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Einführung eines Förderstandards Effizienzhaus Plus geplant

NAPE: Entscheidung über Steuerbonus fällt bis Februar 2015

03.12.2014, 13:25

Eingerüsteter Altbau
Mehr Geld gibt es für das CO2- Gebäudesanierungsprogramm. © Grund-Ludwig

Heute wurde der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) offiziell vorgelegt. Die meisten vorab bekannten Punkte wie Steuerförderung und das Effizienzlabel für alte Heizungen sind darin enthalten und wurden weiter konkretisiert.

Geplant ist die Einführung der steuerlichen Förderung für energetische Gebäudesanierungen mit einem Fördervolumen von 1 Milliarde Euro jährlich für den Zeitraum 2015 bis 2019. Eckpunkte sind des weiteren die Förderung von selbstgenutztem Wohneigentum sowie der Prüfauftrag für die Förderung von vermietetem Wohneigentum, unter der Maßgabe, dass die steuerliche Förderung den Mieterinnen und Mietern zugute kommt sowie eine Förderung progressionsunabhängig durch Abzug von der Steuerschuld. Gefördert werden sollen Einzelmaßnahmen und Gesamtmaßnahmen. "Zur Umsetzung wird die Bundesregierung kurzfristig Gespräche mit den Ländern führen, mit dem Ziel, spätestens Ende Februar 2015 eine finale Entscheidung zu treffen", heißt es.

Es gibt aber auch einen Wermutstropfen: Zum Ausgleich wird darüber diskutiert, die Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen im Gebäudebereich zu streichen.

Parallel ist die Ausweitung der Gebäudesanierungsprogramme um 200 Millionen Euro auf künftig 2 Milliarden Euro jährlich ab 2015 vorgesehen, davon sollen 300 Millionen Euro für nicht rückzahlbare Zuschüsse aufgewendet werden.

Die Förderprogramme sollen im Bereich der Wohngebäude weiterentwickelt werden durch die Einführung des Förderstandards Effizienzhaus Plus im Wohngebäudebereich inklusive Beratung sowie eine stärkere Aktivierung von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG). Außerdem ist die verstärkte Förderung der Energieeffizienz bei Nichtwohngebäude sowie die Einführung eines Förderstandards "Effizienzhaus Plus" für den Nichtwohngebäudebereich inklusive Beratung vorgesehen.

Vorgesehen ist auch die Weiterentwicklung der Energieberatung durch die Verbraucherzentralen und die BAFA-Vor-Ort-Beratung für Gebäudeeigentümer, insbesondere für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG).

Auch im Bereich der Heizungen gibt es einige Neuerungen. Geprüft wird die Förderung von niedriginvestiven Maßnahmen zur Heizungsoptimierung. "Der bereits vor Jahren von der Wirtschaft konzipierte Heizungscheck muss hierfür jedoch weiterentwickelt und an die aktuellen Erfordernisse angepasst werden", heißt es im NAPE. Dieser Heizungscheck soll im Jahr 2015 entwickelt werden, eine Umsetzung in konsistenter Weise mit einem neuen Nationalen Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen erfolgen. Dieses Label soll für den Sanierungsbedarf im Heizungskeller sensibilisieren ohne ordnungsrechtliche Maßnahmen.

Die für 2015 ebenfalls geplante Energieeffizienzstrategie Gebäude (ESG) bedürfe "noch gewisser Vorarbeit", da stehen bislang nur exemplarische Eckpunkte fest. Dazu gehören die Energieberatung für Kommunen, das Energieeinsparrecht inklusive der Prüfung der Möglichkeit, das EEWärmeG und die EnEV 2014 zusammenzulegen und eine Änderungen der Abrechnungs- und Verbrauchsinformationen.

Teil der Effizienzsstrategie könnten auch Gebäudeindividuelle Sanierungsfahrpläne sein. "Aufbauend auf ersten Ansätzen und Überlegungen hierzu soll ein Konzept entwickelt werden, das Eigentümern gezielt technisch und wirtschaftlich optimale Lösungen vor dem Hintergrund ihrer individuellen Situation aufzeigt", heißt es. Auch über eine Breitenförderung der Sanierungsfahrpläne wird diskutiert. In Baden-Württemberg gelten diese beispielsweise demnächst als Teilerfüllung des E-Wärme-Gesetzes im Land.

Ein weiterer Schritt im ESG ist die Weiterentwicklung des Marktanreizprogramms für erneuerbare Energien (MAP) bis Frühjahr 2015. Dabei stehe das mit der Förderung angestrebte Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien am Wärme- und Kälteverbrauch auf 14 Prozent im Jahr 2020 zu steigern, im Vordergrund.

Angeregt werden soll außerdem die Entwicklung von Baukastensystemen für Heizungen, die mit einheitlichen Schnittstellen versehen und einfach verbunden werden können.

Daneben legt der NAPE einen Fokus auf Energieeffizienzinvestitionen. In der Regel sei die Rendite dort höher als die derzeit zu erzielende Rendite von langfristigen Anlagen auf dem Kapitalmarkt. Sektorübergreifend soll es wettbewerbliche Ausschreibungsmodelle geben. Die sollen sich aber zunächst in einer Pilotphase auf den Strombereich beziehen. Das soll helfen, kostengünstig erschließbare Einsparmöglichkeiten schnell zu nutzen. Außerdem soll es vermehrt Ausfallbürgschaften für Contracting geben. Die Beschränkung auf den Strommarkt kritisiert Carsten Müller von der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz: "Auch im Wärmebereich könnten viele schnell und kostengünstig umsetzbare Potenziale gut durch die Ausschreibung einzusparender Kilowattstunden angereizt werden." Insbesondere die Fortschritte im Bereich Effizienz seien ein Beitrag zur Kostensenkung, so die Verbraucherzentrale. von Pia Grund-Ludwig

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