Stromspitzen sollen abgefedert werden

Badenova startet Speicherprojekt mit privaten Haushalten

Start des Speicherprojekts mit Badenova-Vorstand Radensleben (links) und Familie Zimmermann. © Badenova

Badenova testet derzeit mit Endverbrauchern die Vernetzung von PV-Batteriespeichern zu einem so genannten Schwarmspeicher. Das ist Teil des internationalen EU-Forschungsprojekts Invade. Ziel ist es, die Energiewende in der Region voranzutreiben.

 

Das Projekt der Badenova sieht vor, die einzelnen Batteriespeicher kommunikationstechnisch zu vernetzen. Dadurch entsteht ein virtueller Großspeicher. Vorteile sind unter anderem eine Entlastung des Stromnetzes und damit mehr freie Kapazitäten für neue regenerative Erzeugungsanlagen (Solar-, Wind-, Wasserkraftanlagen etc.). "Über das Thema Netzausbau wird in Deutschland viel diskutiert. Je mehr Speichermöglichkeiten wir aber haben, die intelligent miteinander kommunizieren, desto weniger neue Stromautobahnen müssen gebaut werden", fasst Thorsten Radensleben, Vorstandsvorsitzender der Badenova, den Zweck des Projekts zusammen.

Während der Projektlaufzeit werden die Batteriespeicher der privaten Energiepioniere durch die zentrale Invade-Plattform geregelt. An Hand von Wetter-, Last-, Strompreis- und Netzzustandsprognosen wird ein optimierter Fahrplan für den Speichereinsatz erstellt und ins System der Endverbraucher zurückgespielt. Alle Daten stehen diesen in einem eigenen Portal zur Verfügung. Durch die Steuerung können die Batteriespeicher mehr Nutzen generieren und schneller wirtschaftlich werden. Die Projektteilnehmer erhalten einen Teil ihrer Stromkosten vom Netzbetreiber ersetzt.

Frank Zimmermann aus Freiburg ist einer der Teilnehmer: "Die Energiewende betrifft uns alle. Für mich ist dies daher eine Selbstverständlichkeit, der Badenova Zugriff auf meine PV-Anlage und Batteriespeicher zu gewähren. Ich bin überzeugt, dass die Erfahrungen und Ergebnisse aus diesem Pilotprojekt Grundlage sind, dass zukünftig noch mehr Solaranlagen in die bestehenden Stromnetze integriert werden können", begründet er seine Teilnahme.

Neben der bereits stattfindenden Selbstoptimierung für den Stromverbrauch im Haushalt können die Batteriespeichersysteme durch die Steuerung zusätzlich netzdienlich eingesetzt werden und damit das Stromnetz an sich entlasten.

"Perspektivisch ist außerdem die Vermarktung der Speicherkapazität an der Strombörse möglich", sagte Radensleben. Ziel des Pilotprojekts ist es jedoch primär, einen neuen Anwendungsfall zu untersuchen, bei dem die Vernetzung und externe Steuerung von Batteriespeichersystemen in Privathaushalten zu einer Verringerung von Leistungsspitzen in den Stromverteilnetzen führen soll.

Stromnetze werden entsprechend den zu erwartenden Spitzenlasten dimensioniert. Um den Spitzenlasten gerecht zu werden, müssen Netzbetreiber wie die Badenova-Tochter bnNETZE Kapazitäten in den Stromnetzen weit über die durchschnittlich benötigte Leistung hinaus bereithalten. Das bedeutet einen hohen Invest, denn das Netz muss entsprechend stark dimensioniert werden. Die dadurch entstehenden Kosten werden über die Netznutzungsentgelte abgedeckt. Der Einsatz von Speichern kann in Zukunft zur Reduzierung der Netznutzungsentgelte führen.

Badenova nutzt das Batteriespeicherprojekt zudem für das Testen weiterer Energieprodukte: Die Teilnehnmer wurden unter anderem mit den ersten am Markt verfügbaren intelligenten Stromzählern, so genannten "Smart Metern", ausgestattet;  sowie im Fall eines vorhandenen Elektrofahrzeugs mit einer fernsteuerbaren Ladevorrichtung. Quelle: Badenova / pgl

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