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Energiekreislauf reduziert den Verbrauch enorm

Bayerischer Energiepreis geht an energiesparsames Hotel

20.10.2014, 08:40

Hotelzimmer mit Klimadecke
Klimadecke sorgt für Heizung und Kühlung. © Derag

Zwei spannende Projekte konnten in der Kategorie Gebäude den bayrischen Energiepreis abräumen: ein energieneutrales Hotel und Münchens derzeit größtes Holzhaus.

Der Climatower von Colt hat mit dem Derag Livinghotel "Am Viktualienmarkt" den Bayerischen Innovationspreis in der Kategorie Gebäude und Gebäudekonzepte für seine Energieeffizienz erhalten. Der Hotelverband Dehoga empfiehlt für ein 4-Sterne Hotel einen Energieverbrauch von 137.6 kWh/ m2, bei diesem Objekt wurde von der Hochschule Rosenheim nun ein Verbrauch von 55 kWh/m2a gemessen.

Heizung und Kühlung erfolgt mit Klimadecken. Die Erwärmung des Trinkwassers wird dezentral von einer Mikrowärmepumpe gesteuert, die Colt speziell für dieses Gebäude entwickelt hat. Das Kompaktgerät ist in den Versorgungsschächten in jedem Zimmer sowie in einigen Wirtschaftsräumen eingebaut. Die Solarthermie- und Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes, eine Grauwasseraufbereitungsanlage und ein Hybridspeicher sorgen für Wärme und Kälte.

Sämtliche hausinternen Ressourcen, wie das Abwasser der Zimmerduschen, die Abwärme der Server und Gewerbekühlanlagen werden als Wärmequelle genutzt und bilden einen in sich geschlossenen Energiekreislauf. Ein eigener Wasserkreislauf dient als neutraler Leiter und transportiert Wärme- und Energieströme innerhalb des Gebäudes. Das System erzeugt Warmwasser dezentral und benötigt keine zentralen Warmwasserspeicher. Durch dieses Konzept können nicht nur bis zu sechs Rohrleitungen in den Versorgungsschächten gespart werden.

Auch die Legionellen-Thematik ist gelöst. Das System benötigt weder Vor- und Rücklaufleitungen für das Heizen und Kühlen noch Warmwasserzirkulationsleitungen. Hierdurch fallen die sonst üblichen Verteilverluste nicht mehr an und die Energieeffizienz steigt. Überschüssige Wärme wird gespeichert und auch für die Langzeitspeicherung an PCM (Phase Change Material) übertragen. Damit ist auch eine Verschiebung der Energienutzung möglich.

Der zweite Preisträger des Bayrischen Energiepreises im Bereich Gebäude ist Münchens derzeit größtes Holzhaus, eine sanierte Wohnsiedlung der GWG-München. Nach einem Studienprojekt an der TU entwickelte ein Team unter dem Architektenteam Kaufmann.Lichtblau einen Zielekatalog für ganzheitlich geplante Erneuerung. Verlangt waren hochwertige Nutzung, ein zukunftsfähiges Energiekonzept und nachhaltige Bauweise.

Die alte Tragstruktur wurde barrierefrei erschlossen und zu modernem Wohn-/ Büroangebot ausgebaut. Die neue Gebäudehülle und Aufstockung bestehen aus vorgefertigten Holzelementen in Passivhausqualität. Erstellt wurden im Projekt außerdem Musterlösungen für Lebenszyklus- und Energiebilanz, Gebäudetechnik, Bauphysik, Statik, Brand- und Schallschutz, sowie effektiven Bauprozess. Der Energieverbrauch wurde um den Faktor 15 reduziert. pgl

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