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Light & Building macht Trend deutlich – Entwicklung steht am Anfang

Hausautomation und Smart Metering wachsen zusammen

14.04.2010, 14:20

KNX-App auf Apples iPad
Die Steuerung der Haustechnik vom iPad aus ist eines der Highlights auf der Light & Building. © Messe Frankfurt

Energieeffizienz ist das zentrale Thema der Fachmesse für Beleuchtung, Elektrotechnik, Haus- und Gebäudeautomation Light & Building 2010, die noch bis zum 16. April in Frankfurt stattfindet. Im Bereich Beleuchtung stehen dabei vor allem LEDs als energiesparende und flexible Alternative zu Glühbirnen und Energiesparbirnen im Vordergrund. Im Gebäudebereich geht es einmal mehr um das intelligente Haus, in dem alle Systemkomponenten vom Sonnenschutz über die Beleuchtung, Lüftung und Klima bis hin zu Sicherheitskomponenten und der Heizungsanlage miteinander verknüpft sind. Allerdings geht es nicht mehr allein darum, durch die intelligente Steuerung der einzelnen Systemkomponenten Energie einzusparen, sondern die Verbräuche transparent zu machen. Smart Metering lautet das entsprechende Buzz Word. 

Um diesen Trend zu unterstützen und die Entwicklung zu beschleunigen hat der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) die Initiative "Pro Smart Metering" gestartet. Ziel ist es Handwerk und Haushalte über die Vorteile der neuen intelligenten Zähler zu informieren. "Intelligente elektronische Zähler - so genannte Smart Meter - sollen die konventionellen Zähler für Strom und Gas möglichst schnell flächendeckend ablösen", fordert der Verband. Sie messen den Verbrauch und können exakt die momentan entnommene Leistung anzeigen.

Diese Transparenz hilft beim Energiesparen, ist der ZVEI überzeugt. Dies besonders in Zukunft, wenn last- und tageszeitabhängige Stromtarife eingeführt werden. In Kombination mit der intelligenten Haustechnik stellt der Smart Meter dann alle wichtigen Daten bereit, um ein bedarfsgerechtes und kostenoptimiertes Hausgerätemanagement vorzunehmen. So können intelligente Steuerungssysteme die Spülmaschine laufen lassen oder die Wärmepumpe zum Laden des Warmwasserspeichers einschalten, wenn Energie gerade kostengünstig angeboten wird.

Voraussetzung für dieses Szenario ist allerdings, dass die Gebäude mit Bus-Systemen ausgestattet sind, über die der Datenaustausch erfolgt. Zudem müssen der Smart Meter und die Geräte mit standardisierten Kommunikationsschnittstellen ausgestattet sein. Gerade daran mangelt es derzeit aber noch. Gehört die Gebäudeautomation in großen Liegenschaften wie Bürogebäuden heute bereits zur Standardausstattung, halten sich Wohnungsbaugesellschaften und Häuslebauer eher zurück. Grund sind unter anderem die hohen Kosten – vor allem im Sanierungsbereich. 

Ein Weg, die Kosten der Automatisierung zu senken, ist die Nutzung vorhandener Infrastrukturen für die Datenübertragung. So nutzt die Lonworks-Powerline-Technologie Stromleitungen für die Datenübertragung. Die Steuernetzwerktechnologie Lonworks ist eine Entwicklung des amerikanischen Unternehmens Echelon. Auf der Light & Building gab das Unternehmen bekannt, dass es mit der Auslieferung ihrer Lonworks 2.0-Plattform begonnen hat. Diese Plattform sei voll kompatibel mit den 90 Millionen Lonworks-Neuron-Chips, die bis heute weltweit in Geräten eingebaut worden sind – von der Lüfungsanlage bis zur Beleuchtung.

Die neue Technologiegeneration bietet Echelon zufolge mehr Funktionalität, höhere Arbeitsgeschwindigkeiten und eine einfachere Installation. Der entscheidende Vorteil dürfte jedoch sein, dass Unternehmen, die den Neuron-Chip in ihre Geräte einbauen wollen, nun keine Lizenzgebühren an Echelon mehr zahlen müssen. "Davon erhoffen wir uns einen erheblichen Schub für die Verbreitung unserer Technologie", sagte Martin Böttner auf der Messe im Gespräch mit EnBauSa. Er ist bei Echelon Deutschand für den Vertrieb im Europäischen Raum zuständig. Einen weiteren Schritt nach vorne will das Unternehmen dadurch erreichen, dass es verstärkt Handwerker anwirbt und in Sachen Lonworks-Technologie schult. "Wir müssen LON bekannter machen", so Böttner.

Das allerdings ist nicht einfach, denn als Nachfolger des Feldbusses EIB (Elektro-Installations-Bus) ist der Standard KNX allgegenwärtig und insbesondere bei Elektroinstallateuren bekannter. Auch bei KNX kann die Kommunikation zwischen den Geräten mittels der Powerline-Technologie über die Stromleitungen erfolgen.

Auf der Messe feiert die KNX Association 20 Jahre KNX als "weltweiter Standard für Haus- und Gebäudesystemtechnik". Den Schwerpunkt ihres Messeauftritts bildet die völlig überarbeitete Version der ETS4, die deutlich schneller, einfacher und offener gestaltet wurde.

Zahlreiche Anbieter stellten neue Produkte auf Basis von KNX und Lonmark vor. So zeigte Verschattungsexperte Somfy seinen neuen Funkempfänger für effektives Lichtmanagement Animeo in Verbindung mit dem Handsender Modulis RTS. Ein Scrollrad am Handsender ermöglicht eine exakte Lichteinstellung sowie die Feinjustierung der Jalousielamellen. Animeo gibt es sowohl mit Lonmark- als auch mit KNX-Schnittstelle.

Zudem zeigten diverse Anbieter innovative Touch Panels für Raumbedienelemente oder die zentrale Steuerung der Haustechnik. So präsentierte Gira seinen bereits vor einigen Wochen neu am Markt eingeführten Gira Control 19 Client, eine PC-basierte Kontroll- und Steuereinheit mit brillantem kapazitiven Touchscreen, über den sich die gesamte Haustechnik überwachen und steuern lässt. Die Bedienung ist intuitiv. Erst in einigen Wochen verfügbar sein werden die neuen Gira Interface Apps, mit denen die gesamte Gebäudetechnik bequem über Apples iPhone, iPod touch oder iPad bedient werden kann – via GSM, UMTS oder WLAN, von außerhalb oder innerhalb des Gebäudes.

Allerdings ist Gira mit dieser neuen Bedienmöglichkeit nicht allein. Auch von Apple selbst gibt es eine KNX-App, die es erlaubt, den iPod als Bedienoberfläche für die KNX-Hausautomation einzusetzen. Gezeigt wurde der neue iPod-Schalter auf dem Stand der KNX-Association. Mit der Möglichkeit, die Haustechnik über die Apple-Geräte sowie über Smartphones anderer Hersteller steuern zu können, verbinden die Hersteller die Hoffnung, dass die Verbreitung der Hausautomation zunimmt, weil sie für die Generation der technikverliebten Mobilanwender interessanter wird.

Vergleichsweise kostengünstige Lösungen für die Automatisierung der Haustechnik versprechen Funktechnologien wie die der Z-Wave-Allianz oder der Enocean-Allianz. Während die Anbieter der Z-Wave-Technologie, die vor allem Produkte für Häuslebauer und Wohnungseigentümer anbieten, für sich in Anspruch nehmen, dass ihre Produkte bereits Hausautomation und Smart Metering verknüpfen, steht Enocean in Sachen Smart Metering noch am Anfang. Der Grund dafür liegt darin, dass die Enocean-Chips als zentraler Baustein der batterielosen Funktechnologie bislang nur in eine Richtung senden konnten: Wird der Fenstergriff betätigt, wird die dadurch erzeugte Energie genutzt, um einen Impuls an das Heizungsventil zu senden, damit die Heizung ausgeschaltet wird.

Auf der Light & Building präsentierte die Enocean GmbH – als Entwickler der batterielosen Funktechnologie der Technologielieferant der Mitglieder der Enocean-Allianz – nun die bidirektionale Dolphin-Plattform. Diese ermöglicht es erstmals, dass die batterielosen Sensormodule nicht nur Informationen senden, sondern auch empfangen können. Ein Beispiel für die Anwendung dieser neuen Technologie ist ein Raumbediengerät auf Basis des Dolphin-Moduls STM 300. Dabei überträgt ein Bedienelement mit integrierten Umweltsensoren die aktuellen Werte der Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit oder Luftqualität eines Raums per Funk an eine zentrale Hausautomatisierung. Gleichzeitig kann das Gerät von dort Statusinformationen empfangen – wie die derzeit aktivierte Ventilatorstufe, die Einstellungen der Klimaanlage oder neue Sollwertvorgaben. Ein integriertes LC-Display zeigt dabei immer die Messwerte und diverse Statusinformationen an. Das Gerät benötigt keine Batterien, sondern bezieht seine Energie über eine Mini-Solarzelle. Und da keine Verkabelung notwendig ist, lässt sich das Raumbediengerät einfach an die Wand kleben.

Die bidirektionale Dolphin-Plattform legt den Grundstein dafür, dass Smart Metering möglich wird. Erste Anwendungen sind bereits in der Entwicklung. Beispielsweise arbeitet Sensorhersteller Thermokon an einem Smart-Metering-Interface. Allerdings werden dessen Funktionen noch vergleichsweise beschränkt ausfallen. Grund ist der derzeit noch sehr begrenzte Rückkanal. "Um Energie zu sparen, sind die Dolphin-Module nicht permanent empfangsbereit oder auf Sendung. Daher ist für die Rückantwort eine bestimmte, kurze Sendezeit definiert", erklärt Fank Neudecker, Exportleiter bei Thermokon und Director Enocean Alliance Europe im Gespräch mit EnBauSa. sth

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