Solarthermie- und Fernwärmebranche ziehen an einem Strang

Solare Fernwärmenetze wachsen um 35 Prozent

Förderer und Veranstalter der Konferenz freuen sich über gute Marktperspektiven. © Klima- und Energiefonds/ Wien

 

 

Beflügelt von 35 Prozent jährlichem Marktwachstum in Europa diskutierten rund 350 Branchenexperten auf der fünften internationalen Konferenz für solare Fernwärme in Graz den Stand der Technik und Strategien zur weiteren Marktentwicklung.

Sonnige Aussichten sehen die Wissenschaftler und Branchenvertreter auch für die kommenden Jahre. Werner Lutsch, Präsident des europäischen Fernwärmeverbandes Euroheat & Power, erwartet, dass die Solarthermie 2018 erstmals einen Beitrag von mehr als einer Terawattstunde zur Fernwärmeversorgung beitragen wird. Das entspricht einer Milliarde Kilowattstunden. Im Jahr 2050 soll der Anteil der leitungsgebundenen Solarwärme nach Einschätzung von Experten auf 240 Terawattstunden wachsen. Das würde dann 15 Prozent des gesamten europäischen Fernwärmebedarfs entsprechen.

Angesichts des durchschnittlichen Wachstums der vergangenen fünf Jahre von jeweils 35 Prozent, sieht Lutsch die Solar- und die Fernwärmebranche auf gutem Weg zu diesem Ziel. Zumal beide inzwischen gemeinsam an einem Strang zögen, so der Verbandspräsident: "Es ist eine nachhaltige Verbindung zwischen den Industriebranchen der Solarthermie und der Fernwärme geschaffen worden."

Gute Fortschritte macht dabei nicht mehr nur der Vorreiter Dänemark, wo bereits in weit über 100 Städten und Gemeinden Solarthermieanlagen einen Beitrag zur Fernwärmeversorgung leisten – meist zwischen 15 und 60 Prozent. Auch in Österreich, Deutschland, Frankreich, Schweden ist die netzgebundene Solarthermie stark im Kommen. Das Spektrum der Anlagen reicht von der Quartiersversorgung in städtischen Wohngebieten, über Solar-Bioenergiedörfer, in denen im Sommer die gesamte Wärmelast von der Sonne gedeckt wird, bis zu gigantischen Freilandanlagen mit bis zu 100 Megawatt Leistung wie im dänischen Silkeborg.

Gegenüber der Vorgängerveranstaltung 2016 im dänischen Billund hatte sich die Teilnehmerzahl der Solar District Heating (SDH) verdoppelt. Die Tagungsleiter Christian Fink vom AEE - Institut für Nachhaltige Technologien in Gleisdorf und Thomas Pauschinger vom Steinbeis Forschungsinstitut Solites in Stuttgart werten dies als positives Signal. Pauschinger betont, dass die EU-Kommission die internationale Zusammenarbeit zur Marktbereitung solarer Wärmenetze verlässlich fördere: "Diese Konferenz konnte auch dank der Unterstützung der EU, die 2009 begann und bis heute anhält, so erfolgreich entwickelt werden."

Besonders angeregt wurde während zweier Exkursionen gefachsimpelt, die zu solaren Wärmenetzen im Umfeld von Graz führten. Denn die Stadt wurde nicht zufällig Gastgeber der Konferenz. Die zweitgrößte Stadt Österreichs plant, ihr Fernwärmenetz vollständig zu dekarbonisieren.

Zur CO2-neutralen Versorgung sollen unter dem Stichwort "Big Solar" bis zu 450.000 Quadratmeter Solarthermie-Kollektoren beitragen. Vorstandssprecher Christian Purrer von der Energie Steiermark bekräftigte diese Absicht während der Konferenz: "Es ist unser erklärtes Ziel, den Anteil erneuerbarer Energie in der Wärmeversorgung in den kommenden Jahren deutlich zu steigern, um Versorgungssicherheit mit noch mehr Nachhaltigkeit zu kombinieren. Dabei nimmt die Solarthermie in Verbindung mit großen Wärmespeichern, wie etwa in unserem Konzept zum Großprojekt Big Solar Graz, eine wesentliche Rolle ein." Quelle: SDH / sue

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