Klimatisierung

Trotz aller Vorzüge ist die klimatisierende Wirkung einer Lüftungsanlage begrenzt. Wenn es darum geht, die Temperatur im Sommer um einige Grad zu senken, müssen Bauherren und Sanierer auf spezielle Klimageräte zurückgreifen. Da diese Strom verbrauchen, belasten sie die Energiebilanz eines Hauses und werden in der Energieeinsparverordnung mit entsprechenden Aufschlägen versehen. Besondere Sorgfalt ist bei der Planung von Wintergärten notwendig. Wärmedämmende Fenster helfen, die Temperaturen im erträglichen Rahmen zu halten.

In heißen Sommern sind mobile Klimageräte in manchen Wochen wahre Verkaufsrenner. Sie senken die Raumtemperatur um ein paar Grad und lassen sich auch als Feuchteregulierer einsetzen. Damit die Geräte ihre Kühlfunktion erfüllen können, muss die Wärme nach außen abgeführt werden können. Dazu wird ein flexibles Rohr aus dem Fenster (gekippt oder einen Spalt geöffnet) gehängt. Die Bedienung der Klimageräte ist einfach. Die Abfuhr der Wärme über die Fenster sorgt aber dafür, dass ständig warme Luft nachströmt und vermindert die Effizienz. Die Verbraucherzentralen warnen deshalb vor dem hohen Energieeinsatz und Stromverbrauch dieser Geräte.

Mobile Klimageräte

Mobile Klimageräte gibt es in der Kompaktversion und als Split-Geräte. Die mobilen Kompaktversionen reichen für Räume der Größe 20 bis 22 Quadratmeter. In größeren Räumen kommen Split-Geräte zum Einsatz. Diese bestehen aus einem Innenaggregat und einem Außengerät, sie sind durch vorgefüllte Kältemittelleitungen verbunden. Split-Klimageräte sind nicht nur leistungsstärker, sie haben auch den Vorteil, dass die geräuschintensiveren Teile nach draußen verlegt sind, zum Beispiel auf Balkon oder Terrasse. Verbrauch: Umweltverbände werfen Handel Desinformation vor Die Innengeräte laufen sehr leise (teilweise 25 Dezibel oder weniger, das ist leiser als Flüstern). Außerdem können die Geräte an der Decke, an der Wand oder am Boden installiert werden, und auch in puncto Design hat sich in den letzten Jahren einiges getan. So gibt es zum Beispiel ein an der Wand hängendes Gerät, das mit einem Bilderwechselrahmen ausgestattet ist. Bei sogenannten "Multi-Split-Geräten" kommen mehrere Innengeräte auf ein Außenaggregat.

Was die Leistung betrifft, so besagt die Faustregel, dass in einem Wohnhaus pro Quadratmeter Wohnfläche 60 Watt Kühlleistung gebraucht werden, um die Raumtemperatur um 6°C gegenüber der Außentemperatur abzusenken. Für einen Raum von 30 Quadratmeter Größe wären das 1800 Watt. Von noch größeren Temperaturdifferenzen raten Experten ab, weil sonst die Erkältungsgefahr zu groß ist.

In puncto Stromverbrauch können sich Anlagenbetreiber ähnlich wie bei Haushaltsgeräten an der Euroklassifizierung orientieren. Gute Geräte werden in die Energieeffizienzklasse A oder besser eingeordnet. Dabei ist jedoch auch bei diesen Kennzeichnungen Vorsicht angesagt. Die Verbraucherzentralen gehen regelmäßig mit Abmahnungen vor, weil die Kennzeichnungen nicht stimmen

Invertersysteme

Relativ wirtschaftlich und sparsam arbeiten so genannte Invertersysteme. Sie haben im Unterschied zu herkömmlichen Geräten einen drehzahlgesteuerten Verdichter. Konventionelle Systeme arbeiten mit konstanter Verdichterdrehzahl. Ist die gewünschte Raumtemperatur erreicht, schaltet der Verdichter ab und springt wieder an, wenn die Temperatur über einen bestimmten Punkt steigt. Diese Arbeitsweise hat ständiges Takten des Verdichters zur Folge - mit entsprechend hohem Energieverbrauch. Dagegen läuft das Invertersystem zunächst mit Höchstdrehzahl und regelt mit dem Erreichen der gewünschten Temperatur die Drehzahl auf einen Minimalwert, ohne ganz abzuschalten.

Verbraucher sollten deshalb nicht nur auf den Anschaffungspreis achten, sondern auch auf die Betriebskosten. In Qualitätsprodukte mit Energieklasse A und besser muss man zwar mehr investieren, spart aber dafür im Betrieb angesichts hoher Strompreise die Zusatzausgaben schnell wieder ein. Auch Wärmepumpen finden Einsatz bei der Kühlung. Sie nutzen die Temperaturdifferenz und geben Wärme aus dem Haus an Außenluft, Erdreich oder Grundwasser ab.

Klimatisierung im Wintergarten

Da Wintergärten sehr unterschiedlich sind, was Lage und Ausrichtung betrifft beziehungsweise Form und Nutzung, gibt es auch kein Patentrezept, was die Klimatisierung betrifft. Entscheidend für ein gutes Raumklima im Wintergarten ist die relative Luftfeuchte: Denn je höher die Temperatur, desto größer die Fähigkeit der Luft, Wasser in Dampfform aufzunehmen. Kühlt die Luft an Gläsern und Profilen des Wintergartens ab, kann es je nach Feuchte zu Schwitzwasser und über längere Zeit zu Schimmelbildung kommen.

Auch Wintergartenfreunde können einfach die Fenster öffnen. Zuluftöffnungen wie Fensterflügel, Lamellenfenster, Schiebelüfter und Klappen werden möglichst weit unten und möglichst im schattigen Bereich angeordnet. Die Abluftöffnungen - in der Regel Fensterflügel und Firstentlüfter - werden dagegen möglichst hoch und möglichst diagonal entgegengesetzt platziert. Bei der mechanischen Lüftung lassen sich die Zu- und Abluftströme je nach individuellem Bedarf einstellen. Temperatur- und Feuchtemessgeräte steuern die Abläufe. Diese Art der Lüftung ist mit Geräten wie Ventilatoren oder Walzenlüftern verbunden, die sich optisch und akustisch bemerkbar machen.

Auch bei guter Lüftung kommt man ohne Beschattung nicht aus. Hier gibt es wiederum verschiedene Möglichkeiten, den Sonneneinfall zu regulieren.

  • Sonnenschutzglas: Dieses lässt weniger Sonnenenergie in den Wintergarten gelangen, allerdings auch im Winter, wenn man sie gern im Haus hätte.
  • Natürliche Beschattung: Ideal sind Laubbäume, die im Sommer Schatten spenden, im Winter aber die Sonne durchlassen. Problematisch können die Monate März und April werden, wenn es schon warm ist, die Bäume aber noch kein Laub tragen. Im Sommer müssen die Bäume recht nahe am Wintergarten stehen, um diesen gegen die sehr hoch stehende Sonne schützen zu können.
  • Künstliche Beschattung: Hier gibt es ein ganzes Arsenal von Varianten: Rollläden, Raffstore, Jalousien, Markisen, Markisoletten, Rollos, Plissés, Vorhänge. Die Verschattung kann außen, innen oder zwischen den Scheiben angebracht werden. Empfehlenswert ist eine automatische Steuerung. Die manuelle Bedienung ist auf Dauer doch lästig, außerdem reagiert eine Steuerung über Wind-, Regen- und Sonnenwächter auf die Witterungseinflüsse auch dann, wenn die Bewohner berufs- oder urlaubsbedingt abwesend sind. Auch die Einbruchsicherheit wird auf diese Weise erhöht.