Effizienzverbände wollen Entlastung der Vermieter

Immobilienwirtschaft will mehr Anreize für Neubau

Der Bau von Mehrfamilienhäusern brummt und ist der Konjunkturmotor für die Bauindustrie. Vor allem die Länder müssten sich aber mehr engagieren, fordert der Branchenverband GdW anlässlich der Sonderbauministerkonferenz zum Wohnungsbau. Verbände, die das Thema Energieeffizienz bearbeiten, fordern eine Entlastung der Vermieter.

Anreize für mehr bezahlbaren Wohnungsbau seien in den Ländern ebenso nötig wie eine Stärkung der ländlichen Regionen, so der GdW. Die Wohnungswirtschaft setzt sich dafür ein, dass die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten für den Neubau von Wohnungen verstetigt und die reguläre lineare Abschreibung von 2 Prozent auf 3 Prozent erhöht werde. Die aktuell geplante Sonderabschreibung für den Mietwohnungsbau greife zu kurz und schließe die Wohnungswirtschaft faktisch von den Anreizen aus. Darüber hinaus müsse die Grunderwerbsteuer bundeseinheitlich wieder auf 3,5 Prozent abgesenkt werden.

Eine wichtige Rolle spielen die Länder außerdem bei den Belangen der Wohnraumförderung. Sie ist ein zentraler Baustein der Wohnungspolitik und sollte auf hohem Niveau fortgesetzt und unter einer klaren Zweckbindung eingesetzt werden.

Zentrale Forderung der Wohnungswirtschaft ist es, die Landesbauordnungen in Anlehnung an die Musterbauordnung zu harmonisieren. "Die aktuell gravierenden Unterschiede haben gerade für Unternehmen, die in mehreren Ländern tätig sind, große Kostennachteile", so GdW-Chef Axel Gedaschko. Darüber hinaus müsse die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) zügig überarbeitet und den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.

Der GdW schlägt außerdem vor, einen neuen Anreizmechanismus im Länderfinanzausgleich zu schaffen. Damit sollen die Kommunen finanziell entlastet werden, die Wohnflächen ausweisen und entwickeln wollen. "Um die Weiterentwicklung des seriellen Bauens zu befördern, schlagen wir außerdem die Einsetzung einer gemeinsamen Kommission von Bund, Ländern und Verbänden vor, die sich mit noch bestehenden Hemmnissen in der Umsetzung befassen sollte", so Gedaschko.

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff), der Verband für Wärmelieferung (VfW) und der Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker - Bundesverband (GIH) fordern, dass nach der Kappung der Modernisierungsumlage an anderer Stelle bessere Anreize für Vermieter geschaffen werden müssten, damit energetische Modernisierungen attraktiv bleiben.

In einer gemeinsamen Stellungnahme sprechen sie sich für eine weniger restriktive Kappungsgrenze für die Umlage von Modernisierungskosten, den Verbleib öffentlicher Fördermittel beim Vermieter, die Schaffung einer beschleunigten Modernisierungs-Abschreibung (AfA) für Vermieter und bessere Rahmenbedingungen für Energiedienstleistungen aus. "Die Senkung der Modernisierungsumlage und die Einführung der Kappungsgrenze von drei Euro je Quadratmeter machen umfassende, systemisch-energetische Modernisierungen nahezu unmöglich und führen eher zu Sanierungsdumping als zu mehr Mieterschutz" argumentiert Benjamin Weismann, Geschäftsführer des GIH.

Auch Tobias Dworschak, Geschäftsführer des VfW, sieht Verbesserungsbedarf: "Professionelle Energiedienstleistungen können helfen, das Mieter-Vermieter-Dilemma zu überwinden. Leider sieht das Gesetz nicht vor, die Rahmenbedingungen hierfür zu verbessern. Im Rahmen der Plattform Energieeffizienz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie wurden sich auf Möglichkeiten hierzu verständigt. Diese sollten jetzt berücksichtigt werden." pgl

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