Kulturminister beschließen Erklärung von Davos

Europaweite Koalition definiert Baukultur

Der Staatssekretär im Bauministerium, Gunther Adler, und Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, mit der Erklärung von Davos © Bundesstiftung Baukultur

Mit einer Erklärung zur Baukultur bestätigen die europäischen Kulturminister den großen Bedarf an einer gut  gebauten Umwelt angesichts von Urbanisierung, Ressourcenknappheit und Flächenverbrauch. Die Erklärung anerkennt die schwerwiegenden Folgen des Klimawandels, sieht durch seine Bekämpfung aber auch Gefahren für die Baukultur.

"Die Davos Declaration zeigt, dass die Verbesserung der gebauten Umwelt inzwischen ein europaweites, politisches Anliegen ist", sagt Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, nach der Verabschiedung. Alle Teilnehmer seien sich einig, dass mit dem deutschen Begriff "Baukultur", der erstmalig in offiziellen internationalen Dokumenten verwendet wird, neues Terrain für eine integrierte Betrachtung von Erbe, Bestand und Neubau betreten werde. Die Davos Declaration "Towards a high-quality Baukultur for Europe" wurde im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos im Januar beschlossen.

Mit der Zustimmung zur Deklaration folgen die europäischen Kulturminister dem Baukulturverständnis der Bundesstiftung. Das Konzept umfasst demnach den kompletten Gebäudebestand, öffentliche Plätze und Infrastrukturen, aber auch Prozesse der Bauplanung und -realisierung sowie handwerkliche Techniken.

Kritiker von energetischer Sanierung führen Baukultur immer wieder als Gegenkonzept zu ihr an. Vor allem die Überformung historischer Fassaden mit Wärmedämmung wird als problematisch thematisiert. Eine Lösung für denkmalgeschützte Gebäude kann eine Innendämmung sein. Bei einem Renaissance-Gebäude in Wismar ist der Berliner Architekt Eike Roswag mit nachwachsenden Dämmstoffen neue Wege gegangen.Befürworter von Wärmedämmung weisen darauf hin, dass Fassaden durch energetische Sanierung auch aufgewertet werden können.

Die Davoser Erklärung anerkennt den großen Einfluss, den Klimawandel und Umweltschäden auf das Wohnumfeld haben. Gleichzeitig sei es höchste Zeit, Maßnahmen zu ergreifen, damit Trends im Umwelt- und Klimabereich nicht zur Minderung der Qualität von Baukultur führen.

Weiter heißt es in der Erklärung, Baukultur könne nur im interdisziplinären Austausch gelingen. Der Begriff geht weit über bauliche Themen hinaus, schließt Nachhaltigkeit und sozialen Zusammenhalt ein. Für gute Baukultur sei der Schulterschluss von Gesetzgebern, Institutionen, Bau- und Planungsbranche sowie der Zivilgesellschaft nötig. Die Unterzeichner wollen Maßnahmen zur Umsetzung von Baukultur unterstützen und darauf hinwirken, dass sie noch stärker zu einem Thema politischer Zukunftsgestaltung wird. Quelle: Bundesstiftung Baukultur / sue

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