Mini-KWK-Anlagen / Mini-Blockheizkraftwerke

Wärme und gleichzeitig Strom erzeugen – Anlagen, die das leisten, gibt es mittlerweile auch für den Privatbedarf. Blockheizkraftwerke arbeiten dabei nach folgendem Prinzip: Ein Generator erzeugt Strom. Die dadurch entstehende Abwärme wird mithilfe eines Wärmetauschers gewonnen und zum Heizen oder zum Erwärmen des Wassers genutzt.

Mini-Blockheizkraftwerke oder Strom erzeugende Heizungen (SEH) sind so klein, dass sie in jeden Heizungskeller passen. Als Energieträger für Mini-Blockheizkraftwerke kommen sowohl fossile Rohstoffe als auch Biokraftstoffe und Holzpellets in Frage. Für Holzpellets gibt es allerdings derzeit noch keine Produkte, Ökofen entwickelt diese jedoch.

Etwa 65 Prozent des Brennstoffes werden in Wärme umgewandelt, über 20 Prozent in Strom und nur maximal 10 Prozent gehen als Abwärme verloren. Je nach Anlagengröße kann der gesamte Wärmebedarf eines Hauses mit einer Mini-KWK-Anlage abgedeckt werden.

Anschaffungspreis eines Mini-Blockheizkraftwerks

Die kleinsten Mini-Blockheizkraftwerke liegen im Leistungsbereich von 1 bis 3 Kilowatt und sind bereits ab 13.000 bis 15.000 Euro zu haben. Nach Aussage des Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (BKWK) rechnet sich eine Mini-KWK-Anlage besonders für Häuser, bei denen der Wärmeverbrauch – für Heizung und Warmwasser – über das gesamte Jahr hinweg relativ gleichmäßig ist. Im Vergleich zu einer konventionellen Heizung mit Öl, Gas oder nachwachsenden Rohstoffen sind die Anfangsinvestitionen relativ hoch. Doch der Hausbesitzer erhält damit auch eine Anlage, die sowohl Strom als auch Wärme liefert.

Diese Mini-Blockheizkraftwerke sind auf dem Markt

Viessmann hat mit der Vermarktung seiner Brennstoffzellenheizung beginnen. Die thermische Leistung des Brennstoffzellenmoduls beträgt 1 kW, dazu kommt ein Spitzenlastkessel mit einer thermischen Leistung von 5,5 bis 19 kW. Die Montage soll so einfach sein wie bei einem Gasbrennwertkessel. Elcore hat ebenfalls eine Anlage auf Basis von Brennstoffzellen im Programm. Vaillant hat seine Brennstoffzellen-Anlagen im europäischen Feldtest ene.field verfügbar. Ein marktfähiger Preis liege in der Größenordnung der Kosten für eine Mikro-KWK-Anlage bei zirka 20.000 Euro inklusive Installation, so das Unternehmen.

SenerTec hat mit dem Dachs Pro 20  das Portfolio um eine Anlage für Großgewerbe und Mehrfamilienhäuser erweitert. Die Anlage bringt 20 Kilowatt elektrische Leistung.

Kirsch hat das Kirsch micro als Ergänzung seiner Produktpalette im unteren Leistungsbereich vorgestellt. Die Mikro-KWK-Anlage mit einer elektrischen Leistung von 1,9 kW ist auf den Energiebedarf von Einfamilienhäusern ausgerichtet. Parallel dazu hat das Unternehmen die Produktpalette nach oben abgerundet mit Anlagen mit 30, 40 und 50 kW elektrischer Leistung für den gewerblichen und öffentlichen Immobiliensektor.

Wolf hat mit dem BHKW GTK-4 ein echtes Mikro-KWK im Programm und erschließt damit niedrigere Leistungsbereiche. Die elektrische Leistung beginnt bei 2 bis 4 kW, die thermische Leistung reicht von 8,5 bis 12 kW. Das Wolf Mikro-BHKW GTK-4 eignet sich damit nicht nur für den Neubau, sondern auch zur Sanierung von Hotels, Mehrfamilienhäusern und Gewerbeobjekten.

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Zuschuss und Vergütung von Mini-KWK-Anlagen

Vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt es ab dem 1. April 2012 wieder einen Zuschuss beim Kauf von Mini-KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis zu 20 Kilowatt. Die KWK-Anlagen müssen fabrikneu und serienmäßig hergestellt sein, über einen Stromzähler verfügen, der den gesamten von der Anlage erzeugten Strom misst, und außerdem über einen vom Hersteller angebotenen Vollwartungsvertrag betreut werden können.

Die Höhe des Zuschusses für Mini-KWK-Anlagen richtet sich nach der maximalen elektrischen Leistung der Anlage und/ oder den geplanten Vollbenutzungsstunden. Er muss vor Beginn der Installation beantragt werden. Als Nachweis dafür dient die Eingangsbestätigung des BAFA. Bevor die nicht vorliegt, darf nicht begonnen werden, sonst verfällt der Zuschuss. Die Mittel gibt es jedoch nur, so lange das Geld reicht.

Der Förderbetrag wird über vier Förderstufen zusammengerechnet und bemisst sich nach der elektrischen Leistung der Anlage. Für die Leistung bis zu einem KW el. gibt es einen Zuschuss von 1.500 Euro. Für die Leistung über ein bis vier kW el. gibt es je kW 300 Euro. Dazu eine Beispielrechnung: Für die Leistung von drei kW el beträgt die Förderung 2.100 Euro. Für die Leistung über dem vierten bis zum zehnten kW beträgt der Förderbetrag 100 Euro pro kW. Über dem zehnten bis zum zwanzigsten kW gibt es 50 Euro pro kW. Beim BAFA gibt es eine Liste der förderfähigen Mini-KWK-Anlagen.

Der Stromnetzbetreiber zahlt für den in sein Netz eingespeisten Strom aus Mini-KWK-Anlagen einen Grundpreis sowie einen KWK-Zuschlag an den Anlagenbetreiber. Auch selbst verbrauchter Strom wird bezuschusst.

Die Vergütung setzt sich aus KWK-Zuschlag, dem üblichen Strompreis an der Strombörse EEX im vorherigen Quartal und vermiedenen Netzentgelte von zirka 0,04 bis 2 Cent zusammen. Betreiber kleiner KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von mehr als 50 Kilowatt haben für KWK-Strom einen Anspruch auf Zahlung eines Zuschlags in Höhe von 1,94 Cent pro Kilowattstunde bei Inbetriebnahme ab dem Jahre 2010. Betreiber dieser Anlagen erhalten den Zuschlag ab Aufnahme des Dauerbetriebs für sechs Betriebsjahre, insgesamt höchstens aber für 30.000 Vollbenutzungsstunden. Betreiber von Anlagen bis zu einer elektrischen Leistung von bis zu 50 Kilowatt, die nach dem 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2016 in Dauerbetrieb genommen worden sind, bekommen für KWK-Strom einen Zahlung eines Zuschlag von 5,11 Cent pro Kilowattstunde für einen Zeitraum von zehn Jahren ab Aufnahme des Dauerbetriebs der Anlage.