Die Wahl der richtigen Kleinwindkraftanlage

Bei der Stromerzeugung mit Kleinwindkraftanlagen gibt es deutlich mehr Freiheitsgrade als beispielsweise bei der Photovoltaik. Diese reichen von der Standortsuche über die unterschiedlichen Masthöhen und Rotordurchmesser bis hin zur Form des Rotors. Grundsätzlich lassen sich horizontal drehende und vertikal drehende Rotoren unterscheiden.

Horizontale und vertikale Kleinwindkraftanlagen

Die Horizontalachsanlagen sind die klassische Bauform der Kleinwindanlagen. Sie haben zwei bis vier Rotorblätter, meistens jedoch drei wie die bekannten großen Windkraftanlagen. Der Rotor muss jeweils in Windrichtung gedreht werden. Nachteile von Vertikalläufern sind die vergleichsweise hohe Geräuschentwicklung und der Schattenwurf der Rotorblätter. Diesen Nachteilen steht jedoch ein hoher Wirkungsgrad gegenüber, der dafür gesorgt hat, dass sich diese Anlagenbauform weitgehend durchgesetzt hat.

Gerade in jüngster Zeit werden auf dem Markt jedoch vermehrt diverse Vertikalachsanlagen angeboten, bei denen sich die Blattprofile horizontal um eine senkrecht stehende Achse drehen. Diese Anlagen haben bauartbedingt einen geringeren Wirkungsgrad als die klassischen Windräder, denn es steht immer nur ein kleiner Teil des Rotors optimal zum Wind. Außerdem muss der im Windschatten liegende Teil gegen den Wind wieder nach vorne bewegt werden. 

Ein Vorteil vertikaler Kleinwindanlagen ist aber, dass sie nicht ständig nach dem Wind ausgerichtet werden müssen. Daher können sie an Standorten mit ständig drehenden Windrichtungen – etwa in Innenstädten – durchaus ihre Berechtigung haben. Ein weiteres Argument für die Vertikalachser ist ihre hohe Laufruhe. Allerdings gibt es inzwischen auch horizontale Kleinwindkraftanlagen, die sehr leise sind.

Die Spreu vom Weizen trennen

Der Markt für Kleinwindkraftanlagen ist unübersichtlich. Das machen sich derzeit auch noch viele unseriöse Anbieter zunutze. Daher gilt es, wenn man sich grundsätzlich für eine Leistungsklasse entschieden hat, die in dieser Klasse angebotenen Produkte und ihre Hersteller gründlich zu vergleichen. Die Nennleistung allein sagt noch nichts über Erträge und Leistungen bei verschiedenen Windverhältnissen aus. Daher sollten neben der Maximalleistung und der Windgeschwindigkeit, bei der diese erreicht wird, auch die Erträge bei verschiedenen Windgeschwindigkeiten verglichen werden. Der Bundesverband Windenergie berichtet in seiner Marktübersicht Kleinwindanlagen, dass eine solche Anlage folgende Angaben aufweisen sollte:

  • Maximalleistung
  • Winderträge bei 4, 5 und 6 Metern Windgeschwindigkeit im Jahresdurchschnitt
  • geometrische Anlagengröße mit Nabenhöhe und Rotorfläche
  • Ein- und Abschaltgeschwindigkeit
  • Maximale Spannung und maximaler Strom in der Anlage
  • Lärmbelästigung im Abstand von 5, 10, 15, 20 usf. Metern

Ein aussagekräftiges Indiz für die Seriösität eines Anbieters ist die Qualität seiner Beratung. Windkraft ist ein sehr beratungsintensives Geschäft. Erkundigt sich ein Anbieter nicht einmal nach den Bedingungen an dem Standort, an dem Sie sein Windrad aufstellen wollen, sollten Sie vorsichtig sein.

Experten empfehlen außerdem, sich Referenzadressen geben zu lassen und die Referenzanlagen wenn möglich auch zu besichtigen.