Verschattungselement ist im eingefahrenen Zustand nicht sichtbar

Innovative Markise sorgt für Schatten im Denkmalschutz

Hubertus Haking (l.) und Professor Klaus Baalmann haben noch weitere Ideen, die Markise zu perfektionieren. © FH Münster

Verschattung ist in historischen denkmalgeschützten Gebäuden häufig ein Problem. Die FH Münster und Haking Metallbau aus Ladbergen haben eine Markise für Rundbogenfenster entwickelt, die im eingefahrenen Zustand nicht sichtbar ist und die Optik des Gebäudes nicht stört.

Das Besondere an der Rundbogenmarkise: Sie hat ein ausgeklügeltes Seilführungssystem, von dem im eingefahrenen Zustand der Markise nichts zu sehen ist. Schmale Schienen umranden das Fenster, in ihnen laufen Gleitstücke mit Seilen parallel zur Markise - von außen nicht sichtbar.

Angefragt hatte das Kloster Tutzingen in München. Das denkmalgeschützte Gebäude hat jetzt die Markisen bekommen, bei denen im eingefahrenen Zustand keine Zugstrebe und kein Seil quer durch das Fenster verläuft. Aber weil da auch Hubertus Haking als Sondermarkisenhersteller zunächst nicht weiterhelfen konnte, er aber eine Idee hatte, für die er wissenschaftliche Expertise brauchte, wandte er sich an die Handwerkskammer Münster. Hans-Dieter Weniger stellte den Kontakt zu Professor Klaus Baalmann vom Fachbereich Maschinenbau der FH Münster her. "Für mich war das Thema vorher völlig fremd, aber die Idee der intelligenten Seilführung hat etwas. Sieht simpel aus, ist aber lange nicht so - das Anspruchsvolle ist verdeckt."

So starteten Baalmann und Haking mit der Kooperation, sammelten Ideen und entwickelten sie weiter, bauten Modell und Muster. 10.000 Mal fuhr die neue Muster-Markise hoch und runter. "Nur so lassen sich zum Beispiel Verschließteile beurteilen, deren Leistungsfähigkeit man vorher theoretisch mit Berechnungen nicht erfassen kann", erklärt Baalmann. Ebenfalls konnten sie so die Frage klären, wie stark Motor und Federn sein müssen, damit die Seile nicht durchhängen, nicht an Kraft verlieren, nicht aufreißen und gleichzeitig das Markisentuch stramm halten.

Auch bei der Bearbeitung der CE-Kennzeichnung hat Haking auf das Wissen von Baalmann zurückgegriffen, der bei diesem Schritt Studierende mit Abschlussarbeiten mit einbezog. "Wir haben uns zum Beispiel um Berechnungen zum Wärmedurchgang, zur Festigkeit oder zu Extrembelastungen bei hohen Windstärken gekümmert." Für die gelungene Zusammenarbeit und die entstandene Rundbogenmarkise haben Haking und Baalmann den Seifriz-Preis gewonnen, ein bundesweiter Transferpreis für besondere Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Handwerksbetrieben. Die erfolgreiche Kooperation soll nun im Bereich der Terrassenüberdachung weitergehen. Quelle: FH Münster / pgl

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