Hersteller erweitern Lösung / Velux stellt Planungstool vor

Integrierte Fensterlüftung gewinnt Zuspruch

Lüftungslösungen finden in Verkleidungen und im Rahmen Platz. © Schueco

Fensterlüfter und Fensterfalzlüftung in einzelnen Räumen lassen sich ohne Lüftungskanäle realisieren.

Auf der Bau 2015 in München haben einige Hersteller optimierte Lösungen zur kontrollierten Fensterlüftung gezeigt. Sie stellen per Lüftungsklappen am Fenster oder Fensterfalzlüftung den zum Feuchteschutz notwendigen Luftwechsel sicher, auch wenn die Benutzer die Fenster nicht öffnen. Velux unterstützt Planer, die Lösungen mit Fensterlüftern in Dachfenstern realisieren wollen, außerdem mit einem neuen Planungswerkzeug.

Lüftungssysteme gewinnen bei Planern Interesse, auch durch Verordnungen wie die Energieeinsparverordnungen. Auch die EnEV 2014 fordert, dass Gebäude so ausgeführt werden müssen, dass ein für Gesundheit und Beheizung erforderlicher Mindestluftwechsel sichergestellt ist.

Was genau zu tun ist regeln Verordnungen wie die DIN 1946-6. Dort steht im Wohnungsbau der Feuchteschutz im Mittelpunkt. Er soll die Bildung von Schimmel in sanierten Wohnungen mit luftdichter Gebäudehülle verhindern. Wenn Maßnahmen zur Sicherstellung des nutzerunabhängigen Mindestluftwechsels erforderlich sind, muss für den Feuchteschutz gewährleistet werden, dass etwa alle sechs Stunden die Raumluft einmal komplett ausgetauscht wird, ohne dass Mieter oder Eigentümer selbst eingreifen. Handwerker oder Architekten müssen eine Planung erstellen, die mit lüftungstechnischen Maßnahmen diesen Luftwechsel garantiert.

Fensterlüftung kommt ohne Kanäle aus

Fassadenspezialist Schüco hat das Fensterlüftungssystem Ventoframe vorgestellt. Die Lüftungslöung findet in einzelnen Räumen in Blendrahmen von Fenstersysteme des Herstellers Platz. Das erspart in der Sanierung die Installation eines Kabelnetzes sowie dessen Reinigung. Ein per Lüfterkartusche flexibel einstellbarer Volumenstrom sorgt für Frischluft. Eine selbstregulierende Lüftungsklappe reagiert auf Winddruckänderungen. Optional gibt es die Lösung auch mit integriertem Insektenschutz und Schalldämpfer gegen Außenlärm. Es ist eine Lösung ohne Wärmerückgewinnung.

Für den Nicht-Wohnbau hat Schüco die Lösung Ventotec mit einer sehr hohen Lüftungsleistung von bis zu 100 m³/h konzipiert. Sie arbeitet mit Wärmerückgewinnung. Mit integriert wurde ein F7 Außenluftfilter zur Abscheidung von Pollen und Feinstaub.

Fensterbauer Hautau hat bereits auf der Bau 2013 den integrierten Fensterlüfter Ventra gezeigt. Nun hat das Produkt eine integrierte Busschnittstelle bekommen, über die die Betriebsdaten ausgelesen werden können. Mittels zusätzlichem WLAN- Knoten erhält der Nutzer via Tablet-PC oder Smartphone einen detaillierten Überblick über die Lüftungsdauer. Der Luftvolumenstrom ist in drei Stufen regelbar. In der niedrigsten Stufe ist Feuchteschutz und in der höchsten Stufe die Nennleistung garantiert.

Innoperform hat seinen Regelair-Fensterfalzlüfter weiterentwickelt. Regel-Air Forte kann Luftmengen bis zu einem Volumen von 20 m³/h über den Fensterfalz befördern. Mit dem Einsatz der Lösung sind alle Lüftungswege frei zugänglich, keine Fräsungen am Fenster notwendig und die Außenoptik des Fensters bleibt erhalten.

Lüftung im Dämmsystem

Beck+Heun hat die Lüftungslösung mit Wärmerückgewinnung Airfox in sein Fenster-Dämmsystem Roka-Compact integriert. Das neue Zubehör kann optional in die Laibung inte­griert werden.

Auf die Anforderungen der Planer hat der Dachfensterexperte Velux reagiert und in Zusammenarbeit mit dem IFT Rosenheim ein Online-Tool zur Erstellung eines Lüftungskonzepts nach DIN 1946-6 entwickelt, bei dem Velux Balanced Ventilation mit freier Querlüftung zum Einsatz kommt.

Handwerker oder Planer müssen dort Standort, Angaben zum Wärmeschutz und die Gebäudeart eingeben. Sie erhalten dann ein PDF, das die notwendigen Maßnahmen dokumentiert. Das müssen sie dem Hausbesitzer übergeben, damit ist die Dokumentationspflicht erfüllt, sagt Velux. Darüber hinaus steht das erstellte Lüftungskonzept als PDF zum Download bereit, so dass Handwerker oder Architekt es ausdrucken und mit der Übergabe an den Bauherrn ihre Dokumentationspflicht erfüllen können. Es weist zum einen die zum Feuchteschutz notwendige Lüftungsleistung aus, zum zweiten die reduzierte Lüftung. Das ist eine definierte Lüftungsstufe, die einen hygienischen Mindeststandard garantiert. Von Pia Grund-Ludwig

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Kommentare (1)

  1. Bernhard Engels am 27.01.2015
    die DIN 1946-6 ist keine Verordnung sondern lediglich eine DIN Norm;
    sie ist nicht bauaufsichtlich eingeführt also auch nicht zwingend zu beachten;
    man kann sie beachten, aber da es sich nicht(!!) um eine anerkannte Regel der technik handelt kann man sich im Zweifel auch nicht hinreichend auf sie berufen;
    DIN 1946-6 ist für den Neubau konzipiert und im Bestand nur schwer bis garnicht praktisch umsetzbar

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