enbausa.de - Energetisch Bauen und Sanieren https://www.enbausa.de/ Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen de-DE EnBauSa Thu, 23 May 2019 21:32:34 +0200 Thu, 23 May 2019 21:32:34 +0200 TYPO3 EXT:news news-6407 Thu, 23 May 2019 07:14:00 +0200 Herdan: GEG-Entwurf kommt in den nächsten zehn Tagen https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/herdan-geg-entwurf-kommt-in-den-naechsten-zehn-tagen-6407.html Vom 20. bis 22. Mai fanden die Berliner Energietage statt. Die Veranstaltung in der Hauptstadt zur Energiewende in der Bundesrepublik bot ein spannendes Aufgebot hochkarätiger Referenten und vielfache Diskussionsmöglichkeiten. Bei den 20. Berliner Energietagen war Einiges geboten. Über 350 Referentinnen und Referenten diskutierten über Visionen rund um die aktuellen Klimaschutzziele, ihre Anforderungen an die Politik und ihre Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und Bauherren. Dabei konnten die Veranstalter mit prominentem Besuch überzeugen.

„Das Motto der Veranstaltung ‚Wenn nicht jetzt, wann dann?‘ passt genau in die Zeit. Wir wollen 2019 zum Jahr des Handelns beim Klimaschutz machen. Die Berliner Energietage sind eine hervorragende Ideenbörse, um wieder auf Zielpfad beim Klimaschutz zu kommen,“ sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze in ihrer Rede am Tag der Eröffnung. Ebenso rief sie dazu auf, Klimaschutz und CO2-Einsparung nicht als Hindernis für Ideen, sondern als Motor für Innovationen zu betrachten. Zudem sprach sich die Bundesumweltministerin für die Abschaffung des Deckels auf PV-Anlagen aus. Energieberater sollen im Maßnahmepaket der Bundesregierung für die Energiewende gestärkt werden.

Auch andere Politiker machten konkrete Ansagen. Thorsten Herdan, Abteilungsleiter im  Bundeswirtschaftsministerium versprach, der Referentenentwurf zum GEG (Gebäudeenergiegesetz) komme „in nächsten 10 Tagen“.

Durch die auch bei den Energietagen präsenten „Fridays for Future“- Demonstrationen, gewinnt die Debatte um CO2-Einsparung an Schwung. Welche Ziele wollen wir erreichen? Welche Ziele können wir erreichen? Das waren regelmäßig gestellte Fragen bei diversen Diskussionen. Denn auch bei ambitionierten Vorhaben wie bei Reduktion vom CO2-Ausstoß, müssen die Bürgerinnen und Bürger mitgenommen werden. Denn die Einhaltung der Klimaziele wird von ihnen oft auch als Belastung empfunden. Ein Grund dafür ist die oftmals noch zu geringe Förderung von Investitionen zur Effizienzsteigerung von Gebäuden, welche es klimainteressierten Bauherren erschwert, Förderungen zu bekommen.

Ein Ziel, diverse Wege

Dass Klimaschutz an Bedeutung gewinnen sollte und dass Energie sparen auch für die Bürgerinnen und Bürger Vorteile bringt, darin waren sich alle einig. Doch wie man diesen Weg geht, dazu gab es divergierende Meinungen. Während einige Referentinnen und Referenten nur auf erneuerbare Energien setzen wollten, zeigten andere eine Mischung der Energien als Chance für die Zukunft. So appellierte Professor Martin Neumann, MdB und Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion beim Seminar des Institut für Wärme und Oeltechnik für einen Energiemix. Nur wenn auch Öl und flüssige Energieträger berücksichtigt werden, könne die Energiewende unter ökologischen Aspekten erzielt werden, so sein Fazit.

Zwang durch Begeisterung ersetzen

Unter dem Titel „Energiewende à la GIH – innovativ, pragmatisch, konkret“ hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit,  mit dem Bundesvorsitzenden Jürgen Leppig, Josef Hochhuber, stellvertretender Referatsleiter Grundsatzfragen erneuerbarer Energien im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und Armin Bühler von der Firma Klimatop und dem Bündnis Raum- K, Netzwerk Raum-Klima-Systeme zu sprechen. Hochhuber stellte das vom Freistaat Bayern entwickelte „10.000 Häuser“- Programm vor. Besitzer von Alt- wie Neubauten sollen gefördert werden, wenn sie in klimafreundliche und energieeffiziente Technologien investieren wollen. Armin Bühler zeigte, dass Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit nur in Gemeinschaft möglich sind. Aus der Klimatop GmbH, welche wärme- und kältegarantierende Maßnahmen aufzeigen möchte, entstand „Raum- K, Netzwerk Raum-Klima-Systeme“. Um diverse Gewerke miteinander zu vereinen, will dieser Zusammenschluss die ökologische und ökonomische Sicht auf den Klimawandel verändern.

Ein zentraler Aspekt: Die Erneuerung des Energiebedarfs soll nicht nur in Strom, sondern auch in Wärmekapazitäten gedacht werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Fachkräftemangel. Nur zusammen kann man etwas erreichen – auch dann, wenn man Speichersysteme produziert, welche vom Verbraucher selbst eingebaut werden können. Daher sollen energiespeichernde Innovationen einfach und praxisnah verwendbar sein.

Alleine im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser seien bis 2050 rund 7.500.000 Gebäude zu sanieren. Um das zu schaffen, wären 300.000 Fachkräfte benötigt. Diese gibt es aber gerade nicht. Daher sein Antrieb: Einfachere Systeme sollten in kürzerer Zeit mehr energieeffiziente Sanierungen ermöglichen. Zudem sollte überschüssige Energie nutzbar werden. Eine Kombination aus Deckenspeicher, Wärmepumpe und Klimadecke könnte zahlreiche Gebäude energieautark machen.

Auch wenn es inhaltliche Unterschiede gab, waren sich alle Referenten bei einem Aspekt einig: Die Möglichkeit, energetisch hochwertiges Bauen zu fördern muss unbürokratischer werden. Und Bedingungen, die Kleininvestitionen verhindern müssten abgebaut werden. So bekommen beispielsweise interessierte Bauherren erst ab höheren Summen Kredite – dadurch werden gerade die oftmals für ein energieeffizientes Haus nötigen kleineren Beträge nicht ermöglicht und dadurch werde auf eine Sanierung verzichtet, so der GIH.

Einigkeit bestand auch darin, dass es besser sei, die drohenden CO2-Abgaben nicht an die EU zu zahlen, sondern schon jetzt in nachhaltige Sanierungen zu investieren. Damit wäre vielen geholfen – Steuerzahlern, Bauherren und den Menschen, welche über eine nachhaltige Zukunft der Immobilien nachdenken. von Wolfram Hülscher

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Finanzierung
news-6406 Wed, 22 May 2019 09:51:32 +0200 Fensterlüfter Ventotherm Twist löst Ventotherm ab https://www.enbausa.de/lueftung/aktuelles/artikel/fensterluefter-ventotherm-twist-loest-ventotherm-ab-6406.html Schüco hat in Kooperation mit Renson sein fensterintegiertes Lüftungssystem Ventotherm, das seit vielen Jahren im Programm ist, überarbeitet. Das neue System namens Ventotherm Twist arbeitet dem Hersteller zufolge mit einer Wärmerückgewinnungsrate von bis zu 80 Prozent und kann ab sofort in alle gängigen Schüco-Fenstersysteme aus Aluminium und Kunststoff integriert werden. Schüco Ventotherm Twist ist in sechs Abstufungen skalierbar: Je nach benötigtem Volumenstrom und Größe kann die Anzahl der Ventilatormodule von 2 x 1 bis 2 x 6 angepasst werden – für einen maximalen Volumenstrom bis zu 140 m³/h. Das Lüftungssystem ist ohne Filter, mit einem von Schüco empfohlenen Grobstaubfilter für Partikel > 10 µm (wie Staub, Pollen, Sporen) oder mit einem Feinstaubfilter für Partikel bis 1 µm (beispielsweise Bakterien) erhältlich. Dabei werd eine Filtereffizienz bis zu 75 Prozent erreicht, so das Unternehmen.

Wie schon das Vorgängermodell Ventotherm kann das Lüftungssystem manuell und automatisiert gesteuert werden. In der Basic-Variante erfolgt dank drahtloser Kommunikation eine manuelle Steuerung über eine Tastenbedienung. Der alternierende Wechsel von Zu- und Abluft sorgt mittels Temperatursensoren für eine hohe Wärmerückgewinnung. Die Comfort-Variante sorgt darüber hinaus für eine bedarfsgerechte Lüftung dank zusätzlicher Luftqualitätssensoren. Über die Comfort-Bedienung – ein modernes Touchdisplay – ist das Lüftungsgerät intelligent steuerbar: ein automatischer Modus sorgt für beste Luftqualität, individuelle Zeitprogramme sind einstellbar, der Silent Modus sorgt für einen laufruhigen Betrieb und die Bypassfunktion kann für eine effiziente Nachtauskühlung im Sommer genutzt werden.

Mit einer Höhe von 110 mm, einer maximalen Breite von 6.000 mm und einer maximalen Tiefe von 345 mm kann der Ventotherm Twist flexibel in alle gängigen Schüco Fenstersysteme aus Aluminium und Kunststoff integriert werden. Dabei ist ein Einbau horizontal und vertikal möglich. Die Montage erfolgt durch einfaches Aufschrauben auf das Element. Dank entnehmbarer Komponenten sei zudem eine intuitive, werkzeuglose Wartung möglich, so Schüco. Quelle: Schüco / sth

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Lüftung & Klima
news-6405 Wed, 22 May 2019 09:15:52 +0200 Preisgünstiger Energiespeicher arbeitet mit Zink und Luft https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/preisguenstiger-energiespeicher-arbeitet-mit-zink-und-luft-6405.html Einen neuen Ansatz zur nachhaltigen und ressourcenschonenden Speicherung von Energie haben die FH Münster und die beiden Unternehmen EMG Automation und energy environment economics 3e vorgelegt: Ihr Speicher funktioniert allein mit Zink und Luft. „Einer der Vorteile ist, dass Zink weltweit sehr verbreitet ist und sogar in Deutschland in der Erdkruste vorkommt“, sagt Professor Peter Glösekötter vom Fachbereich Elektrotechnik und Informatik, der das Projekt mit seinem Team federführend betreute. Gerade im Hinblick auf Ressourcenknappheit ist dies eine gute Nachricht. Edelmetalle und seltene Erden, die in vielen gängigen Energiespeichern verbaut sind, könnten mit der neuen Technologie eingespart werden. „Außerdem lässt sich Zink auch nach dem Einsatz im Speicher sehr gut weiterverwenden, unsere Zellen sind zu 98 Prozent recycelingfähig“, so Glösekötter. Und der günstige Preis kann sich ebenfalls sehen lassen, wie Andre Löchte, wissenschaftlicher Mitarbeiter in Glösekötters Labor, ergänzt: „An Materialkosten fallen ungefähr zwei Euro pro Zelle an – davon benötigen wir zehn, um eine Kilowattstunde zu speichern.“

Und so funktioniert der Speicher: Zink reagiert mit Sauerstoff und setzt dabei Energie frei. Der Zink befindet sich in der Zelle, der Sauerstoff in der Luft gelangt durch die durchlässige Elektrode hinein. Dass sich lediglich ein Reaktionspartner in der Zelle befindet, hat den Vorteil, dass im Vergleich zum gängigen Lithium-Ionen-Akkumulator höhere Energiedichten möglich sind. Damit man die Zelle aber wieder aufladen kann, sind ein wässriger alkalischer Elektrolyt und eine bifunktionale Gasdiffusionselektrode oder eine separate Ladeelektrode nötig, die eine Oxidation der entstehenden Hydroxidionen ermöglicht. Ist der Kapazitätsverlust zu groß, die Zelle also für den Speichergebrauch defekt – den Berechnungen der Wissenschaftler nach ist das ungefähr nach etwa zehn Jahren der Fall –, dann besteht die Möglichkeit, das verwendete Elektrolyt Kalilauge weiterzuverkaufen. Denn die Industrie kann sie zum Neutralisieren chemischer Abwässer, die häufig sauer sind, einsetzen.

„Das Potenzial dieser Technologie ist auf jeden Fall da“, findet Markus Kunkel, Geschäftsführer von 3e. „Außerdem sind wir dank des Elektrolyts auf der sicheren Seite, das Gefahrpotenzial ist geringer als bei anderen Speichertechnologien.“ Auch Anno Jordan von EMG Automation sieht das so. „Wir streben direkt ein nächstes Projekt an. Das Batteriemanagementsystem des aktuellen Demonstrators setzt sich noch aus diskreten Komponenten zusammen. Jetzt steht der nächste Entwicklungsschritt an, wir wollen die Integrationsdichte des Batteriemanagementsystems und damit auch die des Gesamtsystems erhöhen, dann ist das auch etwas für den kommerziellen Bereich.“

Ein weiteres Problem, das das Forscherteam noch lösen muss, ist die Optimierung des Elektrolytenmanagements. Denn für einen optimalen Ablauf darf die Elektrolyt-Konzentration in den Zellen nicht zu hoch sein. Danach wollen die Wissenschaftler den konkreten Anwendungsfall testen und den Zink-Luft-Speicher an die Photovoltaik-Anlage auf dem Steinfurter Campus der FH Münster anschließen und aufladen.

Für das Folgeprojekt werden gerade die Weichen gestellt. Und es sieht gut aus: Das Team verspricht sich damit, neue Märkte zu erschließen und das Zelldesign in puncto höhere Leistungsdichte weiterzuentwickeln. Dabei sollen auch die Stadtwerke Steinfurt mit ins Boot kommen. „So können wir die Anforderungen für den praktischen Aufbau weiter spezifizieren und bekommen neue Möglichkeiten zum Testen, zum Beispiel im Windpark hier in Steinfurt“, sagt Löchte. Quelle: FH Münster /sth

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Solarenergie
news-6404 Tue, 21 May 2019 08:24:00 +0200 KfW-GIH-Kongress: Herdan will GEG aus der Endlosschleife holen https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/kfw-gih-kongress-herdan-will-geg-aus-der-endlosschleife-holen-6404.html Der Konflikt um eine weitere Förderung von Öl- und Gasheizungen und ein Gebäudeenergiegesetz (GEG), das die zerklüftete Förderlandschaft kitten soll, aber in einer Endlosschleife steckt – nur zwei der Themen beim KfW-GIH-Bundeskongress. Dass beim jährlichen GIH-Bundeskongress der Leiter der Abteilung „Energiepolitik – Wärme und Effizienz“ im Bundeswirtschaftsministerium, Thorsten Herdan, aus dem Ministerium berichtet, ist nicht neu. Dass der Kongress zusammen mit der KfW-Förderbank in deren Berliner Niederlassung ausgerichtet wurde allerdings schon.

Das zentrale Fachforum bestritt denn auch KfW-Prokurist Dirk Markfort. Den größten Raum in seinem Vortrag nahmen kleinere Änderungen bei den Förderprogrammen und die KfW-Förderstatistik ein. Auf Nachfrage hielt er aber auch mit seiner Meinung zur Förderung von Öl- und Gasheizungen nicht hinter den Berg: Er sei „grundsätzlich dafür“, denn „wenn wir das nicht tun, dann bleibt der 20 Jahre alte Wärmeerzeuger drin.“ Die Frage werde aber sehr stark diskutiert, auch im Wirtschaftsministerium.

Herdan: Öl- und Gasheizungen zu fördern ist Unsinn

Herdan nahm bei seinem Vortrag zwei Stunden später die Gegenposition ein. Etwas mit Steuergeld zu fördern, was am Markt Standard sei, sei „etwas krude“ und führe zu Mitnahmeeffekten. Und: „Etwas zu fördern, was eben nicht in die Zukunft schaut, finde ich noch seltsamer.“ Aus der Gesellschaft heraus müsse klargemacht werden: „Wir wollen diesen Unsinn nicht mehr.“

Denn, so bedauerte der aus der Wirtschaft kommende, parteilose Herdan, die Politik fühle sich kaum in der Lage, ein Ende dieser Förderung umzusetzen – „weil Europawahl ist, weil Landtagswahlen sind und die nächste Bundestagswahl.“ Herdan will andererseits den Einbau von Öl- oder Gas-Brennwertheizungen nicht – wie später zum Teil bei der abendlichen Podiumsdiskussion zu hören war – verbieten. Denn „es gibt viele Fälle, wo ich keine sinnvolle Alternative habe.“

GIH-Bundesvorsitzender Jürgen Leppig, in dessen Verband es zur Frage der Förderung von im Wesentlichen fossil befeuerten Heizungen unterschiedliche Meinungen gibt, hielt sich zu dieser Frage in der Podiumsdiskussion mit Vertretern aller Bundestagsfraktionen bedeckt. KfW-Mann Markfort sagte zur zukünftigen Förderung, er „vermute und hoffe, dass es schlechtestenfalls auf Hybridanlagen“ als Fördervoraussetzung hinauslaufe, also zum Beispiel „Brennwertkessel mit Wärmepumpe, Brennwertkessel mit Solarthermie“.

Dass schon Stellschrauben der KfW-Programme auf das in der Förderstatistik ablesbare Verbraucherverhalten großen Einfluss haben können, wurde am Beispiel von Solarthermie und Wärmepumpe deutlich: Im Neubau, so Markfort, seien bis 2016 noch sehr stark Solarthermieanlagen gekauft worden. Danach, nämlich seit der Reduktion des Primärenergiefaktors von Strom in den Förderbestimmungen 2017, „ist die Solarthermieanlage sehr stark in den Keller gegangen und dafür anteilig die Wärmepumpe hochgegangen.“ Bei der Sanierung gebe es da allerdings keine Veränderung.

KfW will Bilanzierung nicht auf CO2 umstellen

Auf die Publikumsfrage nach einer Umstellung von der traditionellen Bilanzierungsmethode Primärenergie auf CO2 sagte Markfort, man mache sich Gedanken dazu, aber es sei noch nicht konkret. Es sei ihm lieber, das Ordnungsrecht würde vorangehen. Das mache die KfW „nicht so angreifbar“ und erwecke auch nicht den Eindruck einer „gewissen Willkür“. Markfort sagte dann allerdings auch, CO2 als Bilanzierungsgröße habe sich „nicht so richtig bewährt“.

Ein anderer Teilnehmer aus dem Publikum, namentlich Tobias Schellenberger, Geschäftsführer des Industrieverbands Polyurethan-Hartschaum (IVPU), kritisierte eine Fußnote in der eigentlich ministeriumsinternen, aber an die Öffentlichkeit gelangten Entwurfsfassung für ein Gebäudeenergiegesetz. Die Anforderungswerte an die Bauteile beim Umbau eines Hauses seien gegenüber der EnEV 2014 nur scheinbar unverändert. „Wenn sie aber in die Fußnote reingucken, dann sehen sie, dass diese Anforderungen erst greifen, wenn das Dach einen U-Wert von mehr als 0,7 Watt pro Quadratmeter und Kelvin hat, das heißt auf dem Stand ist von, sagen wir mal, 1977.“

Aufweichung der EnEV durch Fußnote im GEG-Entwurf

Auch bei der Festlegung für die Wände sieht Schellenberger eine geplante Aufweichung per Fußnote durch eine noch weiter als bisher reichende Ausnahmeregelung. Das könne man „so nicht akzeptieren“. Dirk Markfort versuchte zunächst zu argumentieren, das entspreche sowieso bereits der heutigen Praxis. Doch Schellenberger setzte nach, und Markfort sagte dann nur noch: „Danke für den Hinweis.“

Thorsten Herdan wiederum plädierte abseits dieser Diskussion sogar für eine Verschärfung der Grenzwerte in einem GEG. Die Endlosschleife des Gesetzgebungsprozesses, die sich im Zusammenhang mit einer verschärften Grenzwerten entgegenstehenden Stelle im Koalitionsvertrag verstetigt hat, will er unterstützt durch den Greta-Thunberg-Effekt beenden, indem der Entwurf auch offiziell in die Öffentlichkeit gegeben und so die Diskussion wieder angestoßen wird. Ähnlich formulierte es GIH-Chef Leppig später in der Podiumsdiskussion.

Anpassung der KfW-Programme dauert bis zu sechs Monate

Und wenn das GEG tatsächlich kommt: Wie lange wird es dauern, bis die KfW die Förderprogramme anpasst? Dirk Markfort nannte als Erfahrungs- und zugleich Zielwert „eine Größenordnung von drei Monaten oder einem halben Jahr“. Er beantwortete auch diverse weitere Fachfragen, die Berater aus ihrer Alltagspraxis heraus stellten.

GIH-Chef Leppig platzierte in der Podiumsdiskussion, aber auch direkt gegenüber Thorsten Herdan immer wieder Verbandsforderungen – so unter anderem die nach der steuerlichen Absetzbarkeit von Energiesparmaßnahmen. Vieles läuft auf eine stärkere Förderung der Energieberatung hinaus. Bei Herdan selbst rannte er damit offene Türen ein; zu den Lieblingsideen des Abteilungsleiters gehört ein Konzept mit dem Arbeitstitel „anlassbezogene Zwangsberatung“, also eine staatlich geförderte Energieberatung bei Anlässen wie Hausverkauf, Renovierung oder Wohnungswechsel. Dem Vernehmen nach gibt es in Herdans Ministerium dafür aber kaum Mitstreiter.

Leppig sagte auch, ihm tue es weh, „dass wir mit Steuergeldern neue Heiztechniken fördern, die nicht so funktionieren, wie sie eigentlich könnten.“ Es seien ihm maximal zwei als Brennwertheizungen verkaufte Ölheizungen bekannt, „die wirklich mal im Brennwertbereich gelaufen sind.“ An anderer Stelle nannte er eine der Ursachen: „90 Prozent aller Heizungen werden im Keller so eingebaut, wie sie das Werk verlassen“, also nicht für das jeweilige Haus korrekt eingestellt und daran angepasst. Bei diesem Problem scheint Leppig das Fordern nach mehr Beratung und qualifizierter Ausführung von Handwerkerleistungen aufgegeben zu haben. Seine einzige Hoffnung: „intelligente Systeme, die ‚Selbstheileffekte’ haben.“  von Alexander Morhart

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Finanzierung
news-6403 Tue, 21 May 2019 06:57:00 +0200 DESAX sinkt auch im April https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/desax-sinkt-auch-im-april-6403.html Die Nachfrage nach Sanierungsangeboten in den Gewerken Heizung, Dach und Dämmung und Fenster ist auch im April weiter gesunken. Das zeigen die Zahlen des DESAX (Deutscher Sanierungsindex). Besonders deutlich ist der Rückgang bei Heizungen. Nach 216 im vorangegangenen März stürzte der Indexwert bei den Heizungen im April auf 173 ab und erreichte damit in etwa das gleiche Niveau wie im April des Vorjahres (182). Grundlage für den Index sind Online-Anfragen nach Sanierungsangeboten, die bei der Deutschen Auftragsagentur und ihrem Portal daemmen-und-sanieren.de eingehen.  Die Marke 100 des DESAX kennzeichnet den Durchschnitt der Sanierungsanfragen im Referenzjahr 2012. Im April 2019 gingen also etwa 180 Prozent der durchschnittlichen Anfragen nach neuen Heizungen im Jahr 2012 ein.

Weniger deutlich fiel der Rückgang im Segment Dach und Dämmung aus: Im März betrug der Indexwert dort 130, im April sank er auf 112. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Rückgang allerdings umso höher, denn im April 2018 war der DESAX-Wert für Dach und Dämmung mit 247 mehr als doppelt so hoch. Auch im Segment Fenster gingen im vergangenen April deutlich weniger Anfragen ein als vor einem Jahr. Damals betrug der Indexwert 206, im vergangenen Monat nur 111 nach 116 im März.

Damit zeigt auch der DESAX, dass das Interesse an Sanierungen derzeit zurückgeht. Auf Besserung in den kommenden Monaten ist kaum zu hoffen, denn traditionell sind die Anfangsmonate eines Jahres stark, zur Jahresmitte flaut das Interesse jedoch ab.

Der Deutsche Sanierungsindex DESAX wird von EnBauSa.de und "Dämmen und Sanieren" herausgegeben. Er soll für Transparenz im Sanierungsmarkt sorgen. Die Auswertung und Veröffentlichung erfolgt monatlich. sth

 

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Finanzierung
news-6402 Mon, 20 May 2019 09:55:39 +0200 Zahl der Baugenehmigungen geht zurück https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/zahl-der-baugenehmigungen-geht-zurueck-6402.html Die Zahl der Baugenehmigungen ist von Januar bis März 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,8 Prozent zurückgegangen. Das berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis). Die Verbände der Bauwirtschaft zeigen sich enttäuscht und fordern erneut den Abbau von Regulierungen und die Vereinheitlichung der Landesbauordnungen. Insgesamt wurde in Deutschland im ersten Quartal dieses Jahres der Bau von 75.600 Wohnungen genehmigt. Die Genehmigungen galten sowohl für neue Gebäude als auch für Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden. In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden rund 65.700 Wohnungen genehmigt. Dies waren 3,4 Prozent oder 2.300 Wohnungen weniger als im Vorjahreszeitraum. Gestiegen ist ausschließlich die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser (+2,3 Prozent). Die Zahl der Baugenehmigungen für Zweifamilienhäuser sank dagegen um 4,0 Prozent und die Zahl der genehmigten Mehrfamilienhäuser um 4,4 Prozent. Bei den neu zu errichtenden Nichtwohngebäuden, die von Januar bis März 2019 genehmigt wurden, verringerte sich der umbaute Raum gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,9 Millionen Kubikmeter auf 47,5 Millionen Kubikmeter (-7,5 Prozent).

"Wir sind von der Entwicklung der Wohnungsbaugenehmigungen im ersten Quartal diesen Jahres enttäuscht. Der gute Start im Januar hat sich leider nicht fortgesetzt", kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel, die Zahlen des Statistischen Bundesamts. Insbesondere bei neuen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern herrsche vor allem in den Großstädten weiterhin Mangel. Ohne eine ausreichende Bautätigkeit werde sich der Mietwohnungsmarkt in den Ballungszentren so schnell nicht wieder entspannen, so Babiel, der zudem forderte: "Es müssen jetzt endlich die wirklichen Probleme, wie fehlendes Bauland, die unterschiedlichen Landesbauordnungen, die Grundstücksspekulation und die Blockade der Sonderabschreibung angegangen werden.“

Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, nannte die Zahlen "einmal mehr ernüchternd" und forderte einen Abbau der Regulierungen. "Es zeigt sich ein ganz einfacher Zusammenhang: Je mehr Regulierung desto weniger Wohnungswachstum", sagte er. Die Baugenehmigungszahlen müssten endlich deutlich nach oben getrieben und Planungsprozesse beschleunigt werden – etwa durch die Einführung einer digitalen Bauakte, die Einführung einer Muster-Hochhausrichtlinie oder die Harmonisierung der 16 unterschiedlichen Landesbauordnungen, um das serielle Bauen zu fördern. "Die Vorschläge liegen seit Monaten auf dem Tisch, die Politik vergeudet hier wertvolle Zeit“, so Mattner. Quelle: Hauptverband Bauindustrie/ZIA/sth

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Finanzierung
news-6387 Mon, 20 May 2019 06:59:00 +0200 Gebäudeallianz mahnt Steuerförderung an https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/gebaeudeallianz-mahnt-steuerfoerderung-an-6387.html Die Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (Geea) hat ein politisches Maßnahmenpaket vorgelegt, mit dem Deutschland im Jahr 2030 im Wärmesektor Treibhausgasemissionen im Umfang von 13 Millionen Tonnen zusätzlich einsparen kann. Das Paket setzt vor allem auf Fördermaßnahmen wie die steuerliche Förderung für private Hausbesitzer, verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für die Immobilienwirtschaft, mehr Förderung von Einzelmaßnahmen, Effizienzhäusern und Nichtwohngebäuden sowie das gezielte Vorantreiben neuer Technologien. Gleichzeitig spielen Beratung und Kommunikation sowie die Verbesserung des Ordnungsrechts eine zentrale Rolle. Investoren, Hausbesitzer und Mieter sollten verstärkt über die Vorteile von Energieeffizienz informiert werden.

„Auch wenn der Gebäudebereich seine Treibhausgasemissionen seit 1990 bereits um mehr als 40 Prozent reduziert hat: Mit Blick auf die Sektorziele der Bundesregierung bleibt der Handlungsbedarf gewaltig“, sagt Andreas Kuhlmann, geea-Sprecher und Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena). „Die jährlichen Emissionen im Gebäudesektor sollen laut Klimaschutzplan der Bundesregierung auf 72 Millionen Tonnen im Jahr 2030 sinken. Davon sind wir weit entfernt. Die bereits stattfindende Gebäudesanierung bringt erst eine Einsparung von rund 20 Millionen Tonnen. Das Geea-Maßnahmenpaket ermöglicht weitere 13 Millionen Tonnen." Man brauche deutlich mehr Tempo im Gebäudesektor, denn sonst drohten Ausgleichszahlungen, betonte Kuhlmann.

Verbleibende Lücke muss geschlossen werden

Um die über das geea-Maßnahmenpaket hinaus verbleibende Klimaziellücke von 15 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Gebäudesektor zu schließen, drängt Kuhlmann auf eine Diskussion über weitere Optionen. Diese können von einer beschleunigten Markteinführung von klimaneutralen, synthetischen Brennstoffen über einen CO2-Preis bis hin zum Handel mit Energieeinsparzertifikaten im Gebäudesektor reichen.

Zudem seien weitere Klimaschutzpotenziale bei Themen absehbar, die zwar bereits diskutiert werden, aber nicht schnell genug vorankommen. Der geea-Sprecher nennt hier beispielhaft die energetische Sanierung von Quartieren anstelle einzelner Häuser, Chancen durch Automatisierung und Digitalisierung im Gebäudebetrieb oder auch die Entwicklung neuer Geschäfts- und Investitionsmodelle. Quelle: Geaa / pgl

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Finanzierung
news-6400 Sun, 19 May 2019 07:33:00 +0200 Markt für Batteriespeicher wächst 2019 weiter https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/markt-fuer-batteriespeicher-waechst-2019-weiter-6400.html Das Wachstum des Heimspeichermarktes ist auch in 2018 ungebrochen wie eine aktuelle Untersuchung von EuPD Research zeigt. Neben LG Chem hat BYD als asiatischer Anbieter im deutschen Markt in die Top 3 aufgeschlossen. Das Allgäuer Unternehmen sonnen konnte trotz des starken Wettbewerbsumfeldes im vergangenen Jahr seine Spitzenposition in Deutschland sichern. 2018 konnte der deutsche Markt für Heimspeicher erneut ein deutliches Wachstum verzeichnen und seine Rolle als global führender Absatzmarkt für Heimspeicher behaupten. Getragen vom anhaltenden Anstieg der Neuinstallationen an Photovoltaik (PV)-Kleinanlagen, wurden nach Berechnungen des in Bonn ansässigen Marktforschungs- und Beratungsunternehmens EuPD Research 45.000 Heimspeicher in 2018 installiert.

Ausgehend von einer Nachrüstquote von 15 Prozent wurden gut 38.000 Speicher gemeinsam mit einer neuen Photovoltaik-Anlage installiert. Bei 57.000 neu installierten Photovoltaik-Anlagen zwischen 3 und 10 kWp wurde somit bei 2 von 3 PV-Anlagen direkt ein Heimspeicher mitinstalliert.

Der Eintritt von Siemens Anfang des Jahres belegt Interesse an diesem Markt belegt. Nahezu kam es zur Übernahme des bayerischen Batterieherstellers Sonnen durch den Energiekonzern Shell, was als Beleg für den Übergang in einen Massenmarkt gesehen wurde  Für das aktuelle Jahr 2019 prognostiziert EuPD Research ein weiteres Wachstum auf gut 51.000 Installationen von Heimspeichern in Deutschland.

In Bezug auf die Marktpositionierung konnte sich Sonnen auch 2018 auf der Spitzenposition im deutschen Markt behaupten. Auf den Verfolgerplätzen 2 und 3 finden sich 2 asiatische Anbieter LG Chem und BYD. Insgesamt sind die 3 größten Anbieter im deutschen Markt für jeden zweiten verkauften Heimspeicher verantwortlich.

Die Darstellung der Marktanteile basiert auf einer umfangreichen Anbieterbefragung, Installateurs- und Endkundenbefragungen sowie ergänzenden Recherchen durch EuPD Research. Insgesamt summieren sich die Unternehmensangaben und Schätzungen sogar auf ca. 50.000 Heimspeicher im deutschen Markt für 2018. Hierbei wird jedoch von einem Anteil an Lagerhaltung beim Hersteller bzw. im Verkaufsprozess im Großhandel und anderen Zwischenhändlern sowie beim Installateur von 10 Prozent ausgegangen. Quelle: EuPD Research / pgl

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Solarenergie
news-6399 Sat, 18 May 2019 07:29:00 +0200 Forscher reduzieren Schadstoffe aus Hackschnitzelheizung https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/forscher-reduzieren-schadstoffe-aus-hackschnitzelheizung-6399.html Forscher von Fraunhofer Umsicht, des Lehrstuhls für Energieanlagen und Energieprozesstechnik an der Ruhr-Universität Bochum und der Firma Polzenith haben Lösungen zur Emissionsverbesserung bei Hackschnitzelheizungen entwickelt. Gemeinsam schufen sie angepasste Regelungskonzepte, die die neuartigen Primärmaßnahmen und variierende Brennstoffqualität berücksichtigen und die Verbrennung optimal und mit geringen Emissionen erfolgen lassen. Durch eine Vorwärmung der Verbrennungsluft, die optimierte Zufuhr und Verteilung von Primär- und Sekundärluft am Verbrennungsrost und im Brennraum sowie in Verbindung mit einem neu entwickelnden Regelungskonzept ist es möglich, die Emissionen von Hackschnitzelheizungen wesentlich zu vermindern. Die neuartige Regelung und verbesserte Verbrennungsluftführung erlaubt es, auch Biobrennstoffe mit Qualitätsschwankungen mit hoher Effizienz und geringen Emissionen zu nutzen.

Für Bestandsanlagen wurde ein Nachrüstkonzept entwickelt, um die Primärmaßnahmen und Regelungskonzepte auch für bestehende Anlagen anbieten zu können. Derart optimierte Hackschnitzelheizungen können die strengen Emissionsanforderungen der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung durch die technische Verbesserung der Feuerung und die innovative Feuerungsregelegung erfüllen und so einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten. Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zeigen, dass sich die Maßnahmen durch die einhergehenden Effizienzgewinne positiv auf die Wärmegestehungskosten und Amortisationszeiten der Biomasseanlagen auswirken.

Die Firma Pozenith lässt die positiven Forschungsergebnisse in die aktuelle Produktentwicklung und Verbesserung ihres Holzheizkessel- beziehungsweise Biomassekesselsortiments einfließen. Die dokumentierten Forschungsergebnisse bieten auch anderen Forschungseinrichtungen und Kesselherstellern fundierte Informationen zur Optimierung von Biomassefeuerungsanlagen. Quelle: FNR / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6398 Fri, 17 May 2019 07:18:00 +0200 Deutschland ist Vorletzter bei Energieeffizienz https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/deutschland-ist-vorletzter-bei-energieeffizienz-6398.html In einer Studie landet Deutschland mit seinem Entwurf für den Nationalen Energie- und Klimaplan (NECP) auf dem vorletzten Platz unter den 28 EU-Staaten. Insbesondere bei der Energieeffizienz droht Deutschland den Anschluss zu verlieren, warnte die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V. (DENEFF). In einer  Studie landet Deutschland mit seinem Entwurf für den Nationalen Energie- und Klimaplan (NECP) auf dem vorletzten Platz unter den 28 EU-Staaten. Insbesondere bei der Energieeffizienz droht Deutschland den Anschluss zu verlieren, warnte die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V. (DENEFF). Luxemburg und die Niederlande haben die ambitioniertesten Energieeffizienzziele an die EU gemeldet. Vor allem mangele es in Deutschland aber an politischen Maßnahmen zur Erreichung seiner nationalen Energieeffizienzziele, heißt es in der in der von der European Climate Foundation beauftragten Studie. Bei konkreten Energieeffizienzpolitiken liegt Deutschland auf Platz 26 von 28.

Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der DENEFF: „Das Klimakabinett ist gefordert, den politischen Attentismus endlich zu beenden. Die im Koalitionsvertrag angekündigte sektorübergreifende Energieeffizienzstrategie wurde noch nicht einmal im Ansatz diskutiert. Wichtige Maßnahmen wie die Steuerförderung für energetische Modernisierungen verstauben in der Schublade.“

In der Studie heißt es, neben Deutschland haben nur Estland und die Slowakei versäumt, Auskunft über weitere geplante Energieeffizienzpolitiken zu geben. Deutlich konkreter sind die Pläne von Griechenland, Spanien und Kroatien. Auch die anderen großen EU-Volkswirtschaften Italien und Frankreich stehen deutlich besser da. Aus dem Berichtsentwurf der Bundesregierung geht dabei hervor, dass bei einem Weiter-wie-bisher die für 2020 geplanten Energieeffizienzziele erst 2030 erreicht würden. Bis Ende des Jahres haben Deutschland und die anderen Mitgliedstaaten Zeit, konkrete Pläne gegenüber der EU-Kommission vorzulegen. Quelle: Deneff / pgl

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Finanzierung
news-6397 Fri, 17 May 2019 07:12:00 +0200 Finalisten der DGNB-Challenge stehen fest https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/finalisten-der-dgnb-challenge-stehen-fest-6397.html Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. – hat die Kandidaten für die Endausscheidung ihrer diesjährigen Sustainability Challenge bekanntgegeben. Jeweils drei Forschungsprojekte, Start-ups und etablierte Unternehmen mit Produktinnovationen im Bereich des nachhaltigen Bauens treten am 25. Juni 2019 gegeneinander an. "Die Finalisten zeigen mit ihren Ansätzen und Lösungen die enorme Themenvielfalt des nachhaltigen Bauens", sagt Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB und Teil der Jury. Gemeinsam mit den Mitgliedern des DGNB Innovationsbeirats wählte sie die neun Kandidaten der Sustainability Challenge aus rund einhundert Bewerbungen aus.

In der Kategorie "Innovation" qualifizierten sich die DAW SE, die Intewa GmbH und die strohlos Produktentwicklung GmbH. DAW wurde für ihre auf Leindotter basierenden Lasuren und Holzöle ausgewählt, die einen Beitrag zur Biodiversität und zur Stärkung des Ökosystems leisten. Für einen fast geschlossenen Wasserkreislauf sorgt die dezentrale Systemlösung zur Aufbereitung von Regen- und Grauwasser von Intewa. Dabei wird bis zu 95 Prozent Trinkwasser eingespart. Nominiert für ihre unterschiedlich anwendbaren Platten aus einjährig nachwachsenden Rohstoffen ist strohlos Produktentwicklung.

Die Finalisten in der Kategorie "Start-ups" sind die Green Hydrogen Esslingen GmbH, materialrest24.de und die vilisto GmbH. Die Green Hydrogen Esslingen GmbH errichtet und betreibt eine Power-to-Gas-Anlage als Herzstück des klimaneutralen Stadtquartiers Esslingen Weststadt. Dabei wird unter anderem grüner Wasserstoff für Mobilität, Industrie und die Rückstromversorgung genutzt. Ein virtuelles Lager für ungenutztes Baumaterial von Handwerksunternehmen bietet die Online-Plattform materialrest24.de. Von vilisto kommt ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Wärmemanagement für Nichtwohngebäude für eine vollautomatische, vorausschauende und bedarfsgerechte Steuerung von Heizkörpern.

Nominiert in der Kategorie "Forschung" ist das Projekt BauCycle, das eine ganzheitliche Verwertungsstrategie für Bauschutt und dessen Feinfraktion erforscht. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Fraunhofer-Institute IBP, IML, UMSICHT und IOSB. Weiterer Finalist ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt von Arup, Mogu und Ardex, bei dem ein modulares Material- und Bausystem für den Innenausbau entwickelt wurde, das den Bioverbundwerkstoff Myzelium nutzt. Hinzu kommt die Agricultural Lighting Facade, mit der ein ganzjähriger Gemüseanbau hinter Glasfassaden in Gebäuden ermöglicht wird. Hinter dem Projekt stehen der Architecture Research Incubator, die Professur Green Technologies in Landscape Architecture sowie der Lehrstuhl für Raumkunst und Lichtgestaltung von der Technischen Universität München. Ebenfalls beteiligt sind das Ingenieurbüro Hausladen und Barthelme LED Solutions. Quelle: DGNB / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6396 Thu, 16 May 2019 07:04:00 +0200 Sandwich-Wand dämmt gut und ist recyclingfähig https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/sandwich-wand-daemmt-gut-und-ist-recyclingfaehig-6396.html Wissenschaftler der Universität Kassel haben in Kooperation mit Professor Armin Just von der Bochumer EBZ Business School und Industriepartnern ein neuartiges, multifunktionelles Fertigbauteil entwickelt, das den Bau und die Nutzung von Gebäuden wirtschaftlicher und ihren Rückbau umweltfreundlicher macht. Die „Sandwich-Wand“ aus Ultrahochleistungs-Beton und mineralischem Schaumbeton ist im Vergleich zu konventionellen Fertig-Wandelementen dauerhafter, dämmt besser und ist vollständig recyclebar. Die Entwicklung setzt rein auf mineralische Stoffe: Zwei Schichten Ultrahochleistungs-Beton (UHPC) umgeben einen wärmedämmenden und lastabtragenden Kern aus chemisch aufgetriebenem und lufthärtendem Schaumbeton. Der UHPC wird gegen den Schaumbetonkörper betoniert, wodurch ein guter Verbund und somit ein hoher Widerstand gegen einwirkende Lasten resultiert. Bei einem möglichen späteren Rückbau sind die Schichten dennoch leicht trennbar und einfach zu recyclen – ganz anders als konventionelle Wandelemente, in denen verschiedene mineralische und organische Baustoffe durch Klebstoff verbunden sind.

Um eine möglichst hohe Festigkeit bei gleichzeitig guter Wärmedämmung zu erreichen, optimierten die Wissenschaftler die Porenverteilung und -struktur des Schaumbetons; eine zusätzliche Zugabe von Leichtzuschlägen, wie sie in Konstruktionsleichtbetonen eingesetzt werden, wurde ebenfalls in den Untersuchungen berücksichtigt. Der lufterhärtende Schaumbeton hat die Vorteile, dass er in jede beliebige Form eingebracht werden kann, somit ortsunabhängig herstellbar ist, dort aufschäumt und keine energieintensive „Autoklavierung“, also ein Erhärten bei hohem Druck und Temperatur benötigt.

„Unser Wandelement ist kostengünstig herstellbar und zeichnet sich durch sehr geringe Instandsetzungskosten und eine lange Nutzungsdauer aus“, bemerken die Wissenschaftler Prof. Dr. Bernhard Middendorf und Dr. Alexander Wezel vom Fachgebiet Werkstoffe des Bauwesens und Bauchemie der Universität Kassel. „Es hat hervorragende Wärmedämm-Eigenschaften und leistet in Kombination mit der vollständigen Recyclebarkeit einen deutlichen Beitrag zum Umweltschutz.“

Die multifunktionalen Sandwich-Elemente sind für das modulare Bauen mit Fertigbauteilen prädestiniert. Die Kasseler Wissenschaftler, zu denen auch das Team von Prof. Dr.-Ing. Ekkehard Fehling vom Fachgebiet Massivbau zählt, favorisieren den Einsatz zur Errichtung von Industriehallen und großen Wohnanlagen, aber auch zur Aufstockung von Bestandsgebäuden. Sie haben bereits Kontakte zur Industrie aufgebaut, um die Entwicklung zur Serienreife zu bringen. Ein Prototyp-Bau mit den Sandwich-Elementen in Form eines Pavillons ist für Langzeitmessungen auf dem Campus der Universität Kassel am Holländischen Platz errichtet worden. Quelle: Universität Kassel / pgl

 

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Dämmung & Fenster
news-6395 Wed, 15 May 2019 07:38:01 +0200 CO2-Steuer kann Schub für Wärmewende bringen https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/co2-steuer-kann-schub-fuer-waermewende-bringen-6395.html Martin Pehnt, Geschäftsführer des Instituts für Energie- und Umweltforschung sieht eine CO2-Steuer als Hebel, um die Wärmewende in Schwung zu bringen. Sie könne müsse aber von Ordnungsrecht, Information und Förderprogrammen flankiert sein. Welche Veränderungen würde die CO2-Steuer im Heizungsmarkt bewirken?

Wenn der Ersatz eines alten Heizkessels ansteht, raten Heizungsbauer heute oft zu Öl oder Gas – verständlich, ist doch Wärme auf Basis erneuerbarer Energien häufig noch teurer als der Standard-Öl- oder Gaskessel. Eine CO2-Abgabe verschiebt dies: durch die Verteuerung von fossilen Brennstoffen fällt die Entscheidung viel häufiger zu Gunsten von erneuerbaren Energien. Wir haben 2008, in einer Zeit mit positiver Grundstimmung für erneuerbare Wärme, gesehen, dass hohe Ölpreise viele Leute von einer Heizung mit erneuerbaren Energien überzeugt haben. Wenn die CO2-Abgabe spürbar ausgestaltet ist und perspektivisch ansteigt wie im Schweizer Modell, dann erwarte ich einen deutlichen Schub für die Wärmewende im Heizungskeller. Übrigens sprechen wir lieber von einem „Klimasoli“ als von einer CO2-Steuer, denn unterm Strich sollen diejenigen belohnt werden, die klimafreundlich agieren.

Von welchen Effekten einer CO2-Abgabe gehen Sie bei Maßnahmen an der Gebäudehülle aus?

Vielfach wird schrittweise und pragmatisch saniert. Private Hauseigentümer machen dann selten eine genaue Wirtschaftlichkeitsanalyse. Der Kosteneffekt ist auf den ersten Blick nicht so unmittelbar. Trotzdem sind natürlich steigende Energiepreise ein deutliches Signal, sparsamer mit Energie umzugehen. Umso mehr, wenn Energieberater oder Architekten dazu kommen und eine systematische Sanierungsplanung machen, wird sich das beim Endkunden auswirken, der in die Gebäudehülle investieren will. Dazu kommt noch der indirekte Effekt, dass steigende Energiepreise auch im Ordnungsrecht wirksam werden. Dann wird nämlich ein effizienterer Gebäudestandard kostenoptimal. Die Schere zwischen der Wirtschaftlichkeit und dem, was aus Klimaschutzgründen erforderlich ist, würde sich weiter schließen.

Heißt das, eine C02-Steuer würde die Tür öffnen für eine weitere Verschärfung der EnEV?

Letztendlich ist es heute ja schon so, dass für bestimmte Gebäude schärfere Gebäudestandards kostenoptimal sind, als sie die geltende EnEV verlangt. Das würde sich verstärken, insbesondere dann, wenn die CO2-Steuer nicht nur auf Gas und Öl erhoben wird, sondern wenn mit dem zusätzlichen Steueraufkommen gleichzeitig die Stromsteuer abgesenkt wird, weil dann entsprechende Wärmepumpenlösungen besser abschneiden.

Welche Modelle für eine CO2-Steuer oder CO2-Abgabe werden im Moment diskutiert und was würden Sie favorisieren?

Zunächst wird ja neben einer CO2-Abgabe auch die Ausweitung des Emissionshandels auf Gebäude und Verkehrs diskutiert. Ich persönlich halte das für schwierig, da eine CO2-Steuer kurzfristiger umsetzbar ist und passgenauer auf die Vermeidungskosten im Gebäudebereich zugeschnitten werden kann.

Für die CO2-Abgabe gibt es eine ganze Reihe von Ausgestaltungsvarianten, die sich in der Abgaben-Höhe, der einbezogenen Energieträger und der Mittelverwendung unterscheiden. Wir haben 2016 einen Vorschlag erarbeitet, der mit rund 40 Euro pro Tonne CO2 startet und die Abgabe dann in planbaren Schritten erhöht, solange die Klimaschutzziele nicht erreicht werden. Ich würde die Steuer aufkommensneutral gestalten und die Stromsteuer bzw. EEG-Umlage absenken, die Haushalte bzw. Unternehmen durch einen Klimabonus entlasten und einkommensschwache Haushalte durch ein Klimawohngeld und ein Förderprogramm zur Sanierung von Gebäuden in sozial schwierigen Lagen unterstützen. Die Absenkung der Mehrwertsteuer wäre eine gute Variante zum Klimabonus.

Ist bei einer Rückgabe nicht zu befürchten, dass dann an der „falschen“ Stelle ausgegeben wird?

Wenn man sagt: man gibt das eingenommene Geld nicht zurück, ist das Argument: das ist sozial ungerecht, der Staat will sich nur bereichern. Wenn man es zurück gibt, heißt es, dann fliegen die Leute nach Hawaii. Zunächst einmal wird Fliegen teurer, in unserem Konzept wird Kerosin besteuert. Damit wird Fliegen teurer. Im Schnitt ist das ganze System aufkommensneutral. Die, die klimafreundlich leben, profitieren. Wer hingegen mehr verbraucht als der Durchschnitt, muss eine höhere Abgabe bezahlen.

Sie sagen, die, die mehr verbrauchen müssen mehr bezahlen. Das würde die besonders treffen, die sich keine sanierten Wohnungen leisten können?

Nein, in unserem Konzept wird die Rückverteilung so ausgestaltet, dass Haushalte mit niedrigen Einkommen von der Stromsteuer-Absenkung und dem Klimabonus profitieren. Es ist wichtig, dass es nicht zu einer Verschärfung der sozialen Folgen der Sanierung kommt. Modellrechnungen für Haushalte zeigen, dass im Schnitt geringverdienende Haushalte entlastet werden, da sie oft kleinere Wohnungen, aber recht hohe Stromrechnungen haben. Darüber hinaus schlagen wir vor, ein Klimawohngeld einzuführen, damit auch in Wohnungen für Einkommensschwächere energetische Sanierungen angereizt werden.

Sehen Sie auch Fallen bei einer CO2-Abgabe?

Ein Problem, das man lösen muss, ist das Mieter-Vermieter-Dilemma. Vielfach zahlen die Mieter die Energierechnung. Der Vermieter hat dann weniger Anreiz, eine Sanierung durchzuführen oder erneuerbare Energien einzusetzen, solange seine Wohnungen in gut vermietbaren Regionen liegen. Denkbar ist es, die CO2-Abgabe separat auszuweisen und auszuschließen, dass sie auf die Mieter umgelegt werden darf. Dann sollte man allerdings im Miet- und Förderrecht die Sanierungsförderung so ausgestalten, dass ein Anreiz beim Vermieter verbleibt.

Wären denn andere Programme zur Gebäudesanierung obsolet, wenn man die CO2-Steuer hat?

Die Erfahrung in anderen Ländern, die bereits eine CO2-Abgabe eingeführt haben, zeigt, dass es eine notwendige, aber keine hinreichende Maßnahme ist. Sie ist gewissermaßen der gut gedüngte Boden, auf dem die Pflanzen der Sanierung wachsen können. Wir müssen aber weiter auch mit Ordnungsrecht, Information und Förderprogrammen flankierend arbeiten.

Sie sind viel in Berlin unterwegs. Haben Sie den Eindruck, dass die CO2-Abgabe dort auf der Tagesordnung ist?

Die Vielzahl der Berichte und der Tagesordnungen in den Gremien zeigt, dass das so ist. Auch das Klimakabinett wird sich im Juli damit befassen. Ein wichtiger Grund: Zielverfehlungen im Gebäude- und Verkehrssektor werden zukünftig kosten, denn die Regierung müsste dann Zertifikate im Ausland kaufen. Das zeigt, dass man handeln muss, und das beginnt Berlin zu verstehen. pgl

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Dämmung & Fenster
news-6388 Wed, 15 May 2019 07:08:00 +0200 Energieautarkes Quartier erhält integrierte Steuerung https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/energieautarkes-quartier-erhaelt-integrierte-steuerung-6388.html Das Schweizer Unternehmen Ecocoach stattet drei energieautarke Mehrfamilienhäuser mit seiner integrierten Energiemanagement- und Smart-Home-Lösung aus. Das Projekt koppelt erstmals Photovoltaik mit Stromspeichern und Wasserkraft sowie einer Methanolbrennstoffzelle als zusätzlicher Energiequelle. In dem Konzept werden die Gebäude sowie zehn geplante Ladestationen für Elektrofahrzeuge komplett CO2-frei mit Energie versorgt. In den Stromspeichern integrierte Industrie-PCs steuern die Energie- und Gebäudetechnik und sorgen für die zentrale Erfassung und Abrechnung aller Energieflüsse. Bauherr ist die Sani Immobilien AG aus Buochs. Die Wohnanlage mit insgesamt 26 Mietwohnungen verfügt über eine Wohnfläche von insgesamt 2700 qm, eine autofreie Begegnungszone mit Kinderspielplatz und einen Gemeinschaftsraum für die Mieter. Sie entsteht im schweizerischen Ort Buochs, entworfen wurde sie vom Buochser Architekturbüro Architektur 3. Der Spatenstich erfolgte Mitte Januar 2019,

Mit Hilfe des Systems können die Mieter sowohl Heizung und Lüftung als auch das Licht und weitere Funktionen ihrer Wohnung über eine zentrale, intuitiv bedienbare App bedienen. Beheizt wird das Quartier über eine Grundwasser-Wärmepumpe mit einer Leistung von 100 kW. Auch die  Hausverwaltung steuert alle Funktionen bis hin zur Erfassung der Energie- und Wasserströme über die ecocoach-Lösung. Der Stromverbrauch der Ladesäulen wird automatisch den jeweiligen Wohnungen zugerechnet. Die Speicher, das gesamte Energiemanagement und die intelligente Steuerung der Gebäudetechnik sind serienmäßig Teil des Systems.

Die vollständig autarke und CO2-freie Energieversorgung baut einerseits auf einer Photovoltaik-Gesamtleistung von 100 kWp auf. Das Energiemanagement maximiert den Solarstrom-Eigenverbrauch und speichert Strom-Überschüsse in fünf Speichern mit jeweils 65 kWh Kapazität. Sind die Speicherkapazitäten ausgeschöpft, wird der Strom eingespeist.

Mit diesen Komponenten decken die Häuser rund 50 Prozent ihres Strombedarfs. Den übrigen Strom liefert ein Wasserkraftwerk, dass unmittelbar an die Wohnbebauung angrenzt. Mit Hilfe von 70 Millionen Kubikmetern Wasser, dass jährlich durch die Turbine fließt – das entspricht 465 Millionen Badewannen – erzeugt es eine Jahresproduktion von 380 Megawattstunden Strom. Die Gesamtleistung des Kraftwerks genügt für rund 100 Haushalte, die CO2-Einsparung gegenüber einem Erdgaskraftwerk liegt bei 162 Tonnen pro Jahr. Der nicht unmittelbar vor Ort verbrauchte Strom wird ins Netz eingespeist.

Auch die Ladesäulen werden mit Strom aus Photovoltaik und Wasserkraft gespeist. Damit fahren die Anwohner der Häuser mit Elektroautos komplett CO2-frei. Die Brennstoffzelle mit einer Leistung von 10 kW bietet zusätzliche Versorgungssicherheit, wenn das Wasserkraftwerk ausfallen sollte und PV sowie Speicher nicht ausreichend Energie liefern können. Quelle: Ecocoach / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6390 Tue, 14 May 2019 07:21:00 +0200 Effizienzhaus-Siedlung erfüllt Erwartungen https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/effizienzhaus-siedlung-erfuellt-erwartungen-6390.html Erwartungen erfüllt, lautet ein erstes Fazit für die Effizienzhaus Plus-Siedlung in Hügelshart nach rund einem Jahr Wohnbetrieb: Die Asset Bauen Wohnen GmbH und die Baywa-Tochter Baywa r.e. renewable energies sehen ihr Konzept durch die ersten Auswertungen bestätigt. Mit einer durchschnittlichen Eigenversorgung von 53 Prozent, bezogen auf Haushaltsstrom, Warmwasser, Heizung und Kühlung, erreichte die Siedlung rund 80 Prozent der im Vorfeld berechneten Simulationswerte. Die Abweichung liegt an der Kühlung: „Lässt man außergewöhnliche Faktoren außen vor, wie zum Beispiel die Kühlung, die bei der Simulation der Anlagentechnik nicht berücksichtigt war, sind wir in etwa bei unserer errechneten Eigenversorgung von 70 Prozent“, so Steffen Mechter, Leiter Strategische Geschäftsentwicklung bei BayWa Baustoffe.

Ein Jahr Hügelshart zeige aber auch, wie immens wichtig das Nutzerverhalten und Energiemanagement sei. Die Siedlung in Hügelshart bei Augsburg gilt als Deutschlands erste, nach den Kriterien des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Bau erstellte Effizienzhaus Plus-Siedlung: Die 13 Hauseinheiten, neun Einfamilienhäuser und vier Doppelhaushälften, sind jeweils mit Klimadecken, einer Photovoltaikanlage, einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Inverter-Technologie und thermischem Wasserspeicher sowie einem Batteriespeicher ausgestattet und sollen so mehr Energie erzeugen, als die Bewohner der Siedlung im Jahresdurchschnitt verbrauchen.

Den Mehrpreis für das Plus an Energie gibt der Bauträger mit zwischen 25.000 und 30.000 Euro pro Haus an, bei einer Nutzfläche von bis zu 148 Quadratmetern. Diese Mehrkosten amortisieren sich bei den Einfamilienhäusern nach zirka 15 Jahren durch eingesparte Energiekosten, bei den Doppelhaushälften dauert es etwas länger, da die Dachflächen kleiner sind. Die Baukosten lagen inklusive Haustechnik und ohne Grundstückskosten bei zirka 3000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Das Plus an Energie entsteht nicht nur eine möglichst große Reduktion des Verbrauchs, sondern durch Energieerzeugung vor Ort durch große Solaranlagen auf den Dächern. „Wir wollten nicht maximal dämmen und auch nicht zu viel Elektronik, sondern relativ enttechnisierte Häuser mit einfacher Bedienung“ erklärt Berhard Jakob, Geschäftsführer des Bauträgers Asset Bauen Wohnen GmbH bei der Einweihung das Konzept.

Gebaut wurde in Massivhausbauweise mit perlit-gefüllten Ziegeln. Die Dachkonstruktion kombiniert mineralische Zwischensparrendämmung und Aufdachdämmung. Die opaken Bauteile haben einen Wärmedurchlass von 0,12 bis 0,15 W/m2K, die Fenster bringen es auf 0,8 W/m2K.

Seit dem Bezug der Häuser, der sukzessive ab Mitte 2017 bis zum Jahreswechsel 2017/18 erfolgte, liegen nun Nutzungs- und Betriebsdaten für einen Zeitraum von rund einem Jahr vor: Insgesamt wurde im Durchschnitt 53 Prozent der erforderlichen Energie selbst erzeugt. Beim Startschuss war von einem Autarkiegrad von über 70 Prozent die Rede.

Bei der Auswertung fiel auf, dass das Verhalten der Bewohner deutlich größere Auswirkungen auf die Energiebilanz eines Gebäudes hat, als ursprünglich angenommen. „So lag der Haushaltsstrom um einiges höher, als die in der Simulation angesetzten 3.200 kWh/a. Zurückführen lässt sich dies zum Beispiel auf den extrem heißen Sommer im letzten Jahr, der die Bewohner veranlasste, vermehrt zu kühlen. Hier sollte über Anpassungen im Energiemanagement noch besser die Energie aus der Photovoltaikanlage genutzt werden können“, so Mechter mit Blick auf Optimierungsansätze für neue Projekte.

Die Auswertungen ließen aber auch Rückschlüsse zu, wie die Hausbewohner ohne Komforteinbußen allein durch bewussteres Verhalten die Eigenverbrauchswerte positiv beeinflussen könnten.

„Die vorliegenden Ergebnisse zeigen nicht zuletzt, dass der Ansatz, Standardkomponenten in der Haustechnik passend zu dimensionieren und klug zu kombinieren, absolut richtig war. Das gilt insbesondere für die verwendeten Photovoltaikkomponenten, ohne die – aus Energieperspektive – heutzutage eigentlich kein Haus mehr gebaut werden sollte“, erklärt Elke Dehlinger, Produktmanagerin bei der BayWa r.e. Die auf erneuerbare Energien spezialisierte BayWa Tochter war beim Projekt für die Anlagenkonzeption verantwortlich.

Neben Photovoltaikanlage und Batteriespeicher wurde in jeder Einheit eine Luft-Wasser-Wärmepumpe von Stiebel Eltron installiert, die in der Siedlung die elementaren haustechnischen Funktionen Heizen, Kühlen, Lüften und Warmwasserbereiten übernimmt. „Die Versorgung der Luft-Wasser-Wärmepumpe durch die PV-Anlage beträgt im Schnitt 50 Prozent, davon deckt die Batterie 6 bis 7 Prozent ab. Somit musste die Wärmepumpe weniger als die Hälfte ihres Strombedarfs aus dem Netz beziehen“, erklärt Oliver Bast, Produktmanager von Stiebel Eltron.

Die BayWa r.e. wird die Daten für die Siedlung gemeinsam mit den beteiligten Projektpartnern auch in den kommenden zwei Jahren auswerten und das Projekt langfristig begleiten. Die Unternehmen versprechen sich daraus weitere wichtige Erkenntnisse für die Konzeption und Nutzung von Energieeffizienzhäusern Plus sowie für die stetige Verbesserung des Eigenverbrauchs und somit der Unabhängigkeit vom Energielieferanten. pgl

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Dämmung & Fenster
news-6391 Mon, 13 May 2019 08:50:00 +0200 Holzbauer schießen gegen Mauerziegelhersteller https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/holzbauer-schiessen-gegen-mauerziegelhersteller-6391.html In Baden-Württemberg wetzen Holzbauvertreter und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) die Messer. Die Holzbauer wissen den Ministerpräsidenten hinter sich. Die DGfM droht mit Klage gegen das Land. Die Auseinandersetzung schwelt seit Ende 2018. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfired Kretschmann hatte eine Holzbauoffensive angekündigt. Die (DGfM) hatte postwend eine Klage angedroht. Er wirft der Landesregierung vor, Baden-Württemberg eine "Holzbau-Pflicht" zu verordnen. "Die Holzbau-Offensive werde rechtlich nicht überleben" positioniert sich der Verband offensiv.

„Mit der Androhung einer Klage gegen die Landesregierung zeigen die Bauwirtschaft Baden-Württemberg und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), dass sie den Kern des Anliegens der Holzbau-Offensive gar nicht verstanden haben“, kontert Christoph Jost, Geschäftsführer proHolzBW. Holz speichere Kohlenstoff, Ziegel leisteten das nicht. Deshalb sei Holz das Mittel der Wahl, um die durch die Bauindustrie verursachten Emissionen spürbar zu senken und der Ziegel nicht.

Schon vor Ankündigung der Holzbau-Offensive hätten die Bauwirtschaft Baden-Württemberg und die DGfM falsche Informationen in Umlauf gebracht, so der Vorwurf von proHolzBW und habe die Gleichstellung des Baustoffes Holz in der Landesbauordnung verhindern wollen. "Paradebeispiel ist eine Auftragsstudie der DGfM, in der die ökologischen Vorteile von Holz gegenüber Mauerwerk durch abstruse Annahmen und Rechenspiele ins Gegenteil verkehrt wurden", argumentiert der Verband.  Obwohl sich in der Fachwelt Widerstand geregt habe, verwende die DGFM die Zahlen weiter in der Diskussion.

Kritik äußert der Holzverband unter an der Aussage, dass Holzgebäude im Schnitt 10 Prozent teurer seien als massive Gebäude. Es gebe in der Landesstatistik über die Bautätigkeit keine Daten, die einen derartigen Schluss zuließen, so proHolzBW. Dort seien lediglich veranschlagte Kosten aufgeführt, die zum einen nicht den tatsächlichen Baukosten entsprechen und zum anderen im Sinne der Bautätigkeitsstatistik auch die Kosten der Erdarbeiten, baukonstruktiver Einbauten und technischer Anlagen umfassen.

„In Anbetracht steigender Preise für CO2-Kompensationszertifikate und den fortschreitenden Diskussionen auf allen politischen Ebenen über die Einführung eines CO2-Preises, könnte die Frage nach der ökonomischsten Bauweise natürlich in absehbarer Zeit zu Gunsten des Holzbaus kippen“, sagt Jost. pgl

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Dämmung & Fenster
news-6394 Mon, 13 May 2019 07:27:00 +0200 Bauherren erhalten zu wenig Informationen zu Photovoltaik https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/bauherren-erhalten-zu-wenig-informationen-zu-photovoltaik-6394.html Bei Neubauten von Wohngebäuden werden noch immer selten Photovoltaik-Anlagen installiert. Eine Endkundenbefragung von EuPD Research zeigt, dass über die Hälfte der Bauherren nicht aktiv zu Photovoltaik-Anlagen informiert wurde, obwohl ein Großteil dies gewollt hätte. In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland jeweils gut 100.000 Ein- und Zweifamilienhäuser neu gebaut. Es wurde nur bei 7 Prozent der Neubauten Photovoltaik direkt im Bauprozess installiert.

Das Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research hat im Rahmen der Studie „Endkundenbefragung Photovoltaik 2019“  887 deutsche Haus- und Wohnungsbesitzer befragt, die ihr Haus nach 2010 gebaut haben oder aktuell den Hausbau umsetzen. Kernpunkt dieser Untersuchung sind die Hintergründe und Motivationen von Bauherren bei der Entscheidung für oder gegen Photovoltaik.

Die Studie kommt zum Ergebnis, dass im Rahmen der Planungsphase ihres Hauses lediglich die Hälfte der Hausbesitzer zum Thema Photovoltaik angesprochen wurden. Hingegen gaben von der anderen Hälfte wiederum fast 60 Prozent an, dass sie die Ansprache begrüßt hätten, aber von niemandem bezüglich Photovoltaik informiert wurden. Der Wunsch nach Information bezieht sich dabei auf alle Gewerke. Insbesondere Architekten werden hierbei als wichtige Informationsquelle zu Photovoltaik angesehen.

Insgesamt legen die Studienergebnisse offen, welche falschen Einschätzungen und Annahmen bezüglich Photovoltaik die Bauherren prägen und wie groß der Informationsbedarf tatsächlich ist. Weitere Themen der Studie „Endkundenbefragung Photovoltaik 2019“ umfassen unter anderem, ob und zu welchem Zeitpunkt im Planungs- und Bauprozess die Hausbesitzer mit dem Thema Photovoltaik in Kontakt gekommen sind, wer dabei die Initiative ergriffen hat und wie der Bauherr beraten wurde. Quelle: EUPD Research / pgl

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Solarenergie
news-6389 Sat, 11 May 2019 07:33:00 +0200 Leitfaden erleichtert Heizungsplanung https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/leitfaden-erleichtert-heizungsplanung-6389.html Für das Gewerk Heizung hat der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) erstmals allgemein anerkannte Regeln der Technik zusammengetragen. Damit kann der Handwerksunternehmer eine detaillierte Planungsleistung erbringen. Ein Heizungsfachbetrieb muss bei der Fülle von Normen und Richtlinien sowie bei der Vielfalt von Angeboten auf dem Heizungsmarkt stets den Überblick behalten, um seinem Kunden ein individuell konzipiertes Heizungssystem anzubieten, das den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht. Dies betrifft alle Bereiche: vom Wärmeerzeuger über die Wärmeverteilung bis zur Wärmeübergabe. Berücksichtigt werden müssen zudem Brand- und Schallschutz.

Die SHK-Berufsorganisation ZVSHK hat daher jetzt für das Gewerk Heizung relevante Regeln und Normen, Richtlinien und Verordnungen zusammengetragen und als Regelwerk für die Planung veröffentlicht. Der Nutzer erhält dadurch einen Wegweiser, welche Planungsvorgaben als allgemein anerkannte Regeln der Technik gelten.

Als erstes Ergebnis dieser Grundlagenarbeit ist das „Regelwerk Heizung Band 1: Planung“ mit einem Umfang von 117 Seiten fertiggestellt, das sich beim ZVSHK bestellen lässt. Das Regelwerk Heizung wird mit etlichen Hydraulik-Schemata ergänzt, die alle relevanten Normen und Richtlinien berücksichtigen. Eine entsprechende Übersicht ist derzeit noch in der Einspruchsphase. Die technischen Darstellungen zeigen eine beispielhafte und herstellerneutrale Umsetzung. Ziel ist, dass der Heizungsfachbetrieb unter Beachtung von Randbedingungen, die zu den Schaltbildern jeweils angegeben sind, eine regelwerkskonforme Planung erstellen kann. Die Bände  „Band 2: Ausführung“ sowie den „Band 3: Wartung“ sind derzeit noch in Arbeit. pgl

 

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Heizung & Warmwasser
news-6378 Sat, 11 May 2019 07:17:00 +0200 Im Passivhaus ist Umluft für Dunstabzug sinnvoll https://www.enbausa.de/lueftung/aktuelles/artikel/im-passivhaus-ist-umluft-fuer-dunstabzug-sinnvoll-6378.html Das Passivhaus Institut hat unterschiedliche Systeme für den Dunstabzug untersucht. Aus dem Forschungsbericht geht auch ein Leitfaden für Dunstabzugshauben in Passivhäusern hervor. Dieser enthält Informationen für das passende System sowie dessen Dimensionierung. Oliver Kah und Kristin Bräunlich vom Passivhaus Institut bewerteten zusammen mit dem Institut für Technische Gebäudeausrichtung Dresden (ITG), dem Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) sowie der Firma Naber die unterschiedlichen Systeme von Dunstabzugshauben. Zudem untersuchten die Beteiligten die Wechselwirkung mit dem Gebäude. "Die Bauform der Dunstabzugshaube sowie deren Anordnung im Raum haben erheblichen Einfluss darauf, wieviel Wrasen erfasst wird und welcher Volumenstrom hierfür erforderlich ist", erklärt Kah. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass zum Beispiel an der Wand montierte Dunstabzugshauben (Umluft und Abluft) im Vergleich zu Kochfeldabsaugungen schon mit deutlich geringeren Luftstufen eine vergleichbare Menge Wrasen erfassen. Als Wrasen wird auskondensierter Wasserdampf bezeichnet.

Bei Gebäuden mit sehr geringem Heizwärmebedarf wie Passivhäusern empfiehlt das Institut, Umluftsysteme einzubauen. Abluftsysteme könnten den Heizwärmebedarf von energieeffizienten Gebäuden deutlich erhöhen, zudem sind Umluftsysteme in der Regel einfacher zu integrieren. Die Untersuchungen zeigten zudem, dass gute Umluft-Dunstabzugssysteme in Kombination mit einer Wohnungslüftung nahezu vergleichbare Ergebnisse hinsichtlich der Geruchsminderung erzielen wie Abluftsysteme. Im Unterschied zu Abluft-Dunstabzugshauben wird jedoch bei Umluftsystemen die Feuchtigkeit, die beim Kochen entsteht, nicht beseitigt. Für eine ausreichende Abfuhr der Feuchtigkeit wird daher in der Küche eine Grundlüftung empfohlen. Jedoch sei bei anderen energieeffizienten Gebäuden eine kontrollierte Lüftung ohnehin Bestandteil des Gebäudekonzepts und  für einen genügenden Grundluftwechsel gesorgt, erläutert Bräunlich. Hinsichtlich der Gesamtkosten unterscheiden sich die beiden Systeme Abluft und Umluft kaum: Während bei Umluft-Systemen jährliche Kosten für den Wechsel des Aktivkohlefilters anfallen, liegen Abluftsysteme bei den Installationskosten etwas höher und verursachen aufgrund der zusätzliche Lüftungswärmeverluste höhere Heizenergiekosten.

Wird dennoch eine Abluft-Dunstabzugshaube eingebaut, dann sollte beachtet werden, dass Lösungen für die Nachströmung vorgesehen werden. Die Öffnung für die Abluft beziehungsweise Nachströmung muss mit dichtschließenden Abschlüssen versehen werden, Rückschlagklappen sind meist nicht ausreichend. Bevorzugt seien Systeme, die mit moderaten Abluftvolumenströmen eine ausreichende Erfassung des Wrasens sicherstellen. In kleineren Wohnungen kann der zusätzliche Lüftungswärmeverlust sowohl den spezifischen, flächenbezogenen Heizwärmebedarf als auch die Heizlast erhöhen. Abluft-Dunstabzugssystemen sind laut dem Institut daher in Gebäuden mit überwiegend kleineren Wohneinheiten eher nicht zu empfehlen. Quelle: Passivhaus Institut / al

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Lüftung & Klima
news-6386 Fri, 10 May 2019 08:00:00 +0200 Interpretation eines Smart-Home-Indikators erarbeitet https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/interpretation-eines-smart-home-indikators-erarbeitet-6386.html Die Europäischen Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz will intelligente Gebäudetechnologien durch die Einführung eines Smart Readiness Indicators (SRI) für Gebäude fördern. Dazu hat die HEA eine Grundlagenstudie veröffentlicht, in der anhand einer Gebäudematrix gezeigt wird, wie Gebäude bewertet werden könnten. In der 2018 novellierten EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie wurde der Begriff „Smart Readiness Indicator“ (SRI) erstmals erwähnt und beschreibt wie smart, also intelligent, ein Gebäude sein kann. Der Indikator soll dabei bewerten, wie fähig das Gebäude ist, mit Nutzer und Netz zu interagieren sowie dessen Betrieb energieeffizient zu regeln. Hierzu hat die HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung gemeinsam mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) eine Grundlagenstudie beauftragt, um den EU-Prozess zur Ausgestaltung eines Smart Readiness Indicator aktiv mitzugestalten.

Der Ausbau einer effizienten Gebäudeautomation in Wohngebäuden gehört mit zur Digitalisierung. Hierzu stellt sich die Frage, wie der aktuelle und umsetzbare Grad der Intelligenz eines Wohnhauses bewertet werden kann. Solch ein Indikator könnte eine Orientierung bei der Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen geben. Damit der SRI Akzeptanz im Markt findet, müssen wesentliche Funktionsbereiche wie Heizung, Lüftung und Beleuchtung bis hin zum Energiemanagement kostengünstig erfasst, bewertet und vergleichbar gemacht werden. Aus diesem Grund wurde ein Gutachten beauftragt, dass untersuchte wie ein möglicher SRI ausgestaltet und implementiert werden kann. 

In der Grundlagenstudie, die von der EBZ Business School und dem Wuppertal Institut erstellt wurde, findet sich die erste Interpretation eines SRI, die alle relevanten Funktionsgruppen, wie Energieffizienz, Sicherheit, Unterhaltung oder Elektromobilität, sowie die benötigte Infrastruktur berücksichtigt, um diese „smart“ abzubilden. Dafür haben die Wissenschaftler eine Bewertungsmatrix entwickelt, für die unterschiedliche Applikationen definiert wurden. Ziel ist, innerhalb von zwei Stunden die Infraturktur und vorhandene Installationen und Kommunikationsmöglichkeiten der Wohnung oder des Gebäudes zu erfassen. 

Wie die Matrix praktisch angewendet wird, wird in der Studie anhand der Claudius-Höfe, einem modernen Quartier in der Innentstadt Bochums, und einer Wohnung aus dem Jahre 1957 geziegt. Bewertet wird bei Wohnung wie Gebäude die Interaktionsmöglichkeit im Hinblick auf Betrieb, Management und Monitoring, Interaktion mit den Bewohnern, Netzdienlichkeit sowie die Zusammenarbeit von Gebäudeautomation und technischer Gebäudeausstattung. 

Die Studie soll als Grundlage dienen, um den Vorschlag zu kommentieren und zu überarbeiten, das Marktpotential zu diskutieren, die SRI auf Zweckgebäude auszuweiten wie Gewerbe, Handel und Industrie. Wichtig sei zudem an der Umsetzungsstrategie und einem Roadmapping zu arbeiten. Quelle: HEA / al

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Heizung & Warmwasser
news-6392 Thu, 09 May 2019 12:39:00 +0200 PV-Module in Gebäude, Fahrzeuge und Straßen integrieren https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/pv-module-in-gebaeude-fahrzeuge-und-strassen-integrieren-6392.html Das Fraunhofer ISE zeigt auf der Intersolar Modulentwicklungen für die Bauwerkintegrierte PV (BIPV), beispielsweise farblich variierende Gestaltungsmöglichkeiten für die Fassade, bei möglichst geringem Energieertragsverlust der PV-Module. Auch Schindelmodule sind zu sehen. Auch Modulentwicklungen für die Integration in Fahrzeuge – Vehicle Integrated PV (VIPV) – werden zu sehen sein. Anwendungsformen sind hier zum Beispiel das Panoramadach für ein Auto oder das im LKW-Dach eingebaute Modul als Stromlieferant für Kühlung der transportierten Ware. "Der für die konsequente Umsetzung der Energiewende notwendige Zubau an Photovoltaik wird nicht allein auf Dächern und Freiflächen stattfinden", sagt Institutsleiter Dr. Andreas Bett. "PV-Module werden zunehmend auch in Gebäude, Fahrzeuge und Straßenbeläge sowie in aufgeständerten Anlagen über landwirtschaftlich genutzten Flächen integriert."   

Aus den Bereichen Solarzellenentwicklung und -produktionstechnologie zeigen die Freiburger Solarforscher an ihrem Stand monokristalline Solarzellen die im Modul wie Schindeln übereinandergelegt werden und dadurch flächensparend zu höheren Wirkungsgraden führen. Dieser Zelltypus eignet sich zum Beispiel für die Integration in Fahrzeuge. Zu sehen sind außerdem PERC-Solarzellen, hier wird Aluminiumfolie mittels Laserstrahlung mit dem Siliciumwafer verschweißt. Insbesondere PV-Module aus rückseitig passivierten PERC-Solarzellen können aber von der sogenannten Light and elevated Temperature Induced Degradation (Le-TID) betroffen sein. Im Gegensatz zur lichtinduzierten Degradation (LID) besteht bei diesen Modulen die Gefahr einer langsamen, jedoch massiven Leistungsdegradation, die auf sehr lange Sicht vollständig oder teilweise regenerieren kann. Das Fraunhofer ISE zeigt deshalb ein Prüfverfahren zur Untersuchung von LeTID-Effekten an PV-Modulen.

Das Thema Solar Forecasting veranschaulichen die Forscher mit einer Messstation, die an 40 Standorten in Baden-Württemberg im Einsatz sind. Damit werden im Minutentakt die Messungen erfasst und in Echtzeit an das Institut übermittelt. Kombiniert mit simulierten Leistungsdaten der PV-Anlagen sowie mit Solarstrahlungsdaten auf Basis von Satellitendaten erhält Transnet BW die solaren Einstrahlungsdaten und kann so die Solarstromeinspeisung für das Stromübertragungsnetz hochrechnen.

Zum Bereich der Leistungselektronik zählen leistungselektronische Schaltungen für Batteriespeichersysteme sowie Regelungstechnik für hohe Schaltfrequenzen. Gezeigt wird der Aufbau eines dreisträngigen, galvanisch nicht getrennten DC/DC-Wandlers (Batteriesteller) mit Siliciumkarbid-MOSFETs zur Anbindung einer Li-Ion-Hochvoltbatterie an den DC-Zwischenkreis eines Wechselrichters.

Schließlich zeigt das Institut einen Zentralwechselrichter mit modularem Aufbau, der im Leistungsbereich von 500 kW zum Einsatz kommt und ein parallele Schaltung ermöglicht. Batteriespeicher und -systeme werden auf dem Messestand außerdem  zu sehen sein, so zum Beispiel ein Batterie-Stack für stationäre Anwendungen, der auf einer wässrigen Zellchemie basiert und aus nachhaltigen Materialien gebaut ist. Quelle: Fraunhofer / al

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Solarenergie
news-6393 Thu, 09 May 2019 07:40:00 +0200 WKI stellt Recycling-Optionen für Holz vor https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/wki-stellt-recycling-optionen-fuer-holz-vor-6393.html Auf der LIGNA 2019 zeigen die Wissenschaftler des Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI). Dazu gehören Recyclingprodukte aus Balsaholz von ausgedienten Rotorblättern, die sich in der Gebäudedämmung einsetzen lassen sollen. Die Ausstellungsstücke des Fraunhofer WKI auf der LIGNA 2019 zeigen wie Holz industriell genutzt werden kann, von Hybridmaterialien bis hin zur Wiederverwertung. Ziel der Forscher ist, mit ihren holzbasierten Leichtbaulösungen nachwachsende Rohstoffe nachhaltig nutzbar zu machen.

Ein Beispiel für Nachhaltigkeit sind Recyclingtechniken zur Rückgewinnung von Balsaholz und Kunststoffschaum aus Windkraft-Rotorblättern. Die Forscher zeigen, wie sich damit verbesserte Dämm- und Baustoffe herstellen lassen, etwa Dämmstoffmatten und extrudierte Fußbodendielen aus Wood-Polymer-Composites (WPC). Bereits bei der Demontage des Rotorblattes vor Ort werden die nutzbaren Bereiche mit dem Balsaholz abgetrennt. Auf diese Weise werden Rotorblätter nicht wie bisher verbrannt und Rohstoffe können für neue Produkte genutzt werden, die beispielsweise relevant für Windanlagenbetreiber, Recyclingbetriebe, WPC-Hersteller, Dämmstoffhersteller, Holzwerkstoffhersteller und die Verpackungsindustrie. 

Auf der Messe für die Forst- und Holzindustrie wird auch auf dem Stand des WKI anhand der Licht- und Fluoreszenzmikroskopie die Bandbreite unterschiedlicher Proben unter dem Mikroskop gezeigt. Ermittelt wird auf diese Weise beispielsweise die Qualität der Verklebung von Verbundwerkstoffen und analysieren Faserstoffe und Holzschäume. Außerdem nehmen sie Schadensanalysen unter anderem an Verklebungen und Beschichtungen vor und erforschen historische Materialien. Quelle: WKI / al

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Finanzierung
news-6385 Wed, 08 May 2019 12:30:00 +0200 Nachfrage nach Energieausweisen steigt https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/nachfrage-nach-energieausweisen-steigt-6385.html Wer eine Immobilie verkaufen oder vermieten will, für den ist ein Energieausweis gesetzliche Pflicht. Eigentümer, die bereits seit längerem einen solchen Ausweis haben, sollten jetzt einen Blick darauf werfen. Der Grund: Die Dokumente sind in der Regel nur zehn Jahre gültig. Und weil die Energieausweise vor gut zehn Jahren eingeführt worden ist, laufen 2019 Tausende von ihnen aus. Müssen Eigentümer jetzt handeln, sollten sie einiges beachten. Energieberater und Immobilienbranche bezweifeln jedoch den Nutzen der Dokumente. Der Steckbrief soll potenzielle Mieter über die energetischen Kennwerte des Gebäudes informieren – und zeigen, mit welchen Energiekosten sie rechnen müssen. Wie viele Energieausweise in diesen Wochen genau auslaufen, dazu hat die zuständige Deutsche Energie-Agentur (Dena) keine Zahlen. Doch zahlreiche Energieberater vermelden bereits eine höhere Nachfrage, erklärt der Bundesverband der Energieberater (GIH).

Wer einen neuen Ausweis braucht, sollte wissen, dass Ausweis nicht gleich Ausweis ist. Es gibt es zwei verschiedene Arten mit jeweils eigenen Kriterien und unterschiedlicher Aussagekraft. Der sogenannte Bedarfsausweis liefert lediglich den theoretischen Energiebedarf eines Gebäudes. Ein Fachmann berechnet diesen Bedarf anhand der Bausubstanz und Anlagentechnik – entsprechend aufwändig ist die Erstellung. Mit dem Ergebnis sollen Bewohner einschätzen können, wie viel Energie für Heizung, Lüftung, Klimaanlage und Warmwasser bei durchschnittlicher Nutzung anfällt. Dem sogenannten Verbrauchsausweis liegt hingegen der tatsächliche Verbrauch eines Hauses zugrunde. Für die Berechnung wird der durchschnittliche Energieverbrauch der vergangenen drei Jahre herangezogen, etwa anhand der Heizkostenabrechnungen. Bei beiden Arten ist die Aussagekraft umstritten.

Verbrauchsausweis nicht schlechter als Bedarfsausweis

Tatsächlich kam bereits im Jahr 2011 eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zu einem ernüchternden Ergebnis: In einem Stichprobentest stellten lediglich 29 Prozent der geprüften Bedarfsausweise den Energiebedarf annähernd zutreffend dar. Bei Verbrauchsausweisen waren es immerhin gut zwei Drittel, die innerhalb der zulässigen Toleranz von fünf Prozent lagen. Die Studie widersprach damit auch der damals vorherrschenden Auffassung, dass der Verbrauchsausweis deutlich schlechter sei als der Bedarfsausweis.

Bis heute zweifeln Verbraucherschützer, Energieberater und Immobilienbranche gleichermaßen an der Aussagekraft der Ausweise. "Die Angaben in den Energieausweisen können von den Mietern nicht gewertet werden", heißt es etwa vom Verband der Wohnungseigentümer Haus&Grund. Vor allem sei oft nicht erkennbar, welche Heizkosten dem Mieter entstehen. So sei der individuelle Verbrauch in einer Wohnung entscheidend abhängig von der Lage innerhalb des Gebäudes – ob Nord- oder Südseite, innen oder außen. Zudem kritisiert der Verband die Gebäudenutzfläche als Bezugsgröße für die Berechnung. Diese ist nämlich nicht identisch mit der Wohnfläche.

Den Energieberatern ist vor allem der Verbrauchsausweis ein Dorn im Auge. Mittlerweile bieten nämlich zahlreiche Online-Plattformen die Erstellung innerhalb weniger Minuten und schon ab 20 Euro an – zulasten der Qualität, behauptet der GIH. Die Internetanbieter würden oft keine Begehung vor Ort machen, stattdessen vertrauen sie bei Angaben etwa zur Dämmstärke den Eigentümern. Deshalb seien Verbrauchsausweise sachlich oft falsch. "Mit diesen Dumping-Preisen können die meisten Energieberaterbüros nicht mithalten", heißt es vom GIH. In der Regel müssen Auftraggeber mit Kosten von gut 100 Euro für einen Verbrauchs- und von bis zu 500 Euro für einen Bedarfsausweis rechnen.

Energieberater fordern mehr Kontrollen

Den Energieausweis dürfen nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) nur Personen mit besonderen Aus- oder Weiterbildungen sowie Berufspraxis ausstellen – also Ingenieure, Architekten oder Handwerker. Beim Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA), der KfW-Bankengruppe oder der Dena finden Eigentümer eine Liste mit unabhängigen Fachleuten. Es fehlt jedoch ein amtliches Zertifikat der Zulassung. Daher müssen sich Auftraggeber auf die Aussage des Ausstellers verlassen. Wer Energieausweise ohne Berechtigung ausstellt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 Euro bestraft werden kann.

Die Energieberater kritisieren hier seit Jahren mangelnde Kontrollen. Da für Baurecht die einzelnen Länder zuständig sind, obliegt auch ihnen die Überprüfung. Einzelne Bundesländer sind aber personell schlecht aufgestellt, wie eine aktuelle Arbeit des GIH zeigt. Die EnEV-Kontrollstelle in Mecklenburg-Vorpommern ist demnach nur mit einer Fünftel-Personalstelle ausgestattet, in Baden-Württemberg sei nur ein Bruchteil der Ausweise überprüft worden. Zudem beklagen die Energieberater, dass sich Immobilienverkäufer und -vermieter häufig nicht an ihre gesetzliche Pflicht zur Vorlage halten würden.

Die Immobilienbranche widerspricht: "Die Vorlage eines Energieausweises ist für unsere Unternehmen ein geübtes Standardprozedere", sagt Ingrid Vogler, Leiterin Energie und Technik beim Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW). "Allerdings stellen wir in Gesprächen mit unseren Wohnungsunternehmen immer wieder fest, dass so gut wie kein Mietinteressent am vorgelegten oder übergebenen Energieausweis interessiert ist."

Die GdW-Mitglieder stehen, was die Sanierungsquote angeht, vergleichsweise gut da. Seit 1990 wurden dem Verband zufolge bereits rund 69 Prozent der Wohnungen von Verbandsmitgliedern energetisch saniert – mehr als die Hälfte davon komplett, also inklusive Wärmedämmung. Der GdW repräsentiert immerhin 30 Prozent des deutschen Mietwohnungsbestandes. Besonders hoch ist der Modernisierungsgrad demnach in den neuen Bundesländern. Hier ist bereits mehr als die Hälfte der Gebäude vollständig energetisch saniert, ein weiteres Drittel immerhin teilsaniert. Die alten Länder hinken jedoch hinterher. Hier ist nur rund jede vierte Wohnung energetisch vollsaniert, gut ein weiteres Viertel immerhin teilmodernisiert.

Über den gesamten Wohnungsbestand hinweg dürfte der Sanierungsgrad geringer sein, wie eine Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Demnach wechselten zwischen den Jahren 2007 und 2013 jedes Jahr zwar fast 250 000 Wohnungen der Baujahre 1949 bis 1971 den Besitzer. Davon wurden anschließend aber nur rund 13,5 Prozent saniert. Bei Gebäuden, die in den Achtzigern und Neunzigern errichtet worden sind, ist die Modernisierungsquote nochmals deutlich geringer gewesen. Hier könnten Energieausweise durchaus Hinweise auf einen vergleichsweise hohen Energiebedarf geben.

Die Wahl zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweis haben Eigentümer übrigens nur, wenn ihr Haus nach 1977 errichtet oder seitdem energetisch saniert worden ist, beziehungsweise mehr als vier Wohneinheiten hat. Der Grund für das Größenlimit ist einfach: In kleineren Gebäuden beeinflusst das individuelle Heizverhalten den Gesamtenergieverbrauch deutlich stärker als in Anlagen mit vielen Wohneinheiten. Wird ein Haus neu gebaut, enthält es vier oder weniger Wohneinheiten oder wurde vor dem Jahr 1977 gebaut und seither nicht energetisch saniert muss zwangsläufig ein Bedarfsausweis her. von Laurin Meyer

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Finanzierung
news-6381 Wed, 08 May 2019 07:39:00 +0200 Einheitliche Deklaration für Schadstoffe fehlt https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/einheitliche-deklaration-fuer-schadstoffe-fehlt-6381.html Um zuverlässige Angaben zu Schadstoffemissionen aus Bauprodukten machen zu können, sind validierte Prüfverfahren als auch qualifizierte Prüfstellen erforderlich. Erste europäische Prüfverfahren liegen seit einiger Zeit vor. Inzwischen gibt es auch erste Prüflabore dafür. Um eine Qualität der Innenraumluft, die den Mindestanforderungen entspricht, anstreben zu können, benötigen Planer zuverlässige Angaben zu den Emissionen aus allen verwendeten Bauprodukten. Damit Angaben zwischen verschiedenen Produkten vergleichbar sind, sollten sie auf demselben Prüfverfahren basieren. War es bisher nicht möglich, Informationen zum Umwelt- und Gesundheitsschutz mit der CE-Kennzeichnung abzudecken, sind inzwischen mehrere Prüfverfahren für Emissionen aus Bauprodukten als Europäische Technische Spezifikation (CEN/TS) und ein erstes als Europäische Norm (EN) erschienen. Sie  können in Europäischen Normen für Bauprodukte oder in Europäischen Technischen Bewertungen für Bauprodukte Anwendung finden.

Für die Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) aus Bauprodukten in die Innenraumluft gibt es seit Ende 2013 eine Prüfmethode DIN CEN/TS 16516, die inzwischen in eine Europäische Norm DIN EN 16516 überführt wurde. Diese Prüfmethode dient dazu, verbindliche VOC-Prüfungen in den Mitgliedstaaten der EU zu vereinheitlichen und Angaben zu VOC-Emissionen im Kontext der CE-Kennzeichnung zu ermöglichen. Sie eignet sich zum Nachweis von freiwilligen Kriterien beispielsweise in Umweltzeichen oder zu neutralen Angaben zum Emissionsverhalten bei Umweltdeklarationen (EPDs).

Einige Prüflabore sind anerkannt

Für dieses Verfahren hat die Europäische Kommission im Jahr 2016 einige Prüflabore anerkannt, die nach EU-Kriterien den Status einer notifizierten Stelle für Prüfungen nach CEN/TS 16516/ EN 16516 bekommen haben. Diese Prüflabore können alle Bauprodukthersteller beauftragen, die europäisch anerkannte Prüfergebnisse für ihr Produkt benötigen.

Noch fehlt aber die Festlegung eines einheitlichen Deklarationsformats für die Angaben zu VOC-Emissionen in der CE-Kennzeichnung der Bauprodukte und in der dazugehörigen Leistungserklärung. Die EU Kommission prüft derzeit, ob sie Klassen zur Deklaration der VOC-Emissionen festlegen wird. Falls sie keine festlegt, können Bauprodukthersteller Angaben zu den gemessenen Einzelstoffen als deklarierte Werte machen.

Das Umweltbundesamt empfiehlt Herstellern von Bauprodukten, die VOC freisetzen, die DIN EN 16516 in ihren Produktspezifikationen umzusetzen. Seit diesem Jahr sind Angaben zu VOC in der CE-Kennzeichnung auf der Grundlage von Normungsaufträgen der Europäischen Kommission für eine Reihe von Bauprodukten verpflichtend.

Planer brauchen Informationen zum Auslaugverhalten

Um sicherzustellen, dass Schadstoffauslaugung aus Bauwerken die Einhaltung der gesetzlich festgelegten Umweltqualitätsziele nicht gefährdet, benötigen Planer zudem Informationen zum Auslaugverhalten von Bauprodukten. Bisher sind Informationen über die in Bauprodukten enthaltenen gefährlichen Stoffe und ihre Freisetzung nur selten verfügbar. Dies liegt zum einen Teil daran, dass geeignete, allgemein anerkannte Prüfmethoden erst seit relativ kurzer Zeit vorhanden sind zum anderen Teil daran, dass verbindliche Informationspflichten bis heute fehlen.

Einer der wichtigsten Voraussetzungen, um zuverlässige und vergleichbare Informationen zur Auslaugung von gefährlichen Stoffen aus Bauprodukten verfügbar zu machen, liegt seit Ende 2014 vor. Die Prüfmethode DIN CEN/TS 16637-2 gilt für alle monolithischen, plattenartigen und bahnenartigen Bauprodukte. Ein für körnige Bauprodukte geeignetes Verfahren ist im Dezember 2016 als CEN/TS 16637-3 erschienen. 

Angaben zum Auslaugverhalten in der CE-Kennzeichnung werden erst verpflichtend, wenn die benötigte Methode als EN vorliegt. Bis dahin empfiehlt das Umweltbundesamt, die Oberflächenauslaugprüfung und den Säulentest freiwillig zu nutzen. Insbesondere bei EPDs wären nach CEN/TS 16637-2 oder nach CEN/TS 16637-3 deklarierte Werte zur Freisetzung der für das Produkt relevanten gefährlichen Stoffe eine wichtige und wertvolle Ergänzung.  Quelle: UBA / al

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Dämmung & Fenster
news-6383 Tue, 07 May 2019 07:51:00 +0200 Dena sucht Partner für Modellvorhaben https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/dena-sucht-partner-fuer-modellvorhaben-6383.html Die Deutsche Energie-Agentur (dena) sucht für ein Modellvorhaben Kommunen und Bundesländer, die ihre Liegenschaften energetisch modernisieren wollen und dabei auf Energiespar-Contracting (ESC) setzen. Bewerbungsschluss ist der 30. Juni. Gesucht werden von der dena für das Modellvorhaben „Co2ntracting: build the future!” kommunale Liegenschaften wie Schulen, Rathäuser oder Sportstätten und Landesliegenschaften wie Hochschulen, Gerichte oder Schlösser – entweder als Einzelgebäude oder als Gebäudeverbund. Die Liegenschaften sollten sich in Bundesländern befinden, die bisher wenig Erfahrung mit ESC haben. Während der rund dreijährigen Laufzeit stellt die dena den Teilnehmern kostenfrei einen Projektentwickler zur Seite, der sie während des gesamten ESC-Prozesses von der Ausschreibung und Vergabe über die Umsetzung der Effizienzmaßnahmen bis hin zur Evaluierung unterstützt.

Mit ESC können umfassende Energieeffizienzmaßnahmen realisiert werden, selbst wenn es an Personal, Know-how oder finanziellen Ressourcen für diese Aufgaben mangelt. ESC setzt auf einen spezialisierten Dienstleister, den Contractor. Dieser plant, realisiert und finanziert technische, bauliche und organisatorische Maßnahmen, um den Energieverbrauch eines Gebäudes zu senken. Außerdem kümmert er sich um die Instandhaltung der neuen Technik, eine optimierte Betriebsführung und auch um die Wartung. 

Mit „Co2ntracting: build the future!” sollen ESC-Modellprojekte entstehen, die anderen Kommunen und Ländern Orientierung für eigene Modernisierungspläne bieten. Zudem soll sich zeigen, wie sich unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen in den Bundesländern auf ESC auswirken, um gegebenenfalls Verbesserungen anstoßen zu können. Quelle: dena / al

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Finanzierung
news-6382 Mon, 06 May 2019 07:13:00 +0200 FUBIC ist als Nur-Strom-Quartier geplant https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/fubic-ist-als-nur-strom-quartier-geplant-6382.html Im Berliner Süden wird das Technologie- und Gründungszentrum Business and Innovation Center next to Freie Universität Campus (FUBIC) geplant. Dieses soll seinen Strom- und Wärmebedarf künftig ausschließlich mit erneuerbaren Energien decken und dabei sich selbst sowie seine Umgebung mit grünem Strom versorgen. In direkter Nachbarschaft zur Freien Universität Berlin (FU Berlin) entsteht bis 2023 auf einem 50.000 Quadratmeter großen Gelände mit FUBIC ein Technologiequartier für bis zu 85 Start-ups und junge Unternehmen aus den Bereichen Life-Science, Gesundheitswirtschaft sowie Informatik. Dafür werden Bestandsgebäude umgebaut und sechs neue Gebäude errichtet. Das zentrale Gebäude des Quartiers ist ein ehemaliges Militärkrankenhaus aus den 1970er Jahren mit OP-Sälen, Bädern und Ärztezimmern, die zu Büro-und Laborgebäuden umgebaut werden.

Das Wissenschaftlerteam unter Leitung von WISTA Management, die unter anderem den Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof aufgebaut hat und betreibt, entwickelt gemeinsam mit der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen und der FU Berlin in einer ersten Phase Konzepte für die 100 Prozent grüne Stromversorgung. Die erneuerbare Energie stammt aus Dach-Photovoltaikanlagen vor Ort und aus zugekauftem Grünstrom aus dem übergeordneten Netz. Ab 2023 soll ein auf FUBIC zugeschnittenes Energiespeichersystem die Versorgung des Quartiers zu jeder Zeit sicherstellen und darüber hinaus netzdienlich agieren.  

Wärmeversorgung muss auf Strom basieren

Um von einem Nur-Strom-Quartier sprechen zu können, muss auch die Wärmeversorgung auf Strom basieren. Hierfür modellieren und simulieren die Forschenden verschiedene Energiesysteme, untersuchen deren Effizienz und Wirtschaftlichkeit und empfehlen dann auf dieser Basis ein System für die Umsetzung. Die Nutzung von Abwärme aus raumlufttechnischen Anlagen des Laborbetriebs und aus Serverräumen soll die Wärmeversorgung unterstützen. Auch eine Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik sowie ein cloudbasiertes Energiemanagementsystem werden für das Technologiequartier entwickelt, damit Energie bedarfsgerecht und flexibel bereitgestellt werden kann. Im Quartier sind Ladeplätze für Elektroautos geplant, sodass die Sektoren Strom und Verkehr gekoppelt werden können.

Die Wissenschaftler werden die regulatorischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erarbeiten, die einen wirtschaftlichen Betrieb eines Nur-Stromsystems im Technologiequartier erlauben. Angedacht ist zum Beispiel flexible Stromtarife zu entwickeln und umzusetzen. Zusätzlich sollen relevante Stakeholder beteiligt und dadurch Transparenz und Nutzerakzeptanz geschaffen werden. Lässt sich in FUBIC ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept realisieren, so könnte die CO2-neutrale und emissionsfreie Nur-Strom-Energieversorgung auf andere Quartiere in Deutschland und Europa übertragen werden. Quelle: energiewendebauen / al

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Finanzierung
news-6384 Sun, 05 May 2019 07:16:00 +0200 Verbände fordern dynamische Regel für Heizkosten https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/verbaende-fordern-dynamische-regel-fuer-heizkosten-6384.html Mehrere Verbraucherverbände und Gewerkschaften kritisieren den Entwurf zur Stärkung des Wohngelds als unzureichend. Sie fordern eine Heizkosten- und Energiekostenkomponente einzuführen und dynamisch zu regeln. Der Bauherren-Schutzbund (BSB), der Deutsche Familienverband (DFV), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), Haus & Grund Deutschland, der Verband Wohneigentum, der Verband Wohnen im Eigentum (WiE), die Verbraucherzentralen Hamburg und Nordrhein-Westfalen und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordern eine grundlegende Neuordnung des Wohngeldes.

Das Wohngeld für Mieter und der Lastenzuschuss für selbstnutzende Wohneigentümer müssten die realen Verhältnisse der Betroffenen widerspiegeln. Das ist aus Sicht der Verbände wichtiger als eine pauschale Anpassung der Wohngeldformel alle paar Jahre. 

Die Verbände fordern, eine Heizkosten- und Energiekostenkomponente einzuführen und dynamisch zu regeln. Denn die pauschale Einpreisung der Energiekosten in den Mietzuschuss führe zur Benachteiligung einzelner Empfänger. Zudem sind die Verbände für eine Klimakomponente bei energetischen Sanierungen. Diese kann erhöhte Mietkosten für Wohngeldempfänger nach Sanierungen auffangen. 

Das Wohngeld hat eine große Bedeutung für die Entlastung einkommensschwacher Haushalte, da neuer Wohnraum immer teurer wird. Trotz steigender Bestands- und Neubaumieten ist die Zahl der Wohngeldempfänger von fast 800.000 in 2016 auf rund 550.000 in 2018 gefallen. Der Gesetzesentwurf in seiner jetzigen Fassung wird laut den Verbänden lediglich dazu beitragen, die Zahl der Empfängerhaushalte vorübergehend auf etwa 660.000 zu steigern. Dass danach trotz voraussichtlich steigender Miet- und Energiekosten die Zahl der Empfänger und der Ausgaben für Wohngeld wieder sinkt, zeigt deutlich die strukturellen Probleme der Bezuschussung. al

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Finanzierung
news-6379 Sun, 05 May 2019 07:03:00 +0200 Baugeld bleibt vorerst günstig https://www.enbausa.de/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=6379&cHash=9607f1687b8e4723dd65ad29f677da00 Die Nachfrage nach sicheren Anlagen und die damit verbundenen rückläufigen Renditen bei zehnjährigen Bundesanleihen haben niedrige Bauzinsen zur Folge. Ein Preisschub beim Baugeld wird in diesem Jahr nicht erwartet. Wer in der Frühlingszeit eine Immobilie bauen oder kaufen will, profitiert von sehr günstigen Finanzierungsbedingungen. Die Bauzinsen liegen wieder auf dem Niveau des Allzeittiefs, berichtet Interhyp,  Vermittler für private Baufinanzierung. "Für zehnjährige Darlehen sind Bestkonditionen von unter einem Prozent aktuell möglich", sagt Mirjam Mohr, Vorstandsmitglied der Interhyp. Zudem wird Baugeld vorerst günstig bleiben, wie die aktuelle Umfrage von Interhyp unter den Zinsexperten von zehn deutschen Kreditinstituten zeigt. "Der verhaltene Konjunkturausblick, das nicht gelöste Brexit-Thema und der Handelsstreit zwischen den USA und China haben nicht nur die Märkte verunsichert, sondern eine Straffung der Geldpolitik durch die Notenbanken unwahrscheinlicher gemacht. Davon profitieren Immobilienkäufer mit Finanzierungsbedarf", so Mohr.

Politische und wirtschaftliche Unwägbarkeiten führen zu einer starken Nachfrage nach sicheren Anlagen, etwa den zehnjährigen Bundesanleihen, und daher sinkenden Renditen. Weil sich die Bauzinsen an den Renditen der langfristigen Anleihen orientieren, liegen sie auf sehr niedrigem Niveau. Die Ankündigung der amerikanischen Notenbank Fed, in 2019 auf weitere Zinserhöhungen zu verzichten, die aktuellen Diskussionen über Zinssenkungen in den USA und die Verschiebung der ersten Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank (EZB) stützen das Niedrigzinsumfeld insgesamt.

Den Hauptgrund für die niedrigen Zinsen sieht auch das Verbraucherportal Biallo bei den deutlich rückläufigen Renditen bei zehnjährigen Bundesanleihen, die bereits Ende März zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren wieder in den negativen Bereich fielen und seither um die Nulllinie pendeln. "Die Bauzinsen haben bei fünf- und 20-jähriger Zinsbindung bereits die Allzeittiefs vom Oktober 2016 egalisiert. Bei zehn- und 15-jähriger Laufzeit liegen die Zinsen im Schnitt nur noch wenige Basispunkte über ihren historischen Tiefständen", sagt Kevin Schwarzinger von Biallo. 

Beim Zinsausblick prognostizieren die für den monatlichen Interhyp-Zinsbericht befragten Experten in den nächsten Wochen überwiegend gleichbleibend günstige Konditionen. Auf Halbjahres- und Jahressicht sind laut dem Zinsbericht gleichbleibende bis allenfalls leicht steigende Zinsen zu erwarten. Immobilienkäufer müssen demnach in 2019 keinen Preisschub beim Baugeld befürchten.

Wer jetzt einen Kredit über 300.000 Euro mit zehnjähriger Laufzeit, 60 Prozent Beleihungsauslauf und 2,5 Prozent Anfangstilgung abschließt, zahlt im günstigsten Fall weniger als ein Prozent Effektivzinsen pro Jahr. Die monatliche Rate beträgt knapp 850 Euro. Mindestens den gleichen Betrag müssen Mieter für eine 2,5-Zimmer-Wohnung in Ballungsräumen wie München, Berlin, Hamburg oder Frankfurt aufwenden. Zum Vergleich: Vor acht Jahren hätten Verbraucher für die gleiche Kreditsumme noch durchschnittlich 4,3 Prozent Zinsen zahlen müssen. Die monatliche Belastung wäre mit 1.700 Euro doppelt so hoch gewesen. 

Laut Biallo-Baugeld-Index wird für einen zehnjährigen Baukredit derzeit im Schnitt ein effektiver Jahreszins von 1,14 Prozent verlangt (Allzeittief: 1,06 Prozent). Bei 15-jähriger Laufzeit beträgt der Durchschnittszins 1,53 Prozent pro Jahr (Allzeittief: 1,50 Prozent). Bei 20-jähriger Zinsbindung notiert der Index bei 1,75 Prozent - exakt auf dem Allzeittief vom Oktober 2016. Wie sollten Immobilien-Interessenten jetzt agieren? "Wer sein Lieblings-Objekt in entsprechender Lage gefunden hat, sollte angesichts der extrem niedrigen Zinsen nicht mehr warten", sagt Bianca de Bruijn, Leiterin Baufinanzierung bei der ING. Ratsam ist es auch, sich den extrem niedrigen Zins für eine möglichst lange Zeit zu sichern. Wer die gleiche Summe zum Beispiel für 15 oder 20 Jahre statt für zehn Jahre leiht, zahlt bei günstigen Anbietern nur 100 bis 200 Euro mehr im Monat. 

Wer die günstigen Zinsen nutzen und im Frühling sein Bau- oder Kaufprojekt starten will, sollte sorgfältig planen. "Wir raten dazu, sich das Zinsniveau möglichst langfristig zu sichern und sich bei der Auswahl des Kredits gut beraten zu lassen", erklärt Mohr. Wichtig sei eine hohe Tilgungsrate, um die Weichen für die Schuldenfreiheit zu stellen. Anschlussfinanzierer sollten ebenfalls in eine hohe Tilgung investieren. Eine Überlegung wert seien zudem Volltilger-Darlehen. Diese sind oft besonders zinsgünstig und am Ende der Zinsbindung vollständig abbezahlt. Quelle: ots / interhyp /al

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news-6376 Sat, 04 May 2019 07:17:00 +0200 Rechte von Fernwärme-Kunden gestärkt https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/preise-duerfen-nicht-einseitig-geaendert-werden-6376.html Die Energieversorgung Offenbach (EVO) und die Energieversorgung Dietzenbach (EVD) dürfen ihre Preise nicht einseitig ändern, ohne dabei die vertraglich vereinbarte Preisgleitklausel zu berücksichtigen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main entschieden und bestätigte damit die jeweiligen Entscheidungen der Vorinstanz. Nach den Urteilen können Verträge nicht durch einseitige öffentliche Bekanntgabe, sondern grundsätzlich nur durch eine übereinstimmende Erklärung beider Vertragsparteien geändert werden. Die Energieversorger müssen die Fehlinformation, die durch ihr Schreiben gegenüber den Kunden hervorgerufen wurde, richtigstellen. "Allgemeine vertragliche Grundsätze gelten auch im Fernwärmesektor. Dies hat das OLG Frankfurt nun klargestellt. Das Urteil stärkt die Rechte von Fernwärmekunden“, sagt Kerstin Hoppe, Rechtsexpertin des Bundesverbands der Verbraucherzentrale (vzbv).

Die Fernwärmeversorger Offenbach und Dietzenbach hatten im Herbst 2015 in einer Mitteilung an ihre Kunden die Preise erhöht. Sie informierten die Verbraucher in einem Schreiben über eine Änderung ihres Preissystems und der Preisgleitklausel, die in vielen Fällen eine Preiserhöhung zur Folge hatte. Diese Änderung gaben sie öffentlich bekannt. Das Gericht stellte klar, dass die Fernwärmeverordnung nur die Veröffentlichungsart der Änderung der Versorgungsbedingungen regelt. Voraussetzung für eine wirksame Preiserhöhung sei aber eine vertragliche Vereinbarung. Diese liege nicht vor.

Schreiben ist irreführend

Die von den Fernwärmeversorgern versendeten Schreiben, in denen die Wirksamkeit der Preiserhöhung als rechtskonform dargestellt wird, sind nach Auffassung des Gerichts irreführend. Die Versorger müssen dies gegenüber ihren Kunden nun richtigstellen.

"Die rechtlichen Grundlagen der Fernwärmeversorgung sind rund 40 Jahre alt und müssen dringen reformiert werden", fordert Thorsten Kasper, Energiereferent beim vzbv. So manche rechtlichen Standards und Transparenzvorschriften, die in anderen Sektoren inzwischen selbstverständlich sind, seien am Fernwärmesektor vorbeigezogen. "Die Rechtsbeziehung zwischen Fernwärmeversorgern und Kunden muss im Interesse von Verbrauchern grundsätzlich überarbeitet und auf eine moderne und klare Grundlage gestellt werden", so Kasper. Quelle: vzbv / al

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Heizung & Warmwasser
news-6377 Thu, 02 May 2019 07:48:00 +0200 Länder fordern Steueranreiz im Bundeshaushalt https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/laender-fordern-steueranreiz-im-bundeshaushalt-6377.html Die fehlenden Steueranreize für energetische Gebäudesanierungen im neuen Bundeshaushalt 2020 haben Verbände und Organisationen im April mit einem offenen Brief bemängelt. Nun ziehen zwei Bundesländer nach und fordern die Bundesregierung auf, die Steuerförderung umzusetzen. Die Landesregierungen von Bayern und Nordrhein-Westfalen verlangen in einem gemeinsamen Schreiben an die Bundesregierung die schnelle Einführung der steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungen. Angesichts der stagnierenden Sanierungsquote von Gebäuden haben Vertreter der Wärme- und Immobilienbranche wiederholt neue Impulse gefordert. Politisch wird über die steuerlichen Abschreibungen seit Jahren gerungen, in der Vergangenheit scheiterte die Einführung auch schon am Widerstand Bayerns.

Nun macht sich der bayrische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) gemeinsam mit seinem Amtskollegen aus NRW, Andreas Pinkwart (FDP), für das Thema stark. In einem Schreiben an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) fordern sie die rasche Einführung der Steuerförderung. Aiwanger verweist dabei auf den positiven Beitrag zur CO2-Bilanz, den die Sanierung des veralteten Gebäudebestandes leisten kann. 

Eckpunktepapier im März vorgelegt

Bereits im März hatten beide Länder ein Eckpunktepapier vorgelegt. Darin sprechen sie sich für eine "technologieoffene und progressionsunabhängige steuerliche Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden" aus. Bei einfachen Sanierungen sollen 20 Prozent der förderfähigen Kosten, bei Anstreben eines Niedrigstenergiegebäudestandards sogar 30 Prozent über drei Jahre abgesetzt werden können. Maximal 50.000 Euro sollen anrechenbar sein. Das Programm soll über zehn Jahre laufen, heißt es in dem Eckpunktepapier.
 
Die beiden Minister verweisen auf die positiven gesamtwirtschaftlichen Effekte, die die Sanierungsförderung erzeugen kann. "Ein solcher Steueranreiz verbessert nicht nur die Rahmenbedingungen für Investitionen in die energetische Gebäudesanierung, sondern setzt auch positive Impulse für das Handwerk und die lokale Wirtschaft und trägt dazu bei, die Klimaschutzziele im Gebäudesektor zu erreichen", betonte NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart. Laut dem Eckpunktepapier ist mit Mehreinnahmen bei Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Lohnsteuer sowie Sozialabgaben zu rechnen. 

Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD hatten sich beide Parteien darauf geeinigt, die steuerliche Förderung von energetischen Sanierungen voranzubringen. Allerdings sind die dafür vorgesehenen Mittel bereits für das neue Baukindergeld aufgebraucht. "Der Bund muss jetzt handeln und umsetzen, was er zugesagt hat. Die steuerliche Förderung weiterhin auf die lange Bank zu schieben, heißt, riesige Energieeffizienzpotenziale zu verschenken", betonte Minister Aiwanger. Im aktuellen Haushaltsentwurf ist kein Budget für die Steuerförderung der Sanierung vorgesehen. Aus dem Finanzministerium hatte zuletzt geheißen, die Bundesregierung stimme sich derzeit über die Einführung des Steuerbonus für Sanierungen ab. al

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Finanzierung
news-6375 Thu, 02 May 2019 07:04:00 +0200 Deneff gibt Empfehlungen für CO2-Preis https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/deneff-gibt-empfehlungen-fuer-co2-preis-6375.html Um die gesetzten Klimaziele zu erreichen, wird über eine CO2-Bepreisung für Haushalte, Verkehr und bisher nicht von diesem erfassten Unternehmen duskutiert, die den Emissionshandel ergänzt. Vorschläge dafür hat die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) vorgelegt. Sie schlägt unter anderem ein wirksames Preissignal und einen Mix aus verschiedenen Maßnahmen vor. In einem Diskussionspapier hat die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) zusammengefasst, inwiefern eine CO2-Abgabe einen Beitrag zur Erreichung der Energieeffizienzziele leisten kann und wie diese ausgestaltet sein muss, um Verbraucher und Unternehmen beim Energiesparen zu unterstützen. So befürworten die Unternehmen der Energieeffizienzbranche den Ansatz mehrheitlich. Das Preissignal müsse jedoch eine ausreichende Lenkungswirkung bei den Investitionsentscheidern haben. Die Einnahmen sollten außerdem genutzt werden, um die Betroffenen beim Energiesparen zu unterstützen und neue Fehlanreize müssten vermieden werden.

Konkret empfiehlt Deneff für die politische Ausgestaltung einer CO2-Bepreisung ein wirksames Preissignal, dass psychologisch wirkungsvoll, planbar, transparent und ausgewogen ist. Die Initiative schlägt zudem eine Verteilung nach dem Verantwortlichkeitsprinzip vor, so dass Mieter, die nur begrenzt Einfluss auf die Klimabilanz ihrer Wohnung haben, nicht einseitig belastet werden dürfen. Weiterhin sollte das Aufkommen zur Unterstützung der Betroffenen beim CO2- und Energiesparen verwendet werden um eine Hebelwirkung zu entfalten. Für sinnvoll erachtet Deneff einen Mix aus Steueranreize, Mindeststandards und Förderprogramme, der die Marktakteure in die Lage versetzt, wirtschaftliche Klimaschutzmaßnahmen auch umzusetzen. Generell wichtig sei dabei eine hohe Praktikabilität einer CO2-Bepreisung für Verbraucher, Unternehmen und Politik.

"Deutschland kann seine Klimaziele nur mit erheblich höheren Energieeffizienzbemühungen wirtschaftlich sinnvoll erreichen," sagt Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der Deneff. Ein CO2-Preis könne dabei – anhängig von seiner Höhe – die Wirtschaftlichkeit von Effizienzmaßnahmen, etwa effizienterer Heizungen, verbessern. Der CO2-Preis allein sei aber kein Allheilmittel: "Stromsparende Hausgeräte, Beleuchtung oder Motoren werden, obwohl sie bereits heute wirtschaftlich sind, noch nicht in der Breite eingesetzt. Mindeststandards und Verbrauchsinformationen für Produkte und Gebäude werden also in keinem Fall überflüssig", so Noll. Sie könnten aber durch eine CO2-Bepreisung ergänzt werden. Nolls Ansicht nach wären zudem für eine weitgehende Dekarbonisierung von Industrie und Gebäuden höhere Preisniveaus notwendig, als sie derzeit politisch akzeptabel erscheinen. Ambitionierte Klimaziele würden deshalb einen Maßnahmenmix erfordern, darunter auch ergebnisorientiertere Förderprogramme. Quelle: Deneff / al

 

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Finanzierung
news-6352 Tue, 30 Apr 2019 07:35:00 +0200 Zuschläge in Naturdämmstoffen sind unbedenklich https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/zuschlaege-in-naturdaemmstoffen-sind-unbedenklich-6352.html In ökologischen Dämmstoffen kommen nicht nur natürliche Rohstoffe vor. Es werden für die Gebrauchstauglichkeit auch Zuschlagstoffe benötigt, unter anderem aus der Erdölchemie. Experten sehen darin kein Problem, wenn Hersteller auf sie zurückgreifen. Naturdämmstoffe wie Holzfaser, Hanf und Stroh haben ökologische Vorteile. Damit sie gebrauchstauglich sind, braucht es allerdings meist Zuschlagstoffe – bis zu 25 Prozent, darunter auch solche aus der Erdölchemie. Ein Problem? Experten sagen Nein. Zwei Eigenschaften sind es im Wesentlichen, derentwegen Hersteller für ihre ökologischen Dämmstoffe nicht ausschließlich auf „natürliche“ Rohstoffe zurückgreifen: Mechanik und Brennbarkeit.

Mechanisch sind fast alle Öko-Dämm-Ausgangsstoffe lockeres Material: Holz als Fasern, Späne oder Holzwolle; Stroh, Flachs, Hanf ebenso wie Schafwolle, Schilf und Gras. Wenn die Dämmung nicht in Hohlräume eingeblasen wird, sind auf der Baustelle aber oft flexible, klemmbare Matten oder gar druckfeste Platten gefragt. Dennoch soll der Stoff fluffig sein, beruht doch die Dämmwirkung auf der eingeschlossenen Luft.

Der klassische Einsatz für Matten ist die Zwischensparrendämmung. Geeignet sind dafür Dämm-Matten, die sich zusammendrücken und zwischen den Sparren einklemmen lassen; hier sollen sie dann fest sitzen. Nicht der Fall ist das bei reinen Hanf- und Jutedämmstoffen, die „vernadelt“, also gewissermaßen zusammengenäht, erhältlich sind. Die erwünschte zusätzliche Elastizität lässt sich erst dadurch erreichen, dass man bei der Herstellung Stützfasern aus Kunststoff einbringt. Gängig ist dafür eine Faser aus zwei Komponenten (Bikomponentenfaser, Bikofaser), nämlich aus einem dauerelastischen Innenteil – zum Beispiel aus PET oder Polylaktose – und einem Schmelzklebstoff-Mantel.

Maisstärke zu teuer

Thomas Schmitz ist Geschäftsführer des "Internationalen Vereins für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen" in Neckargemünd bei Heidelberg, kurz "Natureplus". Der sowohl von der Branche als auch von großen Umweltverbänden und von der Forschung anerkannte Verein zertifiziert unter anderem Naturdämmstoffe. Schmitz: "Anstelle der Kunststoff-Bikofaser kann man auch Fasern aus Maisstärke nehmen; das hat sich aber nicht durchgesetzt, weil die viel teurer sind." Daneben gibt es mindestens einen Anbieter von Jute- und Hanfdämmstoff, bei dem der Stoff für die Bikofaser nicht petrolchemisch, sondern pflanzlich (PLA) gewonnen ist.

Druckfeste Platten aus Holzfasern – beispielsweise für die Aufsparrendämmung – lassen sich im "Trockenverfahren" herstellen, bei dem die Fasern mit Polyurethankleber zusammengeklebt werden. Solche Platten hätten, sagt Schmitz, viele technische Vorteile; vor allem könne man auf diese Weise eine sehr gute Dämmwirkung erzielen. "Ein weiterer Vorteil dabei ist, dass man die Platten dann kaum noch mit einem Latexauftrag hydrophobieren muss, wenn sie als Unterdachplatten bei einer Aufsparrendämmung eine wasserführende Ebene bilden sollen, die die Konstruktion beim Fehlen eines Ziegels schützt."

Für die Fertigung von Platten gibt es ein "naturnäheres" Verfahren – das früher sogar das gängige war, aber drei "Haken" hat. Das Prinzip ist, dass mit hohen Temperaturen das holzeigene Lignin freigesetzt und die Holzfasern zusammengeklebt werden, beschreibt es der Natureplus-Geschäftsführer. "Das funktioniert aber nur bis zu einer Stärke der Platte von ein paar Zentimetern, so dass man bei dickeren Platten dann doch einen hinzugefügten Klebstoff braucht, um mehrere Platten zusammenzuleimen." Außerdem sei die Dämmwirkung nicht so gut, weil das Material weniger fluffig sei. Und: "Man braucht viel Energie, damit das Lignin freigesetzt wird."

Zuschlagstoffe für den Brandschutz

Das zweite wichtige Motiv, "künstliche" Zuschlagstoffe in einen Naturdämmstoff einzubringen, kann der Brandschutz sein – je nachdem, welche Brandschutzklasse gefordert wird. Norbert Rüther vom Fraunhofer-Institut für Holzforschung in Braunschweig: "Es gibt diverse Dämmstoffe, in denen kein Flammschutzmittel drin ist." Aber wenn, sei es üblicherweise gerade so viel wie erforderlich, "denn solche Mittel sind teuer." Als Flammschutzmittel kommen laut Rüther zum Beispiel anorganische Salze wie Borsalze infrage, außerdem Aluminiumhydroxid, Magnesiumsulfat, Ammoniumpolyphosphat, Molke oder stärkebasierte Produkte.

Und in welchen Grenzen bewegt sich der "erforderliche" Masseanteil solcher Mittel? Der Holzforscher nennt als üblichen Anteil "um die zwei bis acht Masseprozent". Nach den Vergaberichtlinien des Natureplus-Vereins wiederum sind mineralische Flammschutzmittel "in der Regel auf fünf Prozent begrenzt".

Für druckfeste Platten aus Holzfaser-Dämmstoff mit Polyurethan als Klebstoff nennt Fraunhofer-Forscher Norbert Rüther als typischen Masseanteil des Klebers "etwa vier Prozent". Die Biko-Stützfasern in Matten können einen höheren Anteil am Öko-Dämmstoff ausmachen. Rüther spricht von "etwa fünf bis 15 Prozent der Masse"; üblich sind laut Schmitz "acht bis zehn Prozent".

Auch im Brandfall keine schädlichen Emissionen

Thomas Schmitz fügt an, dass solche Stützfasern die thermische Verwertbarkeit von Öko-Dämmstoffen am Ende ihres Lebenslaufs überhaupt nicht störten. "Die sind nicht giftig und entwickeln auch keine schädlichen Emissionen zum Beispiel von Weichmachern – auch im Brandfall gibt es keine zusätzliche toxische Belastung." Nach den Vergaberichtlinien des Vereins sei die Grenze für eine Zertifizierung, dass allgemein maximal 15 Prozent Erdölchemie in einem Produkt enthalten sein dürfe. "Bei den meisten Produkten sind es viel weniger, in der Regel nur bis 5 Prozent."

Zählt man die jeweils höchsten Angaben für Stützfasern und Flammschutzzuschläge zusammen, kommt man auf einen Anteil von knapp 25 Prozent. Das ist auch die Obergrenze, die das Münchner Forschungsinstitut für Wärmeschutz 2013 in seiner "Metastudie Wärmedämmstoffe" für die Definition als "natürlicher Dämmstoff" empfohlen hatte; ebenso im Jahr 2016 die Deutsche Umwelthilfe (DUH).

Und wie steht es mit flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) aus den Zuschlagstoffen? Der Grenzwert des Ausschusses zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) liege bei 1000 Mikrogramm pro Kubikmeter, sagt Thomas Schmitz. "Wir haben einen Grenzwert von 300 Mikrogramm pro Kubikmeter, und wir schauen uns auch noch diverse Stoffgruppen und Einzelstoffe an, die bei uns noch deutlich strengere Grenzwerte haben."

Norbert Rüther: Eine Formaldehyd-Problematik – wie sie von Spanplatten her bekannt ist – gebe es bei Naturdämmstoff-Zuschlägen nicht, "weil über die eingesetzten Flammschutz-, Stütz- und Klebstoffe kein Formaldehyd zugeführt wird." Bei konventionellen Dämmstoffen dagegen schon, sagt Thomas Schmitz: Da "werden Bindemittel eingesetzt, die Formaldehyd emittieren".

Von Alexander Morhart

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Dämmung & Fenster
news-6374 Tue, 30 Apr 2019 07:25:00 +0200 3600 Anträge für Batteriespeicher gestellt https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/3600-antraege-fuer-batteriespeicher-gestellt-6374.html Einen Anreiz für den Bau zusätzlicher Photovoltaik-Anlagen soll das Förderprogramm „Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher“ in Baden-Württemberg schaffen. Rund 3600 Förderanträge für PV-Batteriespeicher sind im ersten Jahr beim Umweltministerium eingegangen. Etwa 700.000 Euro Fördervolumen stehen noch zur Verfügung. Ein gutes Jahr nach dem Start des Förderprogramms für Photovoltaik-Batteriespeicher legt das Umweltministerium in Baden-Württemberg eine erste Bilanz vor. "Insgesamt sind rund 3600 Anträge eingegangen, knapp 750 Bewilligungen stehen noch aus. Am Ende steht der Fördersumme von zehn Millionen Euro schätzungsweise eine Gesamtinvestitionssumme von etwa 90 Millionen Euro gegenüber“, sagte Umweltminister Franz Untersteller.

Untersteller wies darauf hin, dass die Förderung nur in Verbindung mit der Installation einer neuen PV-Anlage gewährt wird. Das bedeute, dass auch die erneuerbare Stromerzeugung mit dem Programm angekurbelt worden sei. Die Speicherförderung habe Vielen die Entscheidung für eine PV-Anlage auf dem Dach sicher erleichtert, sagte der Minister. "Schon mit den bislang bewilligten und abgeschlossenen Vorhaben ist eine PV-Leistung in der Größenordnung von etwa einem Zehntel des gesamten Jahreszubaus in Baden-Württemberg installiert worden, nämlich 31 Megawatt peak."

Im Programm stünden noch rund 700.000 Euro zur Verfügung, sagte Untersteller. Er gehe deshalb davon aus, dass das Programm früher als geplant abgeschlossen werden könne. "Eine gleichbleibende Antragsdynamik vorausgesetzt, läuft das Förderprogramm bis spätestens Pfingsten aus", so der Minister.  Es werden sowohl Heimspeicher in Verbindung mit einer Photovoltaik-Anlage mit bis zu 30 Kilowatt Peak (kWp) Leistung mit  200 Euro pro Kilowattstunde (minimale Förderhöhe liegt bei 400 Euro),  als auch Gewerbespeicher in Verbindung mit einer Photovoltaik-Anlage mit mehr als 30 Kilowatt Peak Leistung mit 300 Euro/kWh und maximal 45.000 Euro gefördert. Sobald das Fördervolumen von zehn Millionen Euro und wird, wenn diese Summe erreicht ist, eingestellt. Quelle: Umweltministerium BW / al

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Solarenergie
news-6373 Mon, 29 Apr 2019 07:39:00 +0200 KIT realisiert Pavillon aus Recycling-Materialien https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/kit-realisiert-pavillon-aus-recycling-materialien-6373.html Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zeigt auf der Bundesgartenschau 2019 (BUGA) in Heilbronn wie sich vorhandene Rohstoffe nachhaltig in das Bauwesen einbinden lassen. Studierende, Forschende und Lehrende der Fakultät für Architektur haben einen Pavillon aus wiederverwendeten und -verwerteten Materialien entworfen und realisiert. Der Pavillon ist Teil des Mehr-Wert-Gartens, eines gemeinsamen Projektes des baden-württembergischen Umweltministeriums und der Entsorgungsbetriebe der Stadt Heilbronn. "Wir haben auf der BUGA Heilbronn einen Pavillon geschaffen, der zeigt, welche Ressourcen sich in unserem Abfall verbergen, gerade für den Bausektor“, so Minister Franz Untersteller zum Projekt. Der Pavillon veranschaulicht wie recycelte Ressourcen innovativ und sinnvoll eingesetzt werden können. Alle genutzten Materialien haben bereits mindestens einen Lebenszyklus durchlaufen und sind nach dem Rückbau des Pavillons wiederum komplett trennbar. Es kommen keinerlei Klebstoffe, Schäume, Anstriche oder sonstigen Imprägnierungen zum Einsatz. "Nachhaltige Architektur muss attraktiv und relevant sein. Gerade im Bauwesen ist ein Umdenken möglich, denn hier können wir heute schon die Kreislaufwirtschaft etablieren. Wir müssen es nur wollen und tun“, sagt Dirk E. Hebel, Professor für Nachhaltiges Bauen am KIT.

Beim Bau des Pavillons nutzte das Team verschiedene Stoffkreisläufe für Struktur, Fassade, Boden und Innenausstattung: Die tragende Struktur ist komplett aus Stahl gefertigt, der größtenteils aus einem zurückgebauten Kohlekraftwerk in Nordrhein-Westfalen stammt. „Neben einer genauen Sichtprüfung zur Feststellung möglicher Beschädigungen der Elemente haben wir den Stahl gemeinsam mit den fakultätseigenen Laboren und der Versuchsanstalt für Stahl, Holz und Steine am KIT auf seine Zugfestigkeit, Elastizität, Widerstandsfähigkeit und chemische Zusammensetzung untersucht“, erläutert Karsten Schlesier, der am Fachgebiet für Nachhaltiges Bauen am KIT forscht.

Verschiedene mineralische Materialien kombiniert

Die Fassade besteht aus wiederverwertetem Glas, das zu zwei verschiedenen Baustoffen weiterverarbeitet wurde: Zum einen zu Glaskeramik aus geschmolzenem transparentem, weißem oder grünem Flaschenglas, zum anderen zu Schaumglas, einem leichten, aber stabilen Dämmmaterial. Der Boden im Garten und unter dem Pavillon kombiniert verschiedene mineralische Materialien: Beton- und Ziegelbruch in verschiedenen Körnungen, Porzellanbruch, direkt wiederverwendete Klinkersteine und Backsteine aus mineralischem Bauschutt, so genannte "Waste Based Bricks". Möbel und Einbauten sind aus diversen Kunststoffmaterialien hergestellt. Für den Tresen verwendeten die Architekten recycelte Textilfasern aus weißer Baumwolle und Denim-Jeansstoffen, die Arbeitsplatte besteht aus wiederverwerteten Küchen-Schneidebrettern. Die Hocker und Stühle wurden dreidimensional aus Kunststoff-Hausabfällen gedruckt.

Der Entwurf ist ein Gemeinschaftsprojekt von Studierenden des KIT und den Fachgebieten Nachhaltiges Bauen, Tragkonstruktion und Bautechnologie. "Der Mehr-Wert-Pavillon bedient sich einerseits der bestehenden urbanen Mine, stellt aber gleichzeitig auch ein Materiallager dar, dessen Ressourcen nach der Bundesgartenschau wieder vollständig zur Verfügung stehen", erklärt Felix Heisel, Forschungsverantwortlicher am Fachgebiet Nachhaltiges Bauen. Quelle: KIT / al

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Finanzierung
news-6372 Sun, 28 Apr 2019 07:11:00 +0200 Leitfaden ermittelt Effizienz von PV-Speichern https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/leitfaden-ermittelt-effizienz-von-pv-speichern-6372.html Der Bundesverband Energiespeicher und der Bundesverband Solarwirtschaft haben die überarbeitete Fassung des Effizienzleitfadens für Hausspeicher vorgestellt. Mit diesem sollen sich Photovoltaik-Speichersysteme mit ihren spezifischen technischen Möglichkeiten leichter beurteilen lassen. Allein in Deutschland gibt es mittlerweile mehr als 125.000 Heimspeicher, die in der Regel mit einer Photovoltaikanlage kombiniert werden. "Die stark wachsende Speicherbranche braucht ein stabiles Fundament aus technischen und rechtlichen Regularien. Hier unterstützt der Effizienzleitfaden die Professionalisierung und adressiert Transparenz und verlässliche Qualitätskriterien in den Markt", sagt Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des Bundesverband Energiespeicher (BVES). Aufgrund starker internationaler Nachfrage ist zusätzlich eine englische Version des Effizienzleitfadens in Bearbeitung, die in Kürze erscheinen soll.

Der überarbeitete Effizienzleitfaden ermöglicht Batterieherstellern und Prüfinstituten das Ermitteln der Effizienzwerte einzelner Systeme. Speziell für Batteriehersteller hat das Verfasserkonsortium aus Forschungs- und Prüfinstituten sowie Herstellern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz  ein Excel-Tool entwickelt, mit dem die gemittelten Wirkungsgrade berechnet werden können. Dafür wurden vier wichtige, charakteristische Kennwerte festgelegt: Pfadwirkungsgrade, Summe des Standby-Verbrauchs, energetischer Batteriewirkungsgrad und Einschwingzeiten.

Effizienzparameter vergleichen

Der Effizienzleitfaden von BVES und Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) ermöglicht bereits seit 2017 eine Vergleichbarkeit wesentlicher Effizienzparameter von Hausspeichersystemen. Mit dem Effizienzleitfaden hatte sich die Branche erstmals gemeinsam auf einheitliche, vergleichbare und charakteristische Kennwerte verständigt, mit denen Kunden und Planer die Hausspeicher-Systeme besser miteinander vergleichen können.

Einheitliche Prüfvorschriften zur Effizienz von Lithium-Ionen-Speichern sind wichtig für die weitere Marktentwicklung im Heimspeicherbereich. BVES und BSW fordern stabile rechtliche Rahmenbedingungen, die die Weiterentwicklung der innovativen Speicherbranche ermöglichen. "Qualität, Transparenz und Vertrauen sind wichtige Voraussetzungen für den weiteren Markthochlauf von Speichern. Der Leitfaden hilft, die Potenziale unterschiedlicher Speichersysteme sicht- und vergleichbarer zu machen. Dies ist ein wichtiger Schritt für die junge Speicherbranche, ihre Produkte zu etablierten Elementen einer modernen und zukunftsfähigen Energiewelt zu machen", sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer BSW. Quelle: BVES / BSW / al

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Solarenergie
news-6371 Sat, 27 Apr 2019 07:05:00 +0200 Verband droht Kretschmann mit Klage https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/verband-droht-kretschmann-mit-klage-6371.html Mehr Häuser in Holzbauweise will die Landesregierung in Baden-Württemberg verordnen. Der Dachverband der Steinhersteller, die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), kündigte jetzt juristische Schritte an, sollte das Land die geplante Holzbau-Offensive umsetzen. Vergangenes Jahr hat das Kabinett in Baden-Württemberg eine Holzbauoffensive beschlossen. Bis 2023 soll es vom Land Fördermittel geben. Rund 17 Millionen Euro sollen für Neu- und Umbauten in Holzbauweise investiert werden. Damals schon reagierte die deutsche Mauerwerksindustrie mit einem offenen Brief an Abgeordnete und beauftragte ein Rechtsgutachten.

Dieses hat die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) nun in der Hand und wirft der Landesregierung vor, Baden-Württemberg eine "Holzbau-Pflicht" zu verordnen, mit der sie sich "auf den Holzweg" begebe. In erneuten Briefen an die baden-württembergische Politik macht der Verband klar, dass "die Holzbau-Offensive rechtlich nicht überleben wird". Dies gehe aus einer rechtlichen Stellungnahme hervor, die die DGfM auf der Grundlage der bisherigen Planungen der Landesregierung beauftragt hat.

Der Anwalt für Wettbewerbsrecht, Jörg Schmidt-Wottrich der Kanzlei SWKH, urteilt: "Der Holzbau hat sich zum Mythos entwickelt, der in Baden-Württemberg den Blick auf das rechtlich Zulässige vernebelt hat." Das Land Baden-Württemberg werfe mit seiner "Holzbau-Offensive" Verfassungsgrundsätze über den Haufen. Zudem werde das Beihilferecht – also die gesetzliche Regelung zur Unterstützung von Wirtschaftsunternehmen – außen vor gelassen. Er wirft der Landesregierung damit einen gezielten Eingriff in den Wettbewerb vor.

Konflikt mit Haushaltsrecht

Darüber hinaus schaffe das Land hier auch einen Konflikt mit dem eigenen Haushaltsrecht, weil Bauten aus Holz im Schnitt zehn Prozent teurer als massiv errichtete Gebäude seien. "Und es ist nicht vergaberechtskonform, weil es keine produktneutrale und keine diskriminierungsfreie Ausschreibung gewährleistet", stellt Rechtsexperte Schmidt-Wottrich klar.

Der Jurist sieht die Offensive auch aus einem weiteren Grund kritisch: "Das Land stößt – als größter Waldbesitzer in Baden-Württemberg – mit dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb schnell an die Grenzen, wenn es den Holzbau fördert und damit mittelbar über die eigene Förderung selbst einen Profit erwirtschaftet."

In ihrem Schreiben an die Landespolitik greift die DGfM auch die ökologische Argumentation, die das Land Baden-Württemberg für die "Holzbau-Offensive" ins Feld führt, offensiv an: So liege der tatsächliche Holzanteil beim Holzhaus meistens nur bei sieben bis zehn Prozent. "Der typische Holzrahmenbau arbeitet mit Gipsplatten, reichlich Dämmung, Folien, Verbindungsmitteln“, sagt der Vorsitzende der DGfM, Hannes Zapf. Quelle: DGfM / al

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Dämmung & Fenster
news-6370 Fri, 26 Apr 2019 07:50:00 +0200 Sanierung: Verhalten der Bewohner berücksichtigen https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/sanierung-verhalten-der-bewohner-beruecksichtigen-6370.html Die Forscher des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU) haben für das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) haben Vorschläge zur Ergänzung des Energieausweises erarbeitet. Ziel ist eine realistischere Einschätzung des Verbrauchs vor und nach der Modernisierung eines Gebäudes. Die Bundesregierung strebt eine Reduzierung des Verbrauchs an fossilen Energieträgern an und damit eine Minimierung des Ausstoßes klimaschädlicher CO2-Emissionen im Wohngebäudesektor. Viele Wohnungsunternehmen und private Gebäudeeigentümer investieren bereits in die energetische Modernisierung ihrer Gebäude, um neben dem Klimaschutz auch den thermischen Wohnkomfort zu verbessern und die Verbrauchskosten zu verringern. Jedoch müssen die Anstrengungen angesichts der Gefahren des durch die CO2-Emissionen bedingten Treibhauseffekts verstärkt werden.

Derzeit herrscht jedoch bei Gebäudeeigentümern, Planern und Energieberatern eine gewisse Unsicherheit, ob die Verbrauchsziele nach Modernisierung in der Praxis tatsächlich erreicht werden. Dabei ist unklar, wie das eigentliche "Verbrauchsziel" definiert ist. Der Energieausweis liefert in dieser Hinsicht keine aussagekräftigen Informationen, da er als Nachweisinstrument konzipiert ist und die zugrundeliegende Normberechnung nicht auf eine realistische Bilanzierung abzielt. Andererseits sind neben der reinen Energieeinsparung weitere positive Effekte energetischer Modernsierungen bekannt, die im Energieausweis bisher jedoch nicht herausgestellt werden.

An diesem Punkt setzt die Studie "Berücksichtigung des Nutzverhaltens bei energetischen Verbesserungen" des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) an. die Forscher des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU) liefern dafür zunächst einen Überblick über die in Deutschland vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse inklusive empirischer Informationen zum Energieverbrauch, zum Nutzerverhalten sowie zu den unterschiedlichen positiven Effekten, die durch energetische Modernisierungen erreicht werden können. Auf dieser Basis wurde ein Konzept zur realistischen Beurteilung des Energieverbrauchs vorgeschlagen, welches aus drei Bausteinen besteht.

Aufbauend auf den zusammengetragenen empirischen Daten wurden hierfür erste Anhaltswerte geliefert: Diese bestehen aus tabellierten Werten des Energieverbrauchs differenziert nach Gebäudealter (unsanierte Gebäude) bzw. nach Normenergiebedarf, Funktionsgleichungen für den Kalibrierungsfaktor und die zugehörige Unsicherheit sowie aus Ansätzen für typische Werte und zugehörige Spannen der Nutzungsdaten. Die in der Praxis beobachtete starke Streuung der Verbrauchskennwerte bei gleichen Bedarfskennwerten konnte durch plausible Annahmen über die Variationsbreite der Daten zur Nutzung, zum Gebäude und zur Anlagentechnik erklärt werden.

Die Forscher haben in der Studie die vorliegenden Erkenntnisse zum Verhalten von Bewohnern und zu ihrem Einfluss auf den Energieverbrauch in Gebäuden vor und nach energetischen Modernisierungen systematisch zusammengefasst und empirische Informationen zum Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser von Wohngebäuden unterschiedlicher energetischer Zustände dargestellt. Außerdem haben sie Vorschlägen zur Integration realistischer, empirisch abgesicherter Aussagen zum Energieverbrauch vor und nach Modernisierung im Energiebedarfsausweis erarbeitet und  möglichen positiven Effekte energetischer Modernisierungen jenseits der reinen Energieeinsparung herausgearbeitet. Zudem legen sie Vorschlägen zur Kommunikation und Bewertung dieser Effekte als Ergänzung zum Energieausweis vor. Quelle: BBSR / al

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Dämmung & Fenster
news-6367 Thu, 25 Apr 2019 07:41:00 +0200 Beim Heizungstausch ist Effizienzklasse wichtig https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/beim-heizungstausch-ist-effizienzklasse-wichtig-6367.html Ende September wird für neue Heizkessel die Effizienzklasse A+++ eingeführt. Pflicht ist das Etikett für neue Heizgeräte und Warmwasserbereiter bis 70 Kilowatt Leistung. Erhalten können diese Effizienzklasse Heizungen, die regenerative Energien nutzen, sowie Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen. Das EU-Energielabel für neue Heizkessel gibt auf einer Skala von grün bis rot an, wie effizient diese sind. Aufgrund verschärfter Anforderungen ändert sich die Skala dieses Jahr: Ab 26. September 2019 wird die Effizienzklasse A+++ eingeführt, die Stufen E bis G entfallen. Darauf weist Zukunft Altbau hin, das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm rund um die energetische Sanierung. Das Label rückt die Effizienz der Heizkessel als Kaufkriterium in den Vordergrund. "Da die Anforderungen regelmäßig verschärft werden, wird der Druck auf die Hersteller erhöht, effizientere Heizungsanlagen in den Handel zu bringen und ältere vom Markt zu nehmen", erklärt Frank Hettler von Zukunft Altbau. 2021 oder 2022 soll die nächste Verschärfung kommen. Langfristiges Ziel ist, die Effizienz im Heizungsbereich sukzessive zu steigern sowie auf die Vorteile von Ökoheizungen hinzuweisen.

Hauseigentümer, die vor September dieses Jahres ihre Heizung erneuern lassen, sollten die Neuerung beachten und konventionelle Öl- und Gasgeräte mit niedriger Effizienz meiden, rät Hettler. Am besten sei es, gleich auf Heizungen mit A+ oder besser umzusteigen. Die Verbraucher sollten aber auch bedenken, dass das Label keinen Rückschluss auf die Betriebskosten erlaubt, da diese von weiteren Faktoren, wie dem verwendeten Energieträger und dem energetischen Zustand des Gebäudes, abhängen.

Geräte mit Klasse D nicht mehr im Handel

Ab September erhalten Heizungen, die regenerative Energien nutzen, ein A+++, ein A++ oder ein A+. Das ist bei Solarkollektoren als Ergänzung zur Wärmeerzeugung der Fall, bei den meisten Holzheizungen und bei effizienten Wärmepumpen. Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen können die Noten A+++ bis B erhalten. Gasheizungen und Ölheizungen mit Brennwerttechnik liegen auf der Skala bei A oder B – in seltenen Fällen auch A+. Eine bessere Einstufung ist möglich, wenn die Anlagen mit erneuerbaren Energien kombiniert werden, etwa einer thermischen Solaranlage oder einer Wärmepumpe. Weniger effiziente Niedertemperaturgeräte, die die im Abgas enthaltene Energie nicht ausnutzen, erreichen die Effizienzkategorie C. Sie dürfen nur noch in bestimmten Mehrfamilienhäusern eingesetzt werden. Geräte der Klasse D kommen in Deutschland bereits jetzt nicht mehr in den Handel.

Für neue Heizgeräte und Warmwasserbereiter bis 70 Kilowatt Leistung ist das Etikett Pflicht, Warmwasserspeicher bis einschließlich 500 Liter Speichervolumen sowie Produktkombinationen benötigen das Label ebenfalls. Für diese sogenannten Verbundanlagen gilt das erweiterte Label bereits. Die erweiterte Skala gilt auch für neue Einzelraumheizgeräte bis 50 Kilowatt Leistung, etwa Pelletöfen und andere Holzheizungen.

Keine Information über die Energiekosten

Anders als bei Elektrogeräten gibt das Label keinen Aufschluss über die Betriebskosten: "Das Label vergleicht Anlagen mit unterschiedlich teuren Energieträgern, beispielsweise Öl- und Stromheizungen", erklärt Jörg Knapp vom Fachverband Sanitär Heizung Klima Baden-Württemberg. "Außerdem wird der Energieverbrauch einer Heizung immer auch vom Energiestandard des jeweiligen Gebäudes mitbestimmt, also davon, ob Dach, Wand und Kellerdecke gedämmt sind, ob gute Fenster vorhanden sind und ob die Luftdichtigkeit stimmt." Darüber hinaus hängen Heizkosten maßgeblich von der Verteilung der Heizwärme, der Art der Heizkörper/Fußbodenheizung und dem jeweiligen Heizverhalten ab.

Wer eine Heizungsmodernisierung ins Auge fasst, sollte einen qualifizierten, unabhängigen Gebäudeenergieberater hinzuziehen, rät Frank Hettler von Zukunft Altbau. Sie haben das ganze Haus im Blick und machen erst nach einer Prüfung der Gebäudehülle und der Anlagentechnik Vorschläge zur passenden Heiztechnik. Die individuellen Rahmenbedingungen wie die Größe des Gebäudes, die Anzahl der Nutzer bei der Warmwasserbereitung und Wünsche des Eigentümers werden dabei ebenso berücksichtigt wie Fördergelder, die eine bessere Heiztechnik zu wirtschaftlichen Kosten ermöglichen sollen. Außerdem zeigen Energieberater auf, mit welchen zusätzlichen Sanierungsschritten weitere Energieeinsparpotenziale gehoben werden können.

Erneuerbare-Wärme-Gesetz in Baden-Württemberg berücksichtigen

Eigentümer von Häusern in Baden-Württemberg sollten beim Austausch des Heizkessels zusätzlich das Erneuerbare-Wärme-Gesetz des Landes berücksichtigen. In diesem Bundesland dürfen bei einem Heizungsaustausch in Wohngebäuden nur noch Heizanlagen eingebaut werden, die durch mindestens 15 Prozent erneuerbare Energien unterstützt werden. Wer das nicht tut, muss alternative Erfüllungsoptionen wie Dämmmaßnahmen realisieren.

Das Energieeffizienzlabel der Europäischen Union für neue Heizkessel gilt seit September 2015. Hersteller sind verpflichtet, ihre Geräte energetisch zu klassifizieren. Das Label geht zurück auf die 2009 beschlossene Ökodesign-Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates. Ziel ist die Minderung des Treibhausgases CO2: Rund 80 Prozent der verbrauchten Energie in Privathaushalten gehen auf das Konto von Heizung und Warmwasserbereitung. Altgeräte im Heizungskeller benötigen das EU-Label übrigens nicht. Für sie gibt es seit dem Jahr 2016 eine vergleichbare deutsche Kennzeichnung. Quelle: Zukunft Altbau / al

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Heizung & Warmwasser
news-6368 Wed, 24 Apr 2019 07:16:00 +0200 Wärmekompass vergleicht Wirtschaftlichkeit und Klimabilanz https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/waermekompass-vergleicht-wirtschaftlichkeit-und-klimabilanz-6368.html Wer seine alte Heizung im Keller erneuern möchte, sich mit der Entscheidung aber schwer tut, der kann beispielsweise den Wärmekompass der Agentur für Erneuerbare Energien nutzen. Dieser liefert einen Überblick zu durchschnittlichen Anschaffungs- und Betriebskosten sowie dem CO2-Ausstoß verschiedener Heizungen für unterschiedliche Gebäudetypen. "Unser Kompass bietet privaten Heizungsbesitzern und -planern, aber auch Kommunalvertretern und Gewerbetreibenden, eine Berechnung mit einer unabhängigen Vollkostenanalyse auf Basis der tatsächlichen Verbrauchsdaten", erklärt 

Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), die Funktionsweise. "Die Realität lässt sich zwar nicht eins zu eins in Algorithmen übersetzen, aber der Kompass kann eine Orientierung bieten".

Mit dem Wärmerechner reagiert die AEE auf einen Bedarf: Rund zwei Drittel aller zentralen Heizungen sind veraltet und technisch ineffizient. Ein Austausch der Heizungsanlagen steht in vielen Kellern an. Der Wärmekompass liefert einen Überblick zu durchschnittlichen Anschaffungskosten und Betriebskosten sowie dem CO2-Ausstoß verschiedener Heizungen für unterschiedliche Gebäudetypen. Die Berechnungshintergründe basieren auf umfangreichen Daten des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) an der Universität Stuttgart. Dadurch ist der Wärmekompass in der Lage, Berechnungen für Altbauten, Neubauten, Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Gewerbeimmobilien und größere Gebäudekomplexe durchzuführen.

Der Rechner stellt die Vollkosten von Gas- und Ölkesseln, Holzkesseln (auf Basis von Pellets, Hackschnitzeln, Scheitholz) sowie Wärmepumpensystemen einander gegenüber. Weiterhin werden entsprechende Kombinationen mit solarthermischen Anlagen zur Heiz- und Brauchwasserbereitstellung bereitgestellt. Es werden die jährlichen kapitalgebundenen, betriebsgebundenen und verbrauchsgebundenen Kosten für die einzelnen Wärmeversorgungstechnologien ermittelt. "Damit bietet der Wärmekompass für Heizungsbesitzer eine Grundlage zur Beurteilung und zum Vergleich der Gesamtkosten verschiedener Wärmeversorgungsoptionen", sagt Ludger Eltrop, Abteilungsleiter Systemanalyse und erneuerbare Energien am IER. 

Zudem führt der Wärmekompass die Menge an Treibhausgasen auf, die jeder Heizungstyp verursacht. Denn bis 2050 soll der Gebäudebestand nahezu klimaneutral werden. Erneuerbaren Energien rechnen sich in einigen Fällen bereits im Vergleich zu fossilen Energieträgern. "Dennoch benötigen wir erhöhte Anstrengungen im Wärmesektor, um die Kostennachteile in manchen Fällen auszugleichen, wie beispielsweise eine CO2-Bepreisung", resümiert Brandt. 

Gefördert wurde die Entwicklung des Wärmekompasses durch das Bundeslandwirtschaftsministerium über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe. Quelle: AEE / al

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Heizung & Warmwasser
news-6363 Tue, 23 Apr 2019 07:02:00 +0200 Fehlender Steuerbonus bremst Sanierung https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/fehlender-steuerbonus-bremst-sanierung-6363.html Christoph Dorn, Vorsitzender des Verbands für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM), nahm auf der Mitgliederversammlung die Politik in die Pflicht. Sie müsse die Rahmenbedingungen verbessern, forderte Dorn und nannte insbesondere die Steuerförderung in der Gebäudesanierung. Die fehlende Steuerermäßigung für die Gebäudesanierung ist aus Sicht von Christoph Dorn der wichtigste Grund für die geringe Sanierungsrate. Über 40 Verbände haben sich in einem gemeinsamen Appell an die Bundesregierung gewendet, um Bewegung in die Debatte zu bringen. Der VDPM zählt zu den Mitunterzeichnern. Aus der Politik gibt es dazu aber keine klare Aussage. Thorsten Herdan, Leiter der Abteilung "Energiepolitik – Wärme und Effizienz" im Bundeswirtschaftsministerium, hatte sich auf der Fachmesse ISH wortreich entschuldigt, dass man in dieser Frage noch nicht weiter sei. Auch Peter Rathert, Referatsleiter im Innenministerium, blieb in Berlin vage. Es sei "noch nichts gewonnen und noch nichts verloren".

Kein positives Signal bei Steuerbonus

Christian Noll, Geschäftsführer der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) forderte einen stärkeren Fokus auf Energieeffizienz und skizzierte die Auswirkungen, die eine Energiewende hätte, die alleine auf erneuerbare Energien setzt. Den derzeitigen Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes sieht Noll auch im Bereich der Fassade kritisch. So gebe es eine Aufweichung der Anforderung bei den Nachrüstpflichten für Außenwände. Auch dem Quartiersansatz aus dem Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes kann Noll in der jetzigen Form wenig abgewinnen. Er forderte eine rechtssichere Definition für Quartiersgrenzen. Beim Thema einer möglichen CO2-Bilanz als Kenngröße für die Energiequalität müsse außerdem das Thema Energiearmut adressiert werden.

Martin Pehnt, Geschäftsführer des Instituts für Energie- und Umwelt aus Heidelberg ging auf die Erfahrungen mit einer CO2-Abgabe ein. Sie wird diskutiert, um die Klimakosten fossiler Energien einzupreisen. Die liegen laut einer Erhebung des Umweltbundesamts bei 180 Euro pro Tonne CO2. Eine solche Abgabe erfahre im politischen Raum breite Zustimmung auch von der Industrie. So hatten sich der Bund der Deutschen Industrie (BDI) und der Bund der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) für eine Abgabe ausgesprochen.

Bevölkerung sieht CO2-Abgabe positiv

Auch in der Bevölkerung gebe es breite Zustimmung, zitierte Pehnt eine Umfrage. 74 Prozent der Befragten sprachen sich für eine solche Abgabe aus, wenn eine Rückverteilung sichergestellt wird. In einigen Ländern gibt es diese Abgabe bereits. In der Schweiz liegt sie mittlerweile bei 84 Schweizer Franken pro Tonne. Die Mittel werden an die Bürger und Unternehmen zurückgegeben, die Umverteilung erfolgt auf Basis des C02-Fußabdrucks. In Frankreich ist eine Steuer geplant, die bis auf 100 Euro pro Tonne steigen soll, in Dänemark gibt es eine Abgabe von 3 Cent pro Kilowattstunde Wärme auf Gas und Öl. Eine CO2-Abgabe liefere vor allem Argumente für die Energiewende im Heizungskeller, lasse sich aber als Vertriebsargument bei Dämmung nutzen. Dämmung schütze vor Preissteigerungen. Auch bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung, die den nächsten Stufen der Energieeinsparverordnung zugrunde gelegt werden, spielten die Energiekosten eine Rolle. Mehr Effizienz rechne sich dann möglicherweise schneller.

Im vermieteten Bereich hänge die Wirksamkeit der Abgabe vom Mietrecht ab. Ein Vorschlag sei deshalb, die CO2-Steuer nicht umlagefähig zu machen, damit es für Vermieter einen Anreiz gibt diese zu senken und ihre Bestände zu sanieren. Pehnt warnte aber auch davor, die CO2-Abgabe als alleiniges Instrument zu verwenden. Es müsse einen Maßnahmemix geben.

Building Information Modelling funktioniert meist nur auf Zuruf

Berthold Schäfer, Geschäftsführer Technik des Bundesverbands Baustoffe – Steine und Erden, zog eine sehr kritische Zwischenbilanz zum Thema Building Innovation Modelling, da sei man noch nicht so weit wie manche Berichte glauben machten. Derzeit ist eine offene Frage die Normierung der Datenfelder, die Produkte und Baustoffe in diesem Modell beschreiben. Das sei bislang zu stark IT-getrieben und beziehe zu wenig den Sachverstand der Baustoffexperten ein. Zudem gibt es derzeit noch keine Einigung auf eine einheitliche und zentrale Beschreibung und Definition, sozusagen eine Art Wörterbuch, auf das sich alle Beteiligten einigen und das sie künftig benutzen. An der Erstellung müssten sich alle Akteure der Wertschöpfungsketten beteiligen. Ähnlich wie einer eindeutigen Internet-Adresse für Web-Seiten müsse es eindeutige, am besten international verwendete Kennungen für Begriffe geben. Erste Initiativen dazu gibt es, doch noch kein Geschäftsmodell, das die Erstellung und Verwaltung finanziert. Das sei aber eine Voraussetzung für offenen Datenaustausch. Was es derzeit gebe, sein kein "Open BIM", es funktioniere nur "auf Zuruf" zwischen Partnern, die sich auf Datenformate und – inhalte verständigten. von Pia Grund-Ludwig

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Dämmung & Fenster