleinbetriebe, die in der Bau- und Ausbauwirtschaft die Mehrzahl sind, sei das zumeist angesichts knapper Ressourcen wirtschaftlich nicht zu leisten. Durch die neu entwickelte E-Learning-Plattform von BG BAU und Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz können die Unternehmen das erforderliche Wissen nun auf einfache Art und Weise mittels Bewegtbild, Schaubildern und Texten erwerben und ihren Beschäftigten vermitteln. Neben allgemeinen Informationen zu den verschiedenen Stäuben enthält die Plattform auch zielgruppenspezifische Informationen zu den Themen Staub und Asbest – als Lernmodule für unterschiedliche Gewerke.

Mit dem Start der E-Learning-Plattform wird der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz das Konzept gleich auch praktisch einsetzen. Der Verband wird seinen 40.000 Mitgliedsunternehmen mit 200.000 Beschäftigten Lehrgänge anbieten, in die das E-Learning-Modul als Bestandteil künftiger Sachkundelehrgänge für Asbest integriert wird. "Durch eine Erfolgskontrolle im Rahmen des E-Learning wird dem Anwender signalisiert, wann er ausreichendes Wissen erworben hat, um die geforderten staatlichen Lehrgänge zu bestehen", erläutert Dirk Müller, Vorsitzender des Vorstandes der BG BAU auf Arbeitgeberseite.

Mithilfe der Plattform kann somit das notwendige Wissen zum Thema Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten von Asbest nach der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS 519) erworben werden. In diesem Zusammenhang erhält das Thema besondere Bedeutung, weil auch in Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern häufig Asbestfasern vorhanden sind. Dazu Neuser: "Ohne fachkundiges Wissen über Baustoffe und Materialien sowie wirksame Schutzmaßnahmen können sich die Beschäftigten großen gesundheitlichen Gefährdungen aussetzen." Viele städtische Hochbauämter erwarten von Betrieben und ihren Beschäftigten beim Bauen im Bestand deshalb Sachkundenachweise für den Umgang mit Asbest. Dafür biete das E-Learning künftig einen passgenauen Service. Die E-Learning-Plattform "Staub und Asbest" lässt sich ohne weiteres auch auf andere Branchenzweige übertragen und ist zudem für die Berufsausbildung, innerbetriebliche Schulungen und Unterweisungen sowie zur Weiterbildung geeignet. Quelle: BG Bau / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6166 Wed, 14 Nov 2018 08:00:00 +0100 Forscher wollen Energieberatung automatisieren https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/forscher-wollen-energieberatung-automatisieren-6166.html Das Spin-off  des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Neofizient hat ein Messsystem entwickelt, das energetische Informationen von Gebäuden erfasst und automatisch auswertet. Es ist für die Gebäudeenergieberatung gedacht. "Beratungen sollen durch unseren Algorithmus objektiver, schneller und einfacher werden und dadurch auch günstiger", sagt Silvan Siegrist, der gemeinsam mit Arne Tiddens das Projekt leitet. Bilder und Infrarot-Aufnahmen werden in einem Modell übereinander gelegt. Grundlage sind Kameras, die einen Raum 360° im sichtbaren und infraroten Wellenlängenbereich fotografieren. Aus den Daten wird ein Modell des Zimmers erstellt.  Es bildet also Decke, Wände und Boden dreidimensional ab. Über das Modell legen die Kameras Infrarot-Aufnahmen des Raumes, welche die energetischen Informationen veranschaulichen. Auch Unerfahrene sollen das Messsystem bedienen und auswerten können, versprechen die Forscher.

Die Bilder geben Aufschluss darüber, wo Wärme verloren geht, weil etwa Wärmebrücken bestehen oder Bauteile wie Fenster nicht energieoptimiert sind. Diese Daten können dann von den Sanierern selbst, von Energieberatern oder Handwerkern verwendet werden. "Das Messsystem soll so günstig werden, dass man es sich selbst ausleihen kann, und so einfach zu bedienen sein, dass es auch Laien einsetzen können", sagt Siegrist.

Ihre Messdienstleistung wollen die  Forscher im Frühjahr 2019 auf den Markt bringen. Bis Ende 2019 erhalten sie im Rahmen des Förderprogramms "Helmholtz Enterprise" von der Helmholtz-Gemeinschaft und dem DLR-Technologiemarketing etwa 250.000 Euro.

Die Helmholtz Gemeinschaft fördert in diesem Programm jedes Jahr die vielversprechendsten Geschäftsideen aus ihren Instituten, um erfolgreiche Ausgründungen in die Selbstständigkeit zu ermöglichen und damit technischen Fortschritt schneller in den Alltag zu bringen. Zudem wurde das geplante DLR-Spinn-off im September 2018 für eine Förderung im Rahmen der Climate-KIC-Initiative (Knowledge and Innovation Community) des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie (EIT) ausgewählt. Die Unternehmen erhalten bis zu 95.000 Euro Förderung und zusätzlich viele Beratungsleistungen.

Auch eine Weiterentwicklung ihrer Ideen hat Neofizient vor: "Wir wollen die Software so verbessern, dass sie in Zukunft auch Empfehlungen für die energetische Sanierung geben kann", so Siegrist.

Dabei können sich die Aussagen aber nur auf die Gebäudehülle beziehen, die Anlagentechnik wird nicht betrachtet. Und Entscheidungen für eine Sanierung zu treffen, die nur oder hauptsächlich auf thermographischen Abbildungen basieren, dürfte bei Experten auf große Bedenken stoßen. Nicht zuletzt aufgrund der begrenzten Aussagefähigkeit von Thermographie: Die Termperaturdifferenz zwischen innen und außen muss groß genug sein, um Aussagen zu erlauben, sinnvolle Aufnahmen sind nur im Winter möglich. Auch die Kalibrierung der Geräte ist wichtig. Für Laien dürften sie kaum geeignet sein. pgl

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