Energie für das Kühlen von Wohnungen verdoppelt
Der Anstieg des Energiebedarfs für die Gebäudekühlung wird die angestrebte Treibhausgasreduktion erschweren. Eine Studie des Beratungsunternehmens Ecofys im Auftrag des Umweltbundesamtes kommt zu alarmierenden Ergebnissen: In den nächsten 20 Jahren ist mit einer Verdoppelung der Kohlendioxidemissionen durch Kühlung von Wohngebäuden zu rechnen. Bei Nichtwohngebäuden ist es ein Plus von 25 Prozent.
Im Gegensatz zum Thema Heizung ist das hohe Einsparpotenzial von Kühlenergie noch kein zentrales Thema in Politik und Baupraxis. Ziel der vorgelegten Studie war es, technische, ökonomische und ökologische Maßnahmen aufzuzeigen, die den Energiebedarf für die Gebäudekühlung künftig begrenzen können.
Grundlage der Prognose zum künftigen Energieverbrauch waren unterschiedliche Klimaszenarien, aber auch unterschiedliche Qualitäten künftiger Kühlsysteme. Einen entscheidenden Einfluss auf den Kühlbedarf hat das Klima. Dieser steigt mehr als linear mit der Zeit der heißen Stunden über 26 Grad. 4,7 mal mehr heiße Stunden führten in der Simulation zu einem bis zu sechs mal höheren Kühlbedarf.
Bei den Wohngebäuden steigt der Bedarf zwar prozentual stärker, in der Summe ist er jedoch bei Nichtwohngebäuden weiter deutlich größer. Er war im Referenzjahr 2005 hundertmal höher und lag zwischen 15 und 20 Terrawattstunden pro Jahr. Die größten Energiefresser sind dabei Glasbauten mit Vollklimaanlagen.
In ihrer Untersuchung haben sich die Autoren unterschiedliche Systeme angeschaut und deren Wirtschaftlichkeit und Umweltwirkungen verglichen. Dabei war Fußbodenkühlung in Einfamilienhäusern dann eine günstige Variante im Vergleich zum nachgerüsteten automatischen Sonnenschutz, wenn bereits Erdsonden vorhanden waren. Als teuerste Alternative hat sich ein Split-Gerät erwiesen. Es koste in der Anschaffung so viel wie die Automatisierung des Sonnenschutzes, schlucke aber viel Energie, so die Autoren. Bei Mehrfamilienhäusern haben die Erhebungen ergeben, dass ein Kompaktklimagerät zwar günstiger ist, aber mehr Emissionen verursacht als Sonnenschutz.
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