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Bundesregierung gibt zu wenig Impulse

Wissenschaftler fordern Wärmewende

31.08.2014, 11:00

Renommierte Wissenschaftler haben bei einem Pressegespräch des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) in Berlin ein konsequentes Umsteuern der Bundesregierung auf dem Wärmemarkt gefordert.

Joachim Nitsch, viele Jahre Energieexperte am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, hat in einer Studie im Auftrag des BEE die Folgen der jüngsten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes untersucht. Danach sinkt die Bedeutung der Bioenergie in den kommenden Jahren deutlich. Außerdem gibt die Bundesregierung kaum Impulse zur Steigerung der Energieeffizienz. "Setzt sich dieser Trend auch nach 2020 fort, bleibt die Energiewende auf der Strecke", warnt Nitsch.

Würde die Politik der großen Koalition weitergeführt, würde der Anteil der Erneuerbaren Energien an der gesamten Wärmeversorgung nur von zehn Prozent im Jahr 2013 auf knapp zwölf Prozent 2030 steigen. BEE-Geschäftsführer Hermann Falk sagt: "Es ist politisch peinlich und volkswirtschaftlich höchst unvernünftig, wenn die Bundesregierung die Chancen einer Wärmewende weiterhin ungenutzt lässt. Politisch peinlich, weil Deutschland seine auf EU-Ebene verbindlich zugesagten Klimaschutzziele und Erneuerbare-Energien-Ziele nicht erreicht und volkswirtschaftlich unvernünftig, weil sich eine Wärmewende für alle finanziell rechnet.

Nitsch empfiehlt in seiner Studie als Gegenszenario zur Politik der großen Koalition einen Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, vor allem mit Biomasse, Geothermie und Wasserstoff aus Ökostrom. Strom aus Erneuerbaren Energien könne sich neue Anwendungen im Wärmebereich erschließen. Als Beispiele nennt Nitsch einen deutlich zunehmenden Einsatz von Wärmepumpen, einen verstärkten Einsatz in der industriellen Prozesswärme statt Erdgas und die thermische Nutzung von Stromüberschüssen unter anderem in Wärmenetzen. Nur mit einem verstärkten Einsatz von Erneuerbaren Energien und einer deutlichen Steigerung der Energieeffizienz kann die Bundesregierung ihre eigenen CO2-Minderungsziele für 2020 bis 2050 erreichen, so die Studie.

Professor Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sagt: "Wir haben im Wärmebereich einen riesigen Handlungsbedarf, und die Ukraine-Krise wäre der richtige Aufhänger, um aktiv zu werden." Auch Kemfert setzt sich für den Ausbau von Fern- und Nahwärmenetzen ein, die mit Erneuerbaren Energien gespeist werden. Zudem müsse die Bundesregierung endlich eine umfassende Strategie zur Gebäudesanierung vorlegen. Nach Berechnungen des DIW könnten Investitionen von 9 Milliarden Euro bis 2020 Energiekosten von 11 Milliarden Euro einsparen. Die Beschäftigung in Deutschland würde durch das Programm um 30.000 Arbeitsplätze steigen. Kemfert unterstrich, dass Deutschlands Kosten für ganz überwiegend fossile Energien von 2002 bis 2012 rund 1 Billion Euro betragen hätten. Quelle: BEE /pgl

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