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Experte fordert eigenes Energielabel für Sonnenkollektoren

Solarthermiebranche hofft auf Marktanreizprogramm

12.05.2015, 14:00

Ministerialrätin Katja Neumann
Ministerialrätin Katja Neumann will ertragsabhänige Solarthermie-Förderung prüfen. © S. Thole

Voll des Lobes für das neue Marktanreizprogramm (MAP) waren vergangene Woche die Vertreter der Branchenverbände BSW und BDH auf dem 25. Symposium Thermische Solarenergie des Ostbayerischen Technologie-Transfer-Instituts Otti in Bad Staffelstein. "Wir haben allen Grund zu hoffen, dass sich der Solarthermiemarkt in diesem Jahr in eine andere Richtung entwickeln wird", setzt etwa der BSW-Geschäftsführer Jörg Mayer große Hoffnungen in das zum 1. April 2015 novellierte Programm, mit dem das BAFA Maßnahmen zum Heizungstausch und den Umstieg auf Erneuerbare und energieeffiziente Heizungen fördert.

2014 war der Markt um 12 Prozent zurückgegangen, in den ersten drei Monaten dieses Jahres belief sich das Minus sogar auf 25 Prozent. Angesichts dieser dramatischen Zahlen teilte in Bad Staffelstein nicht jeder den Optimismus des Verbandsfunktionärs Mayer. Es war aber auch nicht wirklich Krisenstimmung zu spüren.

Mayer führt das dicke Minus im ersten Quartal unter anderem darauf zurück, dass eine Verbesserung des MAP erwartet worden war und viele Kaufwillige sich daher im ersten Quartal zurückgehalten haben. Seit April sei der Zuschuss für heizungsunterstützende Solarwärmeanlagen auf rund 20 bis 25 Prozent der Investitionskosten gestiegen, bei Anlagen zur Warmwasserbereitung betrage er etwa 10 bis 12 Prozent der Investitionskosten.

Branche plant Kampagne für das Marktanreizprogramm

Einig sind sich BSW und BDH, dass es nun vor allem darauf ankommt, die gute Nachricht von den höheren Zuschüssen zu verbreiten. Denn Handwerkerberichten zufolge ist das Förderprogramm im Markt noch weitgehend unbekannt, was ein wenig Mayer's Hypothese von der Kaufzurückhaltung im ersten Quartal widerspricht. "Ein paar Flyer werden nicht reichen", unterstrich der BSW-Geschäftsführer die Forderung der Branche nach einer umfassenden Kampagne für das MAP. Ministerialrätin Katja Neumann, die im Bundeswirtschaftsministerium das Referat Erneuerbare Energien und Stromeinsatz im Wärmemarkt leitet, sagte, eine solche Kampagne sei in Planung.

Der BDH will sich offenbar nicht allein auf die Politik verlassen und plant eine eigene Kampagne. "Wir müssen die Endanwender mit möglichst einfachen Botschaften auf das Marktanreizprogramm hinweisen", erklärte Carsten Kuhlmann, Leiter des Fachausschusses Solar im BDH. Der größte Teil der Heizungsmodernisierungen sei erzwungen, etwa weil die alte Heizung defekt ist, so Kuhlmann. Die Entscheidungsphase sei daher in der Regel sehr kurz, und es gelte schnell zugängliche, einfache Informationen bereitzustellen.

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