Bei der Klimakonferenz in Paris geht es um energieeffizientes Bauen

Zementindustrie arbeitet am Klimaschutz

Er ist wieder da: Arnold Schwarzenegger bei der Klimakonferenz. © Ehlerding

Mit einer umfangreichen Deklaration, dem Bonn-Fiji-Commitment, haben Städte und Regionen bei der Klimakonferenz ein Bekenntnis zum Klimaschutz abgelegt und mit Aktionsplänen unterlegt. Mehrere Veranstaltungen der UNO-Konferenz widmeten sich dem energieeffizienten Bauen.

Die Unterzeichner des Bonn-Fiji-Commitment verpflichten sich, die Ziele des Klimaabkommens von Paris in ihrem Zuständigkeitsbereich umzusetzen. Sie werden dem Carbonn Climate Registry, der führenden Berichtsplattform für Städte und Gemeinden, über ihre Emissionen berichten. Schon jetzt machen die Selbstverpflichtungen der Städte zur Emissionsreduzierung weltweit 5,6 Gigatonnen CO2-Äquivalente bis 2020 aus. Zum Vergleich: die Emissionen aus menschlichen Aktivitäten betragen jährlich 41 Gigatonnen CO2.

Städte können also sehr viel zum Klimaschutz beitragen. Das wurde besonders deutlich beim Tag der Städte und Regionen am vergangenen Sonntag. "Es war das erste Mal, dass Städte und Regionen bei einer Klimakonferenz zusammengesessen haben. Das ist ein starkes Signal für Regierungsarbeit auf vielen Ebenen", sagte der Oberbürgermeister von Bonn, Ashok Sridharan.

Zu den 19 Initiativen des Gipfels von Städten und Gemeinden zählen unter anderem ein Trainingsprogramm für Stadtplaner, eine Datenbank für die Selbstverpflichtungen von Städten und Gemeinden zum Klimaschutz, die europäische Connect-Platforma zur Stärkung der technischen Expertise für den Klimaschutz, die Frontline-Initiative der Küstenstädte, die Initiative Regions Adapt – nrg4sd, die Initiative zu Nachhaltigkeitszielen DST, die Transforming Urban Mobility Initiative des deutschen Entwicklungshilfeministeriums und die Urban Transition Alliance.

Unter heroischer Musik zog am Ende des Tages Arnold Schwarzenegger in den Saal ein, begleitet von Patricia Espinosa, der Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention und dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet. In einer humorvollen Rede warf Schwarzenegger einen Blick zurück auf seine Zeit als Gouverneur von Kalifornien, in der er die damals schärfsten Emissionsvorschriften der Welt einführte, wie er sagte. Das sei nicht einfach gewesen.  "Aber wenn ich immer auf die Neinsager gehört hätte, würde ich heute noch in den Alpen sitzen und jodeln", sagte er.

Schwarzenegger stellte sein Digital Environmental Legislative Handbook vor, in dem gute Gesetze für den Klimaschutz auf subnationaler Ebene gesammelt werden, damit nicht jeder das Rad neu erfinden muss, sondern auf gute Beispiele zurückgreifen kann. Außerdem werde seine Initiative R20, ein Bündnis für Regionen, für die Finanzierung von Projekten mit sauberen Energien aufkommen.

Die Nische der Null-Emissionshäuser wächst

Um Null-Emissionshäuser ging es bei einer Veranstaltung zu den UN-Nachhaltigkeitszielen 7, 11, 13, die alle mit dem Gebäudesektor zu tun haben. Unter der Moderation von Christine Lemaitre von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen berichteten Fachleute aus neun Ländern über die Fortschritte beim energieeffizienten Bauen. Noch sind Null-Emissionshäuser überall eine Nische, aber sie wird größer.

Julia Panzer von Danfoss berichtete über die guten Umsatzsteigerungen, die ihr Unternehmen mit sauberen Technologie mache. "Wir können nicht weiter einen Tesla mit Dieselmotor verlangen", beschrieb sie die Baupraxis in einem Bild. Gemeint waren schöne Gebäude mit glitzernden Fassaden, die im Inneren die ältesten und billigsten Heizungssysteme haben.

Auch die Zementindustrie stellt sich auf neue Zeiten ein, in denen Emissionen reduziert werden müssen. Das ist in dieser Branche besonders schwierig: Selbst wenn die Zementindustrie mit 100 Prozent erneuerbarem Strom arbeiten würde, entstünde beim Prozess der Zementherstellung immer noch sehr viel Kohlendioxid. Also bleibt künftig nichts Anderes übrig, als es abzuscheiden, damit es nicht in die Atmosphäre gelangt.

Martin Schneider vom Verein Deutscher Zementwerke stellte ein Projekt dazu vor, das allerdings noch nicht ausfinanziert ist: In Retznei in der Steiermark und in Colleferro in Italien sollen zwei Werke gebaut werden, in denen Kohlendioxid während des Produktionsprozesses abgeschieden wird. Erprobt werden soll das technisch aufwändige Oxyfuelverfahren. Die Kosten betragen insgesamt 55 Millionen. Ohne einen Preis auf CO2 würden sich die technischen Lösungen aber nicht rechnen, forderte Schneider die entsprechenden Rahmenbedingungen.

Zur Verwendung des abgeschiedenen CO2 hat Heidelberg Cement Ideen entwickelt. In einem Pilotprojekt in Marokko will das Unternehmen Kohlendioxid sinnvoll nutzen: In einer Farm in der Wüste werden Algen damit gefüttert, um danach als Futter für die lokale Fischzucht zu dienen. Der Bau der Farm beginnt gerade. Noch 20 andere Projekte dieser Art hat Heidelberg Zement in der Pipeline, berichtete Rob van der Meer von Heidelberg Cement bei einer Veranstaltung im Deutschen Pavillon.

Dort ging es bei einer weiteren Veranstaltung um den energieeffizienten Umbau von Quartieren. Gregor Langenbrinck vom Büro Urbanizers berichtete über Erfahrungen aus einem Projekt in Bad Neuenahr-Ahrweiler. "Man sollte sich nicht zu sehr in technische Lösungen verlieben, sondern immer auch auf die Praktikabilität achten", sagte er. Wichtiger als alles andere sei ein gutes Konzept und ein konkreter Umsetzungsplan mit Festlegungen, wer wann was macht. Gute Kommunikationsarbeit ist bereits als wichtiges Element von Quartierssanierungen bekannt. "Das Team dafür muss finanziell gut ausgestattet sein", sagte Langenbrinck.

Sei Tipp: Ein, zwei Maßnahmen identifizieren, die schnell umzusetzen sind. „Das gibt einem Projekt Schwung.“ Von Susanne Ehlerding

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