Lebensdauer liegt bei 50 Jahren

Vakuumdämmung benötigt wenig Platz

Vakuumisolationspaneele sind fünf bis zehn Mal dünner als herkömmliche, am Hausbau eingesetzte Dämmmaterialien und bilden so eine platzsparende Alternative. Gegenwärtig ist eine Wärmedämmung von Niedrigenergie- oder Passivhäusern bis zu 20 Zentimeter dick. Die Dicke der Vakuumdämmung dagegen beträgt nur etwa 2 Zentimeter. Bei einer Grundfläche von 100 m² lassen sich durch die dünneren Vakuumpaneele schon etwa 3,5 m² Fläche gewinnen.

Ein Nachteil ist der Preis. Außerdem muss die genaue Rasterung in der Planungsphase berücksichtigt werden. Die Vakuumdämmung darf nicht unter Spannung stehen, deshalb sind Führungsschienen notwendig. Zudem müssen Wärmebrücken noch mehr als bei konventionellen Isolationen vermieden werden, um die gewünschten U-Werte zu erreichen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Bayrischen Zentrum für Angewandte Energieforschung in Würzburg haben solche Produkte untersucht. Die Paneele weisen nach ihren Angaben bei gleicher Dicke eine um den Faktor fünf bis zehn bessere Dämmwirkung auf als konventionelle Dämmstoffe. Anhand von Langzeitlabormessungen kamen die bayrischen Forscher zum Ergebnis, dass die Wirkungsweise der Paneele zwar auf lange Zeit geringfügig nachlässt, sie gehen aber von einer Lebensdauer von bis zu 50 Jahren aus.

Diese Lösungen bieten Hersteller von Vakuumpaneelen an

Weber-Maxit hat Vakuum-Isolationspaneele vorgestellt, die dank einer patentierten Verlegetechnik nahezu ohne leistungsmindernde Wärmebrücken verarbeitet werden sollen. Die empfindlichen Vakuum-Isolationspaneele (VIP) sind bei dem System in EPS-Platten integriert und dadurch vor Beschädigungen auf der Baustelle geschützt. Zudem können die Dämmplatten in den Randbereichen geschnitten und auch verdübelt werden, ohne dass der Vakuum-Kern beschädigt wird.

Die Paul Bauder GmbH hat eine Lösung für die Wärmedämmung von Terrassen entwickelt, die besonders beim Bestandsumbau zumeist nur eine sehr geringe Aufbauhöhe zulassen. Mit dem Platz sparenden Vakuumisolierkern können Anschlusshöhen eingehalten werden, die mit üblichen Dämmstoffen nicht möglich waren. Um das Vakuum auch bei üblichen Bauabläufen und in der Nutzungsphase dauerhaft zu erhalten, ist der Vakuumkern an der Unterseite mit einer 3 Millimeter dicken Gummigranulatmatte und an der Oberseite mit einer Lage 15 Millimeter PIR geschützt. Lieferbar sind die Dämmelemente in den Dicken 38, 48 oder 58 Millimeter. Da Terrassenflächen mit den üblichen Bautoleranzen gebaut werden, müssen die Dämmplatten genau eingemessen werden.

Extrem schlanke Abmessungen sind möglich

Variotec hat ebenfalls Vakuumpanels im Sortiment. Die robusten und seit 2009 auch bauaufsichtlich zugelassenen VIP-integrierten Bau- und Konstruktionselemente helfen dabei, Problemzonen sowie bisher unlösbaren Wärmebrücken auf Passivhausniveau zu dämmen. Die Sandwichkonstruktionen des Neumarkter Unternehmens arbeiten mit einem Dämmkern aus Vakuum-Isolations-Paneele (VIP), der sich aus unter Vakuum stehender pyrogenener Kieselsäure SiO2, einem umhüllenden Vlies sowie einer gasdichten Hochbarrierfolie zusammensetzt. Da dieser Aufbau nahezu keine Wärme weiterleitet, lassen sich bei extrem schlanken Abmessungen sehr hohe Dämmwerte erzielen. So reicht eine 5 Zentimeter dünne VIP-Dämmung aus, um einen U-Wert von 0,13 W/(m²K) zu erzeugen

Überarbeitet wurde das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) "QASAmax". Bei dem System liegt der VIP-Kern zwischen zwei dünnen Schutzschichten. Die maximal 5 Zentimeter dicken Paneele kleben die Verarbeitenden an die Wand und verputzen sie im für WDVS üblichen Aufbau. Alternativ können sie ein Schienensystem nutzen. In der alten Version mussten die Elemente noch gedübelt werden. Wo genau die standardmäßig in vier Größen im Rastermaß 400 Millimeter erhältlichen Dämmelemente montiert werden, kann durch das Optimierungsprogramm "QASAmaxfrontale" ermittelt werden. Mussten Planer bislang einen Kompromiss zwischen Bodendämmung und der für die Bewohnerinnen und Bewohner noch zumutbaren Austrittshöhe schließen, löst "QASAloft/balkony" dieses Problem in nur 38 - 58 Millimeter Aufbaustärke. Damit sind nahezu bodengleiche Türaustritte möglich, bei einer zugleich in Passivhausqualität gedämmten Terrassendecke.

Bei Dachkonstruktionen schützen zwei OSB-Platten die innen liegende VIP-Dämmung. PUR-Stege ermöglichen die variable Verschraubung der Elemente auf der Schalung oder dem Sparren. Dieses System hilft dabei, "aufgeblähte" Traufansichten zu vermeiden, die bei üblicher Dämmung für Passivhäuser notwendig wären.