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170 Fachleute informieren sich über Solarhaus-Konzepte

Sonnenhaus-Tag stößt auf großes Interesse

07.07.2016, 08:45

Sonnenhaus in Moosburg
Mehrfamilien-Sonnenhaus in Moosburg. © Bernd Kerscher/ Sonnenhaus-Institut

Der 1. Sonnenhaus-Tag, zu dem Sonnenhaus-Institut e.V. und Bauzentrum München nach München eingeladen hatten, ist auf großes Interesse gestoßen: rund 170 Fachleute kamen, darunter Architekten, Planer, Energieberater sowie Mitarbeiter von Wohnungsunternehmen, Energieversorgern und Fachbetrieben. Die eintägige Veranstaltung deckte unter dem Motto "Solare Energie für Gebäude – Wärme, Strom und Mobilität" eine große Bandbreite an Themen ab.

Zur Einführung erläuterte Georg Dasch, Architekt und 1. Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts e.V., die Bedeutung von Sonnenhäusern für die Energiewende und den Klimaschutz. Bei diesem Energiesparhaus werden zusätzlich zu großen Solarwärmeanlagen zur Wärmeerzeugung auch Photovoltaikanlagen für die Stromversorgung und Elektromobilität mit eingeplant. Damit trägt das Sonnenhaus-Konzept den drei Säulen der Energiewende – Wärme, Strom und Mobilität – Rechnung.  "Die Energiespeicherung und das bedarfsgerechte Zur-Verfügung-stellen der Energie sind heute größere Herausforderungen als die Erzeugung", sagte Dasch und betonte die jahrzehntelange Erfahrung mit Energiespeicherung des Kompetenz-Netzwerks für solares Bauen.

Thema des Sonnenhaus-Instituts sei es, mit gespeicherter Energie möglichst effizient umzugehen. Das betrifft auch den Umgang mit Holz, das ideal ist für die Zuheizung bei großen Solarwärmeanlagen. Als Beispiel nannte er ein Sonnenhaus in der Nähe von Landshut, das in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt nur rund eineinhalb Raummeter Holz pro Jahr für die Nachheizung in dem Einfamilienhaus benötigt hat.

Rainer Körner, 2. Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts, stellte Sonnenhäuser der ersten und zweiten Generation vor. Der Geschäftsführer des Heilbronner Wohnungsbauunternehmens KHB-Creativ Wohnbau baut seit 2009 Sonnenhäuser, seit 2012 auch mit Photovoltaikanlage und solarstromgeregelter Wärmepumpe. Anhand von Beispielen zeigte er, wie der Wärmespeicher geschickt in das Gebäude integriert werden kann. Körner stellt ihn mit Vorliebe an einer Außenwand auf, die etwas herauskragt, so dass im Innenraum weniger Platz für den Speicher benötigt wird.

Bei der Einbindung von Photovoltaik und Wärmepumpe wird der Solarstrom zunächst für den Haushalt genutzt, im zweiten Schritt zur Erzeugung von Wärme beziehungsweise zum Antrieb der Wärmepumpe. Der verbleibende Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. "Auf Solarthermie möchten wir aber nicht verzichten, gerade, wenn eine Wärmepumpe genutzt wird", fügte Körner hinzu. Er begründete dies mit der hohen Effizienz von Solarthermie-Kollektoren.

Auch der Schweizer Solarpionier Josef Jenni, auf den das Sonnenhaus-Konzept zurückgeht, war angereist. Der mehrfach ausgezeichnete Wärmespeicherhersteller stellte die ausschließlich solar beheizten Mehrfamilienhäuser vor, die er selbst an seinem Firmensitz in Burgdorf im Kanton Bern gebaut hat. Dabei berichtete er auch offen über die Erfahrungen, die sein Unternehmen durch das erste 100-Prozent-Sonnen-Mehrfamilienhaus gesammelt hat.

Während der Wärmespeicher beim ersten Gebäude mit acht Wohnungen noch 205.000 Liter Wasser fasste, hatte er bei dem zweiten und dritten Mehrfamilienhaus nur noch 108.000 Liter Fassungsvermögen. Auch wurde das Süddach nicht mehr komplett mit Solarkollektoren bedeckt, sondern nur noch zu 60 Prozent. Seine eigenen Projekte hätten einen großen Nachahmeffekt gehabt, sagte Jenni. Als Beispiel nannte er Mehrfamilienhäuser der gemeinnützigen Baugenossenschaft Selbsthilfe Salzachkreis im bayerischen Laufen sowie zahlreiche Projekte der FASA AG im Chemnitzer Raum.

Wolfgang Hilz, Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied im Sonnenhaus-Institut, erläuterte die neuen Sonnenhaus-Kategorien und die hervorragende BAFA-Förderung, die es aktuell für Sanierungen zum Sonnenhaus und für Neubauten gibt. Neben dem klassischen "Sonnenhaus Standard" mit einer großen Solarthermie-Anlage und Biomasseheizung gibt es nun auch das "Sonnenhaus Plus" und das "Sonnenhaus Autark". Ein Sonnenhaus Plus weist durch die Photovoltaikanlage einen Stromüberschuss in der Jahresbilanz auf. Ein Sonnenhaus Autark hat einen Autarkiegrad von mindestens 50 Prozent in der Stromversorgung.

Definition eines Sonnenhauses ist aber nach wie vor, dass mindestens 50 Prozent des Heizenergiebedarfs solar gedeckt werden, nun aber mit Solarthermie und/ oder Photovoltaik. Quelle: Sonnenhaus-Institut / sth

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