RSS | Newsletter | Über uns | Kontakt | Sitemap

Sie sind hier: Home » Solar & Geothermie » Aktuelles » Artikel » Intersolar prämiert Kombi aus PV und Solarthermie

Kostensenkung bleibt ein zentrales Thema

Intersolar prämiert Kombi aus PV und Solarthermie

09.06.2011, 14:02

Preisträger des Intersolar Award bei der Preisverleihung
Verleihung des Intersolar Award 2011. © EnBauSa.de

Solarthermie-Lösungen, die Solares Heizen und die Erzeugung von Strom kombinieren hatten in diesem Jahr beim Intersolar Award in der Kategorie Solarthermie gute Karten. Außerdem wurde ein Absorber für Solarthermie ausgezeichnet, der komplett aus Alu gefertigt ist und Kostenreduktion ermöglicht. Zum Zuge kamen im Segment Dr. Vetter, Savosolar und Absolicon. In der Fotovoltaik wurden Feron, Belectric und Autarcon prämiert.

Für ein System mit einem Parabolrinnenkollektor hat Dr. Vetter aus Baden-Baden den Intersolar Award erhalten. "Wir haben mit unserer Lösung die Meinung widerlegt, dass sich mit Parabolrinnenkollektoren kein diffuses Licht nutzen lässt", erklärt Michael Fleck-Vetter im Gespräch mit EnBauSa.de. Das Produkt sei für private Hausbauer dann geeignet, wenn sie Wärme benötigen, aber auch Strom erzeugen und im Sommer Kühlen wollen, erklärt er. Die Parabolrinnen lassen sich mit Solarabsorbern oder Fotovoltaik bestücken.

Bei einer Nutzung als solarthermischen Kollektor habe man gegenüber Röhrenkollektoren durch den Konzentratoreffekt einen deutlich geringeren Wärmeverlust, erklärt Fleck-Vetter. Er liege bei 0,18 W/m2K. Das System mit Fotovoltaik-Modulen wird in Japan ab dem nächsten Monat vertrieben, so Harumi McClure von Smart Solar. Dazu hat ihr Unternehmen eine Lösung zum Kühlen der Solarzellen entwickelt. Das ist wichtig, da deren Leistung der Solarzellen nachlässt, wenn sie zu warm werden. Eine Flüssigkeit, die bei 55 Grad zu verdampfen beginnt zirkuliert in einer Röhre hinter den Solarmodulen. Damit erreiche man eine sehr stabile Stromproduktion, sagt McClure.

Die Kosten für den Kollektor liegen derzeit bei zirka 400 Euro pro Quadratmeter, dazu kommen noch einmal 2.500 Euro für die Steuerung. Die Steuerung ist eine der Besonderheiten des Systems. Sie ermöglicht es unter anderem, das System nach der Sonne auszurichten. Sie lässt sich aber auch vom Benutzer so einstellen, dass die Anlage konstant bestimmte Temperaturen erreicht. Das kann für Produktionsprozesse wichtig sein, die stabile Temperaturen benötigen.

Die Anlage besteht zum großen Teil aus recyceltem Kunststoff, der im Spritzgußverfahren verarbeitet wird. "Die Werkzeuge gehören uns, den Guß geben wir in Auftrag", so Fleck-Vetter. Spritzguß kann bei großen Stückzahlen enorme Preisvorteile bringen, "ab 10.000 Quadratmeter wäre das noch einmal richtig spannend", sagt Fleck-Vetter. Das Produkt ist neu und wird erst seit der Intersolar verkauft. Die Zertifizierung läuft noch.

Mit einer Kombination aus Solarthermie und Fotovoltaik hat die finnische Absolicon einen Award auf der Intersolar abgeräumt. Das Unternehmen hat bereits 15 Anlagen installiert. "Spannend bei diesem Produkt ist, dass es auf die Erzeugung solarer Wärme hin optimiert ist", so Laudator Professor Klaus Vajen vom Institut für Thermische Energiesysteme der Universität Kassel bei der Preisverleihung. Außerdem trage man durch die Bauweise der Tatsache Rechnung, dass die Solarindustrie sich schnell entwickle, so Absolicon-CEO Joakim Byström. Sie seien so konstruiert, dass sie sich austauschen lassen, wenn es leistungsfähigere Zellen gibt. Zielgruppen sind Kommunen, die mit einer Anlage Fernwärme und Strom erzeugen wollen oder Betriebe wie Hotels, die einen großen Bedarf an heißem Wasser haben.

Einen Preis in der Kategorie Solarthermie erhielt auch das schwedische Unternehmen Savosolar für einen Absorber aus Aluminium, der komplett beschichtet wird. Eine Besonderheit ist die Unterteilung des Absorber in viele kleine Röhren, das sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Temperatur. Die Leistung sei dadurch höher, sagt der technische Direktor Martin Andritschky, man komme nahe an die Leistung von Röhrenkollektoren heran. Preisvorteile ergäben sich durch die Verwendung von Alu statt Kupfer und durch die höhere Leistung.

Die Themen Umweltfreundlichkeit, Netzintegration und Nachhaltigkeit waren ausschlaggebend für die Vergabe der Intersolar-Awards im Segment Fotovoltaik. Dort konnte Feron mit einer Rückseiten-Folie für Solarmodule punkten, die aus nur einer Schicht besteht und deshalb haltbarer ist. Außerdem kommt sie ohne Fluor aus. Belectric wurde für seine Solar-Ladebox ausgezeichnet, die eine Schnittstelle zu einem Bezahlsystem im Parkautomaten enthält und die Stromvergabe für mehrere Autos optimiert. Autarcon hat einen Award für ein System zur dezentralen Trinkwasserproduktion mit Hilfe von Fotovoltaik erhalten. Überzeugt hat die Juroren auch die einfache Wartung des Systems, das sich damit auch für den Einsatz in Entwicklungsländern eignet.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

Eine Verwendung dieses Textes durch Dritte ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich. Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

 

Kommentar schreiben

(wird nicht veröffentlicht)
Bitte geben Sie die angezeigte Zeichenfolge (Captcha) ein. Dies dient zur Vermeidung von unerwünschtem Spam.

Zurück

Premiumpartner