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Feuerwehren fordern immer noch sichere Abschaltmechanismen

PV-Anlagen erhöhen Brandrisiko nicht

14.03.2013, 07:00

Solardach
Solardächer erhöhen das Brandrisiko nicht, erschweren aber den Zugang zu Brandherden. © Roto

PV-Anlagen sind nicht brandgefährlicher als andere Elektroinstallationen. So lautet das Fazit eines Brandschutz-Workshops des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und des TÜV Rheinland.

"Jeder Brand ist ein Brand zu viel", betont Heribert Schmidt, Projektleiter am Fraunhofer ISE, "doch wenn man die Statistik genau untersucht, dann verursachten 0,006 Prozent der PV-Anlagen einen Brand mit größerem Schaden."

Es gibt derzeit 1,3 Millionen PV-Anlagen in Deutschland. In den letzten 20 Jahren gab es 350 Brände, an denen die Solaranlage beteiligt war, bei 120 war sie Auslöser des Brandes. In 75 Fällen war der Schaden größer, in 10 Fällen brannte das Gebäude ganz ab.

Seit Februar 2011 analysieren Experten im Rahmen eines durch das Bundesumweltministerium geförderten Projekts das Brandrisiko in Zusammenhang mit PV-Anlagen und prüfen, ob die bestehenden, sehr bewährten Normen und Sicherheitskonzepte ergänzt werden müssen.

Die wichtigsten Besonderheiten von PV-Anlagen: Sie arbeiten mit Gleichstrom und man kann sie nicht einfach abschalten, denn solange Licht auf die Module fällt, produzieren sie Strom. Wenn sich zum Beispiel eine minderwertige oder schlecht installierte Steckverbindung löst, dann unterbricht das den Stromfluss nicht immer. Es kann ein Lichtbogen entstehen, der im schlimmsten Fall direkt brandauslösend sein kann.

Entsprechend wird untersucht, wie man die Entstehung von Lichtbögen vermeiden kann. Zusätzlich wird an Detektoren gearbeitet, die frühzeitig Alarm geben, wenn auch nur ein kleiner Lichtbogen entsteht. Die Versicherer waren sich mit den Technikern und Feuerwehrvertretern einig: PV-Anlagen stellen im Vergleich zu anderen technischen Anlagen kein besonders erhöhtes Brandrisiko dar. Durch flächendeckende Schulungsmaßnahmen bei den Feuerwehren konnten anfängliche Unsicherheiten behoben werden.

Wie bei jeder Elektroinstallation kann man je nach Strahlart auch bei PV-Anlagen mit Wasser aus ein bis fünf Meter Abstand sicher löschen. Alle Behauptungen, die Feuerwehr habe ein brennendes Wohnhaus wegen der PV nicht gelöscht, stellten sich bei bisherigen Recherchen als falsch heraus. Auch für die elektrische Sicherheit gibt es ausreichend vorhandene Regeln – wichtig ist, dass sie auch eingehalten werden.

Brände entstanden oft dann, wenn unerfahrene Installationstrupps im Akkord Anlagen installieren. Werden die Solarstecker mit der Kombizange statt mit Spezialwerkzeug angebracht oder nicht kompatible Stecker verwendet, dann ist die Schwachstelle vorprogrammiert. Hier dürfen Anlagenbetreiber nicht an der falschen Stelle sparen.

Neben technischen Verbesserungen sind deshalb auch Vorschriften zur Kontrolle Gegenstand des Projekts, das noch bis Januar 2014 läuft. So kann derzeit der Installateur einer Anlage sich selbst die ordnungsgemäße Ausführung bestätigen. Eine Empfehlung der Experten ist daher, die Abnahme durch einen unabhängigen Dritten vorzuschreiben. In der Diskussion ist auch, für private Fotovoltaikanlagen eine wiederkehrende Sicherheitsprüfung vorzuschreiben, wie sie für gewerbliche Anlagen alle vier Jahre Pflicht ist.

Es stimme zwar, dass PV nicht gefährlicher sei als andere Elektroinstallationen, aber die habe man ja sonst auf dem Dach auch gar nicht, schränkt Karsten-Michael Pix, Referent für Feuwehrthemen beim Deutschen Feuerwehrverband auf Nachfrage von EnBauSa.de ein. Von Seiten der Feuerwehren gibt es bereits seit 2010 die Forderung, einen zuverlässigen Abschaltmechanismus zu etablieren. Das müsste in den Bauordnungen der Länder geschehen, "das ist im Werden und Wachsen, geht aber nicht von einem Tag auf den anderen", betont Pix.

Neben dem Strom ist aber die zusätzliche Dachabdeckung durchaus ein Risiko für Wehren, weil sie nicht mehr einfach an die Brandherde herankommen. "Es ist aber definitiv falsch, dass Feuerwehren bei PV auf dem Dach nicht löschen", widerspricht er Sensationsmeldungen. pgl

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