"Erkenntnissen müssen Taten folgen"

DGNB zieht positives Fazit der Klimakonferenz

Beim Gipfel der Städte und Regionen während der Klimakonferenz wurde das Bonn-Fiji-Commitment mit einer Vielzahl von Initiativen angenommen. © Ehlerding

Die Bilanz der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zur UN-Klimakonferenz in Bonn fällt überwiegend gut aus. Der Bausektor bekommt ihrer Ansicht nach zunehmend mehr Gewicht in der Klimaschutzdebatte. Seine Bedeutung für die Klimaziele und die Notwendigkeit einer nachhaltigeren Bauweise seien von den Entscheidungsträgern verstanden.

Städte und Regionen zeigen auf dem Gebiet des nachhaltigen Bauens viel Gestaltungswillen, hat die DGNB beobachtet. Gleichzeitig sei deutlich geworden, dass aus dem Wissen um den Handlungsdruck in puncto Klimaschutz noch viel zu selten eine praktische Umsetzung erfolge.

 „Es waren zwei intensive Wochen, die gezeigt haben, an welchen Stellschrauben es klemmt“, sagte Christine Lemaitre, geschäftsführender Vorstand der DGNB. „Vieles von dem, was in den Köpfen angekommen ist, findet noch nicht den Weg in die Hände. Es gibt Leuchtturmprojekte, etwa im Bereich der Nullenergiegebäude, die zeigen, dass es geht. Doch auf dem Weg in die breite Planungs- und Baupraxis sowie im Hinblick auf die gesellschaftliche und damit politische Relevanz des Themas stehen wir noch am Anfang“, sagte Lemaitre.

 Bei der Weltklimakonferenz war die DGNB bei sechs Veranstaltungen aktiv eingebunden. Hierzu zählten u.a. das Building Action Symposium vom United Nations Environment Programme (UNEP) und der Global Alliance for Building and Construction (GABC) sowie ein eigenes Side Event im Deutschen Pavillon. Auch im Chinesischen Pavillon war die DGNB vertreten – als einziger nicht-chinesischer Mitorganisator bei der Veranstaltung „Entrepreneurship and Innovation in the Age of Emission Reduction“.

 „Gerade in Ländern wie China braucht es Vorreiter aus Politik und Wirtschaft, die sich klar zum Thema Klimaschutz bekennen und dieses federführend voranbringen“, sagt Johannes Kreißig, Geschäftsführer der DGNB GmbH, der an dem Side Event im chinesischen Pavillon teilnahm. „Wir freuen uns, dass die Expertise der DGNB im Bereich des nachhaltigen Bauens bei führenden Vertretern des chinesischen Bau- und Immobiliensektors so gefragt ist und wir damit unseren Beitrag leisten können, auf globaler Ebene mehr zu bewegen in Sachen Nachhaltigkeit.“

Auch die Relevanz der Sustainable Development Goals (SDGs) der UN für den Klimaschutz im Ganzen und den Bausektor im Speziellen wurde bei der COP23 deutlich, etwa beim Human Settlements Day, bei dem die DGNB ebenfalls beteiligt war. „Wichtig ist, die SDGs auf konkrete Handlungsfelder herunterzubrechen, damit sie nicht als leere Worthülsen auf der Metaebene verbleiben. Man muss dabei auch nicht immer das Rad neu erfinden, sondern sollte auf die Expertise und Tools zurückgreifen, die es schon gibt“, sagt Lemaitre.

Passend zur Klimakonferenz hat die DGNB in der neuesten Version ihres Zertifizierungssystems bei sämtlichen 37 Kriterien geprüft, welchen Beitrag sie zur Erfüllung der globalen Nachhaltigkeitsziele haben, und diesen für Bauherren damit ausweisbar gemacht.

Für die DGNB geht der Blick nun nach vorne, mindestens bis zur 24. Weltklimakonferenz, die im kommenden Jahr im polnischen Kattowitz stattfinden wird. „Entscheidend ist, was von den Gesprächen und Vorhaben der letzten zwei Wochen nun in tatsächliche Handlungen überführt wird“, so Lemaitre. „Die jüngst veröffentlichten Zahlen, nach denen der globale CO2-Ausstoß trotz aller Bemühungen 2017 weiter gestiegen ist, sollten Warnsignal genug sein. Abwarten und Pläneschmieden allein bringt uns beim Klimaschutz nicht weiter.“ Quelle: DGNB / sue

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