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Konkurrenz könnte für mehr Akzeptanz sorgen

Schaltbares Glas kommt jetzt von zwei Unternehmen

26.03.2013, 06:00

Fenster, dessen Abschnitte unterschiedlich stark abgedunkelt sind
Glas von Sage Saint-Gobain lässt sich in Segmenten ansteuern. © Sage Saint-Gobain

Sage Saint-Gobain geht auch in Deutschland mit elektrochromem Glas auf den Markt. Für den bisherigen Platzhirsch Econtrol-Glas aus Plauen dürfte es eher von Vorteil sein, wenn hierzulande noch ein Konkurrent antritt. "Letztendlich sind wir nicht unfroh, dass mit Sage Saint-Gobain ein weiterer Anbieter von dimmbaren Verglasungen in Europa auf den Markt eintritt. Das erhöht die Aufmerksamkeit bei Planern, Entscheidern und Bauherren", betont Hartmut Wittkopf von Econtrol-Glas.

Seit 2003 war Sage in den USA aktiv, 2010 ist Saint-Gobain eingestiegen und hat massiv investiert. Seit Mai 2012 gehört Sage zu Saint-Gobain. Zehn Objekte habe man in Europa mittlerweile schon realisiert, sagt Alain Garnier, Director Sales and Business Development bei Sage Saint-Gobain.

Aus architektonischer Sicht kann der Einsatz der Fenstergläser, die sich dimmen lassen, durchaus Vorteile haben, da sich Jalousien und Verschattung vermeiden lassen. Auch die Kosten von Klima und Beleuchtung lassen sich reduzieren, wenn die Fensterscheibe weniger Wärme durchlässt, ohne dass verdunkelt werden muss.

"Wir können in unserem Produkt bereits bei 15 Prozent Lichttransmission den G-Wert bis 12 Prozent senken", betont Wittkopf. Der g-Wert definiert, wie viel Wärme ein Glas durchlässt. Sage müsse den Lichtdurchlass stärker absenken, um den gleichen g-Wert zu ralisieren, sagt Wittkopf. Man könne die minimale Transmission stärker absenken, kontert Garnier. "Eine stärkere Abdunkelung bis fünf oder zwei Prozent wird in Europa als zu stark farbgebend und störend empfunden und erfordert natürlich im höheren Maße Kunstlicht", wendet Wittkopf ein. Eine Privacy-Funktion, also der Schutz vor Blicken von draußen, könne auch bei zwei Prozent klarer Resttransmission nicht gewährleistet werden, sobald Kunstlicht im Raum angeschaltet werde.

Econtrol setzt auf die Nutzung solarer Gewinne im Winter und hat unlängst Econtrol 55/12 vorgestellt. Das Glas ist mit 55 Prozent Lichttransmission deutlich heller als die Vorgängervarianten und erlaubt mit einem maximalen g-Wert von 40 Prozent im Winter die Nutzung eines höheren Anteils der Sonnenenergie zur Gebäudeerwärmung. "Wir arbeiten weiter daran, die Hellwerte zu erhöhen, um im Hellzustand den Unterschied zum dem klassischem Wärmeschutzglas weiter zu verringern, um so auch im Winter vergleichbare Energiegewinne zu erzielen", so Wittkopf.

Als Vorteil seines Ansatzes nennt Garnier die Möglichkeit, in einer Scheibe mit Leitstreifen Zonen zu definieren, die sich einzeln ansteuern lassen. So können etwa in Büros die Scheiben horizontal dreigeteilt sein. Je nach Sonnenstand verdunkeln sich dann unterschiedliche Zonen.

Beide Systeme lassen sich in die Gebäudeautomation einbinden und ansteuern. Econtrol kann sowohl analoge wie digitale Signale verarbeiten. Damit ist die Verknüpfung mit gängigen Gebäudebussystemen möglich, die nach internen und externen Temperatursignalen und Lichtwerten den optimalen Dimmungszustand ermitteln und anfahren können. Bei beiden Systemen sind außerdem einfache Steuerungen über Temperatur- oder Lichtsensoren möglich.

Bei den Preisen hat Econtrol deutliche Vorteile: "Wir bewegen uns in einer Größenordnung, je nach Produktaufbau und Auftragsvolumen von durchschnittlich 600 bis 650 Euro pro Quadratmeter mit Tendenz nach unten mit wachsendem Marktvolumen", sagt Wittkopf. Für 2013 ist eine Produktion von zwischen 5.000 bis 7.000 Quadratmeter geplant, die Anlagenkapazität für 35.000 Quadratmeter steht. Die einzelnen Komponenten können jedoch bei Bedarf relativ kurzfristig erweitert werden.

Garnier gibt als Richtpreis 800 bis 1.200 Euro pro Quadratmeter Fensterfläche an, man wolle 400.000 Quadratmeter produzieren. Als Markt sieht er auch Asien, dort baue man derzeit ein Team auf, sowie hochwertige Märkte im Nahen Osten. von Pia Grund-Ludwig

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