Holzverkleidungen für Fassaden erleben eine Renaissance

Holzfassade verbessert Wärmedämmung

Die Holzverkleidung für das Haus erlebt derzeit quasi eine Renaissance. Denn zum einen ist der Werkstoff Holz im Zuge des verstärkten ökologischen Bewusstseins wieder populär. Seine Produktion ist im Vergleich mit anderen Fassadenmaterialien weniger aufwendig und umweltschonender. Zum anderen bietet eine Holzfassade eine relativ einfache und kostengünstige Möglichkeit, die Wärmedämmung des Hauses zu verbessern. In den meisten Fällen kann das neue Holzkleid ohne große Instandsetzungsmaßnahmen auf die Außenwand montiert werden. Doch für einen verbesserten Wärmedämmwert sorgt dabei nicht die Fassade selbst. Zwar hat Holz auch gute Eigenschaften zur Wärmedämmung. Entscheidend ist jedoch der Dämmstoff, der zusätzlich angebracht wird.

Mit einer Holzfassade lassen sich alle gängigen Dämmstoffe kombinieren. Während etwa mineralische Materialien für einen besonders guten U-Wert sorgen, bieten Holzfaserdämmplatten einen anderen Vorteil: Sie stellen einen relativ festen Untergrund dar, auf dem die Unterkonstruktion für die Holzfassade recht stabil angebracht werden kann. Prinzipiell gilt für eine nachträgliche Holzverkleidung: Die Dämmschicht sollte mindestens 10 Zentimeter dick sein.

Die Holzfassade selbst wird immer mit einem Abstand zur alten Fassade angebracht, um für eine Hinterlüftung zu sorgen. So ist sichergestellt, dass das Holz nach Regen rasch abtrocknen kann. Empfohlen wird ein Hohlraum von gut zwei Zentimetern. Um gegen Regen und Feuchtigkeit gewappnet zu sein, sind weitere Maßnahmen ratsam: Ein ausreichender Dachüberstand schützt von oben. Zum Boden sollte die Holzfassade einen Abstand von mindestens 30 Zentimetern haben. Da Holz bei Feuchtigkeitsschwankungen arbeitet, sind Bretter zu empfehlen, die mindestens 18 Millimeter dick und höchstens 200 Millimeter breit sind.

Wartungsintervall von Holzfassaden beträgt zirka zehn Jahre

Eine Holzfassade besteht entweder aus Vollholz oder großen vorgefertigten Holzwerkstoffplatten. Letztere sind aufgrund kürzerer Bauzeiten derzeit im Trend.

Grundsätzlich können alle einheimischen Holzarten verwendet werden. Besonders gerne genommen werden Lärche und Douglasie, da sie quasi über einen eigenen natürlichen Schutz verfügen und nicht mehr behandelt werden müssen. Fichte und Tanne eignen sich dagegen für Holzfassaden, die einen farbigen Anstrich erhalten sollen.

Für Holzarten, die einen Schutz benötigen, sollte eine pigmentierte Beschichtung verwendet werden. Sie schützt vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung. Die Wartungsintervalle für eine solche Fassade liegen bei etwa zehn Jahren. Unbeschichtetes Holz wie Lärche und Douglasie ist quasi wartungsfrei. Die Preise sind natürlich abhängig von den individuellen Gegebenheiten. Hausbesitzer können mit Kosten rechnen, die bei 50 Euro pro Quadratmeter

Das fordert der Brandschutz bei Holzfassaden

Alle 16 Landesbauordnungen haben aus der Musterbauordnung übernommen, dass "Oberflächen von Außenwänden (...) schwer entflammbar sein" müssen, wenn das Haus mehr als 7 Meter hoch ist.

Wer die Genehmigungsbehörde überzeugen kann, dass durch Ausgleichsmaßnahmen ein gleiches Maß des Brandschutzes erreicht wird wie bei schwer entflammbarem Fassadenmaterial, darf auch bei Gebäuden mit mehr als drei Geschossen eine Holzfassade bauen.

Bis die Feuerwehr kommt, darf sich in Österreich, Deutschland und der Schweiz der Brand nicht über mehr als zwei weitere Geschosse ausbreiten. Um diese Zielgröße einzuhalten, gibt es mindestens sechs vorbeugende Schutzmaßnahmen:

  1. Die Fenster werden von Stockwerk zu Stockwerk jeweils seitlich gegeneinander versetzt.
  2. In die Fassade werden mindestens 1 Meter breite Streifen aus nicht brennbarem Material eingearbeitet.
  3. Je Geschoss wird eine umlaufende Schürze aus mindestens 1 Millimeter starkem Stahlblech um das Haus herumgezogen, die die Holzfassade unterbricht und nach außen hin 15 Millimeter über sie hinausragt. Bereits ein solch geringer Überstand hat nach Brandversuchen der TU München eine ausreichende Wirkung. Diese Maßnahme ist die in Deutschland am weitesten verbreitete. Etwa 3 Meter oberhalb der obersten Fensterreihe ist eine weitere Schürze nötig, falls die Fassade so weit hinaufreicht.
  4. Falls die Fassade hinterlüftet ist, wird entweder die Schürze als Lochblech in den Lüftungsspalt weitergeführt, oder dort wird ein Brandschutzband eingebracht, das bei Hitze aufschäumt. Im einen wie im andern Fall werden die heißen Brandgase damit auf ihrem Weg nach oben aufgehalten.
  5. Jedes Geschoss wird gegenüber dem darunterliegenden um mindestens 20 Zentimeter zurückgesetzt (Staffelgeschoss). Der horizontale Streifen darf dann nicht brennbar sein.
  6. Es kann auch eine Sprinkleranlage an der Fassade installiert werden. Anschaffung, Zulassung, Montage und später die Wartung sind jedoch so teuer, dass diese Lösung fast nie gewählt wird.

Um auch die Ausbreitung eines Feuers zur Seite hin aufzuhalten, sind die Brandwände mit einer Konstruktion ähnlich der beschriebenen Blechschürze in die Fassade hinein zu verlängern. Eine kompakte Übersicht der Schutzmaßnahmen 1. bis 4. gibt Hanspeter Kolb in einem 11-seitigen Dokument, das Sie hier herunterladen können.

Holzschutz bei Fassaden

Holzfassaden können durch Algen, Pilze und Insekten sowie den UV-Anteil im Sonnenlicht verunstaltet oder sogar beschädigt werden. Experten geben diverse Ratschläge, mit denen man im besten Fall auch ohne chemische Keule einen Befall verhindern kann.

Eine wichtige Entscheidung für die Dauerhaftigkeit einer Holzfassade fällt bereits bei der Materialauswahl: Farbenhersteller raten nämlich von Sperrhölzern und Furnierschichthölzern grundsätzlich ab und empfehlen Massivholzplatten. Besonders problematisch im Hinblick auf Schimmelpilzbefall sind Baufurniersperrholz-Platten ("BFU-Platten") aus Seekiefer und phenolharzverleimte Holzwerkstoff-Platten.

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, um speziell dem Pilzbefall ("Holzfäule") vorzubeugen. Die meisten zielen auf die Vermeidung von Feuchtigkeit ab. Das beginnt bei der Materialwahl für die Fassade, wo nur trockenes Massivholz verwendet werden sollte. Auch später sollte die Feuchte regelmäßig kontrolliert werden. Und je intensiver die Belüftung ist, auch von hinten, desto besser. Länger als Kiefer und Birke, die ohne Dachüberstand manchmal schon nach fünf Jahren geschädigt sind, halten Holzarten mit einer höheren "Dauerhaftigkeitsklasse" durch: Lärche mindestens fünfmal, Robinie sogar mehr als zehnmal so lang.

Grünplanung ist für trockene Fassaden wichtig

Eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit der Feuchtigkeit einer Holzfassade spielen auch Architektur und Grünplanung. Bleibt die Fassade durch ausreichend große Dachüberstände und funktionsfähige Regenrinnen relativ trocken, und befinden sich keine Bäume oder Sträucher in unmittelbarer Nähe (Beschattung!), dann wird sie weniger durch Algen und Pilze befallen.

Wird das Holz auf die Baustelle geliefert, ist es üblicherweise bereits durch den Hersteller imprägniert und mit einem UV-Schutz versehen. Eine Imprägnierung dient dazu, die Wasseraufnahme deutlich und dauerhaft zu verringern. Darauf kommen meist eine dünnflüssige Grundierung und eine Lasur, die auch ein UV-Schutzmittel enthalten sollte. Die im Sonnenlicht enthaltene UV-Strahlung verwandelt sonst den Holzbestandteil Lignin bis in eine Tiefe von mehreren Millimetern in wasserlösliche Abbauprodukte.

Je dunkler die Farbe der Beschichtung, desto besser der UV-Schutz (und je weniger fällt im Übrigen ein grau-grüner bis schwarzer Algen- oder Pilzbefall überhaupt auf). Die Lasur sollte einen Eignungsnachweis nach DIN EN 927 (Beschichtungsstoffe) haben. Der Schimmelpilz und der optisch auffälligere Bläuepilz sehen zwar unschön aus, bauen aber das Holz nicht ab. Anders ein halbes Dutzend weiterer Pilzarten, von denen der gefährlichste, der "Echte Hausschwamm", nicht nur einfach lokal begrenzt das Holz zerstört, sondern sich auch aggressiv ausbreitet.

Fliegengitter erschwert Eindringen von Schädlingen

Eine gute Belüftung beugt gleichzeitig der zweiten Gruppe von Holzschädlingen vor: Eine Reihe von Insekten hat es, vor allem im Larvenstadium, ebenfalls auf Holz abgesehen - am liebsten auf saftig-frisches, feuchtes. Die wichtigsten sind der Hausbock und der Splintholzkäfer. Letzterer mag gern Tropenholz; gewöhnliche Nadelhölzer überlässt er dem Hausbock, der für Nadelholz eine Vorliebe hat, aber durch die erwähnte Imprägnierung davon abgehalten werden kann. Buche und Eiche bevorzugt wiederum der sogenannte Veränderliche Scheibenbock. Auch im Hinblick auf Käfer empfiehlt es sich, nur trockenes, rindenfreies Holz zu verwenden. Wenn möglich, sollten die Latten nicht dicker als 2,5 cm sein. Eine einfache Maßnahme, damit Insekten nicht von hinten an die Fassade herankommen, ist es, Öffnungen mit Fliegengitter zu versperren.

Gegen Algen oder Pilze kann man selbst Farben oder farblose Beschichtungen mit Biozidanteil einsetzen. Die in der Beschichtung enthaltene Biozide werden allerdings innerhalb weniger Jahre durch Regen ausgewaschen und landen im Boden und in Gewässern. Viele Hersteller verkapseln deshalb inzwischen die Wirkstoffe in kleinen Kunststoffkügelchen, anstatt sie einfach in die Farbe einzumischen. So ist die Auswaschung um bis zum Faktor 25 geringer, und die Wirkung hält länger an. Der schon im Hinblick auf den Befall segensreiche ausreichende Dachüberstand vermindert natürlich ebenfalls die Auswaschung.

Blauer Engel sorgt füt Schadstoff-Freiheit

Bei der Auswahl des Produkts kann man sich daran orientieren, ob dieses den "Blauen Engel" trägt. Auch ist ein Blick in das Schweizerische Holzschutzmittel-Verzeichnis nützlich, das auch warenkundliche Übersichten zum Beispiel zur Dauerhaftigkeit verschiedener Holzarten enthält. Das Umweltbundesamt empfiehlt, beim Aufbringen von biozidhaltigen Beschichtungen Pflanzen und den Boden abzudecken. Reste solle man nicht auswaschen oder sonstwie in Gewässer entsorgen, sondern eintrocknen lassen und dann in den Restmüll geben. Einen gewissen Schutz gegen Schädlinge bieten auch Lasuren ohne Biozide. Ein aktueller und kostenlos zugänglicher, dabei augenscheinlich recht professionell aufgezogener Vergleich von über 30 Lasuren findet sich auf einer privaten Seite. In diesen Test wurden auch biozidhaltige Lasuren einbezogen; dennoch schneiden die biozidfreien zum Teil sehr gut ab.