RSS | Newsletter | Über uns | Kontakt | Sitemap

Sie sind hier: Home » Heizung » Aktuelles » Artikel » Sparsame Flächenheizung arbeitet gut im Passivhaus

Temperatur knapp über der Raumtemperatur reicht aus

Sparsame Flächenheizung arbeitet gut im Passivhaus

21.04.2010, 06:01

Verlegung einer Fußbodenheizung
Fußbodenheizungen reichen geringe Temperaturen. Bild: Uponor

Flächenheizungen bieten bei der Beheizung von Passivhäusern Vorteile. Der Heizung genügen schon relativ niedrige Temperaturen. In Verbindung mit einer Wärmepumpe kann das System auch zur Kühlung genutzt werden.

Die Beheizung eines Passivhauses allein über die Lüftungsanlage ist zwar möglich, bietet aber Nachteile. Luft kann selbst nur wenig Wärme transportieren. Der besonders starke Austausch, der an kalten Tagen nötig ist, kann zu sehr trockener Luft in den Wohnräumen führen.

Eine Möglichkeit, um die Lüftungsanlage zu unterstützen, sind Flächenheizungen. Im Gegensatz zu Heizkörpern verursachen sie keine Staubverwirbelung und benötigen keinen Platz im Wohnraum. Hersteller wie Uponor weisen darauf hin, dass die Investitionskosten im Vergleich zu herkömmlichen Systemen die gleichen seien, der Energieverbrauch sei jedoch geringer. Fußbodenheizungen gibt es mittlerweile auch in sehr geringen Aufbauhöhen, so dass sie sich auch für die Sanierung eignen.

Argument für Flächenheizungen gerade im Passivhaus sind die relativ niedrigen Temperaturen, die für den Heizbetrieb notwendig sind. Durch den geringen Wärmebedarf dieser Gebäude ist die erforderliche Temperatur einer Fußbodenheizung nämlich besonders niedrig. Sie liege nur ein bis zwei Grad über der gewünschten Raumtemperatur, berichtet Architekt Hans Kemmerich, der sich hauptsächlich mit der Planung von Passivhäusern beschäftigt. Es bestehe dabei auch keine Gefahr, dass die Fußbodenheizung zu heiß wird. Denn sobald die Temperatur in einem Raum aufgrund der Sonneneinstrahlung ansteigt, wird dieser Raum auch nicht mehr beheizt. Die Fußbodenheizung kann dann nämlich ihre Wärme nicht mehr abgeben, da Energie immer nur von der warmen zur kalten Seite fließt.

Da es im Passivhaus nur geringe Wärmeverluste gibt, sind eine Nachtabsenkung sowie eine unterschiedliche Regelung für einzelne Räume nicht erforderlich. So wird die Temperatur einmalig eingestellt. "Anschließend muss nicht mehr geregelt werden", so Kemmerich. Allerdings muss die Regelung dann auch sehr vorausschauend gehandhabt werden.

Weiterer Pluspunkt der Technologie: Eine Flächenheizung ist systemoffen. Das bedeutet, dass sie sich mit jeder Heiztechnik nutzen lässt. Hersteller Uponor hebt besonders die Kombinationsmöglichkeiten mit alternativen Energieerzeugern hervor. Dabei spricht laut Kemmerich einiges für den Einsatz einer Wärmepumpe. Denn durch den geringen Temperaturhub zwischen Erdwärme (acht bis zwölf Grad) und Heiztemperatur (22 bis 25 Grad) könne eine sehr hohe Jahresarbeitszahl erreicht werden.

Da Passivhäuser in der Regel nach Süden ausgerichtet sind, biete es sich außerdem an, die Wärmepumpe mit einer Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach zu kombinieren. Hausbesitzer, die eine Wärmepumpe einsetzen, können diese auch für die Kühlung nutzen. Denn die Temperatur der Soleflüssigkeit liegt bei etwa sechs bis acht Grad. Sie kann im Sommer mit der Flüssigkeit der Flächenheizung gemischt werden. So lässt sich die Raumtemperatur auf 19 bis 20 Grad absenken. Und die Wärme aus dem Inneren des Hauses wird über die Rohre der Heizung nach draußen ins Erdreich transportiert und dort abgegeben.

Eine besondere Form einer Flächenheizung eignet sich ebenfalls für Passivhäuser: die Bauteilaktivierung. Dieser Meinung ist zumindest Ralf Tietz, Geschäftsführer von Floortech, einem Spezialisten für Bauteilaktivierung. Auch Hausbesitzer dieses Gebäudetyps könnten dann die damit verbunden Vorteile nutzen – nämlich vor allem die  effiziente Speicherung der Wärme im Beton.

EnBauSa.de-Blogger Arno Kuschow sieht das genauso. Wer die Idee einer Flächenheizung im Passivhaus weiterdenke, käme letztlich zur Bauteilaktivierung. Wie auch bei der klassischen Flächenheizung lassen sich für eine Bauteilaktivierung alle Energiequellen nutzen. Und auch hier tut sich besonders die Wärmepumpe hervor. Denn bei anderen Energieträgern wie etwa Gas ist die Vorlauftemperatur mit 30 Grad zwar schon sehr gering. Doch bei einer Wärmepumpe liegt diese laut Tietz lediglich bei 25 bis 28 Grad.

Ob sich die Bauteilaktivierung aber tatsächlich für Wohngebäude im Passivhausstandard eignet, ist umstritten. Nach Meinung von Architekt Kemmerich ist ein solches Heizsystem sehr träge, da eine große Masse – nämlich die gesamte Betondecke – temperiert werden muss. "Für raschen Temperaturwechsel ist es daher ungeeignet, beziehungsweise erfordert separate, flinke Heiz- und Kühlsysteme", so Kemmerich. Außerdem sei der Aufwand, der mit einer Bauteilaktivierung verbunden ist, für Ein- und Zweifamilienhäuser zu groß, meint Joachim Plate, Geschäftsführer des Bundesverbands Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF). Denn schließlich müssten dabei die Rohrsysteme in die tragende Betonkonstruktion eingebaut werden. Er favorisiert daher für Wohngebäude dieser Größe die klassische Flächenheizung. Doch Tietz hält dagegen: "Unser System kostet nicht mehr als eine Fußbodenheizung, man erhält sowohl Fundament als auch Heizung aus einer Hand und der Bauherr spart sich den Estrich." mst

Eine Verwendung dieses Textes durch Dritte ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich. Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

 

Kommentar schreiben

(wird nicht veröffentlicht)
Bitte geben Sie die angezeigte Zeichenfolge (Captcha) ein. Dies dient zur Vermeidung von unerwünschtem Spam.

Zurück

Premiumpartner

Anzeige