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Studie untersucht Zukunft der Wärmeversorgung

ISE sieht in Wärmepumpen Schlüsseltechnologie

17.11.2015, 10:05

Ecodan
2050 sind Wärmepumpen das vorherrschende Heizsystem, so eine Fraunhofer-Studie. © Mitsubishi

Elektrische Wärmepumpen lösen Gas- und Ölheizungen bis zum Jahr 2050 als vorherrschende Heiztechnik ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Unter dem Titel "Wege zur Transformation des deutschen Energiesystems bis 2050" gingen die Wissenschaftler der Frage nach, wie sich das Klimaziel der Bundesregierung, bis 2050 die CO2-Emissionen um mindestens 80 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, am wirtschaftlichsten erreichen lässt.

Auf Basis unterschiedlicher Szenarien werden in der Studie verschiedene, kostenoptimierte Transformationspfade aufgezeigt. Aus der Vorgabe verschiedener Randbedingungen wie des Umfangs der energetischen Gebäudesanierung oder dem Ende der Kohleverstromung ergeben sich die entsprechenden Maßnahmen für Deutschland, um die Zielmarken von 80, 85 oder 90 Prozent-CO2-Minderung bis 2050 zu erreichen. Bei allen Szenarien spielen Wind- und Fotovoltaikanlagen eine Schlüsselrolle für die zukünftige Energieversorgung. Diese neue Dominanz fluktuierender Energieerzeuger erfordert auf der anderen Seite flexible Abnehmer.

Das Fraunhofer ISE macht die Wärmepumpe in nahzu allen Szenarien als das wichtigste Heizsystem in Einzelgebäuden aus. Beim 85-Prozent-Szenario hätte die Wärmepumpe im Jahr 2050 einen Anteil von 80 Prozent an den Heizungstechniken, da sie die effizienteste Technologie zur Wärmebereitstellung in Gebäuden darstellt. Heizkessel, die mit Öl und Gas befeuert werden, spielen ab 2050 in diesem Bereich keine Rolle mehr. Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftführer des Bundesverband Wärmepumpe, nimmt die Studie zum Anlass, den Forderungen seines Verbandes an die Politik Nachdruck zu verleihen: "Die Politik muss jetzt handeln, um bessere Bedingungen für den Ausbau der Wärmepumpe zu schaffen, sonst wird sie ihr Ziel bis 2050 nicht erreichen. Derzeit ist der Strom mit zu hohen Steuern und Abgaben belastet, während fossile Energieträger sehr günstig sind."

Die ISE-Wissenschaftler haben auch die Kosten für die Transformation des Energiesystems für unterschiedliche Szenarien untersucht: "Bleiben die Preise für fossile Energieträger bis 2050 gleich und die Kosten für CO2-Emissionen langfristig niedrig", so Hans-Martin Henning, Autor der Studie, "dann liegen die kumulativen Gesamtkosten für das kostengünstigste Szenario um rund 1.100 Milliarden Euro, das heißt 25 Prozent höher als im Fall eines Weiterbetriebs des heutigen Energiesystems in unverändertem Zustand. Geht man allerdings von einer Erhöhung der Preise für fossile Energieträger um jährlich 3 Prozent aus, dann bleiben die kumulativen Gesamtkosten für eine Transformation des Energiesystems praktisch gleich wie die Kosten für einen Weiterbetrieb des heutigen Systems, und das bei gleichzeitiger Reduktion energiebedingter CO2-Emissionen um 85 Prozent."

Nach erfolgter und abgeschlossener Transformation sind die jährlichen Gesamtkosten eines Energiesystems mit um 80 bis 85 Prozent abgesenkten CO2-Emissionen der Studie zufolge nicht höher als die vergleichbaren jährlichen Gesamtkosten unseres heutigen Energiesystems, die bei summarisch rund 250 Milliarden Euro für alle Endkunden liegen. Keine Berücksichtigung fanden in der Studie externe Kosten durch Umweltschäden sowie volkswirtschaftliche Aspekte wie nationale Wertschöpfung und Beschäftigung. Quelle: BWP / sth

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