Heizung abstimmen mit dem Hydraulischen Abgleich

Beim hydraulischen Abgleich einer Heizung geht es darum, bei einem Minimum an Strom- und Heizenergieverbrauch ein Maximum an Heizleistung zu erzielen. Er basiert auf einem einfachen physikalischen Grundsatz – dem Prinzip des geringsten Widerstandes. Wasser sucht sich seinen Weg durch den Heizkreislauf, wobei geringe Widerstände hohe Durchflussraten und hohe Widerstände geringe Durchflussraten bedeuten. Passt man die Strömungswiderstände entsprechend an, werden alle Anlagenkomponenten zur richtigen Zeit mit der richtigen Wassermenge versorgt. Ein optimales System.

Im nicht einregulierten System werden Anlagenkomponenten, die am weitesten von der Wärmeerzeugung entfernt sind, nur schlecht oder gar nicht versorgt. Für den Nutzer wird dieses Phänomen insbesondere in der Aufheizphase am Morgen deutlich, etwa wenn das Bad wird nicht rechtzeitig warm wird. Dadurch werden nicht alle Komponenten der Heizung gleichmäßig durchströmt und mit der nötigen Heizwassermenge versorgt. Bei schlecht eingestellten Heizungen werden daher weiter entfernte Heizkörper oft nicht richtig warm. Temperatur oder Leistung alleine zu erhöhen wäre Verschwendung.

Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass Pumpe, Heizungsrohre, Armaturen und Regelwerk gut aufeinander abgestimmt sind. Hier sind auch bei bereits installierten Heizungen Einsparpotenziale von bis zu 10 Prozent der Heizleistung möglich.

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Kosten des hydraulischen Abgleichs

Die Kosten für den Hydraulischen Abgleich einer Heizung liegen etwa in der Preisspanne von 350 Euro bis über 1.000 Euro und sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Neben dem Zustand der Heizanlage kommt es auch auf die Anzahl der Heizkörper und die Art der Ventile an. Sind voreinstellbare Thermostatventile und eine moderne Heizungspumpe vorhanden, rechnet sich der Hydraulische Abgleich einer Heizung zügig.

Verpflichtung zum Hydraulischen Abgleich

Für Fachhandwerker gilt, dass sie gemäß der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) zum Hydraulischen Abgleich von Heizungen verpflichtet sind. Auch die Energieeinsparverordnung (EnEV) verlangt ihn. Wer Förderungen zur Modernisierung seiner Heizung erhalten will oder einen Zuschuss zur Heizungserneuerung beantragt, kommt um den Hydraulischen Abgleich nicht herum.