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Idee der Verbraucherzentralen für Garantie ist strittig

Praktikable Lösung für bessere Arbeitszahlen gesucht

17.03.2010, 06:23

Wärmepumpe im Betrieb
Die Leistung von Wärmepumpen soll besser nachvollziehbar werden. Bild: Alpha Innotec

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat gefordert, dass Handwerker bei der Installation von Wärmepumpen Jahresarbeitszahlen garantieren sollen. Das gehe gar nicht, weil diese wesentlich vom Verhalten der Nutzer abhingen, argumentiert das Fachmagazin TGA Fachplaner. Das sei zwar richtig, aber Fallstudien hätten gezeigt, dass die versprochenen Jahresarbeitszahlen um die 4 nicht eingehalten würden. Deshalb gehe der Ansatz der Verbraucherzentrale in die richtige Richtung, erwidert Martin Sawillion von der Klima- und Energieagentur Baden-Württemberg im Gespräch mit EnBauSa.

In der Sache sind sich viele Studien einig: In der Praxis bringen Wärmepumpen oft nicht das, was Hersteller und Installateure erwarten und sich Verbraucher versprechen. Strittig ist aber wie so häufig, wo der Fehler liegt. Sind die Gewohnheiten der Nutzer doch eher komfort- als energiesparorientiert? Passt die Auslegung der Anlage zum Gebäude und zum Bedarf? Arbeiten die Komponenten des Systems gut zusammen?

Grundsätzlich seien Wärmepumpen ausgereift, Optimierungsbedarf gebe es bei der Einbindung in das Versorgungssystem des Hauses, sagt Marek Miara vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg. Miara hat für das ISE Wärmepumpen einem Langzeit-Test unterzogen. Der Mittelwert der Arbeitszahlen lag bei Tests im Zeitraum November 2007 bis Oktober 2008 bei 3,7 für Erdreich, 3,0 für Luft und 3,5 für Grundwasser als Wärmequelle. Getestet wurden 43 Erdreich-, 6 Luft- und 4 Wasserwärmepumpenanlagen von insgesamt sieben unterschiedlichen Herstellern. Für den reinen Heizbetrieb der Erdreichwärmepumpenanlagen liegt der Mittelwert der Arbeitszahlen bei 4,1. Ein Kernpunkt für eine hohe Effizienz sei die Auslegung des Gesamtsystems, betont Miara.

Die wiederum ist für Verbraucher schwer nachzuprüfen, und der Vorschlag einer garantierten Jahresarbeitszahl hört sich zunächst plausibel an. Zumindest in Verträgen mit Wohnungsunternehmen lassen sich Hersteller auch darauf ein. So hat die GWG 1897 Köln beim Tausch ihrer Heizungen entsprechende Garantieabkommen schließen können. Für private Haus- oder Wohnungsbesitzer könnte es aber eher schwierig sein, einen Handwerker zu finden, der sich auf garantierte Jahresarbeitszahlen einlässt. "Eine Garantie hört sich gut an, ist aber im grauen Alltag kaum leistbar", meint Sawillion. Dennoch sei der Vorschlag der Verbraucherzentralen kein Populismus. Er greife das reale Problem auf, dass Studien den Unterschied zwischen Versprechungen der Wärmepumpen-Hersteller und der Realität belegten. Da sei durchaus Handlungsbedarf.

Sawillion plädiert für pragmatische Schritte in Richtung mehr Service durch die Installateure. Das könne eine Betreuung der Anlagen etwa per Fernwartung beinhalten. Das sei bei Wärmepumpen durchaus machbar, die seien technisch nicht besonders anfällig. Dann könne man auch Jahresarbeitszahlen überwachen. Doch sieht er zwei Hindernisse: Die Endverbraucher müssten bereit sein, dafür zu bezahlen und der Servicegedanke müsse in die Köpfe der Handwerker. Vor allem der zweite Punkt sei eine große Hürde. pgl

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