Neoklassizistisches Gebäude mit dämmenden Sicherheitsfenstern ausgestattet

Residenz in Chile nach deutschem Standard saniert

Bei der Sanierung der Residenz der Deutschen Botschaft in Santiago de Chile musste auch die energieffizienz verbessert werden. © Christian Hagemann/BBR

Wie sich Denkmalschutz und Energieeffizienz bei der Sanierung historischer Gebäude vereinen lassen, zeigt ein deutsch-chilenisches Bauprojekt in Santiago de Chile. In der Residenz des deutschen Botschafters wurden einfach verglaste Sprossenfenster durch hoch dämmende Sicherheitsfenster und -türen von LIP aus Bad Salzuflen mit Thermix Warme Kante Abstandhaltern ersetzt.

Die deutsche Botschaft befindet sich im Stadtteil Vitacura, die Residenz des Botschafters liegt im nahegelegenen Villenviertel von Las Condes. Das Haupthaus (Baujahr 1944) und der Personalanbau (von 1959) stehen wegen ihrer neoklassizistischen Fassade zusammen mit einem Großteil der Nachbargebäude unter Ensembleschutz. Eine Untersuchung zeigte jedoch, dass das Gebäude akut erdbebengefährdet sei. Vor einigen Jahren wurde es aus Sicherheitsgründen vorsorglich geräumt.

„Zur Erdbebenertüchtigung haben wir das Primärtragwerk nun verstärkt“, erklärt Oliver Heckel, Projektleiter für Auslandsobjekte beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR). „Um die Eingriffe so gering wie möglich zu halten, wurde dazu das Innere des Gebäudes über alle Geschosse mit einem Stahlbetonkern versteift. Im Zuge dieser Maßnahme wurden auch sämtliche technischen Anlagen, der Innenausbau, die Fassaden und Fenster sowie die Außenanlagen denkmalgerecht modernisiert.“

Seit 1955 gehört das Objekt der Bundesrepublik Deutschland. Dies führte bei der Sanierung zu besonderen Herausforderungen: Einerseits wollte man bei der Bauausführung aus Kosten- und Effizienzgründen sowie zur Sicherstellung der Wartung auf örtliche Standards und Partner setzen. Andererseits mussten auch einige deutsche Normen erfüllt werden. Das betraf das vorgeschaltete EU-Vergabeverfahren für öffentliche Aufträge sowie die Anforderungen an die Sicherheit und die Energieeffizienz des Gebäudes.

Im Vergabeverfahren setzte sich schließlich ein Architektenteam als Generalplaner durch, das sowohl in Deutschland als auch in Chile beheimatet ist. 12.523 km Luftlinie trennen die Gründer von Frohn and Rojas (FAR), die seit dem Studium an der RWTH Aachen zusammenarbeiten. Marc Frohn lebt in Berlin, Mario Rojas in Santiago de Chile. Die Architekten planten die Altbausanierung in Chile nach deutschen Energieeffizienz-Kriterien.

Denkmalschutz und Energieeffizienz vereint

„Die Bedeutung der Energieeffizienz wurde in Chile längst erkannt. Seit 2011 gibt es beispielsweise ein Klassifizierungssystem für energieeffiziente Gebäude, wenngleich noch auf freiwilliger Basis“, erklärt Mario Rojas. „Dass die Anforderungen strenger werden, ist klar, unklar ist: wann und wie.“ Um eine eindeutige Orientierung zu erhalten, ließ das BBR die Residenz des Botschafters in Anlehnung an die Anforderungen der deutschen Energieeinsparverordnung (EnEV) Anfang 2014 untersuchen.

Die Gebäudesimulation zeigte, dass die Energiebilanz durch den Einbau neuer Fenster nachhaltig zu verbessern war. Aufgrund der vom BBR geforderten Zertifizierungen, die in Chile unüblich sind, kontaktierte FAR die LIP-GmbH in Bad Salzuflen, ein Spezialist für Sicherheitsisolierfenster und -türen. Dieser entschied sich für Zweifach-Isolierglasscheiben von Nowak Glas aus Bochum mit Thermix Abstandhaltern von Ensinger, teils mit Thermix Wiener Sprossen, um die Sprossenfenster zu ersetzen.

Thermix Abstandhalter bestehen aus hoch wärmedämmendem Kunststoff mit einer Diffusionssperre aus Edelstahl. Sie optimieren die thermische Trennung der Isolierglasscheiben, minimieren die Kondenswasserbildung am Glasrand und ermöglichen Fenster mit sehr gutem UW-Wert. „Zudem ist Thermix starr und stabiler als weiche Abstandhalter“, erklärt Andreas Mertens, Vertriebsleiter bei Nowak Glas. „Das bringt bei großen Glasformaten und Verbund-Sicherheitsglas Vorteile“.

Um das Aufmaß für die 55 Fenster mit einer Gesamtfläche von rund 235 Quadratmetern zu nehmen, wurde Wolfgang Olschewsky, Geschäftsführer der LIP-GmbH extra eingeflogen. „Bei diesem Projekt waren extrem geringe Einbautoleranzen einzuhalten, besonders im Badezimmer musste die Fensterposition exakt mit dem Raster der handgefertigten Wandfliesen übereinstimmen“. Als die in Deutschland maßgefertigten Fensterelemente in Chile eintrafen, war Olschewsky erneut vor Ort, um die präzise Montage zu begleiten und zu gewährleisten.

Nun sorgen neue eichengerahmte Sicherheitsfenster und -türen mit einem UW von 1,3 W/m2K für konstante Temperaturen in der Residenz. Das Klima in Santiago ist zwar im Allgemeinen mild, allerdings gibt es oft schroffe Temperaturwechsel. Und auch die Erde bebt immer wieder – wie etwa zwei Wochen nach der Übergabe des Gebäudes mit der Stärke 8,2. Doch das ertüchtigte Gebäude steckt Turbulenzen gelassen weg, ein Sinnbild für die Nachhaltigkeit weitsichtig gepflegter Außenbeziehungen. Quelle: Thermix / sue

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