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Statement zum Aktionsprogramm des Bundesumweltministeriums

Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz“ trifft auf offene Ohren

Moore gelten als die effektivsten Kohlenstoffspeicher aller Landlebensräume. Foto: wlad074/stock.adobe.com

Das Bundesumwelt- und Verbraucherschutzministerin (BMUV) stellte am 29. März das im Koalitionsvertrag angekündigte Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz“ vor. Das Programm skizziert Maßnahmen in verschiedenen Handlungsfeldern – von der Wiedervernässung der Moore über den Schutz unserer Wälder bis hin zur Verbesserung des Datenmonitorings.

Laut Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Deutschen Energie-Agentur (dena), begrüßt sie den neuen Fokus auf den Schutz und die Wiederherstellung der Moore. Hierfür müssten Nutzungskonflikte aufgelöst, neue Einkommensmodelle für Landbesitzer gefunden und Anreizsysteme entwickelt werden. Die angekündigte nationale Moorschutzstrategie sollte zeitnah weitere Antworten geben, so Kuhlmann. Wichtig wird es zudem sein, mit diesen Maßnahmen eine größtmögliche Resilienz gegenüber zukünftigen Klimaveränderungen zu erreichen, damit die Kohlenstoffspeicherung in unseren natürlichen Ökosystemen nicht wieder verloren gehen.

Natürliche Senken könnten einen entscheidenden Beitrag beim Klimaschutz und der Aufnahme unvermeidbarer CO2-Emissionen leisten. Über die Hälfte aller globalen menschengemachten Kohlendioxid-Emissionen werden von terrestrischen und marinen Ökosystemen als natürliche Senken aufgenommen. Das Jahr 2022 muss für den natürlichen Klimaschutz eine Kehrwende werden, sagt Kuhlmann weiter.

Auch die Landwirtschaft muss ihren Beitrag leisten

Auch der Aufbau von naturnahen und intakten Waldökosystemen könne diese Klimaresilienz erhöhen: „Die Kohlenstoffspeicherung in langlebigen Holzprodukten über eine Kaskadennutzung als Beitrag zum LULUCF-Sektor wird im Aktionsprogramm allerdings noch nicht adressiert. Gleichzeitig ist klar, dass diese Vorhaben nur dann erfolgreich sein können, wenn sie über die unterschiedlichen Ressorts und politischen Ebenen hinweg abgestimmt und gemeinsam umgesetzt werden.“

Da 80 Prozent der Emissionen aus Mooren auf landwirtschaftliche Nutzung zurückgehen, sei eine Lösung des Problems nicht ohne einen Beitrag der Landwirtschaft zu leisten. Ohne eine Transformation der Landwirtschaft und auch einer Veränderung von Konsummustern sei eine nachhaltige Stärkung von natürlichen Ökosystemen nicht möglich.

Im Aktionsprogramm würden die Zielsetzungen der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie in Bezug auf die Senkung des Flächenverbrauches betont und bekräftigt, dass der Flächenverbrauch bis 2050 auf null gesenkt werden soll. Die Senkung des Flächenverbrauchs kam in den letzten Jahren nur sehr unzureichend voran. Das Programm könne ein wichtiger Baustein des deutschen Klimaschutzes werden. Dafür sollte die Bundesregierung noch in diesem Jahr erste Projekte umsetzen und mit anderen Sektoren und Politikfeldern verzahnen. Dann könnten natürliche Ökosysteme einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu Klimaschutz, Biodiversität, Klimafolgenanpassung und den Nachhaltigkeitszielen leisten, so Kuhlmann abschließend.

Quelle: Deutsche Energie-Agentur (dena) / Delia Roscher

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