Sorgfältige Planung ist bei Wärmepumpen notwendig

Sole-Wasser-Pumpen erreichen bessere Werte

Hauptkriterium für die Beurteilung einer Wärmepumpenanlage ist die Jahresarbeitszahl. © Fraunhofer

Das Fraunhofer ISE hat im Auftrag der EON die Effizienz unterschiedlicher Wärmepumpentechnologien untersucht. Die Ergebnisse wurden vorgestellt.

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat im Auftrag der EON Energie AG die Effizienz unterschiedlicher Wärmepumpentechnologien untersucht. Ergebnisse hat Dr. Christel Russ auf dem 3. Anwenderforum Energetische Sanierung von Gebäuden in Bad Staffelstein vorgestellt. 

Angeschaut haben sich die Forscher Sole-Wasser- und Luft-Wasser-Wärmepumpen mit einer thermischen Leistung von bis zu 20 Kilowatt (kW) in 80 Ein- und kleinen Mehrfamilienhäusern. Gemessen wurde während zwei Heizperioden, beginnend mit dem Jahr 2007/2008. Anhand von knapp 200 bestehenden Wärmepumpenanlagen hat Russ Systemzusammenstellungen und Jahresarbeitszahlen präsentiert.

Bei den Sole-Wasser-Wärmepumpen wurden sowohl Neubauten ab 2006 untersucht als auch Altbauten. Bei den Neubauten hat sich eine Jahresarbeitszahl von 3,8 ergeben, bei den Pumpen im Gebäudebestand eine Arbeitszahl von 3,3. Das entspricht Ermittlungen der Verbraucherzentralen. Zur Rentabilität gehen diese von einer Jahresarbeitszahl von mindestens 3,3 aus. Die sei meist nur bei Nutzung von Erdwärme oder Grundwasser in Verbindung mit einer Niedertemperaturheizung in einem gut gedämmten Haus erreichbar. Ob sich die deutlich höheren Investitionskosten einer Wärmepumpe wirklich lohne, hänge von vielen Faktoren ab und könne nur im Einzelfall ermittelt werden, so die Verbraucherzentralen.

Die Luft-Wasser-Wärmepumpen haben eine Arbeitszahl von 3,3 auch im Neubau nicht erreicht. Sie blieben bei 3,0 im Neubau und bei 2,6 im Altbau. Das bedeutet, dass sie zwar die notwendige Heizleistung erbringen, die Rentabilität aber nicht unbedingt gegeben ist. "Es stellt sich wirklich die Frage, inwiefern denn Luft-Wärmepumpen eine Daseinsberechtigung haben, wenn doch bei der Erzeugung des nötigen Betriebsstromes mehr als 60 Prozent der Primärenergie als Verlust anzurechnen sind", meint der Coburger Solarexperte Thomas Vorderwülbecke in seiner Auswertung der Tagung.

Da fast alle Anlagen erst 12 Monate in Betrieb sind, gelten die Arbeitszahlen aber als vorläufige Werte. Die Ergebnisse der Studie verweisen zudem darauf, dass eine sorgfältige Planung und Installation sowie eine Abstimmung der einzelnen Komponenten notwendig ist. pgl

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