enbausa.de - Energetisch Bauen und Sanieren https://www.enbausa.de/ Energetisch Bauen und Sanieren - Nachrichten und aktuelle Entwicklungen de-DE EnBauSa Mon, 23 Sep 2019 22:15:50 +0200 Mon, 23 Sep 2019 22:15:50 +0200 TYPO3 EXT:news news-6627 Mon, 23 Sep 2019 14:00:00 +0200 Baukindergeld bleibt ein Renner https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/baukindergeld-bleibt-ein-renner-6627.html Rund 135.000 Familien in Deutschland haben innerhalb eines Jahres seit der Einführung des Baukindergeldes Förderanträge gestellt. Damit wurden bereits Zuschüsse in Höhe von insgesamt rund 2,8 Milliarden Euro gewährt. Für die gesamte Laufzeit stehen 9,9 Milliarden Euro für das Baukindergeld zur Verfügung. Das Ziel, vor allem junge Familien mit kleineren und mittleren Einkommen mit dem Baukindergeld zu unterstützen, wird laut aktuellen Zahlen der KfW erreicht: 35 Prozent der Familien haben Kinder bis zu zwei Jahren, 65 Prozent haben Kinder bis zu 6 Jahren. 70 Prozent der Antragsteller sind zwischen 25 und 40 Jahre alt. Mehr als 80 Prozent der geförderten Familien haben ein oder zwei Kinder, rund 60 Prozent ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen in Höhe von bis zu 40.000 Euro.

Die meisten Anträge kommen aus Nordrhein-Westfalen (29.728), gefolgt von Baden-Württemberg (18.072), Bayern (17.974) und Niedersachsen (16.569). „Wir freuen uns, dass das Baukindergeld die gewünschten Zielgruppen erreicht. Insbesondere junge Familien mit kleinen Kindern werden bei der Schaffung von Wohneigentum unterstützt. Das ist ein großer Erfolg", so KfW-Vorstandsmitglied Ingrid Hengster.

Seit Jahresbeginn wurde Baukindergeld zu 24 Prozent für Neubauvorhaben und zu 76 Prozent für den Kauf von Bestandsimmobilien beantragt. Die Neubauquote hat sich mit den zunehmenden Baufertigstellungen 2019 erhöht und entspricht dem Marktdurchschnitt beim Erwerb von Wohneigentum.

Das Baukindergeld ist eine Förderung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat, um den Bau oder Kauf von selbstgenutztem Wohneigentum für Familien mit Kindern in Deutschland zu unterstützen. Ziel ist es vor allem, die im europäischen Vergleich sehr niedrige Wohneigentumsquote von jungen Familien in Deutschland zu erhöhen.

Pro Jahr erhält eine Familie 1.200 EUR je Kind. Das Baukindergeld wird zehn Jahre lang gezahlt, sodass Familien mit einem Kind insgesamt 12.000 Euro, Familien mit zwei Kindern 24.000 Euro und so weiter erhalten. Einen Antrag auf Baukindergeld können Familien stellen, die zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 ihren Kaufvertrag unterzeichnet beziehungsweise eine Baugenehmigung erhalten haben. Die Anträge werden bei der KfW – immer nach Einzug innerhalb von sechs Monaten in die geförderte Immobilie – online über das KfW-Zuschussportal gestellt. Quelle: KfW / pgl

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Finanzierung
news-6623 Mon, 23 Sep 2019 13:50:00 +0200 Flir stellt neues Modell vor https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/flir-stellt-neues-modell-vor-6623.html Flir Systems hat ein neues Modell der T-Series-Familie angekündigt. Die Wärmebildkamera ist das erste Modell, das mit einer integrierten Inspection Route-Software ausgestattet ist. Die T860 basiert auf dem  Design der Flir T-Series Kameraplattform. Sie verfügt über ein ergonomisches Gehäuse, ein leuchtstarkes LCD-Touchscreen-Display, das sich auch aus flachen Blickwinkeln einfach ablesen lässt, sowie über einen integrierten Farbsucher für das Arbeiten im grellen Sonnenlicht. Die Wärmebildkamera bietet eine Auflösung von 640 × 480 Pixeln und ist neben der Bildverarbeitungstechnologie Advanced Vision Processing mit den Bildoptimierungstechnologien MSX und UltraMax ausgestattet. Damit liefert sie schärfere Bilder, deren Bildrauschen gegenüber den Vorgängermodellen um 50 Prozent reduziert ist.

Diese Wärmebildkamera ist mit Messinstrumenten wie 1-Touch Level/Span zur Kontrasterhöhung zwischen dem Ziel und dem Hintergrund per Fingertipp und einem laserunterstützten Autofokus ausgestattet. Damit können die Benutzer Probleme schnell aufspüren und kritische Entscheidungen treffen. Außerdem verfügt sie über ein integriertes Ablaufplanungssystem, das mit der fortschrittlichen Berichterstellungssoftware FLIR Thermal Studio zusammenarbeitet. Damit können die Benutzer nummerierte und gekennzeichnete Inspektionsabläufe von der Kamera aus erstellen. Mit diesem System können die Benutzer Temperaturdaten, Wärmebilder und visuelle Bilder in logischer Reihenfolge aufnehmen. Dadurch lassen sich Probleme, Störungen und Defekte schneller erkennen und beheben.

Ein Hauptmerkmal der T-Series-Produktreihe ist ihr ergonomisches Design, das den Benutzern ein ermüdungsfreies Arbeiten ermöglicht. Mit ihrer um 180 Grad drehbaren Objektivplattform können sie schwer erreichbare Bauteile in Umspannwerken sowie an Frei- und Überlandleitungen überprüfen. Außerdem bietet die T-Series Hilfsmittel zur Workflow-Optimierung. Dazu gehören das WLAN-Streaming zur FLIR Tools Mobile App für Android und iOS, das in die Kamera integrierte GPS-Tagging, Sprachkommentare und individuell anpassbare Arbeitsordner. Quelle: Flir / pgl

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Finanzierung
news-6629 Sun, 22 Sep 2019 07:28:00 +0200 Pfusch am Bau kostete 2018 knapp 18 Milliarden https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/pfusch-am-bau-kostete-2018-knapp-18-milliarden-6629.html Die Fehlerkosten am Bau beschäftigt die Branche weiterhin – trotz aller Bemühungen hier endlich mal effektiv entgegenzusteuern. Die Fehlerkostenhöhe am gesamtdeutschen Bau rangierte nach Angaben von Bauinfoconsult 2018 erneut in zweistelliger Milliardenhöhe. Nach einer aktuellen Analyse von Bauinfoconsult beläuft sich der Fehlerkostenanteil am gesamten  Branchenumsatz im Schnitt bei 14 Prozent. Dies entspräche einem deutschlandweiten Fehlerkostenfiasko von 17,8 Milliarden Euro – bezogen auf den für 2018 erfassten baugewerblichen Umsatz.

Berechnungsfehler, Kommunikationsversagen oder schlichtweg Pfusch: Beim Bau kann die Fehlerkostenfalle schnell zuschnappen. Egal, ob nun an der Fassadendämmung bei „Oma Ernas kleinem Häuschen“ Risse auftreten oder in Berlin direkt die gesamte Rauchabzugsanlagen sowie die Lüftungstechnik einen kompletten Sanierungsfall darstellen: Fehlerkosten sind mehr als ärgerlich.

Eine offizielle Statistik gibt es nicht, Bauinfoconsult führt seit über zehn Jahren seine umsatzanteilige Fehlerkostenanalyse durch.

Für das Jahr 2018 schätzen die befragten Bauakteure, dass der Fehlerkostenanteil am gesamten Branchenumsatz bei durchschnittlich 14 Prozent liegt. Bezogen auf den vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie berechneten baugewerblichen Umsatz von 127 Mrd. Euro in 2018 ergibt sich demnach eine Fehlerkostensumme von 17,78 Milliarden Euro.

Neben der Fehlerkostenhöhe – die ja oftmals auch von der Projektgröße abhängt – ist auch die Frequenz von Bedeutung, mit der der Fehlerkostenteufel zuschlägt. Hier scheint die Situation in 2018 weniger dramatisch ausgefallen zu sein. So berichten die Bauakteure davon, dass im Schnitt bei 4,6 Prozent ihrer eigenen Bauprojekten Fehlerkosten produziert wurden – zumindest ist dies die eigene Einschätzung der von ihnen in 2018 umgesetzten Bauvorhaben. Quelle: Bauinfoconsult / pgl

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Finanzierung
news-6628 Fri, 20 Sep 2019 07:40:00 +0200 Projekt zu KI und Smart Living ausgezeichnet https://www.enbausa.de/lueftung/aktuelles/artikel/projekt-zu-ki-und-smart-living-ausgezeichnet-6628.html Das vom ZVEI geleitete Konsortialprojekt „Plattform für kontextsensitive, intelligente und vorausschauende Smart-Living-Services – ForeSight“ ist einer der Gewinner des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ausgeschriebenen Wettbewerbs „Künstliche Intelligenz als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme“. es adressiert Anwendungen in Mehrfamilienhäusern. Intelligente Anwendungen im Wohngebäude unterstützen nicht nur die Bewohner in ihrem Alltag. Sie können auch dazu beitragen, Mehrfamilienhäuser wirtschaftlich zu betreiben. Bei Smart Living ist mit hohen Wachstumsraten zu rechnen ist. Heute treffen sowohl Verbraucher als auch Wohnungsunternehmen auf eine Vielzahl von Insellösungen. Einige Projekte wie Sense arbeiten an der Entwicklung einer gemeinsamen Sprache für Smart Homes. Noch ist das Misstrauen gegen die Systeme aber groß, wie eine Umfrage zur Akzeptanz von Smart Home-Lösungen zeigt.

Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) sollen diese Systeme künftig nicht nur miteinander sprechen können, sondern auch voneinander lernen. Auf Basis einer offenen Plattform werden bestehende und neue Smart-Living-Lösungen zusammengebracht. Dank KI-Methoden sollen sie nicht nur reagieren, sondern vorausschauend agieren – dadurch kann ein deutlicher Mehrwert für die Bewohner aber auch für die Betreiber der Gebäude geschaffen werden, so die Projektidee. 

Der Projektvorschlag zu Foresight wird von insgesamt 17 Konsortialpartnern getragen – über zwei Dutzend Unternehmen, Verbände und Forschungseinrichtungen haben schon heute ihre Mitarbeit als assoziierte Partner avisiert. Das Projekt steht allen Interessenten offen. Ein Ziel der nun anstehenden Umsetzungsphase ist der Know-how-Transfer. Mehrstufige Erprobungsumgebungen werden sicherstellen, dass neue Lösungen praxisfest sind und den Datenschutzanforderungen entsprechen.

Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW sieht großes Potenzial für die Wohnungswirtschaft. "Die besondere Herausforderung: Bisher sind viele technische Lösungen auf Ein-und Zweifamilienhäuser zugeschnitten. Mit diesem Plattformprojekt rückt erstmals der bisher wenig beachtete und vielfach von Mietern bewohnte Bereich der Mehrfamilienhäuser in den Fokus, der mit 22,2 Millionen Wohnungen mehr als die Hälfte des gesamten Wohnungsbestandes ausmacht." Birgid Eberhardt vom Wohnungsunternehmen GSW Sigmaringen GmbHSieht "KI-Lösungen nicht nur in Funktionen, die den Bewohnern zugutekommen, sondern insbesondere auch unseren Mitarbeitern und externen Dienstleistern wie Handwerkern.“ Quelle: ZVEI / pgl

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Lüftung & Klima
news-6621 Fri, 20 Sep 2019 06:30:00 +0200 Energieberater-Netzwerk fordert "mutige Beschlüsse" https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/energieberater-netzwerk-fordert-mutige-beschluesse-6621.html Im Vorfeld der Beratungen des Klimakabinetts am 20. September 2019 in Berlin und mit Blick auf den UN-Klimagipfel in New York appelliert das Deutsche Energieberater-Netzwerk DEN e.V. an die Verantwortlichen in Bund und Ländern, das enorme Potential an energetischen Einsparmöglichkeiten zu nutzen. In einem offenen Brief des DEN an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages und an Mitglieder der Regierungskoalition heißt es: „Jetzt, da die Klimadiskussion international zum zentralen Thema wurde, scheint der richtige Moment gekommen, weitreichende Strategien zu entwerfen und mutige Beschlüsse zu fassen.“

Der Gebäudesektor verursache in der Bundesrepublik durch Heizung, Kühlung, Warmwasseraufbereitung oder Beleuchtung etwa ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen. Viele Installationen seien jedoch in die Jahre gekommen und entsprächen weder dem heutigen Stand der Technik noch den erforderlichen energetischen Einsparmöglichkeiten. Moderne Technologien, welche den Energiebedarf in Gebäuden deutlich senken können, stünden zur Verfügung. Sie müssten nur ausreichend genutzt werden. Das sei bislang nicht der Fall.

Der Sanierung von Bestandsgebäuden komme bei der Erreichung der Klimaziele in Deutschland eine wichtige Rolle zu. Leider verharre die Sanierungsquote seit Jahren bei ca. 1 Prozent. Um die Klimaziele zu erreichen und das Potential adäquat auszunutzen, wäre laut DEN jedoch mindestens das Doppelte vonnöten. Die von Bund, Ländern und Gemeinden angebotene Vielzahl von Förderprogrammen trügen zwar zur heutigen Sanierungsquote bei, blieben aber trotzdem hinter den Erwartungen der Politik zurück. Dies nicht zuletzt wegen einer verbraucherunfreundlichen Unübersichtlichkeit der Angebote sowie einer mangelnden Verzahnung der einzelnen Programme, moniert das Energieberater-Netzwerk.

Deshalb schlägt das DEN vor, die von KfW und BAFA sowie von anderen Trägern zur Verfügung gestellten Förderungen zu koordinieren, einfacher zu gestalten und den bürokratischen Aufwand ihrer Beantragung zu verringern. Dabei sollten auch soziale Komponenten einfließen und Beachtung finden. Durch kluge Organisation und Koordination ließen sich ohne großen Kostenaufwand Sanierungspotentiale mobilisieren, indem psychologische und soziale Hemmschwellen abgebaut würden, heißt es in dem Schreiben.

Beratung spielt wichtige Rolle

Eine wichtige Rolle komme dabei der richtigen Beratung von Bauherren zu. Nur durch umfassend ausgebildete und wirtschaftlich unabhängige Energieberater*innen könne eine Qualität gesichert werden, welche die optimalen Einsparpotentiale auch erreiche. Es genüge nicht, innerhalb einzelner Gewerke energetische Verbesserung durchzuführen und zu glauben, damit ließe sich das bestmögliche Ergebnis erzielen. Nur eine fachmännische Zusammenschau des gesamten Objektes und ein individueller Sanierungsfahrplan könnten ein solches Ergebnis sicherstellen.

Aus Sicht der im DEN organisierten Energieberater und Energieberaterinnen sei es auch weiterhin wichtig, technologieoffen zu fördern, sofern es sich um klimapolitisch sinnvolle Technologien handele. Der Einsatz von Anlagen erneuerbarer Energien sollte dabei den Vorzug vor fossilen bekommen und damit auch die höchste Förderung genießen. Öl- und Gasheizungen werde langfristig nicht die Zukunft gehören können. Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Solarthermieanlagen, Wärmepumpen, Brennstoffzellen – diese Techniken seien auf dem Markt, entwickelten sich ständig weiter und verbesserten ihre Leistungsfähigkeit.

Nach Auffassung des DEN ließen sich erfolgreich im Sinne besseren Klimaschutzes Anreize durch eine übersichtliche und kundenfreundlich gestaltete Förderlandschaft mit ordnungspolitischen Mindestanforderungen koppeln. Ein Erneuerbare-Wärme-Gesetz, wie es etwa in Baden-Württemberg gelte, wäre ein mögliches Beispiel. Hier werde ein Mindesteinsatz von erneuerbaren Energien bei Neubau und Sanierung geregelt. Weitere Beispiele für derartige Gesetze, welche durchaus sozialverträglich die Nutzung erneuerbarer Energien im Gebäudebereich fordern und fördern, fänden sich in Flandern und in Dänemark.

Abwrackprämien sind nicht sinnvoll

Deshalb solle man klimapolitisch zukunftsfähige Technologien bevorzugen, ohne sich auf eine bestimmte Technik einseitig festzulegen. Angedachte „Abwrackprämien“, die nur eine einzelne Technologie fördern, seien nicht zielführend. Gestaffelte Förderungen, die sich an den Emissionen der jeweiligen Anlagen orientieren und den möglichst geringen Ausstoß an Treibhausgasen besonders berücksichtigen, wären gerechter und sinnvoller.

Heizungsanlagen in Gebäuden liefen in der Regel mindestens zwei Jahrzehnte lang. Wenn jetzt also die Weichen falsch gestellt würden durch Förderung von klimapolitisch suboptimalen Technologien, werde an anderer Stelle umso drastischer nachgeregelt werden müssen, wenn man die deutschen Klimaziele erreichen und internationale Strafzahlungen vermeiden wolle.

Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Es ist jetzt nicht mehr die Zeit, Besitzstände zu wahren und überkommene Strukturen und Interessen um ihrer selbst willen zu schützen. Die Mittel, mutig und innovativ neue Strukturen zu schaffen und erneuerbaren Energien die Türen zu öffnen, sind vorhanden beziehungsweise ließen sich leicht generieren. Entsprechende Vorschläge wurden in jüngster Zeit gemacht. Milliarden für Strafzahlungen zu vergeuden, um danach trotzdem in neue Energieversorgungen investieren zu müssen, wäre unverantwortlich und den Bürgern und Wählern wohl kaum vermittelbar.“

Im Gebäudebereich ließen sich nach Auffassung des DEN enorme Mittel aus privaten Quellen durch kluge Gesetzgebung und motivierende Regelungen recht einfach freisetzen. Das Klimaschutzpotential hier sei enorm. Es gelte jetzt, dies auch zu nutzen. Quelle: DEN / sth

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Finanzierung
news-6625 Thu, 19 Sep 2019 07:32:00 +0200 Bericht: Klimaschutz-Investitionen zahlen sich aus https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bericht-klimaschutz-investitionen-zahlen-sich-aus-6625.html Wenige Tage vor dem Klimagipfel des UN Generalsekretärs legt die Coalition for Urban Transition (CUT) den Bericht „Urbane Chancen in der Klimakrise“ vor. Der mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums erstellte Bericht zeigt, dass nationale Regierungen, die in nachhaltige städtische Infrastruktur investieren, ihre Klimaziele schneller erreichen werden und gleichzeitig den wirtschaftlichen Wohlstand des Landes fördern. Fast 10.000 Städte und lokale Regierungen weltweit haben sich inzwischen ehrgeizige Emissionsminderungsziele gesetzt. Der 90-seitige CUT-Report zeichnet eine positive Vision von kompakten, vernetzten und sauberen Städten. Der Bericht unterstreicht das hohe Potenzial der Städte insbesondere für die Ziele des Paris Abkommens und der 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung. Insbesondere soll der Bericht nationale Regierungen motivieren, klimaorientierte nationale Stadtentwicklungspolitiken zu entwickeln. Dafür bedürfe es des Zusammenspiels aller Regierungsebenen, heißt es.

Eine zentrale Erkenntnis der Autoren: Städte können höchstens ein Drittel ihres Minderungspotenzials selbst erschließen. Für ein weiteres Drittel braucht es Entscheidungen, gesetzliche Grundlagen und Förderprogramme nationaler und regionaler Regierungsebenen. Und das letzte Drittel des Minderungspotentials kann nur durch gemeinsames Handeln aller Ebenen erschlossen werden.

Der CUT-Report “Climate Emergency, Urban Opportunity: How national governments can secure economic prosperity and avert climate catastrophe by transforming cities.“ wurde im Vorfeld des Klimagipfels des VN-Generalsekretärs veröffentlicht, der am 23. September in New York stattfinden wird. An der Finanzierung des globalen Berichts waren neben Deutschland auch Großbritannien, Schweden und der Global Covenant of Mayors beteiligt. Das Autorenteam der Coalition for Urban Transition (CUT) kooperierte mit über 35 Forschungseinrichtungen, internationalen Organisationen, NGOs, Infrastrukturanbietern und -investoren sowie mit Städtenetzwerken. Quelle: BMU / sth

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Finanzierung
news-6604 Thu, 19 Sep 2019 07:25:00 +0200 Einsparerfolg bei Heizungen hängt von Systemarchitektur ab https://www.enbausa.de/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=6604&cHash=b77381d04118f9e01ee61275f01d3505 Eine mehrjährige Studie untersucht die Einsparung durch niedriginvestive Energiesparmaßnahmen in 79 Mietshäusern. Der erste Zwischenbericht wird Mitte Oktober erwartet. EnBauSa hat vorab mit Professor Viktor Grinewitschus von der Bochumer EBZ Business School gesprochen. Der „Praxistest“ im Auftrag einer „Allianz für einen klimaneutralen Wohngebäudebestand“, zu der sich die Wohnungswirtschaft (GdW) mit diversen Heizungsfirmen und Messdienstleistern zusammengefunden hat, umfasst deutschlandweit rund 700 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Fördermittel kommen vom Wirtschaftsministerium, und außer den Bochumer Forschern ist auch die TU Dresden beteiligt.

Die Studie umfasst ein breites Spektrum von Maßnahmen in einem Kostenrahmen, in dem Wohnungsbaugesellschaften bereit sind zu investieren („niedriginvestiv“). Einem Teil der Hausbewohner wurden im Rahmen des Projekts kostenlos programmierbare Thermostatventile angeboten. Grinewitschus: „In manchen Gebäuden haben sich fast alle Mieter beteiligt, in manchen auch nur drei oder vier Parteien.“ 71 dieser Haushalte hätten ausgewertet werden können. Es sei jeweils fortlaufend die Heizkörper- und die Raumtemperatur gemessen worden.

Mehr- und Minderverbräuche zu gleichen Anteilen

Bei 61 Prozent der Haushalte sei es zu einer signifikanten Änderung des normierten flächenbezogenen Verbrauches gekommen, bilanziert Grinewitschus. „Diese teilten sich zu gleichen Anteilen in Mehr- und Minderverbräuche auf.“ Bei dem Teil der Bewohner, bei denen es zu Einsparungen gekommen sei, hätten sich die Verbräuche auf Wohnungsebene im Mittel um 26 Prozent reduziert. „Bei dem Teil der Nutzergruppe mit Mehrverbräuchen waren die durchschnittlichen Mehrverbräuche in einer ähnlichen Größenordnung.“ Bei den Mietern mit einem überdurchschnittlichen Verbrauch hätten deutlich mehr Mieter gespart als mehr verbraucht (62 Prozent zu 38 Prozent).

Eine starke Einsparung sei dort eingetreten, wo Bewohner zum Beispiel eine Nachtabsenkung statt dem bisherigen Durchlaufenlassen der Heizung programmiert hätten. „Mehrverbrauch dagegen kann zum Beispiel entstehen, wenn die initiale Programmierung ausgeschaltet wird, jemand die Raumtemperatur zu Anfang relativ hoch einstellt und dann nichts mehr an der Einstellung ändert.“ Es gebe beispielsweise auch Leute, die vorher das Bad kaum beheizt hätten, das aber durch die Möglichkeiten des Vorprogrammierens nach dem Einbau täten.

Auf Gebäudeebene lässt sich mehr einsparen

Mehr- und Minderverbräuche zu gleichen Anteilen – das ist nicht gerade das, was man sich als Mieter erhofft. Von ganz anderen Erfahrungen berichtet Severin Beucker vom Berliner Borderstep Institut. In sechs Gebäuden mit zusammen 224 Wohnungen der Berliner Genossenschaft „Zentrum“ wurde für sämtliche 11.860 Quadratmeter ein System aus Messfühlern und Steuerungselementen eingebaut. Die Plattenbauten waren 1966 erbaut und später teilsaniert worden.

Beucker: „Vergleichsgebäude der gleichen Bauweise benötigen für die Raumheizung im Durchschnitt 80,8 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Nach der Nebenkostenabrechnung der Jahre 2017 und 2018 konnte dort der Energieverbauch auf durchschnittlich 61,4 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr gesenkt werden.“ Das entspricht einer Einsparung von 24 Prozent – nach Aussage von Beucker ein typischer Wert. „Die Firma Riedel hat zum Beispiel in Deutschland knapp über 30.000 Wohnungen mit diesem System ausgerüstet. Sie sind seit den 90er Jahren im Einsatz. Auch wenn man die Warmwasserbereitung einrechnet, liegt die Einsparung praktisch immer über 20 Prozent gegenüber Vergleichsgebäuden.“

Das „Geheimnis“ besteht darin, dass bei diesem System die Steuerung Durchgriff auf den Heizkessel – hier ein BHKW mit bis zu 34 Kilowatt elektrischer und 78 Kilowatt thermischer Leistung – hat. Die maßgebliche Norm DIN EN 15232 ordne, so Beucker, Systeme auf dieser Ebene der Automatisierungsklasse A zu. „Die meisten anderen Systeme gehören zur Klasse B, optimieren also auf Wohnungsebene. Die sind träge und überheizen, wenn viele Bewohner gleichzeitig das Heizkörperventil aufdrehen. So etwas ist bei mehr als 10 Wohnungen nicht mehr sinnvoll.“ Optimiere man dagegen ein ganzes Gebäude, „dann sind die Potenziale größer, weil ich die Heizbedarfe unterschiedlicher Wohnungen ausgleichen kann.“

Künstliche Intelligenz im Haus

Das Riedel-System fasst Mess- und Steuerungsdaten aus dem gesamten Gebäude zusammen, kombiniert das mit der Wetterprognose und berechnet daraus in Echtzeit die optimale Heizkurve. Beucker: „Wenn Sie das System installieren, braucht es wenige Wochen, um aus Aufheiz- und Abkühlvorgängen die Gebäudephysik kennen zu lernen. Das ist ein selbstlernendes System mit künstlicher Intelligenz; da greift keiner mehr ein.“ Ein weiterer Unterschied zu den Wohnungen des Bochumer Projekts: In Berlin kann das System über eine Anwesenheitserkennung die Heizung in den Zimmern herunterregeln, in denen sich gerade niemand aufhält.

Dennoch blieben die Kosten beim Berliner Projekt mit knapp 30 Euro pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche ebenfalls noch im niedriginvestiven Bereich. Laut Endbericht konnten damit die Heizkosten um fast 18 Prozent auf durchschnittlich 70 Cent pro Quadratmeter und Monat reduziert werden. Severin Beucker: „Ein Automatisierungssystem amortisiert sich typischerweise in zehn Jahren.“

Hinzu kommt, dass die Wohnungsgenossenschaft mit den gewonnenen Messdaten komplette Nebenkostenabrechnungen machen kann: Sowohl die Wärmemengenzähler als auch der Hersteller der Automatierungstechnik – die Dr. Riedel Automatisierungstechnik wurde im vergangenen Jahr von Kieback&Peter aufgekauft – sind dafür zertifiziert. Damit können die Kosten für die Ablesedienstleistung eingespart werden, die in der Regel mehr als zehn Prozent der Heizkosten ausmachen.

Strom puffern durch „Überheizen“

Derzeit erprobt das Borderstep Institut in der Berliner Wohnanlage im Rahmen des Forschungsprogramms „Windnode“ praktisch, was bisher bauphysikalisch getestet worden war: Das vorübergehende „Überheizen“ der Gebäude um bis zu etwa 1 Grad. Die Idee dahinter ist, so indirekt Strom zu puffern.

Das Netzentgelt könnte, um dafür ein Geschäftsmodell zu schaffen, für BHKW, die mit Biogas oder synthetischem Erdgas betrieben werden und in Zeiten von Strommangel einspeisen, von jetzt ca. 5 ct/Kilowattstunde auf null gesenkt werden. Beucker: „Das könnte sogar noch viel weiter gehen: Der BHKW-Betreiber könnte sagen, ich statte alle Mieter im Haus mit intelligenten Haushaltsgeräten (zum Beispiel einem Kühlschrank) aus. Denn dadurch sinkt der Grundverbrauch im Gebäude, und ich kann mehr Strom ins Netz einspeisen.“ Ergebnisse seien Ende 2020 zu erwarten.

Und auch die Bochumer forschen noch zwei Jahre weiter. Viktor Grinewitschus plant „Interviews mit den Mietern, um die festgestellten Effekte besser zu verstehen und die Mieter dahingehend zu unterstützen, dass die vorhandenen Potenziale in der Praxis auch erreicht werden.“ von Alexander Morhart

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news-6618 Wed, 18 Sep 2019 06:29:00 +0200 Marktforscher warnen vor Stromlücke https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/marktforscher-warnen-vor-stromluecke-6618.html Bonner Marktforscher warnen vor einer Strom-Erzeugungslücke als Folge des Atom- und Kohleausstiegs, eines wachsenden Strombedarfs durch mehr E-Autos und eines zu geringen Zubaus bei den erneuerbaren Energien. Eine Verdreifachung des Photovoltaikbestands bis 2030 und deutlich mehr Speicher könnten Energieversorgung klimafreundlich sichern, heißt es in der Studie des Marktforschungsunternehmens EuPD Research. Initiatoren der Studie sind neben EuPD Research der Bundesverband Solarwirtschaft und die Innovationsplattform The smarter E Europe.

Bereits in wenigen Jahren drohe eine Stromlücke infolge des geplanten Atom- und Kohleausstiegs und eines wachsenden Strombedarfs infolge einer stärkeren Elektrifizierung des Mobilitäts- und Wärmesektors, so die Marktforscher. Nur wenn die Photovoltaik bereits ab 2020 deutlich stärker ausgebaut und von ausreichend Speicherkapazitäten flankiert werde, würden Versorgungssicherheit und Klimaschutz gleichermaßen gewährleistet. Laut EuPD Research steht im Bereich erneuerbarer Energien mit Ausnahme der Photovoltaik keine Technologie zur Verfügung, die kurzfristig in größerer Menge zugebaut werden kann. Hürden langjähriger Genehmigungs- und Netzanschlussverfahren wie im Windbereich bestehen für Solaranlagen in der Regel nicht.

Mit der Abschaltung der letzten aktiven Atomkraftwerke und dem beschlossenen Kohleausstieg muss bereits mittelfristig die Hälfte der heutigen Erzeugungskapazitäten im Strommarkt ersetzt werden. Ein massiver Rückgang in der Stromerzeugung wird nach Berechnungen der Studienautoren auf einen wachsenden Strombedarf in Deutschland treffen. Anhand der Analyse verschiedener Szenarien kommt die Studie „Energiewende im Kontext von Atom- und Kohleausstieg – Perspektiven im Strommarkt bis 2040“ zu dem Ergebnis, dass mit einer Verdreifachung der PV-Leistung bis 2030 die sich abzeichnende Stromlücke geschlossen werden könnte.

Dies erfordert für das Jahr 2030 eine installierte PV-Leistung in Höhe von 162 Gigawatt (GW). Gegenwärtig sind rd. 1,7 Millionen Solarstromanlagen mit einer Spitzenleistung von rund 48 GW in Deutschland installiert, die rund acht Prozent des Stromverbrauchs decken. Eine gute Marktverfügbarkeit, niedrigste Stromgestehungskosten im Kraftwerksbereich, sehr hohe Akzeptanzwerte in der Bevölkerung und eine vergleichsweise kurze Installationsdauer ermöglichen einen deutlich schnelleren Ausbau der Photovoltaik.

30fache Speicherkapazität ist nötig

Der Ausgleich der fluktuierenden solaren Stromerzeugung bedingt eine deutliche Erhöhung der Speicherkapazitäten zum kurzfristigen und saisonalen Ausgleich. Die Kapazität der Kurzfristspeicher muss sich den Berechnungen nach bis 2040 mindestens verdreißigfachen. Für die saisonale Stromspeicherung besteht die Herausforderung, Elektrolysekapazitäten im zweistelligen Gigawatt-Maßstab aufzubauen.

Erst Anfang September hatten die 14 im Forschungsverbund Erneuerbare Energien zusammengeschlossenen deutschen Forschungsinstitute gegenüber Politik und Öffentlichkeit darauf gedrungen, den PV-Ausbau deutlich zu beschleunigen und darauf hingewiesen, dass der aus dem Jahr 2012 stammende Förderdeckel den deutschen Klimaschutzzielen diametral entgegen laufe und schnell beseitigt werden müsse, um einen deutlichen Markteinbruch bei der Solarenergie zu verhindern. Quelle: EuPD Research / sth

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Solarenergie
news-6614 Wed, 18 Sep 2019 06:15:00 +0200 Vonovia stattet Dachflächen mit PV-Anlagen aus https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/vonovia-stattet-dachflaechen-mit-pv-anlagen-aus-6614.html Das Wohnungsunternehmen Vonovia will in den kommenden Jahren deutschlandweit mindestens 1000 Dachflächen mit Photovoltaik-Anlagen ausstatten. Geliefert werden die schlüsselfertigen PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als einem Megawatt von Solarwatt. In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden wurden bereits an acht Vonovia Standorten 27 Wohngebäude mit PV-Modulen von Solarwatt versehen. Ab Ende August sollen mehr als 90 weitere Dächer mit Solaranlagen bestückt werden. Über das "1.000 Dächer"-Programm wird Vonovia eigenen Angaben zufolge jährlich rund 10.000.000 kWh Solarstrom erzeugen und in das öffentliche Netz einspeisen. Damit steigt die CO2-Einsparung im Portfolio um voraussichtlich 4.300 Tonnen pro Jahr.

Die Planungen über die Installation der Photovoltaik-Anlagen laufen seit April dieses Jahres. Solarwatt-Geschäftsführer Detlef Neuhaus begrüßt, dass Vonovia ab sofort vermehrt auf Solarstrom bauen will: "Der Klimawandel lässt sich nur eindämmen, wenn alle Beteiligten umdenken und ihren Teil dazu beitragen, die Energiewende mit aller Kraft voranzubringen. Wir freuen uns sehr, dass Vonovia jetzt als erstes großes Wohnungsunternehmen in Deutschland ein Zeichen setzt und auch bei Mietshäusern Solaranlagen integriert."

Das Vonovia-Programm ist auf mehrere Jahre ausgelegt und soll im Anschluss in ein langfristiges Ausbauprogramm übergehen. Für 2019 sind drei Tranchen geplant. Die Auswahl der Dächer stützt sich auf eine bundesweite Solarpotenzialanalyse, bei der die GPS-Daten der Gebäude und Faktoren wie Dachneigung, Ausrichtung, Verschattung und solare Einstrahlung berücksichtigt wurden.

"Wir haben eine 3D-Simulation über einen Großteil unserer Dachflächen durchgeführt und zunächst mehr als 5.000 besonders gut geeignete Dächer identifiziert. Diese bisher ungenutzten Dachflächen bieten großes Potenzial für nachhaltige Energiegewinnung. Seit Jahresanfang führen wir Begehungen vor Ort durch, bei denen wir die Eignung dieser Gebäude überprüfen", erklärt Rafael Wilke, Teamleiter Photovoltaik bei Vonovia, den Prozess.

Der Solarstrom aus dem "1.000 Dächer"-Programm wird größtenteils ins öffentliche Netz eingespeist. Mittel- bis langfristig setzt Vonovia jedoch auf eine dezentrale Energieversorgung der eigenen Quartiere.

"Solarstrom, der auf unseren Dächern erzeugt wird, sollte nicht einfach nur ins Netz eingespeist werden, sondern direkt unseren Mieterinnen und Mietern zugutekommen. Sei es in der Wohnung oder an unseren E-Ladestationen", sagt Buch. "Da wir Quartiere besitzen, müssen wir diese entsprechend gestalten und an den Energiemarkt anbinden. Daher wünschen wir uns, dass die leider immer noch zahlreichen Hemmnisse für Mieterstrommodelle deutlich verringert werden." Im Herbst wird eine Novelle des Mieterstromgesetzes erwartet. Quellen: Solarwatt / Vonovia / sth

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Solarenergie
news-6598 Tue, 17 Sep 2019 08:08:00 +0200 Projekt SENSE entwickelt gemeinsame Sprache für Smart Homes https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/projekt-sense-entwickelt-gemeinsame-sprache-fuer-smart-homes-6598.html Für das smarte Wohnen werden auf dem Markt zwar schon jetzt viele Geräte und Lösungen angeboten, die die Kernbereiche Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz aber auch Unterhaltung umfassen. Doch setzt sich das in einem Haushalt derzeit meist noch aus Insellösungen zusammen. So ist zum Beispiel jeweils eine eigene App notwendig, um die Funktionen der Geräte verschiedener Hersteller nutzen zu können. Das Projekt "SENSE - semantisches, interoperables Smart Home" soll hier durch die Entwicklung einer gmeinsamen Sprache für vernetzte Geräte und Dienstleistungen Abhilfe schaffen. Erreicht werden soll im Bereich "Smart Living", "dass diese Mosaikstückchen miteinander kommunizieren können", sagt Torsten Sommer vom Start-up "IoT connctd". Dieses ist Teil des SENSE-Projektteam. Ziel des Projektes, an dem außerdem das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Fachhochschule Dortmund und die Forschungsvereinigung Elektrotechnik beim Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) beteiligt sind, ist ein nutzerfreundliches und offenes Ökosystem, das Hersteller, Anwendungs- und Technologieentwickler, Integratoren und Handwerker nutzen können.

Interoperabilität und Semantik sind zwei Begriffe, die immer wieder genannt werden, wenn es um das Thema "Smart Living" geht. "Ein entscheidender Fortschritt ist die Entwicklung technischer Plattformen, die es erlauben, Anwendungen und Dienste technologieneutral zu realisieren, weil die Spezifika verschiedener Technologien und Protokolle auf eine neutrale Metaebene transformiert werden (Datenmapping)", heißt es im VDE-Positionspapier Smart Living des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) aus dem Jahr 2017. "Voraussetzung hierfür ist die Einigung auf Standards für die Interoperabilität von Geräten und Komponenten über Technologiegrenzen hinweg."

Es sind die Themen gewerke-übergreifende Interoperabilität, Bedienbarkeit, Datensicherheit, Standardisierung, die aus Sicht der Wirtschaftsinitiative Smart Living die Herausforderungen des Marktes bilden und bewältigt werden müssen, wie es im  Sachstandsbericht zur Marktentwicklung in der intelligenten Heimvernetzung "Smart Living 2 Market" aus dem Jahr 2017 formuliert wird. Die Initiative setzt sich aus mehr als 40 Unternehmen und Verbänden zusammen. "Die Teilnehmer begrüßen das SENSE-Projekt außerordentlich. SENSE stellt maßgebliche Weichen für Interoperabilität und ermöglicht somit völlig neue smarte Dienste rund um das vernetzte Gebäude", sagt Michael Schidlack, stellvertretender Leiter der Geschäftsstelle Smart Living des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), die die Intitiative koordiniert. "Wir brauchen die Interoperabilität als Katalysator, um die Technologien zur Marktakzeptanz zu bringen", sagt Schidlack.

"Alle Geräte im Smart-Living-Bereich haben schon eine Schnittstelle in die Cloud, da setzen wir an", erklärt Torsten Sommer von IoT connctd. Am Anfang, an dem das Projekt steht, schauen sich die Programmierer an, welche Grundlagen bestehen. Sie ermitteln, in welcher Sprache die einzelnen Technologien beispielsweise den Befehl "Licht an" geben. Dieser Befehl soll semantisch so beschrieben werden, dass er einheitlich weitergegeben werden kann, unabhängig vom Hersteller. Es soll von SENSE eine sogenannte Übersetzungsschicht zur Verfügung gestellt werden. Die bereits genutzten Sprachen sind von den Programmierern laut Sommer schnell herausgefunden. "Das was wir derzeit haben, ist schon interoperabel möglich, das möchten wir noch komfortabler gestalten", sagt Sommer. Die Bedienung der Geräte unterschiedlicher Hersteller soll von nur einer Stelle aus erfolgen können, beispielsweise einer App.

Die interessante Arbeit liegt Sommer zufolge in der Frage, wie die semantische Beschreibung aussehen muss, um neue Funktionen und neu entwickelte Geräte in das System integrieren zu können und zwar automatisch durch den Computer. Systeme wie "homee" und "wibutler", die bereits offene Plattformen anbieten, sollen eingebunden werden. "Es geht nicht um toller oder besser, wir versuchen die bereits tollen Lösungen miteinander kompatibel zu machen", sagt Sommer. Erste Ergebnisse erwartet er im kommenden Frühjahr. "Die beteiligten Unternehmen profitieren sofort von den Forschungsergebnissen im SENSE Lab, aber wir möchten die Ergebnisse selbstverständlich so breit wie möglich zur Verfügung stellen." Das SENSE-Projekt wird vom BMWi gefördert und läuft bis Oktober 2021.

Bei den Herstellern bleibt in diesem Zuge die Verantwortung von regelmäßigen Updates. "Wir zerlegen die Geräte in ihre einzelnen Funktionen, nur diese werden abgebildet", sagt Sommer. Ebenso obliegt den Herstellern, für die Sicherheit und den Schutz der Daten zu sorgen. "Sicherheit ist ein Feature, das wir nicht nachträglich einbauen", zitiert Sommer einen seiner Kollegen. Der Datentransfer zwischen Connector und Cloud ist verschlüsselt. Es werden Daten an den Endnutzer geliefert, ruft er diese nicht ab, werden sie nicht gespeichert. "Wir wollen keine neue Datensammlung anlegen", sagt Sommer. "Die Datenschutz-Grundverordnung schafft einen klaren Rechtsrahmen, schützt den Nutzer und greift bei personenbezogen Daten, die im Smart Home anfallen. Darüber hinaus gibt es aber auch viele Daten, die nicht personenbezogen sind, zum Beispiel die eines Bewegungsmelders im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses", sagt Schidlack. "Es wird in verschiedenen Ländern an der Besserstellung der Verbraucher gearbeitet", ergänzt er. Jedoch ist die künstliche Intelligenz auf Daten angewiesen, um selbstlernend auf die Bedürfnisse der Bewohner reagieren zu können. "Künstliche Intelligenz basiert auf der Analyse großer aggregierter Datenmengen – und das geht auch mit anonymisierten oder nicht personenbezogenen Daten", betont Schidlack.

Im Fokus von SENSE steht nicht nur der Wohnraum, sondern das gesamte Gebäude. Dieses soll etwa in der Lage sein, den E-Roller nur dann zu laden, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien geliefert wird. Wichtig ist, dass sich branchen- und gewerkeübergreifend Akteure an dem Projekt beteiligen. Aus diesem Gurnd wurde in Berlin im Juni dieses Jahres das Semantic Building Lab eröffnet. Diese Laborumgebung können Unternehmen nach Abschluss eines Kooperationsvertrages nutzen, um vorwettbewerblich an Projekten zu arbeiten, die die Themen Assistenz, Komfort, Sicherheit und Energiemanagement umfassen. Zudem sind Use Cases der Hersteller notwendig, um an ihnen die semantischen Konzepte zu erproben und umzusetzen. "Im Moment ist es auch extrem wichtig, wie ich das Thema künstliche Intelligenz künftig nutzen kann, um Interoperabilität im Smart Home voranzubringen", sagt Schidlack. Dabei gehe es darum, die Komplexität zu reduzieren, also um das einfache Zusammenfügen von einzelnen Komponenten. In einer Vier-Zimmer-Wohnung von 100 Quadratmetern befänden sich 100 bis 200 technische Komponenten, Tendenz steigend. Sind diese Geräte digital vernetzt wird es schnell äußerst komplex. Das übergeordnete Ziel sieht Schidlack in der nahezu wartungsfreien und selbstdetektierenden Technik, womit Kosteneinsparungen einhergehen. von Anne Leipold

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Heizung & Warmwasser
news-6617 Mon, 16 Sep 2019 09:18:00 +0200 Konferenzteilnehmer wollen Budget für Treibhausgase https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/konferenzteilnehmer-wollen-budget-fuer-treibhausgase-6617.html Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der "Sustainable Built Environment D-A-CH Conference 2019 (SBE19)" in Graz fordern in Ihrer Abschlusserklärung die verbindliche Einführung konkreter Ziel- und Planungswerte zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus von Gebäuden. Gleichzeitig sichern sie den Verantwortlichen aus Wirtschaft und Politik ihre Mitwirkung zu: Durch die Entwicklung geeigneter methodischer Grundlagen, praxisgerechter Planungs- und Bewertungshilfsmittel sowie klimaschonender baulicher Lösungen. Die "Grazer Deklaration für Klimaschutz im Baubereich" wurde in den letzten drei Tagen von den rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Konferenz aus mehr als 30 Ländern erarbeitet, diskutiert und verabschiedet. Ausgangspunkt ist der vergleichsweise hohe Anteil des Bausektors an der Ressourceninanspruchnahme und Umweltbelastung: Gebäude sind für 40 Prozent des Energieverbrauchs und 35 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Diese Werte erhöhen sich noch durch die Herstellung benötigter Bauprodukte.

"Gebäude tragen entscheidend zu unserer Lebensqualität bei, sie belasten andererseits die Umwelt zum Beispiel durch ihren Ressourcenverbrauch“, sagt Professor Thomas Lützkendorf, Leiter des Lehrstuhls Ökonomie und Ökologie des Wohnungsbaus am KIT und Mitorganisator der SBE19 in Graz. "Gebäude haben zudem nicht nur eine lange Nutzungsdauer, sie weisen auch lange Zyklen für Instandhaltung und Modernisierung auf. Gebäude, die wir 2025 errichten, werden 2050 nahezu unverändert noch stehen."

Die Grazer Deklaration fordert daher entschlossenes Handeln zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen ein. Insbesondere erinnert sie die Politik an ihre Rolle, für den Umweltschutz verbindliche und technologieoffene Anforderungen zu formulieren. Diese Anforderungen müssten sich bei konkreten Planungsaufgaben anwenden und umsetzen lassen. Ein formuliertes Ziel ist die Einführung von Budgets (vergleichbar einem Kostenrahmen) für die Treibhausgase im Lebenszyklus. Die Deklaration weist darüber hinaus auf den Bedarf an Förderprogrammen hin, die Maßnahmen zur Einsparung von Treibhausgasen honorieren sollen. Zielführend sei zudem auch eine angemessene infrastrukturelle und personelle Ausstattung der Bauforschung. Ergänzt wird die Deklaration durch Handlungsempfehlungen an die Immobilien- und Finanzwirtschaft sowie durch eine Selbstverpflichtung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie wollen mit ihrer Arbeit die Politik, die Wirtschaft und die Industrie beim Erreichen der Ziele unterstützen. Quelle: KIT

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Dämmung & Fenster
news-6605 Mon, 16 Sep 2019 07:12:00 +0200 Wohnungsmieten steigen langsamer https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/wohnungsmieten-steigen-langsamer-6605.html Die Mieten inserierter Wohnungen sind deutschlandweit im ersten Halbjahr 2019 gemessen am Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent gestiegen – auf 8,70 Euro pro Quadratmeter nettokalt. Im ersten Halbjahr 2018 betrug das Plus noch 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit verringerte sich der Preisanstieg leicht. Das geht aus einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor. In den Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern sind die Erst- und Wiedervermietungsmieten in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5 Prozent gestiegen. In Großstädten unter 500.000 Einwohnern legten die Angebotsmieten durchschnittlich um 3,6 Prozent zu. In den städtischen Kreisen – zumeist Umlandkreise der Großstädte – stiegen die Mieten inserierter Wohnungen im Schnitt um 4,5 Prozent, in den ländlichen Kreisen um 3,9 Prozent.

In Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern lag die durchschnittliche Miete für eine inserierte Wohnung im ersten Halbjahr 2019 bei 11,65 Euro pro Quadratmeter. Spitzenreiter bei den Angebotsmieten bleibt München. In der bayerischen Landeshauptstadt wurden Wohnungen für durchschnittlich 18,20 Euro pro Quadratmeter angeboten – das entspricht gemessen am Vorjahreszeitraum einem Plus von 3,7 Prozent. In fünf der sieben größten deutschen Städte verlangsamte sich der Anstieg – besonders deutlich in München und Hamburg.

Abseits der Ballungsräume finden Wohnungssuchende sehr viel günstigere Wohnungen. So wurden in Landkreisen wie Wunsiedel (Bayern), Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen), Görlitz (Sachsen), dem Vogtlandkreis (Sachsen) oder Holzminden (Niedersachen) Wohnungen im Schnitt für unter 5 Euro pro Quadratmeter angeboten.

Inzwischen liegen die Angebotsmieten in 48 von 401 Stadt- und Landkreisen durchschnittlich über zehn Euro pro Quadratmeter. In 99 Stadt- und Landkreisen betragen sie dagegen weniger als 6,00 Euro pro Quadratmeter. In den Metropolregionen München, Stuttgart und Frankfurt/Rhein-Main sind die Mieten nicht nur entlang der angrenzenden Landkreise überdurchschnittlich hoch, sondern auch im weiteren Umland. In den Metropolräumen Düsseldorf/Köln/Bonn und Berlin zahlen Mieter dagegen nur im engeren Umland mehr als im bundesweiten Durchschnitt. Quelle: DIW / pgl

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Finanzierung
news-6615 Fri, 13 Sep 2019 09:21:10 +0200 Energielabel für Heizungen werden angepasst https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/energielabel-fuer-heizungen-werden-angepasst-6615.html Am 26. September ändern sich Umfang und Farben der Skala auf den Energielabeln für Heizungen. Neue Heizungsanlagen erhalten nur noch dann das Label A+ oder besser, wenn sie erneuerbare Energien einbeziehen. Außerdem wird die neue Effizienzklasse A+++ eingeführt. Bei Heizungsanlagen kann grundsätzlich zwischen zwei Label-Varianten unterschieden werden. Es gibt eines für Einzelgeräte, also zum Beispiel ohne Regelung oder Solaranlage, und eines für Verbundsysteme. Am 26. September erfährt nun die erste Variante eine Modifikation: Während die Effizienzklassen E bis G wegfallen, kommt am oberen Ende der Skala die Klasse A+++ hinzu, berichtet das Institut für Wärme- und Öltechnik. Das Label reicht dann also vom grünen Bereich und A+++ bis zum roten Bereich der Klasse D.

"Für hocheffiziente Gas- und Öl-Brennwertgeräte, die eine nahezu vollständige Energieausnutzung haben, bleibt es bei der Effizienzklasse A", sagt Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO). „In Kombination mit Solarthermie oder anderen erneuerbaren Energien kann sich die Effizienzklasse auch noch weiter verbessern“, so Willig weiter. Hierbei kommt dann das sogenannte Paket- oder Verbundlabel zum Einsatz, das berücksichtigt, wenn die Anlage mit erneuerbaren Energien ergänzt wird. Dieses Label für die kombinierten Systeme weist bereits seit seiner Einführung im Jahr 2015 eine Klassifizierung von A+++ bis G auf.

Das Label soll dabei helfen, die Effizienz verschiedener Wärmeerzeuger zu vergleichen. Gelabelt werden zurzeit öl-, gas- und strombetriebene Heizsysteme sowie Festbrennstoffkessel, die mit Holz betrieben werden. Aber auch Wärmespeicher und Solarthermieanlagen werden mit den Aufklebern versehen. Während die Effizienz verglichen werden kann, kann das Label eins jedoch nicht: eine Aussage zu den tatsächlichen Energiekosten treffen. Darauf weist das IWO ausdrücklich hin. Beim Vergleich unterschiedlicher Effizienzlabel von Haushaltsgeräten sind Rückschlüsse auf die tatsächlichen Energiekosten möglich, da diese alle mit Strom betrieben werden. Bei Heizgeräten funktioniert das nicht, da sie mit unterschiedlichen Energieträgern betrieben werden, diese unterschiedliche Preise haben und somit nicht einfach miteinander vergleichbar sind. Quelle: IWO / sth

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Heizung & Warmwasser
news-6613 Fri, 13 Sep 2019 08:09:00 +0200 Studie: Elektromobilität stimuliert Bau von PV-Anlagen https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/studie-elektromobilitaet-stimuliert-bau-von-privaten-pv-anlagen-6613.html Eine aktuelle Studie von EuPD Research im Auftrag von E3/DC prognostiziert eine Vervierfachung der Neuinstallationen an privaten Photovoltaikanlagen in Deutschland bis 2035. Eine wesentliche Ursache dieser positiven Entwicklung sehen die Bonner Wirtschaftsforscher im zunehmenden Ausbau der Elektromobilität. Nach dem Tiefststand des jährlichen Photovoltaik-Zubaus in den Jahren 2014 und 2015 zeichnet sich mittel- und langfristig im Kleinanlagensegment ein stabiler Wachstumspfad ab, zeigt die Untersuchung von EuPD Research auf. Ausgehend von knapp 57.000 neuinstallierten PV-Kleinanlagen unter 10 kWp im vergangenen Jahr 2018 wird im Prognosehorizont 2035 eine Vervierfachung der jährlichen Neuinstallationen erwartet. Nahezu das gesamte Wachstum an PV-Kleinanlagen ist nach 2020 auf das Größensegment über 7 kWp zurückzuführen. Als Ursache dieses Trends der kontinuierlichen Zunahme der Anlagengröße bei PV-Neuinstallationen sehen die Analysten von EuPD Research insbesondere den steigenden Stromverbrauch der privaten Haushalte infolge der zunehmenden Elektrifizierung von Mobilität und Wärmeerzeugung. 

Während strombasierte Heizsysteme (i. d. R. Wärmepumpen) nahezu ausschließlich im Neubau installiert werden, ist die Installation eines Speichersystems und einer damit kommunizierenden Wallbox zum Laden eines Elektrofahrzeugs unabhängig vom Gebäudealter, was deren zukünftiges Potenzial deutlich erhöht. Gerade bei den größer ausgelegten PV-Anlagen kommt es darauf an, einen möglichst hohen Anteil des Solarstroms selbst zu nutzen. Im Bereich der E-Mobilität ist das in den meisten Fällen nur über ein leistungsfähiges Speichersystem möglich, weil das Fahrzeug tagsüber unterwegs ist und erst am Abend oder in der Nacht mit eigenem Strom geladen werden kann.

Während im vergangenen Jahr 2018 jede zwölfte PV-Kleinanlage in Kombination mit einer Wallbox installiert wurde, wurden davon wiederum bereits drei Viertel der PV-Wallbox-Anlagen auch mit einem Speichersystem ausgestattet. Der zukünftige Anstieg der Elektromobilität stimuliert in der Prognose von EuPD Research die Systemkombination aus PV-Anlage, Wallbox und Speicher deutlich. Entsprechend werden im Prognosehorizont des Jahres 2035 60 Prozent der Neuinstallationen an PV-Kleinanlagen als PV-Speicher-Wallbox-Kombination errichtet

„Verschiedene Befragungen unter Photovoltaik-Anlagenbesitzern haben in den vergangenen Jahren wiederkehrend bestätigt, dass das solare Laden des Elektromobils für private Haushalte eine sehr hohe Bedeutung besitzt. Sofern die Möglichkeit besteht, plant der Großteil der Kaufinteressenten für ein E-Auto auch mit der Anschaffung einer Solaranlage inklusive Wallbox“, erläutert Dr. Martin Ammon, Geschäftsführer der EuPD Research, die aktuellen Studienergebnisse. Quelle: E3/DC / sth

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Solarenergie
news-6597 Thu, 12 Sep 2019 07:23:00 +0200 Bundesgebäude fallen beim Klima-Check durch https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bundesgebaeude-fallen-beim-klima-check-durch-6597.html Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat erstmals Gebäude-Energieausweise der Bundesministerien und verglichen und deren Klimaverträglichkeit ermittelt. Das Ergebnis ist ernüchternd. Nur vier Ministerien genügen Klimaschutz, alle anderen Bundesgebäude haben erheblichen Sanierungsbedarf. Die DUH kritisiert, dass Bundesbehörden bei ihren Gebäuden mit schlechtem Beispiel vorangingen. Außerdem kontrollierten die Länder kaum, ob bei Bestandssanierungen die Energieeinsparverordnung eingehalten wird.

Von den 15 Dienstsitz-Gebäuden, deren Energieausweise die Deutsche Umwelthilfe (DUH) angefordert hatte, liegt überhaupt nur für acht ein aktueller Bedarfsausweis vor. Das zeigt eine Übersicht, die der Verband bei einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt hat. Demnach ist bei vier der Gebäude die Gültigkeit des Bedarfsausweises bereits abgelaufen, und für drei Gebäude existiert lediglich ein Verbrauchsausweis. „Aussagen zum Gebäude kann der Verbrauchsausweis gar nicht treffen“, sagte Lutz Badelt vom Energieberaterverband GIH, der beteiligt war.

Ausgewertet hat die DUH deshalb nur die Bedarfsausweise, ob nun abgelaufen oder nicht. Fünf Bundesgebäude haben einen Primärenergiebedarf von mehr als 140 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Eingerechnet sind dabei Heizwärme, Warmwasserbedarf und der Strom für die Beleuchtung. Diese fünf Gebäude ordnete DUH-Frau Paula Brandmeyer in die schlechteste von drei Gruppen ein und berief sich für die Bewertung auf die „Effizienzstrategie Gebäude“ der Bundesregierung von 2015. Das Schlusslicht ist das Familienministerium mit 211 Kilowattstunden pro Quadratmeter – obwohl das Gebäude erst 2009 gebaut worden war. Es folgt das Bundeskanzleramt mit 195 Kilowattstunden pro Quadratmeter auf dem – abgelaufenen – Energieausweis.

Im Mittelfeld befinden sich Arbeits-, Innen- und Verkehrsministerium mit Bedarfswerten zwischen 83 und 127 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Niedrige Werte erreichen das Forschungsministerium mit 36 Kilowattstunden pro Quadratmeter und das Umweltministerium, das Auswärtige Amt sowie das Landwirtschaftsministerium mit jeweils 67 beziehungsweise 68 Kilowattstunden pro Quadratmeter.

Gleiches Baujahr – völlig unterschiedlicher Energiebedarf

Barbara Metz von der DUH wies besonders auf den Unterschied zwischen dem auch für das Bauwesen zuständigen Innenministerium und dem Forschungsministerium hin: Obwohl beide Gebäude im Jahr 2014 gebaut worden seien, benötige das eine nur 36, das andere dagegen 115 Kilowattstunden Primärenergie.

Metz weiter: „Exemplarisch haben wir bei zwei Häusern die nachgeordneten Behörden abgefragt, und zwar beim Innenministerium und beim Verkehrsministerium. Nur zwei von diesen Behörden konnten den Energieausweis vorlegen.“ Nämlich ein Haus des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung (164 Kilowattstunden pro Quadratmeter) und der Bonner Standort der Bundeszentrale für politische Bildung (212 Kilowattstunden pro Quadratmeter). Für die zwölf anderen Gebäude nachgeordneter Behörden wurde mit unterschiedlichen Begründungen kein Energieausweis vorgelegt, darunter für das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr.

Das Fehlen des Ausweises kommentierte Paula Brandmeyer so: „Ohne den Energieausweis besteht auch kein Wissen über den energetischen Zustand der Gebäude und anscheinend dann auch keine Absicht, diesen zu verbessern.“ Als weiteres Indiz für den mangelnden Willen sieht Brandmeyer den sogenannten energetischen Sanierungsfahrplan für die Bundesliegenschaften (ESB).

Sanierungsfahrplan wird nicht umgesetzt

„Seit 2012 geplant, seit 2015 in Schublade, bleibt der energetische Sanierungsfahrplan für die Bundesliegenschaften unter Verschluss, wird nicht verabschiedet und auch nicht umgesetzt. Die Sanierungen sind aus der Sicht des Finanzministeriums zu teuer.“ Brandmeyer bezeichnete das als „kurzsichtig“ und forderte, den Sanierungsfahrplan „endlich“ zu beschließen. Beim Bau neuer Gebäude müsse die öffentliche Hand ihrer Vorbildfunktion nachkommen und ab dem Jahr 2020 nach Passivhaus-Niveau oder als Plus-Energie-Gebäude bauen.

Unzufrieden ist die DUH auch mit dem Vollzug der Energieeinsparverordnung bei Bestandsgebäuden allgemein. Wenn Gebäude grundlegend verändert werden, gibt es die Pflicht, den Wärmeschutz zu verbessern. Diesen Vollzug sollen die Bundesländer kontrollieren. Die DUH habe bei allen 16 Ländern nachgefragt, sagte Paula Brandmeyer, und „Bremen konnte als einziges Bundesland Zahlen zu unseren Fragen nennen.“ Dort seien im Jahr 2018 sechs Stichproben gemacht und keine Verstöße gegen die Energieeinsparverordnung festgestellt worden.

Die fünfzehn anderen Bundesländer machten entweder keine Angaben zu dem kleinen DUH-Fragekatalog – der Verband hatte unter anderem auch nach den personellen Kapazitäten gefragt – oder ließen verlauten, es würden keine Stichprobenkontrollen durchgeführt. Das Land Berlin machte sich nicht einmal die Mühe zu anworten.

DUH: Chronologie des Scheiterns

Was den Klimaschutz im Gebäudesektor angeht, sprach Barbara Metz von einer „Chronologie des Scheiterns“ und legte zwei eng beschriebene Seiten vor, auf denen jeweils mit Datum aufgelistet wird, wie eine steuerliche Förderung der energetischen Sanierung seit Juni 2008 in Bundesrat, Bundestag und auf der Regierungsebene verschoben beziehungsweise abgelehnt wurde. Eine weitere Seite zeichnet das Gleiche für das Gebäudeenergiegesetz (GEG) auf, wobei hier schon der Entwurf „nicht im Entferntesten“ die Klimaschutzanforderungen adressiere.

Metz: „Wir brauchen den KfW-40-Standard für die Neubauten. Denn Gebäude, die heute errichtet werden, können nicht vor 2050 noch einmal wirtschaftlich saniert werden. Das wäre aber nötig, wenn man wirklich nach dem Standard, der heute in der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben ist, saniert.“ Metz forderte auch im Bestand ordnungsrechtliche Maßnahmen – unter anderem „die verpflichtende Erstellung von Sanierungsfahrplänen bei Verkauf oder Neuvermietung“.

Sie kritisierte außerdem, dass noch im vergangenen Jahr 17.400 Ölheizungen mit einem Aufwand von 40 Millionen Euro staatlich subventioniert worden seien. Nicht nur ein Ende dieser Förderung will die DUH, sondern „dass ab 2020 keine Ölheizungen mehr eingebaut werden dürfen“ sowie ab 2025 auch keine Gasheizungen mehr. von Alexander Morhart

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Finanzierung
news-6609 Thu, 12 Sep 2019 06:40:00 +0200 Studie zeigt: Hochwertige warme Kante spart Energie https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/studie-zeigt-hochwertige-warme-kante-spart-energie-6609.html Eine vom Dichtstoff-Experten Dow und Swisspacer – einem Spezialist für Warme Kante-Abstandhalter aus der Schweiz – initiierte Studie zeigt: Durch eine optimale Kombination von Dichtstoff und Abstandhalter lässt sich der Ucw-Wert einer Fassade um mehr als 15 Prozent verbessern – ohne das Fassadendesign zu verändern. Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Rosenheimer Ingenieurbüro Bauwerk. Vor dem Hintergrund immer höherer Anforderungen an die Energieeffizienz von Glasfassaden rückt der Randverbund von Mehrscheibenisolierglas und speziell auch Structural Glazing-Anwendungen immer mehr in den Blickpunkt, berichten die Unternehmen. Denn während die U-Werte des Glases selbst kaum noch wirtschaftlich zu optimieren seien, bestehe bei den eingesetzten Dichtstoffen und Abstandhaltern noch deutliches Potenzial.

Im Rahmen der Studie wurden unterschiedliche Fassadenkonstruktionen mit einem marktüblichen Polyurethan(PU)-Dichtstoff, mit einem Standard-Silikon-Dichtstoff sowie der patentierten Silikon-Technologie Dowsil 3364 Warm Edge IG Sealant von Dow untersucht – jeweils kombiniert mit einem Edelstahl-Abstandhalter oder dem Swisspacer Ultimate. Die Ergebnisse seien eindeutig, so die Unternehmen. So erreiche die Dowsil-Dichttechnik in Verbindung mit dem Swisspacer Ultimate in einem Dreifachisolierglas (40 mm) einer Aluminium-Fassadenkonstruktion (100 mm Profiltiefe, Elementgröße: 1x2 m) einen Ucw-Wert von 0,846 W/m2K – dies bedeutet einen um mehr als 13 Prozent geringeren Wärmedurchgangskoeffizienten im Vergleich zur Verwendung eines Edelstahl-Abstandhalters. Mit einem herkömmlichen PU-Dichtstoff und dem Edelstahl-Abstandhalter erziele die gleiche Fassaden-Konstruktion sogar lediglich einen Ucw-Wert von 1,002 W/m2K – die energetische Gesamt-Performance der High-End-Lösung ist somit über 15 Prozent besser. Der Ucw-Wert gibt den Wärmedurchgangskoeffizient von Vorhangfassaden wieder. Er wird nach DIN EN ISO 12631 ermittelt.

Im Vergleich zu herkömmlichem Dichtstoff und einem Edelstahl-Abstandhalter führt die High-End-Lösung der Studie zufolge außerdem zu einer um 2 Grad höheren Temperatur an der Glasinnenseite. Bei Normklima (Raumtemperatur 20°C und rel. Luftfeuchte 50 Prozent) fällt bei diesem Aufbau erst ab -49°C Außentemperatur Tauwasser aus. Quelle: Swisspacer /sth

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Dämmung & Fenster
news-6603 Wed, 11 Sep 2019 07:23:00 +0200 Beck+Heun veröffentlicht Fenster-Sanierungsatlas https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/beck-heun-veroeffentlicht-fenster-sanierungsatlas-6603.html Der Fensteraustausch in der Sanierung stellt planende und ausführende Gewerke vor eine ungleich höhere Herausforderung als im Neubau. In der Modernisierung sind praxisnahe Arbeitshilfen Mangelware. Diese Lücke schließt Beck+Heun mit dem Fenster-Sanierungsatlas, der in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Prof. Dr. Hauser und der BASF verfasst wurde. Das Papier vermittelt das nötige Grundlagenwissen und bietet einen Überblick über die Lösungsansätze zur anforderungsgerechten energetischen Fenstersanierung. Adäquate Produkte für die Sanierung der Anschlussstellen rund um das Fenster werden ebenfalls erläutert. Das 190-seitige Nachschlagewerk mit detaillierten Berechnungstabellen und Ausführungsbeispielen ist kostenfrei erhältlich.

Als Hersteller von Beschattungs-, Dämm- und Lüftungssystemen rund um das Fenster verfügt Beck+Heun über umfassende Erfahrung im Fensteraustausch als Einzelmaßnahme. Um daraus eine Arbeitshilfe für Architekten, Planer, Verarbeiter und Energieberater zu machen, wurde sich zunächst mit der Frage befasst, welche gängigen Einbausituationen es insgesamt gibt und welche Maßnahmen im ungünstigsten Fall getroffen werden müssen. Es folgte eine übliche Unterteilung in Baualtersklassen sowie die Auflistung der gängigen Mauerwerksstärken und Einbausituationen rund um das Fenster. Letztlich wurden umfangreiche Worst-Case-Berechnungen erstellt und im Fenster-Sanierungsatlas veranschaulicht.

Anhand dieser Parameter kann hergeleitet werden, ob beim Fensteraustausch eine begleitende Maßnahme durchgeführt werden muss. Ist dies der Fall, wird im nächsten Schritt ein Sanierungssystem gewählt, um den hygienischen Mindestwärmeschutz des Fensteranschlusses sicherzustellen.

Die im Fenster-Sanierungsatlas genannten Anforderungen an die Altbausanierung decken sich mit den allgemein anerkannten Regeln der Technik für die Fenstermontage im Neubau (ift Institut für Fenstertechnik und RAL-Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren e.V. 2014): raumseitige Luftdichtheit, Schall- und Wärmeschutz zwischen Fenster und Baukörper sowie außenseitiger Wetterschutz. Davon werden fünf bauphysikalische Anforderungen abgeleitet: Luftdichtheit, Wärme- und Schallschutz, Mindestwärmeschutz und Feuchteschutz. Da es um den speziellen Fall der Sanierung geht, wird in dem Nachschlagewerk von Beck+Heun dem hygienischen Mindestwärme- und Feuchteschutz eine höhere Gewichtung beigemessen.

Denn während die Anforderungen an die Luftdichtheit und den Schallschutz in der Regel bereits durch den Einbau dichtschließender Fenster erfüllt seien, wird in der Einleitung erläutert, reduziere sich dadurch jedoch der unkontrollierte Luftwechsel. Das wiederum habe eine Erhöhung der Raumluftfeuchte und des Risikos der Schimmelbildung zur Folge. Der Bereich der Wärmebrücken sei an dieser Stelle gesondert zu betrachten. Aus diesem Grund greift der Fenster-Sanierungsatlas besonders weit: Es schließt alle Anschlussstellen rund um das Fenster, den Übergang zwischen den verschiedenen Baukörpern und die Konzeption einer normgerechten Wohnraumlüftung mit ein. Quelle: Beck + Heun / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6606 Wed, 11 Sep 2019 06:49:00 +0200 Heizenergieverbrauch ist 2018 deutlich gestiegen https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/heizenergieverbrauch-ist-2018-deutlich-gestiegen-6606.html Die deutschen Privathaushalte haben im Jahr 2018 klima- und witterungsbereinigt rund zwei Prozent mehr Heizenergie verbraucht als im Vorjahr und wegen stagnierender Energiekosten auch entsprechend mehr bezahlt. Das geht aus dem "Wärmemonitor 2018" hervor. Den Wärmemonitor erstellt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) jährlich auf Grundlage von Daten des Energiedienstleisters Ista Deutschland. Die Berechnungen basieren auf den Heizkostenabrechnungen von 300.000 Mehrfamilienhäusern in Deutschland.

"Der seit 2015 steigende Bedarf ist ein alarmierendes Signal – vor allem für den Klimaschutz", stellt Studienautorin Puja Singhal fest. Die DIW-Ökonomin und ihr Kollege Jan Stede haben errechnet, dass der Heizenergiebedarf pro Quadratmeter seit 2015 um rund sechs Prozent gestiegen ist und nun sogar wieder das Niveau des Jahres 2010 übersteigt.

Der Energiebedarf pro Quadratmeter im Westen lag im Jahr 2018 um gut sieben Prozent höher als im Osten. Der Unterschied im Heizverhalten zwischen den beiden Landesteilen hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr leicht ausgeweitet. Den höchsten Bedarf verzeichnete der Südwesten von Schleswig-Holstein, den niedrigsten die Region um Rostock. Nach Bundesländern hält das Saarland den Heizrekord, am wenigsten wird in Mecklenburg-Vorpommern verbraucht.

Dass in Ostdeutschland weniger geheizt wird als im Westen, liegt auch daran, dass in den Jahren nach der Wende sehr viele Mehrfamilienhäuser in den neuen Bundesländern energetisch saniert wurden.

Erstmals hat der "Wärmemonitor" für einen Teil der von ista betreuten Gebäude auf Basis von Energieausweisen die langfristige Entwicklung bei der energetischen Sanierung von Wohngebäuden untersucht. Zwischen 1992 und 2000 lag demnach der Anteil der jährlich sanierten Gebäudehüllen in Ostdeutschland zwischen ein und vier Prozent. Im Westen dagegen ist er seit 1992 von nur 0,3 Prozent auf knapp ein Prozent gestiegen, seit 2016 fällt die Quote allerdings wieder leicht.

"Um den Energiebedarf bei Wohngebäuden im Durchschnitt signifikant zu reduzieren, müsste die jährliche Rate deutlich über ein Prozent liegen. Die politischen Bemühungen und steuerlichen Anreize der vergangenen Jahre reichen offensichtlich nicht aus, um sie über diese Schwelle zu hieven. Die Rate von bis zu vier Prozent in Ostdeutschland in den neunziger Jahren zeigt hingegen, was möglich wäre", sagt Studienautor Jan Stede.

Ölpreise rasant gestiegen

Erstmals seit 2013 hat sich im vergangenen Jahr der steigende Bedarf auch in den Heizausgaben je Quadratmeter niedergeschlagen. Die in den vergangenen Jahren stetig fallenden Preise für Öl und Gas hatten bisher dafür gesorgt, dass die Menschen in Deutschland weniger für Heizenergie ausgegeben haben, obwohl der Bedarf leicht stieg. Doch im Jahr 2018 stagnierten im Schnitt seit vielen Jahren erstmals die abgerechneten Heizenergiekosten: Für Heizöl mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher zwar neun Prozent mehr ausgeben, für Gas aber vier Prozent weniger als im Jahr 2017. Da rund die Hälfte der Mehrfamilienhäuser mit Gas heizt, nur ein Viertel mit Öl, erhöhten sich im Durchschnitt die Preise nicht. Wer jedoch mit Öl heizt, wird die stark gestiegenen Preise finanziell deutlich gespürt haben. Und die Kosten werden weiter zunehmen: Steigende Ölpreise schlagen sich erst mit Verzögerung in den Heizausgaben nieder.

"Die steigenden Kosten könnten allerdings auch den positiven Effekt haben, dass die Haushalte wieder etwas bewusster heizen. Nirgendwo kann der Einzelne mehr für den Klimaschutz tun als beim Heizen in den eigenen vier Wänden", kommentiert Thomas Zinnöcker, CEO der Ista, die Studienergebnisse.

Das Heizen ist für rund ein Fünftel der deutschen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Umso wichtiger ist im Sinne des Klimaschutzes, dass der Verbrauch reduziert wird. Die aktuell diskutierte CO2-Steuer könnte dazu einen Beitrag leisten. Doch nicht nur EndverbraucherInnen sind bei Einsparung gefragt; in der Pflicht stehen auch die Wohnungseigentümer und die Politik. "Die Anstrengungen in der energetischen Gebäudesanierung müssen dringend erhöht werden", fordern Puja Singhal und Jan Stede. "Bei Modernisierungen sollte künftig verstärkt darauf geachtet werden, dass diese tatsächlich Heizenergie einsparen und Mieter von niedrigeren Warmmieten profitieren. Besonders wichtig ist dies bei einer staatlichen Förderung von energetischen Sanierungen." Quelle: DIW / sth

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Heizung & Warmwasser
news-6612 Tue, 10 Sep 2019 09:43:00 +0200 SPD und Grüne wollen Stopp für Ölheizungen https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/spd-und-gruene-wollen-stopp-fuer-oelheizungen-6612.html Heizungen auf Basis fossilser Energien geraten vor dem Klimagipfel in die Kritik. In der Diskussion sind ein Ende der Förderung beim Heizungstausch, ein Verbot für neue Installationen und eine Abwrackprämie. Umweltministerin Svenja Schulze hat klargestellt, dass Apelle an die Vernunft alleine nicht genügen, um eine CO2-Redultion zu erreichen. Wirklich festgelegt hat sie sich aber noch nicht. "Wir sollten zum Beispiel sagen: Für die nächsten zehn Jahre helfen wir euch beim Umrüsten alter Ölheizungen, danach sind sie komplett verboten." Bestehende Ölheizungen sollen aber weiter betrieben werden dürfen. Die zeitlich limitierte Förderung soll Druck aufbauen, damit Hausbesitzer jetzt handeln. Die Bestandsgarantie könnte aber zur Folge haben, dass alte und nicht effizienten Anlagen immer wieder repariert und nicht gegen umweltfreundlichere getauscht werden.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte eine Abwrackprämie zur Diskussion gestellt, sie solle den Menschen helfen, sich  neue Heizungen anschaffen zu können. Für Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung ist das ein Öko-Remix von 2008, als der Staat Geld für die Autoindustrie ausschüttete. Sie fordert als ersten Schritt einen Ausstieg aus der Förderung. "Effektiver wäre es, den Einbau neuer fossiler Heizungen zu untersagen", fordert sie. Derzeit gibt es Förderung des Heizungstauschs auch dann, wenn eine alte Öl- oder Gasheizung gegen eine neue, effizientere getauscht wird. Das sorge für eine Verringerung des CO2-Ausstoßes, argumentiert die Heizungsindustrie. Ulf Sieberg, Leiter des Berliner Büros des Vereins CO2-Abgabe, fordert, eine Abwrackprämie mit einem klaren Ausstiegsdatum aus fossilen Heizungsanlagen zu kombinieren und die Förderung degressiv auszugestalten.

Die Grünen haben schon 2017 gefordert, die staatliche Subventionierung neuer Öl- oder Gasheizungen über die KfW einzustellen. Ab 2021 sollen  "kaum noch Heizungen im Neubau zum Einsatz kommen, die auf fossile Brennstoffe angewiesen sind". Außerdem soll nach dem Vorbild Baden-Württembergs der Einsatz erneuerbarer Energien auch im Gebäudebestand anteilig verpflichtend werden, wenn ohnehin ein Austausch der Heizungsanlage erforderlich ist.

Massiver Widerspruch kommt vom Lobby-Verband Institut für Wärme und Öltechnik (IWO). Der Verband warnt vor Verunsicherung durch die Debatte, "Menschen, die befürchten, das Falsche zu tun, machen aber erst einmal gar nichts. Mit solch einem Attentismus ist dem Klimaschutz am wenigsten geholfen“, erklärt IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. Er fordert eine Gleichbehandlung der Wärmeträger. Im Rahmen des EU-Energieeffizienzlabels erhalten Öl-Brennwertgeräte mit „A“ eine gleich gute Bewertung wie zum Beispiel Gas-Brennwertkessel. "Warum die eine Technologie nun verboten werden soll, ist nicht nachvollziehbar", betont Willig. "Viel sinnvoller wäre die Einführung einer Umweltprämie, die die Kombination mit zusätzlichen erneuerbaren Energien in Form eines Hybridsystems belohnt." pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6611 Tue, 10 Sep 2019 08:57:25 +0200 Niedrige Zinsen machen Erneuerbare wettbewerbsfähig https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/niedrige-zinsen-machen-erneuerbare-wettbewerbsfaehig-6611.html Forschende der ETH Zürich und des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung haben in Szenarien untersucht, welche Folgen es für regenerative Energien hat, sollte das derzeit sehr niedrige Zinsniveau steigen. Das Ergebnis: Das Zinsniveau ist von entscheidender Bedeutung für das Erreichen von Netzparität. Bei bei steigenden Finanzierungskosten werden sich regenerative Energien überdurchschnittlich verteuern. Die Forscher sprechen sich daher dagegen aus, die Instrumente zur Förderung regenerativer Energien abzuschaffen. In vielen europäischen Ländern, beispielsweise Spanien und Deutschland, sind in den vergangenen beiden Jahren Photovoltaik-Anlagen entstanden, die ohne Subventionen auskommen und im Markt bestehen können. Diese Konkurrenzfähigkeit des Ökostroms basiert einerseits auf reiferer Technologie und höheren Stückzahlen, was die Kosten senkt. Andererseits – und das wird oft übersehen – haben ebenso die tiefen Kapitalkosten dazu beigetragen. Denn die niedrigen Zinsen erhöhen die Wirtschaftlichkeit der Alternativenergie.

Tiefere Kosten dank niedrigen Zinsen

Doch was passiert, wenn die Zinsen steigen? Dieser Frage sind ETH-Forscher in zwei Studien nachgegangen. Da erneuerbare Energien kapitalintensiver sind als fossile Energieträger, nehmen bei steigenden Zinsen deren Kosten stärker zu. Als Folge verlieren sie an Attraktivität. "Erneuerbare Energien sind jetzt sehr günstig, aber bei höheren Zinsen nicht mehr zwingend", sagt Tobias Schmidt, Professor für Energiepolitik. Untersuchungen von 133 Photovoltaik- und Windkraftprojekten in Deutschland in den letzten 18 Jahren hätten gezeigt, dass die gesunkenen Stromgestehungskosten zum Beispiel bei Windkraft zu etwa 25 Prozent durch niedrigere Finanzierungskosten begründet seien.

"Erneuerbare Energie ist auch aufgrund stark verbesserter Finanzierungsbedingungen billiger geworden", sagt Bjarne Steffen, Co-Autor der Studie. Umgekehrt heisst das, dass sich regenerative Energie bei steigenden Finanzierungskosten überdurchschnittlich verteuert.

Die ETH-Forscher haben zusammen mit einem Team vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in einer Studie, die jetzt in "Nature Sustainability" veröffentlicht worden ist, verschiedene Zinsszenarien durchgerechnet. Sollten die Zinsen wieder ein Niveau wie vor dem Ausbruch der Finanzkrise erreichen, nähmen in Deutschland die Stromgestehungskosten für Solaranlagen um 11 Prozent und für Windkraftprojekte um 25 Prozent zu – mit entsprechenden Folgen für die Konkurrenzfähigkeit.

In einem Szenario eines moderaten Zinsanstiegs würden die – wegen zunehmenden Wissens und besserer Technologie – tieferen Kosten für Solarenergie-Anlagen durch die höheren Zinskosten aufgewogen. Bei Windkraftwerken gehen die Schätzungen davon aus, dass die Stromgestehungskosten in einem Szenario moderat steigender Zinsen um 9 Prozent zunehmen würden.

Die Instrumente für alternative Energien nun abzuschaffen, wie es in der EU zurzeit überlegt wird, halten die ETH- und PIK-Forscher für eine gefährliche Strategie. Im Fall steigender Zinsen würde sich das kontraproduktiv auswirken und die für das Klima notwendige Emissionsreduktion von CO2 wäre gefährdet. "Die positive Entwicklung bei den erneuerbaren Energien sollte man nicht aufs Spiel setzen", betont Schmidt. Er spricht sich dafür aus, weiterhin an marktwirtschaftlichen Instrumenten wie Auktionen für Grossanlagen zur Erzeugung regenerativer Energie festzuhalten. Damit soll der wettbewerbsfähigste Anbieter zum Zug kommen. Solange das Zinsniveau auf tiefem Niveau verharrt, bleiben die Erneuerbaren so subventionsfrei.

Die Studienautoren bejahen zudem einen Mindestpreis für die Emissionszertifikate im europäischen Emissionshandelssystem. Dies würde den Umstieg von fossiler auf erneuerbare Energie beschleunigen, indem so Preisstürze für klimaschädliche CO2 –Emissionen in Zukunft ausgeschlossen wären. Höhere Finanzierungskosten würden dann den Übergang zu regenerativer Energie weniger gefährden. Quelle: ETH Zürich/sth

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Solarenergie
news-6608 Tue, 10 Sep 2019 08:07:00 +0200 IFA: Smart-Home-Hersteller kämpfen gegen Misstrauen https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/ifa-smart-home-hersteller-kaempfen-gegen-misstrauen-6608.html Weil die Energiekosten immer weiter steigen, stellen sich Hausbesitzer zunehmend die Frage: Wie lassen sich unnötige Kosten einsparen? Großes Potenzial bietet das Smart Home, also miteinander vernetzte Geräte fürs intelligente Energiemanagement. Bei der noch bis Mittwoch geöffneten Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin fahren Gerätehersteller deshalb mit den ganz großen Lösungen auf. Und die sind überraschend kompatibel. Ob das mehr Vertrauen in Smart-Home-Systeme schafft? Der Elektronikhersteller LG zeigt zum ersten Mal öffentlich seine Anlange zum smarten Energiemanagement namens „ThinQ Home Energy Solution“. Zum Gesamtpaket gehören spezielle Photovoltaikmodule des Herstellers, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sowie ein Energiespeichersystem für überschüssige Solarenergie. Damit vereint LG, was bisher einzelne Geschäftseinheiten vertrieben haben. Das Besondere: Wie schon die Fernseher und Waschmaschinen des Herstellers lässt sich auch die Luft-Wasser-Wärmepumpe über LGs eigene Smartphone-App „ThinQ“ steuern – je nach Heizbedarf des Hausbesitzers.

Und auch Panasonic stellt die neueste Generation seiner vernetzten Luft-Wasser-Wärmepumpe vor. Ähnlich wie bei LG kann die Anlage hier mit einer Solaranlage auf dem Dach kombiniert werden. Damit schafft auch Panasonic ein Angebot für eine nachhaltige Energie- und Warmwasserversorgung, die sich mit dem Smartphone per Fernzugriff steuern lässt. Denn gleichzeitig bieten die Japaner eine Cloud-Anwendung, mit der Hausbewohner etwa von überall aus die Solltemperatur anpassen oder die Heizstatistiken auslesen können.

Zwar geben die Hersteller jeweils eigene Apps heraus. Die Zeiten, in denen die Anbieter ihre Systeme vor der Konkurrenz abschotten, scheinen aber langsam vorbei zu sein. Die Anlage von LG lässt sich etwa in die Smart-Home-Anwendungen von Google und Apple einbinden, so wie mittlerweile viele andere auch. Panasonic arbeitet unter anderem mit dem mittlerweile verbreiteten KNX-Standard. Über ein KNX-Bussystem lassen sich dann alle kompatiblen Geräte vernetzen.

Skepsis ist bei Smart Homes hoch

Das scheint auch notwendig, wenn Hersteller die Akzeptanz für ihre Geräte erhöhen wollen. Denn viele Hausbesitzer haben nach wie vor noch kein Interesse an Smart-Home-Technik. Das zeigen jedenfalls Umfragen wie etwa von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft „co2online“ für die Kampagne „Mein Klimaschutz“ des Bundesumweltministeriums. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) aller Befragten wollen demnach noch gar keine Smart-Home-Geräte nutzen. „Die Umfragen zeigen, dass vielen Verbrauchern das Sparpotenzial durch Digitalisierung noch immer nicht bewusst ist“, sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. „Vor allem beim Heizen können Smart-Home-Geräte helfen, die Kosten und den CO2-Ausstoß zu senken.“

Dafür müssen es nicht gleich die großen Anlagen von LG und Panasonic sein. Zahlreiche Hersteller bieten auch kleine Lösungen zum Nachrüsten an, darunter smarte Adapter für Heizkörper. Der Funktionsumfang variiert jedoch stark: Günstige Geräte lassen sich zumeist per Klick auf dem Smartphone steuern. Hochpreisige Komponenten bieten einen umfangreichen adaptiven Modus. Die Thermostate sind beispielsweise mit Sensoren an den Fenstern vernetzt oder prüfen anhand der Standortfunktion von Smartphones, ob die Bewohner noch im Haus sind, um die Heizleistung automatisch anzupassen.

Im August hat sich die Stiftung Warentest die smarten Heizkörperthermostate angeschaut. Zu den besten Geräten gehören die Steuerungselemente von Bosch, der Telekom und Homeatic IP. Testsieger und zugleich günstigster Anbieter war das Modell der Marke Fritz von AVM. Hier lagen die Kosten zur Umrüstung für einen Modellhaushalt bei 425 Euro. Der Heizkörperregler lässt sich per Smartphone steuern, außerdem können Hausbewohner ein Zeitprogramm einstellen. Für das erste Quartal 2020 hat AVM zudem eine neue Smart-Home-App angekündigt, die die Steuerung übersichtlicher gestalten soll. Bislang müssen Kunden die Fritz-Geräte über die bisherige App oder das Menü des Festnetztelefons anwählen.

Smarte Thermostate sind nach zwei Jahren rentabel

Mit smarten Thermostaten an Heizkörpern lassen sich bei 110 Quadratmetern Wohnfläche im Schnitt immerhin etwa 135 Euro pro Jahr sparen und 450 Kilogramm CO2 vermeiden.  Das zeigen Berechnungen des Bundesumweltministeriums. Um diese Menge CO2 zu kompensieren, wären 36 Bäume nötig. Der Wechsel von herkömmlichen zu smarten Thermostaten kann sich bei durchschnittlichen Anschaffungspreisen innerhalb von zwei Jahren rentieren.

Sorgen macht vielen Verbrauchern aber der Datenschutz und die Sicherheit. Unternehmen könnten nicht nur wertvolle Daten zum gesamten Lebensstil der Hausbewohner sammeln und womöglich verkaufen. Weil die Geräte miteinander vernetzt sind, lässt sich sensible Infrastruktur wie die Energieversorgung des Hauses theoretisch auch von außen angreifen. Die Hersteller wissen das – und versuchen die Sicherheitsrisiken zu minimieren. Beim österreichischen Anbieter von Gesamtlösungen, Loxone, steuert etwa ein zentraler Miniserver im Haus die Beschattung und Heizungssteuerung. Smartphone und Tablet kommunizieren ausschließlich mit dem zentralen Gerät, auch die anfallenden Daten werden auf dem Miniserver gespeichert und nicht in einer Cloud abgelegt. Das gilt aber nur solange, wie keine Geräte oder Anwendungen von externen Anbietern eingebunden werden. Kompatibilität und Sicherheit: Das lässt sich derzeit nur schwer vereinbaren.

Tech-Konzerne punkten mit Sprachsteuerung

Vor allem an den Großen scheint es langfristig kaum ein Vorbeikommen zu geben. US-Konzerne wie Google, Apple und Amazon bieten mittlerweile eine eigene App an, die wiederum die Funktionen einiger Hersteller-Apps und deren Geräte bündeln. Die Luft-Wasser-Wärmepumpen von LG und Panasonic lassen sich ebenso einbinden wie zahlreiche Lösungen zum Nachrüsten. Apples Home Kit akzeptiert heute mehr als 30 verschiedene Thermostate und fünf Jalousiemodelle. Ähnlich viele Geräte zur Energiesteuerung unterstützt auch Amazon. Und Google Home ist derzeit mit mehr als zehn Anwendungen anderer Anbieter kompatibel.

Der Grund für die Bereitschaft der Hersteller, sich gegenüber den US-Firmen zu öffnen, dürfte vor allem in der Spracherkennung liegen. Denn Tech-Konzerne wie Google, Apple und Amazon haben es mit ihren Sprachboxen bereits in zahlreiche Wohnzimmer geschafft. Lassen sich externe Smarthome-Geräte auch per Sprachbefehl steuern, haben Hersteller schließlich ein weiteres Verkaufsargument. von Laurin Meyer

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Heizung & Warmwasser
news-6588 Mon, 09 Sep 2019 08:26:00 +0200 Bafa erhöht Gebühren für Effizienzexperten https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/bafa-erhoeht-gebuehren-fuer-effizienzexperten-6588.html Energieberaterinnen und Energieberater, die staatlich geförderte Beratung anbieten wollen müssen sich in der von der Deutschen Energieagentur (Dena) verwalteten Energieeffizienzexpertenliste eintragen lassen. Das wird ab Oktober teurer. Der Energieberaterverband GIH lehnt das ab. Die Begründung der Dena: Man habe die Services erweitert, der Bearbeitungs- und Prüfungsaufwand solle künftig kostendeckend gestaltet werden.

Jetzt gibt es modulare Beiträge, die den Aufwand abbilden sollen. Themenverwandte Eintragungskategorien sind in Modulen zusammengefasst: Modul 1 für  Wohngebäude umfasst Energieberatung für Wohngebäude (BAFA),  Energieeffizient Bauen und Sanieren – Wohngebäude (KfW). Zu Modul 2 für Nichtwohngebäude gehören Energieberatung im Mittelstand (BAFA), Energieberatung für Kommunen (BAFA) und Energieeffizient Bauen und Sanieren - Nichtwohngebäude (KfW).

Wer sich in Kategorien aus beiden Modulen in die Liste eintragen lässt, wird in beiden Suchen der Expertenliste eingetragen und kann sowohl von Privaten als auch von Unternehmen und Kommunen gefunden werden.

Neu sind die Trennung in Eintragungsbeitrag und Jahresbeitrag pro Modul.

Die einmalige Eintragung in die Liste kostet pro Modul 100 Euro. Eine Eintragung über Gebäudereferenzen kostet in der neuen Beitragsstruktur einmalig 200 Euro. Die Prüfung von Referenzen ist für die Dena zeitaufwändiger als die Prüfung von Weiterbildungszeugnissen. Die Kosten für diesen erhöhten Prüfaufwand sollen nicht von allen getragen werden. Sie sollen stattdessen stärker auf diejenigen entfallen, die diese Möglichkeit in Anspruch nehmen und damit im Regelfall auch die Kosten für eine Weiterbildung sparen können. 

Der Sockelbetrag für die Eintragung liegt bei 70 Euro. Pro Modul fallen zusätzlich 50 Euro im Jahr an. Nebenadressen kosten zukünftig 10 Euro im Jahr.

Wer nur für ein Modul eintragen ist, zahlt 70 Euro Sockelbeitrag und 50 Euro für ein Modul, insgesamt also 120 Euro. Bei zwei Modulen sind es 170 Euro.

Für den Energieberaterverband GIH  ist "der Mehrwert derzeit nicht erkennbar", so der Vorsitzende Jürgen Lepppig. Wichtig sei dem GIH insbesondere, dass die Plattform für Energieexperten nicht aufgeweicht werde. Das Bundeswirtschaftsministerium plant, dass Handwerksmeister, die keine Energieberaterprüfung nach EnEV § 21 gemacht haben zukünftig KfW-Einzelmaßnahmen in ihrem Gewerk unterzeichnen dürfen. Dies lehnt der GIH  ab. von Pia Grund-Ludwig

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Finanzierung
news-6590 Sun, 08 Sep 2019 09:38:00 +0200 Grüne fordern Reduzierung der EEG-Rabatte https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/gruene-fordern-reduzierung-der-eeg-rabatte-6590.html Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik vün Bündnis 90/Die Grünen hat die Bundesregierung nach den eingegangenen Anträgen von Unternehmen auf Befreiung oder Reduzierung der EEG-Umlage für 2020 gefragt. Mehr als 2000 Anträge liegen vor. Wie aus den Anträgen von Unternehmen hervorgeht, soll weiterhin jede fünfte Kilowattstunde in Deutschland von der EEG-Umlage ganz oder teilweise befreit werden. Die insgesamt betroffene Strommenge liegt wie im vergangenen Jahr bei rund 120 Terawattstunden. Das entspricht einem Fünftel des gesamten Bruttostromverbrauchs in Deutschland.

Zu den privilegierten Unternehmen gehören neben zahlreichen Betrieben der Grundstoffindustrie unter anderem auch Schlachtereien und fleischverarbeitende Unternehmen, Futtermittelhersteller, Kartoffelverarbeitungsbetriebe, Hersteller von Plastikverpackungen, Molkereien, Großbäckereien, Süßwaren- und Getränkehersteller.

"Die Kosten für die Strom-Subventionen brummt die Bundesregierung den übrigen Stromverbrauchern auf. Privathaushalte, Gewerbetreibende und nicht bevorzugte Unternehmen bezahlen jedes Jahr allein rund 4,5 Milliarden an EEG-Umlage für die privilegierten Betriebe" kritisiert Verlinden. Vergünstigungen sollen nur Branchen erhalten, die tatsächlich im internationalen Wettbewerb stehen. "Diese Industriesubventionen könnten zudem aus dem Steuerhaushalt beglichen werden. Das würde mehr Kostengerechtigkeit und eine Entlastung der übrigen Stromverbraucher bedeuten", so Verlinden weiter. Quelle: Bündnis 90 / Die Grünen / pgl

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Solarenergie
news-6595 Sat, 07 Sep 2019 07:49:00 +0200 Akademie-Projekt hält CO2-Preis für notwendig https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/akademie-projekt-haelt-co2-preis-fuer-notwendig-6595.html Fachleute des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) haben Leitlinien für ein effizientes und effektives Marktdesign entwickelt. Sie stellen fest: Eine umfassende CO2-Bepreisung ist dafür ein erster notwendiger Schritt. Gleichzeitig gilt es, Verzerrungen abzubauen, die heute einen effizienten Klimaschutz verhindern. Die gute Nachricht: beides lässt sich verbinden. Deutschland soll in 30 Jahren annähernd treibhausgasneutral sein. Mit welchen Maßnahmen dieses Ziel erreicht werden soll, will das Klimakabinett am 20. September beschließen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Projekts „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) empfehlen der Bundesregierung, eine umfassende und wirksame CO2-Bepreisung als zentrales klimapolitisches Instrument zur Reduktion von Treibhausgasemissionen einzuführen – verbunden mit einer Reform des Systems an Steuern, Abgaben und Umlagen. Zu diesem Schluss kommt eine Arbeitsgruppe des von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften initiierten Projekts. 

Die Fachleute nennen Kriterien für ein geeignetes Marktdesign der Energiewende: Erstens sollten Marktakteure alle Kosten tragen, die sie verursachen – dazu gehören insbesondere externe Effekte wie Umweltschäden, die Klima und Gesellschaft belasten. Zweitens sollte das Marktdesign einen unverfälschten Wettbewerb aller Energieträger ermöglichen. Dafür müssen Wettbewerbsverzerrungen, die momentan zu Wohlfahrtsverlusten führen, abgebaut werden. Denn heute sind die Energieträger sehr unterschiedlich mit Steuern, Abgaben und Umlagen belastet.

CO2-Preis schafft doppelte Dividende

Felix Müsgens, Professor für Energiewirtschaft an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und Co-Leiter der ESYS-Arbeitsgruppe, erklärt die Vorteile einer umfassenden CO2-Bepreisung: „Ein CO2-Preis belastet Energieträger wie Heizöl, Erdgas, Diesel und Benzin nach ihrem CO2-Gehalt. Dadurch verbessert sich die Wettbewerbsposition klimaschonender Technologien, und die Klimaschutzziele werden effizient erreicht. Gleichzeitig können die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung genutzt werden, um das System an Steuern, Abgaben und Umlagen so zu reformieren, dass Verzerrungen abgebaut werden. Wir können also durch gutes Marktdesign im Klimaschutz eine doppelte Dividende für die Gesellschaft erzielen.“

Je mehr Emissionen mit demselben Preis belegt werden, desto effizienter können Treibhausgasemissionen vermieden werden. Daher sollte der CO2-Preis nicht nur alle Sektoren umfassen, sondern idealerweise auch möglichst viele Länder. Ein weiterer Vorteil einer globalen Bepreisung ist, dass die Kosten für CO2-Emissionen weltweit in Produktionskosten einfließen würden, sodass Unternehmen aus Deutschland und Europa keine Wettbewerbsnachteile fürchten müssten – die Gefahr des Carbon Leakage wäre gebannt. Da eine globale Lösung Zeit braucht, sollte sich die Bundesregierung zunächst für eine europaweite CO2-Bepreisung einsetzen. Die ESYS-Fachleute schlagen vor, das Europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS) bis 2030 auf die Sektoren Wärme und Verkehr auszuweiten. Um die Nachteile dieses Systems wie Preisschwankungen auszugleichen und Investoren Sicherheit zu bieten, könnte die EU einen Mindestpreis im EU-ETS einführen.

Als Zwischenlösung bis 2030 rät die ESYS-Arbeitsgruppe der Bundesregierung, noch in dieser Legislaturperiode mit Partnerländern eine strategische Klimaschutz-Allianz zu bilden. Möchte Deutschland schon im Vorfeld einen nationalen CO2-Preis einführen, skizzieren die Fachleute drei Optionen: Die Regierung kann das EU-ETS national auf die Sektoren Wärme und Verkehr ausweiten, einen zusätzlichen Emissionshandel in Deutschland oder eine CO2-Steuer einführen.

Energiesteuerreform: EEG-Umlage senken, Stromsteuer kürzen

Die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung erhöhen die Effizienz, indem mit ihnen Steuern, Abgaben und Umlagen ersetzt werden können, die heute einzelne Energieträger zu stark belasten. Davon profitiert auch die Sektorenkopplung, und Haushalte werden entlastet. Um grünen Strom zum Heizen und im Verkehr nutzen zu können, muss der Strompreis sinken. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schlagen vor, die EEG-Umlage deutlich zu reduzieren und die Stromsteuer auf das europäisch festgelegte Mindestmaß zu kürzen. Quelle: Acatech / pgl

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Finanzierung
news-6591 Fri, 06 Sep 2019 08:45:00 +0200 Tandem-Solarzelle liefert mehr Strom https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/tandem-solarzelle-liefert-mehr-strom-6591.html Der Wirkungsgrad marktüblicher Solarmodule lässt sich nur noch begrenzt steigern. Deutlich mehr Potenzial bietet der Einsatz von zwei lichtaktiven Schichten in so genannten Tandemsolarmodulen. Im Forschungsprojekt Capitano kombinieren Forscherinnen und Forscher Dünnschichtsolarmodule auf Basis von Perowskit-Halbleitern mit Halbleitern aus Kupfer, Indium, Gallium und Selen (CIGS). Die Kombination ermöglicht höchsteffiziente Tandemsolarzellen mit einem Wirkungsgradpotenzial von über 30 Prozent bei allen Vorteilen der Dünnschicht-Technologie. Projektpartner sind das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) als Koordinator, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das Unternehmen Nice Solar Energy.

Tandemsolarmodule bestehen aus zwei unterschiedlichen, übereinander geschichteten Solarmodultypen, die das Sonnenlichtspektrum besser ausnutzen als die jeweilige Einfachsolarzelle. Dadurch weisen die Mehrfachsolarmodule einen höheren Wirkungsgrad auf. Deutlich über 30 Prozent sind bei Mehrfachsolarzellen theoretisch möglich – bei einfachen Siliziumsolarzellen etwa ist bereits bei 29 Prozent Schluss.

Zwei Solarzellen in Dünnschicht-Technologie

Mittlerweile stehen mehrere Varianten von Tandemmodulen zur Verfügung. Bei der CIGS-Perowskit-Entwicklung wandelt eine Perowskit-Solarzelle das Licht im sichtbaren Teil des Sonnenspektrums in Strom um. Die darunter liegende CIGS-Solarzelle absorbiert das Licht im infrarotnahen Spektrum, das die Perowskit-Solarzelle durchdringt. Besonders interessant ist, dass beide Solarzellen als Dünnschichttechnologien im Prinzip auf Quadratmetern großen Substraten herstellbar sind und damit ein hohes Kostenreduktionspotenzial bei gleichzeitig hohem Wirkungsgrad aufweisen.

Professor Michael Powalla, Mitglied des Vorstands und Leiter des Geschäftsbereichs Photovoltaik am ZSW sowie Professor am KIT, verweist auf die hervorragende Zusammensetzung des Konsortiums: „Durch die breit aufgestellte Kompetenz von den Grundlagen bis hin zur Massenproduktion im Projekt erwarte ich große Fortschritte bei der Weiterentwicklung dieser viel versprechenden Technologie.“ Ulrich W. Paetzold, Nachwuchsgruppenleiter am KIT, ergänzt: „Wir entwickeln die nächste Generation von hocheffizienten Dünnschicht-Tandemzellen mit einem Wirkungsgradpotenzial oberhalb von 30 Prozent. Aussichtsreiche Anwendungsfelder sind beispielsweise hocheffiziente Solarmodule für gebäudeintegrierte Photovoltaiklösungen.

Das Projekt „Capitano“ ist im Juli 2019 gestartet und läuft drei Jahre. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert es mit insgesamt rund 5,2 Millionen Euro. Ziel des Projektes ist es, Zellen mit stabilen höheren Wirkungsgraden zu entwickeln, die zu effizienten Tandem-Solarmodulen zusammengeschaltet werden können.

Evaluierung im Industriemaßstab

Der Industriepartner Nice Solar Energy soll die Produktion im Industriemaßstab bewerten und die Kosten evaluieren. Das ZSW entwickelt im Projekt CIGS-Module mit angepasster Bandlücke und optimierter Oberfläche und erforscht semitransparente Perowskit-Solarzellen und -module mit hoher Effizienz und Transparenz. Die Perowskit-Beschichtung soll mit industrierelevanten Prozessen wie Schlitzgießen erprobt werden. Wichtige Teilaspekte sind hierbei optimierte Zwischenschichten und angepasste transparente Kontaktschichten. Die Ergebnisse sollen in die Realisierung von monolithisch verschalteten Tandemsolarzellen und -modulen einfließen. Auch die Umweltverträglichkeit des Herstellungsprozesses wird evaluiert

Das KIT wird in diesem Projekt neue Materialien und Prozesse sowie Prototypen zur Herstellung semitransparenter Perowskit-Solarzellen und -Solarmodule mit angepasster Bandlücke, hohem Wirkungsgrad und hoher Transparenz entwickeln. Insbesondere stehen skalierbare Herstellungsverfahren wie das Schlitzgussverfahren oder die Abscheidung aus der Gasphase im Vakuum im Vordergrund. Im Hinblick auf die komplexe Architektur der Tandemsolarzellen entwickeln die Wissenschaftler ein Lichtmanagementkonzept zur verbesserten Lichtausbeute. Auch Ertragsberechnungen sind Teil des Aufgabenpakets. Quelle: ZSW / pgl

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Solarenergie
news-6592 Fri, 06 Sep 2019 08:26:00 +0200 Hersteller verspricht Kühleffekt durch Farbe https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/hersteller-verspricht-kuehleffekt-durch-farbe-6592.html Ein dänischer Farben- und Lackhersteller geht auf dem deutschen Markt mit einer in den USA patentierten Farbe, die den Energieverbrauch um 15 Prozent senken soll. Der dänische Hersteller Nowocoat hat ein US Patent für drei neue Arten von Beschichtungen angemeldet, mit denen, so der Hersteller, Dach, Fassaden oder Holzoberflächen gekühlt werden können. Die Farbe heißt Coolingpaint und ist im dänischen Werk von Grund auf entwickelt. Nowocoat steigt damit in den deutschen Markt ein und bietet bestehenden Farben- und Lackherstellern Private-Label-Lösungen an.

"Wir sind überaus stolz und glücklich über die Patentierung von Coolingpaint in den USA. Für mich verdeutlicht dieser Schritt, dass wir bei Nowocoat nicht nur im Stande sind, innovative und technisch anspruchsvolle Produkte, die auf dem Markt gefragt sind, von Grund auf zu entwickeln, sondern dass wir mit dem Know-how und den Entwicklungs- und Produktionsressourcen, die uns zur Verfügung stehen, auch in einer internationalen Liga mitspielen können.", sagt CEO Ole E. Jensen und fährt fort:

Die Technologie stamme ursprünglich aus dem Stealth-Projekt des amerikanischen Militärs, bei dem die Sichtbarkeit der Flugzeuge auf dem Radar minimiert werden konnte. Bei Nowocoat wurde diese Technologie mithilfe von besonderer Ausrüstung zur Homogenisierung der chemischen Zusammensetzung der Farbpigmente und -Zusatzstoffe weiterentwickelt. Den Pigmenten werden mikroskopisch kleine Spiegel beigemischt, die 90 Prozent der Infrarotstrahlen der Sonne reflektieren sollen. Auf diese Weise sinke die absorbierte Wärme um bis zu 20 Prozent. Das Produkt trägt außerdem das EU-Ecolabel. Es enthalte keine Schwermetalle, Weichmacher oder schädliche Mengen an Lösungsmitteln. "Gleichzeitig wurden international anerkannte Tests durchgeführt, die die Qualität des Produkts in Bezug auf Ergiebigkeit und Deckvermögen, UV-Stabilität, Haftfestigkeit, Abblättern, Blasen- und Rissbildung, hohe Wetterbeständigkeit, Pilz- und Algenbefall, Glanz- und Farbveränderungen sowie die Fähigkeit, Infrarotstrahlen zu reflektieren, eindeutig belegen", erklärt Ole E. Jensen.

In größeren Städten tritt immer öfter das Phänomen der sogenannten Urban Heat Islands auf. Das sind Gebiete in der Stadt, in denen die Temperaturen wesentlich höher sind als in der umliegenden Natur, weil Menschen, Gebäude und Maschinen Wärme absorbieren und abgeben. Das Phänomen schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch der Gesundheit, weil die steigenden Temperaturen eine erhöhte Nachfrage nach Abkühlung zur Folge haben, was wiederum zu Luftverunreinigung und schlechtem Raumklima führt. Das soll mit dem Einsatz des Produkts auch auf dem Dach vermindert werden. Quelle: Nowocoat / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6593 Thu, 05 Sep 2019 07:40:00 +0200 Projekt erprobt Anwohnerkommunikation zur Energiewende https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/projekt-erprobt-anwohnerkommunikation-zur-energiewende-6593.html Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen in Zwickau ein Wohnquartier klimaneutral mit Erneuerbaren versorgen. Das soll neue Erkenntnisse bringen, etwa zur idealen Wärmeversorgung für Bestandsquartiere. Doch zunächst wollten die Forschenden herausfinden, wie sie die Anwohner am besten einbinden können - und dazu gibt es nun erste Ergebnisse. Wenn Forscher an der Tür klopfen, mit guten Ideen und Absichten, dann stoßen sie manchmal auf Skepsis. So gesehen ist das Forschungsprojekt „Zwickauer Energiewende Demonstrieren“, kurz ZED, schon ein Erfolg: „Wir erleben viele, sehr konstruktive Gespräche“, erklärt Sven Leonhardt, Projektkoordinator für das Dezernat Bauen der Stadt Zwickau.

ZED ist ein Großprojekt mit 13 Beteiligten aus Wissenschaft und Wirtschaft, koordiniert von der Stadt Zwickau. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Fördermaßnahme „Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt“. Entsprechend wollen die Beteiligten Technologien und Methoden für die lokale Energiewende und insbesondere die Wärmewende vor Ort entwickeln und im Stadtteil Marienthal als Leuchtturm demonstrieren.

Im Zwickauer Westen, von dem Marienthal den größten Teil einnimmt, sind laut Schätzungen der Stadt rund ein Drittel der Menschen über 65 Jahre alt. Das Projekt ZED umfasst 3000 Wohneinheiten mit 8000 Bewohnern, größtenteils in 60er-Jahre-Mehrfamilienhäusern. Rund 400 Einheiten mit teils langjährigen Bewohnern sollen nach aktueller Planung klimaneutral versorgt werden. Dazu nutzt ZED eine Mischung aus Photovoltaik, Geo- und Solarthermie, Speicherlösungen, smartem Softwareeinsatz, Smart-Home-Elementen und Elektromobilität. Um das zu vermitteln, widmet sich der Teilbereich „Öffentlichkeitsarbeit“ auch gezielt der Einbindung der Anwohner, unter Federführung der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Stadt Zwickau, für die Leonhardt das Projekt mitkoordiniert.

Mit der Etablierung des „ZED-Forum Marienthal“ ist nun ein wichtiger Meilenstein erreicht. In diesem Forum sollen regelmäßig Anwohner, Forscher und andere Experten zusammenkommen – und etwa 60 Bürger folgten der Einladung zur Auftaktveranstaltung.

„Das ist der offizielle Start zur Bürgerbeteiligung im Projekt ZED“, erklärt Leonhardt. Es solle eine Plattform werden, auf der die Projektbeteiligten mit den Bürgerinnen und Bürgern des Quartiers über Themen wie die Energiewende im Allgemeinen aber auch konkrete, zentrale Projektthemen im Besonderen ins Gespräch kommen. „Für viele Gäste war das der erste Kontakt mit unserem Projekt“, so Leonhardt. Entsprechend locker habe man die Atmosphäre gestaltet – was zu einem positiven Verlauf der Gespräche führte. „Das Feedback ist für das Projektteam die richtige Motivation, das Format des Forums fortzuführen und weiter mit Inhalt zu füllen“, erklärt Leonhardt. Denn künftig sollen weitere Foren folgen, auf denen speziellere Schwerpunktthemen mit interessierten Anwohnerinnen und Anwohnern besprochen werden.

Als nächstes etwa zur Zukunftsmobilität. Denn im Quartier sollen Leihräder und elektrisch angetriebene Mobile für Senioren mit geringer Geschwindigkeit für eine umweltfreundliche Kurzstreckenmobilität sorgen. Später steht auch die Wärmeversorgung zur Debatte ZED teilt das Viertel zum Vergleich in drei Teile: Einer wird weiterhin konventionell (Gas-basiert) versorgt und dient so als Referenz-Standort. Die beiden anderen Bereiche werden jeweils mit regenerativen Energiequellen versorgt. Die Speicherung soll dabei einmal zentral mit einem Nahwärmenetz stattfinden und einmal dezentral mit verteilten Komponenten in einem smarten Wärmenetz. Auch ein kombinierter Betrieb soll möglich sein – welche Energiequellen aber konkret genutzt werden, ist derzeit noch Gegenstand der Forschung.

Meinung zu Smart Homes hängt von der Vorerfahtung ab

Erfahrungen, Meinungen und Wünsche der Bewohner – alles fließt direkt in das Projekt ein. Wie das aussehen kann, das erlebten Forscherinnen und Forscher der auch an ZED beteiligten Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Sie befragten ausgewählte Haushalte zur Akzeptanz intelligenter Smart-Home Systeme, die ebenfalls ein Baustein von ZED sind.

Ihr Fazit im Projekt-Zwischenbericht: Es zeige sich, „dass die Zustimmung der Marienthaler sehr stark von ihren Vorerfahrungen, ihrer generellen Technikaffinität, aber auch von demographischen und sozioökonomischen Faktoren abhängt.“ Zum Teil bedeutet das, dass die Bewohner etwa intelligenten Heizungssteuerungsgeräten oder einer Bedienung über Tablet oder Smartphone positiv gegenüberstehen. Es gebe eine kleine Gruppe Technikinteressierter, aber auch Menschen mit Vorbehalten. Etwa zur Bedienbarkeit der Eingabegeräte – oder generell der Frage nach dem persönlichen Nutzwert. Die Marienthaler fragten zudem nach Kosten, Komfort oder Störanfälligkeit. „Gerade bei älteren Personen findet sich oft die Haltung, von dieser Entwicklung nicht mehr betroffen zu sein und insofern eine eher ablehnende Gleichgültigkeit“, heißt es im Zwischenbericht. Eine deutlich umfangreichere Bewohnerbefragung ist für diesen Winter geplant.

Einige Befürchtungen fassen die Forscherinnen und Forscher mit dem Begriff „Energetische Gentrifizierung“ zusammen: Lassen sich etwa die Bedenken zu einer komplizierten Handhabung ausräumen, etwa durch mehr Automatisierung, dann könnten intelligente Wohnkonzepte auch von kritischen Bewohnern positiv angenommen werden. Leonhardt setzt auf die technikinteressierten Bewohner als Multiplikatoren. „Derzeit wollen sich einige Bürger in ZED einbringen, aber je weiter das Projekt voranschreitet, desto technischer werden die Themen. Wir wollen gerne weiter alle Leute mitnehmen, müssen aber noch schauen, in wie weit das möglich ist.“

Trotzdem zeige der Auftakt die Bedeutung, die eine durchdachte Kommunikation bei Bau- und Sanierungsprojekten mittlerweile hat: „Ich kann bislang nur ein positives Fazit ziehen, uns begegnet viel Offenheit. Und ich denke, unsere methodische Basis kann auch für künftige Forschungsprojekte ein wichtiges Fundament bieten.“ Quelle: Energiewendebauen / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6599 Thu, 05 Sep 2019 07:21:00 +0200 Beim energetischen Sanieren zählt Klasse mehr als Masse https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/beim-energetischen-sanieren-zaehlt-klasse-mehr-als-masse-6599.html Sanierungs-Altmeister Burkhard Schulze Darup hat diejenigen bestätigt, die den Ruf nach einer hohen Sanierungsquote schon lange mit einer Portion Skepsis vernehmen. Die Quote ist schwer bestimmbar, noch schwerer zu steigern – und letztlich sei die Sanierungstiefe entscheidend. Schulze Darup, 64, promovierter Architekt mit über 30 Jahren Erfahrung in der energetischen Sanierung, sprach in Berlin auf Einladung der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Schon beim Bestimmen der aktuellen Sanierungsquote, also welcher Anteil der Gebäude pro Jahr umfangreich energetisch saniert wird, kämen verschiedene Institute zu unterschiedlichen Ergebnissen. Meist würden Werte zwischen 0,8 und 1,1 Prozent herum genannt; er selbst vermutet eher eine höhere Quote von etwa 1,2 Prozent, wenn man Teilsanierungen gewichtet anrechnet.

Sanierungsquote von mehr als 1,6 Prozent nicht sinnvoll

Schulze Darup: „Sehr viel mehr als eine Sanierungsquote von 1,6 Prozent werden wir kaum erzielen können.“ Mehr sei auch gar nicht sinnvoll: „Eigentlich ist es nicht nachhaltig, alle 30 Jahre zu sanieren oder öfter, sondern eigentlich sollte es erst fällig sein, wenn eine Wand, ein Fenster 60 Jahre alt ist.“

Sogar ein Steigern auf die 1,6 Prozent wäre eine Kraftanstrengung. Schulze Darup berichtete, er habe in Neumarkt in der Oberpfalz, „einer extrem reichen Kommune“, ein Förderprogramm aufgesetzt. „Die haben gesagt, wir wollen nochmal richtig einen drauflegen, nämlich zur vorhandenen Förderung das Doppelte drauf. Und trotzdem ist die Sanierungsquote nicht deutlich gestiegen. Es ist einfach so, dass da eine verständliche Trägheit da ist.“ Damit bezog sich der Architekt zum Beispiel auf Hausbesitzer jenseits der 60, die in einer Sanierung für sich persönlich keinen Sinn mehr sähen.

Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang, dass das oft gehörte Schlagwort „Verdopplung der Sanierungsquote“ nicht etwa fachlichen Überlegungen entstammt. Vielmehr – die Quelle für diesen Hintergrund ist nicht Burkhard Schulze Darup, sondern jemand aus dem Bundesumweltministerium, der nicht genannt werden will – war diese Idee ein Schnellschuss aus dem politischen Bereich, wo man unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe von Fukushima kurzfristig einige Maßnahmen präsentieren wollte.

KfW-55-Standard bringt den Sprung

Mit einer schematischen Abschätzung des Heizenergiebedarfs bis zum Jahr 2050 zeigte der Architekt die Wirkung lediglich einer höheren Sanierungsquote einerseits und einer zusätzlich größeren Sanierungstiefe andererseits gegenüber einem „Weiter-so-Szenario“. Würde man weiterhin bei einer Sanierungsquote von etwa 1,2 Prozent bleiben, so würde sich der Heizenergiebedarf bis 2050 um 32 Prozent verringern. Eine Sanierungsquote von 1,6 Prozent brächte 38,9 Prozent Verringerung des Heizenergiebedarfs. Den entscheidenden Sprung auf 49,8 Prozent Verringerung könnte man erreichen, wenn man ab dem Jahr 2021 mit der 1,6-Prozent-Quote auf mindestens den KfW-55-Standard sanieren und Neubauten nur noch mit KfW-40-Plus-Standard zulassen würde.

Schulze Darup zog angesichts dieser Zahlen den Schluss, „dass wir, wenn wir sanieren, eine sehr große Sanierungstiefe machen müssen.“ Die sanierten Bauteile sollten ja 60 Jahre lang nicht mehr angefasst werden müssen. Nach seiner Darstellung wären die Kosten für einen in diesem Sinne angemessenen Standard durchaus vertretbar: „Zwischen dem, wie es üblicherweise saniert wird und dem, was wir eigentlich erreichen müssten, liegen so 100 Euro pro Quadratmeter.“

Genauer gesagt: Die Mehrkosten pro Quadratmeter gegenüber einem normalen EnEV-Standard, wenn man im Neubau Passivhausstandard oder im Sanierungsbereich KfW 55 erreichen will, lägen bei eben diesen 100 Euro – „wenn man es kann.“ Noch nicht alle Planer könnten es. „Es gibt welche, die sagen: unmöglich, das kostet 300, 400 Euro. Die müssen üben.“

PV plus kleine Wärmepumpe in Kombination

Aber auch für ein bereits komplett gedämmtes Haus mit Lüftung und Wärmerückgewinnung hat Schulze Darup Ideen. Sein derzeitiges „Lieblingsprojekt“ bestehe aus einer Photovoltaikanlage plus einer kleinen Wärmepumpe, die „nur ein Viertel, ein Fünftel der Leistung hat, die das Gebäude braucht; aber die läuft das ganze Jahr durch.“ Im Sommer erledige sie die Warmwasserbereitung. So könne die Anlage 40 bis 60 Prozent der Wärme bereitstellen – „und das möglichst weitestgehend über PV.“ So könne man „mit einer wirklich sehr einfachen technischen Sache 30, 40, 50, 60 Prozent“ einsparen.

Barbara Metz der Deutschen Umwelthilfe sprach sich für „verpflichtende individuelle Sanierungsfahrpläne bei Neukauf und Vermietung von Bestandsgebäuden“ aus. Von den Kosten – Metz nannte für ein Einfamilienhaus maximal 800 Euro, für größere Gebäude maximal 1300 Euro – übernehme das BAFA gegenwärtig 60 Prozent der Kosten. Diese staatliche Förderung solle „noch stärker“ werden; eine Zahl nannte Metz nicht, nannte aber beispielhaft vier niedriginvestive Sanierungsmaßnahmen, die Teil eines Sanierungsfahrplans sein können: die Dämmung der obersten Geschossdecke; eine Einblasdämmung bei zweischaligem Mauerwerk; den hydraulischen Abgleich und einen Austausch der Heizungspumpe.

Für die vier Maßnahmen nannte sie Amortisationszeiten von zweieinhalb bis neun Jahren – die Förderung eingerechnet und bei gleich bleibenden Brennstoffpreisen. Bei begehbaren Geschossdecken könnten es auch bis zu 15 Jahre sein. von Alexander Morhart

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Finanzierung
news-6596 Wed, 04 Sep 2019 08:03:00 +0200 Thermischer Batteriespeicher geht 2020 in Betrieb https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/thermischer-batteriespeicher-geht-2020-in-betrieb-6596.html Die norwegische EnergyNest hat Verträge für die nach Angaben des Herstellers weltweit erste industriell genutzte Energiespeicher-Anlage in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Energiekonzern Eni bei Gela an der Südküste Siziliens unterschrieben. Ein Dutzend Startups weltweit beschäftigen sich derzeit mit der Entwicklung hocheffizienter Energiespeicher für die industrielle Anwendung, unter anderem finanziert von Bill Gates, Jeff Bezos, Richard Branson, Hasso Plattner, Jack Ma, die allesamt Fonds-Investoren bei "Breakthrough Energy Ventures" sind. Ziel ist die Nutzung erneuerbarer Energie genau dann, wenn sie gebraucht wird. Zum Beispiel Sonnenenergie in der Nacht oder Strom aus Windkraftanlagen, wenn Windstille herrscht.

Unternehmenschef Christian Thiel freut sich, einen Pilotkunden gefunden zu haben: „Bereits heute ist die Technologie für die industrielle Anwendung und somit eine sektorenübergreifende Energiewende vorhanden. Leider tun sich gerade deutsche Stromversorger und Technologiekonzerne mit konkreten Projekten zur Emissionssenkung schwer.“ 

In dem Projekt wird die thermische Batterie zwischen eine bestehende solarthermische Anlage und eine Dampfturbine zur Stromerzeugung geschaltet. Die Anlage erzeugt während des Tages Solarwärme und lädt sie in die Batterie. In den Nachtstunden gibt diese die Wärme für die Erzeugung von Dampfstrom ab, der bis dato durch die Verbrennung fossiler Kraftstoffe gewonnen wurde. Die Anlage soll in der zweiten Jahreshälfte 2020 in Betrieb gehen. Folgeprojekte mit deutlich größeren thermischen Batterien sind geplant. Speichermedium ist der Hochleistungsbeton Heatcrete. Quelle: Energynest / pgl

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Heizung & Warmwasser
news-6594 Wed, 04 Sep 2019 07:46:00 +0200 Energiesprong soll schneller in die Breite kommen https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/energiesprong-soll-schneller-in-die-breite-kommen-6594.html Die Initiative Energiesprong Deutschland will mit einem so genannten Accelerator-Programm die Entwicklung serieller Sanierungslösungen beschleunigen. Ziel ist es, bestehende Ansätze zu leistungsstarken, skalierbaren und kostengünstigen Lösungen weiterzuentwickeln. So soll die steigende Nachfrage von Wohnungsunternehmen bedient werden, die neue, industrielle Sanierungslösungen suchen. Das Programm bietet Coachings durch internationale Energiesprong-Experten, mehrere Workshops und Pitch-Veranstaltungen mit Bau- und Wohnungswirtschaft sowie finanzielle Unterstützung von insgesamt bis zu 180.000 Euro – 36.000 Euro pro Bauunternehmen – an. Eine Baugenossenschaft in Hannover saniert bereits nach dem Energiesprong-Prinzip.

Bisher gibt es auf dem deutschen Markt noch keine skalierbaren seriellen Sanierungslösungen für Wohngebäude. Das Programm richtet sich daher an Generalübernehmer, also Unternehmen, die den Bauprozess komplett umsetzen. Ziel der Bewerber sollte sein, ihr Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und als Komplettanbieter eine Energiesprong-Lösung aus einer Hand anzubieten. Diese Lösung muss standardisierbar und skalierbar sein, Kostensenkungspotenzial bei wachsenden Stückzahlen bieten und mieterfreundlich umsetzbar sein. Die Lösung muss außerdem langfristig garantieren, dass die sanierten Gebäude im Jahresmittel so viel Energie erzeugen, wie sie für Heizung, Warmwasser und Haushaltsgeräte brauchen.

Weiterhin richtet sich das Programm an Komponentenhersteller, die vorgefertigte isolierte Fassaden, vorgefertigte isolierte Dächer mit Photovoltaik oder Plug-and-Play-Lösungen für die gesamte Anlagentechnik anbieten und bestehende Ansätze optimieren wollen. Unternehmen, die mehrere Bereiche abdecken, können sich auf mehrere Aufgabenbereiche bewerben.

Energiesprong wird weltweit durch Marktentwicklungsteams vorangetrieben, die auf Seiten der Wohnungswirtschaft die entsprechende Nachfrage schaffen und bündeln und die Bauwirtschaft unterstützen, Energiesprong-Lösungen anzubieten und kontinuierlich zu verbessern. Gleichzeitig setzen sie sich für optimale politische und finanzielle Rahmenbedingungen ein, um den Breitenmarkt anzustoßen. So soll eine Marktdynamik ausgelöst werden, die die Bauwirtschaft bewegt, in digitalisierte Vorfertigungssysteme für maßgeschneiderte, industrielle Sanierungslösungen zu investieren.

In Deutschland wird Energiesprong von der Dena koordiniert, finanziert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und unterstützt vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Die Umsetzung der Prototypen und das Innovationsprogramm werden über das EU-Programm Interreg NWE „Mustbe0“ gefördert. Quelle: Dena / pgl

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Dämmung & Fenster
news-6585 Tue, 03 Sep 2019 08:16:00 +0200 Zwei Wirkungsgradrekorde für monolithische Dreifachsolarzellen auf Siliciumbasis https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/zwei-wirkungsgradrekorde-fuer-monolithische-dreifachsolarzellen-auf-siliciumbasis-6585.html Forschern des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE ist es gelungen, den Wirkungsgrad für monolithische Dreifachsolarzellen aus III-V-Halbleitern und Silicium nochmals zu erhöhen. Diese Mehrfachsolarzellen nutzen durch die Kombination von mehreren Absorbermaterialien das Sonnenspektrum energetisch deutlich besser aus als konventionelle Siliciumsolarzellen. Der Weltrekord für eine durch Waferbonden hergestellte monolithische Mehrfachsolarzelle konnte auf 34,1 % verbessert werden. Für eine Siliciumsolarzelle mit direkt abgeschiedenen Halbleiterschichten wurde ein neuer Wirkungsgradrekord von 24,3 % erzielt. "Monolithische Mehrfachsolarzellen gelten als Hoffnungsträger für die Weiterentwicklung der heute dominierenden Siliciumsolarzellen, weil sich mit ihnen deutlich höhere Wirkungsgrade für die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom realisieren lassen. Wir halten Wirkungsgrade von 36 % für möglich, womit das physikalische Limit einer reinen Siliciumsolarzelle von 29,4 % deutlich übertroffen wird", erklärt Dr. Andreas Bett, Institutsleiter des Fraunhofer ISE. Die hohe Effizienz erlaubt es, mehr Leistung pro Fläche zu generieren und damit Materialien für Solarzellen und Modulmaterialien einzusparen – ein wichtiger Aspekt für die Nachhaltigkeit der Photovoltaik. Für die hocheffiziente Mehrfachsolarzelle werden wenige Mikrometer dünne Schichten aus III-V-Halbleitern auf eine Siliciumsolarzelle aufgebracht. Die unterschiedlichen Schichten absorbieren verschiedene Spektralbereiche des Sonnenlichts, um dieses optimal zu nutzen: Gallium-Indium-Phosphid zwischen 300 - 660 nm (sichtbares Licht), Aluminium-Gallium-Arsenid zwischen 600 - 840 nm (nahes Infrarotlicht) und Silicium zwischen 800 - 1200 nm (längerwelliges Licht). So können die Wirkungsgrade von Siliciumsolarzellen signifikant gesteigert werden. Da sie wie eine normale heutige Siliciumsolarzelle über jeweils einen Kontakt auf Vorder- und Rückseite verfügen, lassen sich die Solarzellen leicht in Solarmodule integrieren.

Gebondete Mehrfachsolarzelle: 34,1% Wirkungsgrad

Für die monolithische Mehrfachsolarzelle kommt das aus der Mikroelektronik bekannte Verfahren des direkten Waferbondens zum Einsatz. Dafür werden in einem ersten Schritt die III-V-Schichten auf einem Gallium-Arsenid-Substrat abgeschieden. Anschließend werden die Oberflächen in einer Kammer unter Hochvakuum mit Hilfe eines Ionenstrahls deoxidiert und unter Druck miteinander verpresst. Die Atome der III-V-Halbleiterschichten gehen Bindungen mit dem Silicium ein und bilden eine Einheit. Verschaltet sind die übereinander gestapelten Teilzellen aus GaInP, AlGaAs und Silicium durch Tunneldioden. Anschließend wird das GaAs-Substrat nasschemisch entfernt und ein nanostrukturierter Rückseitenkontakt sowie eine Antireflexbeschichtung und ein Kontaktgitter auf der Vorderseite aufgebracht. "Gegenüber früheren Ergebnissen wurden die Abscheidebedingungen noch einmal verbessert und eine neue Zellstruktur für die oberste Teilzelle aus Gallium-Indium-Phospid eingeführt, die das sichtbare Licht noch besser wandelt. Mit 34,1 % zeigt die Zelle das enorme Potenzial dieser Technologie", erklärt Dr. Frank Dimroth, Abteilungsleiter III-V-Photovoltaik und Konzentratortechnologie am Fraunhofer ISE. Der bisherige Weltrekord für diese Zellklasse lag bei 33,3%.

Mehrfachsolarzelle mit direkt abgeschiedenen Halbleiterschichten: 24,3 % Wirkungsgrad

Eine andere Möglichkeit der Realisierung von Mehrfachsolarzellen ist das direkte Abscheiden der III-V-Halbleiterschichten (GaInP/GaAs) auf die Siliciumsolarzelle. Dieses Verfahren erfordert deutlich weniger Prozessschritte als das Waferbonden und vermeidet den Einsatz des teureren GaAs-Substrats, weshalb es für eine industrielle Umsetzung der Technologie vorteilhaft ist. Allerdings muss die atomare Struktur sehr gut kontrolliert werden, so dass die Gallium- und Phosphor-Atome an der Grenzfläche zu Silicium die korrekten Gitterplätze einnehmen. Auch können Defekte in den Halbleiterschichten die Effizienz der Solarzellen beeinträchtigen. »Hier konnten wir einen wichtigen Fortschritt erzielen – die Stromgeneration in den drei Teilzellen leidet kaum noch unter diesen Defekten, sodass wir weltweit erstmals einen Wirkungsgrad von 24,3 % für diese Technologie realisieren konnten«, so Dr. Frank Dimroth. »Das Potenzial entspricht demjenigen der wafergebondeten Zelle und hier haben wir in den nächsten Jahren noch einige Entwicklungsarbeit vor uns, um dies zu demonstrieren«. Im Dezember 2018 hatte das Fraunhofer ISE eine solche Solarzelle mit einem Wirkungsgradrekord von 22,3 % vorgestellt. Auf dem Weg zu einer industriellen Massenfertigung von monolithischen Mehrfachsolarzellen sehen die Fraunhofer ISE-Forscher Herausforderungen insbesondere in einem kostengünstigen Prozess zur Herstellung der III-V-Halbleiterschichten. Hier ist das direkte Wachstum auf Silicium aktuell der vielversprechendste Ansatz. Es wird aber auch an Methoden geforscht, bei denen die GaAs-Substrate nach der Übertragung der Halbleiterschichten auf Silicium viele Male recycelt werden. Für kosteneffiziente Durchsätze in der Solarzellen-Produktion müssen auch neue Anlagen entwickelt werden, um eine Abscheidung auf größeren Substraten und in kürzerer Zeit zu erreichen. Dies sind Ansätze, welche die Forscher am ISE in den kommenden Jahren verfolgen werden.

Offizielle Förderung dank Regierung 

Die Arbeiten zu der wafergebondeten Solarzelle werden gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Projekt PoTaSi, FKz. 0324247). Die Arbeiten zu der direkt gewachsenen Zelle, an der als Partner Aixtron SE, die TU Ilmenau und die Philipps-Universität Marburg beteiligt waren, wurden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert (Projekt MehrSi, FKz. 03SF0525A).Ein entscheidender Beitrag auch für die Klimawende. 

Quelle: Fraunhofer/wh 

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Solarenergie
news-6549 Tue, 03 Sep 2019 07:32:00 +0200 Dörpum macht sich energieautark https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/doerpum-macht-sich-energieautark-6549.html Die Gemeinde Bordelum macht sich in der Versorgung mit Wärme und Strom unabhängig. Ein Jahr lang arbeitete die Ecowert 360 Grad an einem Konzept, dass es der Gemeinde möglich macht, sich das gesamte Jahr über mit Energie selbst zu versorgen. Jetzt geht es an die Umsetzung in der Teilgemeinde Dörpum. Erneuerbare Energien gehören seit den 1990er Jahren zur Gemeinde Bordelum in Schleswig-Holstein. Ein bürgereigener Windpark mit 50 Gesellschaftern machte 1993 den Anfang, drei weitere kamen im Laufe der Jahre hinzu.  Aus der Gemeinschaft der Erneuerbaren Energien fließen pro Jahr 110.000 bis 120.000 Euro in einen Fördertopf der Gemeinde. „Davon profitiert jeder Bürger, auch junge Familien, die zuziehen, ziehen einen Gewinn daraus“, erklärt Bordelums Bürgermeister Peter Reinhold Petersen. Des weiteren gibt es in der Gemeinde zwei Biogasanlagen, eine Freiflächen-Photovoltaikanlage sowie Solaranlagen auf privaten Dächern. „Wir sind seit fast zehn Jahren bilanziell autark“, sagt Petersen.

Eine ideale Ausgangslage also, um den logischen Schritt in die Unabhängigkeit zu gehen: Die Gemeinde möchte sich nicht mehr nur auf dem Papier, also bilanziell, zu 100 Prozent selbst mit erneuerbaren Energien versorgen, sondern real über das ganze Jahr hinweg. Aus diesem Grund hat die Projektentwicklungsberatung  Ecowert 360 Grad, die aus einem Projektkonsortium heraus gegründet wurde, für die Gemeinde ein Konzept erarbeitet, das zeigt, wie ein autarkes aus regenerativen Energien bestehendes regionales Netz mit voller Systemtauglichkeit umgesetzt werden kann“, heißt es im Abschlussbericht der Beratung.

Teilgemeinde wird Blaupause für andere Kommunen

Für die Untersuchung der Versorgungssicherheit wurde die Teilgemeinde Dörpum mit 500 Einwohnern als erstes Quartier ausgewählt, da sie den Vorgaben der KfW-Förderung entsprach. „Das soll die Blaupause für andere Kommunen werden“, sagt Petersen. „Die Energiewende braucht eine sektorenübergreifende Förderung für dezentrale Energiesysteme“, sagt Lukas Schmeling, Geschäftsführer der Ecowert 360 Grad, die aus der Altec energie, DWR eco und der Kanzlei Streich und Kollegen besteht. Deswegen umfasst das Quartierskonzept in Dörpum die Themen Wärme, Strom und Mobilität.

Im Bereich der Wärme ist Dörpum bereits gut aufgestellt. 90 Prozent der 120 Haushalte sind an das private Fernwärmenetz der Biogasanlage angeschlossen. „Wir haben es 2008 bekommen und waren mit die Ersten“, erzählt Petersen. Die restlichen zehn Prozent im Ortskern und einer Siedlung gilt es mit regenerativen Wärmequellen zu verbinden, wobei die Biogasanlage ihre Kapazität erreicht hat. Dafür ist ein Holzhackschnitzelkessel an der Biogasanlage als Ergänzung geplant. Eine weitere Möglichkeit den Wärmeverbrauch und den Co2-Austoß zu reduzieren sehen Schmeling und Petersen in der energetischen Sanierung der Gebäudehülle. Energieberatung und Sanierung werden bei privaten Haushalten beispielsweise von dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder der KfW gefördert. Darüber hinaus verfolgt das Konzept einen weiteren Aspekt: „Speichertechnologie ist für die Fernwärme wichtig. Durch die Flexibilisierung der Biogasanlage kommt es zu Stillständen. Die Wärmeversorgung muss durch Wärmespeicher und gegebenenfalls ergänzende Komponenten sichergestellt werden“, sagt Schmeling.

Im Stromsektor befasst sich das Konzept insbesondere mit den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. „Wir schaffen ein dezentrales System für den lokal erzeugten Strom und speisen nur den Überschuss ins öffentliche Netz“, erklärt Schmeling das Ziel des Konzeptes. Um das System zu erproben wird ein kleiner Teil des Quartiers genutzt, in dem im Zuge mit der Leitung für die Fernwärme elektrische Leitungen gelegt wurden, in den vergangenen elf Jahren aber nicht genutzt werden konnten. „Es ist schwierig ein Netz aufzubauen, wenn es keine Förderungen gibt“, ärgert sich Petersen über fehlende Fördertöpfe. Denn auch für die Umsetzung des Konzeptes sei es schwer, Fördergelder zu bekommen. Die Erstellung des Konzeptes hingegen wird mit einer maximalen Förderquote von 85 Prozent gefördert, davon 60 Prozent von der KfW-Bank und 25 Prozent durch die Investitionsbank des Landes Schleswig-Holstein. Die restlichen 15 Prozent nimmt die Gemeinde aus den eigenen Fördertöpfen, sagt Petersen.

Privates Stromnetz ist ein Testballon

„Das kleine private Stromnetz ist ein Testballon, um den Betrieb und die Systemdienstleistungen abzubilden“, sagt Schmeling. Damit verbunden ist der erste praktische Schritt in der Umsetzung des Konzepts. „Geplant ist ein Gemeindewerk, in dem Betreiber, Kommune und private Unternehmer involviert sind, um ein handlungsfähiges Organ zu haben, in dem alle Interessen gebündelt werden, um dem Verbraucher und Erzeuger einen gesicherten Energiepreis anbieten zu können.“ Das Gemeindewerk soll künftig der Energieversorger sein und analog zu den Windenergieparks mit der Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung. „Der künftige Abnehmer des Stroms soll eine große Transparenz bei den Energiepreisen haben“, erklärt Petersen.

Auf lange Sicht sollen von der Kommune die Netzkonzessionen für die Stromnetze vom derzeitigen Versorger gekauft werden. „Die Konzessionen zurück zu kaufen ist sehr teuer, das wird ein schwieriger Weg“, sagt Petersen. Dazu braucht es letztlich einen gewissen Anschlussgrad, damit sich dies lohnt. „Der Stromverbraucher hat ein freies Wahlrecht und der Kunde entscheidet immer noch über den Preis, daher müssen wir den gleichen Preis anbieten oder darunter liegen“, führt Schmeling aus. Bürgermeister Petersen ergänzt: „Wir brauchen die Teilhabe von allen Bürgern, um einen stabilen und günstigen Preis zu haben.“ von Anne Leipold

 

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Finanzierung
news-6581 Tue, 03 Sep 2019 07:16:00 +0200 Erneuerbare Energien: Corporate Green PPAs entscheidend für Energiewende https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/erneuerbare-energien-corporate-green-ppas-entscheidend-fuer-energiewende-6581.html Aktuell besteht großes Interesse an langfristigen Lieferverträgen für Wind- und Sonnenstrom bei vielen Marktakteuren. Anteil der erneuerbaren Energien soll bis 2030 auf 65 Prozent ausgebaut sein. Langfristige Lieferverträge für grünen Strom (Corporate Green Power Purchase Agreements - PPAs) können einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, den Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch wie von der Bundesregierung geplant bis 2030 auf 65 Prozent auszubauen. Dies ergab eine breit angelegte dena-Umfrage unter allen relevanten Marktakteuren. Großabnehmer aus Industrie, Gewerbe und Dienstleistungen betrachten Corporate Green PPAs mehrheitlich als Möglichkeit, Strom auf Basis erneuerbarer Energien langfristig zu stabilen Preisen zu beziehen und gleichzeitig die eigenen Produktionsprozesse zu dekarbonisieren. Gleichzeitig sehen die Teilnehmer aber auch Hindernisse beim Abschluss von Corporate Green PPAs. „Der Ausbau der erneuerbaren Energien braucht dringend neue Impulse“, sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Die Lage ist ernst: Der Bau von Neuanlagen gerät immer mehr ins Stocken, vor allem bei der Windkraft an Land. Immer mehr Altanlagen verlieren ab 2021 die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Der Bedarf an erneuerbarem Strom steigt. Wenn sich diese Entwicklungen fortsetzen, wird Deutschland sein 2030er-Ziel zum Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung deutlich verfehlen.“ Umso wichtiger sei es deshalb, alternative Geschäftsmodelle wie Corporate Green PPAs auf den Weg zu bringen, so Kuhlmann weiter: „Die Marktakteure brauchen neben dem EEG einen neuen, attraktiven Rahmen, auf den sie sich langfristig verlassen können. Damit lassen sich zusätzliche Investitionen gewinnen und weitere Marktpotenziale heben. Wir reden täglich über die Klimaziele, aber wir laufen Gefahr, die konkreten Veränderungen zu verschlafen. Das gilt für die Ermöglichung neuer Geschäftsmodelle, aber auch für die Auflösung von Zielkonflikten, die dem Ausbau der erneuerbaren Energien und der dazugehörigen Infrastruktur für Energiewende und Klimaschutz immer stärker entgegenwirken.“

Ökonomische und ökologische Perspektiven

86 Prozent der Befragten betrachten Corporate Green PPAs als wichtiges beziehungsweise sehr wichtiges Geschäftsmodell im zukünftigen Strommarkt. Potenzielle Nachfrager sehen den Bezug grüner Energie in großem Maßstab als Säule ihrer unternehmerischen Nachhaltigkeitsstrategie. Dabei spielen sowohl ökonomische als auch ökologische Überlegungen eine Rolle. 74 Prozent der Teilnehmer bewerten langfristige Preissicherung als größten Vorteil, während 72 Prozent den Bezug von grüner Energie mit Herkunftsnachweis als Motivation nennen. Für 81 Prozent der Marktakteure sind Corporate Green PPAs vor allem als Geschäftsmodell für den Weiterbetrieb von Anlagen interessant, die nach 20 Jahren das Ende ihrer Vergütungsdauer im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erreicht haben. 72 Prozent finden diese auch als Finanzierungsmodus für Neuanlagen relevant. Bis 2030 werden voraussichtlich Wind-Onshore-, Photovoltaik- und Biogasanlagen mit einer Kapazität von über 51 Gigawatt aus der EEG-Vergütung fallen. Die Möglichkeiten, diese Anlagen durch neue, leistungsstärkere Anlagen zu ersetzen, sind nach Einschätzung der Befragten begrenzt. Die Mehrheit (60 Prozent) hält dies bei 20 bis 50 Prozent der Altanlagen für möglich. Umso wichtiger sind aus Sicht der dena alternative Geschäftsmodelle wie Corporate Green PPAs. Mit ihnen könnten Altanlagen, die nicht für das sogenannte Repowering geeignet sind, länger in Betrieb bleiben.

Rechtsrahmen erschwert nach vielfacher Ansicht eine Entwicklung von Corporate Green PPAs  

Gleichzeitig hat die Umfrage Hindernisse und Risiken identifiziert, die aus Branchensicht die Entwicklung eines nachfrageorientierten Marktes für erneuerbare Energien auf Basis von Corporate Green PPAs erschweren. Als Haupthindernisse nennen die Teilnehmer die fehlenden Erfahrungswerte in Deutschland (51 Prozent), die Komplexität der Verträge (47 Prozent) sowie die Ungewissheit staatlicher Regulierung in diesem Bereich (42 Prozent). Aus Sicht der dena führt auch die mangelnde Preistransparenz beim Abschluss von Corporate Green PPAs besonders bei potentiellen Nachfragern zu großen Unsicherheiten.

Quelle: Dena/wh 

 

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Solarenergie
news-6582 Mon, 02 Sep 2019 08:16:00 +0200 Deutsche Umwelthilfe fordert verpflichtende individuelle Sanierungsfahrpläne https://www.enbausa.de/daemmung/aktuelles/artikel/deutsche-umwelthilfe-fordert-verpflichtende-individuelle-sanierungsfahrplaene-6582.html Eigentümer können mit Sanierungsmaßnahmen für den kleinen Geldbeutel wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Wohnqualität leisten, sagt die Deutsche Umwelthilfe. Um Klimaschutzziele zu erreichen, sind höhere Sanierungsraten im Bestand nötig. Eine steuerliche Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen wäre überfällig. Um die Klimaschutzziele im Gebäudesektor zu erreichen, müssen Sanierungen in den Bestandsgebäuden steigen und qualitativ hochwertig sein. Dabei muss nicht immer gleich das ganze Gebäude saniert werden. Auch niedriginvestive Maßnahmen wie die Dämmung der Geschossdecke oder Heizungsoptimierungen leisten einen wichtigen Beitrag. Um die Sanierungsraten im Bestand zu erhöhen, fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH), dass die Erstellung von individuellen Sanierungsfahrplänen bei Verkauf oder Neuvermietung von Bestandsgebäuden verpflichtend wird. Ein individueller Sanierungsfahrplan für das entsprechende Gebäude integriert aufeinander abgestimmte Einzelmaßnahmen in ein langfristiges ganzheitliches Gesamtkonzept und erlaubt so die schrittweise und zielgerichtete Modernisierung des Gebäudes. Bei den Investitionskosten werden auch die jeweiligen finanziellen Möglichkeiten und Lebenssituationen der Gebäudeeigentümer berücksichtigt. „Der Klimaschutz im Gebäudebereich fristet ein stiefmütterliches Dasein. Die Sanierungsraten im Bestand sind weit von dem entfernt, was wir brauchen, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Individuelle Sanierungsfahrpläne sind ein wichtiges Instrument, um die Eigentümer bei ihren Investitionen an die Hand zu nehmen und das Projekt ganzheitlich, langfristig und qualitativ hochwertig anzugehen. Sie sind allerdings zu wenig bekannt und die staatliche Förderung ist zu gering. Auch müssen sie verpflichtend bei Verkauf oder Neuvermietung werden, damit sie in der Breite Wirkung entfalten“, sagt Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH. „Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie beim Klimakabinett im September entscheidende ordnungsrechtliche Vorgaben einleitet, um die Sanierung im Gebäudebereich voranzutreiben. Die Bundesregierung muss zeigen, dass sie nicht nur warme Worte anzubieten hat, sondern es ernst meint mit dem Klimaschutz im Gebäudebereich. Verpflichtende individuelle Sanierungsfahrpläne sind ein wichtiger Baustein, den es zu beschließen gilt“, so Metz weiter. Die DUH fordert, dass individuelle Sanierungsfahrpläne noch stärker mit staatlicher Förderung bezuschusst werden, auch sollten die im Rahmen eines Fahrplans vorgeschlagenen Einzelmaßnahmen steuerlich gefördert werden. Nur wenn Sanierungsfahrpläne in die Breite gebracht werden, können sie den wichtigen Beitrag sowohl zur Erhöhung der energetischen Sanierungsquote als auch deren Qualität leisten. Grundsätzlich ist die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung seit über einem Jahrzehnt überfällig.

Heizung optimieren 



Denkbare niedriginvestive Maßnahmen sind Heizungsoptimierungen wie ein hydraulischer Abgleich oder ein Pumpentausch sowie Geschossdecken- und Einblasdämmungen, die die Heizkosten reduzieren. „Mit relativ geringem zeitlichen Aufwand und überschaubaren Kosten, die sich meist nach wenigen Jahren schon bezahlt machen, kann so ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz aber auch die Wohnqualität geleistet werden“, sagt Metz. Architekt und Sanierungsexperte Burkhard Schulze Darup weiß aus der langjährigen Praxiserfahrung: „Die energetische Sanierung im Gebäudebestand ist auf einem dramatischen Tiefstand. Derzeit sind wir dabei, die Klimaziele im Gebäudebestand krachend zu verfehlen. Die Bundesregierung hat es in den letzten Jahren versäumt, wirkungsvolle und vorausschauende Maßnahmen und Instrumente auf den Weg zu bringen.“

Klimaneutral denken 


Damit individuelle Sanierungsfahrpläne ihre volle Wirkung für die energetische Gebäudesanierung und den Klimaschutz entfalten, bedarf es weiterer flankierender Maßnahmen seitens der Bundesregierung: Aufgrund der langen Investitionszyklen muss bei allen Maßnahmen im Gebäudesektor stets vom Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestandes in 2050 gedacht und geplant werden. Neubauten müssen bereits heute klimaneutral errichtet und bei schrittweiser Sanierung eines Bestandsgebäudes mithilfe eines individuellen Sanierungsfahrplans muss mindestens der Zielstandard KfW-Effizienzhaus 55 festgelegt werden. Durch die Erstellung von gebäudeindividuellen Sanierungsfahrplänen kann zudem die Datenlage beim Stand der Gebäudesanierung verbessert werden. Der Bundesregierung würde so die Basis für eine bundesweite Sanierungsstrategie mit konkreten Handlungsschritten und Prioritäten für die kommenden Jahrzehnte geliefert.

Quelle: DUH/wh 

 

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Dämmung & Fenster
news-6584 Mon, 02 Sep 2019 07:16:00 +0200 Denkmäler energetisch modernisieren https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/denkmaeler-energetisch-modernisieren-6584.html Wer eine denkmalgeschützte Immobilie energetisch auf den neuesten Stad bringen will, kann nicht einfach loslegen. Bestimmte bauliche Eingriffe sind verboten und auch kleinere Änderungen unterliegen strikten Regeln. Das Serviceportal „Intelligent heizen“ gibt Tipps zum Vorgehen und zur Finanzierung. Jede energetische Modernisierung sollte gut geplant werden. Für denkmalgeschützte Immobilien gilt das doppelt; denn in diesem Fall muss das Vorhaben mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden. Sachverständige Energieberater mit speziellem Know-how unterstützen Eigentümer bei ihren Vorhaben.
Mit einer energetischen Sanierung den Energieverbrauch zu senken und gleichzeitig die historische Substanz zu erhalten – diesen Spagat gilt es bei einer denkmalgeschützten Immobilie zu meistern. Dem Einbau effizienter Heizsysteme wie Brennwerttechnik, Wärmepumpe oder Pelletheizung steht in der Regel nichts im Wege. Schwieriger wird es bei Maßnahmen, die das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes verändern. Das betrifft in erster Linie die Fassadendämmung – eine der wichtigsten Maßnahme, um Energie und Kosten einzusparen. Um das Erscheinungsbild nicht zu verändern, muss häufig auf eine Innendämmung ausgewichen werden. Ähnliches gilt für die Installation von Solaranlagen. Wer diese auf der „abgewandten“ Seite des Hauses einplant, erhöht die Chance, dass die Denkmalschutzbehörde die Erlaubnis dazu erteilt.

Erlaubnis einholen und Fördermittel nutzen

 Die energetische Sanierung einer denkmalgeschützten Immobilie muss generell mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden. Energieberater für Denkmäler oder erfahrene Bauplaner erstellen ein Sanierungskonzept und kümmern sich um die Genehmigung. Erst wenn die Denkmalschutzbehörde die Erlaubnis erteilt, können die Arbeiten beginnen. Diese sollten ebenfalls von Handwerkern mit einer speziellen Ausbildung zum Denkmalschutz ausgeführt werden. Bei der Finanzierung unterstützt die KfW Bankengruppe mit vereinfachten Fördervoraussetzungen und zinsgünstigen Krediten.

Die wichtigsten Schritte im Überblick

Wichtig ist, durch einen Sachverständigen den energetischen und baulichen Zustand Ihrer denkmalgeschützten Immobilie ermitteln zu lassen,  ein mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmtes Sanierungskonzept erstellen. Wählen Sie zum Ausführen der Arbeiten speziell ausgebildete Fachhandwerker für den Denkmalschutz aus und nutzen Nutzen Sie die finanziellen Vorteile der KfW-Förderung. Dann geht alles richtig. 

Quelle: Intelligent heizen/wh 

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Heizung & Warmwasser
news-6580 Sun, 01 Sep 2019 06:30:00 +0200 Haushalte wünschen Änderung bei Energieversorgung https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/haushalte-wuenschen-aenderung-bei-energieversorgung-6580.html Das KfW-Energiewendebarometer 2019 misst bei Haushalten in Deutschland einen deutlichen Veränderungswillen bezüglich ihrer Energieversorgung. Rund 80 Prozent der Haushalte sind bereit, etwas an ihrer Energieversorgung zu ändern. Mehr als 60 Prozent möchten mehr erneuerbare Energien nutzen oder die Energie sogar selbst erzeugen. Dem Energiewendebarometer liegt eine repräsentative Umfrage bei etwa 4.000 Haushalten in Deutschland zugrunde. "Das sind gute Voraussetzungen. Denn der weitere Einsatz von erneuerbaren Energien in den privaten Haushalten ist dringend vonnöten, da sich die eingesparte Menge an Treibhausgasemissionen auch im bereits erfolgreichen Gebäudebereich noch einmal deutlich steigern muss, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung bis 2030 zu erreichen," sagt Dr. Daniel Römer, Senior Economist bei der KfW Bankengruppe.

Energiewende in Haushalten findet vor allem auf dem Land statt

Bei der Verteilung der betrachteten Energiewendetechnologien über die Haushalte in Deutschland fällt auf, dass sich derzeit insbesondere die Wohneigentümer und zudem verstärkt Haushalte in ländlichen Regionen an der Energiewende beteiligen. Lücken bestehen somit insbesondere bei Mietern und in der Stadt. Ein Hauptgrund hierfür ist der mangelnde Erfahrungsaustausch der Großstädter untereinander. Eine mögliche Maßnahme zur Beschleunigung der Energiewende in den Städten kann die Etablierung von Netzwerken zum Erfahrungsaustausch sein.

Auch bezüglich der Mobilität stehen bei den Haushalten Veränderungen an. Heute verfügen zwar nur rund 1 Prozent der Haushalte über ein Hybrid- oder Elektroauto, jeder vierte Haushalt plant jedoch, in 10 Jahren ein Elektroauto zu fahren.

Als zentrales Hemmnis für die stärkere Verbreitung von Elektroautos geben die Haushalte neben dem hohen Anschaffungspreis eine zu geringe Anzahl von Ladestationen an. Nur rund ein Viertel der Ladevorgänge finden dabei an öffentlicher Ladeinfrastruktur statt. Daher ist der Ausbau privater Ladeinfrastruktur ein zentraler Faktor. Die baulichen Grundvoraussetzungen scheinen vielerorts gegeben: 36 Prozent der Haushalte mit Auto gaben an, über einen Stellplatz mit Steckdose zu verfügen, weitere 46 Prozent haben einen festen Stellplatz für ihr Auto. Hinzu kommen die Stellplätze beim Arbeitsplatz. Durch entsprechende Förderung sollte es möglich sein, die bestehende Elektrik zu  ertüchtigen oder zu erweitern - und so einem Großteil der Haushalte Zugang zu ausreichender Ladeinfrastruktur zu ermöglichen.

In den Städten besteht auch bezüglich der Verkehrsbelastung Handlungsbedarf. Drei Viertel der deutschen Haushalte lehnen jedoch eine City-Maut ab, ebenso wie eine Erhöhung der Parkgebühren. Kommunen, die diese Maßnahmen zur effizienteren Raumnutzung anstreben, sollten Möglichkeiten entwickeln, um die Bürger von Sinn und Zweck dieser Maßnahmen zu überzeugen – etwa durch ein schlüssiges Gesamtkonzept. In diesem Zusammenhang zeigt sich, dass nur rund 20 Prozent der Haushalte dem grundsätzlichen Ziel der Verkehrsvermeidung ablehnend gegenüber stehen. Jeder zweite Haushalt würde sogar den Ausbau von Tempo-30-Zonen unterstützen. Deshalb ist es wichtig, die Kommunen bei der Entwicklung ganzheitlicher und auf die Bürger abgestimmter Konzepte zu unterstützen, die etwa die Mitteleinnahmen aus City-Maut und Parkgebühren für den Ausbau des ÖPNV sowie der Fahrrad- und Fußwege vorsehen.

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Finanzierung
news-6572 Fri, 30 Aug 2019 08:54:00 +0200 Solarbranchentag diskutiert PV-Rahmenbedingungen https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/solarbranchentag-diskutiert-pv-rahmenbedingungen-6572.html Am 24. Oktober 2019 findet in Stuttgart der Solarbranchentag statt. Im Mittelpunkt stehen neue Geschäftsmodelle und der Beitrag von Solarstrom für die Sektorenkopplung. Auf der Branchenveranstaltung diskutieren Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Verbänden, Unternehmen und Kommunen außerdem über notwendige Anpassungen der Rahmenbedingungen für eine dauerhaft positive Entwicklung. Organisiert wird die Veranstaltung bereits zum sechsten Mal von der Branchenvereinigung Solar Cluster Baden-Württemberg und dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Die Energiewende soll vorangehen. Im Juli 2019 gab das Fraunhofer ISE bekannt, dass im ersten Halbjahr 2019 Solar- und Windenergieanlagen bereits mehr Strom erzeugt hätten als Kohlekraftwerke. Insgesamt 25,1 Terawattstunden Strom aus Sonnenenergie speisten Photovoltaikanlagen von Januar bis Juni in das deutsche Stromnetz ein. Der Ausbau der installierten Solarstromleistung stieg laut ISE auf 48 Gigawatt. Das reiche jedoch noch längst nicht aus, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. Dazu müsse die Photovoltaik mindestens um den Faktor vier ausgebaut werden.

Ausbau strukturieren

Diskussionen wird es sicherlich um die Gestaltung der Rahmenbedingungen für den Photovoltaikausbau geben. Schon heute wirkt sich etwa der 52-Gigawatt-Förderdeckel auf die Geschäftsentwicklung aus. Photovoltaik-Dachanlagen und Freiflächenanlagen bis 750 Kilowatt werden zurückgestellt. Es wird befürchtet, dass die Projekte bei Erreichen des Deckels, voraussichtlich 2020, keine rentierliche Vergütung mehr erhalten. Die Folge wäre ein massiver Einbruch der Photovoltaik-Ausbauzahlen.

Der Solarbranchentag richtet den Blick auch auf die Situation in Baden-Württemberg: Im Rahmen der Solaroffensive haben sich im vergangenen Jahr zwölf vom Land geförderte regionale Photovoltaiknetzwerke gegründet. Zu deren Aufgabenbereich gehört der Abbau von Informationsdefiziten. Nach zwölf Monaten Arbeit gibt es bereits erste Erfolge. Auch das im vergangenen Jahr vom Land Baden-Württemberg ins Leben gerufene Förderprogramm „Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher“ verlief erfolgreich: Innerhalb eines Jahres wurden 44 Megawatt peak Photovoltaik-Leistung sowie 30 Megawattstunden Speicherkapazität im Ländle zugebaut. Die dafür zur Verfügung gestellten Fördermittel in Höhe von zehn Millionen Euro waren nach nur 17 Monaten ausgeschöpft.

Im Südwesten ist trotzdem noch ein weiter Weg zurückzulegen: Wie auf Bundesebene muss die Photovoltaik deutlich ausgebaut werden. Die Bevölkerung stehe dahinter: Photovoltaik genieße bei der Mehrzahl an Bürgern ein hohes Ansehen. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft hat ergeben, dass die Solarenergie mit einer Zustimmung von 71 Prozent das beliebteste Klimaschutzinstrument ist. Die große Mehrheit der Bundesbürger erwartee von der Bundesregierung zudem weiterhin die Förderung neuer Solaranlagen.

Gesamte Bandbreite der Photovoltaik an einem Tag

Diese und weitere Themen stehen im Fokus des Solarbranchentages. Der erste Block befasst sich mit den Leitplanken für den Solarenergieausbau in Baden-Württemberg. Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller wird über den Status Quo und die Zukunft der Solarbranche im Land berichten. Über die Möglichkeiten für den Solarausbau auf kommunaler Ebene informiert Steffen Jäger, erster Beigeordneter des Gemeindetags Baden-Württemberg. Welche Chancen sich für regionale Unternehmen auf dem europäischen Solarmarkt ergeben, darüber spricht Michael Schmela, Geschäftsführer von SolarPower Europe. Steffan Kapferer, Vorsitzender des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), zeigt die Erfolgsinstrumente für die Solarwirtschaft in Deutschland auf. Zum Schluss des ersten Blocks erklärt Markus Schwarz die Sichtweise Sparkassen auf die Photovoltaik und deren Vorschläge zur Finanzierung ohne EEG-Förderung.

Nach der Mittagspause dreht es sich in Block 2 um Sektorenkopplung, Netzwerken und neue Geschäftsmodelle. Den Anfang macht Dr. Andreas Bett vom Fraunhofer ISE mit einem Vortrag zum Thema „Sektorenkopplung – der Beitrag der Photovoltaik zur zukünftigen Energieversorgung“. Über die Kombination von Elektromobilität und Photovoltaik berichten Jean-Christoph Heyne und Kurt Desimpelaere von der Siemens AG. Im Anschluss stellt Martin Klein von den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim das Projekt SolarHeatGrid – Solare Wärmeversorgung – den Teilnehmern vor. Nach der Kaffeepause geht es im letzten Block um die Chancen der Photovoltaik und neue Geschäftsmodelle. Den Anfang machen Florian Vetter von der EnBW Thomas Benz von der Umweltbank. Sie berichten über Standard-PPA und Finanzierungen für PV-Anlagen außerhalb der EEG-Förderung. Anschließend informiert Alexander Sladek, Elektrizitätswerke Schönau eG, über Bürgerstromhandel als Geschäftsmodell für Post-EEG-Anlagen. Der Solarbranchentag findet im Hopsitalhof, Büchstraße 33 statt, Teilnahmegebühr sind 120 € (zzgl. 19 % USt.), für Mitarbeiter von Mitgliedsorganisationen des Solar Clusters BW sowie für Schüler und Studenten 70 €. Quelle: Solar Consulting/wh 

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Solarenergie
news-6579 Fri, 30 Aug 2019 05:54:00 +0200 Unternehmen sehen KI als Chance für Energiewende https://www.enbausa.de/finanzierung/aktuelles/artikel/unternehmen-sehen-ki-als-chance-fuer-energiewende-6579.html Die große Mehrheit der deutschen Energieunternehmen sieht erhebliche Chancen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). So gehen insgesamt 74 Prozent der Unternehmen davon aus, dass sich der Einsatz von KI-Technologie positiv auf die Energiewende auswirken wird. Das zeigt eine aktulle Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (Dena) unter 250 Entscheidern in Unternehmen der Energiewirtschaft. Die Umfrage zeigt aber auch, dass die Branche noch am Anfang steht. Ein Haupthindernis sei mangelndes Wissen über KI-Technologien, mögliche Anwendungsfelder und Geschäftsmodelle, heißt es in der Studie."Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie für die integrierte Energiewende und bietet enormes Innovationspotenzial für die Wirtschaft", sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung. "Es lohnt sich, die weitere Entwicklung jetzt zügig voranzutreiben. Fortschritt braucht eine Richtung. Der Fokus bei der weiteren Debatte über die Nutzung von KI sollte daher auf konkreten Anwendungsfällen liegen. Wir brauchen eine Ausbildungsoffensive für IT-Fachkräfte im Energiesektor. Außerdem können Netzwerke und Partnerschaften zwischen etablierten Akteuren und Start-ups die Verbreitung von KI in der Energiebranche beschleunigen."

Wenig investiert 

Vor allem für die integrierte Energiewende, also das Zusammenwachsen der Energiesektoren Strom, Wärme und Verkehr, und die intelligente Optimierung des Energiesystems schreiben Unternehmen KI eine hohe Bedeutung zu. 82 Prozent sind überzeugt, dass KI in diesem Bereich eine wichtige Rolle spielen wird. Bei Erneuerbare-Energien-Anlagen sind beispielsweise durch die KI-gestützte Analyse von Wetter- und Sensordaten genauere Prognosen möglich, wodurch sich die Netzstabilität und Versorgungssicherheit erhöht. Auch für die Bereiche Smart City, Mobilität und Energieeffizienz sind KI-Anwendungen nach Ansicht der Befragten besonders vielversprechend. Obwohl ein Großteil der Unternehmen die Potenziale von KI für den Energiebereich erkennt, verfügt aktuell nur etwa jedes achte (13 Prozent) über eine KI-Strategie. Nur ein Bruchteil hat bereits in KI investiert (7 Prozent) oder in naher Zukunft Investitionen geplant (6 Prozent). Mangelndes Wissen wird als wesentliche Hürde für den KI-Einsatz benannt. Lediglich 17 Prozent der Unternehmen fühlen sich gut zu KI-Themen informiert. Nur etwa ein Drittel (36 Prozent) informiert sich aktiv. Doch offenbar wollen viele Energieunternehmen das Thema in Zukunft verstärkt angehen. Gut ein Drittel (35 Prozent) von ihnen plant, KI in den nächsten fünf Jahren einzusetzen. Quelle: Deutsche Energie Agentur GmbH/wh 

 

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Finanzierung
news-6577 Thu, 29 Aug 2019 06:14:00 +0200 Farbstoff steigert die Leistung organischer Solarzellen https://www.enbausa.de/solarenergie/aktuelles/artikel/farbstoff-steigert-die-leistung-organischer-solarzellen-6577.html Organische Solarzellen bestehen aus kostengünstigen Materialien und sind leicht herzustellen. In Wirkungsgrad und Stabilität liegen sie aber immer noch weit hinter den Solarzellen aus Silizium zurück. Ein deutsche-chinesisches Wissenschaftlerteam hat eine Möglichkeit gefunden, organische Solarzellen leitfähiger und damit auch leistungsfähiger zu machen. Durch Dotierung der Metalloxidschicht zwischen Elektrode und Aktivschicht mit einem speziell aufbereiteten organischen Farbstoff steigerten sie sowohl den Wirkungsgrad als auch die Stabilität, schreiben sie in der Zeitschrift Angewandte Chemie. Organische Solarzellen wandeln Licht in elektrischen Strom um. Das Herzstück der Zellen ist die aktive Schicht, die aus speziell entwickelten organischen Molekülen besteht. Hier werden die Elektronen und Löcher, die positiven Gegenstücke der Elektronen, erzeugt. Die Ladungsträger wandern zu den Elektroden und bilden den elektrischen Strom. Ein grundsätzliches Problem beim Aufbau organischer Solarzellen ist die genaue Abstimmung der einzelnen Materialien. Die Elektroden sind anorganisch, aber die aktive Schicht ist organisch. In vielen organischen Solarzellen verbinden daher Zwischenschichten aus Metalloxid die Materialien. Aber deren Leitfähigkeit ist meist nicht optimal.

Die Teams um Frank Würthner von der Universität Würzburg und Zengqi Xie von der South China University of Technology in Guangzhou versuchten nun, die Zinkoxidschicht zwischen der negativen Elektrode und der aktiven Schicht etwas organischer und unter Licht leitfähig zu machen. Damit sollte der Kontaktwiderstand unter Sonnenlichteinstrahlung verringert werden. Die Wissenschaftler bereiteten einen organischen Farbstoff so auf, dass er stabile Komplexe mit Zinkionen bildet, die sich in der Zinkoxidschicht befinden. Dieser modifizierte Farbstoff mit dem Namen Hydroxy-PBI kann unter Sonnenlicht selbst Elektronen in die Zinkoxidschicht einspeisen, was deren Leitfähigkeit erhöht.

Anschließend bauten die Wissenschaftler die organische Solarzelle zusammen. Sie bestand aus einer Indium-Zinnoxid-Glaselektrode, der Hydroxy-PBI-dotierten Zinkoxidschicht, der aktiven Schicht aus einem Polymer als Elektronendonor und einem organischen Molekül als Akzeptor, einer weiteren Metalloxidzwischenschicht und einer Aluminiumelektrode als positiver Elektrode. Dieser Aufbau, eine sogenannte invertierte Bulk-Heterojunction-Architektur, entspricht der einer modernen, leistungsfähigen organischen Solarzelle, die unter optimalen Bedingungen einen Wirkungsgrad von bis zu 15 Prozent hat.

Die Dotierung war in mehrfacher Hinsicht vorteilhaft. Je nach Farbstoff – die Wissenschaftler testeten mehrere Farbstoffe mit leicht unterschiedlichen Strukturen – erreichte der Wirkungsgrad fast 16 Prozent. Und auch die Zinkoxid-Zwischenschicht war durch die Dotierung offenbar stabiler geworden. Ausschlaggebend für den Fortschritt war laut der Autoren die Modifizierung des Farbstoffs PBI zum Hydroxy-PBI, denn nur diese Form konnte den festen Komplex mit den Zinkionen eingehen. Erst damit entstand demnach eine stabile anorganisch-organische Hybridstruktur, die einen besseren Kontakt zum aktiven Material vermittelte. Die Autoren planen, das Verfahren für andere Zwischenschichten und zum Beispiel auch auf die OLED-Technologie auszuweiten. Quelle: Universität Würzburg / sth

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Solarenergie
news-6555 Wed, 28 Aug 2019 07:12:00 +0200 Daikin gibt Patente für R-32 frei https://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/daikin-gibt-patente-fuer-r-32-frei-6555.html Zum 01. Juli 2019 gab Daikin den Zugang zu 176 Patenten zum Kältemittel R-32 für die Wettbewerber frei. Dadurch fördert Daikin die internationale Einführung der R-32 Technik. Durch die Freigabe ist ein einfacher Zugriff auf die Patente gewährleistet – spezielle Genehmigungen oder Verträge sind nicht notwendig. Das Kältemittel ist sowohl flüssig als auch gasförmig nachfüllbar, viele Installationswerkzeuge der Alternative R-410A lassen sich auch im Umgang mit R-32 nutzen. Mit seinem geringen GWP von 675 trägt R-32 dazu bei, die Forderungen der F-Gase Verordnung zu erfüllen. Diese soll durch die schrittweise Begrenzung der Verkaufsmengen von teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffen (HFKW) bis 2030 das CO2-Äquivalent der heutigen Verkaufsmengen verglichen mit dem Basisjahr 2015 auf ein Fünftel reduzieren. Hinzu kommt, dass das Ein-Komponenten-Kältemittel leicht zu gewinnen und zu recyceln ist, was dazu beiträgt, den Bedarf an zusätzlicher Kältemittelproduktion zu verringern.

Die zu Daikin gehörende Rotex Heating Systems stellt ihr Wärmepumpenportfolio weiter auf  R-32 um: Die HPSU compact (Leitungsgrößen 4, 6 und 8 kW) mit dem Kältemittel R410-A, wird aus dem Programm genommen und durch die HPSU compact Ultra ersetzt. Diese arbeitet aufgrund des Kältemittels R-32 effizienter und schafft höhere Vorlauftemperaturen. Mit der neuen Preisliste wird auch der Markenwechsel zu Daikin weiter forciert: Produktnamen sowie Artikelnummern beider Marken sind angegeben und Daikin Artikel können bereits bestellt werden. Hierbei handelt es sich um baugleiche Typen mit identischen Leistungsdaten und Fördervoraussetzungen.

„Mit der Umstellung der Niedertemperatur-Wärmepumpen auf R-32 machen wir unser Produktportfolio mit Blick auf die F-Gase-Verordnung fit für die Zukunft“, erklärt Georg Blümel, Geschäftsführer Rotex Heating Systems GmbH. Ab Januar 2020 wird die Daikin Gruppe mit einer  Heizungsmarke in Deutschland auftreten: Die Rotex-Produkte tragen dann den Markennamen Dakin. Die Markenumstellung erfolgt nach einer Übergangsphase in mehreren Schritten zum 31.12.2019.

Nachfolgemodelle der ROTEX HPSU compact sind die ROTEX HPSU compact Ultra beziehungsweise ab Januar 2020 die Daikin Altherma 3 R ECH2O in den Leistungsgrößen 4, 6 und 8 kW mit R-32. Die HPSU compact mit R-410A in den höheren Leistungsgrößen 11, 14 und 16 kW bleibt bis auf Weiteres zunächst im Portfolio und ist ab Januar 2020 unter dem Produktnamen Daikin Altherma R ECH2O erhältlich. Quelle: Daikin/pgl

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Heizung & Warmwasser