Hohe kosten machen die Umsetzung teilweise schwierig

Programm "Energetische Stadtsanierung" läuft gut

Das Programm "Energetische Stadtsanierung" der KfW läuft gut. Mit dem Förderprogramm wurde Neuland betreten, da keine konkreten Maßnahmen, sondern die Entwicklung von Konzepten unterstützt wird. Das war auch für die Evaluatoren der Prognos AG eine Herausforderung. Die Bewertung fällt positiv aus.

Mit dem KfW-Programm 432 wird gezielt ein integrativer Ansatz verfolgt, der über einzelne investive Maßnahmen hinausreicht und das Quartier als Handlungsebene in den Mittelpunkt stellt. Über den gesamten Evaluationszeitraum  wurden rund 1.000 Anträge gefördert. Die Entwicklung von integrierten Konzepten stellt mit einem Anteil von etwa 80 Prozent den quantitativen Schwerpunkt dar. Etwa 16 Prozent der geförderten Konzeptentwicklungen wurden in diesem Zeitraum mit einem geförderten Sanierungsmanagement umgesetzt..

"Die Offenheit und Flexibilität des Programms haben sich  bewährt, da die spezifischen Bedarfe der Quartiere beziehungsweise Kommunen zielgenau unterstützt werden", so die Evaluatoren. Insgesamt wurden im Evaluationszeitraum rund 56 Millionen Euro Förderung aufgewendet und damit etwa 23 Millionen Euro Eigenanteil bei den Kommunen aktiviert.

Insgesamt sind sie mit den erzielten Ergebnissen sehr zufrieden: "Rund drei Viertel der analysierten Konzepte sind als gut oder sehr gut zu bewerten. Für den bewusst niedrigschwellig, inhaltlich offen und flexibel ausgelegten Ansatz des Programms 432 ein beachtlicher Erfolg."

Sie haben auch eine Reihe von Faktoren identifiziert, die die Umsetzung der entwickelten Konzepte schwierig machen. Insbesondere sind dies die hohen Kosten. Das gelte vor allem aufgrund des mangelndes Interesses und der fehlenden Rücklagen bei Privathaushalten als Eigentümer und insbesondere in Quartieren mit geringer oder mittlerer Besiedelungsdichte.

Konzepte mit einer sehr hohen Qualität heben sich deutlich ab: bei ihnen sinkt der Anteil mit hoher Kostenbefürchtung,die Bedeutung einer begrenzten Wirtschaftlichkeit steigt aber. Die Akteure haben also weniger Probleme aufgrund der Kosten, sehen aber die Wirtschaftlichkeit nicht gewährleistet. Auch der „Förderdschungel“ wird in solchen Konzepten häufiger thematisiert als im Durchschnitt.

Ungenügende Informationen und die Überalterung der Quartiersbewohner werden als die wesentlichen Aspekte der sozio-strukturellen Hemmnisse angeführt. Dabei sind fehlende Informationen sowohl hinsichtlich der Bestimmung des Sanierungsbedarfs als auch der Möglichkeiten für Ma-nahmen und deren Finanzierung feststellbar. Ungenügende Informationen wird weit überdurchschnittlich als Hemmnis von Konzepten mit hoher Qualität angeführt. Die Eigentü-merstruktur sowie Überalterung werden vor allem bei Konzepten mit niedriger Qualität als Hemmnis angesehen. Grundsätzlich sei damit nicht nur das Mieter-Vermieter-Dilemma angesprochen, sondern noch viel stärker der Einfluss des Lebensalters(und damit der selbst erwarteten Nutzungsdauer der Wohnungen, so die Evaluatoren.

Als wesentliches akteursbezogenes Hemmnis wird in den Konzepten eine fehlende Abstimmung zwischen den relevanten Akteuren angesehen. Dabei tritt diese Sichtweise nur bei Konzepten mit sehr hoher Güte auf. "Ein wesentlicher Grund hierfür kann sein, dass gute Konzepte ihren Gegenstand durchdringen und daher auch eher den Einfluss unterschiedlicher Akteursgruppen und deren Interessenlagen erkennen", schreiben die Evaluatoren in ihrer Auswertung. Genannt werden dabei insbesondere fehlende politische Prioritätensetzungen beziehungsweise  das Fehlen einer übergreifenden Planung und Abstimmung.

Die technischen Hemmnisse werden von allen Konzepten ähnlich eingeschätzt. Hierbei handelt es sich in der Regel um technische Restriktionen wie zum Beispiel für den Aufbau von Wärmenetzen, Platzbedarf oder bauliche Defizite. Verstärkend kommen Aspekte des Denkmalschutzes hinzu. pgl

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