Dach und Holz zeigte wo die Reise hingeht

Nachwachsende Rohstoffe werden für Dämmstoffhersteller wichtiger

Nicht nur Gründächer sind eine umweltfreundliche Lösung zur Dachdämmung. Foto: Dach und Holz

Bei Dämmstoffen herrscht vielfach die Meinung, dass das Innovationspotential ausgereizt ist. Andreas Holm, Chef des Forschungsinstituts für Wärmedämmung, hatte dem im Interview mit EnbauSa.de widersprochen und neue Entwicklungen sowohl bei nachwachsenden Rohstoffen als auch bei Wärmedurchgangswerten angekündigt. Auf der Fachmesse Dach und Holz gaben einige Hersteller Auskunft wo die Reise hingehen kann.

Ein Segment in dem viel in Bewegung ist, sind Produkte auf Basis von Polyurethan. Hersteller Bauder hat BaucerEco S erstmals gezeigt. Dafür würden, so Bauder, mehrheitlich nachwachsende und recycelte Rohstoffe verwendet. Zum Einsatz kommen Biomasse aus nachwachsenden Rohstoffen und recycelte Wertstoffreste für den Dämmstoff sowie Schichten aus Muschelkalk und sortenreinem PP als Deckschichten.

Auch der Rohstofflieferant Covestro setzt auf alternative Rohstoffe und stellte auf der Dach und Holz entsprechende Konzepte vor. Fernando Resende, Marketing Manager Building and Construction des Unternehmens berichtete von einer neuen Schaumkomponente, die einen 20 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck habe als bislang eingesetzte Produkte. Für Hartschaum-produkte seien entsprechende Lösungen ebenfalls in Arbeit, allerdings wahrscheinlich erst in einem Zeitraum zwischen fünf und zehn Jahren marktreif. Ein wesentlicher Baustein von Polyurethanprodukten ist MDI. Covestro setzt bei diesem an und will dafür umweltfreundlichere Lösungen finden.

Holz geht auch bei hohen Beranschutzanforderungen

Innovationen gab es aber nicht nur bei Dämmung aus Polyurethan, sondern auch bei Dämmung aus Holz. Brennbarkeit ist in vielen Einsatzgebieten noch ein Handicap. Gutex hat auf diese Anforderung reagiert und mit Pyroresist auf der Messe eine Holzfaserdammplatte gezeigt, die schwer entflammbar ist und nicht glimmt. Sie erfüllt nach Aussagen des Herstellers die gesetzlichen Brandschutzanforderungen für die Dämmung von Fassaden gemäß Musterbauordnung. Nach Abschluss der noch laufenden Anwendungszertifizierung soll sie ohne aufwändige Brandschutzgutachten sowohl im mehr geschossigen Wohn- und Gewerbebau als auch in der städtischen Nachverdichtung einsetzbar sein. Baurechtlich werde der Anwendung des Produkts in Fassaden von Gebäuden bis zu den Klassen 4/5 nichts im Wege stehen, ist der Hersteller sicher.

Steico war unter anderem mit seinen reißfesten Dampfbrems-, Luftdichtungs-, Unterspann- und Unterdeckbahnen für den Innen- und Außenbereich von Dach-, Wand- und Deckenkonstruktionen vertreten. Außerdem hat das Unternehmen eine wärmedämmende Holzfaser-Unterdeckplatte mit aufkaschierter Unterdachbahn gezeigt. Sie wird direkt über den Sparren verlegt und sorgt für nur einen Arbeitsgang für Dämmung und Witterungsschutz. Verfügbar in Standard-Plattenstärken bis 160 mm.

Auch Digitalisierung war ein Thema, bei dem sich die Messebesucher breit informieren und Systeme ausprobieren konnten. An elf Stationen stand das hautnahe Erleben neuer Technologien im Vordergrund, Experten zeigten auf, wie ein Einstieg in das Thema gelingt, weshalb es zukünftig so wichtig ist und welche Entwicklungen die Branche dabei in den kommenden Jahren bewegen Fokus liegt auf Umwelt und Effizienz. Hottscan war mit seinem 3D-Laserscanner vertreten. Er erleichtert Vermessungsarbeiten für Handwerk und Planer. Mit Laserdistanzmessungen erhalten die Benutzer in wenigen Minuten ein komplettes 360° Fotopanorama. WinWorker zeigte seine Software, mit der Handwerksprofis Aufträge vom Angebot bis zur Schlussrechnung strukturiert abwickeln können. von Pia Grund-Ludwig

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