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EEBus will sich als europäischer Standard etablieren

Smart-Home-Standards nicht in Sicht

12.09.2013, 15:00

Eingang der IFA
IFA stand im Zeichen des Smart Home. © Grund-Ludwig

Smart Home aus einer Hand – alles machbar. Dieser Eindruck drängte sich bei einem Gang durch die Hallen der Internationalen Funkausstellung in Berlin auf. Solaranlagen, Heizung, Beleuchtung – alles wurde in den Szenarien von Herstellern und Konsortien angesteuert. Doch in der Realität ist man davon immer noch weit entfernt. Es tut sich zwar viel, aber die Ansätze sind immer noch sehr unterschiedlich.

Eine der spannenden Fragen ist die, wie sich die Vielfalt von Geräten überhaupt unter einen Hut bringen lässt. Eine Idee sind Lösungen, die mit so genannter Middleware arbeiten. Diese Middleware ist so eine Art Universalanschluss für alle möglichen bereits existierenden Standards. Einer der Akteure ist die EEBus-Initiative, ein Verein, in dem 40 Unternehmen, darunter vor allem Hersteller von Hausgeräten, aber auch Energieversorger wie E.On und EnBW zusammenarbeiten.

Als bislang einzige verfolgt die Initiative einen europäischen Ansatz. Erste Normentwürfe auf europäischer Ebene liegen seit Juli 2013 vor, so EEBus-Geschäftsführer Til Landwehrmann. Stärker als den anderen Verbünden geht es der EEBus-Initiative nicht nur um das Thema Energiesparen, Hausautomation und Ansteuern von Geräten, sondern um Energiemanagement. Christoph Knöll vom VDE hält das für entscheidend: "Wir gehen davon aus, dass der Durchbruch für Smart Homes nicht in erster Linie über das Argument des höheren Komforts, sondern als Kostenfaktor über das Thema Energiemanagement kommen wird."

Einige französische Unternehmen sind bereits mit an Bord, eine Kooperation mit dem italienischen Verbund Energy at home sei vereinbart, so Landwehrmann. Er gehe außerdem davon aus, dass man noch 2013 asiatische Hersteller in die Initiative aufnehmen könne, konkrete Gespräche dazu habe es auf der IFA gegeben. Zu sehen waren auf der IFA vernetzte Lösungen noch als Prototypen, "Anwendungen und Produkte, die wir in diesem Jahr auf der IFA präsentieren, kommen 2014 in die Geschäfte", versprach Landwehrmann.

Unterstützt wird der EEBus auch vom Prüf- und Testinstitut des VDE: "Wir sind auch in der EEBus-Initiative aktiv und sehen das als eine Möglichkeit, die Konnektivität und Kommunikation zwischen Geräten unabhängig von Marken und Gewerken zu harmonisieren. Daneben gibt es natürlich auch noch andere technische Lösungen, die erfolgversprechend sind und wir neutral verfolgen", so Bernd Franke, Leiter Strategieentwicklung und Information des VDE. Der VDE hat zudem ein Prüflabor für Smart-Home-Lösungen eingerichtet.

Würde sich wirklich ein Standard etablieren, hätte das für die Anwender einen enormen Vorteil: Sie könnten dann Produkte beliebiger Hersteller verwenden, wenn diese sich an den Standard halten.

RWE verfolgt ein anderes Konzept. Das Unternehmen beobachtet die Aktivitäten der EEBus-Initiative, beteiligt sich daran jedoch bislang nicht. Es ist proprietär, soll jedoch im Rahmen einer Partnerallianz offengelegt werden. "Unser Protokoll setzt auf Applikations-Layer-Ebene an. Mit dem generischen Ansatz sollen sich die Geräte selbst definieren per XML. Damit kann die Plattform Geräte einbinden, ohne diese vorher zu kennen", sagt Bereichsleiter Holger Wellner. Dazu nutzt RWE Internet-Standards wie XML. XML beschreibt Daten. Geräte könnten sich damit selbst definieren, etwa als Wärmepumpe oder Wechselrichter mit bestimmten Eigenschaften. Diese können dann mit ihren Funktionen in die Plattform eingebunden werden, ohne dass sie einzeln angemeldet werden müssen. Das wird aber nur mit den Unternehmen der Partnerallianz funktionieren. "Wir binden heute schon Gateways direkt über Ethernet von unterschiedlichen Herstellern wie zum Beispiel Miele in unser System ein. Das werden wir ausbauen. Hier ist es notwendig, weitere offene APIs festzulegen, um den Markt voranzubringen", so Wellner weiter.

Auf Allianzen mit Partnerunternehmen aus der Hausvernetzung setzt auch die Plattform Qivicon der Deutschen Telekom. 24 Unternehmen sind mittlerweile mit an Bord.

Digitalstrom, ein Schweizer Unternehmen, setzt zur Vernetzung auf eine "intelligente Lüsterklemme." Die kann Strom schalten, dimmen und Daten speichern und lässt sich in Geräten nachrüsten. Notwendig ist ein Server, der zirka 400 Euro kostet, dazu kommen die Kosten für die einzelnen Geräte. Eine mittlere vierstellige Summe zur Vernetzung kann fällig werden. von Pia Grund-Ludwig

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