Holzheizsysteme

- Die kleinen Presslinge bestehen aus Restholz. © Holzabsatzfonds
Der Rohstoff Holz lässt sich in verschiedenen Formen für die zentrale Beheizung des Hauses nutzen. So gibt es Holzvergaserkessel für Scheitholz sowie Heizkesselanlagen für Hackschnitzel und Pellets. Manche Anlagen eignen sich auch für beide Betriebsweisen.
Pellets sind kleine genormte Presslinge in Zylinderform, die aus Restholz wie Sägespänen bestehen. Die Pellets werden entweder in einem Bunkerlager mit Spezialböden oder in Gewebesilos gelagert. Die Silos sind Säcke, die sich nach unten hin verjüngen. Die Holzpellets rutschen dann von selbst nach unten nach. Für niedrige Keller gibt es Hubsilos. Bei voller Befüllung senkt sich der untere Teil des Silos ab. Werden Pellets entnommen, hebt er sich.
Beim Kauf der Pellets sollten Betreiber der Anlagen auf DINplus-Zertifikate achten. Auch beim Transport ist Sorgfalt geboten. Abnehmer sollten sich vor der Lieferung die Pellets zeigen lassen. Am besten werden diese in speziellen Tankwagen transportiert.
Diese Anlagen gibt es
- Pelletöfen mit oder ohne Wassertasche zur Aufstellung in Wohnräumen
- halbautomatische Pellet-Zentralheizungen (mit Vorratsbehälter)
- vollautomatische Pellet-Zentralheizungen (mit Saug- oder Schneckenförderung aus Lagerraum/Silo)
- sonstige Pelletfeuerungen (Pelletfeuerungen für Kachelöfen, Kochherde…)
Die Fachagentur für nachwachsende Rohstoff hat eine Liste mit Pellet-Öfen erstellt, die derzeit 280 Anlagen nachweist. Pelletöfen werden mit Nennwärmeleistungen im Bereich zwischen 5 und 15 Kilowatt angeboten. Sie besitzen einen vom Brennraum abgetrennten Vorratsbehälter, der von Hand befüllt werden muss. Der Behälter reicht meist für eine Brenndauer zwischen 24 bis 100 Stunden. Eine vollautomatische Schnecke befördert die Pellets aus dem Behälter in den Verbrennungsraum.
Pelletöfen mit Wassertasche übertragen bis zu 95 Prozent der Wärme an das Heizungswasser. Über die Einspeisung in ein Zentralheizungssystem kann damit auch die gesamte Gebäudeheizung und Brauchwassererwärmung erfolgen. Aufgrund der geringen Größe der Vorratsbehälter und der daher erforderlichen regelmäßigen Befüllung eignet sich dieses Heizsystem insbesondere für die Beheizung von Häusern und Wohnungen mit geringem Wärmebedarf wie Niedrigenergie- oder Passivhäuser.
Durch den Anschluss an einen Pelletvorratsraum mit Schwerkraftsystem auf dem Dachboden kann eine solche Anlage zum vollautomatischen Heizsystem werden. Im Sommer sollte aber die Brauchwassererwärmung mit einem anderen Heizsystem erfolgen. Eine Kombination mit Solaranlagen ist möglich.
Pellet-Zentralheizungen kommen zunehmend als Alternative zu Öl- und Gasheizungen zum Einsatz. Es gibt sowohl halb- als auch vollautomatische Pellet-Zentralheizungen.
Halbautomatische Pellet-Zentralheizungen haben am Kessel einen Behälter für den Wochen- oder Monatsbedarf an Pellets.
Die vollautomatischen Pelletheizungsanlagen sind über ein Fördersystem mit dem Vorratsbehälter verbunden. Der Lagerraum sollte den Jahresbedarf an Pellets aufnehmen. Eine Saugförderung bietet im Vergleich zur Förderschnecke den Vorteil, die Pellets über weitere Entfernungen transportieren zu können. Das können auch Silos oder Tanks im Garten oder der Garage sein. Dafür ist Saugförderung lauter
Pufferspeicher sind bei Pellet-Zentralheizungssystemen nicht zwingend erforderlich. Durch den Einbau eines Pufferspeichers ist es jedoch möglich, die Zahl der täglichen Brennerstarts zu reduzieren. Das verbessert den Wirkungsgrad und verringert die Emissionen.
Neben reinen Pelletheizungen bieten einige Firmen Kombi-Kessel für Pellets und Scheitholz an.
Auch für reine Scheitholz-Kessel gibt es ein Verzeichnis der FNR, das verfügbare Anlagen mit Stand vom Mai 2010 auflistet.
Die Versorgung mit dem Brennstoff Holz ist sicher, so die Initiative Holz und Pellets, eine gemeinsame Aktion des Deutschen Energie-Pellet-Verbands und des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik. So seien 2008 über 1,4 Millionen Tonnen Pellets erzeugt worden. Mittlerweile seien die Kapazitäten auf über 2,5 Millionen Tonnen ausgebaut worden. Die gesetzliche Festlegung einer nachhaltigen Waldwirtschaft garantiert dabei laut der Initiative, dass es zu keiner Übernutzung des deutschen Waldes kommt.
Holzpellets: Bedienung und Preisvorteile
Positive CO²-Bilanz
Auch für Holzheizungen spricht ihre CO2-Bilanz: Es wird lediglich ebenso viel Kohlendioxid freigesetzt, wie bei der natürlichen Verrottung des Holzes entstehen würde. Kleiner Nachteil dieser Technologie: Die Anlagen müssen regelmäßig gepflegt und etwa von Staub und Asche befreit werden.
Kosten und Förderung
Eine Pelletzentralheizung kostet zwischen 10.000 und 14.000 Euro und ist damit etwa 3.000 Euro teurer als eine Gas- oder Ölbrennwertheizung. Dafür ist der Brennstoff derzeit billiger. Er kostet pro Kilowattstunde zirka die Hälfte im Vergleich zu Öl. Bei Holzheizungen gibt es einen Bonus für Pellet- und Holzhackschnitzelkessel, Pellet-Öfen mit Wassertasche und Kombikessel.
Norm sorgt für Sicherheit bei Holz als Brennstoff
Das Deutsche Institut für Normung hat im September 2011 die neue Europäische Norm für feste Biobrennstoffe (Holzpellets, Holzbriketts, Holzhackschnitzel, Stückholz) veröffentlicht. Damit gibt es in diesem Bereich erstmals europaweit einheitliche Standards. Alte Normen verlieren ihre Gültigkeit. Mit dem Zertifizierungssystem ENplus werden die Vorgaben der neuen Norm (14961-2) für Pellets bereits seit einem Jahr umgesetzt. Zusätzlich wird der Pellethandel einbezogen. Die Unternehmen in Deutschland haben schnell auf die Möglichkeit reagiert, konform zur Europäischen Norm ihre Erfahrung und Kompetenz zu dokumentieren: Im Jahr 2011 sind bereits rund zwei Drittel der deutschen Produktion und zirka ein Drittel der für den heimischen Privatmarkt gehandelten Pellets nach ENplus zertifiziert.






