Verbraucher haben die Wahl zwischen unterschiedlichen Öko-Zertifikaten

Der "blaue Engel" und andere Öko-Siegel

Immer mehr Menschen achten auch darauf, ob die bei einer energetischen Sanierung verwendeten Dämmstoffe umwelt- und gesundheitsverträglich sind. Das zu beurteilen ist für Verbraucherinnen und Verbraucher schwierig.

Das Siegel "Blauer Engel" gibt es seit langem für Innendämmstoffe, seit Anfang 2010 auch für Wärmedämmverbundsysteme. Im April 2009 wurde die Vergabeverordnung für den Bereich Innendämmung verabschiedet. In Zukunft soll es weitere Richtlinien für den Baubereich geben. Verabschiedet ist bereits die Vergabegrundlage für Wärmedämmverbundsysteme. Sie ist seit Januar 2010 publiziert.

Ein Problem für Verbraucher ist aber, dass es Öko-Siegel für die Baubranche schon gibt. So vergibt auch Natureplus Zertifikate im Baubereich in einer ganzen Reihe von Segmenten, unter anderem auch für Dämmstoffe. Die Kriterien von Natureplus unterscheiden sich dabei teilweise auch von denen des Blauen Engels.

Natureplus hat den Ruf, zuverlässig zu urteilen und objektiv zu sein. Für die Verbraucher sorgt das freilich nicht unbedingt für Transparenz: Produkte ohne Öko-Siegel können genau so gut sein wie Produkte mit Siegel, weil die Hersteller die Kosten für das Zertifikat scheuen.

Schließlich gibt es noch unabhängige Tests, wie sie etwa die Zeitschrift Ökotest vornimmt. Deren Test von Dämmstoffen kam zu dem Ergebnis, dass drei Viertel der Produkte "gut" oder "sehr gut" sind. Vier Dämmstoffe aus Holzfasern und jeweils eine aus Kork und aus Glaswolle erhielten 2012 die Bestnote. Einige Materialien können jedoch die Raumluft mit ausgasenden Stoffen oder mit Schimmelpilzen belasten.