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Kühlen mit Strom ist keine energieeffiziente Lösung für kühle Rechner

Schutz vor Sommerhitze klappt meist ohne Klimagerät

25.06.2010, 00:00

Verschattung
Schutz vor Sommerhitze muss keine Energie kosten. © Warema

Mit den nun endlich sommerlichen Temperaturen steigt bei den meisten Menschen die Laune. Doch manchmal ist die Freude nur kurz, wenn die Hitze dafür sorgt, dass sich über mehrere heiße Tage die Wohngebäude so aufwärmen, dass an entspannten Schlaf kaum zu denken ist.

In den Baumärkten stapeln sich zu Beginn der Sommerzeit die Klimageräte. Insbesondere die dort vertriebenen tragbaren Kompakt-Klimageräte. 

Besser ist es, baulich gegen eine Überhitzung der Wohnräume aktiv zu werden. Zu den sinnvollen Maßnahmen zählen insbesondere die Dämmung des Dachs als Teil des Architekturkonzepts und der Außenflächen. Die sparen nicht nur Heizenergie im Winter, sondern sorgen auch vor allem bei Dachwohnungen für erträgliche Temperaturen ohne Ventilator oder gar Klimagerät. Im Neubau sollte der Hitzeschutz bereits sein, etwa durch die Konstruktion von Überständen an Dachgauben. Dadurch kann man erreichen, dass die Fenster im Sommer beschattet sind, im Winter aber durch die tiefer stehende Sonne Wärme aufgenommen wird. Nächtliches Querlüften im Sommer sollte selbstverständlich sein, um aufgeheizte Innenräume und Mauern bis zum Morgen auf angenehme Temperaturen zu bringen.

Hilfreich sind zudem Maßnahmen, die verhindern, dass  über die Fenster, etwa in großen Wintergärten oder bei Südfassaden tagsüber zu viel Hitze in die Wohnung kommt. Die simpelste Maßnahme ist die Verschattung, etwa über Klapp-Läden, Rollläden oder Jalousien. Außenliegende Rollläden reduzieren die Sonneneinstrahlung um bis zu drei Viertel, innenliegende Verschattung kommt auf 25 Prozent, sagt Roland Falk, Leiter des Kompetenzzentrums vom Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg.

Zahlreiche Anbieter haben auch Jalousien im Programm, die bei Zwei- oder Dreifachverglasung in den Scheiben angebracht ist. Das bietet den Vorteil, dass die Jalousien geschützt sind, weniger klappern und verwittern und auch bei Wind keinen Schaden nehmen. Die Bedienung erfolgt elektrisch über eine Fernbedienung. Entsprechende Lösungen gibt es beispielsweise vom Rosenheimer Unternehmen Glastec oder vom Beschattungsexperten Warema.

Eine weitere Möglichkeit, sich gegen Wärmeeintrag über die Scheibe zu schützen sind Sonnenschutzfolien. Sie kosten zwischen 60 und 80 Euro pro Quadratmeter. Die Stiftung Warentest hat eine ganze Reihe von Produkten untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen dass die meisten ihren Zweck gut erfüllen. 9 von 12 getesteten Produkten haben den Test mit "Sehr gut" bestanden. Bei den beschichteten Fenstern war die Sonneneinstrahlung um bis zu 80 Prozent geringer. 

Doch das Lob der Tester ist nicht ungeteilt. Mit der Sonne sperren die Folien auch das Licht aus. Die Bewohner brauchen nicht nur mehr Licht, sondern möglicherweise auch im Winter mehr Heizung, weil die Folie dann Licht und Wärme ebenfalls abweist. Stiftung Warentest empfiehlt deshalb, einen Kompromiss zwischen optimalem Zurückweisen der Sonne und Lichtdurchlässigkeit zu wählen.

Eine andere Variante ist schaltbares Glas. Das bietet E-Control aus Fürth seit einigen Jahren an. Es hat einen U-Wert von 1,1 W/m2K und taugt deshalb auch zum winterlichen Kälteschutz im Wintergarten. Der Vorteil dieser Variante ist, dass die Verdunkelung und Verschattung je nach Bedarf ein- und ausgeschaltet werden kann. Das schaltbare Sonnenschutzglas besteht aus einer elektrochromen Verbundglasscheibe mit einer dazwischenliegenden nanostrukturierten Beschichtung. Ein elektrischer Impuls aktiviert den Ionenaustausch und das Glas verfärbt sich. Strom braucht es nur, um den Zustand zu ändern.

Auch in einem Forschungsprojekt am Institut für Solarenergieforschung in Hameln (ISFH) sind Verglasungen entstanden, bei denen der Sonnenschutz bereits integriert ist. Abhängig vom Sonnenstand sind sie für die solare Einstrahlung mehr oder weniger durchlässig. pgl

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