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Länder legen KWK-Förderprogramme auf

Heizungen mit Brennstoffzellen erhalten eigene Förderung

29.07.2014, 09:00

Grafik einer Brennstoffzellen-Heizung
Für Brennstoffzellen-Heizungen gibt es vermehrt Länderförderung. © Jülich

Der Markt für Brennstoffzellen-KWK gerät langsam in Bewegung. In den Zulassungslisten des Bafa für Mini-KWK-Anlagen sind mittlerweile auch einige Brennstoffzellen-Geräte. Die ist notwendig für den KWK-Zuschlag bei der Stromerzeugung. In der Liste der zuschussfähigen KWK-Anlagen des Bafa sind die Brennstoffzellen-Heizungen aber bislang nicht enthalten. Einige Bundesländer haben eigene Förderprogramme aufgelegt, um den Markt anzuschieben.

Auf den Frühjahrsmessen hatte es einige Ankündigungen zur Markteinführung von Brennstoffzellen-Heizungen und zur Installation im Rahmen des EU-weiten Projekts ene.field gegeben. Die Anlagen von Viessmann, gemeinsam mit der japanischen Panasonic entwickelt, sind mittlerweile erhältlich. Da die Produkte aber erklärungsbedürftig sind, gibt es die nur bei speziell geschulten Handwerkspartnern. Die thermische Leistung des Brennstoffzellenmoduls beträgt 1 kW, dazu kommt ein Spitzenlastkessel mit einer thermischen Leistung von 5,5 bis 19 kW. Einsatzfelder sieht das Unternehmen derzeit vor allem bei Niedrigenergiehäusern im Neubau.

Vaillant ist derzeit noch zurückhaltend und sieht den Markt eher in den europäischen Feldtests. Die erste Gerätegeneration von Vaillant wurde verschlankt und komprimiert. Nach dem Feldtest verpflichtet sich der Hersteller, die Anlage aus dem Pilotprojekt nach drei Jahren gegen ein serienreifes Produkt auszutauschen. Hausbesitzer, die an einer Vaillant Brennstoffzellen-Heizung interessiert sind, können sich über eine Telefon-Hotline zur Teilnahme bei Vaillant anmelden. Die Zahl der Brennstoffzellen-Heizgeräte im Rahmen des ene.field-Projektes ist aktuell noch auf rund 140 Geräte begrenzt.

Einige Bundesländer haben mittlerweile eigene Programme aufgelegt, um Bewegung in den Markt zu bringen. Nordrhein-Westfalen fördert die Markteinführung von KWK-Anlagen sowie KWK-bezogene Maßnahmen aus dem Programm "progres.nrw - Programmbereich KWK". Die Förderanträge können bei der Bezirksregierung Arnsberg gestellt werden. Die Förderung richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen in Nordrhein-Westfalen.

Neben konventionellen KWK-Anlagen werden Demonstrationsvorhaben neuartiger KWK gefördert. Dazu zählen Brennstoffzellen, die unabhängig von Leistung und Investitionsvolumen förderfähig sind. Die Förderung beträgt 45 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben – für kleine Unternehmen bis zu 65 Prozent, für mittlere Unternehmen bis zu 55 Prozent. Brennstoffzellen in der Leistungsklasse 1,5 kWel werden derzeit mit bis zu 13.000 Euro gefördert.

Auch das Hessische Wirtschaftsministerium fördert seit einigen Wochen den Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) mit Brennstoffzellen, und zwar sowohl beim Einsatz in Unternehmen als auch in Privathaushalten. Dabei geht es wohl auch um Unterstützung lokaler Hersteller, Viessmann hat seinen Sitz in Hessen und war bei der Vorstellung des Förderprogramms mit von der Partie. "Wir danken der hessischen Landesregierung für die dringend notwendige Unterstützung bei der Marktintegration von Brennstoffzellen-Heizsystemen", sagte dort Manfred Greis, Generalbevollmächtigter bei Viessmann.

Es gibt für bis zu 60 Anlagen Zuschüssen von jeweils 50 Prozent der Investitionskosten und maximal 17.550 Euro. Das sollte die Mehrkosten gegenüber konventioneller Technik egalisieren. Auch Gasversorgungsunternehmen wie die hessische Gas-Union haben ein Interesse an der neuen Technologie und unterstützen die Einführung als Projektpartner.

Der Freistaat Sachsen hat über die Sächsische Aufbaubank bereits Ende 2013 ein Förderprogramm gestartet, das den Einsatz von Brennstoffzellen in Mini-KWK-Anlagen in der Hausenergieversorgung voranbringen soll. Für das Förderprogramm "Innovative dezentrale Stromerzeugung und -speicherung" sollen für 2013 und 2014 insgesamt drei Millionen Euro zur Verfügung stehen.

In Baden-Württemberg gibt es Mittel aus dem Programm "Wärmewende im Heizungskeller".  Gefördert werden hocheffiziente Brennstoffzellen-Mikro-KWKs im Leistungsbereich bis 10 kWel. Die Förderung wird als Anteilsfinanzierung in Form eines einmaligen Zuschusses und gestaffelt nach der Leistung gewährt. Das Programm ist für den privaten und gewerblichen Nutzer von Brennstoffzellen-Heizgeräten konzipiert, erfolgt aber in Kombination mit der unterstützenden Tätigkeit von so genannten Nachfragebündler. Diese sollen in Zusammenarbeit mit den Herstellern die Informationen über das Programm verbreiten, Antragsteller akquirieren und die Voraussetzungen in einzelnen Objekten überprüfen.

Jeder Nachfragebündler darf zunächst 10 Anträge stellen. Dabei sollen vor allem Vorzeigeprojekte gefördert werden wie Gebäude in Besitz von Wohnungseigentümergemeinschaften oder Gebäude mit besonderer Multiplikatorwirkung. Die Entscheidung behält sich das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft vor, einen Rechtsanspruch auf Förderung besteht auch bei Erfüllung aller Fördervoraussetzungen nicht. Anträge sind noch bis September 2014 möglich. von Pia Grund-Ludwig

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Kommentare zur Meldung

Kommentare 1 - 2 von 2.

Silke Thole - 04.08.2014, 11:31

Hallo Herr Paur.

Nein, tatsächlich hat die Brennstoffzelle eine thermische Leistung von 1kW, siehe: http://www.viessmann.de/de/Presse/Archiv/apt-309001.html

Viele Grüße, Silke Thole vom EnBauSa.de-Team

Hanns-R. Paur - 02.08.2014, 10:15

Die thermische Leistung des Brennstoffzellenmoduls beträgt 1 kW ??
Das ist doch wohl die elektrische Leistung ?

 

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