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Verband sagt Mangel an vergleichbaren Daten den Kampf an

BWE legt Marktübersicht zu Kleinwindanlagen vor

02.09.2011, 15:06

Kleinwindkraftanlage
Die Modellvielfalt bei Kleinwindanlagen ist groß, ein Vergleich oft schwierig. © BWE

Verschiedene Kleinwindkraftanlagen zu vergleichen ist nicht leicht. Zwar finden sich in den Prospekten der Hersteller zahlreiche Angaben, doch es mangelt an vergleichbaren technischen Daten. "Viele Hersteller machen unterschiedliche Angaben, einige nennen sogar Werte, die physikalisch gar nicht möglich sind", berichtet Lars Velser, Mitarbeiter beim Bundesverband Windenergie (BWE) im Gespräch mit EnBauSa.de. Angesichts des wachsenden Interesses an der Kleinwindkraft sah der Verband Handlungsbedarf und hat reagiert: Im Frühjahr veröffentlichte er eine Studie zur Qualitätssicherung bei Kleinwindanlagen. Nun folgt eine Marktübersicht, in der mehr als 200 Windkraftanlagen bis 100 kW Nennleistung von rund 80 Anbietern enthalten sind, der Löwenanteil davon mit einer Nennleistung bis 40 kW. "Damit haben wir etwa 80 bis 85 Prozent des Marktes abgedeckt", ist sich Velser sicher.

Das Besondere an der BWE-Marktübersicht für Kleinwindanlagen: Für jede Anlage wurden genau die technischen Daten bei den Herstellern abgefragt, die im Rahmen der Qualitätsstudie im Frühjahr als sinnvolle Kriterien für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit und für den Vergleich verschiedener Anlagen identifiziert wurden. Wenige aussagekräftige Angaben sollen die Anlagen auch für Anwender oder Projektierer ohne Erfahrung im Bereich Windenergie vergleichbar machen.

So wird neben der Nennleistung die Nenngeschwindigkeit genannt, bei der diese Leistung erreicht wird. Da diese aber von Hersteller zu Hersteller beziehungsweise Anlage zu Anlage variiert, enthält die Marktübersicht zudem jeweils die Referenzleistung der Anlage bei einer Windgeschwindigkeit von 5 und von 11 Metern pro Sekunde.

Neben der Referenzleistung der Kleinwindanlage ist zur Abschätzung des Ertrages laut Qualitätsstudie insbesondere entscheidend, welche Fläche zur Erbringung der Leistung zur Verfügung steht. Dazu biete die spezifische Leistung je Quadratmeter Rotorfläche eine weitere, für den Kunden schnell einzuordnende Kenngröße, heißt es. Herangezogen wird für die Berechnung die Nennleistung, weil so Anlagen gleicher Nennleistung schnell in Stark- und Schwachwindanlagen unterschieden werden können.

"Die Hersteller haben bereitwillig Auskunft gegeben und die geforderten Daten geliefert. Darüber hinaus haben wir viele Angaben selbst recherchiert", berichtet Velser. Beim Blick in die Marktübersicht finden sich allerdings quer durch alle Leistungsklassen durchaus noch eine ganze Reihe leerer Felder. Gerade die Angaben zu den Referenzleistungen und zur Leistung je Quadratmeter Rotorfläche fehlen oft. Allerdings ist davon auszugehen, dass sich das in den kommenden Versionen ändert, bietet die Marktübersicht den Herstellern doch die Möglichkeit, sich ohne kostspielige Zertifizierung von den schwarzen Schafen der Branche abzugrenzen und enttäuschten Anwendererwartungen vorzubeugen.

Mangelnde Zuverlässigkeit und enttäuschte Anwendererwartungen haben die Kleinwindkraft in den vergangenen Jahren in Verruf gebracht. Hinzu kommt die mangelnde Wirtschaftlichkeit. "Die Einzigen, für die sich eine Kleinwindanlage derzeit rechnen kann, sind Landwirte oder Kleingewerbetreibende, die den gasamten produzierten Strom selbst nutzen", berichten Experten in der Marktübersicht. Doch mit wachsenden Produktionszahlen könnte sich das ändern. Das Interesse der Anwender nimmt zu. Zahlenmäßig belegen lässt sich das jedoch nicht.

Insgesamt 8.000 bis 12.000 Kleinwindkraftanlagen sind derzeit in Deutschland installiert, schätzt Velser. "Das zunehmende Interesse machen wir an der steigenden Anzahl entsprechender Anfragen bei uns und an den Rückmeldungen einiger Anbieter fest." Nach Auskunft eines Verbandssprechers sind im BWE 20 Hersteller von Kleinwindkraftanalgen organisiert.

Mit der Marktübersicht will der BWE Velser zufolge etwas mehr Ehrlichkeit in den Markt bringen. Dazu gehört auch der Hinweis, das Kleinwindenergie komplex ist. Mindestens ein Jahr lang sollte ein Interessent die Windgeschwindigkeiten an dem Standort seiner Wahl messen, und zwar möglichst in Höhe der geplanten Rotornabe. Kleinwindenergie bedarf einer langfristigen, vorausschauenden Planung. Auch dazu, worauf es dabei ankommt und wie es um das Genehmigungsrecht von Kleinwindanlagen bestellt ist, enthält die Marktübersicht, die 25 Euro kostet, Informationen. 

Von unserer Redakteurin Silke Thole

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