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Konzepte funktionieren, aber es gibt noch Optimierungsbedarf

Vermessung von Sonnenhäusern liegt vor

02.07.2015, 08:45

Harald Drück, Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik Uni Stuttgart
Drück: Technik der Solaraktivhäuser funktioniert. © A. Morhart

Harald Drück ist Leiter des Forschungs- und Testzentrums für Solaranlagen (TZS) am Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik (ITW) der Universität Stuttgart. Alexander Morhart hat für EnBauSa.de mit ihm am Rande des Abschluss-Seminars zum Projekt "Heizsolar" in Berlin über die Messergebnisse von Solaraktivhäusern und die weiteren Herausforderungen für diesen Baustandard gesprochen.

EnBauSa.de: Herr Drück, was sind die wichtigsten Erkenntnisse über Sonnenhäuser oder "Solaraktivhäuser", wie manche dazu sagen, aus dem "Heizsolar"-Projekt?

Drück: Die Messergebnisse haben gezeigt, dass Solaraktivhäuser prinzipiell funktionieren: Bei den untersuchten Gebäuden haben wir solare Deckungsanteile zwischen knapp über 50 Prozent bis hin zu 100 Prozent ermittelt. Nichtsdestotrotz ist noch Optimierungspotential vorhanden – angefangen von Technologien zur Vermeidung von Überhitzung im Sommer, sei es jetzt durch bauliche Maßnahmen wie Verschattung oder technische Maßnahmen wie selektive Absorberschichten mit temperaturabhängiger Emissivität in den Kollektoren bis hin zu innovativen Regelkonzepten, die lernfähige Algorithmen oder Vorhersagestrategien enthalten. Da gibt es noch eine ganze Menge zu tun, aber die Technik funktioniert, und das ist eine gute Basis. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Entwicklung von standardisierten Konzepten, weil man dadurch zum einen eine Kostensenkung erwarten kann und zum anderen die Wahrscheinlichkeit von Installationsfehlern reduziert.

Wie kann man erreichen, dass sich die Hersteller an solche Standards halten? Die sind ja freiwillig.

Das ist richtig, aber man kann bestimmte Schemata erarbeiten und publizieren, die sich bewährt haben. Die werden dann – einfach deshalb, weil sie sinnvoll sind – vom Großteil der Hersteller übernommen. Sehen sie sich Solaranlagen zur Trinkwassererwärmung an: Bivalente Trinkwasserspeicher haben in fast allen Anlagen den gleichen Aufbau, weil er sich bewährt hat.

Optimierung durch systematische Analyse ausgeführter Anlagen und durch Simulation ist ein naheliegendes und seit langem einsetzbares Verfahren. Woran liegt es, dass das ein Jahrzehnt lang keiner gemacht hat?

Die Kollegen vom Sonnenhaus-Institut sind eher die Praktiker. Denen haben diese hochkomplizierten, detaillierten Simulationswerkzeuge gar nicht zur Verfügung gestanden. Erst jetzt haben wir das "Heizsolar"-Projekt als Förderprojekt bekommen, das Praktiker und Wissenschaftler verbindet. Vor der Simulation muss man übrigens erst einmal ein Modell entwickeln. Zum Beispiel ist das Modellieren der Kopplung von Wärmeerzeugung und Wärmeverbraucher – dem Gebäude – entscheidend. Wir haben herausgefunden, dass in das Gebäude integrierte Wärmespeicher etwa 20 bis 30 Prozent des Heizwärmebedarfs einfach dadurch decken können, dass deren Wärmeverluste während der Heizperiode in das Gebäude übertragen werden.

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