Dämmung von innen erhält Fassaden im Denkmalschutz

Innendämmung birgt Risiken

Darf die Fassade eines Gebäudes zum Beispiel aus Denkmalschutzgründen nicht verändert oder soll ein Keller ausgebaut werden, lässt sich bei der Sanierung die Dämmung entweder als Kerndämmung oder auch als Innendämmung anbringen.

Die mit rund 70 Euro pro Quadratmeter teure Innendämmung hat Vorteile: Es ist kein Gerüst notwendig, und die einzelnen Arbeitsschritte bei der Renovierung können sukzessive in Eigenleistung erbracht werden.

Doch hier ist auch Vorsicht geboten: Dieser vermeintliche leichtere Weg birgt große Feuchtigkeitsrisiken. Wird die Dämmung innen angebracht, so rückt auch der sogenannte Taupunkt weiter nach innen. Die sich dabei absetzende Feuchtigkeit kann zu Bauschäden führen. Es existieren mehrere Möglichkeiten, diese Schwierigkeiten zu umgehen. Man kann eine Dampfsperre innen anbringen, allerdings verschlechtert diese das Raumklima, da die Diffusion der Feuchte durch die Außenwände entfällt. Feuchtigkeitsempfindliche Bauteile wie Holz müssen besonders geschützt werden. Außerdem kann es bei eventuellen Undichtigkeiten zu Bauschäden kommen.

Dämmplatten zur Innendämmung bestehen meist aus Materialien mit geringer Wärmeleitfähigkeit. Hersteller bieten mineralische Fasern wie zum Beispiel Steinwolle oder Glaswolle ebenso wie Fasern aus organischen Materialien an. Auch Erdöl-basierte Schäume wie Polyethylen, Polystyrol oder Polyurethan kommen zum Einsatz.

Diffusionsfähige Dämmstoffe

Einige Dämmplatten können inzwischen das Feuchtigkeitsthema bei der Innendämmung lösen. Das geschieht mithilfe diffusionsoffener Dämmplatten. Die 50 bis 200 Millimeter dicken Elemente mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,045 W/mK werden vollflächig mit Klebemörtel appliziert. Darüber kommt eine Grundierung und die Armierungsschicht aus mineralischem Mörtel und Armierungsgewebe. Durch die diffusionsoffene und kapillare Struktur des Systems entfällt die Dampfsperre.

Hohe Luftfeuchtigkeit wird vom mineralischen Material gepuffert. Die Platten sind dann in der Lage, anfallendes Tauwasser aufzunehmen, innerhalb des Systems zu verteilen und zeitversetzt an den Raum zurückzugeben, wenn die Raumluft wieder Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Dämmtapeten

Dämmtapeten gibt es in der alukaschierten Variante für die Dämmung von Heizkörpernischen und in der pappkaschierten Variante zur Innenwanddämmung als Untergrund für alle Arten von Tapeten. Sie sind leichter anzubringen als Dämmplatten, doch Experten warnen auch vor Scharlatanerie.Auch wenn sich die silbrig glänzende Dämmtapete für die Heizkörpernischen warm anfühlt und der Eindruck entsteht, dass Wärme in den Raum zurück gegeben wird, so liegt dies daran, dass die Folie die Wärme der Hand nicht abtransportiert. Jedoch ist Reflexion als Dämmung nicht anerkannt. Die Alternative der Dämmplatten ist hier vorzuziehen.