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Geothermie kann mehrere grundwasserführende Schichten berühren

Baden-Württemberg hebt Bohrverbot auf

17.10.2011, 08:09

Das Umweltministerium in Baden-Württemberg hat das Mitte August ausgesprochene Verbot, bei der oberflächennahen Geothermie über zwei grundwasserführende Schichten zu bohren, aufgehoben. Gleichzeitig sind die Leitlinien zur Qualitätssicherung von Erdwärmesonden erlassen worden, die in Kürze auch veröffentlicht werden.

"Ich freue mich, dass es in den letzten Wochen gelungen ist, zwischen der Geothermiebranche, der Versicherungswirtschaft und uns Einigkeit herzustellen über die künftigen Qualitäts- und Versicherungsstandards bei Geothermiebohrungen", erklärte Umweltminister Franz Untersteller. Die Geothermiebranche habe das verlangte Schulungskonzept für Bohrgeräteführer und Sachverständige vorgelegt und eine Notfallhotline für Bohrunternehmen eingerichtet, die schnell Beratung und Hilfe bieten soll.

"Jetzt erwarten wir, dass die Bohrunternehmen die Leitlinien ebenso wie die Zusagen in Bezug auf die Qualifikation des eingesetzten Personals auch umsetzen", so Untersteller. Überprüft werde das im Rahmen der Zulassungsbescheide von den Unteren Wasserbehörden der Stadt- und Landkreise. Dabei wurden die Voraussetzung für eine Bohrung über mehrere Grundwasserleiter verschärft.

Ab sofort ist eine verschuldensunabhängige Versicherung verfügbar. Sie entschädigt Haus- und Wohnungseigentümer, wenn es in Folge einer Geothermiebohrung zu Schäden an ihren Gebäuden gekommen ist. Sie kostet nach Angaben des Bundesverbands Wärmepumpe für ein durchschnittliches Ein- und Zweifamlienhaus einmalig 300 Euro und sichert Schäden bis zu einer Million Euro ab.

Der Bundesverband Wärmepumpe war erleichtert über die Entscheidung. Der Branchenverband hat ein spezielles Versicherungskonzept initiiert, das einen wichtigen Baustein des Sicherheitspakets bildet. Außerdem wurde zusammen mit der Geothermischen Vereinigung und der SHK-Innung Baden-Württemberg ein Schulungskonzept für Bohrfirmen erstellt, das die geologischen und hydrogeologischen Besonderheiten des Bundeslands berücksichtigt.

Quellen: Umweltministerium Baden-Württemberg und Bundesverband Wärmepumpe / pgl

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