Kleinwindanlagen: Der richtige Standort

Der Ertrag einer Kleinwindkraftanlage steht und fällt mit Standort und Nabenhöhe des Windrades. Grundvorraussetzungen sind laut Windenergieexperte Uwe Hallenga, der auch das Portal kleinwindanlagen.de betreibt, neben Wind ausreichend Platz, damit die Windanlage von diesem Wind frei angeströmt werden kann. Der Abstand zu Gebäuden, Bäumen und anderen Hindernissen sollte so groß wie möglich gewählt werden.

Wieviel Abstand im Einzelfall genau zu halten ist, hängt von der Größe der Anlage, der Masthöhe und der Ausrichtung ab. Hallenga empfiehlt in der Hauptwindrichtung (meist zwischen Nordwest und Südwest) einen Mindestabstand von zwei bis vierfacher Mastlänge.

Ob der Wind am Standort der Wahl tatsächlich für den Betrieb einer Kleinwindkraftanlage ausreicht, lässt sich nur durch eine Windmessung feststellen. Empfohlen wird, über ein Jahr genau an dem Standort und in der Höhe zu messen, wo später die Anlage stehen soll. Nur so lassen sich Jahreszeiten-bedingte Saisoneffekte ausblenden. Je länger gemessen wird, desto realistischer lässt sich der Ertrag, den eine bestimmte Windanlage an dem jeweiligen Standort erbracht hätte, berechnen. Geeignete Messgeräte gibt es im Elektrohandel zu kaufen.

Weitere Kriterien, die bei der Standortsuche zu berücksichtigen sind, sind der Schattenwurf der Kleinwindkraftanlage und die Geräusche, die sie erzeugt. Windanlagen können je nach Bauart und Größe richtig laut werden, der Schatten sowie Lichtblitze, die durch Reflektionen an den Rotorblättern entstehen können die Nachbarn stören. 

Angesichts der genannten Standortanforderungen ist der ökonomische Einsatz von Windkraftanlagen in der Stadt oder in Wohngebieten eher fraglich. Eine Möglichkeit, auch hier Kleinwindanlagen zu nutzen, könnte die Installation auf dem Dach von Wohnhäusern und anderen Gebäuden sein. Doch hier ist Vorsicht geboten.

Zwar finden sich auf dem Markt heute qualitativ hochwertige Kleinwindanlagen, die sehr leise laufen, aber auf dem Dach installiert können selbst diese zu einer unerträglichen Lärmquelle werden. Das Haus wirkt nämlich als Resonanzkörper der Anlage. Zudem kann die Vibration der Kleinwindkraftanlage Schäden am Gebäude verursachen – etwa bei hohen Windgeschwindigkeiten, oder wenn die Anlage zu groß dimensioniert ist.

Ab einer Nennleistung, das heißt einer maximalen Leistung von 1 kW sollte Experten zufolge außerdem ein Statiker bemüht werden, um die Standsicherheit des Dachs zu prüfen.