Pro Jahr gehen 8000 bis 9000 Anträge ein

Jede Energieberatung stößt fast drei Maßnahmen an

Beratung führt dazu, dass Sanierungswillige investieren. © Fotolia / Alexander Raths

Die Förderprogramme der Gebäudesanierung werden regelmäßig unter die Lupe genommen und auf ihre Auswirkungen hin überprüft. Für die Energieberatung hat sich Price Waterhouse Cooper die Maßnahmen der Jahre 2014 bis 2018 angeschaut. Die Gesamtbilanz ist beeindruckend, durch jede Beratung wurden im Durchschnitt knapp drei Maßnahmen angestoßen.

In den fünf Jahren wurden pro Jahr zwischen 8000 und 9000 Förderanträge gestellt. Durchschnittlich lagen die Förderbeträge bei 750 Euro für Wohngebäude mit bis zu zwei Wohneinheiten und  1.075 Euro für Wohngebäude mit mehr als zwei Wohneinheiten. Im Anschluss an die Beratung wurden im Schnitt 2,9 Energieeffizienzmaßnahmen umgesetzt.

Grundsätzlich werden durch die Energieberatung mehr Maßnahmen umgesetzt als vorher geplant; außerdem würden Maßnahmen vorgezogen oder besser aufeinander abgestimmt, so das Ergebnis der Analyse. In Bezug auf die Netto-Energieeinsparung konstatieren die Experten im Vergleich zu den vorherigen Zeiträumen deutliche Verbesserungen. 2005 lag diese pro Maßnahme bei einem Wert von 6360 Kilowattstunden (kWh), bei den jetzt durchgeführten Maßnahmen waren es 7.516 kWh in den Ein- und Zweifamilienhäusern und 10.717 kWh bei Mehrfamilienhäusern. 149,59 kg CO2 wurden vermieden sowie (Netto-) Investitionen von 41 Euro angeschoben, so die Experten. Insgesamt beziffern sie die Mehrinvestitionen nach einer Beratung mit 30.968 Euro.

Mehrinvestionen pro Energieberatung von gut 30.000 Euro

Die Fachleute haben jedoch nicht nur eine positive Bilanz gezogen, sondern auch Vorschläge für eine weitere Verbesserung der Förderprogramme zur Energieberatung erarbeitet. So schlagen sie eine Erhöhung der Anzahl förderfähiger Gebäude durch Änderung des jüngsten zulässigen Baujahrs von 2002 auf 2014 vor. Das würde bedeuten, dass auch bei Gebäuden, die bis 2014 erbaut wurden eine geförderte Energieberatung möglich ist. Begründet wird dies mit dem technischen Fortschritt der vergangenen Jahre der eine Optimierung der Energiebilanz erlaube. In regionalen Programmen sei diese Änderung und Einbeziehung jüngerer Gebäude bereits vollzogen, so die Studie.

Als zweite Maßnahme schlagen die Fachleute eine Erhöhung des maximalen Förderanteils und der Förderhöhe sowie eine Anpassung der Förderkonditionen nach Anzahl der Wohneinheiten pro Wohngebäude vor. Bislang gibt es nur die Unterscheidung zwischen Ein- und Zweifamilienhäusern einerseits und Mehrfamilienhäusern andererseits. Durch eine Erhöhung des maximalen Förderanteils auf beispielsweise 80 Prozent der förderfähigen Kosten und eine Differenzierung könnte die Attraktivität gesteigert werden. Die Fachleute denken insbesondere an einen höheren Maximalbetrag bei Beratungen für viele Wohneinheiten. Derzeit ist die Beratung für die Energieberater nur zum Teil kostendeckend, für die Bauherren der Eigenanteil ein Hemmnis.

Digitale Technologien könnten Akzeptanz erhöhen

Die Experten kamen in ihrer Analyse außerdem zu dem Schluss, dass  die Integration neuer Technologien in den Inhalt der Beratung für mehr Akzeptanz des Förderprogramms sorgen kann. Dazu zählen beispielsweise Technologien im Bereich Gebäudeintelligenz (Smart Home Systeme, intelligente Heizungssteuerung, Energiemanagementsysteme, Integration in Smart Grids und Smart City) und erneuerbare Energien.

Verbesserungspotential sehen die befragen Berater beim individuellen Sanierungsfahrplan. Dessen Nutzen „sei zum Beispiel hinsichtlich Wirtschaftlichkeitsdarstellung und aufgezeigter Fördermittel noch ausbaufähig.“ Im Moment wird die Wirtschaftlichkeit der einzelnen nicht dargestellt. Ziel des Sanierungsfahrplans ist es, ganzheitliche Sanierungen anzureizen. Die Fachleute sind jedoch der Meinung, dass durch eine ergänzende Darstellung der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Sanierungsmaßnahmen die Motivation der Beratungsteilnehmer zur Umsetzung erhöht werden könnte. Sie schlagen auch eine ausführlichere Darstellung der Fördermöglichkeiten vor. Die neue Version des Sanierungsfahrplans soll hierzu bereits Verbesserungen bieten.

Die befragten Berater sprechen sich außerdem dafür aus, die Benutzerfreundlichkeit des von der Bafa betriebenen Online-Portals zu verbessern. So hätten Energieberater derzeit häufig Schwierigkeiten, den Login-Bereich zu finden, ihre Dokumente hochzuladen oder eine Übersicht über die hochgeladenen Dokumente zu erhalten. Neben einer vereinfachten Oberfläche raten die Fachleute zu einer App, die auch den Upload von Dokumenten über die Kamerafunktion von Tablets oder Smartphones ermöglichen könnte.

Auch bei der Öffentlichkeitsarbeit sehen die Analysten Luft nach oben. Viele Berater wüssten nicht, dass Bafa ihnen kostenlose Broschüren und Flyer zur Werbung für die Energieberatung zur Verfügung stellt. Auch hier könnte eine bessere Präsentation auf der Homepage des Bafa helfen. Die Analyse der Befragungsdaten zeigt, dass ein zentrales Hemmnis für die Inanspruchnahme des Programms seine ausbaufähige Bekanntheit ist. Die meistgenutzten Kanäle der Informationsbeschaffung sind laut Angaben der Beratungsteilnehmer das Internet sowie die Empfehlungen von anderen Kunden.

Zusätzlich ist die Öffentlichkeitsarbeit vom Engagement der Energieberater abhängig, welches eine weitere Informationsquelle für die potenziellen Beratungsteilnehmer darstellt. Die Analyse ergab jedoch, dass vielen Energieberatern nicht bewusst ist, dass ihnen Broschüren, Flyer und andere Werbematerialien vom BAFA bereitgestellt werden und on-line bestellt werden können. Am Schluss beschäftigen sich die Autoren der Untersuchung noch damit, wie die Zahl der umgesetzten Maßnahmen weiter erhöht werden kann. Als Option nennen sie eine stufenweise Auszahlung der Förderung und schlagen vor, diese teilweise Teil nach Vorlage eines Umsetzungsnachweises auszuzahlen um den Anreiz zu erhöhen, wirklich etwas zu tun. Von Pia Grund-Ludwig

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