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Hersteller arbeiten mit Hochdruck an der Kostensenkung

Intersolar: Solarstromspeicher sind auf dem Vormarsch

10.06.2014, 13:15

Erweiterbarer Solarstromspeicher
Das System von IBC Solar kann von 5 auf 10 oder 15 kWh Kapazität erweitert werden. © Silke Thole

Der Solarstrom-Speichermarkt in Deutschland nimmt Fahrt auf. Das ist vergangene Woche auf der Branchenmesse Intersolar deutlich geworden. Erstmals fand auf dem Münchener Messegelände in Halle B1 die Electrical Energy Storage EES als Messe in der Messe statt. Doch auch in den anderen Hallen der Messe spielte das Thema Speichern von Solarstrom eine große Rolle. 2013 wurden rund 10.000 Solarstromspeicher-Anlagen installiert, 2014 rechnet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) mit 20.000 neuen Speichern. Dafür, dass diese Entwicklung eintritt, soll auch eine Kampagne beitragen, die vom Bundesumweltministerium gefördert wird.

Mit der Kampagne sollen Bürger über das KfW-Speicherförderprogramm und Speichertechnologien informiert werden. Das ist offenbar nötig, denn bislang werden nur rund 50 Prozent der neuen Systeme im Markt tatsächlich gefördert. Das Förderprogramm für Solarbatterien ist seit Mai 2013 in Kraft. "In den ersten 12 Monaten wurden 4.000 Anträge bewilligt und Kreditzusagen in Höhe von 66 Millionen Euro gemacht. Eigentlich könnte das Programm jedoch 8.300 Systeme im Jahr finanzieren", berichtete in München BSW-Geschäftsführer Jörg Mayer.

Die Hauptursache für die Investitionszurückhaltung der Fotovoltaikanlagenbetreiber sieht Mayer in der Wirkleistungsregelung. Diese sieht vor, dass die Leistung der Fotovoltaikanlage dauerhaft reduziert werden muss, wenn ein Solarstromspeicher gefördert werden soll. Das heißt, wenn ein Batteriespeicher angeschafft wird, muss die Leistungsabgabe der PV-Anlage am Netzanschlusspunkt 60 Prozent der installierten Leistung betragen. "Diese Regelung wird nicht verstanden, die Anlagenbetreiber denken, sie müssten die Produktion ihrer PV-Anlage drosseln", so Mayer. Die mit der Speichereinheit zunehmende Komplexität einer Fotovoltaikanlage stelle dagegen inzwischen kaum noch eine Hürde dar.

Investitionshemmend dürften sich aber auch die nach wie vor hohen Preise auswirken. Bleibatterien mit einer Kapazität von 5 kWh schlagen mit durchschnittlich 1.612 Euro je Kilowattstunde Nennkapazität zu Buche, vergleichbare Lithium-Systeme liegen bei 2.196 Euro je Kilowattstunde, wobei die Spreizung zwischen den billigsten und den teuersten Systemen hier deutlich höher ausfällt als bei den Blei-Systemen. "Speichersysteme erhöhen die Stromgestehungskosten und rechnen sich heute meist nicht", räumte BSW-Geschäftsführer Mayer in München ein und berichtete gleichzeitig, dass der Verband das Erreichen der Grid-Parity bei Fotovoltaikanlagen mit Solarstromspeicher im Jahr 2015/2016 erwartet. Ohne Speichersystem ist der Strom vom eigenen Dach bereits seit 2011 billiger als der Strom aus dem Netz.

Beispiele für sinkende Preise bei Speichersystemen gab es auf der Intersolar mehrere. So stellte etwa Speicherspezialist Sonnenbatterie eine neue Produktgeneration vor, deren Produkte sage und schreibe jeweils 50 Prozent günstiger zu haben sind als die Systeme der Vorgängergeneration. Der kleinste Speicher der eco genannten Produktgeneration auf Basis der Lithium-Technologie hat eine Kapazität von 4,5 kWh und kostet 5.900 Euro, also rund 1.311 Euro je Kilowattstunde. "Möglich wird dieser günstige Preis zum einen durch Skaleneffekte aufgrund hoher Stückzahlen, zum anderen konnten wir aufgrund unserer langjährigen Erfahrung Bauteile und Prozesse standardisieren und so die Fertigungskosten senken", erklärt Sonnenbatterie-Sprecher Mathias Bloch im Gespräch mit EnBauSa.de.

Bei der Sonnenbatterie eco handelt es sich ihm zufolge um ein anschlussfertiges Komplettsystem mit intelligentem Energiemanagement sowie vorkonfigurierten Anschlüssen für Zusatzanwendungen wie Notstrom, Wärmepumpe oder BHKW.

Auch IBC Solar hatte zur Intersolar ein neues Mitglied seiner Speicherfamilie Solstore mitgebracht. Der Solarstromspeicher auf Lithium-Basis verfügt als Einsteigermodell über eine nutzbare Kapazität von fünf Kilowattstunden und ist laut Marco Siller, bei IBC Solar Leiter Technischer Einkauf erstmals nicht teurer als ein vergleichbares Blei-System. Sicherheitsbedenken, wie jüngst vom KIT Karlsruhe vorgebracht, setzt Siller entgegen: "Wir setzen eine bewährte japanische Standardzelle ein, die nach Automobilstandards getestet wird und damit weit mehr aushalten muss als in einem Haushalt zu erwarten ist." Die Lebensdauer der neuen Batterie beziffert IBC Solar auf 5.000 Ladezyklen und 15 Jahre. Ändert sich die Verbrauchssituation des Betreibers – beispielsweise durch die Erweiterung der PV-Anlage, Familienzuwachs oder dem Wunsch nach noch mehr Unabhängigkeit – ist  der Speicher nachträglich auf zehn beziehungsweise 15 Kilowattstunden erweiterbar.

Großes in Sachen Preisentwicklung, vor allem aber auch in Sachen Design von Sonnenenergiespeichern, kündigte auf der Messe in München das Freiburger Unternehmen ASD Sonnenspeicher an. "Wir haben einen Baustein entwickelt, der sämtliche Grenzen, an die Entwickler von Speichersystemen immer wieder stoßen, beseitigt." Die Parallel Automatic Charge and Discharge Unit, kurz Pacadu, löst die Probleme der Reihenschaltung: volle und leere Zellen können gleichzeitig betrieben werden, es können Zellen unterschiedlichen Alters und auch unterschiedlicher Technologien in einem Batterieblock zusammen betrieben werden und auch von unterschiedlichen Herstellern. "Der Speicher funktioniert und er ist immer State of the Art, weil defekte Zellen einfach durch Zellen der neuesten Technologie ausgetauscht werden können", so Wolfram Walter, Geschäftsführer von ASD und Speicherexperte. Er sprach in München von einer Revolution bei der Entwicklung von Speichersystemen mit Batteriezellen. Langfristig mache Pacadu sowohl den Batteriewechselrichter als auch den Wechselrichter der PV-Anlage überflüssig. "Die Zahl der benötigten Komponenten sinkt, wodurch die Systemkosten dramatisch reduziert werden können", so Walter. Wie Pacadu technisch genau funktioniert, ließ sich der Experte nicht entlocken. "Dazu werde ich nichts sagen, die Technologie ist heiß." von Silke Thole

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