enbausa.de - Energetisch Bauen und Sanieren https://www.enbausa.de/ Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen de-DE EnBauSa Sun, 19 Jan 2020 10:02:42 +0100 Sun, 19 Jan 2020 10:02:42 +0100 TYPO3 EXT:news news-6819 Fri, 17 Jan 2020 10:22:00 +0100 Richtlinie definiert sichere Befestigung von Heizkörpern https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/richtlinie-definiert-sichere-befestigung-von-heizkoerpern-6819.html Die neue Richtlinie VDI 6036 gibt Unternehmen und Personen, die mit der Planung und Ausführung von Heizungsanlagen betraut sind, eine Anleitung zur Auswahl und Bemessung von Heizkörperkonsolen beziehungsweise Befestigungssystemen unter Beachtung des Produktsicherheitsgesetzes (ProdSG). Heizkörper im Sinn der Richtlinie sind beispielsweise Flachheizkörper, Heizwände, Konvektoren, Designheizkörper (wie Handtuchtrockner, Garderobenheizkörper) und Röhrenradiatoren – unabhängig davon, ob sie an Zentralheizungsnetze angeschlossen sind oder autark betrieben werden.

Belastungen auf Heizkörperbefestigungen im Privathaushalt sind nicht mit denen im öffentlichen Bereich gleichzusetzen. Aus diesem Grund sind in der Richtlinie drei Anforderungsklassen definiert, vom Privathaushalt mit dem dort üblichen hohen Maß an Umsicht bis hin zu Sportstätten oder Schulen, in denen es vorhersehbar etwas rauer zugeht. Für Sonderfälle wurde noch eine „nach oben offene Klasse“ angefügt. Für die Industrie bedeutet dies, dass für die diversen Heizkörper und Anforderungsklassen, unter Berücksichtigung der verwendeten Dübel und Wandbaustoffe, Heizkörperkonsolen benötigt werden.

Die Montage von Heizkörpern und ihren Befestigungssystemen ist nicht Gegenstand dieser Richtlinie. Bei der Bemessung von Heizkörperbefestigungen wird davon ausgegangen, dass diese ordnungsgemäß und fachgerecht montiert werden und dieser Zustand über die gesamte Lebensdauer sichergestellt wird. Berücksichtigt werden dabei die sich aus dem bestimmungsgemäßen Gebrauch und vorhersehbarer Fehlnutzung ergebenden Lasten. Mit den errechneten Werten können Mindestanforderungen an Befestigungsvorrichtungen für den jeweiligen Einsatzfall festgelegt werden, um ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Sicherheit zu gewährleisten.Quelle: VDI / pgl

]]>
Heizung & Warmwasser
news-6804 Fri, 17 Jan 2020 07:44:00 +0100 Smart Friends spricht jetzt auch mit Google https://www.enbausa.de/lueftung/aktuelles/artikel/smart-friends-spricht-jetzt-auch-mit-google-6804.html Integriert in das Smart-Home-System „Smart Friends“, lassen sich smarte Produkte von Schellenberg nun auch über Google Home per Sprache bedienen. „Ok Google – guten Morgen“ – die Rollläden fahren hoch und das Licht geht an. Befehle wie dieser sind längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern gehören zum smarten Zuhause der Gegenwart. Und das lässt sich mit überschaubarem Einsatz ganz einfach umsetzen. Seit kurzem unterstützt das Smart Friends-System die Sprachsteuerung von Google Home. Smart Friends ist eine Kooperation von Abus, Paulmann, Schellenberg und Steinel im Bereich Smart Home. Bei motorisierten Rollläden etwa bietet die mit Smart Friends kompatible Antriebstechnik von Schellenberg allen Heimwerkern eine smarte Lösung, die sich ein erweiterbares Smart Home wünschen. Insgesamt gibt es mittlerweile im Smart-Friends-System mehr als 100 kompatible Produkte aus den Bereichen Antriebs-, Licht-, Sicherheits- und Sensortechnik.

Wer möchte, dass Rollläden, Sicherheitslösungen, Beleuchtung und Co. nicht nur auf Tastendruck, sondern auch auf das eigene Wort reagieren, der findet die passende Lösung beispielsweise in der Kombination von Schellenberg-Antriebstechnik, der Smart Friends Box und einem Google Home-Sprachassistenten. Werden die  Produkte  in Smart Friends eingebunden, lassen sie sich komfortabel per App steuern, untereinander vernetzen und individuell automatisieren. Wird zusätzlich Google Home mit dem System verbunden, lassen sich diese Funktionen auch bequem per Sprachsteuerung ausführen. So können dann einzelne oder mehrere Geräte auf einmal per Sprachbefehl bedient werden. Letztere auch in sogenannten Szenen, also vorab definierten Aktionen verschiedener Produkte in Kombination

Ob es um die richtige Lichtstimmung im Wohnzimmer, die perfekte Temperatur im Badezimmer oder die der Sonneneinstrahlung angepasste Position der Rollläden geht: „Ok Google“, gefolgt von dem entsprechenden Sprachbefehl, sorgt genau dafür. Um Vielfalt und Zukunftssicherheit im Smart Home zu gewährleisten, spricht die Smart Friends Box viele Sprachen: Sie unterstützt zusätzlich zum Funk-Protokoll von Schellenberg auch die beiden weit verbreiteten Standards ZigBee und Z-Wave. Dies ermöglicht die nachträgliche Integration bereits installierter Smart Home-Technik und eine Kompatibilität zu vielen Lösungen anderer Anbieter smarter Haustechnik. Über ZigBee lassen sich so zum Beispiel Lichtprodukte von Ikea in das smarte Zuhause integrieren.

Was genau im Smart Home mittels Sprache gesteuert werden soll, legt der Nutzer für jedes Produkt einzeln fest. Damit behält er die volle Kontrolle. Sicherheitsprodukte sind dabei grundsätzlich nur eingeschränkt aktivierbar, sodass zum Beispiel ein Einbrecher den Funk-Sicherheits-Alarmgriff für Fenster nicht über Sprachsteuerung ausschalten kann. Ein weiteres Sicherheitsplus: die Verbindung von Google Home mit den smarten Antriebslösungen erfolgt über die Smart Friends Box – und diese sorgt mit einer eigenen Firewall für den Schutz der Daten. Quelle: Schellenberg / pgl

]]>
Lüftung & Klima
news-6820 Thu, 16 Jan 2020 10:08:10 +0100 Baugenehmigungen lagen 2019 im Plus https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/baugenehmigungen-lagen-2019-im-plus-6820.html Von Januar bis November 2019 wurde in Deutschland der Bau von insgesamt 319.200 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 1,3 Prozent mehr Baugenehmigungen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Genehmigungen für Zwei- und Mehrfamilienhäuser stieg jeweils um 0,9 Prozent, für Einfamilienhäuser um 1,5 Prozent. "Der leichte Aufwärtstrend bei den heute veröffentlichten Baugenehmigungszahlen ist ein positives Zeichen, der sich aber noch deutlich verstärken muss. Mit anderen Worten: Die grobe Richtung stimmt, aber insgesamt reicht dieser Anstieg leider immer noch nicht aus. Um das zu ändern, müssen Bund, Länder und Kommunen endlich gemeinsam an einem Strang ziehen, um wirksame Maßnahmen für schnelleren und günstigeren Wohnungsneubau in die Tat umzusetzen. Nur so kann 2020 zu einem echten Bau-Jahr für bezahlbaren Wohnraum werden", kommentiert Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

Neben der reinen Zahl der Genehmigungen komme es aber vor allem darauf an, ob am Ende das Segment des für die Bevölkerung bezahlbaren Bauens und Wohnens gestärkt werde. Grundstückspreise, regionale Baukapazitäten, zusätzliche Auflagen an den Bau durch Kommunen und Bauordnungen einzelner Bundesländer sowie die Höhe der Grunderwerbsteuer der jeweiligen Länder sind hier bestimmend. Aber auch die Frage, ob ein Bau direkt für eine angestrebte, sozial verantwortliche Miete entsteht, ist am Ende bedeutsam für die Preisbildung.

Der Beschluss der Bauministerkonferenz, die Typengenehmigung in die Musterbauordnung aufzunehmen, sei ein wichtiges gemeinsames Signal von Bund und Ländern, so Gedaschko. Es liege jetzt an den Ländern, die Richtlinien der Musterbauordnung zügig in ihre Landesbauordnungen aufzunehmen, und an den Kommunen und Unternehmen, das Instrument des Mitarbeiterwohnens auch anzuwenden. "Bund, Länder und Kommunen müssen bei der nationalen Aufgabe, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, noch viel stärker an einem Strang ziehen und dürfen nicht weiter wertvolle Zeit verstreichen lassen", sagte Gedaschko.

Doch ein Zuwachs bei den Genehmigungen bedeutet nicht unbedingt, dass auch mehr gebaut wird. Das betonte Heiko Werf, Geschäftsführer von Baumit Deutschland auf der Auftaktpressekonferenz des Allgäuer Baufachkongresses. Viele Projekte würden gar nicht realisiert oder erst sehr viel später fertiggestellt. Das liege am zunehmenden Fachkräftemangel. Er zitierte Zahlen des Forschungsinstituts für Wärmedämmung. Danach müssen bis 2050 215.000 neue Arbeitsplätze entstehen damit die Klimaziele im Gebäudebereich zu erreichen sind. pgl

]]>
Finanzierung
news-6818 Wed, 15 Jan 2020 09:35:06 +0100 Wetterdaten machen die Heizungssteuerung intelligenter https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/wetterdaten-machen-die-heizungssteuerung-intelligenter-6818.html Start-ups nutzen Wetterprognosen, um die Raumtemperatur effizienter zu regeln. Laut Studien sind die Einsparungen noch überschaubar. Weil aber die Vorhersagen immer präziser werden, dürfte das Potenzial wachsen. Viele Heizungen werden heute anhand der Außentemperatur gesteuert. Sensoren messen die Außenluft, die Anlage passt daraufhin die Raumtemperatur an. Das Konzept hat jedoch eine große Schwäche. Bis die Heizung reagiert hat, dauert es. Kommt plötzlich die Sonne durch, wird der Raum unangenehm warm, Bewohner reißen die Fenster auf. Die Folge: Ineffizienz. „Hier liegt doppeltes Verbesserungspotenzial“, sagt der Elektroingenieur Stefan Ineichen vom Institut Elektrotechnik des Departements Technik und Architektur an der Hochschule Luzern (HSLU). „Beim Energieverbrauch der Heizung und beim Komfort für die Bewohner.“

Vor allem Start-ups bieten nun serienreife Lösungen des Problems an. Statt auf Messungen von Temperaturfühlern zurückzugreifen, nutzen sie für ihre Systeme die Wetterprognosen. Das Prinzip: Steht ein verhältnismäßig warmer Tag an, heizt die Anlage von Vornherein nicht so stark wie üblich. Droht hingegen ein Kälteeinbruch, dreht die Heizung schon frühzeitig auf. Dafür greift die smarte Heizsteuerung auf reguläre Online-Wetterberichte zurück, die Nutzer etwa auch über ihr Smartphone einsehen können. Darunter fallen Daten wie die Lufttemperatur, Windgeschwindigkeiten, Sonnenscheindauer, Luftfeuchte, Niederschlagsmengen und Unwetterwarnungen. Die meisten Anbieter versprechen je nach Gebäude eine Energieersparnis von zehn bis 20 Prozent – selbst bei bereits sanierten Immobilien.

Tado bringt Wetterdaten ins Heizkörperthermostat

Zu den Marktführern für den privaten Bereich gehört Tado. Die Heizkörperthermostate des Münchener Unternehmens besitzen eine integrierte Wettervorhersagesteuerung und passen das Heizsystem je nach Wetterbericht an. Auch eine Klimaanlage lässt sich einbinden. In einer Smartphone-App weist Tado dann aus, wie viel durch die Maßnahmen eingespart werden konnte. Darin werden zudem Wetterdaten wie etwa der Pollenflug oder die Schadstoffbelastung der Außenluft angezeigt, damit Nutzer darauf reagieren können. Neben den Wetterdaten macht das Thermostat die Heizleistung aber auch von offenen Fenstern und Türen abhängig, oder davon, ob die Bewohner Zuhause sind oder nicht. Das smarte Thermostat samt Internet-Bridge und Montagezubehör kostet rund 200 Euro, für einzelne Heizkörper-Thermostate zahlen Kunden rund 80 Euro. Für den vollen Funktionsumfang der dazugehörigen App müssen Nutzer noch einmal drei Euro monatlich bezahlen.

Auch der Mini-Server von Controme fragt permanent die Wettervorhersage für den jeweiligen Standort ab. Bewohner können per Onlineanwendung sogar die Intensität der Maßnahmen je nach Raum einstellen. Der Miniserver kostet ebenfalls rund 200 Euro, monatliche Kosten gibt es hingegen nicht. Auf ein ähnliches Prinzip setzt außerdem Egain. Das schwedische Unternehmen bietet seine Infrastruktur aber vor allem für große Liegenschaften und Wohngebäude oder Gewerbebetriebe an. Egain vernetzt mithilfe eines Hubs die Heizungsanlage mit einer Cloud, die unter anderem die Wetterdaten des aktuellen Tages sowie des Tags darauf beinhaltet. Das System aktualisiert sich laufend und passt die Raumtemperatur daraufhin an. Hinzu kommt: Die Wetterdaten füttern einen selbstlernenden Algorithmus. Das System kann die Heizungssteuerung also anhand erkannter Muster weiter optimieren.

Prozentuale Energieeinsparung derzeit im einstelligen Bereich

Wie viel die wetterdatenbasierte Heizsteuerung bringt, haben einige Forschungsinstitute bereits untersucht, darunter das Institut für Technische Gebäudeausrüstung (ITG) Dresden. Für eine Simulationsstudie testeten die Wissenschaftler das Einsparpotenzial von verschiedenen digitalen Zusatzlösungen. Auf Ergebnisse, wie sie manche Anbieter versprechen, kam das Institut dabei jedoch nicht. In ihrer Simulation reduzierte sich der Energieverbrauch durch eine auf Wettervorhersagen gestützte Heizungsabschaltung um rund sieben Prozent – für ein typisches Einfamilienhaus und bei einer Solltemperatur von 20 Grad. Zwar bezieht sich dieser Wert nur auf das Potenzial ohne sonstige raumindividuelle Regelungen. Dennoch: Andere smarte Tools erzielten da – einzeln betrachtet – einen deutlich besseren Effekt: Mit einer automatischen Abwesenheitserkennung über die Smartphones der Hausbewohner ließ sich mehr als dreimal so viel einsparen.

Das bloße Potenzial des Wetterberichts als Einsparer könnte in den kommenden Jahren aber noch deutlich wachsen. Denn die Wetterprognosen werden im Laufe der Zeit präziser. Satellitentechnik ermöglicht ein immer besseres Bild der Wetterverhältnisse auf der Erde, Standorte lassen sich immer genauer bestimmen – und damit auch der Energiebedarf für jedes einzelne Haus. Hinzu kommen leistungsstärkere Computer. Zum Vergleich: Eine Fünf-Tage-Prognose, berichten zumindest Wissenschaftler der Pennsylvania State University, ist heute so präzise wie eine Ein-Tages-Prognose vor 40 Jahren.

Und auch für die zunehmend grüne Energieproduktion dürften die Prognosen der Meteorologen immer wichtiger werden. Denn wer in den Wetterbericht schaut, der kann etwa Solaranlage, Batteriespeicher und Verbrauch besser koordinieren. Zu diesem Ergebnis kam bereits vor zwei Jahren auch HSLU-Forscher Ineichen in einem dreimonatigen Testlauf. Ein Heizungsspeicher, der aus unterschiedlichen Quellen gespeist wurde, versorgte dabei ein Testhaus mit Wärme. Das Ziel: möglichst viel durch Solarenergie abzudecken. „Die Herausforderung bestand darin, einerseits nicht unnötig Wärme mit der Wärmepumpe auf Vorrat zu produzieren und andererseits sicherzustellen, dass immer genügend Heizenergie zur Verfügung steht“, erklärten die Forscher. Hier half der Wetterbericht: „Der Wärmebedarf und das Potential an erneuerbarer Energie lässt sich mit der Wetterprognose abschätzen“, sagt Ineichen. „Mit Simulationen ermittelt die Regelung automatisch, wann die Wärmepumpe eingeschaltet werden muss, um Versorgungslücken zu füllen.“ Das Ergebnis war beachtlich: Im Schnitt konnte er die Nutzung von erneuerbaren Energien um rund 20 Prozent steigern. von Laurin Meyer

]]>
Heizung & Warmwasser
news-6817 Wed, 15 Jan 2020 07:46:00 +0100 Immobilienverwalter begrüßen Referentenentwurf zur WEG-Reform https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/immobilienverwalter-begruessen-referentenentwurf-zur-weg-reform-6817.html Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) hat den lange erwarteten Referentenentwurf zur Novellierung des Wohnungs­eigentums­gesetzes (WEG) in Umlauf gebracht. Er zielt auf eine umfassende und grundlegende Reform des Gesetzes ab. Beschlussfassungen zu baulichen Maßnahmen werden erleichtert. Der Verband der Immobilienverwalter Deutschland (VDIV) begrüßt den Referentenentwurf. „Im Interesse der Branche aber auch der Wohnungseigentümer freuen wir uns, dass das BMJV seine Ankündigung wahr gemacht hat, einen Entwurf für eine weitreichende Reform des WEG vorzulegen”, betont VDIV-Deutschland-Geschäftsführer Martin Kaßler. „Mehr Rechtssicherheit, mehr Verbraucherschutz und erleichterte Beschlussfassungen beispielsweise bei baulichen Veränderungen und Sanierungsmaßnahmen waren längst überfällig.”

Der Referentenentwurf, der sich eng am Abschlussbericht der offenen Bund-Länder-Arbeitsgruppe orientiert, enthält unter anderem Neuregelungen zum Einbau von Ladestationen für Elektromobile. Die vom Bundesrat zuletzt geforderten vorgezogenen Änderungen am WEG, gegen die sich der VDIV Deutschland wie auch die Bundesregierung nachdrücklich aussprachen, werden dadurch hinfällig.

Neuregelung der Zustimmungsquoren für bauliche Maßnahmen

Bauliche Maßnahmen zur Errichtung einer Lademöglichkeit für elektrisch betriebene Fahrzeuge, zur Barrierereduzierung sowie zum Einbruchsschutz werden im Referentenentwurf privilegiert. Sie sollen nicht mehr der Zustimmung aller Wohnungseigen­tümer bedürfen. Stattdessen soll jeder Eigentümer grundsätzlich einen Rechtsanspruch darauf haben und die damit verbundenen Kosten selbst tragen.

Der Entwurf leistet „einen wichtigen Beitrag für das Erreichen der Klimaziele”, wie es vom BMJV heißt. So wird nicht nur der Einbau von Ladeinfrastruktur rechtlich erleichtert, auch andere bauliche Veränderungen werden durch eine Neuregelung der Zustimmungsquoren unterstützt. „Da Wohnungseigentumsanlagen nicht zuletzt aufgrund der aktuellen rechtlichen Vorgaben für die Beschlussfassung häufig einen erhöhten Sanierungsbedarf aufweisen und nicht mehr zeitgemäß sind, begrüßen wir diesen Schritt nachdrücklich”, so Kaßler. Bauliche Maßnahmen sollen grundsätzlich mit einfacher Stimmenmehrheit beschlossen werden können. Die überstimmte Minderheit wird dabei mit einer differenzierten Regelung zur Kostentragung vor unangemessenen Belastungen geschützt.

Stärkung der Eigentümerversammlung als Beschlussorgan

Die Wohnungseigentümerversammlung soll als zentraler Ort der Entscheidungsfindung aufgewertet werden, indem die Ladungsfrist von zwei auf vier Wochen verlängert wird. Zudem sieht der Referentenentwurf vor, das Beschlussfähigkeits­quorum aufzuheben, so dass Versammlungen unabhängig von der Zahl der vertretenen Miteigentumsanteile beschlussfähig sind.

„Erfreulich ist, dass die Chancen der Digitalisierung genutzt werden sollen, indem die Online-Teilnahme an Versammlungen und die elektronische Beschlussfassung gestattet werden”, betont der VDIV-Deutschland-Geschäftsführer. Die gesetzlichen Vorgaben stehen damit insbesondere dem Fassen einstimmiger Beschlüsse über entsprechende Plattformen oder Apps nicht mehr im Wege.

Der Verwaltungsbeirat soll gestärkt werden, indem dessen Größe an den Bedarf der jeweiligen Gemeinschaft angepasst werden kann und die Haftung seiner Mitglieder beschränkt wird. Zudem soll der Verwalter für alle gewöhnlichen Maßnahmen, die aus objektiver Sicht keine Entscheidung der Wohnungseigentümer erfordern, zuständig sein. So soll die Handlungsfähigkeit erhöht und der Bedarf an zusätzlichen Eigentümerversammlungen reduziert werden. Um die Verwaltung des Gemeinschaftseigentums noch effizienter zu gestalten, soll die Rolle der rechtsfähigen Gemeinschaft der Wohnungseigentümer klar konzipiert und ihre Teilnahme am Rechtsverkehr vereinfacht werden.

Mit einer klareren Fassung der Vorschriften zu Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung, baulichen Veränderungen und zur Entstehung der rechtsfähigen Gemeinschaft soll das Streitpotenzial in Eigentümergemeinschaften reduziert werden. Ergänzend hierzu soll eine Änderung der gerichtlichen Verfahrensvorschriften eine effiziente Streitbeilegung fördern. So sind künftig beispielsweise Beschlussanfechtungsklagen gegen die Gemeinschaft zu richten statt alle Wohnungseigentümer zu verklagen.

Harmonisierung von Wohnungseigentums- und Mietrecht

Jedes Jahr befassen sich deutsche Gerichte mit über 250.000 wohnungseigentums- und mietrechtlichen Auseinandersetzungen. Ursache ist die fehlende Harmonisierung beider Rechtsgebiete. Der VDIV Deutschland begrüßt daher, dass der Referentenentwurf auch dieses Thema umfangreich behandelt. Er sieht aufeinander abgestimmte Regelungen zur Förderung der Elektromobilität, des Gebrauchs durch Menschen mit Behinderung und zum Einbruchsschutz vor, zur Betriebskostenabrechnung und eine auf Baumaßnahmen bezogene Duldungspflicht des Mieters.

„Obwohl die Bund-Länder-Arbeitsgruppe die Forderung nach einem Sachkundenachweis für Wohnimmobilienverwalter in ihrem Abschlussbericht unterstützt, fehlt dieser im nun vorgelegten Referentenentwurf. Dabei managen Immobilienverwaltungen ein Billionenvermögen und die private Altersvorsorge von Millionen Verbrauchern. Jedes Jahr kommt es durch fehlerhafte Verwaltung zu Schäden von 200 Millionen Euro für Wohnungseigentümer und Mieter. Der Sachkundenachweis ist ein elementarer Faktor für mehr Verbraucherschutz. Erfreulicherweise wird seine Relevanz auch in der Politik immer mehr anerkannt. Wir werden daher auch im weiteren Verfahren darauf hinwirken, dass er in die WEG-Novelle Eingang findet”, so Kaßler abschließend.

Den Referentenentwurf des BMJV können Sie hier herunterladen: www.vdiv.de/weg-reform. Quelle: VDIV / sth

]]>
Finanzierung
news-6813 Wed, 15 Jan 2020 07:43:00 +0100 Bausparkassen beraten häufig nicht gut https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bausparkassen-beraten-haeufig-nicht-gut-6813.html Bausparkassen beraten zu oft am Kunden vorbei. Sie empfehlen ungüns­tige Tarife, über­höhte Bausparsummen, extreme Tilgungs­beiträge oder Sparpläne mit zu hohem Spar­guthaben. Das berichtet die Zeitschrift Finanztest. Nur eine von 16 Bausparkassen überzeugte im Test, neun sind ausreichend, drei nur mangelhaft. „Das Ergebnis ist für die Branche ein Armuts­zeugnis“, sagte der Chef­redak­teur der Zeit­schrift, Heinz Land­wehr, bei der Vorstellung der Ergeb­nisse in Berlin. Die Beratungs­fehler könnten für die Kunden sehr teuer werden, so die Zeitschrift weiter. Ein Bauspar­vertrag sei eine prima Idee für Sparer, die in einigen Jahren eine Immobilie kaufen oder reno­vieren möchten und sich jetzt die nied­rigen Zinsen lang­fristig sichern wollen. Doch der Vertrag müsse gut auf den Kunden abge­stimmt sein.

Mehrere Dutzend Tester haben im Auftrag der Stiftung Warentest je sieben Gespräche zu drei verschiedenen Szenarien geführt. Die LBS Schleswig-Holstein-Hamburg erzielte als einzige gerade noch ein Gut, die Alte Leipziger schnitt als beste bundes­weite Bausparkasse mit Befriedigend ab. Die meisten kamen über ein Ausreichend nicht hinaus. Drei fielen mit Mangelhaft durch.

Der gravierendste Fehler: Viele Bausparkassen empfahlen zu hohe Bausparsummen. Für den Kauf einer Immobilie in zehn Jahren mit 400 Euro Sparrate im Monat hätten meist 100 000 bis 120 000 Euro gereicht. Viele Berater empfahlen 150 000 bis 300 000 Euro. Durch über­höhte Bausparsummen kam die Zuteilung bei jedem vierten Angebot im Test mindestens ein Jahr zu spät. Einige Verträge hätten sogar erst 5 bis 15 Jahre nach dem Wunsch­termin zugeteilt werden können. Kunden müssen dann ihre Pläne ändern oder bis zur Zuteilung einen Zwischen­kredit aufnehmen, und das kann teuer werden. Quelle: Finanztest / sth

]]>
Finanzierung
news-6815 Tue, 14 Jan 2020 09:15:00 +0100 Schonfrist für alte Holzfeuerungen läuft Ende 2020 aus https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/schonfrist-fuer-alte-holzfeuerungen-laeuft-ende-2020-aus-6815.html Viele Hauseigentümer müssen bald prüfen, ob ihr Kaminofen, Kachelofen oder Heizkamin auch noch künftig den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Denn für Anlagen mit zu hohen Staub- und Kohlenmonoxidwerten, die zwischen 1985 und 1994 errichtet wurden, endet Ende dieses Jahres die vom Gesetzgeber eingeräumte Schonfrist. Sind die Emissionen zu hoch, dürfen die Altanlagen nach 2020 nicht weiter betrieben werden. Kamin- und Kachelöfen erhöhen in der kalten Jahreszeit den Wohnkomfort CO2-neutral. Außerhalb der eigenen vier Wände sorgen die rund elf Millionen Anlagen in Deutschland jedoch für Feinstaub in der Luft. Seit 2015 müssen neue Einzelraumfeuerstätten daher strengere Auflagen erfüllen. Jetzt endet auch die Übergangsfrist für vor dem 1. Januar 1995 errichtete Feuerstätten. Der Staubgrenzwert liegt nun bei 0,15 Gramm pro Kubikmeter Abgas, der Kohlenmonoxid-Grenzwert bei vier Gramm pro Kubikmeter. Gesetzliche Grundlage ist die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen, die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV). Für vor 1985 errichtete Anlagen endete die Frist bereits am 31. Dezember 2017.

Partikelfilter helfen nicht gegen Kohlenmonoxid

„Weist die Feuerstätte zu hohe Staubemissionen auf, kann der Einbau eines Partikelfilters den Ausstoß unter die verlangte Schwelle senken“, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. „Ist der Ausstoß von Kohlenmonoxid zu hoch, hilft dagegen nur eine Stilllegung des alten Ofens.“ Das unsichtbare, giftige Gas wird durch keinen Filter entfernt. Experten gehen von 200.000 bis zwei Millionen Öfen mit zu hohen Emissionen aus.

Ob ein Ofen in die fragliche Altersklasse vor 1995 fällt, lässt sich anhand des Typenschilds ermitteln. „Ist das Datum auf den alten Schildern nicht mehr feststellbar oder fehlt das Typenschild ganz, lohnt sich ein Blick in die Herstellerbescheinigung, auch Prüfstandsmessbescheinigung genannt“, sagt Jörg Knapp vom Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg. Gebe es auch hierzu keine Unterlagen, könnten Hauseigentümer im Internet auf einer Datenbank des Industrieverbandes Haus-, Heiz- und Küchentechnik nachschauen, so Knapp. Hier steht auch, jedoch nicht für alle Kaminöfen, die Höhe der Emissionen. Hilft auch das nicht weiter, empfiehlt sich der Kontakt zu einem Fachmann des Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerks. Können Baujahr oder Emissionshöhe nicht festgestellt werden, muss die Feuerstätte ersetzt werden.

Bei Ü25-Öfen lohnt sich ein Austausch meistens

Experten empfehlen, bei den über 25 Jahre alten Anlagen auf eine Emissionsmessung und eine mögliche Nachrüstung zu verzichten. „Messung und Nachrüstung sind in vielen Fällen teurer als ein kompletter neuer Ofen“, erklärt Knapp. Messungen kosten 100 bis 300 Euro, Partikelfilter gegen Staub inklusive Einbau bis zu 1.500 Euro. Für diesen Betrag erhalten Hauseigentümer bereits ein neues Gerät mitsamt Installation.

Ein kompletter Austausch bietet weitere Vorteile. Neue Holzfeuerungen stoßen bis zu 85 Prozent weniger Emissionen aus als viele Altgeräte und benötigen bis zu einem Drittel weniger Brennstoff. Durch ihren höheren Wirkungsgrad sind die neuen Anlagen energiesparender. Die Investition rentiert sich deshalb. „Allein deshalb sollte der Ofentausch nicht auf die lange Bank geschoben werden“, rät Frank Hettler von Zukunft Altbau. Auch bei alten Anlagen, die die Vorgaben erfüllen, sollten Hauseigentümer über eine Erneuerung nachdenken. Bei ihnen wird ein Austausch ebenfalls zu geringeren Betriebskosten führen.

Hinzu kommt: Neue Öfen erfüllen die Stufe zwei der 1. BImSchV und dürfen aufgrund ihrer emissionsarmen Technik auch an Tagen mit Feinstaubalarm betrieben werden. Für Hauseigentümer in feinstaubgeplagten Städten wie Stuttgart ist das ein enormer Vorteil.

Welche Öfen fallen unter die Regelung?

Alle ummauerten Feuerstätten wie Kamin- oder Kachelöfen mit einem industriellen Heizeinsatz und einer Leistung von mindestens vier Kilowatt fallen unter die Verordnung. Sie müssen außerdem mit einer Tür verschließbar sein. Raumheizer wie Schwedenöfen, die nicht über eine Ummauerung verfügen, müssen ebenfalls nachgerüstet werden.

Für offene Kamine, handwerklich errichtete Grundöfen und Kochherde sowie geschlossene Kamine, die auch im offenen Zustand betrieben werden dürfen, gilt die Regelung nicht. Historische Kaminöfen, die nachweislich vor dem 1. Januar 1950 errichtet wurden, fallen ebenfalls nicht unter die Verordnung. Haben die Eigentümer den Ofen jedoch im Laufe des Betriebs in Haus oder Wohnung umgesetzt, wird er vom Gesetzgeber als Neuanlage behandelt. Für ihn endet dann auch am 31. Dezember 2020 die Schonfrist. Quelle: Zukunft Altbau / pgl

]]>
Heizung & Warmwasser
news-6802 Tue, 14 Jan 2020 07:10:00 +0100 Für Gebäudesanierung gibt es mehr Geld https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/fuer-gebaeudesanierung-gibt-es-mehr-geld-6802.html Die Förderprogramme der KfW zur Gebäudesanierung wurden zu Anfang des Jahres umgebaut. Es gibt für viele Maßnahmen mehr Geld, einzelne Förderprogramme wurden zum Bafa verschoben. Die Heizungsförderung für Einzelmaßnahmen wie auch für bestimmte Maßnahmenpakete (Heizungspaket) werden nun nicht mehr über die KfW gefördert, sondern über das Bafa. Für den Neueinbau von Ölheizungen gibt es kein Fördergeld mehr, aber seit dem 1. Januar eine Austauschprämie für alte Ölheizungen. Beim Umstieg auf rein regenerative Energien erstattet das Bafa bis zu 45 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Die Festbetragsförderung wird auf eine prozentuale Förderung umgestellt.

Kombination mit Erneuerbaren ist notwendig

Für Gasbrennwertanlagen erhalten Bauherren nur dann Förderung, wenn sie diese mit erneuerbaren Energien kombinieren. Bei Gas-Hybridsystemen erstattet das BAFA bis zu 40 Prozent der Investitionskosten, wenn der Anteil erneuerbarer Energien mindestens 25 Prozent beträgt. Ein weiterer Anreiz zum Umstieg ist der C02-Preis. Für 2021 ist ein Einstieg mit einem Preis von 25 Euro pro Tonne CO2 für Kraft- und Brennstoffe des Verkehrs- und des Gebäudebereichs vorgesehen.  Der CO2-Preis steigt 2022 auf 30 Euro pro Tonne CO2, 2023 auf 35 Euro, 2024 auf 45 Euro und 2025 auf 55 Euro.

„Bei Heizungen auf Basis fossiler Energien werden sich die Energiekosten durch den geplanten CO2-Preis künftig deutlich erhöhen. In den ersten fünf Jahren beträgt der Zuschlag für einen jährlichen Verbrauch von 2.000 Liter Heizöl insgesamt rund 1.200 Euro. In Zukunft soll dieser weiter steigen“ schätzen die Experten des Baden-Württembergischen Informationsprogramms „Zukunft Altbau“.

Höhere Fördersätze gelten ab Januar

Es gab jedoch nicht nur Änderungen bei der Förderstrategie, auch die Fördersätze selbst wurden angehoben. Die höheren Sätze gelten ab dem 24. Januar. Bei der Kreditförderung erhöht sich für die Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus sowie energetische Einzelmaßnahmen der jeweilige Tilgungszuschuss um 12,5 Prozentpunkte. Beim Bau oder Kauf eines neu gebauten KfW-Effizienzhauses erhöht sich der Tilgungszuschuss um 10 Prozentpunkte.

Der Investitionszuschuss für die Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus oder energetische Einzelmaßnahmen erhöht sich um jeweils 10 Prozentpunkte. Für die Durchführung von Einzelmaßnahmen beispielsweise steigt der Zuschuss von 10 auf 20 Prozent der förderfähigen Kosten an. Die maximal förderfähigen Investitionskosten bleiben hier bei 50.000 Euro, die Höhe der maximal geförderten Kosten je Wohneinheit verdoppelt sich also von 5.000 auf 10.000 Euro.

Für Beratung und Planung gibt es Geld im Marktanreizprogramm

Erstmals ist es außerdem möglich, bei der BAFA-Förderung für das Heizen mit erneuerbaren Energien auch Kosten für Beratungs-, Planung- und Baubegleitungsleistungen zu berücksichtigen. „Damit wird die langjährige GIH-Forderung umgesetzt, auch bei der Förderung von Heizungen mit erneuerbaren Energien Energieberaterkosten, die in direktem Zusammenhang mit der förderfähigen Anlage stehen, zu fördern. Leider sind diese jedoch nicht – analog zu den KfW-Programmen – verbindlich“, kommentiert der Energieberaterverband GIH.  Die Förderhöhe liegt zwischen 20 und 45 Prozent. Nicht förderfähig sind alle Öl-, alle Kohle- und Gaskessel ohne Brennwerttechnik. Ebenfalls ausgenommen bleiben handbeschickte Biomasse-Einzelöfen, die nicht in das Zirkulationssystem eingebunden sind (zum Beispiel Scheitholzkamin-Öfen, Kachel-Öfen), Luft/Luft-Wärmepumpen und Warmwasser-Wärmepumpen.

Folgende Posten können für die Förderung angesetzt werden:

  • Ausgaben für die Einbindung von Experten für die Fachplanung und Baubegleitung des Einbaus der geförderten Anlage,
  • Anschaffungskosten für die neue Heizung,
  • Kosten der Installation, Einstellung und Inbetriebnahme der neuen Heizung
  • Maßnahmen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Installation und Inbetriebnahme der neuen Heizung wie Deinstallation und Entsorgung der Altanlage inkluisve Tanks, Optimierung des Heizungsverteilsystems (Anschaffung und Installation von Flächenheizkörpern, Verrohrung, Hydraulischer Abgleich, Einstellen der Heizkurve etc.), notwendige Wanddurchbrüche,
  • Erdbohrungen zur Erschließung der Wärmequelle bei Wärmepumpen
  • Schornsteinsanierung,
  • Anschaffung und Installation von Speichern und Pufferspeichern,
  • Kosten für die Errichtung eines Staubabscheiders oder einer Einrichtung zur Brennwertnutzung bei Biomasseanlagen.

Die förderfähigen Kosten, die anerkannt werden können, sind begrenzt: bei Wohngebäuden können maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit anerkannt werden, bei Nichtwohngebäuden sind es  3,5 Millionen Euro pro Gebäude. Ansatzfähig sind in der Regel die Bruttokosten inklusive Umsatzsteuer. Vorsteuerabzugsberechtigte Antragsteller können die Nettokosten geltend machen. von Pia Grund-Ludwig

]]>
Heizung & Warmwasser
news-6809 Mon, 13 Jan 2020 09:16:00 +0100 Raumwärmeverbrauch 2018 erneut gestiegen https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/raumwaermeverbrauch-2018-erneut-gestiegen-6809.html Der witterungsbereinigte Raumheizwärmeverbrauch in deutschen Wohngebäuden ist 2018 das dritte Jahr in Folge angestiegen: Laut der aktuellen Energiekennwerte-Studie 2019 von Techem lag der Erdgas- und Heizölverbrauch mit 142 kWh/m2 beziehungsweise 143,5 kWh/m2 um jeweils 1,1 und 1,5 Prozent über den Vorjahreswerten. Lediglich beim Fernwärmeverbrauch verzeichnet die Studie einen minimalen Rückgang von 0,3 Prozent auf 114 kWh/m2. Über die letzten drei Jahre hinweg beträgt der Gesamtanstieg somit für Erdgas rund 5,8 Prozent, für Heizöl 8,5 Prozent und für Fernwärme 4,9 Prozent. „Im Widerspruch zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung hat sich die rückläufige Verbrauchstendenz, die noch bis 2013 zu beobachten war, nach einer Zeit der Stagnation in einen deutlichen Anstieg umgekehrt“, kommentiert Techem Geschäftsführer Nicolai Kuß. „Höhere witterungsbereinigte Verbräuche als 2018 gab es für Erdgas zuletzt 2011, für Heizöl sogar zuletzt 2009. Wir müssen dringend etwas dafür tun, dass Gebäude energetisch effizienter werden und weniger Wärme benötigen.“ Als Grundlage für die nunmehr 20. Auflage seiner Energiekennwerte-Studie analysierte Techem anonymisierte Verbrauchsabrechnungen von rund 1,5 Millionen Wohnungen in deutschlandweit fast 120.000 Mehrfamilienhäusern.

Stagnation statt Wärmeeinsparung

Betrachtet man die witterungsbereinigte Verbrauchsentwicklung der Raumheizwärme über einen längeren Zeitraum, zeichnet die aktuelle Studienauflage ein noch negativeres Bild als die Vorjahreszahlen: Zwischen 2008 und 2015 lag der gemittelte Verbrauchsrückgang pro Jahr für Erdgas bei rund 1,3 Prozent, für Heizöl bei 1,2 Prozent und für Fernwärme bei einem Prozent. Im Zehnjahresmittel von 2008 bis 2018 haben sich diese Werte auf 0,4 Prozent, 0,06 Prozent beziehungsweise 0,2 Prozent verschlechtert.

Auch die scheinbar positiven nicht witterungsbereinigten Verbrauchszahlen für 2018 dürfen über die Verbrauchssteigerung der letzten Jahre nicht hinwegtäuschen: Nur aufgrund der deutlich höheren Außentemperaturen lag in dieser Heizperiode der Verbrauch von Erdgas um 5 Prozent, der von Heizöl um 4,6 Prozent und der von Fernwärme um 6,3 Prozent unter den Vorjahreswerten. Über alle drei Energieträger hinweg gerechnet betrugen die CO2-Emissionen pro Nutzeinheit durchschnittlich 2,25 Tonnen.

„Das nationale Ziel eines klimaneutralen Wohngebäudebestandes bis 2050 lässt sich nur mit einer breit angelegten Digitalisierungsoffensive, dem vermehrten Einsatz regenerativer Energien und einer durchgängigen Effizienzsteigerung entlang der gesamten Wärmewertschöpfungskette verwirklichen“, so Techem Geschäftsführer Kuß. Oftmals bringen schon vergleichsweise geringe Investitionen wie die dauerhafte Optimierung des Heizungssystems nachhaltige Verbrauchseinsparungen im zweistelligen Prozentbereich. Woran es Techem zufolge vielerorts jedoch fehlt, ist die notwendige Transparenz über den tatsächlichen Wärmeverbrauch, um verfügbare Investitionsmittel so effektiv wie möglich einsetzen zu können. Außerdem belegen die Auswertungen im Rahmen der Studie erneut, wie wichtig möglichst aktuelle Informationen auch für Nutzer und Mieter über Verbrauch und Preise sind, um das eigene Verhalten steuern zu können und dadurch vor unerwartet hohen Heizkosten gefeit zu sein.

Auch über die Entwicklung der Brennstoff- bzw. Energieträgerpreise wie dem fast zehnprozentigen Anstieg bei Heizöl gibt die aktuelle Studie detailliert Auskunft. Der komplette Report „Techem Energiekennwerte 2019“ steht als e-Paper zum kostenlosen Download bereit. Quelle: Techem / sth

 

 

 

 

e-Paper: Techem Energiekennwerte 2019

e-Paper: Techem Energiekennwerte 2019

 

Über Techem
Techem ist ein weltweit führender Serviceanbieter für smarte und nachhaltige Gebäude. Die Leistungen des Unternehmens decken die Themen Energiemanagement und Ressourcenschutz, Wohngesundheit und Prozesseffizienz in Immobilien ab. Das Unternehmen wurde 1952 gegründet, ist heute mit über 3.500 Mitarbeitern in mehr als 20 Ländern aktiv und hat mehr als 11 Millionen Wohnungen im Service. Techem bietet Effizienzsteigerung entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Wärme und Wasser in Immobilien an. Die Produkte und Lösungen des Unternehmens vermeiden jedes Jahr rund 7 Millionen Tonnen CO2. Als Marktführer in der Funkfernerfassung von Energieverbrauch in Wohnungen treibt Techem die Vernetzung und die digitalen Prozesse in Immobilien weiter voran. Moderne Funkrauchwarnmelder mit Ferninspektion und Leistungen rund um die Verbesserung der Trinkwasserqualität in Immobilien ergänzen das Lösungsportfolio für die Wohnungswirtschaft. Weitere Informationen finden Sie unter www.techem.de

Pressekontakt

Robert Woggon
Head of Corporate Communications
Techem Energy Services GmbH
Telefon: +49 (0) 6196 / 522-2324
E-Mail: robert.woggon@techem.de                                      

Katharina Bathe-Metzler
Senior Manager Corporate Communications
Techem Energy Services GmbH
Telefon: +49 (0) 6196 / 522-2677
E-Mail: katharina.bathe-metzler@techem.de

 

Wenn Sie zukünftig keine Pressemeldungen mehr von uns erhalten möchten, senden Sie bitte eine Mail an presse@techem.de

]]>
Heizung & Warmwasser
news-6805 Mon, 13 Jan 2020 08:03:00 +0100 Erneuerbare Energien überflügeln fossile Energieträger https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/erneuerbare-energien-ueberfluegeln-fossile-energietraeger-6805.html 2019 war der Anteil Erneuerbarer Energien am Strommix erstmals höher als der der fossilen Energieträger. Das geht aus der Jahresauswertung zur Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2019 hervor, die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE vorgelegt haben. Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Nettostromerzeugung, das heißt dem Strommix, welcher tatsächlich aus der Steckdose kommt, betrug 46 Prozent. Die Summe der der fossilen Energieträger machen 40 Prozent aus. Den größten Zuwachs verzeichnete 2019 die Windkraft mit 17,3 Terrawattstunden (TWh), die Braunkohle mit -29,3 TWh die stärksten Verluste. Die deutschen Photovoltaikanlagen speisten etwa 46,5 TWh ins öffentliche Netz ein, das war 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Zubau von 3,3 Gigawatt erhöhte die installierte Leistung auf rund 48.6 Gigawatt (Stand Ende Oktober). Die maximale Solarleistung wurde am 19.04.2019 um 13 Uhr mit etwa 33 Gigawatt erreicht, das waren 48 Prozent der gesamten Stromerzeugung zu diesem Zeitpunkt. Von März bis September 2019 war die monatliche Stromerzeugung von PV-Anlagen höher als die von Steinkohlekraftwerken.

Die Windkraft produzierte 2019 rund 127 TWh (ein Plus von 15,7 Prozent) und war damit erstmals die stärkste Energiequelle in Deutschland. In acht Monaten übertraf die Windstromproduktion die Erzeugung aus Braunkohle und in allen zwölf Monaten lag die Windenergie vor der Kernenergie. Die maximal erzeugte Leistung betrug circa 46 GW am 15.03.2019 um 19 Uhr. Der Anteil der Onshore-Windstromproduktion betrug 102,6 TWh. Offshore wurden 24,4 TWh erzeugt, nach 19,1 TWh im Jahr 2018. Der Zubau von Wind onshore ist stark eingebrochen: nur 660 MW gingen bis Ende Oktober 2019 neu ans Netz. Ende Oktober 2019 lag die installierte Leistung von onshore Wind bei 53,1 GW und von offshore Wind bei 7,6 GW.

Gemeinsam produzierten Wind- und Solarenergieanlagen 2019 rund 173 TWh Strom. Das Verhältnis zwischen Solar- und Windenergieanlagen ist weiterhin unausgewogen: Ende 2019 fehlten über 15 GW installierter Solarleistung zu einem optimalen Verhältnis Wind-Solar. Die Wasserkraft erlebte unter den erneuerbaren Energien prozentual den stärksten Anstieg (21,2 Prozent) und trug 19,2 TWh zur Stromerzeugung bei. Die Biomasse lag mit 44 TWh leicht unter dem Wert des Vorjahres. In Summe produzierten die erneuerbaren Energiequellen im Jahr 2019 etwa 237 TWh Strom (plus 7 Prozent gegenüber 2018) und lagen damit vor den fossilen Energiequellen (207 TWh). Die Nettostromerzeugung aus Kernkraft lag mit 71,1 TWh leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Damit gingen die nicht-erneuerbaren Energiequellen um 14 Prozent zurück.

Rückgang der Kohlestromerzeugung

Einen starken Einbruch verzeichnete die Braunkohle: Hier sank die Nettostromproduktion um 29,3 TWh beziehungsweise 22,3 Prozent auf 102,2 TWh. Die Nettostromproduktion aus Steinkohle sank um 23,7 TWh beziehungsweise 32,8 Prozent auf 48,7 TWh. Für diesen starken Rückgang sind den Wissenschaftlern zufolge mehrere Faktoren verantwortlich: Erstens ist die Stromerzeugung aus Windenergie deutlich angestiegen, wodurch die Kohlestromproduktion gedrosselt werden musste. Zweitens sind die CO₂-Zertifikate deutlich teurer geworden: der durchschnittliche CO₂-Zertifikatspreis stieg von 15,79 Euro/Tonne in 2018 auf 24,80 Euro/Tonne. Weil durch die hohe erneuerbare Produktion die Börsenstrompreise niedrig waren, wurde der Abstand zwischen CO₂-Preis und Börsenstrompreis sehr klein, womit die Marge bei der Kohle sank. Der durchschnittliche volumengewichtete Day-Ahead-Strompreis sank um 15 Prozent auf 36,64 Euro/MWh (2018: 43,26 Euro/MWh).

Da eine MWh Braunkohlestrom rund eine Tonne CO₂-Emissionen verursacht, arbeiten Braunkohlekraftwerke nicht mehr rentabel, wenn der CO₂-Preis in Euro/Tonne so hoch wie der Börsenstrompreis in Euro/MWh ist. Auch die um 9,5 Prozent verringerte Last hat zum niedrigen Börsenstrompreis und damit verschlechterten Marktbedingungen für die Braunkohle beigetragen.

Ein weiterer Grund waren die sehr niedrigen Gaspreise. Da die Stromerzeugung aus Gas deutlich weniger CO₂-Emissionen als die Erzeugung aus Braunkohle hat, werden auch weniger CO₂-Zertifikate benötigt. Die Kosten für Gas und CO₂-Zertifikate für die Emissionen des Gaskraftwerks lagen damit zeitweise unter den reinen CO₂-Zertifikatskosten des Braunkohlekraftwerks. Trotz Brennstoffkosten von Null konnten die Braunkohlekraftwerke nicht mehr konkurrieren und es kam insbesondere in den Monaten März, Juni und Dezember zu einem Brennstoffwechsel von Braunkohle zu Gas. Gaskraftwerke steigerten ihre Nettostromproduktion um 21,4 Prozent auf 54,1 TWh. Das war nicht nur ein nationaler Effekt: Für unsere Nachbarländer war es aufgrund der hohen CO₂-Preise günstiger, mit den eigenen Gaskraftwerken Strom zu erzeugen, als Braunkohlestrom in Deutschland zu kaufen.

Exportüberschuss geht zurück

Deshalb gingen auch die Stromexporte deutlich zurück: Der Exportüberschuss (physikalische Flüsse) sank 2019 von 48 auf 30 TWh. Der wichtigste Abnehmer war Österreich (11,7 TWh) vor Polen (10 TWh), das einen Teil des Stromes aus den neuen Bundesländern über Tschechien nach Süddeutschland transportierte. In die Schweiz flossen 6,5 TWh, die hauptsächlich nach Italien weitergeleitet wurden. Deutschland importierte 11,9 TWh Strom aus Frankreich, der aber hauptsächlich an die Nachbarländer weitergeleitet wurde. Die durchschnittlich exportierte Leistung betrug 3,4 GW, was der Leistung von etwa drei Kernkraftwerken entspricht. An 6310 Stunden des Jahres (72 Prozent der Zeit) wurde Strom exportiert, an 2450 Stunden wurde Strom importiert. Beim Außenhandel mit Strom ergibt sich bis Ende Oktober ein Exportüberschuss von 24,2 TWh und Einnahmen im Wert von 1,2 Milliarden Euro. Eingeführter Strom kostete durchschnittlich 45,08 Euro/MWh, ausgeführter Strom 46,99 Euro/MWh.

Quelle: Fraunhofer ISE/sth

]]>
Solarenergie
news-6811 Fri, 10 Jan 2020 08:34:00 +0100 Wärmeversorgung in Mehrfamilienhäusern steht im Fokus https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/waermeversorgung-in-mehrfamilienhaeusern-steht-im-fokus-6811.html Im Forschungsprojekt "Feldanalyse zur Betriebs-Optimierung von Mehrfamilienhäusern", kurz FeBOp-MFH, untersuchen Forscher, wie der Betrieb von Heizzentralen in Mehrfamilienhäusern mit Hilfe einer laufenden Messung der Verbräuche und Erträge effizienter werden kann. Ein wesentliches Projektziel ist es, praxistaugliche und in der Breite einfach anwendbaren Analyseverfahren zu entwickeln. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen greift die Methoden auf. Im Forschungsprojekt wird dazu in bis zu 50 Mehrfamilienhäusern ein automatisiertes Messsystem mit serverbasierter Analyse verwendet. Die dabei entwickelten Methoden und Messkonzepte können aber auch für einfachere Bewertungen eingesetzt werden. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) stellt dafür in ihrer Reihe "Faktenpapiere zu Effizienzmessung und -bewertung im Heizungskeller" die Grundannahmen sowie einfache Messmethoden und Analysetools vor.

Das grundsätzliche Vorgehen und die Verwendung einfach zu erfassender Messgrößen sei auch in anderen Gebäuden wie Einfamilienhäusern, Schulen, Verwaltungsgebäuden, Gewerbegebäuden und so weiter anwendbar, so die KEAN. Die Reihe "Optimierte Wärmeversorgung in Mehrfamilienhäusern" richtet sich daher nicht nur an die Wohnungswirtschaft, sondern auch an Energieberater, das Heizungshandwerk, Planer, Mitarbeiter im Gebäudemanagement und auch interessierte Privatpersonen. Zu den Papieren geht es hier. Quelle: KEAN /sth

]]>
Heizung & Warmwasser
news-6808 Fri, 10 Jan 2020 07:52:00 +0100 Verbraucherzentrale warnt vor Kosten für Smart Meter https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/verbraucherzentrale-warnt-vor-kosten-fuer-smart-meter-6808.html Nach jahrelanger Vorbereitung soll der Pflichteinbau der neuen intelligenten Messsysteme, sogenannte Smart Meter, im Januar 2020 beginnen. Als Voraussetzung wurde das dritte Smart Meter Gateway zertifiziert. Für Haushalte mit hohem Stromverbrauch und für Haushalte mit eigener Stromerzeugung ist die Umrüstung auf die neuen Smart Meter verpflichtend. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht das kritisch. Es ist zu befürchten, dass Verbraucher auf Zusatzkosten sitzen bleiben.

„Smart Meter sind in der Theorie eine gute Sache, weil sie die Energiewende voranbringen sollen. Der Einbau der Smart Meter darf aber nicht zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher gehen. Festgelegt sind bislang nur die Betriebskosten. Jetzt müssen die Netz- und Messstellenbetreiber variable Tarife anbieten und eingesparte Kosten vollständig weitergeben. Verbraucher müssen an den finanziellen Vorteilen der Energiewende teilhaben und nicht zusätzlich belastet werden“, sagt Thomas Engelke, Teamleiter Energie und Bauen im vzbv.

Smart Meter der ersten Generation nicht wirklich smart

Mit dem Smart Meter sollen die Stromnetze besser genutzt und der Energieverbrauch gesenkt werden. Stromfressende Geräte sollen mit Smart Metern erkennbar werden. Der Datenaustausch zwischen Erzeugern, Verbrauchern, Stromlieferanten und Netzbetreibern wird automatisiert und erfolgt verschlüsselt.

Noch Zukunftsmusik ist, dass Smart Meter auch die Verbräuche von Gas, Wasser, Heiz- und Fernwärme messen. Vernetzbare Haushaltsgeräte des Smart Homes können noch nicht an- und abgeschaltet werden.

Smart Meter der ersten Generation sind zudem technisch nicht in der Lage, Photovoltaikanlagen und Ladestationen für Elektrofahrzeuge je nach Netzauslastung selbstständig zu steuern. Dafür sind weitere Zusatzgeräte erforderlich. Viele variable Tarife können mit diesen Smart Metern noch nicht genutzt werden.

Zusatzkosten für Verbraucher zu erwarten

Für die Smart Meter werden Betriebskosten für die Verbraucher fällig, je nach Verbrauch in Höhe von maximal 23 – 100 Euro jährlich. Hinzu kommen für die Hauseigentümer Umbaukosten für einen neuen Zählerschrank, wenn der neue Smart Meter nicht in den vorhandenen Schrank passt. Und schließlich sind Kosten für Zusatzleistungen nicht gedeckelt.

„Ob diese Zusatzkosten durch Energiesparen und kostengünstige variable Stromtarife wieder hereinkommen, ist mehr als fraglich. Vorteile haben die Netz- und Messstellenbetreiber. Sie sparen Kosten, weil die Smart Meter nicht mehr vor Ort abgelesen werden müssen und weil die Netze besser ausgelastet werden können“, so Thomas Engelke.

„Rollout“ der Smart Meter auch für private Haushalte

Der Startschuss für den „Rollout“ der Smart Meter soll im Januar 2020 nach der sogenannten Markterklärung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik fallen.. Das bedeutet, dass diese Geräte im Laufe der nächsten Jahre in Haushalte mit einem Jahresstromverbrauch von über 6.000 Kilowattstunden verpflichtend eingebaut werden müssen. Dies gilt auch für Haushalte, die zum Beispiel mit Solaranlagen mit einer Leistung von sieben bis 100 Kilowatt installierter Leistung selbst Strom erzeugen oder die ein verringertes Netzentgelt für eine Wärmepumpe oder eine Nachtspeicherheizung zahlen.

Für Haushalte mit einem Jahresstromverbrauch von unter 6.000 Kilowattstunden kann der Einbau ebenfalls obligatorisch sein, wenn der Messstellenbetreiber (ab 2020) oder der Vermieter (ab 2021) das so entscheiden.

Umfrage: Einbau von Smart Metern soll freiwillig erfolgen und sich lohnen

In einer im Auftrag des vzbv vom Hopp Marktforschungsinstitut durchgeführten repräsentativen Umfrage sind mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Verbraucher der Meinung, dass Smart Meter nur eingebaut werden sollten, wenn die Kosteneinsparung durch weniger Energieverbrauch die Zusatzkosten durch die Smart Meter übersteigt. 49 Prozent finden, dass der Verbraucher und nicht der Messstellenbetreiber oder der Vermieter bei einem Jahresstromverbrauch unter 6.000 Kilowattstunden darüber entscheiden sollten, ob ein Smart Meter eingebaut wird. Lediglich 14 Prozent befürworten in diesem Fall das Einbaurecht durch den Messstellenbetreiber oder den Vermieter. Quelle: VSZV / pgl

]]>
Heizung & Warmwasser
news-6801 Thu, 09 Jan 2020 09:24:00 +0100 Steuerbonus könnte 2020 Sanierungsschub bringen https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/steuerbonus-koennte-2020-sanierungsschub-bringen-6801.html Nach jahrelangem Gerangel ist die Steuerförderung für die Gebäudesanierung Anfang Januar in Kraft getreten. Sie könnte einen Schub für die Energiewende im Gebäudebereich bringen. Es gibt aber noch den einen oder anderen Pferdefuß. Energetische Sanierungsmaßnahmen an selbstgenutztem Wohneigentum werden seit dem Steuerjahr 2020 für zunächst einmal zehn Jahren steuerlich gefördert. Voraussetzung ist, dass es sich um selbst genutzten Wohnraum handelt und das Haus oder die Wohnung älter als zehn Jahre sind. Es wurde ein neuer Paragraph 35c in das Einkommensteuergesetz eingefügt.

Förderfähig sind

  • die Wärmedämmung von Wänden
  • Dämmung von Dachflächen oder Geschossdecken
  • die Erneuerung der Fenster oder Außentüren
  • die Erneuerung oder der Einbau einer Lüftungsanlage
  • die Erneuerung einer Heizungsanlage
  • der Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung und
  • die Optimierung bestehender Heizungsanlagen.

Insgesamt beträgt die Steuerermäßigung für jedes Objekt maximal 20 Prozent der Aufwendungen. Die Höchstsumme von insgesamt 40.000 Euro wird über drei Jahre verteilt. Im Jahr des Abschlusses der Maßnahme und im folgenden Kalenderjahr können jeweils höchstens 7 Prozent der Aufwendungen und bis zu jeweils 14.000 Euro von der Steuerschuld abgezogen werden. Im dritten  Kalenderjahr sind es noch 6 Prozent der Aufwendungen und bis zu höchstens 12 000 Euro.

Die Sanierungsmaßnahmen müssen von einem Fachunternehmen ausgeführt werden, das die korrekte Umsetzung der Maßnahmen bescheinigen und eine ordentliche Rechnung dafür ausstellen muss. Für die Bescheinigung wird die Finanzverwaltung künftig ein amtlich vorgeschriebenes Muster erstellen, um eine bundeseinheitliche Verfahrensweise zu gewährleisten.

Steuerbonus nur bei Eigennutzung

Der Steuerpflichtige muss, solange er die Ausgaben geltend macht, auch selbst in dem Objekt wohnen. Steuerermäßigungen sind nur möglich, wenn die Aufwendungen für die energetische Sanierung nicht schon als Betriebsausgaben, Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder sonstige Steuerbegünstigung, -ermäßigung oder als öffentlich geförderte Maßnahme berücksichtigt worden sind.

Als Pferdefuß galt die Qualitätssicherung. Während bei KfW-Maßnahmen begleitende Energieberatung in vielen Fällen Pflicht ist, entscheidet bei der Steuerermäßigung kein Baufachmann, sondern den Steuerbehörde, ob eine Maßnahme korrekt durchgeführt wurde und damit zum Steuerabzug berechtigt. Das hatten Energieberater kritisiert und vor einem Qualitätsverlust gewarnt. Der Vermittlungsausschuss hat reagiert und in letzter Minute nachgebessert. Nun können 50 Prozent der Kosten für einen beteiligten Energieberater von der Steuerschuld abgezogen werden, verpflichtend ist die Beratung aber nicht.

Es gibt keine Gleichheit mit KfW-Maßnahmen

„Zu unserem Missfallen hat es der Gesetzgeber leider verpasst, für eine vollständige Gleichheit der Optionen zu sorgen. Dies wird zur Folge haben, dass schlecht informierte Hausbesitzer, die eine Energieberatung fälschlicherweise als reinen Bürokratieaufwand betrachten, zur Steuervariante greifen werden”, befürchtet Jürgen Leppig, Bundesvorsitzender des Energieberaterverbands GIH. Eine Zukunftsaufgabe sieht der GIH-Vorsitzende darin, die Vorteile einer Energieberatung deutlicher im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern.

Es komme darauf an, dass Bauherren sich nicht überreden lassen, ihre Kontrollrechte aufzugeben, betont Corinna Merzyn vom Verband Privater Bauherren (VBP). Ansonsten bekämen Bauherren oft nur das, was die jeweilige Fachfirma anbiete. „Ein Heizungsbauer wird in der Regel zum Austausch der Heizung raten und ein Fensterbau zu neuen Fenstern. In vielen Fällen könnte aber die Fassadendämmung der sinnvolle erste Sanierungsschritt sein, bevor eine entsprechend geringer dimensionierte Heizung eingebaut wird. Optimale Beratung bekommen Bauherren nur von unabhängigen Beratern. Mit der jetzt beschlossenen Regelung entfallen die für Bauherren wichtigen unabhängigen Qualitätskontrollen und das bei steuerfinanzierten Maßnahmen übliche Vier-Augen-Prinzip.“

Leppig mahnt auch eine Gleichheit der verschiedenen Maßnahmen an: „Erklärtes Ziel der Bundesförderung für effiziente Gebäude war es eigentlich, für einen Fördergleichklang zu sorgen. Dieses Kind ist aufgrund der ungleichen Ausgestaltung der Beratungsverpflichtung schon mal in den Brunnen gefallen.” Im Sinne der Sache sei aber noch umsetzbar, die bislang ungeförderte Energieberatung im Rahmen der Heizungsförderung über das Marktanreizprogramm (MAP) beim BAFA an die Höhe der Baubegleitungsförderung von KfW-Einzelmaßnahmen anzupassen und ebenfalls mit 50 Prozent zu unterstützen. Leppig: „Wer davon redet, die Komplexität der Gebäudeförderungslandschaft reduzieren zu wollen, sollte hier eigentlich nachlegen.”

Auch Vermieter sollten profitieren können

Andreas Kuhlmann, Geschäftsführer der Deutschen Energieagentur (Dena) freut sich wie viele andere Akteure der Effizienzbranche über den Beschluss. "Das Problem war, eine Lösung für die Gegenfinanzierung zu finden.Jetzt ist das endlich ausgeräumt. Das ist eine hervorragende Nachricht." Er verweist aber auch auf einen Pferdefuß: "Mehr Wirkung hätte die Förderung, wenn sie nicht nur für Selbstnutzer gelten würde. Das sollte als nächstes angegangen werden."

Insgesamt herrscht aber nicht nur bei der Dena große Erleichterung, dass nun Sachen Steuerbonus Klarheit herrscht. "Wir hoffen, dass die Bundesregierung die Steuerförderung gut vermarktet, sodass möglichst viele Hausbesitzer davon profitieren. So kann die Wärmewende endlich an Fahrt aufnehmen", kommentiert etwa Christian Noll vom Effizienzverband Deneff. „Damit kommen die Eigentümer älterer Objekte in den Genuss von Steuererleichterungen für die kommenden zehn Jahre“, würdigt Corinna Merzyn die Gesetzesnovelle.

Abschluss ist bis 2030 notwendig

Die energetischen Baumaßnahmen müssen nach dem 31. Dezember 2019 begonnen worden sein und vor dem 1. Januar 2030 abgeschlossen sein. „Das ist auch ein Vorteil der Gesetzesnovelle“, konstatiert Corinna Merzyn: „Die Eigentümer haben zehn Jahre Zeit. Das bringt ihnen Planungssicherheit und gibt ihnen ausreichend Gelegenheit, sich firmen- und produktneutral zu informieren, Maßnahmen passend zur Immobilie zu planen und diese sorgfältig umsetzen zu lassen. So werden Schnellschüsse vermieden und der Bestand wirklich nachhaltig saniert.“ von Pia Grund-Ludwig

]]>
Finanzierung
news-6799 Thu, 09 Jan 2020 08:54:00 +0100 Der Staat stockt Förderung für Barrierefreiheit auf https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/der-staat-stockt-foerderung-fuer-barrierefreiheit-auf-6799.html Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hat die Fördermittel für Maßnahmen zur Barrierereduzierung für dieses Jahr auf 100 Millionen Euro erhöht. Bislang standen dafür 75 Millionen Euro bereit. Die Zuschüsse können ab sofort bei der KfW beantragt werden. BMI und die KfW reagieren damit auf die anhaltend hohe Nachfrage nach Barrierereduzierung. Bundesinnenminister Horst Seehofer: „Niemand sollte umziehen müssen, nur weil seine Wohnung nicht altersgerecht gestaltet ist. Deshalb stocken wir die Förderung für Baumaßnahmen, mit denen Barrieren reduziert werden, deutlich auf. Davon profitieren ältere Menschen, Familien mit Kindern aber auch Bürgerinnen und Bürger, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.“
 
"Die hohe Nachfrage nach KfW-Zuschüssen für die Barrierereduzierung zeige die große Relevanz dieser Förderung", ergänzt Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW.
 
Das BMI und die KfW fördern mit Investitionszuschüssen von bis 6.250 Euro bauliche Maßnahmen in Wohngebäuden, mit denen Barrieren im Wohnungsbestand reduziert und die Sicherheit erhöht werden. Seit 2009 wurden knapp 410.000 Wohneinheiten mit einem Zusagevolumen von 3,85 Milliarden Euro mithilfe der Förderung umgebaut. Allein im Jahr 2019 waren es 63.000 Wohneinheiten mit einem Fördervolumen von fast 400 Millionen Euro. Zu den typischen Modernisierungsmaßnahmen zählen der Einbau einer bodengleichen Dusche, das Entfernen von Türschwellen oder der Einbau von Aufzügen.
 
Für einzelne Maßnahmen vergibt die KfW Zuschüsse in Höhe von 10 Prozent der förderfähigen Kosten bis zu 5.000 Euro. Wer sein Haus zum Standard „Altersgerechtes Haus“ umbaut, bekommt 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten und maximal 6.250 Euro von der KfW erstattet.
 
Private Bauherren und Mieter können ihren Förderantrag vor Beginn der Vorhaben im KfW-Zuschussportal online stellen und erhalten innerhalb weniger Augenblicke ihre Förderzusage. Quelle: KfW / pgl

]]>
Finanzierung
news-6795 Wed, 08 Jan 2020 10:36:00 +0100 KI soll Heizung um 15 Prozent verbessern https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/ki-soll-heizung-um-15-prozent-verbessern-6795.html Künstliche Intelligenz soll Heizungen optimieren. Daran tüftelt ein Team aus Hamburg im Rahmen eines Forschungsprojekts. Zwei Drittel der deutschen Heizungsanlagen laufen nicht effizient. Das hat der Bundesverband der Deutschen Heizungsbauer bei einer Untersuchung herausgefunden. Bislang braucht es spezialisierte Ingenieure, um eine Anlage mit Sensoren zu versehen, die erfassten Messdaten auszuwerten und richtige Rückschlüsse zu ziehen. Das ist aufwendig und im Zweifel auch teuer.

„Bei den meisten Heizungen gibt es keine Sensoren. Passen beispielsweise die Schaltzustände nicht, müssen das bislang Fachleute überprüfen. Wir wollen, dass Sensoren und eine Künstliche Intelligenz das herausfinden“, erklärt Sven Rausch die Idee, Mitgründer von ENER-IQ.

Künstliche Intelligenz für Heizungen

Eine fehlerhafte Programmierung, defekte oder falsch montierte Bauteile erhöhen den Energieverbrauch bei gleichbleibender Wärmeleistung. Erkennen können das oft nur Spezialisten.

Grob geschätzte 20 Millionen Heizanlagen in Deutschland händisch zu überprüfen, ist allerdings unmöglich. Mit KI könnten zumindest deutlich mehr Anlagen als bisher auf ihre Effizenz untersucht werden. Deshalb will ENER-IQ zusammen mit dem Energieberatungsunternehmen SEnerCon und der Universität Würzburg in einem Forschungsprojekt 20 Anlagen überprüfen, auswerten und parallel eine Software anlernen, die künftig selbst Effizienzverluste meldet.

Der Name KI-Nergy beschreibt, worum es geht: „Wir wollen das mit einer Analyse-KI machen“, erklärt Rausch. Deshalb sind mit den Professoren Frank Puppe und Dietmar Seipel zwei Würzburger Experten für KI-Methoden und Expertensysteme an Bord. Solche Systeme können Daten überwachen, interpretieren und Diagnosen stellen, sogar Handlungsempfehlungen geben. Idealerweise braucht es dann nur noch einen Handwerker, der diese umsetzt. Die Handwerkskammern sehen bei spezialisierten Experten im Wärmebereich schon länger einen Fachkräftemangel – mit KI-Nergy könnten auch weniger gut ausgebildete Installateure die komplexe Optimierung der Heizanlage vornehmen, hofft Rausch.

Effizienzsteigerungen von 15 Prozent sollen möglich sein

Mit 20 Anlagen unterschiedlicher Komplexitätsgrade wird das Projekt starten. Projektpartner, wie etwa die Vermieter von Mehrfamilienhäusern, stellen diese zur Verfügung. Sie verpflichten sich damit, auch Empfehlungen der KI oder der beteiligten Forscher umzusetzen. Schließlich wollen diese prüfen, ob das automatisierte Programm auch sinnvolle Erkenntnisse liefert.

„Unsere Ingenieure können die Effizienz einer Heizanlage um zehn, 15 Prozent steigern. Diese Größenordnung würden wir gerne auch mit unserer KI erreichen. Die größten Herausforderungen bestehen darin, unser langjähriges Expertenwissen in Algorithmen zu überführen - und dass jede Heizungsanlage ein Unikat ist“, sagt Mitgründer Günter Wolter.

So sollen am Ende die Emissionen sinken. Zwar stieg der Anteil Erneuerbarer am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte von 10,8 (2008) auf 13,8 Prozent (2017), so Zahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik. Aber der wichtigste Energieträger für Heizanlagen bleibt Gas, mit den verbundenen Emissionen. Effizienzsteigerungen wirken sich daher direkt auf die CO2-Bilanz aus.

Bevor KI-Nergy dabei helfen kann, müssen die beteiligten Entwickler aber erst einmal die Software entwerfen. 2021 folgt die Hardware: Die Projektpartner wollen dabei vor allem schon am Markt erhältliche Sensoren verbauen. Und dann über zwei Winter die 20 Anlagen optimieren und dabei die KI anlernen.

Bis 2023 läuft das Projekt, an dessen Ende nicht nur eine trainierte KI stehen soll. „Wir würden uns wünschen, dass die Hersteller von Heiztechnik künftig mehr Sensoren verbauen – das würde die Überprüfung deutlich günstiger machen“, erklärt Rausch. Langfristig könnte die KI auch für andere Anwendungszwecke angepasst werden, etwa um größere Wärmenetze oder kleinere Anlagen zu überprüfen. Quelle: Energiewendebauen / pgl

]]>
Heizung & Warmwasser
news-6806 Wed, 08 Jan 2020 10:10:00 +0100 Deutscher Solarmarkt ist 2019 deutlich gewachsen https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/deutscher-solarmarkt-ist-2019-deutlich-gewachsen-6806.html Die Nachfrage nach Solarstromanlagen hat 2019 nach einer ersten Bilanz des Bundesverbandes Solarwirtschaft um rund 30 Prozent angezogen. „Wir freuen uns über die Marktbelebung, können aber noch nicht zufrieden sein. Es klaffen gravierende Lücken zwischen dem Erreichten und den Klimazielen. Wir werden diese Lücken schließen können, wenn wir das Ausbautempo verdreifachen“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e. V. (BSW). Auch die Versorgungssicherheit mit bezahlbarer und umweltfreundlicher Energie sei andernfalls gefährdet, warnt er: „Ohne einen deutlich schnelleren Ausbau Erneuerbarer Energien droht bereits in der ersten Hälfte der 20er Jahre eine Stromerzeugungslücke infolge des Atom- und Kohleausstiegs.“ 

Solarenergie genießt bereits seit Jahren die höchsten Akzeptanzwerte in der Bevölkerung unter allen Energieformen. Als Gründe für die jüngste Marktbelebung sieht der BSW vor allem den starken Preisverfall der vergangenen Jahre. Auch die verstärkte Klimadebatte und der Ausbau der Elektromobilität steigern nach BSW-Einschätzung die Investitionsbereitschaft in Solartechnik.

Von der Politik wünscht sich der BSW im kommenden Jahr, diese Investitionsbereitschaft noch deutlich stärker zu nutzen. Körnig: „2020 müssen die Solarenergie-Ausbauziele endlich an die Klimaziele angepasst und Marktbarrieren wie die finanzielle Belastung der solaren Selbst- und Quartiersversorgung endlich abgeschafft werden.“ Am vordringlichsten sei jedoch die gesetzliche Umsetzung der von der Koalition im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 ursprünglich bereits zum Jahreswechsel zugesagten Streichung des 52 GW-Förderdeckels für Photovoltaik im Erneuerbare-Energien-Gesetz. In der Sache sei sie zwar unstrittig, sie dürfe aber auch nicht länger Gegenstand verhandlungstaktischer Spielchen sein. 

„Die Abschaffung des Solardeckels muss im Januar abgeschlossen werden“, fordert Körnig. Aufgrund erwartbarer Vorzieheffekte drohe andernfalls bereits im Frühjahr 2020 ein Ausbaustopp neuer PV-Dächer. „Nur sehr schnelles Handeln kann diesen klimapolitischen Super-GAU und den damit verbundenen Imageschaden für die Bundesregierung in letzter Minute noch abwenden. Wer hätte angesichts eskalierender Klimaschäden noch Verständnis, wenn neben der Windkraft nun auch noch die Photovoltaik als unverzichtbarer Motor der Energiewende abgewürgt würde?“ Quelle: BSW Solar / pgl

]]>
Solarenergie
news-6800 Tue, 07 Jan 2020 08:59:15 +0100 Fraunhofer präsentiert Managementsystem für Energiegemeinschaften https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/fraunhofer-praesentiert-managementsystem-fuer-energiegemeinschaften-6800.html Ein neuartiges Energiemanagementsystem des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM ermöglicht es, Photovoltaikanlagen, Batteriespeichersysteme, Wärmepumpen und Elektroautos intelligent zu koppeln – und einzelne Haushalte oder ganze »Energiequartiere« trotz Schwankungen weitestgehend mit eigener regenerativer Energie zu versorgen. Hausboote gehören in den Niederlanden seit eh und je zum Stadtbild. In einer Art Hausboote 2.0 hat Amsterdam nun eine neue Siedlung geschaffen: Sie besteht aus 30 schwimmenden Häusern. Doch nicht darin liegt die Besonderheit dieses Quartiers, sondern vielmehr in seiner Energieversorgung. Über ein ausgeklügeltes System versorgen sich die Häuser zu einem großen Teil selbst mit regenerativer Energie, lediglich einen einzigen, gemeinsam genutzten schmalen Netzanschluss für wolkenverhangene Tage hat der Netzbetreiber bis zum Quartier legen lassen.

Möglich macht dies ein Energiemanagementsystem des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM und weiterer Partner, entwickelt im ERA-Net-Smart Grids Plus-Projekt "Grid-Friends". "Wir haben unser bereits existierendes Energiemanagement für einzelne Häuser zu einem Energiemanagementsystem für ganze Energiegemeinschaften weiterentwickelt", erläutert Projektleiter Matthias Klein. "Das System steuert Photovoltaik-Anlagen ebenso wie Wärmepumpen, füllt die Batteriespeicher, sorgt für geladene Akkus in den Elektroautos und unterstützt somit auch die Sektorenkopplung." Keine einfache Angelegenheit: Denn auch an dunklen Tagen muss jederzeit genug Energie für alle zur Verfügung stehen, ohne dass es zu einer Überlastung des gemeinsamen Netzanschlusses kommt.

Das Energiemanagement ist modular aufgebaut – auf Wunsch könnte also jedes Modul einzeln installiert werden – und dient als eine Art "Drehscheibe für Energie". Sprich: Es analysiert zu jedem Zeitpunkt, wo die Energie hin soll und wohin nicht. Dabei funktionieren die in den einzelnen Häusern installierten 30 Photovoltaikanlagen, 30 Wärmepumpen und 30 Energiespeicher im Amsterdamer Quartier wie ein einziges großes System. Ein Beispiel: Angenommen, die Bewohner des Hauses A sind im Urlaub und brauchen daher momentan nur wenig Strom. Die Bewohner des Hauses B haben jedoch derzeit einen erhöhten Strombedarf, etwa weil sie gerade eine Party feiern. Die Energie der Photovoltaikanlage fließt daher unter anderem aus Haus A in Haus B, so dass möglichst wenig Strom vom Netzbetreiber verwendet werden muss. Ist es draußen bereits dunkel und erzeugt die Anlage keinen Strom, greift das System auf die Energiespeicher zu – auch dies erfolgt häuserübergreifend.

Smarte Energiespeicher sorgen für hohe PV-Auslastung

Dabei verleiht das Managementsystem jedem Modul seine ganz eigene Intelligenz, die zahlreiche Vorteile mitbringt. So ermöglicht die smarte Steuerung der Energiespeicher beispielsweise, die Photovoltaikanlagen unter Volllast zu betreiben. Das ist keineswegs selbstverständlich: Per Gesetz dürfen Photovoltaikanlagen nicht ihre maximale Leistung ins Netz einspeisen, sondern müssen bei starkem Sonnenschein abgeregelt werden – ansonsten würde das Netz überlastet. Gerade dann also, wenn die Sonne vom Himmel knallt und die Module viel Strom erzeugen könnten, müssen sie gedrosselt werden. Mit Hilfe des Energiemanagementsystems ist das nicht nötig: Der Anteil des Stroms, den die Netzbetreiber nicht abnehmen, fließt in die Speicher und kann später genutzt werden.

Ein Prognosemodell verbessert die Effizienz der Stromspeicherung. Es prognostiziert anhand der Wettervorhersage, wie viel Energie in den kommenden Stunden aus den Photovoltaikanlagen zu erwarten ist und wie hoch der voraussichtliche Wärmeverbrauch sein wird, und steuert die Speicherung anhand der Ergebnisse. Scheint die Sonne beispielsweise vormittags noch verhalten, laufen die Anlagen nicht unter Volllast. Soll es nachmittags dagegen aufklaren, so dass die Anlagen gedrosselt werden müssten, verschiebt das Energiemanagementsystem die Energiespeicherung stattdessen auf den Nachmittag. Die Speicher werden hier also nicht mit der ersten produzierten Kilowattstunde geladen – wie es üblicherweise der Fall wäre – sondern erst nachmittags. Bis abends sind die Speicher trotzdem voll. Es geht keine Energie verloren.

Auch Elektroautos gilt es mit Energie zu versorgen – und zwar vorzugsweise zu Zeiten, in denen die Photovoltaikanlagen ausreichend Strom produzieren. Dennoch möchte niemand vor einem Auto mit leerem Akku stehen, wenn er dringend Besorgungen machen muss. "Die Bewohner können über eine App mit einem Klick angeben, welchen Mindestladezustand sie derzeit für ihr Auto wünschen", sagt Klein. Reichen vielleicht 50 Prozent, da man nur kurz zum Supermarkt fahren muss? Hat der Nutzer dies angegeben und sein Auto angeschlossen, lädt das System die Batterie bis auf den gewünschten Wert auf – notfalls auch mit Strom vom Netz. Scheint die Sonne, fährt es über diesen Wert hinaus mit der Aufladung fort. Herrscht jedoch Energieflaute, verschiebt das System die weitere Aufladung auf später. Das hat gleich zwei Vorteile: Zum einen steigt die Eigenversorgung mit Energie, zum anderen tangieren die Aufladungen, die über den nötigen Wert hinausgehen, den Netzbetreiber nicht – das Energienetz wird stark entlastet.

Nicht nur für große Siedlungen interessant

Die Module können auch einzeln verwendet und auf den jeweils gewünschten Anwendungsfall zugeschnitten werden. "Es gibt bereits 60 bis 70 dauerhafte Installationen unseres Systems – vom einzelnen Privathaushalt über Kantinen und ganze Betriebe bis hin zu einer Kläranlage. Während das System in Amsterdam Leistungsspitzen bis zu 250 Kilowatt verschiebt, steuert es in der Industrie bislang 150 Kilowatt an", erläutert Klein. Vertrieben wird das System seit Anfang 2019 über die Wendeware AG, einem Spin-off des Fraunhofer ITWM. Quelle: Fraunhofer IWTM / sth

]]>
Solarenergie
news-6782 Tue, 07 Jan 2020 08:57:00 +0100 Antragsfrist für Klimaschutz-Plus verlängert https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/antragsfrist-fuer-klimaschutz-plus-verlaengert-6782.html Das Land Baden-Württemberg hat das Programm „Klimaschutz-Plus“ neu aufgelegt. Insgesamt stehen Zuschüsse in Höhe von zehn Millionen Euro für die Sanierung von Nichtwohngebäuden und nicht-investive Klimaschutzaktivitäten im Südwesten zur Verfügung. Das  Förderprogramm „Klimaschutz-Plus“  wird mit wenigen Änderungen fortgeführt. Darauf weist die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH (KEA-BW) hin. Sie begleitet das Programm inhaltlich.

Antragsberechtigt sind Kommunen und kommunale Betriebe, Träger von Schulen und Kindertageseinrichtungen, kleine und mittlere Unternehmen sowie Kirchen und Vereine. Auch Träger von Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen und Heimen erhalten für ihre Klimaschutzbemühungen Geld vom Land. Anträge können sie bis zum 30. November 2020 einreichen – vorausgesetzt der Fördertopf ist bis dahin noch gefüllt.

Das Förderprogramm Klimaschutz-Plus besteht aus drei Programmteilen: dem CO2-Minderungsprogramm, dem Struktur-, Qualifizierungs- und Informationsprogramm sowie dem Programm zur nachhaltigen, energieeffizienten Sanierung.

Ob ein Antragsteller die Gebäudehülle saniert, die technische Gebäudeausrüstung modernisiert oder die Wärmeerzeugung auf erneuerbare Energien umstellt: Beim CO2-Minderungsprogramm wird jede eingesparte Tonne des Klimagases bei Nichtwohngebäuden mit jeweils 50 Euro belohnt. Der Zuschuss kann einen Wert von 30 Prozent der förderfähigen Investitionen erreichen, maximal 200.000 Euro. Eine Neuerung gibt es für Kommunen sowie Unternehmen mit mindestens 25 Prozent kommunaler Beteiligung. Für Sanierungen von Beleuchtungs- und Lüftungsanlagen sind diese in Klimaschutz-Plus nicht mehr zuwendungsberechtigt. Sie können jedoch auf die Angebote der Kommunalrichtlinie (KRL) des Bundes zurückgreifen.

Das Struktur-, Qualifizierungs- und Informationsprogramm soll nicht-investive Klimaschutzaktivitäten anreizen. Es umfasst insgesamt elf förderfähige Maßnahmen, darunter Aufwendungen die Beratung zu geplanten Blockheizkraftwerken (BHKW) oder auch für moderierte Energieeffizienztische. Kommunen, die sich am European Energy Award beteiligen, erhalten einen pauschalen Zuschuss. Erstmals können auch Unternehmen beliebiger Größe Unterstützung für eine Erstberatung zur Nutzung von Abwärme abrufen. Eine Förderung erhalten auch kleine und mittlere Unternehmen, die ein systematisches Energiemanagement aufbauen oder dieses weiter verbessern wollen. Hierfür nicht mehr zuwendungsberechtigt sind dagegen Kommunen. Für sie bietet die Kommunalrichtlinie des Bundes mittlerweile eine ähnlich attraktive Förderung an.

Dieser Programmteil gewährt eine Zusatzförderung für Antragsteller, die in einschlägigen Programmen des Kultus- und Finanzministeriums eine Förderung für Schulsanierungen beantragt haben. Vorhaben, die den KfW 70-Standard beziehungsweise den KfW 55-Standard erreichen, erhalten einen attraktiven Bonus. Quelle: KEA / pgl

]]>
Finanzierung
news-6794 Thu, 02 Jan 2020 08:41:00 +0100 Gewerbespeicher ist auf eine Megawattstunde ausbaubar https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/gewerbespeicher-ist-auf-eine-megawattstunde-ausbaubar-6794.html Der Lithium-Ionen-Energiespeicher scalebloc von Intilion für gewerbliche Anwendungen hat eine Kapazität von 68,5 Kilowattstunden, die sich dank eines modularen Konzepts auf bis zu eine Megawattstunde erweitern lassen. Das Produkt ist seit diesem Monat auf dem Markt. Intilion wurde im April 2019 als 100prozentige Tochterfirma der Accumulatorenwerke Hoppecke Carl Zoellner & Sohn GmbH gegründet und bündelt seitdem alle Lithium-Aktivitäten des Speicheranbieters.

Intilion liefert den scalebloc in einem wetterfesten Outdoorgehäuse (Schutzklasse IP55) mit integriertem Klimakonzept aus, welches eine lange Lebensdauer der Batteriezellen garantiert. Zudem ist die Batteriespeicherlösung dem Hersteller zufolge durch ein innovatives Brandschutzgehäuse nach VDE-AR-E 2510-50 geschützt. „Die Qualität und Sicherheit unserer Speicherlösungen liegen uns besonders am Herzen. Deshalb haben wir unseren scalebloc unter den extremsten Umgebungsbedingungen geprüft“, erklärt Sascha Mysik, Director of Global Sales Energy Storage Systems. Der scalebloc erfüllt zudem sämtliche Bedingungen für Förderprogramme in Deutschland. Durch eine Cloudanbindung kann der Speicher einfach in bestehende Energiemanagementsysteme und Infrastrukturen integriert werden. In Echtzeit können so einzelne Parameter überwacht und Wartungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Dank des modularen Aufbaus und der Wechselstromkopplung sei das neue Speichersystem individuell skalierbar und lasse sich sehr leicht nachrüsten, so Intilion. Das Energiemanagementsystem misst mittels Energiezähler die aktuelle Netzanschlussleistung, sodass der Netzbezug minimiert und die Eigennutzung maximiert wird. Durch die Einbindung des scaleblocs in externe übergeordnete Energiemanagementsysteme reagiert der scalebloc auf deren Vorgaben und trägt als On-Demand-Puffer in Kombination mit anderen erneuerbaren Erzeugungsanlagen zur Kostensenkung bei. So kann für das Lastmanagement ein Grenzwert des Leistungsbezugs festgelegt und überwacht werden.

Während der ab sofort erhältliche scalebloc mit einem 30-kW-Wechselrichter ausgestattet ist, bietet Intilion ab Sommer 2020 eine 60kW-Variante an. Sie wurde insbesondere für Betriebe mit hohen Lasten konzipiert, denn die höhere Leistung beschleunigt den Be- und Entladevorgang. Beide Versionen sind zudem ab Sommer 2020 off-gridfähig. Quelle: Intilion / sth

]]>
Solarenergie
news-6790 Thu, 02 Jan 2020 07:49:00 +0100 Erstes Reallabor Energiewende startet https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/erstes-reallabor-energiewende-startet-6790.html Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat dem ersten „Reallabor der Energiewende" den Förderbescheid übergeben. Das Projekt „SmartQuart", welches ein Konsortium aus neun Partnern unter der Leitung des Energieunternehmens Innogy erarbeitet hat, kann nun im Januar 2020 an den Start gehen. Ziel des Projektes ist es, den Einsatz fossiler Energieträger in den Projektquartieren weitgehend überflüssig zu machen. In den Städten Essen und Bedburg in Nordrhein-Westfalen sowie Kaisersesch in Rheinland-Pfalz werden dafür die einzelnen Stadtquartiere jeweils in sich und miteinander vernetzt. So sollen sich die unterschiedlich strukturierten Quartiere im systemischen Verbund nachhaltig und wirtschaftlich ergänzen und Energie untereinander austauschen.

"Ich freue mich, dass mit SmartQuart das erste Reallabor der Energiewende jetzt die Arbeit aufnimmt. Unsere Reallabore der Energiewende sind Innovationsprojekte im Industriemaßstab. Wir entwickeln und erproben Technologien, die wir für unsere ehrgeizigen energie- und klimapolitischen Ziele brauchen und testen diese in den Reallaboren der Energiewende unter realen Bedingungen und im industriellen Maßstab. SmartQuart zeigt beispielhaft, wie die Energiewende vom Stromsektor auch auf andere Sektoren übertragen werden kann", erklärte Peter Altmaier bei der Übergabe im Wirtschaftsministerium.

„Innogy arbeitet intensiv daran, die Energiewende aktiv zu gestalten und zum Erreichen der von der Bundesregierung gesetzten Klimaziele einen Beitrag zu leisten. Diesen Weg setzen wir mit unserem Projekt ‚SmartQuart' nun konsequent fort. Wir wollen zeigen, dass der Schritt in Richtung einer klimaneutralen Energieversorgung innerhalb eines Quartiers sowie im Zusammenspiel mit benachbarten Quartieren bereits heute technisch und wirtschaftlich möglich ist", sagt  Andreas Breuer, Leiter Neue Technologien/Projekte der innogy.

Mit den Reallaboren der Energiewende werden zukunftsfähige Energietechnologien unter realen Bedingungen und im industriellen Maßstab erprobt. Dafür stellt das BMWi jährlich mehr als 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor beträgt aktuell bereits fast 40 Prozent. Die Sektoren Wärme und Mobilität zeichnen sich jedoch weiterhin durch einen hohen Anteil fossiler Primärenergieträger aus. Sollen die deutschen Klimaschutzziele erreicht werden, muss der Anteil an erneuerbaren Energien in allen Sektoren und in allen Bereichen des täglichen Lebens noch deutlich wachsen. Genau hier setzt das Projekt „SmartQuart" an – bei einer durch Bürger getriebenen Energie-, Wärme- und Mobilitätswende aus den Quartieren heraus. Ein wichtiger Faktor dabei ist die dezentrale Sektorkopplung auf kommunaler Ebene in Quartieren, um die Energiewende in den Bereichen Mobilität, Wärme und Strom umzusetzen. Dabei werden in den Quartieren unterschiedliche Lösungsansätze erarbeitet, die sich über die Quartiersgrenzen hinweg ergänzen.

„Zentrales Projektelement ist der Austausch von Energie und die intelligente Vernetzung innerhalb und zwischen den Quartieren. Verbrauch und Erzeugung werden dabei schon auf lokaler Ebene optimiert. Dabei werden die unterschiedlichen Sektoren innerhalb der Quartiere miteinander gekoppelt. So soll ein ganzheitliches, nachhaltiges und skalierbares Quartierskonzept für eine erneuerbare Energie- und Wärmeversorgung demonstriert werden", erklärt Philipp Werdelmann, Projektleiter ‚SmartQuart' bei innogy. Das Unternehmen investiert insgesamt mehr als 19 Millionen Euro im Projekt.

Alleinstellungsmerkmal des Projektes ist der partizipative und Bürger einbeziehende Ansatz. Die Bürger in den Quartieren werden von Beginn an in das Projekt eingebunden. Dazu sollen Bürgerforen und Austauschtreffen mit den Bürgern organisiert werden.

Zur Umsetzung der Energiewende im Quartier Bedburg wird auf eine „grüne" lokale Quartiersenergie (Wärmeenergie und Haushaltsstrom) gesetzt. Die Energie wird vor Ort durch eine neue Windkraftanlage, die im Zuge einer Erweiterung des örtlichen Windparks entstehen wird, und in neuen Quartiers-PV-Anlagen erzeugt und im Quartier verbraucht. Zudem werden hocheffiziente zentrale und dezentrale (pro Haus) Wärmepumpen eingesetzt.

In der ländlich geprägten Verbandsgemeinde Kaisersesch soll ein wasserstoffbasiertes Microgrid aufgebaut werden. Dieses zeigt die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung, Umwandlung, Speicherung, Verteilung sowie Nutzung regenerativer Energie durch den Endverbraucher in den Sektoren

Im Literaturquartier in Essen, dem ehemaligen Gelände der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), entsteht ein neues Quartier bestehend aus Wohngebiet, Kleingewerbe, Büro- und Hotelgebäude. Durch eine PV- und Hybrid-PV-Anlage ist das hochverdichtete städtische Quartier in der Lage selbst Energie zu erzeugen. Zudem werden durch Ladesäulen sowie e-Car- und Bike-Sharing neue Mobilitätsangebote gemacht und der Ausgleich von Verbrauch und Erzeugung durch Nutzung eines zentralen Quartiersspeichers und eines intelligenten digitalen Quartiers-Energie-Management optimiert. Quelle: Innogy / pgl

]]>
Finanzierung
news-6789 Mon, 30 Dec 2019 08:02:00 +0100 Förderrunde für Klimaschutzprojekte startet 2020 https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/foerderrunde-fuer-klimaschutzprojekte-startet-2020-6789.html Das Bundesumweltministerium startet mit Beginn des neuen Jahres eine neue Förderrunde für innovative Klimaschutzprojekte. Ab dem 1. Januar bis zum 31. März 2020 können Projektskizzen eingereicht werden. Der novellierte Förderaufruf der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) gibt neben dem bekannten Element des Ideenwettbewerbs für innovative Ansätze erstmals die Möglichkeit, bereits pilothaft erprobte Ideen bundesweit zu verbreiten. Die Förderung innovativer Ansätze ist in zwei Modulen möglich. Im Modul 1 werden Projekte gefördert, in denen umsetzungsorientierte Maßnahmen für den Klimaschutz konzipiert und unter Einbindung relevanter Akteure erstmals pilothaft angewendet werden. Eine bundesweite Verbreitung bereits pilothaft erprobter Ansätze ist innerhalb des Moduls 2 möglich. Für eine Förderung im Modul 2 ist eine vorherige Förderung im Modul 1 keine Voraussetzung.

Mit dem Förderaufruf für innovative Klimaschutzschutzprojekte der NKI werden seit 2011 Projekte gefördert, die der Beratung, dem Kapazitätsaufbau sowie der Vernetzung und Qualifizierung in den Handlungsfeldern Wirtschaft, Kommunen, Verbraucher und Bildung dienen. Der neue Förderaufruf richtet sich an nicht-investive Projekte, die durch ihre Umsetzungsorientierung substanzielle Beiträge zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung leisten und eine bundesweite Sichtbarkeit aufweisen.

Das wettbewerbliche Auswahlverfahren ist zweistufig. Im ersten Verfahrensschritt können ab dem 1. Januar bis zum 31. März 2020 neue Projektskizzen eingereicht werden. Antragsberechtigt sind erstmalig alle juristischen Personen des öffentlichen und des privaten Rechts.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.klimaschutz.de/innovative-klimaschutzprojekte.

Quelle: BMU/pgl 

]]>
Finanzierung
news-6781 Fri, 20 Dec 2019 08:54:00 +0100 Trend zu Mehrfamilien-Sonnenhäusern hält an https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/trend-zu-mehrfamilien-sonnenhaeusern-haelt-an-6781.html Das Sonnenhaus-Institut verzeichnet einen anhaltenden Trend hin zu Mehrfamilien-Sonnenhäusern. Während viele Jahre vor allem weitgehend solar beheizte Einfamilienhäuser gebaut wurden, verschiebt sich der Zubau mit dem bewährten solaren Energiekonzept zunehmend in Richtung Mehrfamilienhäuser und Geschosswohnungsbau. Das stellt das Kompetenznetzwerk für solares Bauen in seinem Jahresrückblick fest. Darüber hinaus hat sich die 2014 eingeläutete neue Generation des Sonnenhauses, die sich durch Technologieoffenheit und Sektorenkopplung auszeichnet, mittlerweile etabliert. „Sonnenhäuser werden längst nicht mehr nur in Süddeutschland, als Einfamilienhäuser und ausschließlich mit Solarwärmeanlagen gebaut“, betont Georg Dasch, 1. Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts und räumt damit mit einigen noch weit verbreiteten Annahmen auf. „Die Sonnenenergie reicht auch in strahlungsärmeren Regionen als Süddeutschland aus. Unser nördlichstes Sonnenhaus steht beispielsweise in Schleswig-Holstein. Außerdem kommt das solare Energiekonzept mittlerweile häufig in Mehrfamilienhäusern, aber auch Gewerbegebäuden zum Einsatz.“ Für ihr Heizsystem haben Sonnenhaus-Bauherren die Wahl zwischen einer großen Solarthermie-Anlage, der Kombination von Solarthermie und Photovoltaik sowie einer großen Photovoltaikanlage mit solarstromgeführter Wärmepumpe. 

„Viele Wege führen zum Ziel, um möglichst wenige fossile Brennstoffe zu verbrauchen und die CO2-Emssionen so stark wie möglich zu reduzieren“, fasst Dasch zusammen. Auch wenn das Kriterium für ein Sonnenhaus immer noch ein solarer Deckungsgrad von mindestens 50 Prozent in der Wärmversorgung für die Raumheizung und das Warmwasser ist, so hat der Verband seinen Fokus zwischenzeitlich erweitert. Im Idealfall erzeugen große Solarthermie- und Photovoltaik-Anlagen umweltfreundliche Energie für Wärme, Strom und Mobilität und sorgen für eine hohe Unabhängigkeit in der Energieversorgung. Die Bandbreite zeigen die folgenden Beispiele. 

Pauschalmiete und Energieflat dank Solarenergie 

Bei den Mehrfamilienhäusern lassen sich zwei Strömungen ausmachen. Zum einen steigt die Zahl an energieautarken Mehrfamilienhäusern mit Pauschalmiete und Energieflat. Das Energiekonzept mit Photovoltaik und Solarthermie sowie Strom- und Wärmespeicher für einen solaren Deckungsgrad von etwa 70 Prozent geht auf das Sonnenhaus-Konzept zurück und wurde von Professor Timo Leukefeld, Mitglied im Vorstand des Sonnenhaus-Institut e.V., für Kunden aus dem Finanzwesen, der Energie- und Wohnungswirtschaft entwickelt. 

Seit Anfang dieses Jahres sind die ersten dieser innovativen Mehrfamilienhäuser in Cottbus und in Wilhelmshaven bezugsfertig. „Wir verkaufen nicht mehr Solaranlagen, sondern neue Geschäftsmodelle“, begründet Leukefeld den Erfolg des neuen Angebotes. Zurzeit befinden sich mehrere solcher Gebäude im Bau. Die Wohnungen sollen auch wieder mit Pauschalmiete und Energieflat angeboten werden. „Insgesamt rechnen wir für 2020 mit der Planung von weiteren 20 Mehrfamilienhäusern mit acht bis zehn Wohnungen, für 2021 mit 500 Wohneinheiten“, sagt Timo Leukefeld. 

Klassische Sonnenhäuser mit Solarthermie 

Daneben hält sich das klassische Sonnenhaus-Konzept, bei dem eine große Solarthermie-Anlage mindestens 50 Prozent des Wärmebedarfs solar erzeugt. Solche Gebäude sind beispielsweise in Osnabrück (Nordrhein-Westfalen) und Gronau (Niedersachsen) entstanden. Das Gebäude in Osnabrück beherbergt acht Wohnungen und zwei Büros, das in Gonau acht Wohnungen. In Regensburg wird zurzeit ein Mehrfamilien-Sonnenhaus mit fünf Mietwohnungen errichtet. 

In Chemnitz hat die FASA AG im Herbst den Bau der zweiteiligen Eigentumswohnanlage „Solar-Domizil 1 und 2“ abgeschlossen. Die insgesamt 29 Wohnungen auf 3.000 m² Wohnfläche werden mit rund 370 Quadratmeter Solarkollektoren zur Hälfte solar beheizt. Aufgrund der großen Nachfrage nach diesen Wohnungen entschloss sich das Bauunternehmen zu dem dritten Bauvorhaben unmittelbar daneben. Im November dieses Jahres war Baubeginn für „Solardomizil 3“ mit 24 Wohnungen und einem höheren solaren Deckungsgrad. 

Auch Photovoltaik mit Wärmepumpe ist möglich 

Im Einfamilienhaussektor wurden mehrere Sonnenhäuser mit kombinierten PV- und Solarwärmeanlagen und entsprechenden Speichern gebaut. Dass Sonnenhäuser auch mit Photovoltaikanlage und Wärmepumpe möglich sind, zeigt das von Vorstandsmitglied Bernd Kerscher geplante und nun fertig gestellte Einfamilienhaus in leimfreier Massivholzbauweise in Starnberg, Bayern. Eine spezielle Steuerung sorgt dafür, dass bevorzugt Solarstrom für die Wärmepumpe genutzt wird. Rund 60 Prozent des Wärmebedarfs werden solar gedeckt, beim Haushaltsstrom wird ein Autarkiegrad um die 90 Prozent erreicht. Die erzeugte Wärme wird in einem größeren Pufferspeicher, als es bei der Kombination PV & Wärmepumpe sonst üblich ist, zwischengespeichert. Für die Stromspeicherung wurde eine Salzwasserbatterie installiert. 

Um das hohe Potenzial der Solartechnik mit den entsprechenden Speichern für die CO2-Einsparung und Reduktion des Primärenergiebedarfs weiter bekannt zu machen, engagieren Dasch und seine Vorstandsmitglieder sich in anderen Verbänden und politischen Gremien. So ist das Sonnenhaus-Institut beispielsweise Gründungsmitglied des Solarverbandes Bayern e.V.. Der Dachverband der bayerischen Photovoltaik- und Solarthermie-Branche wurde im Frühjahr 2019 gegründet. Für den Solarverband Bayern hat Bernd Kerscher, Vorstandsmitglied in beiden Vereinen, in diesem Jahr im Bayerischen Energiegipfel mitgearbeitet. Quelle: Sonnenhaus Institut / pgl

]]>
Solarenergie
news-6797 Thu, 19 Dec 2019 07:54:00 +0100 Smart Home ist für viele Verbraucher uninteressant https://www.enbausa.de/lueftung/aktuelles/artikel/smart-home-ist-fuer-viele-verbraucher-uninteressant-6797.html Vernetzte und digitale Geräte können Abläufe in Wohnungen automatisieren. Gerade zu Weihnachten boomt das Geschäft mit Alexa, Siri und Co. Intelligente Stromzähler (Smart Meter) erhalten bald alle privaten Haushalte. Nach wie vor bleibt für viele Verbraucher aber unklar, welchen Mehrwert Smart Home für sie bringt. Das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). „Viele Verbraucherinnen und Verbraucher haben kein Interesse an Smart Home. Daran hat sich gegenüber dem letztem Jahr nichts geändert. Datenschutz und Kosten sind die zentralen Kritikpunkte“, sagt Thomas Engelke, Teamleiter Energie und Bauen im vzbv.

Eine von der hopp Marktforschung im Auftrag des vzbv aktuell durchgeführte Umfrage ergab, dass immerhin 56 Prozent der Befragten ziemlich genau wissen, was sich hinter dem Begriff Smart Home verbirgt. Aber nur 12 Prozent der Befragten können sich auf jeden Fall vorstellen, Smart-Home-Geräte im Haushalt einzusetzen. 33 Prozent können sich das eventuell vorstellen. Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) haben kein Interesse. An erster Stelle nannten die Befragten den mangelnden Mehrwert solcher Anwendungen als Grund. Besondere Bedenken äußerten die Verbraucher aber auch in Bezug auf die Sicherheit der Smart-Home-Geräte: 51 Prozent haben Angst vor unbefugter Datenweitergabe, 46 Prozent haben Angst, dass das System von Kriminellen gehackt werden könnte. Auch der Preis spricht für fast die Hälfte (47 Prozent) gegen die Anschaffung eines Smart-Home-Gerätes.

Mehrwert der Smart Home Geräte ist entscheidend

Verbraucher dürfen bei Smart-Home-Anwendungen nicht schlechter gestellt sein als bei vergleichbaren analogen Geräten. So muss zum Beispiel sichergestellt werden, dass eine vernetzbare Waschmaschine auch noch nach zehn Jahren mit der notwendigen Software ausgestattet wird. Es muss garantiert sein, dass sie nicht nach zwei Jahren still steht, weil es keinen Rechtsanspruch auf die Aktualisierung der Software über zwei Jahre hinaus gibt. Es fehlen bislang auch Regelungen dafür, wer haftet, wenn Geräte falsch programmiert wurden. Außerdem müssen auch die Hersteller von Smart-Home-Anwendungen nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verpflichtet werden, ihre Systeme datenschutzkonform zu gestalten. Hier bedarf es einer Ergänzung der Verordnung. Smart-Home-Geräte, die zum Energiesparen eingesetzt werden, sollen, wie zum Beispiel Smart Meter, nicht zu Mehrkosten für die Verbraucher führen. Die Umfrageergebnisse zeigen Handlungsbedarf für Politik, Hersteller und Handel auf. Quelle: vzbv / pgl

]]>
Lüftung & Klima
news-6786 Thu, 19 Dec 2019 07:41:00 +0100 Verband veröffentlicht Eckpunkte für Erneuerbaren-Bonus https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/verband-veroeffentlicht-eckpunkte-fuer-erneuerbaren-bonus-6786.html „Die Kommission ‚Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung‘ hat zu Jahresanfang die Weiterentwicklung von KWK-Anlagen hin zu flexiblen Strom-Wärme-Systemen empfohlen“, so Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). „Der aktuell in der Fernwärme genutzte Erzeugungs- und Brennstoffmix mit einer Grundlasterzeugung auf Basis von weitgehend fossiler KWK wird dieser Zielsetzung allerdings nicht gerecht.“ Zur Weiterentwicklung der Kraft-Wärme-Kopplung zu einem flexiblen Mittel- und Spitzenlasterzeuger, der zudem den Anforderungen an den Klimaschutz Rechnung trägt, schlägt der BEE die Einführung eines Bonus vor, welcher die zunehmende Einbindung von erneuerbaren Energien prämiert und damit ökonomische Anreize für eine systemdienliche Fahrweise der KWK-Anlage setzt. „Der Bonus orientiert sich an der Fördersystematik des KWKG und wird „on top“ auf den KWK-Zuschlag gewährt. Das aus der innovativen KWK bekannte Grundkonzept einer Kombination von KWK-Anlage und Erzeugung Erneuerbarer Wärme im gleichen Wärmenetz bleibt erhalten, sodass die Einbindung in das KWKG politisch kurzfristig umsetzbar ist“, so Peter.

Aus Sicht des BEE sollten für die einzelnen Optionen der Erneuerbaren Wärme technologiespezifische Boni gelten: „Die einzelnen Technologien, wie zum Beispiel Großwärmepumpen, Solarthermie, Geothermie und Bioenergie unterscheiden sich in ihren Kostenstrukturen. Durch die technologiespezifische Ausgestaltung wird dieser Tatsache Rechnung getragen“, so Peter.

Ein pauschaler Bonus über alle Technologien hinweg würde zwar aktuell kostengünstige Lösungen anreizen, langfristig sinnvolle und innovative Versorgungslösungen, die aktuell noch keine Marktreife besitzen, würden dadurch allerdings nicht berücksichtigt.

Die Förderung der Erneuerbaren Wärme über den KWK-Strom ist nach Meinung des BEE ein sinnvoller Zwischenschritt. Mittelfristig sollte eine stärkere Konzentration auf die direkte Förderung von Erneuerbarer Wärme gesetzt werden, sofern nicht durch andere Instrumente der beschleunigte Ausbau der Erneuerbaren Energien ermöglicht wird. Quelle: BEE / pgl

]]>
Heizung & Warmwasser
news-6798 Wed, 18 Dec 2019 15:27:25 +0100 Vermittlungsausschuss winkt Steuerförderung für Gebäudesanierung durch https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/vermittlungsausschuss-winkt-steuerfoerderung-fuer-gebaeudesanierung-durch-6798.html Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat die steuerliche Förderung für die Gebäudesanierung akzeptiert. „Es ist eine gute Nachricht für den Klimaschutz, dass im Vermittlungsausschuss eine Einigung auch zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung erzielt werden konnte. Bund und Länder setzen damit ein längst überfälliges und sinnvolles Zeichen", sagte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

In keinem anderen Bereich könne so wirkungsvoll Energie eingespart und C02-Emissionen so spürbar verringert werden. Die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung ist ein zentrales Förderinstrument im Gebäudesektor, um bislang ungenutzte Energie- und C02-Einsparpotentiale heben und damit die Klimaschutzziele im Rahmen des beschlossenen Klimaschutzprogramms 2030 überhaupt erreichen zu können. 30 Prozent des C02-Ausstoßes und 40 Prozent des Primärenergieverbrauchs entfallen allein auf den Gebäudebereich. "Die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierung stellt deswegen einen unverzichtbaren Anreiz dar, um in Klimaschutzmaßnahmen zu investieren. Das Instrument ist für die Eigentümer selbstgenutzter Wohnimmobilien eine echte Alternative zu den bestehenden Kredit- und Zuschussprogrammen", so Schwannecke weiter.

Die gleichzeitig beschlossene Erhöhung des CO2-Preisen in seiner Einführungsphase sei für die Handwerksunternehmen nur dann akzeptabel, wenn das hieraus bedingte Mehraufkommen tatsächlich umfassend an Privathaushalte und Unternehmen zurückgegeben wird, namentlich und insbesondere durch die Reduzierung der EEG-Umlage.

Schwannecke: "Das Handwerk wird sich mit seiner hohen Kompetenz im Bereich der Gebäudeenergieeffizienz an der Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen aktiv beteiligen. Wichtig ist nun die zügige und wirkmächtige Einführung wie geplant ab 2020, damit sich die Betriebe auf die voraussichtlich steigende Nachfrage nach energetischen Sanierungen einstellen können und entsprechende Kapazitäten aufbauen." Quelle: ZDH / pgl

]]>
Finanzierung
news-6783 Wed, 18 Dec 2019 07:37:00 +0100 In Neulichterfelde entsteht klimaneutraler Stadtteil https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/in-neulichterfelde-entsteht-klimaneutraler-stadtteil-6783.html Im Berliner Südwesten baut die Groth Gruppe klimaneutrale Neubauten mit mehr als 2.500 Wohnungen. Die Naturstrom AG übernimmt die Energieversorgung. Mit einem integrierten Energiekonzept soll der CO2-Ausstoß des Quartiers auf 139 Tonnen pro Jahr gesenkt werden. In einem herkömmlichen Quartier dieser Größe verursachen Wärme- und Stromversorgung etwa 6.385 Tonnen CO2 pro Jahr. Ein von Naturstrom entwickeltes sogenanntes Mikrostadtwerk ermöglicht umfassende Lösungen in den Bereichen Strom- und Wärmeversorgung sowie Mobilität und Quartierserleben.

Für die klimaneutrale Wärmeversorgung sollen unter anderem biogasbetriebene und von Solarthermie unterstützte Blockheizkraftwerke (BHKW) zum Einsatz kommen. Darüber hinaus wird es ein brennstofffreies Wärmepumpenquartier geben. Photovoltaikanlagen auf den Dächern sollen gemeinsam mit Strom aus den BHKW-Anlagen das gesamte Quartier versorgen. 

Im Mobilitätsbereich will die Toyota Kreditbank dafür sorgen, den individuellen Autoverkehr so weit wie möglich zu reduzieren. Zum Beispiel sollen für die letzten Meter vom S-Bahnhof Lichterfelde Süd bis zur Wohnungstür Pedelecs und E-Tretroller bereitstehen. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) wird sich um Erhalt und Pflege der angrenzenden artenreichen Weidelandschaft kümmern.

Das integrierte Energiekonzept verbindet die Wärmeversorgung darüber hinaus mit weiteren Aspekten, wie Salomé Klinger, Teamleiterin bei Naturstrom ergänzt: „Auf den Geschosswohnungsbauten werden wir Solarstromanlagen errichten, welche gemeinsam mit dem BHKW-Strom das Mieterstromangebot ,NeulichtStrom‘ für das gesamte Quartier ermöglichen. Verbunden und intelligent gesteuert wird die Strom- und Wärmeversorgung über eine innovative Energiedatenerfassung, die nicht nur für uns als Betreiber wichtig ist, sondern auch den Bewohnerinnen und Bewohnern einen guten Einblick in die Versorgungsprozesse ermöglicht. Auch Mobilitätsaspekte haben wir mitbedacht: Durch Ladestationen und Wallboxen schaffen wir Infrastruktur für elektrisches Fahren, und mit unserem E-Lastenrad-Sharing Donk-EE werden Elektromobilität und der Transport schwerer Lasten sogar ganz ohne Auto möglich.“ Quelle: naturstrom / pgl

]]>
Dämmung & Fenster
news-6793 Tue, 17 Dec 2019 13:14:00 +0100 Preise für Wohnimmobilien stark gestiegen https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/preise-fuer-wohnimmobilien-stark-gestiegen-6793.html Der deutsche Immobilienmarkt entwickelt sich weiter dynamisch. Das Investitionsvolumen für den Kauf von Immobilien stieg zwischen 2016 und 2018 von 237,5 Milliarden Euro auf einen neuen Höchststand von 269 Milliarden Euro. Während sich der Gesamtgeldumsatz binnen zehn Jahren mehr als verdoppelte, blieb die Anzahl der Abschlüsse stabil und lag im Jahr 2018 bei rund einer Million. Das geht aus dem 6. Immobilienmarktbericht Deutschland hervor, den die amtlichen Gutachterausschüsse heute in Berlin gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) vorgestellt haben. Der Bericht basiert auf den notariellen Kaufverträgen in der Bundesrepublik Deutschland.

Der Investitionsschwerpunkt bleibt dem Bericht zufolge der Wohnungsmarkt: Der bundesweite Geldumsatz für Wohnimmobilien betrug in 2018 etwa 180,5 Milliarden Euro. Auf dem Wohnimmobilienmarkt dominieren Verkäufe von Eigenheimen (70,3 Milliarden Euro) und Eigentumswohnungen (63,7 Milliarden Euro). „Insbesondere in ohnehin teuren Lagen steigen die Preise weiter stark an“, sagte die Vorsitzende des Arbeitskreises der Oberen Gutachterausschüsse, Anja Diers.

Preise für Wohnimmobilien – große regionale Unterschiede

Bei gebrauchten freistehenden Eigenheimen stiegen die Preise seit dem Jahr 2009 jährlich im Schnitt um 4,3 Prozent. Bundesweit am höchsten waren sie im Jahr 2018 im Landkreis München mit 10.200 Euro pro Quadratmeter. Darüber hinaus sind die sieben größten Großstädte besonders teuer: Auf die Stadt München mit 9.500 Euro pro Quadratmeter folgen Frankfurt am Main, Düsseldorf und Stuttgart. Hier lag der Quadratmeterpreis jeweils bei etwa 5.000 Euro – und damit fast drei Mal so hoch wie der Bundesdurchschnitt von 1.750 Euro pro Quadratmeter. Weitaus weniger mussten Käufer dagegen in den Landkreisen Mansfeld- Südharz in Sachsen-Anhalt (490 Euro je Quadratmeter) oder im Kyffhäuserkreis in Thüringen (410 Euro je Quadratmeter) zahlen.

Seit 2009 erhöhten sich auch die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen deutlich. Sie legten im Schnitt um 4,4 Prozent im Jahr zu. Die bundesweit höchsten Preise zahlten Käufer in der Stadt München (mittlerer Wohnflächenpreis 7.150 Euro/Quadratmeter) und auf Sylt (6.350 Euro/Quadratmeter). Bundesweit lag der mittlere Preis pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr 2018 bei rund 1.550 Euro.

Bauland kostet bis zu 2.000 Euro pro Quadratmeter

Kaum anders verhält es sich bei Bauland für den individuellen Wohnungsbau. Die jährlichen Steigerungsraten betrugen seit dem Jahr 2009 bundesweit durchschnittlich 4,7 Prozent. Die höchsten Preise bezahlten Käufer für ein Baugrundstück für das Eigenheim in der Stadt München (2.000 Euro pro Quadratmeter). Ganz anders ist die Situation im Landkreis Sonneberg in Thüringen, wo Käufer lediglich 15 Euro pro Quadratmeter zahlten. Im Mittel kostete ein Eigenheimbauplatz in Deutschland in 2018 135 Euro pro Quadratmeter. Im Jahr 2013 waren es noch rund 100 Euro.

Der mittlere Quadratmeterpreis für Bauland für Mehrfamilienhäuser lag bundesweit im Jahr 2018 bei 155 Euro, die höchsten mittleren Preise wurden in München (3.000 Euro), Düsseldorf (1.400 Euro) und Stuttgart (1.310 Euro) gezahlt. Während der bundesweite Geldumsatz für Mehrfamilienhausbauplätze zuletzt weiter stieg, sank die Gesamtfläche der veräußerten Grundstücke in 2018 auf bundesweit 880 Hektar. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 waren es noch 1.000 Hektar. Auch die Zahl der Transaktionen ging gegenüber 2016 um 11 Prozent auf 5.250 zurück.

„Knappe und schwer bebaubare Grundstücke in den Städten sind ein Flaschenhals für die Ausweitung des Wohnungsneubaus“, sagte der Leiter des BBSR, Dr. Markus Eltges. „Die Lösung dieser Engpässe liegt in der Region. Die Vernetzung von Stadt und Umland ist ein Schlüssel zum Erfolg. Im Umkreis der Großstädte sollten die kleineren Städte und Gemeinden Teil der Lösungsstrategie werden, ohne dass diese ihre Identität verlieren. Die Kommunen müssen die Integration der Neubürger gleich mitdenken und die Verkehrsanbindung muss auch klimaverträglich sein.“

Nach den Wohnimmobilien waren die wirtschaftlich genutzten bebauten und unbebauten Immobilien mit einem Anteil von 28 Prozent am bundesweiten Geldumsatz für Immobilien der finanzstärkste Teilmarkt. Darin sind auch die Bauplätze für Wirtschaftsimmobilien mit 4,4 Mrd. Euro enthalten. Bei den bebauten Wirtschaftsimmobilien kletterten die Geldumsätze seit 2009 um 8,6 Prozent pro Jahr auf zuletzt 71,6 Mrd. Euro. Die Zahl der Transaktionen ging dagegen auf 74.000 in 2018 zurück. Das ist der niedrigste Wert seit 2009. Jährlich sanken die Transaktionszahlen seit 2009 durchschnittlich um 4 Prozent.

Das umsatzstärkste Segment bei bebauten Wirtschaftsimmobilien blieb mit 22,6 Milliarden Euro (32 Prozent des Geldumsatzes) auch in 2018 das der Handelsgebäude, danach folgten die Bürogebäude mit 19,9 Milliarden Euro (28 Prozent). Bei den Handelsgebäuden entfielen 2018 knapp 30 Prozent (6,5 Milliarden Euro) des Geldumsatzes auf die sieben größten Städte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Etwa 25 Prozent des Geldumsatzes entfielen auf Mittelstädte. Quelle BBSR / pgl

]]>
Finanzierung
news-6791 Tue, 17 Dec 2019 12:16:00 +0100 Nutzen statt Kaufen gewinnt bei Heizungen Relevanz https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/nutzen-statt-kaufen-gewinnt-bei-heizungen-relevanz-6791.html Mieten, teilen, leasen, aber nicht kaufen: Das ist in vielen Alltagsbereichen möglich, ob Waschmaschine, Laptop, Geschirrspüler oder Auto. Selbst Heizungsanlagen können auf diese Weise, etwa im Sanierungsfall, genutzt werden - Tendenz steigend. Das sogenannte Contracting ermöglicht es Hausbesitzern eine moderne Heizungsanlage zu mieten, wenn beispielsweise die finanziellen Mittel für eine Neuanschaffung oder Sanierung nicht vorhanden sind oder investiert werden wollen. Der Hauseigentümer überlässt beim Contracting die Energieversorgung dem Dienstleister. Dessen Aufgabe ist es die Anlage zu planen, finanzieren, installieren und während der Vertragslaufzeit zu warten. Die Laufzeit der Verträge liegt zwischen zehn und 15 Jahren. Dafür zahlt der Kunde einen monatlichen Betrag, der sich in der Regel aus einem Grundpreis und einen Arbeitspreis für jede bezogene Kilowattstunde Wärme zusammensetzt. Dieses Modell scheint laut den Anbietern immer beliebter zu werden.

Thermondo setzt seit 2016 auf das Mietmodell. Inzwischen verzeichnet das Unternehmen in diesem Bereich 3000 Kunden. Rund 30 Prozent der  Kunden haben sich in diesem Jahr für das Angebot entschieden, sagt Stephan Herwig, Geschäftsführer und Marketingchef bei Thermondo. Bereits kurz nach Einführung des Produktes erreichte das Unternehmen einen Anteil von 20 Prozent. Seither ist dieser kontinuierlich gestiegen. „Viele Kunden haben eine grundsätzliche Skepsis bei Mietkaufprodukten, es überzeugt sie aber die komplette Risikoabnahme“, hat laut Herwig eine Befragung der Kunden ergeben.

Monatlicher Abschlag für garantierten Service

Diese teilen sich in zwei Typen auf. Gerade zu Beginn der Heizperiode stellen viele Kunden fest, dass es die Heizanlage nicht mehr durch den Winter schafft. Aus finanziellen Gründen entscheiden sie sich für das Contracting, das mit und ohne Wärmelieferung angeboten wird. Ein Großteil entscheidet sich laut Herwig für die reine Heizungsanlage. Der zweite Kundentyp schätzt den Komfort. „Wir haben einige Kunden, die zuvor viele Probleme mit ihrer Heizung hatten und enorme Reparaturkosten“, sagt Herwig. Diese umgeht der Kunde mit den monatlichen Zahlungen, da Schornsteinfeger, Anfahrten, Reparaturen und Entstörung im monatlichen Entgelt enthalten sind.

Seit etwa einem Jahr bietet Viessmann Contracting an, unter dem Namen „Viessmann Wärme“. Der Fokus des Unternehmens liegt auf Besitzer von Einfamilienhäusern und kleineren Mehrfamilienhäusern. „Wir sehen jeden Monat eine deutliche Steigerung der Abschlussquoten und sind sicher, dass zukünftig ein substantieller Anteil unserer Kunden sich für Viessmann Wärme entscheiden werden“, sagte Andreas Ballhausen, Geschäftsführer von Viessmann Solutions und Services. Wert würden diese auf die Sicherheit und den Service legen. „Da alle Contracting Anlagen überwacht werden, merken wir schon vor dem Kunden, dass gegebenenfalls Maßnahmen erforderlich sind.“ Das würde den Kunden vor unerwarteten Rechnungen schützen.

Mieten statt finanzieren

Auf das Contracting-Modell setzt Viessmann, weil vermehrt der Nutzen und nicht der Besitz für den Kunden entscheidend sei. „Contracting ist im Gewerbe- und Industriesegment seit vielen Jahren etabliert und hat bedeutende Marktanteile. Die Digitalisierung ermöglicht nun die Übertragung dieses Modells auf private Endkunden“, sagt Ballhausen.

Steigendes Interesse verzeichnet ebenfalls der Energieversorger Innogy. Häufig würden die Kunden das Angebot für das eigene Haus oder der eigenen Wohnung wegen des Komforts nutzen. Service, Wartung, Sicherheit und Zuverlässigkeit seien gefragt. Ein weiterer Grund ist auch bei Innogy, dass manche Kunden ohne eine Finanzierung keine neue Heizungsanlage anschaffen können oder sie keine eigenen Investitionsmittel für eine neue Heizungsanlage aufbringen wollen.

Einen Vorteil des Contractings sehen die Anbieter im Wärmesektor hinsichtlich des Klimaschutzes. „Der Kunde muss die hohen Investitionskosten nicht selber tragen und profitiert von den niedrigen Betriebskosten durch günstige monatliche Raten“, sieht Ballhaus im Contracting ein Instrument, um den Sanierungsstau zu lösen. „Wir sehen eine steigende Tendenz und großes Potential, gerade mit Blick auf die Vielzahl an alten Heizungsanlagen, die noch in Deutschland betrieben und in den kommenden Jahren ausgetauscht werden“, heißt es von Seiten innogy. „Die Anforderungen an den Wärmemarkt, aber auch der Trend zur Elektrowärme, wie Wärmepumpen, werden auf das Geschäft mit Contractingverträgen Einfluss haben.“ Grundsätzlich sei die Innovation von Produkten und Angeboten förderlich, sagt Herwig von Thermondo. Mit diesen würden die Menschen eher bewegt werden, die Heizungsanlage zu wechseln und somit diese  Barriere senken. „Wir glauben, dass wir jeden zweiten Kunden für das Contracting gewinnen können“, ist Herwig sicher.

Contracting-Angebot genau prüfen

So vorteilhaft und bequem das Mieten einer Heizungsanlage anmutet, rät die Verbraucherzentrale dazu, sich im Vorfeld eingehend mit dem Thema Contracting zu befassen und die Angebote beziehungsweise Verträge genau zu prüfen. Denn es gehe weniger darum, ob solch ein Modell wirtschaftlicher sei. Im Vergleich zum normalen Lieferpreis sind beim Contracting außer den Kosten für Planung und Finanzierung auch die für Betrieb, Wartung, Ausfallrisiko und gegebenenfalls für den Ausbau der Anlage von vornherein enthalten, der Wärmebezugspreis dadurch höher.

Ebenso die langen Vertragslaufzeiten sowie komplizierten wie auch unverständlichen Klauseln bezüglich des Preisänderungsrecht können das Contracting letztlich teurer werden lassen, erklärt Juristin Michelle Jahn von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Verträge lehnen sich an die Fernwärmeverordnung an, die laut Jahn veraltet und sehr pauschal gehalten ist. „Ein Preisänderungsrecht behalten sich viele vor und können die Preise erhöhen. Schließen Sie einen Contracting-Vertrag über Wärmelieferung, sollten Sie im Falle einer Preiserhöhung dieser vorsorglich widersprechen und die Wirksamkeit der Preiserhöhungsklausel bezweifeln.“

Da die Anlage auf dem Grundstück des Eigentümers installiert wird, sollte dieser darauf achten, dass der Dienstleister keine so genannte Grunddienstbarkeit an dem Grundstück des Hauseigentümers bestellt. Ebenso ist es sinnvoll eine Übernahme- oder Kaufoption in den Vertrag aufzunehmen, wodurch der Eigentümer nicht verpflichtet ist die Anlage nach Vertragsende zu behalten.

Wenig Handhabe für Mieter

Ein besonderes Problem besteht für Mieter, wenn sich durch Contracting höhere Heizkosten ergeben sollten. Denn es reicht nicht aus Unwirtschaftlichkeit geltend zu machen. Es müssten aufwendige Recherchen geführt werden, um nachzuweisen, dass ein anderer Dienstleister bessere Preise im Contracting-Bereich anbietet. „Es kann sich immer lohnen, die Heizkostenabrechnung prüfen zu lassen“, empfiehlt Jahn. Hinsichtlich des Contractings muss sich der Mieter jedoch ganz sicher sein, dass eine Unwirtschaftlichkeit vorliegt, “gleichwohl es sinnvoll ist, bei einem hohen Preisanstieg nachzuhaken”, sagt Jahn. von Anne Leipold

]]>
Heizung & Warmwasser
news-6788 Tue, 17 Dec 2019 09:56:00 +0100 "Kohleausstiegsgesetz blockiert Wärmewende" https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/kohleausstiegsgesetz-blockiert-waermewende-6788.html Das von der Bundesregierung geplante sogenannte Kohleausstiegsgesetz konterkariert die Klimaziele im Wärmebereich, warnen der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK), die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff), der Verband für Wärmelieferung (VfW) und der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD). Der bekannt gewordene Referentenentwurf verschlechtere massiv die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Quartierslösungen und andere Energiedienstleistungen für die Wärmewende in Gebäuden und Unternehmen, bei denen Strom und Wärme mit effizienter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bereitgestellt werden. Durch den Ersatz getrennter Strom- und Wärmeerzeugung durch hochmoderne KWK-Anlagen könne der Primärenergieverbrauch um über ein Drittel gesenkt werden. Die etablierte, flexibel nutzbare Technologie kann zudem helfen, erneuerbare Energien besser in die Strom- und Wärmeversorgung zu integrieren.

Dazu Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der Deneff: „Die Bundesregierung beschließt Klimaziele, aber tut nicht nur zu wenig, um diese zu erreichen, sondern legt wichtigen Energiewendelösungen sogar neue Steine in den Weg. Die Wärmewende bleibt weiter eine leere Phrase, solange Energiedienstleistungen immer weiter behindert werden.“

Der Entwurf sieht vor, die Vergütung für KWK-Strom auf 3.500 Stunden im Jahr zu begrenzen, um so die Netze in Zeiten hoher Stromeinspeisung aus Wind oder Sonne zu entlasten. Jedoch wird somit nicht nur die Förderung um fast die Hälfte gekürzt, sondern geschieht dies völlig unabhängig vom tatsächlichen Zeitpunkt, an dem eine Abschaltung der Erzeugung sinnvoll sein könnte, kritisieren die Verbände. Für Heizung und Warmwasser in Wohngebäuden würden beispielsweise 6.000 Stunden Wärme im Jahr benötigt. B.KWK, DENEFF, eaD und VfW fordern die Bundesregierung daher auf, die Kürzung der vergüteten Stunden durch einen höheren Zuschlag je Kilowattstunde Strom zu kompensieren und intelligente Anreize für eine netzdienliche Stromeinspeisung zu schaffen.

Heinz Ullrich Brosziewski, Vizepräsident im Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK): „Die Bundesregierung hat immer wieder betont, Quartierslösungen voranzubringen. Dafür müssen jetzt die jetzt die richtigen Weichen auch im KWKG gestellt werden. Mit diesem Gesetz passiert das Gegenteil. Wir fordern eine grundlegende Überarbeitung des Gesetzentwurfs, dessen Abstimmung mit dem Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes und eine tragfähige Wärmestrategie zur besseren Einhaltung der Klimaschutzziele.“

Das Gesetz schafft zudem neue Unsicherheiten. So soll die Förderung zwar bis 2025 verlängert werden, jedoch nur unter dem Vorbehalt einer Revision in zwei Jahren. Die geplanten Verschlechterungen kämen jedoch ohne jegliche Übergangszeit daher. Dies gefährde bereits geplante oder schon im Bau befindliche Projekte.

Rüdiger Lohse, designierter Leiter des neuen DENEFF EDL_HUB: „Statt Planungssicherheit für die Branche zu schaffen, werden Investitionen durch unsinnige Beschränkungen abgewürgt. Gemeinsam könnten KWK und Energiedienstleistungen einen wichtigen Beitrag zur effizienten Energiewende leisten und dem Kohleausstieg den Weg ebnen. Mit diesem Gesetzesentwurf wird dies aber leider nicht gelingen.“

Tobias Dworschak, VfW-Geschäftsführer: „Seit Jahren legt die Bundesregierung modernen Energieeffizienzdienstleistungen immer neue Hürden in den Weg. Und das, obwohl die Bundesregierung bei ihren ursprünglich für 2020 geplanten Effizienzzielen nach wie vor hinterherhinkt. Ein erneutes Scheitern bei den Zielen wäre eine Blamage für Deutschland. Wir halten daher eine umfassende Überarbeitung des Gesetzentwurfs für dringend erforderlich, um weiteren Schaden im Sinne des Klimaschutzes verhindern zu können.“

Michael Geißler, Vorstandsvorsitzender des eaD: „Für eine erfolgreiche Wärmewende spielen Quartierslösungen eine entscheidende Rolle. Hierfür braucht es für alle Akteure klare Planungssicherheit. Der vorliegende Entwurf läuft diesem zuwider und muss daher dringend überarbeitet werden.“ Quelle: Deneff /pgl

]]>
Heizung & Warmwasser
news-6787 Mon, 16 Dec 2019 08:44:00 +0100 Endenergieverbrauch steigt in Mehrfamilienhäusern weiter https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/endenergieverbrauch-steigt-in-mehrfamilienhaeusern-weiter-6787.html Auch 2018 stieg der witterungsbereinigte Raumheizwärmeverbrauch in deutschen Wohngebäuden das dritte Jahr in Folge an: Laut der aktuellen Energiekennwerte-Studie 2019 von Techem lag der Erdgas- und Heizölverbrauch mit 142 kWh/m2 beziehungsweise 143,5 kWh/m2 um jeweils 1,1 und 1,5 Prozent über den Vorjahreswerten. Lediglich beim Fernwärmeverbrauch verzeichnet die Studie einen minimalen Rückgang von 0,3 Prozent auf 114 kWh/m2. Über die letzten drei Jahre hinweg beträgt der Gesamtanstieg somit für Erdgas rund 5,8 Prozent, für Heizöl 8,5 Prozent und für Fernwärme 4,9 Prozent. „Im Widerspruch zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung hat sich die rückläufige Verbrauchstendenz, die noch bis 2013 zu beobachten war, nach einer Zeit der Stagnation in einen deutlichen Anstieg umgekehrt“, kommentiert Techem Geschäftsführer Nicolai Kuß.

„Höhere witterungsbereinigte Verbräuche als 2018 gab es für Erdgas zuletzt 2011, für Heizöl sogar zuletzt 2009. Wir müssen dringend etwas dafür tun, dass Gebäude energetisch effizienter werden und weniger Wärme benötigen.“ Als Grundlage für die nunmehr 20. Auflage seiner Energiekennwerte-Studie analysierte Techem anonymisierte Verbrauchsabrechnungen von rund 1,5 Millionen Wohnungen in deutschlandweit fast 120.000 Mehrfamilienhäusern.

Stagnation statt Wärmeeinsparung

Betrachtet man die witterungsbereinigte Verbrauchsentwicklung der Raumheizwärme über einen längeren Zeitraum, zeichnet die aktuelle Studienauflage ein noch negativeres Bild als die Vorjahreszahlen: Zwischen 2008 und 2015 lag der gemittelte Verbrauchsrückgang pro Jahr für Erdgas bei rund 1,3 Prozent, für Heizöl bei 1,2 Prozent und für Fernwärme bei einem Prozent. Im Zehnjahresmittel von 2008 bis 2018 haben sich diese Werte auf 0,4 Prozent, 0,06 Prozent beziehungsweise 0,2 Prozent verschlechtert.

Auch die scheinbar positiven nicht witterungsbereinigten Verbrauchszahlen für 2018 dürfen über die Verbrauchssteigerung der letzten Jahre nicht hinwegtäuschen: Nur aufgrund der deutlich höheren Außentemperaturen lag in dieser Heizperiode der Verbrauch von Erdgas um 5 Prozent, der von Heizöl um 4,6 Prozent und der von Fernwärme um 6,3 Prozent unter den Vorjahreswerten. Über alle drei Energieträger hinweg gerechnet betrugen die CO2-Emissionen pro Nutzeinheit durchschnittlich 2,25 Tonnen.

Akuter Handlungsbedarf offenkundig

„Das nationale Ziel eines klimaneutralen Wohngebäudebestandes bis 2050 lässt sich nur mit einer breit angelegten Digitalisierungsoffensive, dem vermehrten Einsatz regenerativer Energien und einer durchgängigen Effizienzsteigerung entlang der gesamten Wärmewertschöpfungskette verwirklichen“, so Techem Geschäftsführer Kuß. Oftmals bringen schon vergleichsweise geringe Investitionen wie die dauerhafte Optimierung des Heizungssystems  nachhaltige Verbrauchseinsparungen im zweistelligen Prozentbereich. Woran es vielerorts jedoch fehlt, ist die notwendige Transparenz über den tatsächlichen Wärmeverbrauch, um verfügbare Investitionsmittel so effektiv wie möglich einsetzen zu können. Außerdem belegen die Auswertungen im Rahmen der Studie erneut, wie wichtig möglichst aktuelle Informationen auch für Nutzer und Mieter über Verbrauch und Preise sind, um das eigene Verhalten steuern zu können und dadurch vor unerwartet hohen Heizkosten gefeit zu sein. Techem / pgl

]]>
Heizung & Warmwasser
news-6778 Sat, 14 Dec 2019 07:50:00 +0100 Inselspeicher versorgt Häuser ohne Netzzugang https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/inselspeicher-versorgt-haeuser-ohne-netzzugang-6778.html Vom Stromnetz unabhängig zu sein, ist nicht nur für Berghütten interessant, sondern auch für sogenannte Tiny Houses. Diese Minihäuser sind mobil und lassen sich auch an abgelegenen Standorten fern des Stromnetzes abstellen. Dass sich die Energieautarkie eines Tiny House mit handelsüblichen Bauteilen erreichen lässt, zeigt ein Projekt der Hochschule Offenburg. Die Technik, die den Sechs-Meter-Container zum größten Teil füllt, liefert Wärme, Kühlung, Strom und Warmwasser allein mit Sonnenergie – und zwar ganzjährig. Der Null-Energie-Container ist das Herzstück eines studentischen Projekts der Hochschule Offenburg, an dem sich die ASD Automatic Storage Device GmbH mit einem Stromspeicher beteiligt hat. Eine 1,2 kWp-PVT-Anlage ist auf dem Dach des Containers installiert. Die PVT-Kollektoren erzeugen sowohl photovoltaischen Strom als auch solarthermische Wärme. In Zeiten, in denen nicht genügend Solarstrom erzeugt wird, springt der Inselspeicher ein – dadurch ist das Minihaus vom Stromnetz unabhängig.

Energieautark oder netzdienlich?

Was die Wissenschaftler zu diesem Projekt motiviert hat, erklärt Projektleiter Jens Pfafferott, Professor für Energiesystemtechnik an der Hochschule Offenburg: „Wir wollten damit zeigen, dass Wohngebäude mit marktverfügbaren Komponenten energieautark betrieben werden können. Dafür braucht man sowohl thermische als auch elektrische Energiespeicher.“ Wobei sich die Frage nach einem energieautarken Betrieb höchstens für weit abgelegene Ferienhäuser stellt. „In der Praxis wird ein Stromspeicher in Verbindung mit dem Stromnetz üblicherweise ‚netzdienlich‘ betrieben. Er dient also nicht nur als passiver Puffer, sondern als aktive Komponente“, so Pfafferott.

Wird viel Solarstrom produziert, entlastet der Batteriespeicher das Netz, indem er Strom speichert. Und wenn viele Verbraucher Energie beziehen, entlastet er das Netz, indem er die zwischengespeicherte Energie wieder zur Verfügung stellt.

Auslegung nach Bedarf

Der Speicherhersteller ASD, der bereits bei mehreren Forschungsvorhaben mit der Hochschule Offenburg kooperiert, stellt dafür einen Off-Grid-Speicher mit einer Bruttokapazität von 8 kWh bei einer maximalen Leistung von 4 kW zur Verfügung. Dass diese Auslegung für das Tiny House ausreicht, errechneten die Studierenden im Vorfeld auf der Grundlage von Wetterdaten der Klimazone Oberrhein.

„Ob sich unser Tiny House mit dieser Auslegung tatsächlich energieautark betreiben lässt, werden wir erst nach dem ersten Betriebsjahr nachweisen können – aber wir sind zuversichtlich“, sagt Jens Pfafferott. ASD-Geschäftsführer Matthias Ruh verspricht sich ebenfalls neue Erkenntnisse: „Für die meisten unserer Kunden ist der netzdienliche Betrieb entscheidend. Dafür haben wir bereits eine Menge guter Referenzen. Das Projekt der Hochschule Offenburg ist jedoch mit einem Inselspeicher ausgestattet, also auf Autarkie ausgerichtet und damit ein schönes Beispiel dafür, dass sich das verwirklichen lässt.“

Null-Energie-Container geht auf Reisen

Studierende der Vertiefungsrichtung „Energie- und Gebäudetechnik“ und Auszubildende zum Anlagenmechaniker im SHK-Handwerk haben das Projekt entwickelt, geplant und umgesetzt. ASD unterstützt mit seinem Speicher das gewerkeübergreifende Projekt, das ihnen praktisches Wissen für ihre künftige Arbeit im ausführenden Handwerk beziehungsweise im planenden Ingenieurbüro vermittelt. In der Zukunft wird das Tiny House bei den Projektpartnern und für Besucher auf Fachmessen zugänglich sein, weshalb die Technik sichtbar in einen einfach zu transportierenden Container eingebaut wurde. Das ist neben der Energieautarkie eine weitere Ähnlichkeit des Projekt-Containers mit einem Tiny House, das ebenfalls dafür gedacht ist, nicht immer am gleichen Ort zu stehen. Quelle: ASD / pgl

]]>
Solarenergie
news-6774 Fri, 13 Dec 2019 08:58:00 +0100 Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/bis-zu-30-prozent-mehr-kapazitaet-fuer-lithium-ionen-akkus-6774.html Durch Untersuchungen struktureller Veränderungen während der Synthese von Kathodenmaterialen für zukünftige Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und kooperierender Einrichtungen neue und wesentliche Erkenntnisse über Degradationsmechanismen gewonnen. Diese könnten zur Entwicklung von Akkus mit deutlich erhöhter Kapazität beitragen, die etwa bei Elektrofahrzeugen eine größere Reichweite möglich machen. Über die Ergebnisse berichtet das Team in der Zeitschrift Nature Communications.

Ein Durchbruch der Elektromobilität wird bislang unter anderem durch ungenügende Reichweiten der Fahrzeuge behindert. Helfen könnten Lithium-Ionen-Akkus mit einer größeren Ladekapazität. „Wir sind dabei, solche Hochenergie-Systeme zu entwickeln“, sagt Professor Helmut Ehrenberg, Leiter des Instituts für Angewandte Materialien – Energiespeichersysteme (IAM-ESS). „Auf Basis eines grundlegenden Verständnisses der elektrochemischen Vorgänge in den Batterien sowie durch den innovativen Einsatz von neuen Materialien lässt sich die Speicherkapazität von Lithium-Ionen-Akkus nach unserer Einschätzung um bis zu 30 Prozent erhöhen.“

Die Hochenergievariante der Lithium-Ionen-Technologie unterscheidet sich von der herkömmlichen durch ein spezifisches Kathodenmaterial: Während bislang überwiegend Schichtoxide mit unterschiedlichen Verhältnissen von Nickel, Mangan und Kobalt eingesetzt werden, kommen nun manganreiche Materialien mit Lithium-Überschuss zum Einsatz, was die Energiespeicherfähigkeit pro Volumen/Masse Kathodenmaterial deutlich erhöht. Allerdings gibt es beim Einsatz dieser Materialien bislang noch ein Problem: Bei der Ein- und Auslagerung von Lithium-Ionen – also der grundlegenden Funktionsweise einer Batterie – degradiert das Hochenergie-Kathodenmaterial. Das Schichtoxid wandelt sich nach einiger Zeit in eine Kristallstruktur mit sehr ungünstigen elektrochemischen Eigenschaften um. Als unerwünschte Folge sinkt die mittlere Lade- und Entladespannung von Beginn an, was die Entwicklung von brauchbaren Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus bislang verhinderte.

Neue Erkenntnisse über Degradation

Wie genau dieser Degradationsprozess abläuft, war noch nicht vollständig verstanden. Ein Forscherteam aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des KIT und kooperierender Einrichtungen hat den grundlegenden Mechanismus nun in der Zeitschrift Nature Communications beschrieben: „Auf Basis von detaillierten Untersuchungen des Hochenergie-Kathodenmaterials konnten wir zeigen, dass die Degradation nicht direkt, sondern indirekt über die Bildung einer bislang wenig beachteten lithiumhaltigen Kochsalzstruktur abläuft“, sagt Weibo Hua (IAM-ESS), einer der Hauptautoren der Studie. „Außerdem spielt auch Sauerstoff bei den Reaktionen eine entscheidende Rolle.“

Neben diesen Ergebnissen zeigt die Studie außerdem, dass neue Erkenntnisse über das Verhalten einer Batterietechnologie nicht unbedingt direkt aus dem Degradationsprozess stammen müssen: Ihre Entdeckung hatten Weibo und die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nämlich anhand von Untersuchungen gewonnen, die während der Synthese des Kathodenmaterials durchgeführt wurden.

Auf dem Weg zu Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus für Elektroautos stellen die Forschungsergebnisse des KIT einen wichtigen Schritt dar: Sie machen es möglich, nun neue Ansätze zur Minimierung der Degradation in den Schichtoxiden zu testen und in die eigentliche Entwicklungsarbeit zu diesem neuen Batterietyp einzusteigen. Quelle: KIT / pgl

]]>
Solarenergie
news-6775 Thu, 12 Dec 2019 08:16:00 +0100 Anträge auf Erstattung der Stromsteuer sind im Dezember 2019 fällig https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/antraege-auf-erstattung-der-stromsteuer-sind-im-dezember-2019-faellig-6775.html Zum 1. Juli 2019 sind zahlreiche Änderungen im Strom- und Energiesteuerrecht in Kraft getreten. Eine im Wesentlichen die Betreiber kleiner KWK-Anlagen betreffende Änderung ist die, dass ab 1. Januar 2020 die stromsteuerfreie Entnahme des KWK‑Stroms im räumlichen Zusammenhang (zur Eigenversorgung und Belieferung Dritter innerhalb einer Kundenanlage) nur noch dann möglich ist, wenn vorher (bis spätestens 31.12.2019) der Antrag auf Erlaubnis dazu gestellt wurde. Obwohl sich materiell an der Möglichkeit zur Stromsteuerbefreiung aus Anlagen bis 2 MW nichts ändert, hat sich ab dem 1. Juli 2019 das förmliche Procedere geändert. Wirkte die Befreiung bisher automatisch dadurch, dass der Strom durch faktisches Handeln stromsteuerfrei entnommen beziehungsweise an Dritte geleistet wurde, muss seit dem 1. Juli 2019 die Erlaubnis aktiv durch den Entnehmenden beziehungsweise Leistenden beantragt werden.

Bis zum 31.12.2019 gilt die Genehmigung von Gesetzes wegen als erteilt, darüber hinaus nicht mehr. Folge: Wer den Antrag nicht rechtzeitig beim zuständigen Hauptzollamt stellt, schuldet ab dem 01.01.2020 die Stromsteuer und muss diese abführen. Erst in einem weiteren Verwaltungsvorgang kann dann die Erstattung der zuvor gezahlten Stromsteuer beantragt werden.

Die Zahlungspflicht und folgende Notwendigkeit der Antragstellung auf Erstattung lassen sich durch rechtzeitige Beantragung der Erlaubnis vermeiden.

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) weist darauf hin, dass von den eigentlich 40.000 erwarteten Anträgen bisher erst rund 1.400 Anträge bei den Hauptzollämtern eingegangen sind.

KWK-Anlagen bis 50 kWel Generatorleistung

Wenn eine oder mehrere BHKW-Anlagen an einem Standort zusammen bis höchstens 50 kWel gesamt Generatorleistung haben, nicht Anlagenleistung des BHKW, ist laut Stromsteuergesetz kein förmlicher Antrag zu stellen. Bei einer Kombination von BHKW mit einer PV-Anlage oder einer anderen EEG-Anlage bis 1 MW ist auch kein förmlicher Antrag zu stellen.

Für alle Anlagenbetreiber muss  bis zum 31.05.2020 das Formular‑bfinv.: 1429 über die steuerfreien Strommengen im Kalenderjahr eingereicht werden.

KWK-Anlagen über 50 kWel brutto

Voraussetzung ist, dass fossil betriebene Anlagen hocheffizient sind (Nachweis erforderlich). Diese Voraussetzung galt bisher nicht. Die im Gesetz der Verordnung genannten Leistungsgrenzen beziehen sich auf die Bruttoklemmenleistung, die nicht mit der KWK-Nettoleistung identisch sein muss. Die weiteren Angaben hier gelten nur für Strom aus Anlagen bis einschließlich maximal 2 MW im räumlichen Zusammenhang ohne Nutzung eines Netzes der allgemeinen Versorgung, die anderen Konstellationen sind komplexer. Die Entnahme beziehungsweise Leistung von Strom aus fossil betriebenen KWK-Anlagen ist per gesetzlicher Allgemeinerlaubnis erlaubt (§ 10 StromStV), wenn die Leistung der Anlage (Achtung: Anlagenbegriff des StromStG beachten, mehrere Module sind eine Anlage) 50 kW elektrisch nicht übersteigt. Gleiches gilt für Anlagen mit erneuerbaren Brennstoffen bis zur Leistung von 1.000 kW.

Betreiber mit Anlagen (fossil) mit mehr als 50 kW bis einschließlich 2 MW müssen die Erlaubnis auf Formblatt 1422 in Verbindung mit Formblatt 1422a beantragen.

Betreiber mit Anlagen (erneuerbarer Brennstoff, Achtung: Biomethan gilt nicht als erneuerbar i. S. des Energie- und StromStG) mit mehr als 1.000 kW bis einschließlich 2 MW (brutto) müssen die Erlaubnis auf Formblatt 1422 in Verbindung mit Formblatt 1422a beantragen. Quelle: B.KWK / pgl

]]>
Heizung & Warmwasser
news-6785 Thu, 12 Dec 2019 06:43:00 +0100 E-Autos könnten Bedarf an Kleinwindkrafträdern erhöhen https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/e-autos-koennten-bedarf-an-kleinwindkraftraedern-erhoehen-6785.html Weil immer mehr Elektroautos geladen werden müssen, könnte die Kleinwindkraft lukrativer werden. Doch der Markt ist unübersichtlich, noch immer tummeln sich dort schwarze Schafe, mahnen Experten. Immerhin einige Start-ups machen mit neuen Technologien auf sich aufmerksam. Durchgesetzt hat sie sich bislang nicht: die Kleinwindkraft. Während hierzulande auf den Dächern schätzungsweise fast eine Million kleinere Photovoltaikanlagen installiert sind, gibt es nur 15.000 bis 20.000 Kleinwindräder. Eine solche Anlage lohnt sich bislang nämlich nur bei einem hohen Eigenverbrauch. Denn der Strom einer kleinen Anlage mit einer Leistung von weniger als 50 Kilowatt wird nur mit wenigen Cents pro Kilowattstunde vergütet.

Doch in nächster Zeit könnten kleine Windräder plötzlich begehrt werden, mutmaßen Experten. „Bei der Kleinwindkraft stehen wir eigentlich kurz vor dem Durchbruch, der Markt wird deutlich anziehen“, sagte etwa Stephan Schwartzkopff, der Vorsitzende des Bundesverbandes Kleinwindanlagen (BVKW), bereits auf der 5. Fachtagung Kleinwindkraft im vergangenen Jahr. Er glaubt, dass die Technik vor allem für viele Kommunen oder Gewerbebetriebe eine interessante Option ist, um Elektroautos zu laden. Und im Zuge der Neuausrichtung vieler Automobilhersteller werden auch immer mehr Privatpersonen ein E-Auto fahren – sodass ein kleines Windrad auch für den Heimgebrauch lukrativ werden könnte.

Der Markt mit den Kleinwindrädern ist jedoch unübersichtlich, weltweit werden über 1000 unterschiedliche Modelle in verschiedensten Bauformen und Größen angeboten – vertikale oder horizontale Rotoren, mit großen und kleinen Spannweiten und unterschiedlicher Effizienz. Das macht es Verbrauchern schwierig, die Wirtschaftlichkeit einer Anlage zu berechnen. Als Durchschnittswert setzen Experten rund 5000 Euro pro Kilowatt Generatorleistung an. Eine für Privatpersonen gängige Windanlage mit zwei Kilowatt würde also 10.000 Euro kosten. Ganz so leicht sei die Rechnung allerdings nicht, sagt Patrick Jüttemann, unabhängiger Experte und Betreiber des Onlineportals „www.klein-windkraftanlagen.com“. „Die Generatorleistung sagt wenig über die Ertragskraft der Windkraftanlage aus“, erklärt Jüttemann. Entscheidender sei etwa die Länge der Rotorblätter.

Kleinwind-Marktreport 2020 ist erschienen

Jüttemann gibt jährlich den Kleinwind-Marktreport heraus, die aktuelle Ausgabe ist gerade erst erschienen. Auf Basis einer aufwendigen Analyse werden nur erprobte Kleinwindanlagen in die Übersicht aufgenommen. Der Kleinwind-Marktreport 2020 umfasst die ausführliche Beschreibung von 31 Herstellern und 68 Windgeneratoren. Darüber hinaus werden wichtige Themen wie Wirtschaftlichkeit, Genehmigung und technische Grundlagen erläutert. Im Vergleich zur Vorgängerversion sind im aktuellen Report fünf Hersteller neu dabei. Darunter erstmals eine vertikale Windkraftanlage über 20 kW Leistung. Der Marktreport wird als PDF-Datei angeboten und kann online bestellt werden.

Und natürlich muss eines vorhanden sein: möglichst viel Wind. „Für Kleinwindanlagen geeignete Standorte sind zum Beispiel am Siedlungsrand oder im ländlichen Raum“, sagt Jüttemann. Im Vergleich zur Photovoltaik sei das Standortpotenzial aber kleiner. „Solaranlagen kann man auf die meisten Dächer bauen, kleine Windanlagen auf Dächern machen in der Regel kein Sinn.“ Doch das scheinen nicht alle Besitzer zu berücksichtigen. Oftmals würden die Anlagen an Standorten ohne ausreichende Windgeschwindigkeiten stehen und erwirtschafteten aufgrund ihrer geringen Höhe keine kostendeckenden Erträge, erklärt der BWE. „Das muss unbedingt vorher geprüft werden“, fügt Jüttemann hinzu. Bei der Anlagentechnik seien mittlerweile Kleinwindanlagen mit horizontaler Rotorachse der Stand der Technik, auch was Wirkungsgrad und Stromerträge angeht, sagt der Experte. „Diese Bauform hat sich nicht umsonst bei den Megawattanlagen durchgesetzt.“

Nicht nur mangelnder Wind könnte neuen Besitzern von Kleinwindanlagen einen Strich durch die Rechnung machen. Schwierig werden könnte auch das Genehmigungsverfahren. Denn ob eine Anlage zugelassen wird, entscheidet jedes Bauamt anhand von eigenen Kriterien. Neben den baurechtlichen Anforderungen, die in den jeweiligen Landesbauordnungen festgehalten sind, können je nach Standort auch Naturschutzgesetze oder der Denkmalschutz einem Vorhaben im Weg stehen. „Manche Behörden blockieren von Anfang an“, sagt Jüttemann. Dabei falle auf, dass oft ein vollkommen falsches Bild über Kleinwindkraft vorherrsche. „Man kann es nicht oft genug sagen“, sagt Jüttemann. „Kleinwindkraftanlagen sind optisch unauffällig, haben kein Einfluss aufs Landschaftsbild.“ Zuletzt seien aber immer mehr Bundesländer dazu übergegangen, kleine Windkraftanlagen mit einer Höhe von bis zu zehn Metern auch ohne Genehmigung zuzulassen.

Bei kleinen Windkraftanlagen gilt Vorsicht

Doch gerade bei kleinen Windanlagen bis zu fünf Kilowatt Nennleistung, die zumeist bei privaten Hausbesitzern zum Einsatz kommen, gilt Vorsicht. „Leider gibt es nach wie vor zu viele Anbieter auf dem Markt, deren Kleinwindturbinen nicht empfehlenswert sind“, sagt Jüttemann. Manche Kleinwindräder seien nicht oder nur unzureichend getestet worden, was etwa Sturmsicherheit und Dauerbelastung angeht. „Mangelhafte Technik wird gerne mit unrealistischen Ertragsdaten angepriesen“, sagt Jüttemann. Bei allzu optimistischen Versprechen sollten Käufer also skeptisch werden.

Potenzial sieht Jüttemann bei jungen Start-ups, die mit technischen Innovationen auf sich aufmerksam machen wollen. Eines davon ist Enbreeze aus Berlin. Die Anlage der Jungfirma ist deutlich kleiner als handelsübliche Großwindkraftanlagen, liegt mit einer Nabenhöhe von rund 20 Metern jedoch über der von Kleinstanlagen für den Privatgebrauch.  Dafür besitzt die Anlage einen außerordentlich großen Rotor mit einem Durchmesser von elfeinhalb Metern. Eine Nische, die sich vor allem für Gewerbebetriebe in stadtnahen Gebieten lohnen könnte. Ab einer Windgeschwindigkeit von acht Metern pro Sekunde erreicht das Windrad eine Nennleistung von 15 Kilowatt. Bei mittlerer Windgeschwindkeit könnte der Stromertrag pro Kilowatt Leistung doppelt so hoch ausfallen wie bei durchschnittlichen PV-Anlagen in Deutschland, rechnet das Unternehmen vor.

Die Firma Mowea macht es umgekehrt und setzt auf Mikroturbinen. Das kleinere Einzelmodell hat einen Durchmesser von gerade einmal 90 Zentimetern und kommt auf eine Leistung von 50 Watt, ein größeres schafft immerhin 400 Watt. Durch ihre Kompaktheit sind die Anlagen für Regionen mit schwachen Windverhältnissen ausgelegt. Außerdem können die kleinen Rotoren jeweils auch Einzelteil eines beliebig großen Systems sein. Sie lassen sich nämlich nach dem Lego-Prinzip zu größeren Netzen zusammenschließen. Hinzu kommt, dass die Anlagen als Plug-and-Play-Ergänzung zu Solaranlagen genutzt werden. Ihre Einsatzfelder: auf dem Privatbalkon, aber auch auf Telefonmasten oder den Dächern von Industriegebäuden.

Deutsche Start-ups haben jedoch mehr im Blick als nur den deutschen Privathaushalt. „Die meisten jungen Hersteller wollen für den Weltmarkt produzieren, der große Chancen bietet“, sagt Jüttemann. In vielen Klimazonen kämen Verbraucher alleine mit Photovoltaik und Batterien nicht übers ganze Jahr, wenn dort eine unabhängige Stromversorgung entstehen soll. „Die Miniwindanlage deckt den Bedarf in der sonnenarmen Jahreszeit“, sagt Jüttemann. Ein Markt mit großem Potenzial, denn immer noch leben weltweit mehr als eine Milliarden Menschen ohne Strom. Doch auch bei Start-ups gelte: Erst unabhängige Tests der Technik würden zeigen, ob eine konkrete Windanlage reif für den Markt ist. von Laurin Meyer

]]>
Solarenergie
news-6776 Wed, 11 Dec 2019 08:36:00 +0100 Neue Wärmemessgeräte müssen 2020 fernauslesbar sein https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/neue-waermemessgeraete-muessen-2020-fernauslesbar-sein-6776.html Ab Herbst 2020 soll gemäß Vorgaben der EU auch in Deutschland jedes neu installierte Erfassungsgerät für den Wärmeverbrauch fernauslesbar sein. Bis 2027 muss die Verbrauchsmessung laut EU-Richtlinie komplett auf Funk umgestellt sein, damit Bewohner häufiger Verbrauchsinformationen bekommen. Ab Oktober nächsten Jahres wird Funkmesstechnik nach EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED) für die deutsche Wohnungswirtschaft nach Umsetzung auf nationaler Ebene voraussichtlich Pflicht. Dann dürfen – von Ausnahmen abgesehen – nur noch fernauslesbare Zähler neu eingebaut werden, so dies technisch machbar, kosteneffizient und im Hinblick auf Energieeinsparungen verhältnismäßig ist. Bis 2027 liefe gemäß der EED zudem die Frist für die Nachrüstung oder den Austausch aller nicht funkfähigen Altgeräte.

Die Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht soll Bewohnern in Mehrfamilienhäusern mehr Informationen über ihren Wärmeverbrauch bringen, ihnen so beim Energiesparen helfen und dadurch die CO2-Emissionen verringern. Vermieter stellt die Richtlinie aber auch vor Herausforderungen: Ab 2020 müssen sie ihren Mietern auch unterjährig Informationen zum individuellen Energie- und Warmwasserverbrauch anbieten. Denn dies ist die Grundlage für die gesetzlich geforderten Mitwirkungsmöglichkeiten für Bewohner an der Optimierung ihres eigenen Verbrauchs.

Schon jetzt also sollten Wohnungsunternehmen, WEGs und private Vermieter bei einem anstehenden Zählerwechsel ausschließlich fernauslesbare Technik einbauen. Damit schützen sie Investitionen, weil sie Zähler im Zuge der EED nicht mehr austauschen müssen. Ein weiterer Vorteil: Niemand braucht in Zukunft zur Zählerablesung mehr die Wohnung zu betreten. Sie werden dadurch vom bisherigen Aufwand für Terminvereinbarungen befreit. „Darüber hinaus bieten die gesetzlichen Vorgaben eine ideale Gelegenheit für eine durchgängige Digitalisierung aller Erfassungs- und Abrechnungsprozesse – und zwar mit zeitgemäßer, nicht proprietärer Messtechnik, die auf dem Open Metering System-Standard (OMS) beruht“, sagt Techem-Geschäftsführer Nicolai Kuß.

Die OMS-Wärmezähler und Heizkostenverteiler von Techem übertragen dezentrale Verbrauchsdaten jeweils zum Monatsende und zur Monatsmitte in verschlüsselter Form an die zentrale Erfassungseinheit, zum Beispiel auch an den Techem-Onlineabrechnungsservice. Pünktlich und präzise stehen dann turnusmäßige Abrechnungen und aktuelle Verbrauchsstatistiken im Kundenprotal des Energiedienstleisters zum Abruf bereit.

Als Energiemanagementpartner der deutschen Wohnungswirtschaft entwickelt Techem seit mehr als 20 Jahren innovative Wärmeerfassungslösungen und setzt auf den Einsatz von vernetzten, digitalen Lösungen. Ziel ist die höhere Energieeffizienz von und in Immobilien bei gleichzeitig niedrigen Kosten. Der Serviceanbieter gehört hierzulande zu den OMS-Pionieren. Techem treibt die Digitalisierung und Vernetzung im Energiemanagement zum Wohle der Vermieter wie der Bewohner gemeinsam mit Technologiepartnern aus verschiedenen Branchen konsequent voran. Digitale Dienstleistungen entlang der Wärmewertschöpfungskette können den Wärmeverbrauch einer Immobilie um 10 Prozent oder mehr verringern. So steigern die zukunftssicheren OMS-Heizkostenverteiler von Techem die Energieeffizienz um durchschnittlich zehn Prozent. Gleichzeitig trägt die EED-konforme Funktechnik dazu bei, die Erfassung und Abrechnung des Wärmeverbrauchs in Gebäuden nachhaltig zu vereinfachen. Quelle: Techem / pgl

]]>
Heizung & Warmwasser
news-6777 Wed, 11 Dec 2019 07:41:00 +0100 Erste serielle Sanierung startet in Hameln https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/erste-serielle-sanierung-startet-in-hameln-6777.html Energiesprong ist ein Konzept zur seriellen Sanierung. Es kommt ursprünglich aus Holland und soll in einigen Projekten in Deutschland umgesetzt werden. Jetzt fiel der Startschuss für das erste Projekt in einem Mehrfamilienhaus in Hameln. Die Sanierung wird von der ecoworks GmbH umgesetzt, Eigentümer ist die arsago Gruppe. Die Deutsche-Energie-Agentur (Dena) begleitet das Pilotprojekt. Es ist ein Wohnblock aus den 1930er Jahren, bestehend aus drei Gebäuden mit je zwei Stockwerken und insgesamt zwölf Wohnungen. Durch die Sanierung mit vorgefertigten Dach- und Fassadenelementen sowie nachhaltiger Heiztechnik und Stromerzeugung sollen die Gebäude auf Net-Zero-Standard gebracht werden. Ein Net-Zero-Standard ist erreicht, wenn Gebäude die gesamte übers Jahr benötigte Energie für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom selbst produzieren. Die Sanierungsarbeiten sollen bis Februar 2020 abgeschlossen sein.

Olaf Lies, niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, erklärte:  "Der Gebäudesektor ist eine entscheidende Säule für die Energiewende und ein wichtiger Punkt ist hier: Wie gehen Klimaschutz und bezahlbarer Wohnraum zusammen? Dafür müssen wir Bauen und Sanieren neu denken. Es braucht innovative Ansätze, damit das klimaneutrale Sanieren wirtschaftlicher, schneller und so für alle Beteiligten attraktiver wird. Ein gutes Beispiel erleben wir hier in Hameln. Hier wird das industrielle Sanieren auf den Net-Zero-Standard Realität."

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung, sagte: "Das Energiesprong-Pilotprojekt in Hameln ist ein Meilenstein für die praktische Umsetzung der Energiewende im Gebäudebereich. Sozialverträgliches, klimafreundliches Sanieren ist möglich. Dieser erste Prototyp ist auch deshalb so wertvoll, weil die Erfahrung in alle weiteren Energiesprong-Sanierungen einfließen kann. Und es wird viele davon geben."

Emanuel Heisenberg, Co-Founder, ecoworks GmbH, meinte: "Wir freuen uns, dass wir mit der arsago Gruppe in Hameln unsere erste industrielle und CO2-neutrale Modernisierung umsetzen. Zusammen mit unseren Zulieferunternehmen entwickeln wir den Systemansatz weiter und gehen ab 2020 in Serie."

Florian Schrage, arsago Gruppe, betont: "Bei der Gebäudesanierung brauchen wir mehr Experimente. Deshalb haben wir uns als arsago Gruppe in Hameln für eine NetZero-Modernisierung nach dem Energiesprong-Prinzip entschieden. Klimaschutz muss sich im Gebäudebestand wirtschaftlich darstellen lassen, nur dann können wir ihn umsetzen. Unser Prototyp im Kuckuck in Hameln wird zeigen, ob wir auf dem richtigen Weg sind."

Die Fassadenteile mit Lärchenholz-Verschalung fertigt ein Holzbauunternehmen aus Brandenburg. Die jeweils sieben Meter langen, 2,85 Meter hohen und 36 Zentimeter dicken Elemente kommen fertig zur Baustelle und werden dort direkt montiert. Sie beinhalten neben einem umfassenden Dämmpaket aus Recycling-Glaswolle auch die Fenster und dezentrale Lüftungselemente mit Wärmerückgewinnung. Anschließend folgen die Dachelemente, die Kellerdecke wird ebenso mit 20 Zentimeter Dämmung versehen. Dank geringer Transmissionswärmeverluste erreicht das Gebäude den hocheffizienten KfW55-Standard.

Photovoltaikanlagen auf dem Dach erzeugen CO2-neutralen Strom. Eine Wärmepumpe mit zwei Wärmespeichern versorgt die drei Gebäude des Wohnblocks mit Heiz- und Warmwasser. Alle Wohnungen erhalten neue Heizkörper. Eine Ultra-Filtrationsanlage garantiert einwandfreies Trinkwasser und einen effizienten Betrieb der Wärmepumpe. Die Hausverwaltung erhält digitale Informationen zu Temperatur und Feuchtigkeit und kann bei Fehlfunktionen direkt eingreifen, ohne vor Ort sein zu müssen.

Erst am 25. November 2019 war mit dem Volume-Deal, einer gemeinsamen Absichtserklärung von Wohnungswirtschaft und Bauwirtschaft, ein erster Durchbruch bei der Marktentwicklung serieller Sanierungslösungen in Deutschland gelungen. In der Erklärung bündeln 22 Wohnungsunternehmen ihre Nachfrage und stellen 11.635 Wohnungen bereit, die in den nächsten vier Jahren seriell saniert werden sollen. Darüber hinaus beteiligen sich vier Bauunternehmen an der Vereinbarung, bis März 2020 verstärkt an der Entwicklung wirtschaftlich attraktiver und skalierbarer Komplettlösungen zu arbeiten. Seitens der Politik unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Marktetablierung der seriellen Sanierung in Deutschland. Quelle: Dena / pgl

]]>
Dämmung & Fenster
news-6779 Tue, 10 Dec 2019 08:17:00 +0100 Wärmepumpen sind Förderkönig im Marktanreizprogramm https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/waermepumpen-sind-foerderkoenig-im-marktanreizprogramm-6779.html Drei Milliarden Euro Fördergelder wurden seit September 1999 im Marktanreizprogramm (MAP) ausgeschüttet. Die Förderung belohnt den Umstieg auf erneuerbare Energien. Die meisten Anträge gingen 2019 für Wärmepumpen ein. Für 2020 wird ein Umbau des Programms und eine Neustrukturierung der Förderlandschaft diskutiert. Mehr als 1,8 Millionen Anlagen hat das Bafa seit 1999 bezuschusst. Das Einsparpotenzial der in 2018 geförderten Anlagen beziffert es bei einer Nutzungsdauer von 20 Jahren mit über 6 Millionen Tonnen CO2. Gefördert werden Wärmepumpen, Solarthermieanlagen und Biomasseanlagen wie Pelletheizungen. Es gibt einen Zuschuss, der nicht zzurückgezahlt werden muss.

Beim Umstieg auf erneuerbare Energien gibt es generell zwei Möglichkeiten: Entweder wird die alte Heizungsanlage komplett ersetzt oder es werden erneuerbare Energien als Unterstützung genutzt. Technologien wie Wärmepumpen oder Pelletheizung funktionieren als alleinige Heizung wie auch als Ergänzung. Solarthermieanlagen sind mit verschiedenen Heizsystemen gut kombinierbar und fungieren in der Regel ausschließlich als zusätzlicher Wärmelieferant. Möglich ist auch, sich von einem Experten beraten zu lassen. Die Energieberatung ist ebenfalls durch das Bafa förderfähig.

Basisförderung wird durch Innovationsförderung ergänzt
 
Das MAP umfasst verschiedene Fördermöglichkeiten. Neben der Basis- und der Innovationsförderung gibt es Zusatzförderungen. Die Basisförderung wird beansprucht, wenn in einem Bestandsgebäude die Heizung durch erneuerbare Technologien ersetzt oder erweitert wird. Die Innovationsförderung gilt sowohl für Bestandsgebäude, als auch für den Neubau und unterstützt, wenn besonders innovative und effiziente Technologien eingesetzt werden. Bei den Zusatzförderungen kann auf verschiedene Bonusleistungen zurückgegriffen werden. Ein Beispiel ist das Anreizprogramm für Energieeffizienz (APEE), das einen Bonus in Höhe von 20 Prozent gewährt, wenn im Rahmen des MAP nicht nur die Heizung modernisiert, sondern gleichzeitig eine Heizungsoptimierung durchgeführt wird.

Die Höhe der Zuschüsse der MAP-Förderung hängt von der Größe der Anlage (Solarthermie) beziehungsweise von der Leistung (Wärmepumpen und Biomasseanlagen) ab. Folgende Gelder können zum Beispiel abgerufen werden:
 
Solarthermieanlagen (bis zu 20.000 Euro pro Vorhaben)

• 500 bis 2.000 Euro (zur reinen Warmwasserbereitung, bei einer Bruttokollektorfläche bis 40 m²)
• 2.000 bis 5.600 Euro (zur Heizungsunterstützung, bei einer Bruttokollektorfläche bis 40 m²)
 
Biomasseanlagen (bis zu 8.000 Euro pro Vorhaben)

• 2.000 bis 8.000 Euro (automatisch beschickte Biomasseanlagen für die thermische Nutzung bis einschließlich 100 kW Nennwärmeleistung) 
• 3.500 Euro für Holzhackschnitzelanlagen (Innovationsförderung bis 5.250 Euro)
• 3.500 Euro für Pelletkessel mit Wärmespeicher
• 2.000 Euro für besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel (Innovationsförderung bis 5.250 Euro).

Effiziente Wärmepumpen (bis zu 15.000 Euro)

• 1.300 bis 15.000 Euro für Wärmepumpen zur Warmwasserbereitung und Raumheizung bis einschließlich 100 kW Nennwärmeleistung. 

Bevor die Umsetzung starten kann, muss der Antrag über das Online-Portal des Bafa eingereicht sein. Per Post kommt dann der Zuwendungsbescheid vom Bafa. Ab dann beginnt die 9-Monatsfrist für die Inbetriebnahme der Anlage.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie entwickelt das MAP derzeit weiter. Geplant ist, das MAP mit den Förderprogrammen CO2-Gebäudesanierungsprogramm, dem Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) und Teilen des Heizungsoptimierungsprogramms (HZO) zu einem einzigen Förderangebot zusammenzuführen. Die Förderkonditionen für Gebäudesanierungsprogramme für Eigenheimbesitzer werden zum 01.01.2020 verbessert. Derzeit werden die Details geklärt. Bafa / pgl

]]>
Heizung & Warmwasser
news-6766 Tue, 10 Dec 2019 07:58:00 +0100 Fehlende Frischluft macht Kinder krank https://www.enbausa.de/lueftung/aktuelles/artikel/fehlende-frischluft-macht-kinder-krank-6766.html Kinder und Heranwachsende sind weit mehr als Erwachsene einem gesundheitsschädlichen Wohnumfeld ausgesetzt. 3,7 Millionen, das entspricht 35 Prozent der Kinder unter 16 Jahren in Deutschland, leben in ungesunden Häusern und Wohnungen. 1,53 Millionen berichten über Feuchtigkeit in ihren Kinderzimmern, 2,52 Millionen über zu viel Lärm, je 400.000 über zu wenig Tageslicht und zu wenig Wärme. Das ist das Ergebnis einer Meta-Studie der Denkfabrik RAND Europe über die Effekte des Wohnumfeldes auf die Gesundheit von Kindern auf Basis der European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC). Auftraggeber der europäisch angelegten Studie ist Velux, weltweit größter Hersteller von Dachfenstern. Für diese Studie hat sich RAND Europe auf den Datensatz von 158.833 deutschen Haushalten gestützt, in denen Kinder unter 16 Jahre leben.

Zu hohe Feuchtigkeits- und Lärmwerte in Wohnungen sowie zu wenig Licht und frische Luft haben verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit: 522.000 Kinder, das entspricht knapp fünf Prozent aller Kinder unter 16 Jahren in Deutschland, berichten über einen eingeschränkten Gesundheitszustand. Diejenigen, die in feuchten Wohnungen leben, beklagen sich zu fast 15 Prozent  häufiger über mangelndes Wohlbefinden als die übrigen Kinder. In schlecht beheizten Wohnungen sind es über 50 Prozent. Vor allem in der Gruppe der Kinder, die aus einkommensschwachen Familien stammen und überproportional in schlecht sanierten Mietwohnungen leben, ist dieser Wert im Vergleich zu der übrigen Bevölkerung um fast 50 Prozent erhöht. "Im Hinblick auf die angestrebten Klimaziele darf es keine alleinige Fixierung auf energetische Aspekte der Sanierung geben“, so Jacob Madsen, Geschäftsführer von Velux Deutschland. „Gesundheitsfragen müssen bei den Plänen der Bundesregierung zur Modernisierung der Bausubstanz eine mindestens genau so große Rolle spielen“.

Beste Rahmenbedingungen für die Ausbildung

Feuchte Wohnungen sind auch für 200.000 Fehltage jährlich in deutschen Schulen verantwortlich. Ebenfalls alarmierend sind die oft schlecht gelüfteten Klassenzimmer in den Schulen. Viele Bauplanungen berücksichtigen nicht genug Frischluft-Zufuhr, dadurch entsteht schlechte Luft in den Klassenräumen. Intensives Lüften in den kleinen Pausen reicht dann auch nicht aus, um in einen akzeptablen Ausgangszustand (max. 1.000 parts per million (ppm) CO2) zurückzukommen. Das Umweltbundesamt weist in seinen Veröffentlichungen auf verschiedene Studien hin, in denen CO2-Werte von teilweise über 2.000 ppm gemessen wurden. Konzentrationsfähigkeit und Lernerfolg können dabei um bis zu 15 Prozent sinken. Bis 1.500 ppm gilt die Luft als annehmbar.
„Die hohe Zahl der Kinder, die in einem reichen Land wie Deutschland in feuchten, zu dunklen und kalten Wohnungen leben, ist bedenklich. Würden alle betroffenen Wohnungen und Häuser angemessen saniert, könnte sich der Gesundheitszustand von 180.000 Kindern merklich verbessern – das entspricht einem Drittel aller Kinder, die wegen des Wohnumfeldes gesundheitlich beeinträchtigt sind,“ so Jacob Madsen. Quelle: Velux / pgl

]]>
Lüftung & Klima
news-6769 Mon, 09 Dec 2019 07:53:00 +0100 Fraunhofer-Projekt entwickelt Materialien für Tandemsolarzellen https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/fraunhofer-projekt-entwickelt-materialien-fuer-tandemsolarzellen-6769.html Solarzellen mit höchsten Wirkungsgraden liefern Strom kostengünstig und verbrauchen dabei weniger Fläche und Ressourcen. Sie ermöglichen auch neue Produkte welche sich über Solarzellen aufladen lassen. Der Wirkungsgrad von Siliziumsolarzellen lässt sich aufgrund von physikalischen Grenzen nicht mehr beliebig steigern. Im Fraunhofer-Leitprojekt »MaNiTU« entwickeln sechs Fraunhofer-Institute nachhaltige, höchsteffiziente und kostengünstige Tandemsolarzellen auf Basis neuer Absorbermaterialien. »Für Deutschland ergibt sich durch die Entwicklung innovativer und disruptiver Technologien wie Tandemsolarzellen die Chance, neben Forschung, Anlagenbau und Materialbereitstellung auch bei der Produktion der Solarzellen wieder eine internationale Spitzenstellung zu erreichen. So eröffnet MaNiTU auch eine alternative Perspektive für eine erfolgreiche europäische produzierende PV-Industrie«, erklärt Dr. Andreas Bett, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, der die Leitung des Projekts innehat.

Im Mittelpunkt des Projekts »MaNiTU – Materialien für nachhaltige Tandemsolarzellen mit höchster Umwandlungseffizienz« steht die Perowskit-Solarzellentechnologie, die innerhalb der letzten 10 Jahre den Wirkungsgrad von 3,8 % auf 24,2 % steigerte, einfache Herstellung ermöglicht und sehr geringe Produktionskosten verspricht. Als Perowskit-Materialien gelten alle Materialien, deren Kristallstruktur der des Minerals Kalziumtitanat entspricht. Solche Werkstoffe können Licht besonders gut absorbieren und ermöglichen eine hohe Elektronenbeweglichkeit – ideal für den Einsatz in der Photovoltaik. Außerdem ist diese Materialklasse aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften auch für den Einsatz in Tandemstrukturen auf Basis von Siliziumsolarzellen geeignet.

Allerdings ist dieses Material wegen der Verwendung von Blei nicht unproblematisch. Da innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre weltweit die jährlichen Photovoltaik-Installationen auf mehr als 1 TWp steigen werden, müssen kritische Materialien bei der Herstellung von Solarmodulen konsequent vermieden werden. Ausgehend von bekannten Perowskitabsorbermaterialien werden deshalb in »MaNiTU« mit modernsten materialwissenschaftlichen Methoden neue bleifreie Absorberschichten sowie darauf abgestimmte Kontakt- und Passivierungsschichten entwickelt, wobei kritische und giftige Stoffe von Anfang an ausgeschlossen werden. Der innovative Ansatz, Absorber- und Kontaktschichten zusammen zu behandeln, ermöglicht es, Grenzflächeneffekte gezielt für die gewünschten Funktionalitäten einzusetzen. Die Perowskittechnologie wird dann mit der etablierten Silizium-Technologie kombiniert. Dazu werden die Perowskitsolarzellen direkt auf Siliziumsolarzellen abgeschieden. Weil die einzelnen Solarzellen jeweils unterschiedliche Teile des Sonnenspektrums besonders effizient nutzen, steigt so insgesamt der Wirkungsgrad, und mit der gleichen Solarzellenfläche kann mehr Strom produziert werden. Zum Ende des Projekts werden Stabilität und hohe Wirkungsgrade auf Modulebene demonstriert.

Das Fraunhofer-Leitprojekt ist auf eine Laufzeit von vier Jahren angelegt. Ziel dieses Forschungsprogramms ist das Ausschöpfen des Fraunhofer-Synergiepotenzials durch die Zusammenführung von Kompetenzen mehrerer Fraunhofer-Institute, um Lösungen für Herausforderungen der deutschen Industrie zu liefern.

Die ambitionierten »MaNiTU«-Projektziele verlangen das Zusammenführen der komplementären Kompetenzen verschiedener Fraunhofer-Institute – von theoretischer und experimenteller Materialwirtschaft bis zu technologischer, wirtschaftlicher und ökologischer Expertise zu Solarzellen. Beteiligt sind das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC, das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM, das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST, das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS, sowie das Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS. Quelle: Fraunhofer/wh

]]>
Solarenergie
news-6758 Fri, 06 Dec 2019 08:26:00 +0100 BDEW kündigt „Roadmap grüne Gase“ für 2020 an https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/bdew-kuendigt-roadmap-gruene-gase-fuer-2020-an-6758.html „Grüne Gase bieten ein erhebliches Potential, um den CO2-Ausstoß in allen Sektoren maßgeblich zu reduzieren. Gerade Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Denn die bereits vorhandenen Gasnetze und -speicher bieten die optimale Infrastruktur, um Erneuerbare Energien in den Wärmemarkt zu bringen. Der BDEW wird im kommenden Jahr eine 'Roadmap grüne Gase' vorstellen, die aufzeigt, wie die vielfältigen Potentiale genutzt werden können“, sagte Ulf Heitmüller, BDEW-Vizepräsident und Vorstandsvorsitzender der VNG AG. Dabei positioniert sich der Verband im Bestand gegen Heizen mit Öl. "Rund 2,7 Millionen Gebäude mit einer Ölheizung liegen in einem Gebiet, das mit einer Gasleitung oder einem Fernwärmenetz verbunden ist – hier ließen sich durch Einbau einer Gasheizung recht schnell und unkompliziert 14 Millionen Tonnen CO2 vermeiden", schreibt und wirbt außerdem für die Umstellung auf Biomethan betreiben. Künftig werde zudem auch im Wärmemarkt ein zunehmender Anteil von Wasserstoff eingesetzt werden können.

Im aktuellen Entwurf für das neue Gebäudeenergiegesetz werde der Einsatz von Biomethan zur Wärmeerzeugung in städtischen, verdichteten Gebieten faktisch verhindert, kritisiert Heitmüller.Der BDEW-Vizepräsident nahm zudem die im Kohleausstiegsgesetz geplanten Regelungen zu Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in den Blick, die den Ersatz von Kohle durch Erdgas honorieren sollen: „Der Gesetzesentwurf verschenkt hier eine große Chance: Zwar soll es einen Bonus geben, wenn mehr als 50 Prozent der in der KWK-Anlage gewonnenen Wärme mit Erneuerbaren Energien erzeugt werden. Dass ausgerechnet grüne Gase hier nicht als Erneuerbare Energien anerkannt werden, ist hingegen völlig unverständlich. Das wäre ein sehr guter Ansatz, um grünem Wasserstoff den Weg in den Markt zu bereiten. Die Politik sollte hier nachbessern und auch grüne Gase in die Regelung einbeziehen“, so Heitmüller.

Ein Interessensverbund der Gasbranche fordert zudem die Bundesregierung auf, den Primärenergiefaktor von Biomethan im Gebäudeenergiegesetz (GEG) zu senken. "Im ersten Entwurf des GEG hatte Biomethan tatsächlich einen Primärenergiefaktor von 0,9 zugewiesen bekommen", sagt Florian Siebert, Strategie und Digitalisierung/Projektentwicklung bei Erdgas Südwest und Initiator der neuen Unternehmensinitiative. Doch dann sei das Bundeskabinett "zurückgerudert" und habe den Wert von 1,1 vergeben. Außerdem wird Biomethan im Brennwertkessel als Erfüllungsoption ausgeschlossen,  Flüssige Biomasse sei dagegen nach Paragraf 39 (2) GEG zulässig. Diese Ungleichbehandlung sei eine vertane Chance für grünes Gas bei der Energiewende.

Fachleute gehen im Moment davon aus, dass das gebäudeenergiegesetz im Sommer 2020 in Kraft treten könnte. Es ist Teil des Klimapakets. Teile des Pakets hat der Bundesrat abgelehnt, sie sind nun im Vermittlungsausschuss. pgl
 

]]>
Heizung & Warmwasser