Überwachung und Wartung einer PV-Anlage

Jede produzierte Kilowattstunde einer Photovoltaikanlage bedeutet bares Geld für den Betreiber. In der Regel laufen Photovoltaikanlagen problemlos, weshalb Betreiber oft regelmäßige Kontrollen der Anlage außer Acht lassen. Doch die Wartung ist wichtig, um Beschädigungen und Störungen frühzeitig feststellen zu können und größeren Schäden vorzubeugen. Ein großer Teil der Wartungsarbeiten kann vom Betreiber selbst übernommen werden.

Im Folgenden finden Sie einige Hinweise, welche Aufgaben Sie als Betreiber selbst übernehmen können und welche Sie unbedingt Spezialisten überlassen sollten.

Das können Sie als Betreiber tun

Zu den Aufgaben, die der Betreiber einer Photovoltaikanlage selbst übernehmen kann, gehört die regelmäßige Kontrolle der Ertragsdaten. Dazu sollten mindestens einmal im Monat die Zählerstände im Wechselrichter sowie im Erzeugungs- und Einspeisezähler notiert werden. Experten empfehlen das Anlegen von Tabellen, um die Prozesse über die Zeit hin besser verfolgen zu können.

Durch die Beobachtung der Erträge sollte es dem Betreiber möglich sein, Störungen frühzeitig zu erkennen, wenn zum Beispiel die neu erfassten Werte beständig unter den Werten des Vorjahres liegen. Beim Ablesen der Zählerstände sollte der Betreiber auch gleich eventuelle Fehlermeldungen ablesen und die Sicherung und den Überspannungsschutz prüfen.

Einige Anbieter von Wechselrichtern bieten eine Fernüberwachung der Anlage an. Voraussetzung ist ein Internetzugang am Wechselrichter. Die Ertragsdaten werden dann automatisch gesichert und es kann von jedem Rechner oder per App darauf zugegriffen werden. Inzwischen gibt es auch anbieterunabhängige Lösungen für die Fernüberwachung. Experten empfehlen eine Fernüberwachung auch, weil sie den Installateur benachrichtigt, sobald die Anlage Störungen aufweist.

Beim Wechselrichter sollte darauf geachtet werden, dass alle Kühlöffnungen und -flächen frei liegen, so dass die Luftzirkulation nicht behindert wird und das Gerät einwandfrei laufen kann. Sollte es dennoch ungewöhnlich heiß laufen, sollte der Lüfter des Wechselrichters selbst überprüft werden.  Um optimale Erträge der Anlage zu gewährleisten, sollten die Betreiber zudem darauf achten, dass weder Äste noch Pflanzen die Photovoltaikmodule beschatten.

Hierzu ist fachmännische Hilfe nötig

Experten zufolge sollten alle drei Jahre die Schutzschaltung protokolliert und die Messung des Inbetriebnahmeprotokolls wiederholt werden. Zudem sollten die Sicherheitselemente wie Sicherung und Überspannungsschutz sowie die Solarmodule, ihre Befestigung und Verkabelung durch einen Fachmann kontrolliert werden.

Auch wenn Solaranlagen allgemein, durch Regen und Schnee, als selbst reinigend gelten, kann sich über die Zeit hinweg ein Schmutzfilm auf der Glasoberfläche bilden, der Rahmenkanten und Befestigungsschienen verunreinigt, was zu Moos- und Flechtenbewuchs führen kann. Diese Art von Verschmutzung kann den Ertrag der Anlage beträchtlich verringern. Empfohlen wird deshalb eine gründliche Reinigung nach einigen Betriebsjahren. Der beste Zeitpunkt für eine solche Reinigung ist im beginnenden Frühjahr, vor der Hauptertragszeit der Anlage. Zum Schutz des Betreibers selbst und um Beschädigungen der Photovoltaikanlage zu vermeiden sollte diese Reinigung von Spezialisten durchgeführt werden.

Weitere nützliche Hinweise

Immer wieder können bei Photovoltaikanlagen Installationsfehler auftreten, die zuerst gar nicht wahrgenommen werden, da es keine Vergleichswerte gibt. Anzeichen für derlei Störungen kann vor allem ein im Vergleich zu ähnlichen Anlagen wesentlich geringerer Stromertrag sein. Installationsfehler können sein, dass Module nicht angeschlossen sind oder Plus- und Minusstecker vertauscht wurden. Eine weitere Möglichkeit ist eine Kreuzschaltung der Modulstränge, bei der eine Art Reihenschaltung von Solarsträngen und Wechselrichter entsteht. Löst sich die Rückseitenfolie eines Potovoltaikmoduls oder ist das Modul anderweitig beschädigt, sollte es umgehend ausgetauscht werden. Dabei ist wichtig, dass die neuen Module den gleichen elektrischen Kennwert haben wie die Module, die zuerst verwendet wurden.