Finanztest bewertet nur eine Bausparkasse mit "gut"

Bausparkassen beraten häufig nicht gut

Mangelhafte Beratung kostet die Verbraucher Geld, so Finanztest. © Claudius Hoffmann

Bausparkassen beraten zu oft am Kunden vorbei. Sie empfehlen ungüns­tige Tarife, über­höhte Bausparsummen, extreme Tilgungs­beiträge oder Sparpläne mit zu hohem Spar­guthaben. Das berichtet die Zeitschrift Finanztest. Nur eine von 16 Bausparkassen überzeugte im Test, neun sind ausreichend, drei nur mangelhaft. „Das Ergebnis ist für die Branche ein Armuts­zeugnis“, sagte der Chef­redak­teur der Zeit­schrift, Heinz Land­wehr, bei der Vorstellung der Ergeb­nisse in Berlin.

Die Beratungs­fehler könnten für die Kunden sehr teuer werden, so die Zeitschrift weiter. Ein Bauspar­vertrag sei eine prima Idee für Sparer, die in einigen Jahren eine Immobilie kaufen oder reno­vieren möchten und sich jetzt die nied­rigen Zinsen lang­fristig sichern wollen. Doch der Vertrag müsse gut auf den Kunden abge­stimmt sein.

Mehrere Dutzend Tester haben im Auftrag der Stiftung Warentest je sieben Gespräche zu drei verschiedenen Szenarien geführt. Die LBS Schleswig-Holstein-Hamburg erzielte als einzige gerade noch ein Gut, die Alte Leipziger schnitt als beste bundes­weite Bausparkasse mit Befriedigend ab. Die meisten kamen über ein Ausreichend nicht hinaus. Drei fielen mit Mangelhaft durch.

Der gravierendste Fehler: Viele Bausparkassen empfahlen zu hohe Bausparsummen. Für den Kauf einer Immobilie in zehn Jahren mit 400 Euro Sparrate im Monat hätten meist 100 000 bis 120 000 Euro gereicht. Viele Berater empfahlen 150 000 bis 300 000 Euro. Durch über­höhte Bausparsummen kam die Zuteilung bei jedem vierten Angebot im Test mindestens ein Jahr zu spät. Einige Verträge hätten sogar erst 5 bis 15 Jahre nach dem Wunsch­termin zugeteilt werden können. Kunden müssen dann ihre Pläne ändern oder bis zur Zuteilung einen Zwischen­kredit aufnehmen, und das kann teuer werden. Quelle: Finanztest / sth

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