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IT-Unternehmen entdecken Gebäudeautomation

IFA stellt Smart Homes in den Mittelpunkt

05.09.2012, 15:31

Mann vor einem Modell eines Smart Home
Lösungen zum Smart Home stießen auf großes Interesse. © Grund-Ludwig

Stärker als in den vergangenen Jahren stand 2012 bei der Internationalen Funkausstellung in Berlin das Thema der Gebäudeautomation im Mittelpunkt. Die Hersteller versuchen, eine Vielzahl von Anwendungen unter einen Hut oder genauer gesagt zwischen vier Wände zu bekommen.

Einen spannenden Ansatz stellte im Rahmen der TecWatch, in der der Focus auf Innovationen liegt, Connected Living vor. Der Verein, in dem zahlreiche Unternehmen der Gebäudetechnikbranche Mitglied sind, hat den Prototypen der CL-Box gezeigt. Sie soll eines der wesentlichen Handicaps bisheriger Lösungen beseitigen: Den Wust unterschiedlicher Standards. Dabei soll die Technologieplattform Connected Living Innovation Component Kit kein neuer einheitlichen Standard sein. Es geht eher darum, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, mit dem sich Geräte im Haus ansteuern lassen, die mit Verfahren wie KNX, Digitalstrom oder Enocean arbeiten.

KNX ist ein Standard, der von zahlreichen Unternehmen in der Gebäudeautomation unterstützt wird. Er setzt Verkabelung voraus, lässt sich also kaum nachrüsten. Enocean ist eine funkbasierte Lösung, der benötigte Strom wird von den Sensoren selbst produziert. Digitalstrom nutzt das bestehende Stromnetz.

"Wir wollen den Brückenschlag zwischen unterschiedlichen Technologien ermöglichen" beschreibt Geschäftsführer Torsten Witusch gegenüber EnBauSa.de den Ansatz von Connected Living. Kontakte zu Enocean und KNX seien auf der IFA entstanden, beide Unternehmen hätten Interesse an einer Zusammenarbeit gezeigt, sagt Witusch.

Das würde auch die Chance bieten, die Lösung wirklich interoperabel zu machen und mehr Funktionen abzubilden. Das nächste Ziel ist die Zertifizierung der Lösung, um zu definieren, welche Informationen einheitlich ausgetauscht werden können. Finanzieren könnte sich das über Lizenzen, ein Geschäftsmodell dazu sei noch in Arbeit, so Witusch.

Zu sehen waren auch der IFA auch eine Reihe von Systemen zur Haussteuerung wie RWEs Smart Home und Joonior von Telefunken. Laut einem Bericht der Financial Times Deutschland hat RWE mittlerweile bereits mehr als 10.000 Smart-Home-Zentralen verkauft. Je nach Immobilien und Verbrauchsverhalten ließen sich damit bis zu 10 Prozent der Heizwärme einsparen, so das Unternehmen.

Das System ist funkbasiert und eignet sich für Eigenheime und Mietwohnungen. Das Starterpaket enthält zwei Heizkörperthermostaten, einen Zwischenstecker und einen Wandsender sowie die Steuerungszentrale. Die Telekom will nachlegen und hat den Start ihrer Vernetzungsplattform Qiicon für 2013 anvisiert.

Auch AVM will künftig in diesen Bereich vorstoßen und hat als Einstieg eine "intelligente Steckdose" angekündigt. Mittels App lassen sich daran angeschlossene Geräte an- und ausschalten. IBM will sich ebenfalls stärker in diesem Segment engagieren und hat zur IFA ein Abkommen mit Vodafone bekanntgegeben.

Nicht beim Strom, sondern bei der Heizung setzt eine Lösung an, die die TH Wildau in Berlin gezeigt hat. Sie hat ein Raumregelungssystem entwickelt, das mit Anwesenheitssensoren arbeitet. Wird ein Raum nicht genutzt, drosselt der Sensor die Heizung. Bei bisher am Markt erhältlichen Systemen müssen die Benutzer die Systeme selbst programmieren.

Die Forscher bewerben ihre Lösung auch damit, dass sie selbstlernend sei und ohne Benutzerinteraktion auskomme. Der Nutzer wählt lediglich eine von ihm gewünschte "Wohlfühltemperatur". Durch Anwesenheitssensoren merkt sich das System, zu welchen Zeiten geheizt werden muss und wann die Temperatur abgesenkt werden kann. Auch unregelmäßige Anwesenheitszyklen, etwa durch Schichtarbeit bedingt, sollen vom System berücksichtigt werden.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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