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Erhebung spricht von 30 Prozent mehr für Passivhäuser

Passivhausbauer kritisieren Kostenstudie

17.11.2010, 06:00

Außenansicht Passivhaus in Münster
Die Datengrundlage der Kostenstudie zu Passivhäusern wird in Frage gestellt. Bild: AJP

Anfang November 2010 hat EnBauSa.de über eine Studie der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen berichtet, in der Mehrkosten in Höhe von 30 Prozent für die Passivhausbauweise errechnet worden sind. Das hat für Empörung unter Passivhausbauern gesorgt.

Der Hamburger Arbeitskreis Passivhaus stellt in einer ersten Stellungnahme vor allem die Datenbasis der Studie in Frage. Die Erhebung wurde im Auftrag der wohnungswirtschaftlichen Unternehmen VNW und BFW erstellt. Sie wertet Baukosten und Verbrauchswerte aus.

Im Gespräch mit dem Online-Magazin EnBauSa.de wirft Jan Gerbitz vom AK Passivhaus vor allem die Frage nach der Vergleichbarkeit der Daten über einen so langen Zeitraum auf: Gegenübergestellt wurden in der Erhebung der Arbeitsgemeinschaft Projekte aus den Jahren 2000 bis 2010. "Damit vergleicht man aber zwei Epochen der Energieeinsparverordnung und drei Epochen Förderstandards", gibt Gerbitz zu bedenken. Das solide gegenüberzustellen oder hochzurechnen sei kaum möglich.

Die Mitglieder des Hamburger Arbeitskreis Passivhaus sprechen aufgrund eigener Erfahrungen bei den Baukosten von einem Mehraufwand von 10 bis 20 Prozent für die Jahre 2000 bis 2005 und, aufgrund der höheren Standards, von 8 bis 10 Prozent aktuell.

In Hamburg sei das aber kein Hindernis für energieeffizientes Bauen. Man habe gesehen, was solide Förderung bringe, betont Gerbitz. Seit 2008 gibt es dort spezielle Fördermaßnahmen der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt. Ersteller von Mietwohnungen erhalten einen Zuschuss von 150 Euro pro Quadratmeter, wenn ein Effizienzhaus 70 und von 240 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, wenn ein Passivhaus gebaut wird. Der Zuschuss wird in Raten, verteilt über zehn Jahre ausgezahlt.

"75 Prozent der neuen Gebäude in Hamburg entsprechen dem Standard Effizienzhaus 70", berichtet Gerbitz. Das habe auch zu einem Ausbildungssprung bei Architekten und ausführenden Firmen geführt, die sich auf die Anforderungen einstellten. In Hamburg ist sowohl im Förderstandard Effizienzhaus 70 als auch im Passivhausstandard eine planungs- als auch baubegleitende Qualitätssicherung erforderlich.

Durch die vorgeschriebenen Vor-Ort-Begehungen ist damit sogar eine bessere baubegleitende Qualitätssicherung gegeben als im Rahmen einer alleinigen Zertifizierung. Gerbitz sieht die Wohnungsbaugesellschaften, die die Studie finanziert haben, als Bremser in der Debatte um Energieeffizienz: "Da geht es aber gar nicht um die Frage, ob Passivhaus 'ja' oder 'nein'. Da hängt das rote Tuch schon sehr viel tiefer", so Gerbitz.

Der Hamburger Arbeitskreis Passivhaus sei im Kontakt mit der Arbeitsgemeinschaft und werde einen Vetreter zum nächsten Treffen Ende Januar 2011 einladen, um sowohl die Datengrundlage als auch die Ergebnisse der Studie zu diskutieren, sagt Gerbitz weiter.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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